Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
Aktuelle Zeit: 2. Dez 2016, 23:15

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 156 Beiträge ] Gehe zu Seite  Vorherige  1, 2, 3, 4, 5, 6 ... 16  Nächste
AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 5. Mai 2013, 13:08 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.2011
Beiträge: 372
Wohnort: Barbarossapfalz
Geschlecht: weiblich
"Wo willst Du hin ?"
"Raus. Hab grad Sehnsucht."
"Sehnsucht ? Es ist mitten in der Nacht Suadya."
"Ich weis. Aber ich brauch mal ein Moment für mich alleine. Passt Du auf Nate auf."
"Sicher. Pass aber Du auf Dich lieber auf."
Suadya öffnete die Holztür, welche leise knarzte und ging raus. Der Wind war kühl und salzig vom Meer. Erfrischend wie Sie bemerkte. Tief wird die kühle Nachtluft eingeatmet, dann die Tür leise geschlossen. Manchmal braucht man Momente für sich. Ein Augenblick wo man in sich gehn kann und einfach los lassen kann. Der Hafen war ruhig. Hier und da patroullieretn Soldaten rum oder arbeiteten nach welche. In den letzten Tagen war es immer so ruhig gewesen. Also schritt Suadya über die Pflaster die Ebenen hinab zu den Stegs wo die Schiffe anlegten. In der Ferne sah Sie das immer wieder auftauchend evom Leuchtturm. Ein sicheres Zeichen für heimkehrende. Während Sie am Hafen entlang ging, ging Ihr auch zeitgleich einiges durch den Kopf.
Der Bund.. So schnell wird man abgeschrieben und schon ist man aus der Welt weil man andere priotietäten setzt. Die Regeln. Geschriebene Fesseln. Kein freies Leben mehr. Der Kommandant kettet seine Sklaven langsam mehr und mehr an sich. Was ist das für ein Leben, sich für die Ideale eines anderen zu opfern. Ohne richtig was erlebt zu haben. Nein, Suadya kann das nicht. Keine Vereidigung. Sie will nicht das Leben aufgeben und sich dauern in Gefahr wissen. Aber Alvrim.. Er ist an diesen Ketten gefesselt und kann nichts mal dagegen tun. Nicht mal heiraten will Er nun wegen diesen bescheuerten Regeln. Das war nicht Ihr Wunsch. Ihr Mutter hat immer von einer schönen Hochzeit geträumt. Am Meer. Während die Sonne aufgeht. Aber das wird wohl nun für immer ein Traum bleiben. Suadya tat es leid. Ein Wunsch Ihrer Mutter nicht zu erfüllen. Aber das Leben hat sich geändert. Sie musste sich damit anfreunden das Al nun praktisch mit dem Kommandanten verheiratet ist und Er mit Ihm machen kann was Er will. Ja, sie hasste Ihn insgeheim dafür. Den Kommandanten. Er weis wahrscheinlich garnicht wie es sich anfühlt geliebt zu werden, sich sorgen zu machen oder selber zu lieben.
Plötzlich bemerkte Sie zwei Gestalten am Steg. Sie waren Ihr bekannt. Ingo und Alvrim. Was für ein Zufall. Aber Sie wollte nicht stören... Da war Alvrim mal in der Stadt und meldet sich nicht bei Ihr. Wieso ist Er in letzter Zeit so komisch.. so selten da. Irgendwas stimmte mit Ihm nicht. Und das schon länger. Aber Sie hat Ihn nie darauf angesprochen. Er wird Ihr schon sagen wen was ist. Soviel vertrauen hat Sie doch zu Ihm noch. Aber sorgen.. machte Sie sich trotzdem.
Suadya hockte sich an den Steganfang wo Alvrim und Ingo waren und starrte hinaus auf das Meer. Zog die Beine an den Körper und schlang die Arme darum. Es war doch recht kühl schon. Es dauerte nicht lange da marschierte Ingo an Ihr vorbei. Kein Wort.. nichts. Warum auch. Man war ja praktisch abgeschrieben vom Bund aus gesehn. Dann tauchte Al auf und hockte sich zu Ihr. Sie redeten. Und da erfuhr auch Suadya endlich mal was los war. Ingo war das Kindermädchen von Alvrim geworden weil es Probleme gab mit Schattenmagie. Wieso gerade Er ? Immer ist es Alvrim.. Kann Er nicht einmal in RUHE leben !? Und wieso gerade Ingo.. Suadya hatte nichts gegen Ihn, aber Er war so... so komisch manchmal. Und selten mal anwesend. Da erfuhr Sie auch warum Alvrim so selten bei Ihr und Nate ist. Angst das beiden was passiert. Sie wollte es Ihm nicht sagen, aber manchmal fühlt Sie sich wie eine alleinerziehende Mutter..
Aufeinmal lag Er Ihr einen Beutel in den Schoß. Geld.. war das das einzige was beid enoch miteinander verband ? Er brachte das Geld heim damit Sie genügen Sachen einkaufen kann für ihren Sohn ? War da sonst nichts mehr. Doch, aber es waren mal wieder schwierige Zeiten. Wie immer eigendlich..
Dann bekamm Suadya Lust irgendwas unsinniges zu machen. In das Meer zu springen und zum Leuchtturm zu schwimmen. Einfach so. Weil es verrückt ist und Spass macht. Sie hätte niemals gedacht das Alvrim dann kurz danach in das Wasser hechtet und sie auffordert sich zu beeilen praktisch. Lachend sprang Sie nach und beide schwammen zum Leuchtturm. Das Wasser war kalt. Aber Ihr war es in dem Moment egal. Der Abend war seit langem mal wieder schön. Und das zusammen mit Alvrim. Vielleicht verband beide ja doch noch etwas. Etwas, das selbet der Kommandant mit seinen Irren Regeln nicht zu durchbrechen mag. Irgendwann wird der Moment kommen.. und Al wird sich entscheiden müssen. Suadya hoffte aber für Ihn das dieser Augenblick nie kommen wird. Sie hätte Angst vor der Antwort.. weil irgendwo glaubt Sie, Er wird sich für den Bund entscheiden.

