Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 20. Sep 2016, 15:36 
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Dzul


Ein Tag ist vergangen, seitdem Alarten ihm die Hyäne als Beileids-Geschenk - zumindest wirkte es so auf den Tierführer - gefangen und überreicht hatte. Dzul wusste nicht, weshalb man das für ihn tat, was man sich vielleicht dadurch von ihm erhoffte, oder ob es schlichtweg eine Tat aus Nächstenliebe war. Schnaufend wanderte ein Mundwinkel in die Höhe als seine Gedanken in jene Richtung abdrifteten; eine Richtung die für ihn vollkommen unverständlich war. Klar kannte er Nächstenliebe, doch war es für ihn ein Tugend, die er nur gegenüber seinen engsten Freunden zeigte und dazu zählte Alarten gewiss nicht, ja er kannte den Schützen praktisch nur vom Sehen her und noch weniger kannte er die kahlköpfige Rekrutin, mit deren Hilfe die Hyäne gefangen genommen wurde. Dzul fuhr sich mit der rechten Pranke durchs Gesicht und wischte die zahlreichen wirren und losen Strähnen über die Stirn hinweg auf den Kopf, sodass das Gesicht für einen Moment lang klar zu erkennen war - ein Moment der nicht sehr lange anhielt, denn widerspenstig suchten die Haare ihren Weg zurück, dort wo sie herkamen. Er starrte die Hyäne an, für die er noch keinen Namen bisher gefunden hatte. Wie nannte man Hyänen? Sollte es bullig klingen, oder eher vorwitzig; sollte es gefährlich klingen und eine verbale Warnung sein? - er wusste es noch nicht. Während er also dort so im eigenen Mahlstrom der Gedanken auf dem Boden in einem Schneidersitz saß und seinen neuen Schützling beobachtete, wurde er von genau eben jenem aufmerksam fixiert. Über Nacht hatte Dzul ein kleines Gehege für ihn gebaut, indem er bei einem örtlichen Schreiner ein paar Pfähle erstanden und sie in einem Kreis von etwa 10 Metern Durchmesser in den Boden gerammt hatte. Damit das Ganze auch Sinn ergab, umwickelte er alles mit einem Drahtzaun, der die Hyäne als physische Barriere gefangen halten sollte. Das Tier regte sich nicht sonderlich, vielmehr lag es auf dem Bauch und starrte zurück, als würde man ein unausgesprochenes Blickduell verfechten, dessen Gewinner am Ende die Befehle und Kommandos erteilen dürfte. Dann und wann huschten die Augen der Hyäne hin und her, rauf und runter, um das neue Herrchen zu betrachten und einzuschätzen, doch Dzuls Blick lag reglos und starr auf den Augen des Tiers. Stunden vergingen so und nur wenige Passanten konnten es unterlassen neugierig und vor allem irritiert zu dem Dämmerstürmler zu starren, doch letztendlich traute sich niemand das Wort zu erheben. Als die Hyäne schließlich entspannt nach jenen Stunden auf dem Boden eingeschlafen war, erhob Dzul sich langsam – darum bemüht keinen sonderlichen Krach zu machen – und verließ das Gehege, jedoch nicht ohne dass es unbemerkt blieb. Direkt war der Aasfresser auf den Beinen und starrte Dzul an. Ein Beobachter des ganzen könnte vermuten dass es ein vorwurfsvoller Blick war, denn das Rudeltier wollte wohl trotz allem nicht allein sein, dennoch gab es sich damit zufrieden als Dzul ihm einen weiteren Eimer voller Fleischreste hin warf bevor er sich verzog.

Dank Alarten hatte er für den Rest des Feldzugs abseits der sonstigen Tätigkeiten im Sturm, eine neue Aufgabe. Sicher war jedoch, dass die Hyäne kein Skorg war, denn diesen Hund konnte niemand für Dzul ersetzen und die –mit dessen Tod entstandene - Lücke im Herzen des Mannes ausfüllen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 21. Sep 2016, 17:04 
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Es waren einige schwierige Wochen für ihn gewesen. Die Verletzungen, die er am Kaderwulstpass davon getragen hatte, hatten ihm länger zu schaffen gemacht, als geplant. Schon am Strand des Schlingendorntals hatte er sich beim Übergriff der Venture Company zurück halten müssen, hatte die angefallenen Aufgaben verteilt und hatte sich im Hintergrund gehalten, selbst, als der Angriff der gierigen, kleinen Goblin-Bastarde begann. Und auf der Überfahrt nach Kalimdor war es nicht anders gewesen. Alexander Veidt hatte sich nur selten gezeigt, hatte nur wenig Gesellschaft gesucht und sich maßgeblich seiner Genesung gewidmet. Die Faust eines Urtums hatte seinen rechten Arm kompliziert gebrochen und es war Viktorie's Können zu verdanken, dass er nicht dauerhaft beeinträchtigt wurde und vollends wieder genesen konnte. Sein Arm war wieder gänzlich belastbar und er konnte die gesegnete Klinge Vermillion endlich wieder schwingen, als sei sie eine Erweiterung seines Arms - so, wie es sich gehörte. Die Narben der überstandenen Gefechte würde er als mit sich tragen, voller Stolz, als glichen sie Orden. Denn zeugten sie nicht auch davon, dass er all den Mist überstanden hatte, den das Leben ihm entgegen warf? Alexander Veidt war nicht zerbrochen, an der Last von Herausforderungen, Kämpfen und Verlusten und er hatte auch nicht vor, damit anzufangen. Bisher hatte er sich als Rottenmeister nicht schlecht geschlagen. Nun war es an der Zeit, seinen Beitrag zu leisten, damit sie ihren Kalimdorbesuch heile überstanden. Kalimdor... Nie war er so weit von Lordaeron entfernt gewesen. Nie hatte es ihn über das große Meer verschlagen. Damals, als Ian und er noch Söldner in Beutebucht waren, hatten zwar lukrative Aufträge gewunken, doch sie hatten sich entschieden, ihr Glück lieber in der Region Sturmwind zu versuchen. Nun war er doch noch über das Meer gefahren. Und die Reise war noch lange nicht zuende, noch lange nicht überstanden. Doch seine Gedanken wanderten auch zurück, nach Sturmwind. Stand die Stadt noch? Wie stand der Krieg gegen die Brennende Legion? Wie ging es den Mädchen? Es war nicht gut, dass seine Jüngste zu dieser Zeit ihre Paladinlehre begonnen hatte. Nun war sie mit ihrer Mutter unterwegs, und obwohl es - abgesehen von Ian - niemand besseres gab, dem Kind das Kämpfen zu lehren, hatte Alexander Angst, seine Kinder niemals wieder zu sehen. Doch er würde diese Angst nutzen. Umwandeln. In den guten, alten Zorn, der immer funktioniert hatte. Er würde die Wüste überleben. Vielleicht mit ein paar weiteren Narben, weiteren Geschichten, für seine Romane. Doch jetzt, hier und heute kam es nur auf eines an... Langsam setzte er seinen Helm auf, öffnete die Tür seines Zimmers in der Gaststätte und trat mit klirrenden Schritten durch den Schankraum und in die glühende Hitze von Gadgetzan. Endlich wieder gesund. Endlich wieder da!


