Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
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 Betreff des Beitrags: Re: Von Henkern und Huren
BeitragVerfasst: 1. Feb 2014, 21:34 
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( Im jeweiligen Fach von Kommandant Orodaros' gigantischem Schreibtisch liegt ein für Sturmwächter Fäller geschriebener Bericht, bezüglich der letzten Mission )

Der Sturm grüßt, Sturmwächter!

Ich kann mit Zufriedenheit und einem gewissen Maß an Stolz berichten, dass die Mission im kleinen Örtchen Weißenburg trotz zahlreicher Unvorhersehbarkeiten, Wendungen und Gefahren zu einem erfolgreichem Abschluss kam.

Aufbruch:

Treffen mit Rethorn Lightshadow, Iris Theane, Derebron Darkwood und Sergei Jagellovsk vor den Toren von Sturmwind. Ich verteilte Heiltränke, die ich im Vorfeld aus eigener Kasse besorgt hatte, so dass jeder von uns einen zur Verfügung hatte. Wir ritten los. Weil es bereits Nacht war und obendrein kalt, wollte ich möglichst schnell voran kommen und sparte mir Gedanken und Ankündigung für den Weg auf. Ich fasste die Missionsbeschreibung zusammen, die ja aufgrund des Wunsches nach ‘Diskretion‘ relativ knapp war. Ich sprach von meiner Vermutung, dass es sich über einen Kult handeln könnte, möglicherweise aber auch einfach um einen gemeinen Mörder und rief zur Wachsamkeit auf, da man besonders im Fall von Kultisten nie wissen konnte, wer in der Sache mit verstrickt war.
Auch blieb die Frage, warum die Wache der Sache nicht selber nach ging. Möglicherweise war die Wache einfach nur unterbesetzt, aber wahrscheinlich wollte man uns Söldnern einfach nur die Drecksarbeit machen lassen. Der Siegelring der verwundeten Frau hatte sicher eine Bedeutung und natürlich würde es ein Gespräch mit dem Hauptmann der dortigen Wache geben. Rethorn schlug vor, sich in der örtlichen Taverne umzuhören.

Ankunft in Weißenburg:


Es war bereits mitten in der Nacht, als wir Weißenburg im Rotkammgebirge erreichten. Rethorn ging wie besprochen in die Taverne, um sich nach seltsamen Vorgängen und lokalen Schrecken umzuhören. In der Taverne brachte er außerdem die Pferde unter und mietete Zimmer. Der Rest von uns bemerkte außerhalb der Kneipe Steckbriefe, die wir uns auch ansahen und zu denen Iris sich Notizen machte. Man konnte ja nie wissen. Dann statteten wir dem Hauptmann der Wache, Jacob Mayhew, einen Besuch ab. Unterwegs fiel uns ein Gehängter auf, der Marktplatz diente wohl auch als Richtplatz. Ein Gespräch mit dem Hauptmann verriet mir auch, warum Diskretion so wichtig war: Der Siegelring der verwundeten Frau zeigte das Wappen des örtlichen Marktgrafen, Willhelm von Weißhaupt. Doch laut dem Hauptmann war die Dame KEIN Mitglied der Familie. Die Dame war aktuell im Hospiz, war aber absolut verängstigt und stand wohl unter Schock. Wir sollten nun also herausfinden, ob die Frau eine Hochstaplerin oder eine uneheliche Tochter derer von Weißhaupt war. Und natürlich, wer sie so mitten in der Stadt angegriffen hatte. Ein Junge hatte den Vorfall wohl vor einer Woche gemeldet. Es war nicht bekannt woher die Frau kam oder ob sie irgendwo wohnte. Ich versprach, dem Hauptmann Bescheid zu sagen, sobald wir etwas heraus fanden. Dann ließen wir uns zum Hospiz bringen.

Unterwegs befahl ich, in der Öffentlichkeit keinen Mucks von diesen Dingen zu sagen. Leider kam nicht viel zustande, als wir das Hospiz erreichten. Derebron passte auf unsere Waffen auf und Iris, Sergei und ich baten darum, kurz mit der Frau zu sprechen. Sie war jedoch absolut verängstigt, obwohl ich einen freundlichen Tonfall anschlug und versuchte, herauszufinden, woher sie kam. Sie sah übel verprügelt aus, hatte auch Spuren von Fesseln an den Handgelenken, sprach jedoch kein Wort. Vielleicht war sie auch von Natur aus stumm, oder aber der Schock saß zu tief. Allerdings fiel uns ein Symbol an ihrem Hals auf, welches man ihr offenbar in die Haut geritzt hatte: Eine umgedrehte Schwertlilie in einer Flamme, die von einer Schlange umringt war. Sofort fiel mir die Ähnlichkeit zum Wappen der Weißhaupts auf, welches eine Schwertlilie und eine Axt vor einem Wappenschild beinhaltete. Möglicherweise war das Wundmal eine perverse Karikatur des anderen Wappens. Vielleicht gab es da einen Zusammenhang. Sergei meinte, er würde bei der Frau keine Magie spüren, würde aber eine Art Schatten spüren, der über dem ganzen Ort läge. Wir verließen das Hospiz und steuerten die Taverne an.

Eine lange Nacht:

Es war schon spät und wir waren müde von der Reise, dennoch war uns nicht nach schlafen zumute. Vielleicht hatte Rethorn etwas so relevantes gehört, dass ich den Rest der Nacht drüber nachdenken müsste. Als es im Schankraum leer wurde, verlangte ich von Rethorn, zu erzählen, was die Leute so erzählten. Rethorn meinte, die Stadt hätte die üblichen Probleme wie Banditen und wilde Tiere. Aber es gab wohl mehrere Überfälle, bei denen Menschen getötet worden waren. Allerdings eher am Stadtrand und außerhalb. Angriffe durch wilde Tiere schloss man hierbei aus. Ein junger Viehhirte war es wohl, der die Frau gerettet hatte und den Vorfall meldete. Der Junge würde eine gute Anlaufstelle sein. Ich erzählte Rethorn von unseren Informationen und wir stellten einige Mutmaßungen über das Wundmal an.