_________________
Träume nicht Dein Leben.
Lebe Deinen Traum!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 21. Mai 2013, 23:23 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.2013
Beiträge: 175
Geschlecht: weiblich
Die kalte Nachtluft ließ einen Schauer über meine Haut jagen. Durch meine Maske hindurch drangen kleine Wölkchen, meine kristallisierten Atemzüge. In beiden Händen ein Schwert, das Gewicht, die Reichweite - noch immer ungewohnt. Ich könnte beinahe behaupten, es würde sich nicht ganz richtig anfühlen. Sacht legen sich die gefrorenen Flocken auf mein Haar, auf das Leder an meinem Körper, weichen alles durch, lassen es schwerer an mir ziehen. Die beiden Bäume zwischen denen ich stehe engen mich ein, behindern die langen Klingen. Ein guter Ort..

Die Trainingseinheit einläutend setze ich meine Füße weiter auseinander, verlagere meinen Schwerpunkt nach unten, winkle also meine Knie, die mir federnd Beweglichkeit zusichern. Ich hebe die Hacken, mein Gewicht wird nun mehr von dem Fußballen getragen, es macht mich flinker, gibt meinen Sprunggelenken mehr Spiel.
Mit gefährlichem Fauchen schlage ich mit der Rechten nach dem linken Baum, drehe mich aus der Bewegung, ziehe die Klinge so mit und setzte sie gegen den anderen ein. Knirschend beschwert sich der Schnee unter meinen Füßen, ein leises Versprechen in einiger Zeit zu einer rutschigen Fläche zerdrückt zu werden. Von oben nieseln unberührte Flocken aus den Baumkronen - wunderschön wie sie im zwielichtigen Mondschein glitzern.
Die nächste Aktion verpatze ich durch einen Anfängerfehler. Die Klinge bleibt in der vereisten Baumrinde stecken, behindert meine Bewegung. Tödlich außerhalb des Trainings. Ich lasse den Griff los, ducke mich unter ihm hinweg trete dabei gegen den Baum, der mein Schwert in seinen Fängen hält. Noch wärend ich mich wieder aufbaue drücke ich meine Verbliebene unter die Rinde des anderen Stammes, durch metallisches Klirren wird es begleitet. Ich höre es kaum, pfeift mir der eisige Wind doch so um die Ohren, doch ich kann es spüren, fühlen. Eine weitere Drehung und mit Hilfe des dadurch entfalteten Schwungs gibt die Pflanze meine Waffe ächzend frei.

