Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
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 Betreff des Beitrags: Alexander's Veröffentlichungen
BeitragVerfasst: 8. Feb 2015, 13:09 
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( stellenweise durchaus geklaut und abgewandelt... aber das ist mir egal. Hier finden sich sämtliche kleineren Werke, die Alexander je offiziell irgendwie veröffentlicht hat. Alles größere, mehrteilige kommt aber nicht hier rein )

Totenfeier
Alexander Veidt

Die Seuche des Untodes hatte schon zuvor das Land entvölkert. Nie zuvor hatte eine Krankheit so furchtbar und unbarmherzig in Lordaeron gewütet. Der Tod war ihr Antlitz und ihr Gesang waren die Schmerzensschreie der sich quälenden Kranken. Es begann mit qualvollen Bauchschmerzen, Schwindelanfällen und völliger Erschöpfung, später kam es zum Fieber und das Ende war der Tod. Oder vielmehr der Untod, denn jene, die die Seuche dahin raffte, erhoben sich wieder. Leblos und doch wieder nicht. Die ganze Krankheit, vom ersten Anfall bis zum tödlichen Ausgang, währte nie länger als höchstens drei Tage. Doch war es Prinz Arthas Menethil gelungen, alle Seuchenherde zu vernichten. Brill, Stratholme, Andorhal und alle kleineren Dörfer waren vom Einfluss des Todes gesäubert worden. Lordaeron hatte gefeiert vor Erleichterung, hatte auch gefeiert, als Prinz Arthas schließlich von seiner Reise zum eisigen Kontinent Nordend heimkehrte. Doch dann hatte der Prinz seinen eigenen Vater, König Terenas Menethil ermordet und die die Seuche des Untodes hatte sich erneut ausgebreitet. Der Prinz hatte sich auf die Seite jener finsteren Mächte gestellt, die er auszulöschen geschworen hatte. Erneut wandelten die lebenden Toten durch die Dörfer Lordaerons und wer ihnen nicht zum Opfer fiel, der Seuche nicht anheim fiel, der suchte sein Heil in der Flucht.

Fürst Prospero aber war glücklich, furchtlos und voller Kühnheit. Noch ehe die Seuche des Untodes das kleine Dörfchen Vandermar unterhalb seines Jagdschlosses befiel, erbot er eine Gesellschaft aus dutzenden lebenslustiger Menschen aus dem Dorf und dem Kreise seiner Höflinge sowie zahlreichen Damen des Hofes und andere Freunde aus den Adelshäusern zu sich und zog sich mit ihnen in die Sicherheit und Abgeschiedenheit seines prächtigen Landsitzes zurück, um die Krise auszusitzen. Schon zuvor hatte man die Seuche überstanden und der Fürst war sich sicher, dass auch dieses Mal die Seuchenherde ausgelöscht werden würden und der verräterische Prinz sein verdientes Ende durch die Waffe eines rechtschaffenen Bürgers von Lordaeron finden würde. Und er beschloss, dem Tag des Sieges regelrecht entgegen zu feiern. Sein Anwesen war ein weitläufiges und prachtvolles Gebäude, eine Schöpfung nach des Fürsten eigenem, exzentrischem, aber großartigem Geschmack. Eine starke und hohe Mauer mit schweren, eisernen Toren umgab das Jagdschloss. Als die Gäste des Fürsten eingezogen waren, brachte man Feueressen und Hämmer herbei und schmiedete die Riegel der Tore zu, denn es sollte ebenso sehr das Eindringen der Seuche und der Verzweifelung verhindert werden, wie man verhüten wollte, dass die Kunde von der tollen Lustbarkeit im Innern des Schlosses nach draußen gelangte. Mit Lebensmitteln hatte man sich reichlich eingedeckt. Durch diese Vorsichtsmaßnahme glaubte sich der Fürst vor aller Ansteckungsgefahr vollkommen sicher. Mochte die Welt da draußen für sich selber sorgen. Ein Narr, der sich mit Sorgen und trüben Gedanken quälte! Die Dinge würden schon bald wieder in Ordnung sein, da war sich Fürst Prospero sicher. Derweil würden sie sich hier von der Krise ablenken und indirekt die anstehende Siegesfeier schon im Vorfeld beginnen. Der Fürst bemühte sich, seine Gäste durch Unterhaltungen aller Art zu zerstreuen. Da waren Hofnarren und Puppenspieler, Theaterdarsteller, Tänzer und Musiker, die schönsten Frauen und die besten Weine. Innerhalb dieser Mauern regierten der Frohsinn und die Sicherheit und Sorglosigkeit. Draußen aber triumphierte die Seuche des Untodes.