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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 22. Sep 2016, 13:05 
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Die Kälte kriecht in meine Gliedmaßen, wie ein Parasit, der mich von innen heraus zerlegen wollte. Ich fühle das Pochen unter meinen Fingern, fühle wie lebendig mein Körper doch noch ist. Es läuft zwischen ihnen hindurch, aber durch die Blondine hat es sich deutlich verlangsamt. Gierig nimmt der weiße Sand es in sich auf.
Die Idee hatte sich nicht verkehrt angehört, ein wenig jagen, statt tatenlos in Gadgetzan zu sitzen. Der Sand wurde unter unseren Füßen verdrängt, während wir loszogen und kurz darauf hatten wir die kleine Banditengruppe gefunden. Anfangs sah es gut für uns aus, dennoch konnte ich nur einen Schuss abfeuern - der sogleich den Tod mit sich brachte - ehe das dumme Ding in meiner Schussbahn stand. Ich haderte mit mir dennoch zu schießen, wäre nicht traurig drum gewesen. Aber ich lud bloß nach und wartete.
Mein Blick schwankt, die Augenlider werden schwer. Ich kann den Bewegungen der Kämpfenden kaum noch folgen. Immer wieder zittern meine Pupillen und die ganze Welt tanzt vor meinen Augen. Verliere ich zu viel oder ist es die Wüste, die so rasant abkühlt?
Die zweite Truppe der Feinde kam sogleich, warf mit Messern nach uns und ich zielte. Ich habe gelernt nicht abzubrechen, habe gelernt mich zu konzentrieren und nicht zu zucken, den Lauf nicht zu verziehen und die meist einkalkulierte, reflexartige Bewegung zu unterbinden. Auch, als die ersten zwei Messer gefährlich nahe neben meiner Waffe einschlugen. Metallisches Klirren leitete den reißend, brennenden Schmerz an meinem Hals ein. Meine Hand zuckte an die Stelle und ich begriff, dass es ernst war.
Mein Kopf kippt immer wieder nach vorne und ich ziehe ihn ruckartig wieder in die Höhe. Alles vor meinen Augen wird immer dunkler, es beginnt zu schwirren und die surrenden Waffen kommen nur noch wie durch Watte an mein Gehör heran.
Die Blonde hatte mir einen Heiltrank in den Mund gekippt, dieser schloss die tiefsten Wunden und ließ den Schmerz ein wenig abklingen. Dennoch konnte ich nicht weitermachen. Das Dummchen nahm meine Waffe und versuchte zu schießen - allerdings ohne Erfolg. Sollte mein neues Gewehr nun auch schrott sein werde ich sie in der Wüste aussetzen. Die drei Idioten kämpften weiter, bis auch der Kerl von uns durch einen Schlag an seinen Kopf fiel. Das war so nicht geplant. Die Angreifer fühlten sich ihres Sieges sicher.
Der Kerl fällt und mit ihm lasse ich meine Augenlider sinken. Von drei Möchtegernbanditen getötet. Wie erbärmlich! Und doch. Da ist die Ruhe, die Stille der Stimmen in meinem Kopf, das Schweigen der Erinnerungen. Ich habe mich so sehr danach gesehnt und nun ist es endlich gekommen. Nicht durch seine Hand wie ich gedacht habe, aber das tut in diesem Moment nichts zur Sache. Ich fühle, wie sich meine Mundwinkel zu einem zufriedenen Lächeln formen. Die Welt um mich herum erlischt.

