Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 23. Dez 2016, 11:38 
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Aylen

Sie hörte das knacken und brechen von Chitin, das erschöpfte stöhnen der Söldner. Kreuzende Klingen, das fauchen der Silithiden, alles. Aber als Torfstich Richard – ihren Richard – zum dritten und letzten Mal anhob und sein Versuch diesmal glückte, dass Rohr zu stoppen, da kehrte Stille in ihr ein.
Tödliche Ruhe, die sich über die Wut, Verzweiflung, Trauer und Fassungslosigkeit hinwegsetzte und keinen Raum für einen klaren Gedanken ließ.
Als sie die Augen aufschlug setzte sie sich direkt auf. Wie oft konnte man wohl in einer Nacht das Geschehene sehen? Drei Mal zuzüglich dem echten Ereignis waren schon genug für Aylen. Ihr Atem beruhigte sich und auch das Zittern legte sich. Das Gewicht des in Leder eingeschlagenen Buches auf ihrem Schoß schien sie zu erdrücken.
Hätte sie eingreifen müssen? Richard zurückziehen oder sich gar gegen die Anderen wenden sollen? Sie wusste es nicht. Seine Wege waren unergründlich. Das einzige was sie mit Sicherheit behaupten konnte war, dass die Leere die sie fühlte keine Überbleibsel von der Schwarmintelligenz waren. Die kühle Wüstenluft draußen vermochte es auch nicht, sie zu beruhigen – obwohl die Magierin sich gerade noch nicht sicher war ob sie die Gefühle begrüßte, die da gerade in ihr aufstiegen, oder ihr der Taubheitszustand besser gefallen hatte.
Sie würde seine Wärme nie wieder spüren, würde nie wieder mit ihm tanzen, keine verdrehten mehr mit Gedanken austauschen. Er hatte sie alleine gelassen, ohne einen zweiten Gedanken daran zu verschwenden. Doch sie konnte ihn dafür nicht hassen. Nicht nach alldem, was zwischen ihnen passiert war.
Feuer und Eis – zwei Seiten einer Münze. So gleich und doch so verschieden. Er hinterließ eine Lücke in ihrem Geist, die sie nicht füllen konnte. In ihm hatte sie einen Verbündeten gefunden, einen Seelenverwandten, dem sie sich anvertrauen konnte. Sie wanderte ziellos zwischen den Zelten umher, umrundete das Lager ruhelos.
Torfstich. Mit Torfstich hatte es angefangen und mit ihm würde es enden. Ein Kreislauf, der sich schließt. Am Rande des Lagers setzte sich Aylen in den Sand und starrte geistlos auf die endlosen Weiten der Wüste. Sie würde weder vergessen noch vergeben – nicht dieses Mal. Auch, wenn Richard fort war, hatte er ihr doch eines überlassen; seine Hingabe, sein Gedankengut, sein Feuer. Letzteres ruhte tief in ihr und war ihr bisher charakterlich als auch in Sachen Magie verwehrt geblieben – es war ihr schwächstes Element. Doch allein der Gedanke daran, was geschehen war und passieren wird, schlug Funken in ihr. Und als sie eine Hand nach vorne streckte um sich ein kleines, sonst so instabiles Leselicht zu erzeugen - doch als die ersten Flammen ihre Handfläche neckten, wurde ein kleiner Feuersturm daraus, der dann in sich zusammenfiel und einen beständigen, für ihre Verhältnisse großen Feuerball zurückließ.
Ihre Mundwinkel zuckten und Aylen zog die Hand zurück, sodass die Lichtquelle selbstständig in der Luft hängen blieb. Das Feuer knisterte und loderte beständig vor sich hin und für einen Moment hätte sie schwören können, Richard Lachen zu hören und seine Wärme zu spüren, die sie einhüllte. Daraufhin folgte ein stumpfes, tonloses Lachen ihrerseits, bevor sie sein Buch aufschlug und sich mit seinen Notizen und Gedanken zu befassen. Sie war nicht bereit, ihn loszulassen. Und vielleicht musste sie das auch gar nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 1. Jan 2017, 00:41 
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Malou Garlanis

Tanaris - Weit hinter den Reihen des Schlachtfestes

Faszination, Angst und Entsetzen schlugen ganz eigenartig auf das Gemüt der dreizehnjährigen Südländerin, je mehr sie von einer mickrigen Düne aus den aufsteigenden Rauch vom silithidischen Schlachtfeld beobachtete. Viel sah sie nicht, aber es war dennoch so unfassbar spannend! Die falkenartig, glühenden Augenpaare schienen sich selbst für jedes einzelne Sandkorn zu interessieren. Mit jedem weiteren Krach aus der Ferne blieb ihr Herz für den Moment stehen, ehe es von neuem begann zu schlagen - Schneller, lebendiger!

Zu Anfang des Wüstenmarsches bereute sie irgendwo ihre wahnwitzige Entscheidung, sich heimlich unter all dem kunterbunten Söldnertross gemischt zu haben - Und das nur, um dem langweiligen Alltag einer Händlerfamilie zu entkommen. Und weil Mutter und Vater hochgradig doof sind. Doch mit jedem mühseligen Schritt mehr durch die ungnädige Wüste, erntete sie mehr an kleinen Erfahrungsschätzen. Zum Beispiel, grimmig drein guckenden Söldnern nicht unnötig lange auf den Keks gehen, nur um ihnen fantastische, abenteuerliche Geschichten zu entlocken! Vor allem lernte sie schnell ihren inneren Schweinehund kennen, welchen es zu überwinden galt. MIT DER STURHEIT DES DÄMMERSTURMS - Wie es der kolossale Mann mit den zahlreichen Narbenschluchten einem Drachen gleich brüllte, der da stets einen seltsam leuchtenden Fahnenmast Standarte mit sich trug.
Ein Mann, den einfach jedes Kind gerne als Vater haben möchte - Oder eben als bewegliche Actionfigur im Regal. Kinder die den Kommandanten nicht als Vater haben wollten, mogelten schlichtweg und gehören in die Mülltonne gesteckt - Kopfüber.

Der silithidische Karawanenüberfall von neulich war erschreckend und hatte bei ihr einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Nie hätte sie gedacht das Käfer so gigantisch sein können. Mit Ehrfurcht dachte sie an frühere Tage in Beutebucht zurück, dort wo sie mit großer Leidenschaft winzige Käfer nach allen Regeln der Tötungskunst zernichtete. Ihre Theorie: All die getöteten Käfer von damals sind wiedergeboren, größer geworden, und wollen sich nun rächen! Doch solange der große Kommandant und seine Söldner eisern wie der Fels in der Brandung standen, so war alles in bester Ordnung. Das Licht des Fahnenmastes der Standarte spendete Hoffnung und Zuversicht auf einen weiteren Morgen.

Erneut hüpfte das kleine Herz schreckhaft in der Brust. Jedoch nicht, weil erneut in der Ferne eine Granate für Chaos und Ordnung zugleich sorgte, sondern weil aus dem Lager eine barsche Stimme bellte.


»MÄDCHEN?! Was machst du da schon wieder?! Meine Rüstung flickt sich nicht von selbst! Ich will noch heute wieder ins Schlachtfeld ziehen!«

Die Augen wurden sehr groß, und ihre Beine trugen sie ganz schnell die Düne wieder hinunter. So schnell, dass sie sich fast unten angekommen sogar noch einmal in den hellen Sand hinpackte, und den Rest fast schon wieder ins Lager kroch mit den flehenden Worten.

»Es tut mir Leid! Bitte keine Nackenschelle, ich hatte heute schon zehn davon!«

Doch das heilige Licht des Fahnenmastes der Standarte rettete sie auch dieses Mal nicht vor einer schallenden Nackenschelle.