Gegen Ende der fünften oder sechsten Woche, nachdem die lustige Gesellschaft das Schloss bezogen hatte - die Seuche wütete gerade am fürchterlichsten - lud Fürst Prospero seine Gäste zu einem Maskenfest von ganz ungewöhnlicher Pracht. Dieses Fest war ein Schauspiel von berauschender Sinnlichkeit, abgehalten in den sieben großen Sälen des Jagdschlosses Es waren sieben Säle von wahrhaft fürstlicher Pracht. In den meisten Schlössern mögen solche Räume eine einzige lange Durchsicht gewähren, da man gewöhnlich die Verbindungstüren fast bis an die Wand zurückschieben kann, so dass das Auge die ganze Zimmerflucht mit einem einzigen Blick übersieht. Hier aber war die Anordnung völlig anders getroffen; vermutlich sprach auch daraus die Vorliebe des Fürsten für das Ungewöhnliche. Die Säle waren so unregelmäßig gebaut, dass man von kaum einem Punkt aus mehr als einen einzigen Raum überblicken konnte. Nach zwanzig oder dreißig Schritten gelangte man zu einer scharfen Biegung, an der sich jedes Mal dem Auge ein völlig neuer Anblick darbot. In jedem Zimmer befand sich zur Rechten und Linken in der Mitte jeder Wand ein hohes, schmales, gotisches Fenster, das sich auf einen geschlossenen Säulengang öffnete, der den Windungen der Zimmerflucht folgte. Die Scheiben dieser Fenster waren aus buntem Glas, dessen Farbe mit der Grundfarbe des betreffenden Zimmers harmonierte. Das Zimmer am östlichen Ende des Schlosses war in Blau gehalten, und so waren auch dessen Fensterscheiben tiefblau gefärbt. Der zweite Saal war mit purpurroten Wandbespannungen und Zierraten ausgeschmückt, infolgedessen waren auch die Scheiben purpurrot. Der dritte Saal war, wie die Fenstergläser, ganz in grün gehalten, der vierte war orangegelb, der fünfte weiß und der sechste violett. Der siebente Saal war mit schwarzem Samt ausgeschlagen, der die Decke umdüsterte und in schweren Falten auf den gleichfalls schwarzen Samtteppich, der den Boden bedeckte, niederfiel. Einzig und allein in diesem Zimmer entsprach die Farbe der Fensterscheiben nicht der der übrigen Ausstattung: sie waren rot, rot wie Blut.