_________________
"I can. I will.
Believe that.
"
-Roman Reigns


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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 26. Sep 2016, 20:41 
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Lynn
Es passte ihr gar nicht, hier zu rasten. Zu rosten. Förmlich in der Wüste zu zergehen um selbst ein Teil dieser Belanglosigkeit zu werden. Vorerst war diese Stadt Liebe auf den ersten Blick für sie; lachende, tüchtige Geschäftsleute, gut bezahlte Dirnen und blutige Auseinandersetzungen auf täglicher Basis. Doch nach mehreren Tagen musste sie einsehen, dass auch diese Leute hier ein Muster hatten, nachdem sie lebten. Ein ewiger Kreis, den sie dort in den Sand stapften. Es machte sie kirr im Kopf, diese ewige Tretmühle.
Mit einem stetig zuckenden Bein und auf den Oberschenkel trommelnden Fingern lehnte sie an der Wand vor ihrer Unterkunft und sah sich hektisch um. Das war nichts für sie. Herumsitzen. Nichts tun. Untätig sein. Es zermürbte sie und ihren Geist gleich mit. Menschen liefen in die Otze und kamen als Tagelöhner heraus. Mitläufer, Söldner und Rottenmeister stolzierten ein und aus, während sie Tag und Nacht hier herum lungerte. Aufträge für Mitläufer. Aufträge für Rotten. Keine Aufträge wie sie. Sie spuckte in den Sand und wischte sich abwesend mit der vernarbten Pranke über ihr entstelltes Gesicht. Das stetige Rauschen in ihrem Kopf wurde lauter und bevor sie sich versah, war sie wieder auf dem Weg zu einer der entferntesten Spelunken in Gadgetzan, um sich zu betrinken. Nahezu ihr ganzes, hartverdientes Geld des letzten Jahres ging hier für exotischen Alkohol drauf. Es ging hier nicht um den Geschmack; nur um den Segen der Taubheit und das wärmende Gefühl.
Abends trieb sie sich in diversen, zwielichtigen Schuppen herum, die Glücksspiel betrieben und wanderte ruhelos durch die leeren Straßen. Mittlerweile war es auch keine Seltenheit, dass sie in eine der dunklen Seitengasse hinein stolperte und mit der Dunkelheit dort verschmolz, um an Rauschgift zu kommen. Die Händler waren freundlich, das Zeug teuer – aber die Wirkung effektiv. Während sie um einige Silberstücke leichter aus dem Gässchen heraustrat dachte sie an den Wappenrock, den sie unordentlich gefaltet auf ihrem Bett hinterlassen hatte. Sie würde sich nie mit der Heraldik des Sturms solche zwielichtigen Aktionen gefallen lassen. Neben dem Alkohol und dem Rauschgift kam sie auch an lokale Bekanntschaften die sich hier auskennen und die ein oder andere, nützliche Information. Vielleicht war das aber auch nur eine Ausrede, um an das zu kommen, was sie gerade brauchte.
An Schlaf war nach dem Zeug ohnehin kaum noch zu denken, also bemühte sie sich, ihre Routine für das körperliche Training wenigstens aufrecht zu erhalten. Kurz vor Sonnenaufgang umrundete sie die Stadt in ermüdendem Tempo, morgens war sie mit geweiteten Pupillen, geröteten Augen, tiefen Schatten darunter und spröden Lippen am Trainingsplatz zu sehen, wo sie den ein oder anderen Pfeil in den Sand setzt. Ab und an zerzauste sie sich das Haar und spätestens wenn die Sehne mal wieder gerissen war lehnte sie sich an die nächstbeste Kiste, um in einen nicht gerade erholsamen Schlaf zu verfallen.
„Alles, außer aufgeben. Alles.“, hörte sie eine vertraute Stimme flüstern, während sich ihre Lider im Halbschlaf unruhig bewegten.


Aylen
Es war das erste Mal, dass Aylen auch nur ansatzweise zu einer Meditation fähig gewesen ist. Stumm formten die Lippen die Worte des Zaubers, die Walter ihr beigebracht hatte. Auf eine morbide Art und Weise waren die Worte, die sie gerade vorhin noch zum Zittern gebracht hatten, nun ein willkommener Ruhepol, der ihr im inneren Gleichgewicht verschaffte.
So war es auch das erste Mal seit Tagen, dass die Unsicherheit wich und Platz für Willenskraft und Entschlossenheit machte. Sie würde es schaffen. Sie würde den Zauber anwenden, dem Feind einen ordentlichen Dämpfer verpassen und somit die Rotte tatkräftig unterstützen. Jedenfalls war das der Plan. Sie war bereit. Wirklich. Nur die Blinzelrute war es scheinbar nicht.
Und so blieb sie als letzte vor den Ruinen zurück, während die Anderen schon gegen das vermutete Biest um ihr Leben kämpften. Schnelligkeit war noch nie ihr Ding – deswegen war ihr schon nach wenigen Momenten des verzweifelten Laufens klar, dass sie zu spät kommen würde. Zu spät. Was würde das hier bedeuten? Hatte die Rotte schon das gleiche Schicksal erlitten wie so viele Reisende zuvor? Sie biss sich ihre Unterlippe blutig und legte einen Gang zu. Es kam ihr so vor, als würde sich die Ruine mit jedem Schritt weiter entfernen; vielleicht war es aber auch der Sand, der sie festhielt.
Als sie ankam war alles anders, als gedacht; der Feind war geschlagen. Die Rotte erschöpft, aber wohlauf. Eine Welle der Erleichterung riss Aylen mit, als sie sich zu den Anderen gesellte. Gleichzeitig jedoch breitete sich in ihr Enttäuschung aus. Sie hatte es nicht geschafft. Konnte den Anforderungen nicht gerecht werden, auch wenn sie es versucht hatte.
Den Staub aus den Augen blinzelnd und reibend half sie bei den anstehenden Aufgaben und rollte schließlich ihre Schlafmatte aus, um etwas Ruhe zu finden. Auch, wenn sie nicht aufgeregt war. Es fühlte sich eher nach einem großen Loch an, dass sich in sie gefressen hatte. Eigentlich war es kein großartiger Rückschlag, wenn man die Gesamtsituation betrachtete. Doch es reichte der Magierin, um ihr Zweifel für den Rest der Woche zu geben. Ihre Gedanken schweiften zu ihren Eltern, die sie seit dem verlassen von Dalaran nicht mehr gesehen hatte. Nicht, dass sie scharf darauf wären. Die traurigen Augen ihrer Mutter und die bellenden Worte ihres Vaters hatten ihr alles gesagt. Eine Schande war sie – eine Schande für sich, ihre Familie und alle Magier, die sich ernst nahmen.
Seufzend zog sie die Kapuze tiefer ins Gesicht. Es brachte nichts, sich den Kopf darüber zu zerbrechen, ermahnte sie sich ruhig. Es galt, einen kühlen Kopf zu bewahren. Sie würde noch oft genug Möglichkeiten erhalten, sich und ihre Fähigkeiten zu beweisen. Die Arme hinter dem Kopf verschränkt starrte sie noch ein wenig in das schwarz ihrer Kapuze, bevor sie in einen traumlosen Schlaf sank.