Der Lawine, die sich dank mir aus den Ästen löst weiche ich durch einen gewagten Sprung auf die vereiste Fläche hinter mir aus. Knirschend flucht das Eis des Sees unter meinen Füßen, doch es hält wie zu erwarten stand. Noch einige tiefe Atemzüge halte ich inne. Erst jetzt spüre ich das Dröhnen meiner Handgelenke und meiner Schultern. "Verfluchte Schwerter", murre ich wärend meine Füße ihren Weg durch Schnee und Eis zurück in die warme Heimat finden.

_________________
"I can. I will.
Believe that.
"
-Roman Reigns


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 22. Mai 2013, 12:27 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.2012
Beiträge: 568
Geschlecht: nicht angegeben
Wahnsinn…
Was ist das schon für ein Wort… Wahnsinn.
Bin ich wahnsinnig? Verrückt? Normal?
Ist Wahnsinn nicht relativ? Liegt es nicht im Auge des Betrachters? Verändert sich Wahnsinn nicht mit der Zeit?

Verschwendung…
Kann man sein Leben verschwenden? Wenn ja, wie? Ist es eine Sucht? Eine Krankheit? Kann man geheilt werden? Wer ist daran schuld? Man selbst, oder andere?

Vielleicht ist mein Leben Wahnsinn. Vielleicht Verschwendung.
Alles rauscht an mir vorbei, ich bin nicht in der Lage, irgendetwas festzuhalten, etwas an mich zu drücken und für eine Weile mitzunehmen. Ich greife immer ins Leere, verliere allmählich die Kontrolle über meinen eigenen Wahnsinn. Mein eigenes Leben. Werde ich fremdgesteuert? Wer weiß das schon?

Ich sehe das Blut. Ich kann es riechen, kann es in meinen Ohren rauschen hören und dennoch sind meine Gedanken klar. Spiele ich gut?
Besetze ich die Rolle, die man mir erdacht hat so, dass es zufriedenstellend ist? Was kann ich noch tun?
Was kann ich tun, damit sie denken ich wäre verrückt?
Was kann ich tun, damit sie denken ich wäre irrational?
Denkt logisch. Ist es möglich, dass ein Irrer präzise ist? Kann er berechnend sein? Ihr seid verblendeter, als ich es je sein kann. Aber das behalte ich für mich.

Auch ich verfolge einen Plan.
Wende ich mich meinem nächsten Gegner, meinem nächsten Opfer zu, dann werde ich wieder wölfisch grinsen, für meinen Gegenüber irre erscheinen. Ich werde mit einem Satz bei ihm sein, ihm das Herz aus der Brust reißen und noch schlagend vor seine, vor Schreck geweiteten Augen halten. Dann wird er sterben. Und ich werde verrückt sein.
So wie ihr es sehen wollt. So wie ich sein muss, um den nächsten Tag zu überleben. Um weiterhin irgendeine Existenz zu haben, einen Grund zu leben.
Was bleibt mir, außer meiner Verrücktheit?

Alle meine Lieder können nur aus dem größten Schmerz hinaus komponiert werden.
Jeder einzelne Vers kann nur aus einem Wunsch geboren werden.
Ich wünschte nur, ich hätte noch einen Tag zu leben.

Warum ich das alles tue?