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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 1. Feb 2017, 13:38 
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Es herrscht völlige Dunkelheit und das kalte, harte Holz des Stuhles scheint noch immer nicht wärmer zu werden. Der Stoffknebel ist längst vom eigenen Speichel durchnässt, das zuvor unschuldig aussehende weiße Kleid hängt dreckbesudelt und feucht an ihr herab. Seile schneiden in die weiche Haut an Hand- und Fußgelenken und sie schweigt schon lange. Die nackten Füße führen die Kälte des Betonbodens in die Glieder.
"Er hat dich hier her gebracht, dass weißt du..", flüstert eine Stimme. Sie klingt nach einem Mann und dennoch unwirklich in ihrer Kälte. Verraucht und unangenehm, sehr dunkel und an den Sinnen kratzend. "Wann endlich soll er büßen? Er verschwindet bevor Gerechtigkeit walten kann. Aber du bist eine gerechte Frau, nicht wahr?" Gefesselt schweigt sie weiterhin. sie kneift die Augen zusammen und versucht das Gerede zu ignorieren. "Für seine Angelegenheiten wirst du sterben. Langsam. Leidend." Leises Gelächter eines wirren Geistes ertönt. "Ich weiß noch nicht wie wir anfangen sollen. Soll ich dich erst häuten? Oder sollen wir sehen wie lang deine Glieder sich dehnen? Nunja - du bist noch immer schön anzusehen. Schöner als die, die sonst hier sind. Vielleicht haben wir noch eine gute Zeit zuvor.." Tränen dringen zu der Frau durch, ihr Geist ist noch immer nicht gebrochen. "Du scheint nicht begeistert. Süße, du hast eine Wahl!" Sie schüttelt den Kopf und nasse Strähnen bleiben in ihrem Gesicht kleben. "Mir gefällt deine Entscheidung. Aber es wird ohnehin geschehen.. Ich will dich hören!" Der Knebel löst sich und die Söldnerin spuckt den Stoff aus ihrem Mund. Sie sieht sich um, doch erkennen kann sie nichts. Und dennoch. Dennoch kann sie es zu sehr spüren. Sie weint und flucht und schreit und niemand scheint sie zu hören. Nicht an diesem Tag und auch nicht an den Folgenden.
Es vergeht einige Zeit und der gequälte Körper scheint im Sekundentakt kraftloser zu werden. "Möchtest du dich umentscheiden?" Sie atmet tief durch. "Du kannst dem hier ein Ende setzen oder beginnt es dir zu gefallen? Lass ihn endlich büßen!" Und wieder beginnt sie zu weinen - macht- und hilflos in dieser Situation gefangen. Schon viel zu lange. "Töte ihn!" Sie schwankt. "Töte diesen verfluchten, zerfressenen Magier bevor er noch andere umbringt!" - "Ja!" Es war ihre Stimme und sie selbst scheint es nicht wahr haben zu wollen. Auch ihr Gesprächspartner scheint überrascht. "Ich werde ihn büßen lassen", flüstert sie nach einigen Minuten Bedenkzeit. "So soll es sein. Nun geh!" Und mit den letzten Worten aus der rauchigen Kehle lösen sich die Fesseln und die schwere Tür schwingt auf. Die Frau mit dem silbergrauen Haar wartet einige Sekunden, ehe sie wagt aufzustehen und mit zitternden Knien wackligen Schrittes den Ausgang zu suchen.
Draußen trommeln unendlich viele dicke Regentropfen auf das Blätterdach, laut wie zahllose Schlagzeuge hier in diesem düsteren Wald. Der kleine Pfad ist aufgeweicht und ähnelt eher einem jämmerlichen Bach als einem Weg. Sie wird schneller, während sie barfuß schmatzend einen Fuß vor den anderen setzt. Immer wieder dreht sie sich um, schaut sie sich um in dem Gedanken verfolgt zu werden. Die ersten Lichtstrahlen erreichen die so ausgemergelte Frau, die sich mittlerweile nur noch mühevoll schleppt und nur durch ein Rascheln im Gebüsch erschrocken ihr Tempo wieder aufnimmt. Bis - nur wenige Meter später - ein Wurfdolch sie knapp verfehlt. Entgegen eines klaren Verstandes bleibt sie mit einem leisen, heiseren Aufschrei geschockt stehen. Die ehemals im Blau des Ozeans erstrahlenden Augen starren in die Richtung der Herkunft, ehe eine bekannte Stimme sich ungläubig erhebt: "..Noko.."
Die Söldnerin sinkt auf ihre Knie, als sich tatsächlich jemand aus dem Gebüsch schält und zu ihr joggt. Sie fallen sich in die Arme und dennoch ist sie schlichtweg zu erschöpft um ihre Emotionen auszudrücken. Er zieht sie auf die Beine und festigt die Umarmung und sie spürt die Geborgenheit dieser bekannten Berührung, spürt die Sicherheit, die wohl nur ihr Mann ihr geben kann. Der Dunkelhaarige stützt sie bis zu seinem Pferd und setzt sie auf dieses, wie es Prinzen in Märchen tun. Mit ihm hinter sich beruhigt sich ihr Gemüt langsam und die aufgehende Sonne beginnt ihren geschundenen Körper zu wärmen - ebenso wie der Männerleib hinter ihr es tut. Er ist besorgt, reitet einhändig um sie mit dem anderen Arm an ihrer Hüfte zu halten. Der Weg ist weit und sie beginnt zu erzählen - nicht alles. Sie will nicht, dass er alles weiß. Und er hört ihr geduldig und aufmerksam zu, so wie er immer ist. "Das wäre Verrat", ist seine Antwort und er scheint die neuen Informationen auf sich wirken lassen zu müssen. Schweigen begleitet das Paar bis ins Lager - und dort sieht sie Finnje, welche ihr freudiges Gesicht beim genaueren Anblick in Schrecken verzieht. Fin trabt an und will näher kommen, ehe sie fassungslos stehen bleibt und die Hände vor ihr Gesicht zieht. Nokomis selbst spürt einen brennenden Schmerz. "Du weißt was Verrätern blüht..", flüstert er, während ihr Blick an ihrem Körper hinabgleitet und noch kurz die Spitze Rübenhaus ausmachen kann. Tonlos flüstert sie seinen Namen, ehe ihre Welt dunkel wird und seine Stimme das Letzte ist, was sie hören darf: "Dem Sturm entgegen."


Verschwitzt und mit trockenem Hals reißt Nokomis endlich die Augen auf. Ihr Atem geht schnell, ihr Herz pocht noch schneller und sie sieht sich um. Bei aller Hektik kann sie dennoch das dämmersturm'sche Lager bei Nacht um sich herum ausmachen. Tiefes Durchatmen und eine Hand am Anhänger ihrer Kette lassen sie nach viel zu lang andauernden Sekunden schlussendlich wieder in eine Art Ruhezustand fallen - ehe die Migräne sie, wie ein Messerstich in ihren Kopf, aufstöhnen lässt. Noch immer sind klare Momente und Augenblicke ohne Schmerz nur selten zu finden. Vielleicht bekam sogar ein anderes Mitglied die Gesprächsfetzen zwischen ihr und der gilnearischen Schützin mit, in denen die ehemalige Blondine keine Antwort auf Letticias Worte zu finden wusste. "Vielleicht wäre der Tod gnädiger gewesen."

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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 6. Feb 2017, 17:49 
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Fjölni

Immer wieder blickte der alte Schamane über die Schulter, während seine Schritte ihn vom Zeltlager des Dämmersturms fort trugen. Mit dem Wanderstab in einer Hand marschierte er durch hüfthohe Büsche und schulterhohes Gras, bis der Lärm des Söldnerlagers nicht mehr zu hören war und der Urwald den alten Zwergen regelrecht verschluckt hatte. Das Zirpen und Surren von farbenfrohen Insekten drang an seine Ohren, ebenso wie der Gesang bunter Papageien und das Brüllen ferner Raubtiere. Fjölni achtete mit seinem Wanderstab darauf, über keine Wurzeln zu stolpern und marschierte weiter durch den Wald. Sich alleine vom Lager zu entfernen war ein Risiko, dessen war er sich bewusst. Aber er brauchte diese Momente der Ruhe und Selbstkontemplation. Und er war sich sicher, dass sein wacher Geist und seine elementaren Verbündeten ihm hier draußen das Leben retten würden, sollte etwas passieren. Der alte Zwerg zog weiter, vorbei an gigantischen Bäumen mit dicken Lianen. Er musste an die Riesenschlange denken, die Jon, Case und ihn bei ihrer Suche nach Nahrung angegriffen hatte und hielt bewusst etwas Abstand von den Baumstämmen, achtete auch weiterhin auf Hintergrundgeräusche - oder das Fehlen eben solcher. Der Morgen zog vorbei, die Sonne erhob sich am Himmel, jedoch stark gefiltert durch das dichte Blätterdach. Fjölni bewundete die Strahlen, die durch die Blätter brachen wie durch eine Wolkendecke. Partikel schwebten in der Luft, gut sichtbar in den Lichtstrahlen. Es war absolut windstill innerhalb des Kraters. Ab und an trank Fjölni etwas aus seiner Feldflasche oder nutzte seine Fähigkeiten, um der Umgebung bewusst Wasser zu entziehen und so die eigenen Kraftreserven aufzutanken. Schließlich, zur Mittagsstunde, hielt Fjölni inne. Er hatte eine Lichtung erreicht. Das hohe Gras war hier platt getrampelt worden. Anhand der Spuren erkannte der alte Zwerg, dass sich hier zwei gigantische Riesenechsen des Un'Goro-Kraters gemessen hatten. Gigantische, mit Regenwasser gefüllte Fußabdrücke fielen dem Schamanen ins Auge. Er beschloss, dass er nicht mehr weiter marschieren musste. Außerdem wollte er vor Einbruch der Dunkelheit zurück im Zeltlager sein. Tief atmete er durch, sog die stickige, warme Luft in seine Brust und schnupperte. Der Geruch von Leben und Verfall drang in seine Nase. Dieser Krater war unglaublich faszinierend. Es war, als sei die Barriere zur Elementarebene hier wesentlich schwächer als an den meisten anderen Orten. Es war bedeutend einfacher, sich zu konzentrieren und mit den Elementen zu sprechen. Doch wichtiger noch: Er fühlte das Leben, so durchdringend und mächtig, wie eine ständige Melodie in seinem Kopf, wie eine tröstende Hand auf der Schulter. Dieser Krater pulsierte vor Macht. Fjölni kniete sich an den Rand eines gigantischen Fußabdrucks und betrachtete sein Spiegelbild in der Pfütze. Die Gegebenheiten hatten sich verändert, seit der zweiten Oase, der Rettungsaktion und dem Kampf gegen den Hexenmeister und seinen Dämonen. Seit ihn der Chaosblitz getroffen hatte. Mit einem Seufzen betrachtete Fjölni die smaragdgrünen Augen seines Spiegelbilds. Er würde die Folgen dieser Schlacht wohl bis an sein Lebensende sehen. Und spüren. Noch immer schmerzte die linke Schulter, wo der Chaosblitz ihn erwischt hatte. Und es würde niemals aufhören, dass wusste er. Er wusste aber auch, dass er dem Tod von der Schippe gesprungen war. Und das er jeden Moment seines Daseins nutzen würde. Fjölni lächelte sein Spiegelbild an. "Zeigt sie mir", wisperte er und konzentrierte sich, rief die Elemente an. Und das Regenwasser innerhalb des Fußabdrucks kräuselte sich, geriet in Wallung und erhob sich, formte sich. Das Wasser begann, sich in eine Gestalt zu formen und Fjölni lächelte zufrieden. Dann aber fiel die von den Elementen gegebene Form wieder platschend in sich zusammen und matschiges Wasser brandete an Fjölnis Knie, durchnässte seinen Mantel und spritzte ihm ins Gesicht und in den schneeweißen Bart.