Möglicherweise ein Hohn an die Weißhaupts? Vielleicht auch einfach nur ein okkultes Zeichen. War die Frau vielleicht aus irgendeinem dunklen Keller entflohen? Sergei sprach erneut von einem beklemmenden Gefühl, leitete es aber von seinem Gespür für Magie ab. Rethorn, als ehemaliger Paladin, teilte wohl dieses Gefühl. Sergei sprach von einem Ritual, mit der ein besseres Verständnis für dieses Gespür bekommen würde. Iris kannte sich aufgrund ihrer Studien über Grand Hamlet recht gut mit Wappensymbolik aus. Die Schwertlilie stand für Adel und Herrschaft, Reichtum. Ankunft und Geburt, aber auch Tod. Das Wundmal hatte eine Bedeutung. War möglicherweise der Schlüssel zu dieser Geschichte. Ich war nicht der Ansicht, dass sie eine Hochstaplerin war, denn ihre Angst war nicht gespielt. Möglicherweise war der Ring aber auch nicht ihrer und sie traf keine Schuld. Sie würde so bald sicher keine Informationen für uns haben. Der Hirtenjunge konnte uns möglicherweise etwas sagen. Ich beschloss, dass der Friedhof auch keinen Blick wert war. Vielleicht gab es Kindstode bei den Weißhaupts, bei denen das Kind nicht wirklich gestorben war. So dass sie vielleicht eine echte, aber unbekannte Tochter der Familie war. Vielleicht kannte der Hauptmann ja auch das Wundmal.

Wir wurden aus unseren Gedanken gerissen, als der Geruch von Feuer in unsere Nasen drang. Ich hatte ein böses Gefühl und wir eilten nach draussen. Leider war meine Annahme korrekt, denn das Hospiz brannte. Kurz zusammen gefasst eilten wir zum Hospiz. Jemand hatte wohl einen Brandsatz durch ein Fenster im Erdgeschoss geworfen. Iris und Derebron schlossen sich der Eimerkette an, Rethorn und ich brachten die Tür auf und eilten ins Gebäude. Die verwundete Frau fanden wir leider nicht, aber wir retteten die Hospizschwester aus dem oberen Stockwerk. Sergei leistete hier grandiose Arbeit, da er mit seiner Magie Kältezauber wirkte und die Flammen in Schach hielt. Ihm ist es wohl zu verdanken, dass die Flammen unter Kontrolle gebracht werden konnten, ohne dass das ganze Hospiz zerstört wurde. Die Hospizschwester hatte keine Informationen für uns. Ein weiteres kaputtes Fenster auf der Rückseite und eine dürre Gestalt, die Derebron davon laufen gesehen hatte, ließen darauf schließen, dass es kein Anschlag auf die verwundete Frau war, sondern eine Entführung.

Iris wurde im Getümmel angerempelt und hatte plötzlich eine Rötung am Handgelenk, die wie das Wundmal der Entführten aussah. Derebron meinte, die Gestalt, die er davon laufen sah, hätte er schon im Gasthaus gesehen, auf einem Wandbild. Rethorn hatte wohl vor, Iris zu segnen, aber vorher befahl ich, die Taverne aufzusuchen. Sergei brauchte Ruhe und ich wollte unnötige Aufmerksamkeit in der Öffentlichkeit vermeiden. Im Gasthaus angekommen beschlossen wir jedoch, uns Schlaf zu gönnen. Die Nacht war lang und anstrengend gewesen und viel Schlaf würden wir wohl ohnehin nicht finden.

Nächste Schritte:

Am nächsten Morgen legte Rethorn Iris ein Amulett mit einem Symbol des Lichts um den Hals und versuchte es mit einer Art Segen. Allerdings fing er dann an zu zittern und brach sogar zusammen. Er murmelte etwas wie “Wir sind zwei, wir sind eins. Wir sehen dich!“ Als er wieder beisammen war, sagte er, er sah schwarzes Haar im Wind flattern und in Flammen aufgehen, er hätte etwas gehört das klang wie zwei Wesen, die mit einer Stimme sprechen würden. Rethorn eröffnete uns, er sei der Meinung, dass wir es mit einem Dämon zu tun hätten. Dann träufelte er Weihwasser auf das Amulett um Iris’s Hals. Er war der Meinung, dass Dämonen über so ein Wundmal vielleicht Kontrolle ausüben könnten. Das Amulett sollte Iris beschützen. Ich fragte den Wirt nach dem Gemälde, welches Derebron mir gezeigt hatte. Es zeigte Willhelm von Weißhaupt. Also hatte von Weißhaupt die Frau entführt? Warum hatte er sie nicht getötet? Weitere offenen Fragen, aber zumindest auch ein Anhaltspunkt. Für mich blieb der Auftrag zumindest nicht gescheitert. Möglicherweise konnten wir die Frau noch finden und retten. Und den Angreifer enttarnen. Ein Rückzug würde das Problem ja nicht aus der Welt schaffen. Doch sollte wirklich ein Dämon im Spiel sein, galt es, vorsichtig zu sein. Den Hauptmann hielt ich zwar für vertrauenswürdig, immerhin hatte er uns gerufen, doch natürlich konnte die Wache auch Spione beinhalten.