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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 27. Sep 2016, 09:57 
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Sirius


Sirius Ressley, saß rauchend - was auch sonst - in einer der hiesigen Spelunken Gadgetzans und ließ den desinteressierten Blick aus dem Schatten des Eckchens, welches er sich ausgesucht hatte, über die Gesichter und Gestalten wandern, die sauften, Huren begrabschten, Schlägereien anzettelten oder einfach nur dem Glücksspiel fröhnten. Dinge an denen er sonst meist teilnahm, doch heute war ihm irgendwie nicht danach. Seit er sich beim Dämmersturm eingetragen hatte, verging ihm zunehmend die Lust an derlei Geplänkel, besonders seit er festgestellt hat, dass eine gewisse Halbelfe ebenfalls längst in Tanaris war. War das Biest ihm gefolgt? Hatte sie ihm seit Monaten nachgestellt? Oder war alles nur ein skurriler Zufall, dass man sich nun, während die ganze Welt dank der Legion kopf stand, in einem Kontinent, weit von der Heimat entfernt, wieder traf und als Teil ein Söldnertruppe versuchte dem ganzen den Rücken zu kehren? - Wer weiß das schon genau. Er glaubte nicht an Zufälle. Schnaubend erstickte er den Glimmstängel - von dem nur noch ein Stümmel übrig war - auf dem dreckigen Holztisch, der von zahlreichen Fluiden und anderweitigen Flecken überzogen war, die wohl nicht alle Getränken zu verdanken waren, und stand auf, um sich wieder in die erdrückende Sonne zu begeben und frische Luft zu schnappen.


Thargrim


Seit der Arena war er dezent angepisst. Wer konnte es ihm verübeln? Vier Runden gab es, von denen er in dreien hervorragend gekämpft hatte, doch reichte es offenkundig nicht für die letzte Runde als ihn ein anderer Zwerg aus den Latschen gekloppt hatte. Er - ein Schmied, ein ehemaliger Krieger Eisenschmiedes, ein Panzerzwerg; Er brach durch die Hände eines Volksgenossen zusammen, während diese Stelze von Bernd, es tatsächlich schaffte auf den Beinen zu bleiben und sich gegen die verbliebenen Zwergenkrieger durchzusetzen. Wütend schnaubte Thargrim und gewährte sich einen tiefen Zug an der Zigarre, die wiedermal im rechten Mundwinkel klemmte, als mit lautem Schallen der Stahl zwischen Grollhammer und Amboss um erbarmen flehte: KLÄNG-KLÄNG-KLÄNG-klängkläng-KLÄNG-KLÄNG-KLÄNG-klängkläng... seit Tagen verbrachte er beinahe jedes bisschen freie Zeit in der provisorischen Schmiede, die er neben dem Lagerhaus des Dämmersturms in Gadgetzan arrangiert hatte. Es war ein kleiner Ofen, ein kleiner Amboss, ein paar Schleifbänder, doch genügte es um als Werkstatt für den Söldnerbund zu dienen. Hier konnte man jederzeit hinkommen um seine Rüstung reparieren, Waffen zu schärfen, oder gar neue schmieden zu lassen und der Zwerg war gut darin. Er war in seinem Element, wenn er mit bloßen Händen den erhitzten Stahl in Form bringen konnte. Aber nicht nur der Dämmersturm kann das Angebot des Zwergen in Anspruch nehmen, nein auch diverse Händler und Bewohner der Stadt, kommen immer wieder an der Schmiede vorbei und beauftragen den Zwergen für kleinere Schmiedearbeiten, womit Thargrim letztendlich auch dazu beitragen kann, die Schatzkammer des Sturms langsam aber sicher Tröpfchenweise zu füllen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 29. Sep 2016, 20:31 
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Goldschild hatte Recht. Alexander war wütend auf sich selbst. Er war bei klarem Verstand, als er seinen Namen unter die unzähligen der Anderen setze; er war bei klarem Verstand als er sein Leben und die seiner Rottenmitglieder gefährdete. Und doch löste jeder Schritt der die Entfernung zu ihm und dem Ungetüm verkürzte, eine tiefe Befriedigung aus. Alexander war süchtig. Süchtig nach Blut und Mord, nach Schweiß und Risiko.

Der Wind peitschte über die Dünen und unterbrach seinen Gedankengang. Er zog die Beine näher zum Leib und schlang die Arme darum. Ihm war kalt. Er hatte Hunger und Durst. Der Kampf forderte seinen Tribut. Doch er zwang sich, nichts zu sich zu nehmen um sich für sein Vergehen zu strafen. Aber reichte das aus? Was war nötig, um die inneren Triebe zum Wohle der Anderen zu ignorieren? Die Hand fuhr geistesabwesend zum Messer, das an seinem Gürtel ruhte. Selbstreflexion begegnete er immer mit einer unverhohlenen Abneigung. Er konnte sich noch nie in Kritik üben. Den Gedanken vertiefend, betrachtete er seine linke Hand. Er verachtete sich für die fehlende Kontrolle. Er benahm sich wie ein wildes Tier, wenn er kämpfte. Das gezogene Messer blitzte neben ihm auf und riss ihn wieder aus den Gedanken. Brummend fuhr er mit einem Finger über die Klinge während Torfstichs Worte ungewollt durch seinen Kopf hallten.