In keinem der sieben Säle war unter der Fülle von goldenen Prunkstücken, die überall herumstanden und von der Decke herunterhingen, eine Lampe oder ein Kronleuchter zu entdecken. Keine einzige Lichtquelle war in den sieben Räumen angebracht, kein Lüster, keine Kerze, keine Ampel. Im Säulengang aber, der die ganze Zimmerflucht begleitete, stand vor jedem Fenster ein massiver Dreifuß, in dem ein Kohlenfeuer loderte, das seine Strahlen durch das bunte Glas in das Zimmer warf, ein blendendes Licht ausstrahlte und eine stets wechselnde, phantastische Beleuchtung hervorbrachte. Im schwarzen Saal, der am westlichen Ende des Gebäudes lag, war die Wirkung, die das feurige Licht der blutroten Scheiben auf der schwarzen Wandbespannung erzeugte, so gespenstisch, sie gab den Gesichtern der Eintretenden ein so grässliches Aussehen, dass nur wenige kühn genug waren, ihren Fuß über die Schwelle dieses Raumes zu setzen. An der Westwand dieses Zimmers stand eine riesige Uhr aus Ebenholz, deren Pendel mit dumpfem, schwerem, Schlag hin und her schwang. Und jedes Mal, wenn der Minutenzeiger den Kreis auf dem Zifferblatt vollendet hatte und eine Stunde verronnen war, drang aus der metallenen Brust der Uhr ein lauter, voller, melodiöser Ton von so besonderem Klang, von solcher Eigenart, dass die Musiker, sooft das Uhrwerk eine volle Stunde anzeigte, wie einem inneren Zwang folgend, stets eine Pause machten, um diesem Ton zu lauschen. Und so verstummten denn die Walzer für eine Weile, und ein vorübergehendes Unbehagen erfasste plötzlich die ganze fröhliche Gesellschaft. Die Übermütigsten erbleichten beim Klang der Glockenschläge, während die Älteren und Gefassteren sich mit der Hand über die Stirn strichen, als wären sie von wirren Träumen und tiefem Nachdenken benommen. Kaum aber war der letzte Glockenschlag verhallt, so ging ein sorgloses Lachen durch die Gesellschaft, die Musiker sahen einander an, und es schien fast, als belächelten sie ihre eigene Nervosität; flüsternd gelobten sie sich, beim nächsten Stundenschlag nicht wieder diese Unruhe aufkommen zu lassen. Doch wenn die sechzig Minuten verstrichen waren, jene Dreitausendsechshundert Sekunden, und die Uhr von neuem schlug, da erfüllte dasselbe Zittern und Zagen, dasselbe Unbehagen den ganzen Saal.

Abgesehen davon war es ein überaus fröhliches und prächtiges Fest. Der Fürst besaß einen ausgefallenen Geschmack. Er liebte Farbenpracht und Farbwirkungen und war ein Feind davon, mit Hilfe billiger Requisiten Effekte zu erzielen. Er trug sich stets mit kühnen, kraftvollen Plänen, und seine Gedanken sprühten von einem eigenartig exotischen Geist. Es gab Leute, die ihn für verrückt hielten, seine Anhänger aber wussten, dass das durchaus nicht der Fall war. Tatsächlich aber war es nötig, ihn zu sehen, ihn reden zu hören und sich in seiner Gesellschaft zu bewegen, um sich dessen völlig klar zu werden.
Anlässlich dieses fabelhaften Festes hatte er zum großen Teil selbst angeordnet, wie die sieben Zimmer zu dekorieren seien, und auch die Maskenkostüme verdankten ihren Charakter seinem eigenwilligen, persönlichen Geschmack. Sie waren freilich auch im höchsten Grade wunderlich. Sie bildeten ein Chaos von Farbenpracht und Glitzern, von reichster Phantasie und scharfem Witz, wie man es ganz ähnlich oft in den großen, beliebten Theaterstücken in der Hauptstadt sehen konnte. Da gab es wunderliche Gestalten mit seltsam verrenkten Gliedern in grotesken Kleidern, und man hätte meinen können, das Ganze sei die Ausgeburt eines wahnwitzigen Gehirns. Da war vieles, das wunderbar, üppig, bizarr wirkte, manches aber auch, das Entsetzen weckte, und einige wenige Dinge mochten wohl auch Ekel hervorrufen. Es war, als ob in den sieben Zimmern eine Versammlung wüster Traumfiguren hin und her wogte. Und diese Traumfiguren kamen und gingen und ergriffen Besitz von den Räumen, und die wilde Musik des Orchesters schien der Widerhall ihrer Schritte zu sein. Und mitten hinein in das Treiben erklingt der Schlag der Ebenholzuhr, und plötzlich ist alles still geworden, alles schweigt, und nichts ist mehr zu vernehmen als der Klang der Uhr. Wie in Erstarrung machen die Traumgestalten halt. Aber sobald der Hall der Glockenschläge verstummt ist, die nur einen Augenblick den Raum erfüllt haben, erklingt ein leises, halb unterdrücktes Gelächter, das ihr Verklingen zu begleiten scheint. Und nun setzt die Musik wieder ein, und die Traumgestalten bewegen sich von neuem und wogen durcheinander, streifen noch fröhlicher als bisher an den buntfarbigen Fenstern entlang, durch die das Licht von den Dreifüßern hereinfällt. Nur den letzten Saal, der am westlichen Ende der Zimmerflucht liegt, wagt keine der Masken mehr zu betreten. Die Stunden verrinnen, und ein rötliches Licht ergießt sich durch die Scheiben, die wie von Blut übergossen erglänzen; das tiefe Schwarz der nachdunklen Draperien geht in ein fahles Grau über, und wer den Mut findet, den schwarzen Teppich zu betreten, dem scheint die Ebenholzuhr mit feierlicher Strenge etwas zuzuraunen, das die Ohren derer nicht hören, die sich in den anderen Zimmern ungebundener Lust hingeben. In diesen anderen Räumen herrschte dichtes Gewühl, und es war, als schlüge darin das Herz des Lebens wie im Fieber. Der Trubel schwoll mehr und mehr an, bis zuletzt die Uhr anhob, Mitternacht anzusagen. Da aber setzte abermals, wie wir es schon geschildert haben, die Musik aus, die Bewegung der Tänzer erstarrte, und alle Dinge schienen wie in Ketten geschlagen. Alles war wie früher, wenn die Uhr die volle Stunde anzeigte, nur dass diesmal zwölf Schläge erklungen, und vielleicht war diese größere Zeitspanne schuld daran, dass sich in die Mienen mancher Gäste ein seltsam gedankenvoller Ausdruck stahl. Und vielleicht blieb ihnen deshalb, ehe der Klang des letzten Glockenschlages verhallt war, auch mehr Zeit, mitten im Gewühl eine Maske zu bemerken, die keinem von ihnen bisher aufgefallen war. Und als einer den anderen wispernd auf die Anwesenheit des Rätselhaften aufmerksam gemacht hatte, schwoll ein Flüstern, ein Murmeln an, das Tadel und Befremden ausdrücken sollte und sich bald in Furcht, Grauen und Ekel wandelte.