Ich bat Iris noch einmal, die Heraldik zu erklären. Die Symbole hatten sicher etwas zu bedeuten. Möglicherweise versteckte sich hier ein weiterer Hinweis. Sie versprach, Notizen dazu aufzuschreiben. Wir suchten zuerst das Wachhaus auf. Der Hauptmann hatte das Wundmal bei der Entführten ebenfalls gesehen, konnte es aber nicht deuten. Ich erklärte ihm, dass vermutlich fauler Zauber im Spiel sei oder sich jemand viel Mühe gab, es so aussehen zu lassen. Ich erklärte ihm, dass ich es für möglich hielt, dass hier ein Kult am Werk sei und die Weißhaupts vielleicht darin verwickelt waren. Die mögliche Anwesenheit eines Dämons verschwieg ich vorerst. Der Hauptmann hielt die Beteiligung des Marktgrafen für unwahrscheinlich. Ich sagte ihm jedoch, dass man auch den Schlimmsten Fall nie völlig ausschließen konnte. Dann gingen wir, holten unsere Pferde und machten uns außerhalb von Weißenburg auf der Suche nach dem Hirten, der die Tat beobachtet und gemeldet hatte. Ich dachte mir, nach einer Herde zu suchen sei diskreter und effektiver, als in der Stadt herum zu fragen und von Tür zu Tür zu gehen. Unterwegs gab mir Iris ihre Notizen zu dem Wappen der Weißhaupts und dem Wundmal. Die Schwertlilie konnte für Geburt, Tod und Adel stehen, die Axt für Handwerk, Kriegskunst, Wehrhaftigkeit, Ehre, Gerichtbarkeit. Flammen standen für Wandlungskraft, waren unbändig, chaotisch, wärmend, lebensspendend aber auch zerstörerisch. Die Schlange galt als listig, diabolisch, stand für geheimes Wissen, Wandlung, Erneuerung und Unsterblichkeit. Allerdings konnte man zu all dem stundenlang Mutmaßungen äußern, ohne zu einem Ergebnis zu kommen. Und möglicherweise lief der entführten Frau die Zeit davon.

Nach einer ganzen Weile hörte ich Glocken, wie sie Schafe und Kühe meistens tragen und fand Spuren, die von der Straße fort führten. So ritten wir durch den Morast, bis wir endlich die Herde fanden. Der junge Hirte war allerdings hoffnungslos misstrauisch und verängstigt. Obwohl ich meine Waffen ablegte, ruhig sprach und sogar etwas Geld anbot, hatte er Angst, wir würden ihn überfallen oder töten wollen. Er dachte, wir stecken mit drin. Am Ende rannte er sogar davon. Sergei sprach von einem Wahrsage-Ritual, welches er durchführen könnte, wenn er einen See oder dergleichen fand. Ich schickte ihn und Rethorn also los, dieses besagte Ritual durchzuführen, solange sie dabei vorsichtig blieben und sich von der Stadt fern hielten. Iris und Derebron ließ ich bei der Schafsherde bleiben, in der Hoffnung, dass die beiden vielleicht doch noch Informationen aus dem Jungen heraus holen konnten. Ich selber ritt zum Friedhof, um nach Weißhaupt-Gräbern zu suchen, zwecks eines möglichen Zusammenhangs mit der entführten Frau. Ich fand allerdings nichts brauchbares. Wir alle trafen uns wieder in der Taverne.

Besprechung:

Aufgrund meiner erfolglosen Suche auf dem Friedhof war ich auch zuerst wieder im Gasthaus. Derebron und Iris kamen schließlich dazu. Der Junge hatte eine Täterbeschreibung, die mit der von Marktgraf von Weißhaupt zusammen passte. Außerdem hatte der Täter laut dem Knaben in einer fremden Sprache gesprochen, möglicherweise Eredun, Dämonensprache. Der Hirte hatte den Täter verjagt, die Wache alarmiert. Sehr tapfer von dem Knaben. Er hätte dabei sterben können. Ich meinte zu den beiden, dass ein Besuch der Burg hilfreich wäre. Möglicherweise gab es einen Geheimgang, sowas war bei Burgen ja nicht unüblich. Hilfe vom Hauptmann konnte man möglicherweise nicht erwarten. Wenn er uns nicht glaubte und sich auf Seiten des Marktgrafen stellte, war die Sache gelaufen. Derebron schlug vor, im Stadtarchiv nach den Grundrissen der Burg zu suchen. Nach einer ganzen Weile kamen Sergei und Rethorn ebenfalls zurück. Sergei hatte die "Anomalie", den Schatten, den er die ganze Zeit über gespürt hatte, genauer lokalisieren können. Besonders stark war diese üble Aura wohl bei der Burg und dem Richtplatz der Stadt. Rethorn schlug vor, diese Orte und die Archive zu durchsuchen, wie schon Derebron zuvor. Derebron erzählte den beiden, was der Hirte gesagt hatte. Iris schlug anschließend vor, vielleicht den hiesigen Priester aufzusuchen und um Hilfe zu bitten. Ich meinte, dass der hiesige Priester auch korrumpiert sein könnte, sonst hätte er die "Anomalie" doch auch spüren müssen. Möglicherweise hatte die Anomalie beim Richtplatz sogar etwas mit dem Priester zu tun. Ich würde beim Hauptmann nach dem hiesigen Priester fragen. Vielleicht war er bereits tot.

Ich beschloss, dass die Archive und der Hauptmann die nächsten Anlaufpunkte sein sollten. Im Falle des Hauptmanns musste ich noch überlegen, ob ich ihm vom Dämon erzählen sollte oder nicht. Vorerst aber schickte ich die anderen ins Bett und hielt die erste Wache. Sergei erstellte noch einen Bannkreis um Iris' Bett und ließ seinen Elementar Wache halten. Denn vielleicht war das Wundmal trotz Rethorns Segen noch immer irgendwie gefährlich. Als mich Sergei ablöste, um die Wache zu übernehmen, sprachen wir noch über Möglichkeiten, in die Burg zu gelangen. Vielleicht wusste der Hauptmann etwas über die Warenversorgung auf der Burg. Auch kam mir wieder der Gedanke eines Geheimgangs. So gelangte die Frau vielleicht in die Stadt und so konnte ihr Entführer sie nach dem Feuer im Hospiz wieder fort schaffen. Vielleicht halfen die Archive oder eine umfassende Suche beim Richtplatz. Sergei mutmaßte, dass es sich um einen starken Dämon handeln würde, wahrscheinlich eine Verdammniswache oder gar etwas noch mächtigeres. Die Hilfe des Hauptmannes wäre nicht schlecht. Allerdings war es auch möglich, dass er uns nicht glaubte und uns plötzlich für eine Gefahr hielt. Doch was hätten wir denn davon? Sergei bot sogar an, sich notfalls als Mitglied der Kirin Tor zu enthüllen. Doch dann ging ich erst einmal schlafen.