"Das wird in einer Akte vermerkt..." - Die Worte schnürrten ihm die Luft ab. Obwohl er noch nicht lange dabei war, trafen ihn die Beleidigungen des Rottenmeisters härter, als er es zunächst glauben wollte.
"...die Auszeichnungen kannst du vergessen." - Scheiße, warum war ihm das Metall an der Heraldik oder das Lob der Ranghöheren so wichtig? Er wollte keinen Deut drauf geben, doch der Gedanke daran, mit diesem halsbrecherischen Ansturm seine Aussicht auf den Eid weggeworfen zu haben ...

Alexander García erhob sich - steckte das Messer wieder weg. Selbstverstümmelung ist keine Option, er müsse anders damit klar kommen. Er entfernte sich vom Lager. Nun zitterte er nicht mehr. Im Gegenteil: Er genoss die Kälte, sie machte klaren Kopf ebenso wie die Bewegung. Die Müdigkeit, der Hunger, der Durst - all das verflog mit den wenigen Schritten die er tätigte. Er wird seiner Rotte gegenüber Rechenschaft ablegen. Es wird ihm noch schwerer fallen, als der stundenlange Marsch durch diese verdammte Wüste. Aber er war es den anderen schuldig. Insgeheim hoffte er, dass die Selbstreflexion ein Zeichen von Stärke ist. Doch er fühlte sich wie ein Weibsbild, dass Vergangenem nachtrauerte. Dem nächsten Banditen wird er ordentlich die Fresse polieren, um dies zu kompensieren.


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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 4. Okt 2016, 13:57 
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Das Leben ist ein fürchterlich miserables Theater


"Egal wie oft man auf der Bühne das Sterben geprobt hat, wenn der wirkliche Tod kommt, ist man meist unvorbereitet, und auch der Beifall bleibt aus."
- koladische Weisheiten zum Sonntag



»Dieser Hammer...«
Sie sah ihn tunnelblickartig noch immer vor sich. Groß, wuchtig und geführt von einem popeligen Bandit mit unheimlich schlechter Laune. Schlechte Laune bereiten war eine ihrer Spezialitäten, während der Tod meist ganz beiläufig verschenkt wurde - Vorzugsweise aus dem Schatten heraus. Unerwartet, präszise und mit zehnfacher Portion Herzblut. Selbstverständlich mit ganz viel Liebe zum Detail, alles andere war inakzeptabel, denn Mord war Kunst!

»Aber dieser Hammer...«
Es war so perfekt - FAST! Er, der Gesuchte, erlag ihrem Dolch ehrfürchtig, welcher sich aus dem Schatten heraus in seinen Nacken fraß und ihn eines raschen Todes beglückte. Der Triumph über ihre Beute währte nicht lang, als Täubchen Lisbeth das fliegen lernte, und auch Schnetzelmeister Fischer durch die schiere Überzahl in den Sand der Wüste gepfeffert wurde. Triumph wandelte sich um in blanke Wut, welche sie im Rausch der Rache ins Verderben preschen ließ. Sie wusste das sie unterliegen würde, denn den Titel des Schnetzelmeisters konnte sie Fischer nicht streitig machen. Sie war eine Duellantin und intrigante Strickezieherin, nicht immer ganz ehrenhaft, aber alles was über drei Gegner zur gleichen Zeit hinausging im offenen Kampf, forderte auch bei der gestandenen Frau einen blutigen Tribut.

»Dieser verdammte Hammer, und dieser dreckige Taugenichts der ihn schwingte...«
Knirschend, knackend und brechend traf er im Getümmel gegen ihren Unterkiefer und ließ sie spüren, wie lebendig sie tatsächlich noch war nach gut fünzig Jahren. Es war nicht der liebliche Schmerz der ihre Nervenbahnen angenehm kribbelnd durchzuckte. Nicht der Schmerz an den sie sich all die Jahre gewöhnte, und mit einem spöttelnden Lächeln ertrug gegenüber ihrer Peiniger. Dieser Schmerz war einfach nicht von dieser Welt, raubte die Sinne und beförderte sie mit sofortiger Wirkung zu ihren Kameraden in den Sand. Dunkelrot nährte den hellen Grund unter ihrem Leib, in welchen man beherzt hinein stach mit Dolch und Säbel. Die Nacht war kalt, und doch empfing sie wohlige Wärme, als das verschwommene Bild sich vor ihren Augen schwärzte. Es krächzte in ihrem dröhnenden Schädel.

»Erbärmlich! Erbärmlich! Erbärmlich!«
»SCHWEIG!«
»Hast du es dir so vorgestellt? War dies das glorreiche Stück für den letzten Akt? Wirklich?!«
»Oh Himmel...halt den Rand, bevor ich dich als Zutat verwende für eine deftige Suppe.«
»BAHAHAHA!«

Die Augenlider flackerten mäßig auf. Das Bild war nach wie vor verzerrt und mindestens genauso abstrakt wie das Wrack ihrer Mentalität. Es rauschte in ihren Ohren, nur vage vernahm sie Stimmen, verstand aber nichts davon und wusste nicht einmal ansatzweise wo sie war. Aber der Schemen über ihr, den konnte sie grob erkennen. Schmierig wie kein Anderer - Sirius Ressley.