Warum stehe ich hier, inmitten von verstümmelten, zerfetzten Körpern und hässlichem toten Fleisch? Warum besudele ich mich jedes Mal aufs Neue mit Blut und Sünde? Warum erscheine ich unberechenbar, wild, animalisch, unkontrolliert?

"Ach Ian…"
Warum muss er ausgerechnet jetzt wieder auftauchen?
"Was für eine Sauerei… musste das wieder sein?"
Ich drehe mich zu ihm um, sehe ihn aus einem trüben Auge an. Nicht nur du verstellst dich.
"Ja."
Sie sollen leiden.
Sie sollen sich ihrer Unfähigkeit bewusst werden.
Sie sollen sehen, dass nicht alles so ist, wie sie es haben wollen.
Warum ich das tue? Warum das sein musste? Aus Genugtuung? Aus Rache? Aus Lust? Aus Garantie...

Meine Garantie tun und lassen zu können, was ich will. Meine Garantie, andere auf Abstand zu halten. Meine Garantie, mein Leben so führen zu können, wie ich es will. Es ist eine bestimmte Strategie, die vielleicht nur er entschlüsselt.

Sie nennt sich "Narrenfreiheit".

_________________
Alle für einen, und jeder für sich selbst!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 23. Mai 2013, 19:04 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 10.2010
Beiträge: 322
Geschlecht: männlich
Mit ungewöhnlicher Aufregung wanderte der Blick über die Zeilen. Sie erzählten von Ängsten, Sorgen… Hoffnung. Von seiner kleinen Tochter, wie sie langsam zu sprechen anfing und immerzu nach Papa fragte. Unter der Unterschrift war das Blatt dunkel und etwas gewellt. Er versuchte, sie sich vorzustellen, wie sie unter Tränen schrieb. Er kam nicht mehr dazu. Es klopfte laut an der Tür.
„EY DU SACK! MACH DIE TÜR AUF, ODER WIR TRETEN SIE EIN!“
Er verstaute den Brief unter seinem Gewand und griff über den Tisch zum Breitschwert – ließ es dann aber doch. Es waren bestimmt nur Schutzgeldeintreiber. Der Verdacht bestätigte sich, als er die Tür öffnete. Wieder mal die üblichen Gestalten: verlauste, dreckige, in Lederjacken gewandete und mit Knüppeln bewaffnete Gorillas. Einer war ein Mensch, ein bleicher Kerl mit Pockennarben, der andere ein Zwerg mit kurz geschorenem Bart.
„Zahltag.“ Grinste der Mensch und trat ungebeten ein, gefolgt von seinem Kollegen. Percy ließ sie gewähren und suchte aus seiner Hosentasche die üblichen 10 Silber heraus. Das war für einen einzigen Mieter nicht viel, aber bei der Menge in einer Mietskaserne und der Menge an Mietskasernen insgesamt summierte sich das und alle waren zufrieden. Aber manchmal… nur manchmal… wurden die Kerle gierig.
„Ey, was ist denn das hier?“ Der Mensch pfiff anerkennend. Percy griff unter sein Gewand – das Amulett! Mit einem fiesen Grinsen hielt es der Kerl baumelnd in der Hand. „Ich glaube, das nehmen wir heute als Zahlung mit.“ Er lachte. Der Zwerg stimmte mit ein. Percy atmete durch.