"Du wirst sie früh genug wiedersehen", hörte er eine Stimme hinter sich. Hastig drehte Fjölni sich herum, erhob sich und zückte mit der rechten Hand seinen Streithammer vom Gürtel, die linke Hand streckte er aus, wobei bereits kleine, blaue Blitze zwischen den Fingern hin- und her züngelten, bereit, entfesselt zu werden. Doch er senkte seine Hände so rasch, wie er sie erhoben hatte. Vor ihm stand ein Zwerg in einer Plattenrüstung. Schwarzes Dunkeleisen mit bronzenen Verzierungen und Gurte und Schnallen aus Drachenhautleder fielen Fjölni ins Auge. Die Rüstung vereinte Merkmale aller drei großen Zwergenklans. In einem Kreuzgurt auf dem Rücken des Zwergs ruhten ein Repetiergewehr und ein pechschwarzer Kriegshammer mit Schlagdorn. Der Zwerg hatte lange, hellbraune Haare mit einigen grauen Strähnen. Der bartumrandete Mund verzog sich zu einem herzlichen Lächeln und das verbliebene, linke Auge funkelte vor Schalk und Lebensfreude. Die rechte Gesichtshälfte aber war vernarbt und eine Augenklappe bedeckte die Höhle, wo einst das andere eisblaue Auge gewesen war. "Beim Barte von Modimus", gab Fjölni verdutzt von sich und der andere Zwerg lachte herzhaft auf. "Du hast wohl einen Hitzekoller, Großonkel", begann der jüngere Wildhammerzwerg und trat näher, gesellte sich dann an die Seite des Schamanen und betrachtete diesen musternd mit seinem verbliebenen Auge. "Du bist alt geworden", stellte der junge Zwerg fest, entschärfte die frechen Worte aber mit einem Lächeln. "Ich habe leider nicht mehr die Gelegenheit dazu", fügte er dann hinzu und richtete den Blick in den Wald. Fjölni blinzelte noch immer perplex und schüttelte mit dem Kopf. "Ich glaube nicht, dass ich einen Hitzekoller habe. Und senil werde ich auch nicht - denke ich. Was machst du hier?" Der jüngere Zwerg zuckte mit den massiv gepanzerten Schultern. "Ich bin nicht wirklich hier. Und doch bin ich es." Er sah wieder seinen Großonkel an. "Du bist mehr als dreimal so alt wie ich. Und doch kannst du so töricht sein. Ich bin hier, um dich zu warnen." Der Blick des jüngeren Zwergen richtete sich wieder auf den Wald. Dort, so wusste Fjölni, wo das Zeltlager in weiter Ferne aufgebaut worden war. "Ich bedauere, dass ich tot bin", erklärte die Erscheinung des jungen Zwergen. "Aber ich bedauere nicht die Umstände meines Todes. Ich starb im Kampf. Um meine Kameraden zu beschützen." Er nickte in Richtung Wald. "Es gibt gute Leute beim Bund. Du weißt das. Und deshalb will ich dich daran erinnern, aufzupassen." Der junge Wildhammer richtete den Blick wieder auf den alten Schamanen. "Du hättest den Eid nicht leisten sollen", erklärte er. "Der Eid hat die Angewohnheit, den Tod mit sich zu bringen. Früher oder später. Du musst also auf dich aufpassen! Und auf die wenigen, guten Seelen, die der Bund noch sein Eigen nennt." Er klappte die Augenklappe nach oben und enthüllte das Loch im Gesicht und die Narben, wo ein Yeti ihn erwischt hatte. "Ich habe damals schon gesehen, wie sie zerbrachen. Und immer weniger wurden. An Freude und an Seele verloren, bis sie nur noch Echos ihrer früheren Person waren. Du darfst nicht zulassen, dass dir das auch passiert. Und du musst auf jene aufpassen, die es wert sind." Der junge Zwerg drehte sich zu Fjölni um. "Du hast dich der Erdenmutter versprochen. Dem Leben selbst. Und doch tötest du für Geld." Der jüngere Wildhammerzweg lachte freudlos. "Du musst weiterhin sehen, wie du deine Eide miteinander vereinbarst. Aber wichtiger noch ist, dass du wachsam bleibst. Stark. Gelassen. Du musst mit gutem Beispiel voran gehen. Und vielleicht..." Der Zwerg setzte sich langsam schlendernd in Bewegugn, in Richtung Wald. "...nur vielleicht rettest du ein paar Leben. Und dein eigenes." Dann verschwand die Gestalt des jungen Zwergen, verblasste wie Nebel in der Morgensonne. Fjölni blieb zurück, schaute noch einen Moment ins Leere, ehe er den Kopf schüttelte und sich langsam auf den Rückweg machte. "Meine Fresse", brummte er und zog einen Beutel mit Tabak aus einer der vielen Taschen seines dicken Ledermantels. "Nie wieder Kraut von diesen bekloppten Goblins." Mit einem schwachen Lächeln marschierte er zurück. Und ließ den Tabak zurück. Und einigen anderen, nutzlosen Ballast.


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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 14. Feb 2017, 00:35 
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Es ist schon spät und dennoch findet die gilnearische Schützin noch lange nicht in den Schlaf. Die Ausrüstung scheint viel öfter als nötig geputzt und gepflegt zu werden - sie war immer pingelig damit, aber momentan schien sie regelrecht besessen davon. Sofern man sie zu Gesicht bekam erschien sie angespannt, lauernd und manchmal sogar schlechter gelaunt und feindseeliger als üblich. Ihre Gänge durch das Lager erinnerten an die eines gefangenen Raubtieres im Zoo. Auf, ab, auf, ab - schleichend und in gewissen Maßen unruhig. Sofern es die Umstände zuließen verschwand sie, kam meist blutbesudelt zurück, sorgte dafür aber mindestens für den eigenen Verzehr. An solchen Abenden könnte man meinen, sie wäre für wenige Stunden ruhig gestellt.. Nur um am nächsten Morgen bereits erneut mit dem krankhaften Laufmuster zu beginnen.
Aber heute.. in dieser Nacht schien sie vollkommen abwesend. Keine Aufmerksamkeit für irgendwen. Keine Aufmerksamkeit für irgendwas. Sie saß in einer abgelegeneren Ecke des Lagers und fuhr gedankenverloren mit dem rechten Zeigefinger - genauer, der Fingerkuppe - mit sanfter Berührung immer wieder über die Schneide des Jagddolches. Das perlmuttgrau der Augen erscheint in der Dunkelheit düster, das blasse Gesicht mutet hinter rabenschwarzen, verschleiernden Haaren nahezu geisterhaft an. Sie ist in sich gekehrt und ihr Blick fixiert nichts. Ganz in ihrer eigenen Welt, weit weg von den Aufträgen und Lagern des Dämmersturms. Das Wappen trug sie auch nach der mittlerweile längeren Mitgliedschaft bloß nach Aufforderung. Niemals widersprach sie daraufhin, dennoch schien sie niemals von allein auf die Idee zu kommen.
Ein bitteres Auflachen reißt sie aus ihrer Traumreise in die Wirklichkeit und sie schüttelt den Kopf und hält in ihrer Liebkosung inne um das Ziel ihrer Aufmerksamkeit - den Dolch - in ihrer Hand zu drehen und die spärliche Lichtreflexion zu betrachten. Nur sacht, für das unaufmerksame Auge sicher gar nicht auffallend, schwenkt der Kopf dabei in Schräglage.
Erinnerungssplitter jagen unbarmherzig durch die Gedanken, zerreißen den kurzen Augenblick der Klarheit und treiben sie zurück in die Welt der Schatten ihres eigenen Verstandes. Wie tonnenschwer sinken die Augenlider herab und hinterlassen die Schützin in trostloser Dunkelheit allein mit sich selbst und den Flüchen der Vergangenheit. Nur ganz langsam schüttelt sich der Kopf und in Zeitlupe erhöht sich der Druck an der Schneide, bis schlussendlich die Haut nachgibt und rote Tropfen entlang der Klinge still und schmal ihre Bahnen ziehen. Sie vertreibt die Blindheit und sieht auf die Rechte hinab, sie scheint so unbeteiligt daran. Als wäre es nicht ihr Blut. Viel zu langsam wandert das Augenmerk an ihren Händen entlang und auch die Spitze des Jagddolches folgt, hinterlässt dabei eine kaum sichtbare Spur von leicht angeschnittener Haut - dort blutet nichts. Der perlmuttgraue Blick und das silbriggraue Metall fahren liebevoll kraulend über den sichtbaren Puls und halten inne. "So einfach.." murmelt die Stimme mit dem gilnearischen Dialekt im Wisperton - ehe das erstickte, spöttische Lachen ihr selbst gilt. Sie schlägt den Dolch in die Erde, schüttelt den Kopf kräftig und steht auf um sich auf ihrem ganz eigenen Pfad durch das Lager zu bewegen. Wie sie es immer tut während die kreischenden Geister ungehört ihren Schatten bilden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 15. Feb 2017, 15:46 
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Dzul


Tagelang sah man Dzul immer wieder in, oder vor seinem Zelt, an einem kleinen Tisch sitzen, damit beschäftigt mit einem Kohlestift auf einigen Papieren herum zu kritzeln, wobei die ein oder andere Skizze zerknüllt neben ihm auf dem Boden verendete. Er redete nicht viel und wimmelte vorbeikommende Neugierige mit einem simplen - "Ich bau 'ne Falle.." - ab, damit er sich weiter auf seine Aufgabe konzentrieren konnte. Eine Falle bauen sollte er, die stark genug war, um dem Ungeheuer des Kraters ein jähes Ende zu bereiten. Immer mal wieder pausierte er seine Zeichenarbeiten, um mit Larry für einige Zeit im Urwald zu verschwinden, wo er sich - sofern man ihm über den Weg lief, oder gar ihm folgte - verschiedene Bäume, Äste und Lianen unterschiedlichster Größen ansah und einige mit Hilfe von Nägeln und orangen Stofffetzen markierte. Baumaterial für die Falle, wenn man so möchte.