»Oh nein...WAS will er jetzt wieder? Aus dem Weg Ressley, ich gehe ins Licht!«
»Kehehe...Niedlich, nicht wahr? Er mag dich!«
»SCHWEIG! Das ist ja abartig!«

Das waren sicher nur die Nebenwirkungen des Hammers. Sie war sich sicher, dass sie irgendwo in der Wüste lag und ihr toter Leib beim nächsten Sonnenaufgang in der Mittagshitze gebrutzelt werden würde. Warum zum Nether sollte ein Ressley sie betrauern? Allerhöchstens ihren Prachtarsch, mehr auch nicht!

»So schnell wollen sie dich scheinbar nicht zu deinem Sohn lassen. Oh wie traurig!«
»Was...? SCHWEIG du dusseliges Vieh! Das war´s, eindeutig!«
»Nein, nein, Liebes...Es ist so wie immer...HAHA! Köstlich! Köstlich!«
»Nein...NEIN!«

DOCH!
Als sie die Augen aufriss und die Pupillen hektisch pendelten, fand sie sich in ihrer Hängematte wieder in der salzigen Otze. Irritiert ließ sie den Blick schweifen. Keinerlei Schmerzen durchzuckten ihren Leib, und ihr Kiefer schien auch vollkommen in Ordnung zu sein. Ein Traum? Sie hatte niemals die salzige Otze verlassen für einen Auftrag? Ein Tagelöhner schien das Erwachen der Verwirrten vernommen zu haben.

»Glück gehabt! Das Licht war gnädig mit dir!«

Der Halbelfe klappte langsam die Kinnlade runter, als sie mittlerweile einigermaßen aufrecht saß und dem Tagelöhner fassungslos entgegen stierte. Sie fühlte sich noch etwas schummerig, aber um Eins und Eins zusammen zu addieren reichte es vollkommen aus. Ein verdammter Lichtwirker heilte sie. Wie viel Pech muss man eigentlich haben?!

»Mach den Mund zu, es zieht, Weib!«
»VERZEIHUNG! Ich kann mein unfassbares Glück überhaupt nicht in Worte fassen! Gelobt sei das Licht, denn nun kann ich weiterhin diesem wundervollen Leben fröhnen! Als aller, aller Erstes werde ich nun an die frische Luft gehen, und ein paar Möwen mit Muscheln vom Himmel holen, nur um meine Genesung gebührend zu feiern!«

Stutzig sah man dem Halbblut hinterher, welche da förmlich aus der salzigen Otze hinausstürmte, als würde sie gleich der grenzenlosen Rage anheimfallen. Wie viele Möwen an diesem Tag ihren Tod fanden? - Bestimmt reichlich, um davon satt zu werden!


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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 5. Okt 2016, 20:57 
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Die Angst sitzt mir in den Gliedern, stärker als je zuvor, als ich von Walter aus losrenne um Alexander Garcia zu helfen. Er kniet vor dem Blutelf und dampft vor sich hin, das Flammenschild hatte ganze Arbeit geleistet. Aber noch bevor ich ankomme bricht seine Kraft - nicht sein Wille! - und er fällt seitlich zu Boden. Der Hexenmeister lacht und wirft weitere Fluten aus Flammen um mich aufzuhalten. Im Zick-Zack komme ich nicht schnell vorwärts und Walters Schild bricht unter der enormen Hitze, es kann mich nicht ewig schützen. Die Flammen züngeln über meine Hüfte, über meine Beine und jagen einen stechenden Schmerz in mein Hirn. Und erst als ich auf dem Boden ankomme sehe ich das Ausmaß der Zerstörung an Garcia. Er ist voller schwarzer Ruß, als hätte er soeben in einer Kohlemiene gearbeitet. Ich höre wie die blutrünstigen, berserkerhaften Kreaturen mit den leuchtend roten Augen nähersprinten und dennoch starre ich fassungslos zu Alexander. Das durfte einfach nicht wahr sein. So sollte es nicht enden. Die Stimme des Kultisten reißt mich aus den Gedanken. "Und jetzt zu dir!" Ich sehe hoch und erkenne, wie er sich zu einigen grünleuchtenden Schlägen bereit macht. Ich rolle mich weg und bin zu langsam für den letzten Schlag - dann lässt sein Hieb blau-violette Atmosphäre um mich herum aufleuchten - Walter. Mal wieder. Es gibt mir die Chance aufzustehen und ich schlage mit meinen Handkrallen zu, versuche die scharfen Klingen in Richtung seines Kopfes zu platzieren und treffe dort sogar. Seine Wange reißt auf, schwarzrotes Blut verlässt seinen Körper und gammelnde Zähne sehen das Licht der Welt. Der Würgereiz meinerseits wird vom Adrenalinspiegel unterdrückt. Mir schlägt wehrhaftes Feuer entgegen und wieder ist es des Rottenmeisters Schild, welches mich vor boshaften Verbrennungen beschützt. Dann geht alles schneller als ich gucken kann. Er weitet die Arme und seine Hände verwandeln sich in große, klumpige Vorschlaghammer-Fäuste, die auf beiden Seiten auf mich zurasen. Ich schaffe es nicht auszuweichen und die Schilde von Torfstich und Goldschild zerspringen noch vor meinen Augen in tausend Pigmente - dann fährt brachialer Schmerz durch mich hindurch, ich höre mich gequält und schrill aufschreien, ehe ich nutzlos auf den Boden falle. Die Berührung lässt unsagbare Wut durch meine Adern rasen und jeder Atemzug ist eine Tortur. Es scheint beinahe so, als wäre die Welt in einen transparenten roten Schleier gehüllt, bald schmeckt meine Zunge nach Eisen. Auch Schlucken entfacht tausendfaches Feuer in meinem Torso. Der Hexenmeister lächt hämisch und wendet sich ab, er übergibt mich meinem Schicksal und weiht mich dem Tode. Ich versuche den Hass unter Kontrolle zu bringen und irgendwann fällt mein Kopf zur Seite, ich sehe Walter. Und Viktorie. Er steht dort gebeugt, angestrengt, entkräftet und sie redet auf ihn ein. Warm läuft Flüssigkeit aus meinem Mundwinkel, verliert sich in schwarzem Maskenstoff und tränkt den Sand der Wüste Tanaris'. Walter hebt seine Hand, er wirkt einen Zauber. Ich weiß nicht welchen, ich will bloß hier weg. Dann nickt er der Priesterin zu und die beiden ziehen Blinzelruten. Sie.. lassen uns allein. Sie schreiben uns ab. Ich schließe meine Augen und spüre wie die Tränen in mir aufsteigen. Tränen der Verzweiflung, der Furcht und der Wut.
Warum? Warum hat er nicht auf mich gehört?! Warum lief es schief? Tausendfach wiederholen sich die Fragen und mein Zorn nimmt mir beinahe die Luft zum Atmen. Einer der Berserker packt mich am Bein und zieht mich in eines der Zelte. Aylen und Alex sind auch hier. Sie sehen furchtbar aus. Ob ich auch so aussehe? Bestimmt, er wollte mich sicher unter seinem Schlag zerplatzen lassen. Dabei fühlt sich der Hass, diese furchtbare Wut viel schlimmer an. Es fühlt sich an, als würde diese mich zerreißen. Verfluchter Torfstich! Warum hat er nicht auf mich gehört?! Warum müssen wir nun hier liegen?! Muss es wirklich so enden?! Warum holen sie uns nicht?! Nein, nein, nein! Die Tränen laufen über meine Wangen. Ich will so nicht sterben. Oh Licht, bitte steh' uns bei. Ich gebe auch weinend keinen Ton von mir. Ich warte. Und hoffe. Hoffe, dass uns irgendwer aus dieser Hölle holt. Aus dem Schicksal befreit als Opfer zu dienen. Habe ich so lange gekämpft nur um nun hier zu liegen? Was habe ich getan um das zu verdienen? Es kann einfach nicht das Ende sein.. Es darf nicht..