„Das war ein Fehler.“

Die beiden merkten sofort, was los war, aber er ließ ihnen keine Zeit, zu reagieren. Mit einem schnellen Dreh des Handgelenks schleuderte er dem Zwerg die Silberstücke ins Gesicht. Dann griff er sofort nach dem Breitschwert. Der Mensch schaffte es, seinen Knüppel zu ziehen und in Erwartung des Angriffes hochzuhalten, aber er hatte nicht mit der Wucht des Hiebes gerechnet. Percy schlug beidhändig zu, die Klinge ließ das Holz krachend splittern und drang seitlich in seinen Hals ein, durchtrennte die Hauptschlagader. Gurgelnd und mit weit aufgerissenen Augen brach der Kerl zusammen. Percy wirbelte herum – der Hieb! Der Knüppel krachte gegen sein Bein, riss ihn herunter, er keuchte auf, meinte, Knochen knacken zu hören. Über ihm ließ sich der Zwerg Zeit. Weit holte er für den entscheidenden Schlag aus. Zu lange. Percy riss das Schwert hoch und trieb es dem Ganoven in den Wanst. Der ließ den Knüppel fallen und packte den Schwertkämpfer am Hals, drückte mit beiden Händen kräftig zu, während er blutige Grimassen schnitt – doch ihn verließen die Kräfte zu schnell. Von Schock und Blutverlust übermannt, fiel auch er zu Boden.
Der Schweigsame erhob sich. Keuchend hielt er sein schmerzendes Bein. Er nahm das Amulett aus den erkaltenden Fingern des Pockennarbigen und hängte es sich wieder um, warf einen Blick durchs Zimmer. Es wurde Zeit, für die Reise zu packen.

_________________
Wenn ich nicht so viel Scheisse bauen würde, käme ich mir dämlich vor.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 11. Jun 2013, 18:19 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 06.2012
Beiträge: 519
Geschlecht: männlich
"Jawohl, Chef" waren seine letzten Worte gewesen, ehe er los rannte, dem Feind entgegen. Vielleicht hat mich Dirk auch verflucht, als er sich umringt von Orcs wiederfand und erschlagen wurde. Sein Blick, als ich ihm gesagt hatte, er solle vorrücken und die Späher angreifen, war einfach nur Gehorsam gewesen. Loyalität. Er hatte seinen Gehorsam mit dem Leben bezahlt. Nokomis hingegen hatte mich unsicher angeblickt. Zurecht. War ja nicht das erste Mal, dass ein Befehl von mir sie in Gefahr brachte. Und nun war es das zweite Mal, dass sie wegen mir beinahe getötet worden war. Ich konnte einfach nicht anders, als mir die Schuld zu geben. Ja, mir war durchaus klar, dass sich die Söldner unter mir durchaus verletzen und sogar sterben konnten. Schlimmer war, das Gefühl, zahlreiche Fehler begangen zu haben, die dann an so etwas Schuld sind. Wäre ich nur besser gewesen, hätte ich nur die richtigen Entscheidungen getroffen. Dann wäre Dirk wahrscheinlich noch am Leben. Nokomis wäre nicht verletzt und ich müsste nicht immer an ihren