In einer Gesellschaft phantastischer Gestalten, wie ich sie geschildert habe, konnte natürlich nur eine Erscheinung von ganz gewöhnlichem Aussehen diese ungeheure Wirkung hervorbringen. Tatsächlich war ja jedem weitestgehende Freiheit gegeben worden, sich zu maskieren; aber die Gestalt, von der ich spreche, übertraf alle anderen Kostüme und ging weit darüber hinaus, was in den Absichten des Fürsten lag. Auch in den Herzen der übermütigsten Menschen gibt es Saiten, an die man nicht rühren soll; selbst für einen völlig Verlorenen, dem Tod und Leben nicht mehr bedeuten als ein Spaß, gibt es manches, das er nicht verspottet sehen möchte. Tatsächlich schien die ganze Gesellschaft nur eins zu empfinden: dass in der Kleidung und dem Gehaben des Fremden weder Witz noch origineller Geist lagen. Er war hoch gewachsen und hager und von Kopf bis Fuß in ein Leichengewand gehüllt. Sein Gesicht war durch eine Maske verdeckt, die den Zügen eines Gesichtes in der Totenstarre so genau nachgebildet war, dass auch der schärfste Blick die Täuschung wohl schwerlich durchschaut hätte. Das alles aber wäre vielleicht von den tollen Festgästen hingenommen, wenn auch nicht gebilligt worden, hätte der Vermummte es nicht so weit getrieben, die Seuche des Untodes in all seiner schrecklichen Gänze darstellen zu wollen. Die Leichentücher, in die er gehüllt war, starrten vor Blut, Eiter und schwarzem Schleim und seine mächtige Stirn und sein ganzes Gesicht waren von den entsetzlichen Qualen entstellt.
Als Fürst Prospero diese spukhafte Erscheinung erblickte, die, wie um ihre Rolle noch besser zu spielen, mit langsamen, gravitätischen Bewegungen zwischen den Tanzenden einher stelzte, schauderte er im ersten Moment, sei es aus Entsetzen, sei es aus Ekel. Im nächsten Augenblick aber übergoss sich seine Stirne mit Zornesröte, und er fragte mit rauer Stimme die Höflinge, die ihn umstanden: „Wer wagt es, uns durch diesen lächerlichen Scherz zu beleidigen? Ergreift ihn! Demaskiert ihn, damit wir wissen, wen wir bei Sonnenaufgang auf den Zinnen des Schlosses aufzuknüpfen haben!“