Tage vergingen derartig geschäftig bei Dzul, bis er schließlich mit fertigem Entwurf zum Zelt des Kommandanten marschierte...


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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 9. Mär 2017, 14:12 
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Nachdem die monströsen Bestien erlagen und das Adrenalin aus Nokomis' Körper sackte schlug die Migräne in voller Intensität zurück. Die Aufregung über das Kampfverhalten einiger Rottenmitglieder schien es ihr dabei nicht leichter zu machen und erst nachdem sie Schmerzmittel von Viktorie überreicht bekam, zeigte sich ein wenig Linderung. Sie sprachen eine Weile miteinander, eindringlich und zugleich vertraut, wie sie es wohl meist taten wenn man sie zu zweit sah. Nach dem Gespräch wanderte sie in Richtung des Gewässers und nach kurzer Absprache mit dem Rottenmeister Torfstich entledigte sie sich ihrer Waffen und Kleidung - abgesehen von ihrer Unterwäsche - und bewegte sich mit sanften Schritten in die Wellen. Aufmerksam auf ihre Umgebung blieb sie zur Sicherheit in Sicht- und Rufweite ihrer Rotte, auch wenn es nun gefahrenfrei erschien. Gedankenverloren fahren Handflächen in sanft liebkosender Berührung über die Wasseroberfläche, vorsichtig als hätte sie Sorge das spiegelnde Nass zu zerbrechen. Sie kümmert sich nicht um eventuelle Blicke der anderen. Auf ihrem Körper zeigen sich Hautbilder, Rosen, ein Totenkopf und das Wappen des Dämmersturms. All das schlängelt sich entlang ihrer Rippen und die Wirbelsäule entlang bis hin zu ihren Lendenwirbeln und ihre Hüfte entlang. Der Körper selbst erscheint wieder ins Training zu kommen, die sehnigen Muskeln gelangen in alte Formen zurück. Und abgesehen von einigen kleineren Narben, die wohl die meisten Söldner des Bundes tragen - fällt eine langezogene, gerade Linie entlang ihres Unterbauches auf. Und irgendwann taucht sie unter, langsam genug um kein platschendes Geräusch zu erzeugen. Sie bleibt eine ganze Weile unter der Oberfläche, bis sie irgendwann Luftbläschen entlassen muss - sie steigen nicht hektisch und kräftig auf, sie scheint also nicht in Gefahr zu schweben. Ihr Kopf legt sich zum Auftauchen ein kleines Stück in den Nacken und ein Arm wischt in lockerer, flüssiger Bewegung die vom Wasser glattgezogenen Silberwellen zurück. Sie atmet tief durch und betrachtet ihren eigenen Brustkorb bei dem gleichmäßig kräftigen auf und ab. Es vergehen mehrere Sekunden, ehe sie beginnt sich abstreifender Weise zu säubern. Mit ihren feingliedrigen Händen schöpft sie kleinere Wassermengen ab, um diese über ihren eigenen Körper zu schütten. Ein weiteres Abtauchen dient der Reinigung ihres Haars. Irgendwann ist die Frau offenbar zufrieden und es treibt sie zurück zu ihrer Ausrüstung, welche ebenfalls von Blut- und anderen Dreckresten gesäubert werden soll. Sogar die Klingen - und es grenzt an ein Wunder, dass sie sich dabei nicht verletzt - werden gepflegt. Schlussendlich landet alles auf einem kleinen Fels zum trocknen. Die Frau bleibt mit den Füßen im Wasser und sieht nur kurz zu ihren Kameraden - dann platziert sie die Waffen möglichst weit von sich entfernt und ihr Blick bleibt für den Moment wortlos an ihrem Rottenmeister hängen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 23. Mär 2017, 13:53 
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Aylen
Es war ein beklommenes Gefühl, ja, fast schon als außerweltlich zu bezeichnen, als das Hirschwesen aus seiner Deckung hervortrat und durch seine bloße Präsenz etwas in Aylen zu erklingen brachte, was sie seit Monaten als verloren geglaubt hatte.
Über ihren Schleier der grenzenlosen Verzweiflung, der brennenden Wut und der schwerwiegenden Trauer – für das sie nie ein anderes Ventil gefunden hatte außer eine anhaltende Apathie gegenüber allem und jeden – legte sich eine Klarheit, die sie nicht einmal in Worte legen konnte. Die Geräusche des Dschungels wurden so deutlich und laut, dass man sie fast als aufdringlich hätte bezeichnen können während es so aussah, als würden die Farben zurückkehren und ihrer Welt eine ganz neue Perspektive erlauben.
Atemberaubend; und so stand die Magierin dort ohne es auch nur zu wagen, sich zu regen. Selbst jetzt noch hielt die Starre an – die zugleich vorhandene Gewissheit und Ungewissheit – während sie reglos etwas abseits des Zeltlagers und somit des Trubels stand.
Auf einmal war es nicht mehr Torfstich, dem geschwungene Hörner gewachsen waren, der einen schuppigen Panzer hatte und ledrige, hoch aufragende Schwingen; es war Richard. Doch im nächsten Moment, im Laufe eines Lidschlages, war wieder alles so wie vorher. Sie zog sich die Kapuze tiefer ins Gesicht und sah zu Boden. Ein Dämon war immer noch ein Dämon. War es nicht egal, auf welcher Seite er stand – rechts oder links von ihr? Das machte keinen Unterschied. Oder doch?
Verwirrt über die reflektierenden, gar selbstkritischen Gedanken krallte Aylen eine Hand in ihre Gewänder. Zweifelsohne war dieser Krater Schuld; so zumindest redete sie es sich ein. Die Energien und Ströme hier waren unerklärlich. Abgesehen davon gab es kein Zurück mehr: Es galt, ein Versprechen zu halten.
Sie zuckte zusammen bei der Erinnerung daran, wie Torfstich klirrend sein Katana aus der Halterung zog. Allein das Geräusch gezogenen Stahls vermochte sie daran zu erinnern, was geschehen war und wie viel ungesagt blieb – selbst jetzt noch. Doch in dem Moment als ihre Gedanken drohten, in den endlosen Abgrund zu stürzen, den sie sich selbst geschaffen hatte, sprang das Hirschwesen hervor und preschte förmlich durch ihr Innenleben, um sie vor dem Abstieg zu bewahren.
Kopfschüttelnd sah Aylen wieder auf. Es war beunruhigend und beruhigend zugleich. Doch was nützte ihr ein weiteres, imaginäres Hirngespinst? Sie nahm mehrere, tiefe Atemzüge um ihren Kopf freizubekommen und widmete sich wieder ihren magischen Übungen zu. Man wurde immerhin nicht durch ein fingerschnippen zu einem besseren Zauberwirker.

Lynn
Mit grimmigem Ausdruck saß die Schützin auf einem Baumstumpf und flickte behelfsmäßig ihre alte Lederrüstung zusammen. Die Neue verging – so wie auch die Rüstung zuvor – im Feuer. Mit dem Unterschied das Theane diesmal nicht dabei war, genau wie es viele andere nicht mehr waren. Sie verdrängte den Gedanken an ihre alte Rottenmeisterin, doch da zwang sich ihr unwillkürlich Veidt auf. Aber immerhin nur gedanklich.
„Scheiße nochma‘.“, brummte Lynn, als der Faden durch das Öhr rutschte. „Wenn ‘ch jedes Ma‘ ‘n scheiß Kupfer bekommen würde wenn das passiert, wär‘ ‘ch ziemlich vermögend.“, fluchte sie weiterhin und nahm ihre Arbeit wieder auf, wenn auch widerwillig. Sie hegte einen unwahrscheinlich großen Groll gegen Veidt – wenn auch nur persönlich. Ihre Arbeit würde es nicht beeinflussen, dass wäre nicht nur absoluter Schwachfug sondern auch unprofessionell. Seine Strafe hatte er bereits in Form von drei Flachpfeifen bekommen, die er nun in der Rotte ertragen musste. Selbst dran schuld.
Immer öfter ertappte sich die Schützin dabei, nicht nur an ihr eigenes Wohlergehen zu denken – sondern auch das des Söldnerbundes. Jeder ihr zugängliche Bericht wurde aufmerksam durchgelesen, während sie sich das Kartenmaterial ansah und über mögliche Gefahren und Möglichkeiten brütete, die sich ihnen im Krater boten. Mit Silithus würde sie sich erst befassen, wenn es soweit war – denn mit der Einöde dort verhielt es sich wie mit Un’goro zuvor: Keine Sau wusste, was sie dort erwartete.
Mittlerweile hatte sie gelernt, auf ihre Kameraden und deren Fähigkeiten zu vertrauen; auch, wenn es ihr noch immer regelmäßig schwer fiel. Um genauer zu sein vertraue sie bloß auf eines: Den Überlebenswillen, den jeder besaß. Die Söldner hier waren keine Ausnahme dieser Regel.
Sie vernähte den Faden des soeben angenähten Flickens ordentlich und riss ihn ab, ehe sie ihr Werk begutachtete. Ein Flicken zum Preis von zwei zerstochenen Fingern – so übel war sie gar nicht. Mit einem rauen auflachen legte sie die Rüstung beiseite und machte sich bereit, ihren nächsten Wachdienst anzutreten.