Recherchen:

Gleich nach dem Frühstück suchten wir die Archive auf. Allerdings dauerte unsere Suche nach Antworten auch einige Tage. Ich betete, dass es für die entführte Frau und die Stadt als ganzes nicht zu spät war. Derebron führte sich die Grundrisse der Burg vor Augen und verinnerlichte sie. Rethorn und Sergei berichteten mir, dass das erdrückende Gefühl stärker wurde, besonders in der Nähe der Burg. Ein Gespräch mit dem Hauptmann verriet mir, dass die Marktgrafen bereits seit langer Zeit Verfechter des Gesetzes war und hart gegen Verbrecher vorgingen, die sie als oberster Richter auf dem Richtplatz dem Strick zuführten. Niemand sonst hatte sich wohl dieser Bürde annehmen wollen. Willhelm von Weißhaupt trat sein Amt schon in jungen Jahren an, richtete auch Hexer und Kultisten in den Zeiten, als die Geißel stark wurde. Doch über ein Jahrzehnt war bereits vergangen, seit die letzte Hexe ihr Ende auf dem Scheiterhaufen fand. Sergei meinte, auf dem Richtplatz gewaltige Kräfte zu spüren, die sich dort vor langer Zeit entladen hatten.

Auch stießen wir in den Archiven auf Informationen über einen Geheimgang, der aus der Burg führte und im Nordwestend es Tals endete. Und so beschloss ich eines Abends, dass wir alle Informationen hatten, die wir brauchten. Es galt, zu handeln und zu hoffen, dass wir nicht einen Tag zu viel mit unserer Suche nach Informationen vergeudet hatten.

In den Sturm hinein:

Ich war mir sicher, mir ein Bild der Ereignisse zusammen reimen zu können: Ich war der Meinung, das der Marktgraf irgendwann korrumpiert wurde, möglicherweise weil er Feuer mit Feuer bekämpfen wollte. Ich vermute, dass so mancher Verbrecher nicht wirklich verbrannte, sondern irgendwie über einen Geheimgang entkam, so dass ein regelrechter Kult mit den all den Jahren wuchs. Die entführte Frau war meiner Meinung nach die Hexe, die zuletzt vor all den Jahren auf dem Scheiterhaufen "verbrannt" wurde, mittlerweile aber vielleicht aussteigen wollte. Doch letzten Endes würde nur die Burg Antworten liefern. Wir würden den Geheimgang suchen und uns so in die Burg schleichen.

Weil ich aber einen zweiten Geheimgang beim Richtplatz vermutete, teilten wir uns auf. Iris und ich gingen zum Hauptmann, während Derebron, Rethorn und Sergei sich den Richtplatz noch einmal anschauen sollten. Fall wir versagten, musste der Hauptmann Bescheid wissen und die richtigen Schritte einleiten. Ich vermutete, Iris' Wundmal funktionierte möglicherweise wie ein Leuchtfeuer, würde dem Feind ihre Position und damit auch unsere verraten. Iris schlug vor, alleine einen anderen Weg zu nehmen, um den Feind auf eine falsche Fährte zu führen. Allerdings bestand auch die Gefahr, dass sie da draussen alleine ebenso in die Hände des Feindes fallen könnte. Und im Angesichts eines Dämons würden wir ihre Hilfe garantiert brauchen. Wir beschlossen also, uns geschlossen den kommenden Gefahren zu stellen und dem Motto des Dämmersturms alle Ehre zu machen. Dem Sturm entgegen, so stürmisch es auch werden möge.

Ich übertrug es Sergei, einen zuvor vorbereiteten Brief nach Eisenschmiede zu schicken, im Falle unseres Scheiterns. Besagtes Schreiben ist natürlich inzwischen obsolet geworden, dem Licht sei dank. So brachen wir auf. Da Iris und ich den Hauptmann allerdings nicht antrafen, hinterließ ich eine Notiz, dass sich mein Verdacht bestätigt hatte, Weißhaupt korrumpiert sei und die Frau vermutlich eine Komplizin war, die fliehen wollte. Die anderen fanden beim Richtplatz allerdings keinen Geheimgang und so holten wir unsere Pferde und verließen die Stadt, um den Geheimgang zu suchen, der im Nordwesten des Tals endete.

Dort stießen wir auf einen uralten, verwitterten Friedhof und fanden recht schnell eine alte Krypta, wo ein Sarkophag einen Geheimgang nach unten verbarg. Sergei beschwor eine Art magische Laterne und so gingen wir in den unterirdischen Gang. Und in einen Hinterhalt, wie ich leider sagen muss. Natürlich hatten wir mit so etwas gerechnet. Allerdings wurden wir völlig überrumpelt. Selbst Sergei und Rethorn sahen es nicht kommen. Ich möchte zu meiner Verteidigung aber auch nicht ausschließen, dass die Gestalt, die uns im dunklen Gang erwartete, zufälligerweise auf uns stieß, in der Absicht, in der Stadt nach Iris zu suchen. Immerhin wussten wir ja nicht mit Sicherheit, ob das Wundmal wirklich wie ein Leuchtfeuer war. Nichts desto trotz wurden wir von einem Lichtzauber geblendet, dann fanden wir uns in Dunkelheit wieder, die uns die Sinne raubte. Wir wurden ohnmächtig.