Fürst Prospero stand im östlichen oder blauen Zimmer, als er diese Worte sprach. Man hörte sie in aller Klarheit durch alle sieben Räume dringen, denn der Fürst war ein Mann von imposanter Größe, und auf ein Zeichen seiner Hand war die Musik verstummt. Im blauen Zimmer war es, wo der Fürst inmitten einer Gruppe bleicher Höflinge stand. Als er das Wort ergriffen hatte, schien es zuerst, als wollte sein Gefolge sich dem Eindringling nähern, der unweit des Fürsten stand und nun mit bedächtigem und stolzem Schritt auf den Sprecher zukam. Das namenlose Entsetzen. aber, das die ganze Gesellschaft angesichts der wahnsinnigen Anmaßung des Vermummten gepackt hatte, lähmte die Gäste derart, dass niemand fähig war, Hand an ihn zu legen. So gelang es ihm, ungehindert bis auf eine Entfernung von zwei Ellen an den Fürsten heranzukommen, und während die Gäste, die ein und dasselbe Gefühl beherrschte, sich ausnahmslos an die Wände der Säle drängten, schritt er unaufhaltsam, doch stets in derselben gravitätischen, feierlichen Art, die man vom ersten Augenblick an ihm beobachtet hatte, durch das blaue Zimmer, und von da ins purpurfarbene, in das grüne, in das orangegelbe, in das weiße, und zuletzt in das violette, bevor jemand eine Bewegung hätte machen können, ihn zurückzuhalten. Da aber eilte Fürst Prospero in höchster Wut und voll Scham über seine momentane Feigheit durch die sechs Zimmer, ohne dass irgendwer seiner Gäste, die ein tödlicher Schreck ergriffen hatte, gewagt hätte, ihm zu folgen. Er hatte sein prächtiges Schwert gezogen und hatte sich in rasendem Ungestüm dem Dahinschreitenden schon auf wenige Schritte genähert, als dieser, der eben das Ende des samtbespannten Gemaches erreicht hatte, sich plötzlich seinem Verfolger zuwandte und Aug in Auge mit ihm stehen blieb. Man hörte einen gellenden Schrei. Mit einem dumpfen Poltern fiel das Schwert auf den schwarzen Teppich, auf den unmittelbar darauf der Fürst Prospero tot niedersank. Da erst warf sich eine Schar der Gäste mit dem Mut der Verzweiflung in das schwarze Gemach. Sie ergriffen den Vermummten, dessen hohe Gestalt aufrecht und reglos im Schatten der Ebenholzuhr stand, schrien aber in maßlosem Grauen auf, als sie gewahr wurden, dass die Leichengewänder und die Totenmaske, die sie mit roher Gewalt anfassten, eine körperlose Gestalt umhüllten. Da wussten sie mit einmal, dass der ungebetene Gast niemand anders war als die Seuche selbst. Sie war gekommen wie ein Dieb in der Nacht. Und einer nach dem andern sanken die Gäste in ihren prachtvollen Festgewändern zu Boden und verschieden in der verzweiflungsvollen Stellung, in der sie niedergesunken waren. Das Ticken der Ebenholzuhr aber verstummte, als der letzte Seufzer der Sterbenden verklungen war. Die Flammen der Dreifüße erloschen, und Dunkelheit und Verwesung breiteten sich über dem ganzen Schloss aus, in dem die Seuche des Untodes nun unumstritten herrschte. Und nicht lange darauf wurde die verklungene Musik und das verstummte Gelächter durch das Stöhnen und Zischen der wiedererwachten Untoten ersetzt.

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