beinahe ängstlichen Blick denken, als ich ihr den Befehl gab, Dirk zu folgen. Vielleicht wären wir rechtzeitig zur Stelle gewesen und Cyrtes wäre nicht so schlimm verwundet worden. Und Alvrim hätte seinen linken Unterarm noch. Ja, solche Gedanken können Gift sein. Ich weiß, ich sollte versuchen, es anders zu sehen. Einfach draus zu lernen und es besser zu machen, beim Nächsten Mal. Doch ich fürchte mich, vor diesem nächsten Mal. So sehr, wie ich nie geahnt hätte, dass ich mich fürchten könnte. Und ich kann diese Gedanken nicht fort schieben. Nicht einmal Bier oder Schnaps hilft da. Ich kann kaum in den Spiegel schauen. Nicht einmal Zielschießen beim Depot hilft, diese Gedanken auszublenden und ruhig zu werden. Nicht einmal Meditation oben auf dem Mount Ironforge. Was soll ich tun? Wie soll ich weiter machen? Es ist früh am Morgen und ich habe viel zu wenig Schlaf gehabt, trotz viel zu viel Alkohol. Kaum öffne ich die Augen, beginnen die Sorgen, die Zweifel. Die Erinnerungen. Bin ich doch der Falsche für den Job? Für den Sturm? Mir ist danach, davon zu rennen. Doch ich bin nicht feige. Ich stehle mich nicht davon, denn es würde nicht helfen. Oder sollte ich versuchen, Distanz zu waren? Zu den Anderen? Zu der letzten Mission? Ich weiß nicht, wie ich mich verhalten soll, wie ich weiter machen soll. Ich habe schon so viel Scheiße überstanden und eigentlich sollte ich mir einreden, dass ich auch diese üble Sache überstehe. Aber es ist schwer. Mürrisch trete ich die leeren Flaschen beiseite, trete zum Spiegel, schaue ins Waschbecken. Vermeide es, mein Spiegelbild anzuschauen. Dann, ganz langsam, schaue ich nach oben. In das blasse Gesicht, mit den roten Augen, den Augenringen, den Sorgenfalten. Nein, ich werde nicht aufgeben. Langsam straffe ich die Schultern. Ich habe schon so manche Krise überstanden. Ich werde nicht davon rennen. Ich werde einfach besser werden müssen. Viel besser. Ich sollte öfter trainieren, mehr lesen. Bis mir keine Fehler mehr unterlaufen. Bis der Blick meiner Rotte voller Vertrauen ist. Bis das Vertrauen gerechtfertigt ist. Mühsam blecke ich die Zähne zu einem wilden Grinsen. Nun sollte ich mich erst einmal waschen und dann die vielen leeren Flaschen entsorgen. Dann würde ich das Depot aufsuchen.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 29. Jun 2013, 17:12 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.2012
Beiträge: 568
Geschlecht: nicht angegeben
So nachdem es mit Alvrim so langsam wieder bergauf geht hier mal ein Abriss dessen wie er so drauf war (und manchmal noch ist) - was ja keiner mitbekommt, da er diese Dinge mit sich selbst ausmacht. Und es erklärt vielleicht auch warum er aus dem HQ so schnell weg war.