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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 1. Apr 2017, 22:16 
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Alexander

Wie hätte er denn auch mit so etwas rechnen sollen? Immer wieder raste diese Frage durch seinen Kopf. Was hatte er eigentlich erwartet? So oft waren Rutha und Lullu aus dem Wald gekommen. Besonders Rutha. Andere schlugen sich ja auch regelmäßig in den Wald. War im Angesicht der Raptoren und der Affen eine Ausgangssperre nicht das Vernünftigste? Doch er hatte sich einen sehr schlechten Tag ausgesucht, um den pflichtbewussten Rottenmeister zu verkörpern. Genau den Tag, an dem seine Rüstung von einem der Trossschmiede geflickt und ausgebessert wurde. Warum war er nur in den Urwald gegangen? Weil er nie damit gerechnet hätte, dass die Dinge derart schief laufen würden. Auch ohne Rüstung, auch ohne sein ganzes Arsenal, war er doch kein einfacher Gegner. Er war Rutha in den Wald gefolgt. In der Überzeugung, dass ein paar harsche Worte genügen würden, sie und andere Ausreißer zur Vernunft zu bringen. Im Schlimmsten Fall hatte er eigentlich einen Spion der Venture Company erwartet, der mit einem tragbaren Funkgerät Informationen weiter gab. Aber nie hätte er mit so etwas gerechnet! Die abgesägte Schrotflinte blieb nutzlos. Und sogar der Sturmbumerang wurde wie von einer unsichtbaren Wand zurück geworfen. Er hatte Walter oft genug gesehen, um zu wissen, womit er es zu tun hatte. Und ihm war oft genug am Verstand herum gespielt worden, um zu wissen, womit er es zu tun hatte! Er wünschte sich, er hätte sich die Zeit genommen, Case mit sich zu nehmen. Oder jemand anderes. Aber er war ungeduldig gewesen. Überheblich. Wie hätte er denn auch mit einer Hexe rechnen sollen? Das war Alexanders Gedanke, als er noch versuchte, ihrem Angriff auszuweichen. Ehe die Welle aus dunkler Magie in seine Brust schlug. Kälte und Schmerz brandete durch seinen Leib und wich einer Taubheit, als würde Alexander aus der Welt entrückt werden. Als würde er sterben. Er spürte nicht einmal mehr, wie er zwischen den hohen Farnen im Dreck landete. Dann wurde alles schwarz, ehe Stimmen und schließlich Bilder an sein Bewusstsein drangen. Es war, als würde sein Leben an ihm vorbei ziehen, besonders die vergangenen Jahre...


...


"Warum Konkurrenten sein, wenn eine Zusammenarbeit, eine Arbeit für den Bund, lohnenswerter und effektiver wäre?" ... "Es ist ihr gelungen, uns indirekt den Strafeinsatz aufzudrücken. Schon eine Leistung, für ein Worgenflittchen" ... "Die Wirtin muss mal wieder richtig geschaukelt werden, dann ist sie auch nicht so launisch" ... "Früher oder später kommen die Weiber alle mit ihren Bälgern an. Und ich habe nicht vor, denen auch nur einen Kupferling zu geben!" ... "Red nicht so abfällig über Nutten. Is halt auch n Beruf!" ... "Wellenheim ist ein Milchbubi. Der kann doch nichts!" ... "Müssen nur die braven Befehlsempfänger spielen" ... "Immer wieder schön, mit dir Pläne über das Zerlegen von Arschnasen zu schmieden." ... "Ian... Wird Zeit, dass wir hier weg kommen und du die ganzen Muschis aus dem Kopf bekommst." ... "Dummheit geht mit dem Tod Hand in Hand, Alex." ... "Ich stell mich den Schnepfen einfach als Everard vor. Alvrim Everard." ... "Misanthropie steht dir auf Dauer nicht, großer Bruder." ... "Wie soll das denn bitte funktionieren? Sesshaft werden?" ... "Einfach das Beste draus machen." ... "Du bist zu gut für diese Welt" ... "Zweifellos." ... "Gibt aber Fehler, die nicht sein müssen." ... "Wir waren so sauer, auf diesen Typen." ... "Du hattest Recht, Harad. Schwuchteltränke." ... "Ich würde mich gerne in Eure Rotte versetzen lassen. Ich glaube, bei Euch bin ich besser aufgehoben." ... "Man erlebt so viel Mist, so viel Grauen, so viel Unrecht. Irgendwann baut man eine Mauer auf. Eine Fassade." ... "Söldner bin ich, wenn eine Mission anliegt. Schauspielern mach ich von morgens bis abends." ... "Du bist n' guter Arsch, Alex. Er ist nur n Arsch." ... "Der Plan bleibt derselbe. Geld scheffeln und gut ist." ... "Aber abgesehen von dem Wahppen auf seiner Brrust gibt es nic-chts, was diesen Mann mit dem Dämmersturm verbihndet." ... "Doch, gibt es. Mich." ... "Zu dritt haben sie ihn an die Wand gedrückt und ein Priester hat ihn mit einem Zauber geschwächt." ... "Zur inneren Einkehr geh ich eigentlich immer saufen." ... "Euer Rottenmeister hat ein Präsent für Euch hinterlassen." ... "Natürlich hoffe ich, nicht zu sterben." ... "Das hoffen wir alle." ... "Gefühle sind so lächerlich. Puppen sind so lächerlich" ... "Schon in der Gasse hätte ich Bruces am Liebsten das Genick gebrochen" ... "Die ganzen glänzenden Rüstungen nützen dir da nichts." ... "Beim Spähen nicht, das ist richtig." ... "Wenn man nichts anderes kennt, dann ist es kein Laster. Sondern Gewohnheit. Wenn man Spaß am Blutvergießen hat, ist es kein Laster. Sondern etwas Anderes." ... "Nicht weise. Aber der eigenen Einschätzung nach auch nicht dumm."

"Jeder sollte einen Grund für sich haben, der nicht auf einen anderen Menschen gerichtet ist" ... "Du hast nen Fehler gemacht. Hast damals nach der falschen Hand gegriffen, Großer" ... "Du bist alles, was ich an Familie habe." ... "Du hast mehr verdient als das!" ... "Du auch!" ... "Du warst immer gut genug. Zu gut." ... "Ich verspreche, weniger zu saufen. Ganz ehrlich." ... "Glück kann manchmal direkt um die Ecke zu finden sein" ... "Aber Rastlosigkeit bedeutet nicht unbedingt Verbesserung – ebenso wenig wie Ruhe Stagnation heißen muss. Sondern auch Reflektion sein kann!" ... "Ich rede von dem Prickeln, mitten ins Herz der Gefahr zu stoßen" ... "Die Gefahr direkt am Schopf zu packen." ... "Der Weg ist wichtig. Aber das Ziel ist das Ziel. Es kommt nicht darauf an, den Weg dorthin perfekt zu gestalten." ... "Ironisch, dass ich das jetzt sage, aber wir sollten mehr auf die bund-eigene Disziplin achten" ... "Unser Handwerk ist kein Schönes. Irgendwer muss es ja tun." ... "Schmerz ist ein Lehrer, den man nicht so einfach vergisst." ... "Besonders wenn die Kameraden inkompetent und faul sind!" ... "Glück ist Zufriedenheit. Der Zustand, wo man absolut keine Wünsche mehr hat" ... "Ein klarer Verstand und wacher Geist sind gut. Und Glück nicht nur ein Traum." ... "Nichts ist von Dauer" ... "Glück findet man nicht, wenn man es sucht. Sondern wenn man zulässt, dass es einen findet." ... "Ich nehme es Euch übel, dass Ihr der Situation entflohen seid, Veidt. Man dreht einem Gefallenen nicht den Rücken zu." ... "Fehler passieren. Und müssen dann korrigiert werden." ... "Das größte Lob ist der Erfolg auf dem Schlachtfeld. Und das Überleben von möglichst vielen Kameraden" ... "Am Ende muss man immer selber über die eigenen Taten reflektieren" ... "Manchmal müssen Dinge richtig zerbrechen, um anständig wieder zusammen gefügt zu werden." ... "Dann will ich versuchen, zu vertrauen. Und meinen Beitrag leisten" ... "Ratschläge von dir werde ich immer dankend entgegen nehmen." ... "Weil du sie eben nicht hasst und sie dir nicht egal sind!" ... "Es geht darum, dass sich Vorfälle wie der mit Krudnir häufen" ... "Wenn du nicht wärst, hätten wir schon aufgegeben." ... "Komm, versuch es!" ... "Keine grausame Idee von Julius würde je an das heran kommen, was ich im Kopf hab. Was ich tun würde, für den Bund." ... "Jemand MUSS einfach tun, was notwendig ist" ... "Ich bin nett zu euch. Aber das macht mich nicht zu einem guten Menschen." ... "Das Arbeiten an Zielen und an sich selber. Einfach streben." ... "Komm her, damit ich dich mit deinen Eingeweiden erwürgen kann." ... "Ab und an muss man einfach alles aublenden. Einfach Funktionieren."