Rätsel in der Finsternis:

Wir erwachten - das alleine ist eigentlich schon eine Überraschung gewesen - in absoluter Dunkelheit. Interessanter Weise aber mit unserer vollständigen Ausrüstung und Bewaffnung. Sergei's Zauberlaterne zeigte uns, dass wir in einer Art unterirdischer Gruft waren, einem Raum, aus dem ein Gang in die Dunkelheit führte. Uns allen ging es gut, abgesehen von der eisigen Kälte. Allerdings war Rethorn wohl komisch mit dem Kopf aufgeschlagen und ohnmächtig. Konnten ihn absolut nicht wecken, allerdings schien er keine weiteren Verletzungen zu haben. In einer Ecke des Raums war ein Loch im Boden, ein bodenloser Abgrund. Von Iris fehlte jede Spur. Sergei bemerkte, dass er seine Elementare hier nicht beschwören konnte. Derebron und ich trugen Rethorn und wir folgten dem Gang. Es galt, hier irgendwie wieder heraus zu kommen und Iris zu finden.

Unterwegs hörte Derebron immer wieder leises Flüstern und ich sah eine geisterhafte Erscheinung. Eine Frau. Aber es war nicht die entführte Frau, soviel konnte ich zumindest sagen. Als wir bei einer Abzweigung nicht weiter wussten, folgte ich ihrem Schimmer. Sie "führte" uns in einen gigantischen Raum voller kleinerer Kammern. Wahrlich, man hätte dort ewig herum irren können. Der Geist jedoch hatte uns auf eine Kammer hingewiesen und kurz glaubte ich, Worte auf der Tür zu lesen: "Drei wird zu eins, doch sie wachen in der Dunkelheit und verteidigen eifersüchtig". Sergei spürte, dass das, was hinter der Tür war, nicht direkt vom Nether berührt war, aber dennoch gefährlich war. Wir legten Rethorn ein Stück abseits und öffneten die Tür. Dort, auf einem Sockel, ruhte ein roter Edelstein. Allerdings sammelten sich dann drei geisterhafte, rauchartige Schemen und griffen an. Derebron rannte in den Raum und sicherte den Stein. Ich versuchte, die Biester mit Lärm abzulenken. Sergei war es, der alle drei Geister mit seinen Zaubern besiegte, während die Dinger Derebron und mir einige böse Zauber verpassten, seltsame geistige Schmerzen, wie schreckliche Visionen. Ich hatte noch Glück, doch Derebron war noch lange am Zittern, ehe wir zurück gingen und der anderen Abzweigung folgten. Sergei konnte uns zumindest sagen, das der Stein magisch war, möglicherweise ein Siegel, welches wir gegen den Dämonen benutzen konnten.

Wir erreichten einen großen, rechteckigen Raum in dessen Mitte sich Berge aus Erde auftürmten. Das ganze schien viel weniger gebaut als in die Erde gegraben. Ein Schuss ließ uns durch den Raum eilen, wo wir ein Fallgitter sahen, hinter dem sich Iris befand. Allerdings sah sie uns nicht. Auf unserer Seite des Gitters jedoch waren mehrere Hebel. Ein tödliches Rätsel, dessen Lösung Iris das Leben retten würde, während ein Fehler ihren Tod bedeuten würde. Die Inschrift über den Hebeln und damit das Rätsel lautete: "So wie die Spinn' auf Beinen geht, die Windrose die Richtung lehrt. In solchem Rhytmus sprichst auch du. Die Flamme brennt, verrinnt die zeit - so dreh's auf drei für Unendlichkeit." Sechs Hebel, an dessen Ober- und Unterseite sich verschiede Zahlen von 1 bis 6 befanden. Auch sahen wir neben den Hebeln einen Bolzen, der sich Stück für Stück nach unten schob und auch nicht dauerhaft blockieren ließ. Das Rätsel musste rechtzeitig gelöst werden. Rethorn war noch immer ohnmächtig. Derebron, Sergei und ich überlegten fieberhaft. Allerdings versteifte ich mich absolut falsch: Die oberen Ziffern zusammen ergaben 22. Die Unteren ergaben 18. Ich hatte mich hoffnungslos auf die Zahl "Drei" fixiert. Es war Sergei, dem im letzten Moment klar wurde, dass die Gesamtsumme unten und oben auf 8 gestellt werden musste, und zwar nur mit 3 Hebeln. Der Raum, in dem Iris sich befand, war bereits fast voller Flammen, als das Fallgitter sich hob und Iris wieder bei uns war. Nachdem wir uns wieder gefasst hatten, suchten wir den großen, rechteckigen Raum ab und fanden schnell den einzigen, verbliebenen Weg, der uns hoffentlich aus dieser kalten, tödlichen Gruft führte. Iris hatte einen blauen Edelstein. Damit fehlte also noch einer.