Als ich aus dem Schlaf schrecke, brauche ich einen Augenblick, um zu begreifen, wo ich bin. Es ist dunkel um mich und die Panik lässt meinen Puls in die Höhe schnellen, bis ich realisiere, dass ich in meinem Bett liegt. Ich lasse mich zurück auf das alte, durchgelegene Matraze fallen. Mit den Fingern taste ich nach einem Streichholz, irgendetwas, damit es hier nicht mehr so finster ist. Stattdessen stoße ich mit meiner Hand an eine Vase. Sie klingt hell in der Dunkelheit, es ist das einzige Geräusch in der Stille und plötzlich widert mich alles an. Ich setze mich auf und schwinge die Beine über die Bettkante. Ich kann plötzlich nicht mehr liegen, es fühlt sich so falsch an. Noch viel, viel falscher fühlen sich die Blumen und die Karte auf meinem Nachttisch an. Es ist nicht richtig. Da sollten keine Blumen stehen und erst recht keine "Werde schnell wieder gesund!"-Karte. Das ist nicht richtig.
Ich beiße mir rasch auf die Unterlippe und schiebe den Gedanken zur Seite, sonst werde ich nur wieder in den verdammten Vorwürfen und dem Mitleid der anderen ertrinken. Ihre falsche, verlogene Freundlichkeit widert mich an und am liebsten würde sie packen und sie schütteln, sie anschreien, auf sie einschlagen und fragen, warum sie mich so scheinheilig anlogen, mich so ansahen.
In der Dunkelheit taste ich nach der ersten Vase. Es ist die ganz große Vase, mit den Blumen von Sally. Ich gehe in Richtung Abort und stoße mich mehrmals, obwohl ich den Weg im Schlaf kenne, aber das spüre ich gar nicht richtig. In der winzigen Kammer reiße ich in Schwefelholz an, reiße die Blumen aus der Vase und stopfe sie in den Blecheimer. Während alledem sehe ich nicht in den angelaufenen Spiegel. Ich kann einfach nicht.
Zielgerichtet geht ich zurück, das dämmrige Kerzenflackern gibt noch im Zimmer genügend Licht, sodass ich nach einer zweiten greifen kann. Es ist die Vase mit den Blumen von Su. Sie werden alle in den Eimer in der Kammer gestopft, der schon längst übervoll ist und aus dem die Blüten nur so hervorquellen. Ich stelle sie neben die Vase von Sally. Es klirrt leise, als sie aneinander stoßen. Ich weiß nicht, warum sie mir ausgerechnet Blumen geschenkt hat, aber es fühlt sich an wie blanker Hohn – Sonnenblumen. Es ist fast Genugtuung, die ich spüre, als ich die überstehenden Blumen in den Eimer trete. Sie fallen wieder heraus und auf den nackten, kalten Steinfliesen sehen sie fast so aus, als ob sie mir einen Vorwurf machen würden. Das Gelb wirkt verloren auf dem grauschlierigen Weiß. Das bringt diesen letzten Faden, der meine Wut gehalten hat, endgültig zum Reißen. Sie steigt in mir auf, brüllend heiß, als ich die Faust balle, verkrampfe, die Fingernägel in das Fleisch drücke. "Verdammte Scheiße nochmal!" Meine Stimme klingt heiser, überschlägt sich fast schrill und blind schlage ich die Vasen von dem Brett und auch sie zerreißen die Stille, zerspringen klirrend in Myriaden Scherben auf dem Boden. Ein Zischen und das Bad ist wieder dunkel. Ich lasse die Tür ins Schloss fallen, aber ich vergesse nicht diese gelben Sonnenblumen, die aus dem Eimer hervorragen, auf dem Boden liegen zwischen den Scherben.
Ich schließe die Augen und schlucke die aufsteigende Galle runter. Mir ist schlecht. Aber ich weiß auch, dass ich diese Übelkeit nicht loswerden kann. Es hat nichts mit meinem Körper zutun, oder den beschissenen Medikamenten mit denen ich mich zudröhnen soll, sondern mit meinem Kopf, das weiß ich auch. Dazu brauche ich keinen verdammten Heiler, der mir Reden hält.
Meine Füße führen mich mit wenigen Schritten zu dem winzigen Fenster und ich reiße die uralte staubige Gardine auf. Draußen ist es dunkel. Ich weiß nicht, wie spät es ist, aber draußen ist niemand. Die Nachtlaternen spenden orangenes Licht. Ansonsten ist es dunkel. Es muss mitten in der Nacht sein. Ich will auch gar nicht wissen, wie spät es ist. Die Glasscheibe fühlt sich kühl unter meinen Fingern an.
Mein linker Arm ist dick verbunden und es stört mich. Es ist unhandlich, ein Gedanke, zutreffend und noch zynischer, aber ich weiß auch, dass ich so verflucht viel Glück hatte. Ein abgehackter Arm, ein paar gebrochene Rippen, eine Handvoll genähter Schnitte, blaue Flecke, ein paar Kratzer. Mehr nicht. Ansonsten geht es mir gut. Fast hätte ich laut gelacht. Gut. Die Heiler haben mir gesagt, dass ich mindestens ein Dutzend Schutzengel dabei hatte. Ich lächele bitter und drehe den Kopf, sehe in die Nacht, über die Dächer Richtung Kathedrale, deren hoher Turm im verrauchten Zwielicht nur schwer erkennbar ist. Ja, ich hatte Glück. Cyrtes hatte Glück. Julius hatte Glück. Nokomis hatte Glück. Dirk nicht. Ich schließe die Augen und lehne die Stirn an das Glas.
Krüppel.
Selbst jetzt schmeckt das Wort so bitter auf meiner Zunge, dass ich das Gefühl habe Löcher in Metallblech spucken zu können und ich fühle mich wie erdrückt, aber vielleicht habe ich das verdient. Meine Entscheidung. Mein Fehler. Meine Verantwortung. Meine... Schuld.