"Du wirst ackern müssen. Aber es ist eine Chance, von der Straße weg zu kommen. Für immer." ... "Da gibt es dieses Mädchen. Hab ihr mal aus der Klemme geholfen und irgendwie hat sie nen Narren an mir gefressen." ... "Ich schwöre." ... "Die Tyrannei des Wiesels ist vorbei!" ... "So schwer ist es, frei von Ketten und Einflüssen durch die Welt zu spazieren" ... "Möglicherweise ist das erst der wahre Funke der Intelligenz, obwohl er so sehr gegen das emotionslose Kalkül arbeitet." ... "Es ist weit mühseliger, eine Scharade aufzuführen." ... "Nichts liebe ich mehr als Spannung, Aufregung und geschmackvolle Motivation" ... "Bisher gab es kein Wagnis, vor dem ich verzagte" ... "Ja, ein Wolf erkennt einen anderen" ... "Am Ende geht eh alles kaputt. Der einzig wirkliche Moment des Glücks... ist der Letzte." ... "Ich bin des Lebens nicht überdrüssig. Ich hasse es nur. Aber ab und an... macht es doch was her." ... "Leider gibt es Dinge, die man nicht ändern kann. Und es ist wichtig, dass zu erkennen." ... "Sterben müssen wir alle mal. Da kann man bis dahin auch genießen, so gut es geht" ... "Sind n paar echte Mistkerle dabei. Aber auch ein paar gute Jungs" ... "Doch, es wird weh tun. Es wird euch so verdammt weh tun." ... "Paktiert der Sturm mit Untoten?" ... "Ihr werdet Eure Bestrafung bemerken, wenn sie Euch bereits ereilt hat" ... "Wir leben zusammen. Und wir sterben wohl auch zusammen." ... "Wer sich mit uns anlegt, hat schon verloren" ... "Man weiß nie, wie sich Dinge entwickeln" ... "Manchmal muss man das Glück hinter sich lassen, um das Richtige zu tun" ... "Wo befinden sich Herr Falkner und der Sturmwächter jetzt?" ... "Lernt von diesem Tag. Bedenkt 'Vertrauen'!" ... "Versprechen sind so eine Sache, Bruces. Versprich nichts, was du nicht halten kannst." ... "Dein Bruder ist ein Idiot. Er hat bisher nur durch einen grausamen Scherz des Schicksals und durch deine Unterstützung überlebt." ... "Ich muss dir wohl nicht sagen, dass du ohne ihn besser dran wärst" ... "Ich habe mir hier ein Leben aufgebaut." ... "Sie war nicht alleine. Und... nicht wie du denkst!" ... "Du bist verflucht nochmal Vater, zum Henker!" ... "Hängt Hirnmasse an der Mauer, war'n die Brüder einfach schlauer!" ... "Schlecht, Veidt. Schlecht." ... "Jeder Augenblick unseres Lebens formt uns, Sergei." ... "Ich habe jetzt nicht vor, mit dem Aufgeben anzufangen!" ... "Ihr Hunde, wollt ihr ewig leben?" ... "Das sind nur noch leere Hüllen. Zögert nicht. Zeigt keine Gnade. Seid stets wachsam, passt aufeinander auf!"

"Ich weiß nicht, was für eine Hexerei das war. Aber es ist geschehen." ... "Das Leben geht weiter." ... "Ein wenig glücklicher zu sein steht dir hervorragend" ... "Sergei, ich weiß, es klingt scheinheilig, wenn ich das sag. Aber... Trinken im Dienst?" ... "Kommunizieren bedeutet nicht zwangsläufig, pausenlos zu plappern." ... "Manchmal setzt sich aus vielen Seiten erst ein Bild zusammen." ... "Ich bin sehr, sehr sauer. Es war nicht richtig von ihr." ... "Desweiteren gebe ich die Rehabilitierung von Ian Samual Falkner bekannt. Ihr seid nicht länger todgeweiht." ... "Die Dinge die geschehen sind, verändern sich dadurch nicht. Nur das Licht, in dem wir sie betrachten, leuchtet mit etwas Abstand vielleicht anders." ... "Es kann ja nicht ewig regnen. Oder schneien." ... "Wer hat dich zum Experten gemacht, Veidt?" ... "Der, der mir auch zeigte, wie ich Finger abzunehmen habe." ... "Einige Dinge hätten anders laufen können. Aber ich bedauere nichts mehr." ... "Man steht auf, wenn man auf die Fresse kriegt." ... "Mir tut es jedenfalls gut. Einfach mal die Schale abzulegen" ... "Ein wandelnder Widerspruch, wenn man so will." ... "Manche Dinge kann man nicht ändern. Manchmal muss man sich selbst ein wenig ändern" ... "Erweist ihm Respekt, Kameraden. Nicht weil er nett oder klug war. Sondern weil sein Schicksal eines Tages auch das Unsere sein wird. Licht mit ihm." ... "Manche Dinge können sich ändern." ... "Das Menschliche ist doch erst das Interessante an uns" ... "Aber diese Worte gehören einem anderen Menschen" ... "Hallo, Alexander!" ... "Du hast Leute in dein Leben gelassen, Alexander. Und jeder, der etwas zu verlieren hat, hat einen Hebel, den man benutzen kann, um ihn zu kontrollieren." ... "Hoffnung ist der erste Schritt auf der Straße der Enttäuschung." ... "Vertrauen, Hoffnung, Glück und Freundschaft sind nur Illusion, Alexander!" ... "Was sollen sie ohne dich machen? Du hast eine verdammte Verantwortung, Großer!" ... "Finnje, übrigens." ... "Aber ab und an tut man etwas Gutes" ... "Das Geld hilft meiner Tochter, es mal besser zu haben als ich" ... "Heimat ist zu einem Gefühl geworden. Nicht länger nur ein Ort." ... "Es ist nich' mein erstes Mal, du." ... "Ich möchte mich nicht vor meiner Tochter schämen müssen." ... "Es ist sehr wichtig, dass man weiß, wer man ist. Und wer man sein möchte." ... "Ich denke, ich gehe besser."

"Und dieses Mal... bleib tot!" ... "Wie lang ist dein letzter Lümmeleinsatz denn schon her?" ... "Vier Monate, schätzungsweise. Ich sag doch, ich bin anständig geworden." ... "Jammern bringt nichts. Und ich habe keinen Grund dazu" ..."Wir alle haben unsere Ketten. Niemand ist je wirklich frei. Erst im Tod" ... "Vertrauen kann brechen wie ein Deich im Sturm" ... "Das Leben ist ein einziger Wandel." ... "Die Dinge sind so schwer, wie wir sie uns machen" ... "Vielleicht irrst du dich in dem, was du siehst." ... "Ruhe ist kein Schreckgespenst mehr" ... "Ich ahne, worauf du dich beziehst. Ist nichts passiert" ... "Wenn es die richtige Frau ist, dann genügt es auch." ... "Am besten auf Liebe reimt sich halt Sargnagel" ... "Aber aufgegeben hab ich noch nie. Werd auch nicht damit anfangen" ... "Hab mich vor Herausforderungen nie gescheut" ... "Nicht jede Irrfahrt muss im Scheitern enden!" ... "Wenn man eines vom Leben sagen kann, dann... dass es weiter geht!" ... "Du wirst bestimmt finden, was du suchst" ... "Wut ändert selten etwas!" ... "Nichts ist fern genug, um unerreichbar zu sein" ... "Deppen haben wir noch immer" ... "Qualität bei meinen Zweideutigkeiten ist mir sehr wichtig, musst du wissen!" ... "Komm her, wenn du frierst." ... "Manchmal muss man gegen den Strom schwimmen, um etwas zu erreichen" ... "Nur braucht Ihr den Marmor, um vorzuweisen, was für ein vortrefflicher Bildhauer Ihr seid." ... "Ich komme immer wieder zurück zu dir" ... "Und Gefahr und Risiken sind unser Geschäft." ... "Macht Inkompetenz oder mangelnde Reife einen Mann weniger wertvoll?" ... "Du meckerst wirklich ziemlich viel." ... "Alles, was uns passiert ist, macht uns zu dem, was wir sind" ... "Verurteilen geht schnell. Doch man sollte damit vorsichtig sein, wenn man die betreffende Person nicht einmal wirklich kennt" ... "Ihr kommt hier niemals lebend raus!" ... "Ist es verdammt nochmal zuviel verlangt, dass du mir einfach meine verfluchte Ruhe lässt?" ... "Wie oft hast du auf IRGENDWAS gehört, was ich dir gesagt habe, Alex?" ... "Halt dich einfach fern!" ... "Sind nur Gerüchte, die man so aufschnappt." ... "Ich war definitiv zu lange fort. Da reißt man sich den Arsch auf und dann... isses für die Katz!" ... "Alles ist eine Herausforderung, Vaeln. Alles." ... "Ob ich fähig bin, musste erstmal in Erfahrung bringen." ... "Kein Bilderbuchende für mich!" ... "Anstatt dich zu besaufen und zu bekotzen könntest du langsam zusehen, die Dinge auf die Reihe zu bekommen!"