Der einzige, verbliebene Weg jedoch führte uns über eine große, dunkle Wasserfläche. Dicke Ketten waren über das Wasser gespannt und andere führten von der Decke in das Wasser. Wieder sah ich den Geist, diesmal im Wasser. Diesmal hörten wir alle die Stimme des Geists: "Seht nicht hin, Eure Furcht verschlingt das Licht." Sergei gab Derebron und mir Tränke, mit denen wir unter Wasser atmen konnte. Iris passte auf meinen Befehl hin auf Rethorn auf. Derebron und ich legten die Rüstungen ab. Ich nahm jedoch mein Jagdmesser mit. Dann tauchten wir ab. Und erkannten, dass unter Wasser zahlreiche Leichen an den Ketten und an Seilen befestigt waren. Ein schrecklicher Anblick. Derebron und ich hatten erneut Visionen, in denen diese Biester nach uns griffen, in ihre tödliche Umarmung zu zerren versuchten. Wir tauchten tiefer und gelangten in eine Art Zisterne, wo wir aus dem Wasser steigen konnten und einen Raum mit einem gigantischen Knochenberg fanden. Es waren ganz klar Menschenknochen. Hunderte. Waren dies Opfer an den Dämonen, fragten wir uns. Ich schwor einen Eid, diesen grauenhaften Ort nieder zu reissen. Dazu brauchten wir den dritten Edelstein, der auf dem Gipfel dieses Knochenbergs ruhte. Sergei kletterte hinauf, da er als einziger von uns noch Schuhe anhatte. Sich an den Knochen zu schneiden und dann wieder ins Leichenwasser zu steigen würde sicher nicht gesund sein. Sergei erklomm den Knochenberg, nahm den grünen Edelstein, allerdings begann der Berg dann, zu kollabieren. Es schien, als hätten wir den Zorn von etwas auf uns gezogen. Sergei musste die restlichen Meter springen und ich fing ihn auf, als der Haufen in sich zusammen stürzte. So schwammen wir anschließend zurück und ruhten uns kurz aus. Rethorn über die Ketten und über das Wasser zu schleppen, war zum Glück nicht nötig, da er wieder zu sich kam, wenn auch mit ziemlichen Schmerzen. Derebron und ich hatten ihn zwar getragen, allerdings war dies aufgrund des Größenunterschieds nicht besonders bequem für Rethorn gewesen. Nun aber kletterten wir an den Ketten entlang, über das Wasser, auf die andere Seite.

Auch hier muss ich Sergei erneut loben, denn Derebron verlor den Halt und wäre mit seiner Rüstung wohl untergegangen, hätte Sergei nicht eine Art Eisscholle erschaffen, an der sich Derebron festhalten konnte und so wieder ans "Ufer" gelangte, um es erneut zu versuchen. Auf der anderen Seite erwartete uns ein großer, dunkler Raum. Dunkelheit, die sogar das Licht unserer Fackeln und das von Sergeis Zauberlaterne zu verschlucken schien. Das Rasseln von Ketten drang uns an die Ohren und wir hörten das Schlagen von ledrigen Schwingen. Der Dämon lachte uns aus und sagte, dass ganz am Ende WIR der Schlüssel sein sollten.

Gegen den Dämon:

So mussten wir uns sogar angesichts so eines Monsters auf Mutmaßungen einlassen. Warum lag der Dämon noch in Ketten und war nicht von Weißhaupt befreit worden? Sollten unsere Tode den Ausschlag geben? Würde unser Scheitern den Dämon befreien? Sergei warnte uns, empfahl, den Dämon einfach in Ruhe zu lassen. Doch es gab keinen anderen Ausweg aus dieser Gruft. Waren die drei Edelsteine der Schlüssel? Brachten sie uns hier heraus? Oder würden sie den Dämonen befreien? Iris mutmaßte, dass die Fallen vielleicht nicht das Werk des Bannenden gewesen waren, sondern die des Marktgrafens oder Dämons. An den Wänden, links, rechts und hinter dem Dämonen, erkannten wir schließlich Einkerbungen in den Wänden. Dort würde die Edelsteine hinein passen. Der Bannkreis des Dämons war bereits sehr schwach. Er zerrte an seinen Ketten und beschwor dunkle Energien. Ich entschied mich, die Edelsteine in die Einkerbungen zu stecken. Denn wenn sie den Dämon befreien würden, hätte Weißhaupt schon längst die nötigen Schritte unternommen oder Kultisten hierher geschickt, um den Dämon zu befreien. Auch ging von den Steinen keine direkte Nethermagie aus, hatte Sergei gesagt. So oder so hatten wir eigentlich keine Wahl, da das Siegel des Dämons bereits schwach war und irgendwann ohnehin versagen würde. Ich befahl Derebron, den Edelstein in die linke Einkerbung zu stecken, Rethorn den Edelstein in die rechte Einkerbung zu stecken und Iris, zur hinteren Einkerbung zu laufen. Sergei sollte den Dämonen notfalls ablenken und mein mit Runen verstärktes Gewehr konnte da möglicherweise ebenfalls helfen.

Sergei kam der Gedanke, dass wir nicht unter der Burg waren. Sergei vermutete, dass der Dämon sich nicht vollständig manifestieren konnte, dass der Zauber wohl einst unterbrochen worden war und er so gebannt wurde, dass der Marktgraf aber nach und nach zuließ, dass der Dämon an Kraft gewann. Ich war der Meinung, dass unsere Tode dem Dämon Kraft geben sollten. Möglicherweise sogar die nötige Kraft, um aus diesem Gefängnis zu entkommen. Die Edelsteine waren vielleicht zuvor in den Einkerbungen gewesen, aber entfernt worden. Vielleicht konnte von Weißhaupt sie entfernen, aber nicht zerstören oder gänzlich verstecken. Derebron, Iris und Rethorn eilten los. Ich eröffnete das Feuer auf den Dämon, doch es schien, als würden sich die Schatten zusammen ziehen und die Kugeln einfach verschlucken. Er war wirklich sehr mächtig. Er schwang die wuchtige Klaue nach Rethorn, verfehlte ihn jedoch knapp. Sergei feuerte einen Frostzauber ab, der jedoch ebenfalls von den Schatten verschlungen wurde, ohne Schaden anzurichten. Ich lud hastig nach und feuerte erneut und diesmal trafen alle drei Kugeln. Rethorn versuchte, das Monster mit einem Lichtblitz abzulenken, richtete aber keinen Schaden an. Ich machte mich nun daran, Rethorn hinterher zu laufen.