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-Roman Reigns
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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 7. Okt 2016, 07:26 
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Unrecht ist der Welten Lohn


»Manche Tage laufen schlecht, andere schlechter. Dummerweise scheinen einem die schlechteren auch die längsten zu sein.«

- koladische Weisheiten zum Sonntag


Meditation - Der Weg zu sich selbst.
Entspannung pur und Balsam für die geschundene Seele, so sagt man. Hätte sie je in ihrem Leben ein Buch mit solch einer Thematik verfasst, nur um es anschließend teuer zu verhökern, jedem einzelnen Käufer hätte sie gackernd ins Gesicht gespuckt. Trotz ihrer pessimistischen Ader hatte das Ganze aber doch einen gewissen Nutzen: Die Meditation steuerte gegen das verlockende Netherwispern, und war sozusagen das Pflichtprogramm eines jeden Spruchwirkers, wenn er nicht als Marionette der Legion verenden wollte.Vorher würde sie sich eher eigenhändig das Leben nehmen, bevor sie je als eine Schachfigur von diesem dämonischen Abschaum verendet. Der Tag wird kommen, an welchem sie unterschwelligen Rachegelüsten mit kontrolliertem Zorn fröhnen konnte - Der Tag, an welchem sie zur personifizierten Nemisis der Legion mutieren würde. Sie werden beten, und zwar zum Licht für eine mächtige Portion Gnade. Bekommen sie aber nicht, HA!

Die Augen schlugen langsam wieder auf. Tiefe Nacht war bereits angebrochen und der Sandsturm hatte mäßig nachgelassen, von welchem sie aber so gut wie kaum etwas mitbekam in ihrer gescheihten Meditationsnische. Felswände und abstrakte Felsformationen umsäumten die nicht ganz so einsame Seele ihrer selbst. Der Blick wanderte mit einem Stirnrunzeln zu ihrer Seite, dort wo das kahlköpfige Täubchen mit den roten Stoppeln neben ihr im Sand saß und noch immer in die Ferne starrte. Treudoof wie ein dusseliger Köter folgte man ihr, aus niederen Gründen der puren Langeweile. Wie konnte man in dieser Wüste nur Langeweile haben? So viel Sand - Ganze Königreiche konnte man sich aus dieser Sandmenge erbauen! Typisch, diese Jugend von heute und morgen: Zu gebrauchen für nichts!

Es krächzte in ihrem Schädel, als hätte dieser Hammer - welcher wirklich unheimlich Hammer war - noch immer so seine gewissen Nebenwirkungen, oder aber der Dachschaden ist tatsächlich natürlichen Ursprungs.

»Du solltest ihr eine Hundeleine anlegen!«
»Damit sie mir noch mehr am Arsch klebt? OHJA, vortreffliche Idee!«
»Auch sie scheint dich zu mögen. Sag...ist es nicht schön endlich nach so langen Jahren gemocht zu werden? Du hast endlich einen schäbigen Platz in dieser Welt gefunden!«
»SCHWEIG, dusseliges Vieh! Mir kommt gleich die Galle hoch...«
»Jetzt sei doch nicht so!«

Während der ganzen Meditation hielt die Halbelfe ein sehr fragwürdiges Getier in ihren Händen. Das Skelett eines rabenartigen Vogels, eingekleidet in dünnes, blutiges Leinen und dessen Schädel mit roten Malereien beschmückt wurde. Als sie sich zur voller Größe aufrichtete, warf sie dem nicht mehr all zu lebendigen Vogel einen finsteren Blick zu. Kurzerhand verfrachtete sie das krächzende Dusselvieh wieder in das Innere ihres Geigenkoffers und schulterte diesen. Da hatte es sich erst einmal ausgekrächzt! Die finsteren Gesichtszüge gewannen an einer gewissen milde, die sandig staubige Kleidung wurde nochmals gestrafft, vor allem die Heraldik des Dämmersturms. Dem Täubchen galt noch ein letzter Blick, ehe sie sehr gemächlich den Rückweg zur salzigen Otze antrat.