"Ewig schau ich mir das Elend nicht an!" ... "Wie kommt's, dass du so gefestigt bist in dir? So wirkste nämlich. Gestanden und ruhig zugleich!" ... "Aber ich hab Besseres zu tun, als mich selbst zu zerstören." ... "Aber ich mache das Beste draus." ... "Sir Julius von Schmalzlocke zu Wellenheim, Freiherr von Burg Fixgebumst." ... "Hoffe, es wird noch einmal besser mit ihm. Sonst erschlag ich ihn persönlich, damit das Elend ein Ende hat." ... "Ich WILL alt werden!" ... "Man muss sich selber treu bleiben. Ich mag mich vom Bund nicht brechen lassen" ... "Darum geht's am Ende immer. Überleben. Fressen und nicht gefressen werden!" ... "Sie werden sich beweisen, wie versprochen" ... "Du bist gut darin, dein Licht unter den Scheffel zu stellen." ... "Ich versuche, ein Beispiel zu sein. Jemand muss mit gutem Beispiel voran gehen!" ... "Für mich ist's zu spät." ... "Mensch Alex. Du solltest echt Karriere machen. Auf so'n klugen Kerl wie dich würd' ich hören!" ... "Vier Monate in der Wildnis nahmen der Stille jeden Schrecken." ... "Aber ich denke, die richtige Herangehensweise ist der Schlüssel." ... "Das Leben ist wie ein Pokerspiel. Man muss mit dem Blatt arbeiten, das man bekommt." ... "Manchmal muss man alles riskieren. Vorstoßen und sehen, was passiert!" ... "Ich will kein Monster sein." ... "Dauernd unterwegs. Das macht kaum ne Frau mit" ... "Und jetzt sieh dich nur an, Ian!" ... "Du weißt genau so gut wie ich, dass du es nicht könntest!" ... "Doch. Du bist schwach. Die Geißel überlebt und nun vom Leben besiegt!" ... "Der größte Akt der Gnade, den ich als Bruder leisten kann." ... "Ehre dir, Kjell!" ... "Bleibt also noch diese letzte Stunde von Blut und Sturm." ... "Also erlaub ich dir nicht zu sterben." ... "Das sagen mir viele Leute, dieser Tage." ... "Kämpft und steht für den Sturm! Für eure Heimat!" ... "Ich werfe nicht sinnlos Wörter um mich!" ... "Meine Loyalität gilt meinen Kameraden. Du hast dir das hier ganz alleine zuzuschreiben!" ... "Manchmal bekommt man nicht, was man will" ... "Einfach nur genießen, so gut es möglich ist." ... "Ich habe noch nie jemanden so sehr begehrt wie dich." ... "Vielleicht seid Ihr ja der machthungrige, dekadente Schweinehund, der den Dämmersturm ins Unheil stürzen möchte." ... "Ihr seid einfach nur ein scheußlicher Dummkopf!" ... "Ihr habt Eidbruch begangen!" ... "Es kann Jahre dauern, diese Makel zu tilgen. Jahre die vergeblich sein könnten. Verschwendet." ... "Manchmal muss man nur etwas suchen. Und Geduld haben. Und die Hoffnung nicht aufgeben."

"Die Hürden nehme ich, wenn sie vor mir auftauchen" ... "Wer auch immer du damals warst, mir gefällt der Mann, der heute neben mir sitzt." ... "Eine kleine Lektion in Demut macht mich nur stärker." ... "Sein Tod ist auch meine Schuld. Ich habe nicht einmal versucht, ihn zur Vernunft zu bringen." ... "Das Leben geht immer weiter, irgendwie" ... "Ich habe mich in dich verliebt" ... "Sie ist einfach weg. Wohin auch immer." ... "Du weißt nicht wirklich, was du hast, bis es fort ist. Fort." ... "Es ist kein Vergnügen. Es ist schwer, anstrengend. Aber jemand muss es tun." ... "Der Ruin wird wenn... von moralischer Natur sein. Und dagegen können wir etwas tun." ... "Es ist schön, sich auf Leute verlassen zu können" ... "Dem Sturm entgegen. Und heil daraus hervor." ... "So heil wie irgend möglich." ... "Schwer enttäuscht habt Ihr mich. Ich hab' auf Euch gesetzt!" ... "Vergebung erbitten ist vermessen, in diesem Fall. Aber irgendwie, irgendwann... werde ich sie mir verdienen." ... "Es tut mir wirklich, wirklich leid!" ... "Ich werde büßen. Ich mache es wieder gut. Mit Schweiß und Zeit und Blut. Irgendwann wird es wieder gut sein. Bis dahin... dem Sturm entgegen, Julius." ... "Sie alle sind gebrochene Seelen, Alexander" ... "Ich kann die Zukunft kaum erwarten." ... "Manchmal bedeutet Stärke auch, nachzugeben. Über den eigenen Schatten zu springen." ... "Ich möchte auf das, was ich habe, nicht mehr verzichten." ... "Wir ergänzen uns doch ziemlich gut, hm?" ... "Es sieht danach aus, als würde ich eines Tages den Eid ablegen. Es gibt nur wenige Dinge, die mich davon abhalten können. Dafür müsste schon meinem Cousin etwas zustoßen. Oder dir." ... "Aber wenn du den Eid leistest, bist du gebunden. Bis an dein Lebensende. Kein Ausweg." ... "Kein Davonrennen mehr!" ... "Ich bin schlicht und einfach ziemlich gut in dem, was ich mache." ... "So viel kann passieren. Bis nichts mehr übrig ist." ... "Ich, ich, ich. Immerzu sprichst du von dir, als drehte sich die Welt nur um dich!" ... "Nur weil Ihr Söldner seid, bedeutet das nicht, dass Ihr Eure Seele verkaufen müsst!" ... "Das Leben ist eine Aneinanderreihung von Entscheidungen. Wir sind die Summe dieser Entscheidungen. Und ihrer Konsequenzen." ... "Wir sind Kämpfer. Wir überleben. Wir passen uns an!" ... "Egal wie steinig der Weg auch sein mag!" ... "Ich denke, es wird leichter, wenn wir beide in die selbe Richtung blicken." ... "Sebastian Veidt. Das klingt schön." ... "Die größten Schätze, die man hat, behütet man eben."

"Und du musst ruhiger werden, wenn du das wirklich anstrebst" ... "Ich möchte nur, das du achtsam bist und kein Risiko eingehst" ... "Mit einem Fleischer hättest du diese Sorgen nicht. Oder mit einem Kaufmann" ... "Werd Rymar und Kjell vermissen." ... "Jedenfalls... Ich lass mich nicht brechen, Finnje. Nie." ... "Er meinte auch, es würde sich gut für deinen Werdegang machen." ... "Das einzige, was hier mit mir passiert ist, dass ich mich an die Dinge gewöhne, so wie sie stehen. Das Beste draus mache." ... "Damit im Idealfall niemand von uns in der Hölle landet. Klingt das gut?" ... "Wäre ziemlich schade, so lange zu überleben und dann durch eigene Doofheit den Löffel abzugeben." ... "Im Ernstfall ist unser Überleben von UNS abhängig!" ... "Ich habe dich nicht umsonst hierher mitgenommen." ... "Du glaubst nicht, was ich alles schon für Unfug gesehen habe, im Sturm." ... "Ich möchte nicht sehen, wie dein Licht hier erlischt." ... "Ich glaube an Erlösung, Ingo!" ... "Aber wenn man es zulässt, ist diese Bande hier wie eine Art Familie." ... "In unserem Leben bekommen wir... und verlieren wir. Heute freu' ich mich über das, was ich im Leben habe." ... "Du bist weise, auf deine eigene Art." ... "Nicht alles, was passiert, ist traurig." ... "Und zwar lief da oben ziemlich viel schief. Wellenheim ist vermutlich gefallen." ... "Sie blieb einfach stehen, Alex. Es tut mir leid." ... "Ich werde ihr Andenken nicht entehren, indem ich mich besaufe." ... "Denn so viele sind am Bund schon zerbrochen." ... "Und ich glaube, wir beide werden uns irgendwann sehr, sehr böse streiten. Du und ich. Und Viktorie und ich." ... "Ich kann nur hoffen, dass ihr nicht kaputt geht." ... "Meine Vergangenheit liegt hinter mir." ... "Sterben verboten, kaputt gehen verboten, hm?" ... "Ich seh zu, dass ich heil zurück komme. Versprochen" ... "Ich weiß nicht, was ich dann machen würde" ... "Ich will nicht für die Toten sterben. Ich will für die Lebenden leben." ... "So schreiten wir zu grimmig Tat. Erzittere, Berg, der Dämmersturm naht!" ... "Bisher ist es nur ein Vorschlag von Walter." ... "Der Dämmersturm braucht starke und erfahrene Persönlichkeiten Euresgleichen, insbesondere in diesen dunklen Zeiten. Hiermit befördere ich Euch zum Rottenmeister des Dämmersturms." ... "Wenn du durchhälst, zieh ich meinen Hut vor dir." ... "Ich hab es damals noch nicht gewusst, aber es war umgekehrt genau so." ... "Das ist halt, was mir so vorschwebt, für die Zukunft. Überleben und leben."

"Alarten, Bruces, Vith, Nersto... holt die Orgelkanone her!" ... "Spaß darf sein, Lynn. Respekt MUSS sein. Disziplin KANN auch mal nötig sein. Erfolg MUSS immer unser oberstes Ziel sein!" ... "Ich erwarte viel von euch. Und viel von mir. Weil 'mittelmäßig' auch 'tot' bedeuten kann. Und ich will, dass wir überleben!" ... "Wir müssen mit dem arbeiten, was wir haben und wissen" ... "Doch ist der Eid nicht das einzige Maß, an dem Eifer und Treue gemessen wird" ... "Es war unglücklich, dass Euch das Schlachtgeschehen so früh in die Kampfunfähigkeit prügelte. Doch umso glücklicher war es, dass es Euch nicht tödlich traf." ... "Schlimmer ist das hier tatsächlich nicht." ... "Red nicht soviel vom Ende. Das kommt von ganz allein. Aber nicht hier. Nicht jetzt." ... "Du wirst doch nicht melancholisch auf unsere alten Tage?" ... "Es ist besser auszubrennen, als zu verblassen." ... "Wir alle haben schon so viel überstanden. Ich hab' nicht vor, jetzt aufzugeben." ... "Wir alle haben schon unfassbaren Gefahren getrotzt. Und gesiegt. Das ist unsere Macht. Jeder von uns hat sie." ... "Wir alle kennen Schrecken. Und sind nur härter draus hervor gegangen." ... "Die Gesetze der Logik verblassen vor einem Feind, der sich der Logik nicht unterwirft." ... "Eben deshalb hoffe ich, dass purer Wille, pure Entschlossenheit ein Schlüssel zum Sieg ist." ... "Ihr neigt dazu. Lasst es sein!" ... "Niemand erwartet von uns, alles sofort zu wissen." ... "So etwas wird sich nicht wiederholen. Ich hätte damals hartnäckiger sein sollen." ... "Du hast den Verstand dazu." ... "Leitet auch das in die Wege!" ... "Ich hoffe, du endest nicht so wie die Räuber. Ich hoffe, du wirst alt und grau und stirbst im Bett." ... "Ich würde gerne wissen, ob sie Euch die selbe Geschichte auftischt wie mir." ... "Das wird bald ein Ende haben." ... "Hexe!" ... "Das wird nicht passieren!"