Derebron hatte in der Zwischenzeit seinen Edelstein in die Einkerbung gedrückt und der schattenhafte Schild des Dämons war nun teilweise mit grünem Licht durchsetzt. Ich rief ihm zu, Iris zu folgen und sie zu beschützen. Der Dämon indes schleuderte eine Kugel aus unheiliger Energie auf Sergei, der die Kugel jedoch zur Seite ablenkte. Rethorn lief weiter, schleuderte erneut einen Lichtblitz auf den Dämon, doch durchdrang er den schattenhaften Schutz des Monsters nicht. Ich gab weitere Schüsse auf den Dämon ab, allerdings durchdrang nur die letzte Kugel den Schild. Der Dämon revanchierte sich und erwischte mich mit einem grünen Feuerball, der mich mitten im Laufen erwischte, in Brand setzte und zu Boden schickte. Ich konnte Umhang und Kapuze, die wild im grünen Feuer loderten, gerade noch von mir reissen, musste auch sofort einen Heiltrank trinken. Rethorn hatte endlich seine Einkerbung erreicht und den Edelstein hinein gedrückt. Blaue Schlieren gesellten sich zu den grünen. Der Schattenschild wurde schwächer. Sergei beharkte den Dämon erneut mit Zaubern, jedoch ohne Erfolg. Allerdings warf der Gnom dem Ding auch wüste Beschimpfungen zu, tat alles, um die Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, weg von Iris. Die hatte inzwischen, mit Derebron knapp hinter sich, die Einkerbung erreicht. Endlich waren alle Edelsteine an ihrem Platz. Der schattenhafte Schild des Dämonen zerplatzte. Ich feuerte erneut, zwei Kugeln sprengten verdorbenes Fleisch aus dem Leib der Bestie. Dieser ging nun auf Sergei los, doch dessen Magieschild hielt. Der Zauber des Dämons brannte sich um den Gnom herum regelrecht in den Boden. Rethorn ging den Dämon nun im Nahkampf an, vergrub seinen Zweihänder tief in einer der ledrigen Schwingen des Dämons und zertrennte sie. Auch Derebron attackierte den Dämon immer wieder von hinten, während Iris ebenfalls auf ihn feuerte. Der Dämon attackierte Sergei erneut, wollte ihn mit einem Hieb der massigen Klaue zerquetschen, doch Sergei teleportierte sich im letzten Moment zur Seite. Rethorn trennte dem Dämon halb den linken Arm ab. Ich feuerte erneut auf den Dämonen, zückte dann allerdings Hammer und Schild und machte mich auf den Weg zu ihm. Der Dämon schlug auf Derebron und Iris ein. Sein Schild rettete Derebron wohl das Leben. Iris jedoch wurde zur Seite geschleuderte und stieß sich böse den Kopf. Rethorn vergalt es, indem der dem Dämonen den linken Arm gänzlich abtrennte. Iris feuerte trotz ihrer Kopfwunde immer noch auf das Biest und ich sprang es an und drosch dem Dämon zweimal mit dem Hammer auf das Brustbein, drückte seinen Brustkorb nach innen. Das Biest würge wild, dann flackerte seine Gestalt, zog sich zusammen. Rethorn war es, der uns warnte, in Deckung zu gehen. Der Dämon verschwand in einer Druckwelle, die uns alle davon schleuderte. An seiner Stelle erschien eine goldene Kugel. Eine, die uns als Ausgang diente, nachdem wir Sergei mit Heiltränken versorgten. Er war absolut an seine Grenzen gegangen und die Anstrengungen hätten tödlich für ihn enden können.

Endspiel:

Wir berührten die goldene Kugel und fanden uns erneut in schwereloser Dunkelheit wieder. Dann landeten wir in einem Turmzimmer. Rethorn, der einen kleinen Vorsprung gehabt hatte, hatte bereits den Marktgrafen am Wickel. Nun fielen endlich alle Puzzle-Stücke an den richtigen Platz. Wir waren niemals unter der Burg gewesen. Oder in Katakomben unter der Stadt. Als er uns im Geheimtunnel überraschte, hatte uns der Marktgrad geradewegs in seinen Stab gesaugt. Der Stab hatte den Dämonen enthalten. Und Derebron spürte noch immer dessen Gegenwart, als er den Stab berührte. Rethorn und Sergei behielten den Stab im Auge und versuchten, ihn zu untersuchen. Iris kümmerte sich um Sergei, der noch immer äußerst schwach war. Ich verhörte den Marktgrafen, während Derebron mir beistand, sollte der Marktgraf etwas Dummes versuchen. Mein Gewehr war dabei in meinen Händen, geladen und bereit, zu feuern, sollte von Weißhaupt in seinem Wahn aggressiv werden. Seine Geschichte begann vor langer Zeit, mit einer Frau, Emanuela, die er unendlich liebte, obwohl sie im Arkanen bewandert war, was damals noch mehr gefürchtet wurde als heute. In einer Zeit, als die Geißel wütete und der Kult der Verdammten überall mächtig war passierte es, dass der Marktgraf und seine begabte Geliebte auf einen Kult stießen, mitten in Weißenburg. Ein Dämon, der in unsere Welt dringen wollte. Laut Weißhaupt wollte Emanuela ihn stoppen, doch ein korrumpierter Priester hätte sie gehindert und behauptet, SIE wäre die Beschwörerin. Der Marktgraf war gezwungen, seine Geliebte zu verbrennen. Emanuela war die letzte Hexe, die auf dem Richtplatz starb, vor so langer Zeit. Ihr Tod und die fehlgeschlagene Beschwörung hatten das Echo des Bösen auf dem Richtplatz verursacht. Ihr Geist war es gewesen, der innerhalb des Stabs unser Geleit gewesen war. Sie war den Flammen erlegen, bevor sie den Dämonen komplett binden konnte. Ihr Geist und der Dämon im Stab vereint. Von Weißhaupt rächte sich an dem korrumpierten Priester. Und irgendwann begann er, Frauen zu suchen, in die er Emanuelas Seele binden konnte, während Menschen opferte, in der Hoffnung, der Dämon würde irgendwann weichen und Emanuela freigeben. "Eine Seele im Ausgleich für Hundert nichtswürdige Seelen", beharrte der Marktgraf. Ich fragte nach der entführten Frau, wo sie war. Bekam aber keine brauchbare Antwort. Er hatte sie wohl möglichen Körper in Erwägung gezogen. Und wohl auch Iris. Doch die entführte Frau sah seiner Emanuela wohl zum Verwechseln ähnlich. Er hatte sie scheinbar in Sturmwind gesehen, vor einigen Wochen. Wir wären im in die Quere gekommen. Dann ging alles sehr schnell. Sergei ging es noch immer nicht gut. Die Nähe zum Stab lastete schwer auf ihm. Iris und Rethorn versuchten, ihm zu helfen. Als auch Derebron kurz seine Aufmerksamkeit auf den Stab richtete, richtete der Marktgrad eine Hand auf mich und intonierte einen Zauber. Ich wollte kein Risiko eingehen. Ich schoss. Und verfehlte nicht.