»Vielleicht hat es unsere glorreichen Intelligenzberserker mittlerweile woanders hinverschlagen. Wenn nicht, dann vergesse ich mich AUSVERSEHEN!«

So viele Sympathiepunkte in einem einzigen dämlichen Grinsen - Diese beiden Brüder musste man einfach sehr gerne haben. Sie konnten sich ja gar nicht vorstellen, wie GERN sie die beiden Primaten in kürzester Zeit hatte. Die Ältere kam regelrecht in Wallungen vor lauter Zuneigung. PLATSCH, PLATSCH - Da platzten zwei leere Hohlbirnen in ihrer kränklichen Fantasiewelt. Bedauerlich, dass der Turbanträger mit der Flinte die Decke der salzigen Otze warnend zerschoss - So eine Verschwendung!
Immerhin, so war von den beiden Intelligenzberserkern keine Spur mehr zu sehen als sie den Weg zu ihrem Quartier aufsuchte - leider nicht alleine, denn die kahlköpfige hatte die Ältere wohl als ihre neue Mutter auserkoren und quartierte sich gleich mit in ihre Hängematte ein - dafür begegnete man aber nochmals einem der Rottenmeister und der jungen Blauen. Die Blaue erweckte ein gewisses Maß an Interesse bei ihr. In dem jungen Geist schlummerte arkanes Potential, welches nur darauf wartete gefeilt und geschliffen zu werden. Die Zeit würde zeigen, ob der kleine Edelstein noch das Funkeln lernte, oder vorher schon in tausend kleine Teilchen zerbrach. Eine relativ viel versprechende Nacht.


»Himmel...warum verfolgt mich dieses Stoppelweib nun auch noch bis in meine Hängematte? Was soll das denn geben, wenn ich pinkeln muss?!«
»Aber schau doch mal wie niedlich ES zu deinen Füßen liegt. Jetzt sei nicht so!«
»Ich bin entzückt...HALT DOCH EINFACH DEN RAND! Sonst stranguliere ich mich wirklich noch mit meiner eigenen Hängematte.«
»Mach doch...könnte aber beschwerlich werden mit deinem Anhängsel!«
»SCHWEIG!«


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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 8. Okt 2016, 10:47 
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Dzul


Nicht viel Zeit war seit dem Massaker der Westbrüder im ominösen Piratennest am Südhafen der Stadt Gadgetzans vergangen, doch allmählich war die massive cholerische Vene auf der Stirn des Tierführers wieder verschwunden, die bei Dzuls Wutausbruch über die stupide Dummheit der beiden Haudraufs beinahe hinfort springen wollte. Er hatte soetwas geahnt, hatte Vorkehrungen getroffen, die jedoch auch anderweitig begründet waren: Die Truppe sollte die Wappenröcke ausziehen, damit man sie nicht sofort als Einheit und Söldnerbund - der ja inzwischen in Gadgetzan mehr als nur bekannt war - identifizieren konnte. Der Tierführer hatte dahingehend also weit genug voraus gedacht, weshalb es unwahrscheinlich war, dass man den Dämmersturm mit dem Massaker in Verbindung bringen konnte. Er war wütend. Wütend und enttäuscht darüber, dass sich der Sturm in einer Lage zu befinden scheint, in welcher blind jede Person rekrutiert wird, die gewillt ist gegen Gold zu sterben. Man hätte die Brüder besser einschätzen müssen, was die Frage in ihm aufkommen ließ, wer denn für die Einstellung überhaupt verantwortlich gewesen ist. Alvrim konnte es nicht sein, er war unterwegs auf einer Mission, genauso wie Lichtensang, die ja selbst seit Gadgetzan einige Rekrutierungen vollzogen hatte. Blieben also nur noch der Ausländer und Reddick.

Dzul grübelte auf dem Marsch zur Otze vor sich hin. Er brauchte - nein wollte - Verstärkung für den restlichen Auftrag und wollte somit nun zwei weitere freie Tagelöhner, oder Mitläufer beanspruchen, die sich in der Otze hoffentlich aufhielten, bevor man wieder aufbrach. Zudem wollte ein erster Bericht überreicht werden um die Tat zu schildern und dafür zu sorgen dass so ein Verhalten vom Kommandanten nicht geduldet wird.

Seine Gedanken schwirrten weiter umher.
Reddick ist zu intelligent und vorsichtig was soetwas angeht, außerdem zu faul. Er hätte die zwei niemals eingestellt, also bleibt wohl der Ausländer. Kadif...

Ein Murren entfuhr seiner Kehle und durchbrach die Stille, die er seit dem Aufbruch von der Schänke aus gepflegt hatte, doch weitere Worte blieben vorerst aus. Der Mitläufer marschierte in die Otze, als sie am Ende der Straße ins Sichtfeld kam. Dort angekommen wandte er sich erst wieder an seine Truppe.

"Füllt's Wasser auf und gebt Sam andere Kleidung die sie nicht wie'n unschuldiges Mädchen aussehen lässt." , grollte es über die Lippen des Tierführers, als seine Iriden sich nun auf Sam richteten, "Und geh zu unserem Schmied. Grollhammer, der soll dir eine Waffe geben wenn du noch keine hast."

Dzul verschwand daraufhin in der Taverne um Bericht zu erstatten.


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