...


Mit einem gedehnten, rasselnden Atemzug kam Alexander wieder zu Bewusstsein. Erschrocken schlug er die Augen auf und selbst der grüne Dunst von Un'Goro schien ihn beinah zu blenden. Und damit bohrte sich auch der Schmerz unerbittlich und plötzlich wie ein Pfeil zurück in seine Sinne. Wie lange war er weg getreten? Nicht lange, schoss es ihm durch den Kopf, denn sonst hätte die Hexe auf Nummer Sicher gehen können. Doch er lebte - war Schmerz nicht ein gutes Zeichen, dass man noch am Leben war? Sein Herz aber raste, angestrengt. Sein Atem war keuchend und jeder Atemzug war eine Qual. Fast wie bei seinem letzten Ausdauerlauf, als Raucher, vor so vielen Monaten. Sein Hemd war von Schweiß durchnässt. Alexander stemmte sich vom Boden hoch, ging auf die Knie und spähte vorsichtig über die Blätter der riesigen Farne hinweg, ob er Rutha irgendwo sehen könnte. Und tatsächlich: In weiter Ferne rannte sie. Nicht zurück in Richtung Lager, sondern in den Wald. Einen Augenblick lang war Alexander versucht, sie zu verfolgen. Doch er hatte ja gesehen, wie mühelos sie dem Bumerang und seiner Flinte widerstand. Nein. In seinem derzeitigen Zustand würde er nicht lange überleben. Und so steckte Alexander seine Waffen weg und schleppte sich zurück, in Richtung Lager, während er versuchte, sich wieder zu sammeln und den Ereignissen einen Sinn zu geben. Das war das dritte, denkwürdige Aufeinandertreffen mit einer Hexe. Die Erste hatte ihm beinah den Schädel gespalten, hatte ihn auf ewig gezeichnet und war von Ian erschlagen worden. Die zweite Hexe hatte ihn kontrolliert, hatte ihn gegen seinen Bruder gehetzt. Und sie war unter Qualen von Ian und ihm hingerichtet worden. Und nun Rutha. Die wochenlang den Dämmersturm begleitet und beobachtet hatte. Doch Alexander machte sich keine Gedanken zu ihrem Motiv. Oder zu ihrem eventuellen Auftraggeber. Er würde den Kommandanten warnen. Doch vorher galt es, den Schrecken aus seinem Kopf zu bekommen. Nicht die Angst vor dem Tod, sondern diesen kurzen Moment, als sie versucht hatte, ihn zu verzaubern. Und dem Wissen, wie schwierig es gewesen war, Hass und Liebe und Loyalität zu fokussieren, um ihr zu widerstehen. Die Erinnerung an diesen kurzen Moment erschreckte ihn so sehr wie lange nichts mehr. Und die Vorstellung, was passiert wäre, wenn er nicht widerstanden hätte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 8. Apr 2017, 11:02 
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"Ich soll gegen Euch kämpfen, Rottenmeister?" Der Gilneer sah mit skeptischem Blick vom Lagerfeuer hoch. Der Rottenmeister in der schwarz-roten Rüstung nickte. "Habe ich mich undeutlich ausgedrückt, Barker? Mir ist nach Training zumute und Ihr seid der erstbeste, den ich antreffe." Die graublauen Augen des Rottenmeisters wanderten über die leeren, provisorischen Holzbänke, die um das große Lagerfeuer herum verteilt waren. "Es ist ja nun nicht so, dass es hier von Alternativen so wimmelt. Aber ich möchte trainieren und Ihr kommt mir gerade recht. Oder störe ich Euch beim Mittagsschläfchen?" Nun grinste der Gilneer. "Na, meine Augen sind doch offen, oder? Wenn ich hier schlafen würde, würdet Ihr mich eh nicht aufwecken können." Dann aber erhob sich James von der Holzbank. "Kommt mit." Alexander führte den Gilneer zwischen den Zelten hindurch zu einem größeren Fleckchen freien Bodens. Dort legte er seinen Helm und seine Waffengurte ab, ehe er die Fäuste hob. James indes hob eine Augenbraue. "Ach? Ihr mit Rüstung?" Die hellgrauen Augen des Gilneers huschten zu den Handschuhen des Rottenmeisters. "Dann werd' ich mich aber auch nicht zurück halten. Auf los geht's los?" Der Rottenmeister nickte ernst. "Los." Dann, noch ehe James die Fäuste hoben konnte, war Alexander auch schon bei ihm und riss die rechte Faust in einem Aufwärtshaken hoch. Er erwischte James unterm Kinn und der Gilneer ging wie ein nasser Sandsack zu Boden, wo er einige Sekunden benommen liegen blieb. "Owww...Ich war noch nicht ganz soweit" murrte James, grinste aber und erhob sich direkt wieder. "Noch einmal, ja?" Abermals nickte der Rottenmeister. "Los!" Und nun war der Gilneer bereit. Er schnellte nach vorne und ließ die Fäuste auf den Rottenmeister einprasseln, bis dessen erhobene Fäuste nicht mehr ausreichten und eine Faust das stoppelige Kinn erwischte. Alexander ging einige Schritte nach hinten, hob jedoch direkt wieder die Fäuste. "Schon besser, Barker. Viel besser." Er schnellte sofort wieder nach vorne und schwang eine Faust in Richtung von James' Wange, doch die Rüstung machte ihn langsamer. Und der Gilneer war flink. Mühelos duckte er sich unter dem Hieb hinweg und versuchte abermals, Alexander mit einigen schnellen Angriffen zu erwischen. Alexander hob ein Bein, um einen Kniestoß des Gilneers harmlos an der Rüstung abprallen zu lassen, drosch James' Fäuste einfach beiseite, ehe er ihm die Faust auf die Nase rammen wollte. James allerdings sah den Angriff kommen, ließ den Rottenmeister ins leere Schlagen und rammte ihm zweimal das Knie in die gepanzerte Magengrube, ehe er Alexander die Stirn ins Gesicht schmetterte. Alexander taumelte nach hinten, trat dem Gilneer dabei aber in die Magengrube, um ihn von sich zu stoßen und wieder etwas Abstand aufzubauen. Und sofort hoben beide wieder ihre Fäuste, umkreisten einander und suchten nach einer Schwäche in der Abwehr. Alexander, der sich bewusst war, dass der Gilneer wesentlich schneller war, entschied sich nun, dem Kampf mit zwei besonders kräftigen Hieben eine Wendung zu geben. Und so griff er abermals an, täuschte einen Aufwärtshaken an, ehe die linke Faust seitlich gegen das Kinn sauste und ein Kopfstoß seinerseits den Kampf beenden sollte. James aber ließ sich von der Finte nicht täuschen, blockte den Schwinger ab, doch dem Kopfstoß konnte er sich nicht entziehen. Nun war der Gilneer es, der nach hinten taumelte und sich die Stirn rieb. "Wer wohl den härteren Holzkopf hat?", fragte der Gilneer grinsend, doch sein Blick war längst wieder wachsam. Dann kam auch schon der Angriff. Mit einem Sprung war James beim Rottenmeister und drosch ihm zweimal kräftig die Fäuste ins Gesicht. Nun war es Alexander, der nach hinten umfiel, auf dem Arsch landete und benommen den Kopf schüttelte. "Schön, dass Ihr wieder munter seid", meinte James und bot dem Rottenmeister sofort eine helfende Hand beim Aufstehen an. Alexander aber erhob sich selbstständig und legte den Waffengurt wieder an. "Man kann das aber eigentlich nicht vergleichen", merkte James an. "Ihr mit Rüstung. Ich ohne. Ich habe seit frühester Kindheit in den dreckigen Gassen von Gilneas gekämpft. So wirklich fair war der Kampf also nicht." Alexander schnaubte. "Im Krieg gibt es auch keine fairen Kämpfe, Barker. Aber Ihr habt Recht. Man kann es eigentlich nicht vergleichen. Denn im Ernstfall nutzt man alles, was man hat. Im Ernstfall hält man sich nicht zurück." Der Rottenmeister ließ eine Hand über seinen Gürtel wandern und tätschelte abwechselnd den Griff seines Jagdmessers, den Griff seines Schwertes und den Griff einer seiner Schrotflinten. "Wie wäre es mit einer dritten Runde?", fragte James. "Ihr habt mich zu Boden geschickt, ich einmal Euch. Bester von Drei?" Alexander aber schüttelte mit dem Kopf. "Nein. Ich habe zu tun. Und Ihr auch, Barker. Wachdienst. Ihr übernimmt die Hälfte von Finnje's Schicht." Nun schmunzelte James und nickte. "Ah ja. Alles klar. Immer gerne." Alexander nickte und hob seinen Helm auf, setzte ihn auf und legte kurz eine behandschuhte Pranke auf die Schulter des Gilneers. "Sichere Wacht." Dann setzte sich der Rottenmeister in Bewegung. Es galt, ein paar Trossleute mit Aufgaben zu nerven. James indes steuerte gut gelaunt den nächstbesten Ausgang des Forts an. "Sicher... Pff... Keinen Spaß gönnt er mir."


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