Kurz darauf stürmten der Hauptmann und seine Soldaten das Zimmer. Der junge Hirte hatte uns wohl durch die Wildnis reiten sehen, hatte unsere Pferde vor der Krypte gefunden und auch den Geheimgang entdeckt. Er hatte die Wache alarmiert. Die entführte Frau war gerettet worden. Doch für viele andere, die in den Tiefen der Burg gefangen waren, kam jede Hilfe zu spät. Natürlich war der Hauptmann nicht begeistert, dass ich den Marktgrafen erschossen hatte. Ich erklärte ihm die Geschichte und der Stab war mein Beweis. Da der Marktgraf uns so mühelos mit seinem Zauber in den Stab schicken konnte, wollte ich ihm nicht noch einmal so eine Chance für einen Angriff geben. Wir blieben noch einige Tage, in der Taverne, da wir dem Hauptmann noch für Befragungen zur Verfügung stehen mussten. Der Marktgraf wurde verbrannt und seine Asche im Wind verstreut. Der Stab wurde, auf mein Drängen, durch Mitglieder des Magiersanktums aus Sturmwind und der Mitgliedern der Kirche unschädlich gemacht. Wir alle waren dabei anwesend, denn wir wollten sicher sein, dass diese Gefahr auch wirklich aus der Welt geschafft wurde.

Letzte Worte:

Ich sah während meiner Zeit beim Dämmersturm schon so manchen Schrecken. In Nordend waren das die mächtigen, riesigen Vrykul, untote Trolle und natürlich Sargog. Ich sah die Pestländer und die Schrecken von Stratholme. Ich kämpfte gegen Monstrositäten und wandelnde Leichen, doch der Kampf gegen diesen Dämon und die katakombenhafte "Welt" innerhalb des Stabs stellen alles davon in den Schatten. Ich bin froh, diese Prüfung erfolgreich überstanden zu haben. Und ich bin sehr stolz auf die Taten aller Beteiligten, auf ihren unerschütterlichen Mut, auf ihre Loyalität und ihre Opferbereitschaft.

Ich würde mir für Derebron Darkwood, Iris Theane, Sergei Jagellovsk und Rethorn Lightshadow eine Verleihung des Wahnsinnssiegels wünschen. Alle Beteiligten haben bei dieser Mission großartiges geleistet, ohne Angst oder Zweifel. Sergei Jagellovsk hat beachtliches Können bewiesen, als er gegen den Brand im Hospiz ankämpfte, ein kleiner Sturm aus Eis, inmitten von Feuer. Er war es, der das Rätsel löste, welches Iris' Leben bedrohte. Er erklomm den Knochenberg und holte den grünen Edelstein. Auch im Kampf gegen den Dämonen war er unglaublich tapfer und gab absolut alles. Iris Theane war mit ihren Kenntnissen für Heraldik, mit ihrer unerschütterlichen Ruhe und ihrer Geistesschärfe wie immer eine Hilfe. Sie war es, die im Alleingang den blauen Edelstein an sich brachte und gemeinsam mit Derebron weitere Informationen aus dem Hirten heraus bekam. Derebron Darkwood bewies unglaubliche Geistesschärfe, als er beim Hospizbrand den Marktgrafen erkannte. Er bewies enorme Tapferkeit, als er sich den geisterhaften Schemen stellte, um den roten Edelstein zu bekommen. Auch das Tauchen auf der Suche nach dem grünen Edelstein war enorm tapfer und im Kampf gegen den Dämon befolgte er stets gewissentlich Befehle und beschützte Iris ohne Rücksicht auf eventuelle eigene Verletzungen. Er und sein Schild retteten ihr möglicherweise das Leben, als der Klauenhieb des Monsters beide traf. Rethorn Lightshadow bewies großes Wissen, welches unerlässlich im Kampf gegen den Feind war, bewies großen Mut, als er gemeinsam mit mir in das brennende Hospiz stürmte, um zu retten, was zu retten war. Unermüdlich war er, als er Iris segnete, um sie vor dem Dämon zu beschützen. Unbeirrbar war er im Kampf, als er alles gab, um den Dämon von Iris abzulenken. Als Hand der Gerechtigkeit selbst war er es, der die Hand des Bösen wortwörtlich abtrennte. Ich bin der Meinung, das Wahnsinnssiegel wäre eine passende Belohnung. Auch werde ich die Rottenmeister Everard und Von Wellenheim ansprechen, da ich Sergei Jagellovsk für den Eid vorschlage und Derebron Darkwood eine Beförderung zum Mitläufer verdient.

Dem Sturm entgegen

Freyri Heldenhammer

( anbei, und auch auf dem Aushang, findet man die Entlohnung )

Freyri Heldenhammer 46 Goldstücke, 5 Marken
Iris Theane 25 Goldstücke, 10 Marken
Derebron Darkwood 1 Goldstück, 15 Marken
Rethorn Lightshadow 25 Goldstücke, 10 Marken
Sergei Jagellovsk 3 Goldstücke, 10 Marken

( ganz komischerweise finden Derebron und Sergei anonyme Briefe mit einem Hammer-Symbol in ihrem Postkasten oder Brieffach, in denen je 5 Goldstücke zu finden sind. Seltsam. )


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