_________________
Alle für einen, und jeder für sich selbst!


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 12. Jul 2013, 02:01 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.2013
Beiträge: 175
Geschlecht: weiblich
Der ruhige Viertakt, der knirschende Neuschnee, die Ruhe der kühlen Nacht. Ich strich über das gescheckte Fell der Stute, ließ die Zügel lang. Mein Atem bildete weiße Völkchen, welche in der Stille von dem sanften Wind davon getragen wurden. Meine Augen trafen den Himmel. Eine schöne Nacht. Der so dunkle Himmel im Kontrast zur Umgebung, welche wie gepudert so perfekt weiß war. Die Sterne, wie freche Sommersprossen und der Mond, ein Vollmond diese Nacht. "Viech" schnaubte sacht und ließ den Hals entspannt hängen. In gemächlichem Tempo ging es vorwärts, zwischen den Bäumen hindurch.
Ein Seufzer. Ich sah mich um, es dauerte einen Moment bis ich realisierte, dass er aus meiner Kehle stammte. Ich musste meinen Kopf wieder frei bekommen, es beschäftigte mich und ich hatte ein mulmiges Gefühl. Ohne das ich darüber nachdachte vergrub sich meine Hand in der Mähne der Stute, kraulte diese. Wieder hatte ich dieses Gefühl, es hallte im meinem Kopf und wollte mich nicht loslassen, dieses verfluchte Wort: "Halb". Nein, so war es nicht mehr. Ich wusste es, aber doch fühlte ich mich eben genau so. Als wäre ich bloß "halb" bei mir, halb bei der Sache, bloß halb.. ich. Ich schüttelte meinen Kopf, meine Haare flogen umher, mit einer Hand musste ich sie knapp richten, holte meine Sicht zurück. Vergiss es. Kurz schloss ich meine Augen, atmete tief durch, redete mir ein, ich würde mir zu viele Gedanken machen. Wieder ein Seufzer. Behalt deine Ruhe. Gleich dich wieder aus. Ich sah auf das Pferd unter mir. Ein Streich meines Unterbewusstseins? Warum hatte ich nicht "Kasa" gesattelt? Mit einem Mal war ich genervt von mir selbst. Ich drückte die Unterschenkel an den fleckigen Pferdebauch und trieb die Stute in einen leichten Trab. Immerhin tat der ruhige Ausritt dem Tier gut, wenigstens die Stute konnte entspannen. Nach einer Weile parierte ich durch, ließ das Tier wieder in den langsameren Schritt fallen. Meine Augen schweiften durch die Umgebung. Warum war mir die Schönheit dieses Gebietes eigentlich nie aufgefallen? War ich doch so unaufmerksam? Im Mondlicht ließ den Schnee funkeln, ebenso die gefrorenen Baumstämme. Es schien beinahe so, als wäre die Welt in märchenhaftes Glitzern gehüllt. In der Ferne das Heulen eines einsamen Wolfes. "Viech"s Kopf schnellte hoch, die Ohren stellten sich auf. Ich murmelte einige beruhigende Worte, das Pferd kannte Schlimmeres und so entspannte die Stute wieder relativ schnell. Sie schnaubte eine weiße Wolke, dann war alles wie zuvor. Ein entspanntes Reittier, Ruhe, Glitzern .. außerdem ich und meine immerwärenden Gedanken. Vielleicht würde es mich weiterbringen, wenn ich mir einfach einen weiteren Abend in der Taverne gönnen würde. Vielleicht würde mich auch Training genug ablenken. Wäre wohl die bessere Alternative.
Der Ausritt brachte mir nicht die Ruhe ein, die ich mir erhofft hatte. Wäre auch zu schön gewesen. Also wendete ich das Pferd und trieb sie wieder in den Trab. Klack-klack, klack-klack. Der Zweitakt ließ mich ein wenig ruhiger werden. Wie leer es war. Wie einsam man sich mit einem Mal fühlen konnte. Der Weg erhöhte sich bereits wieder, als ich das Tier wieder zügelte. Bevor ich mit der Stute in der Stadt verschwand sah ich noch einmal zum Mond hinauf.
"Pass auf dich auf", flüsterte ich tonlos und es fühlte sich an, als würde sich mein Magen für einige Herzschläge lang umdrehen.

_________________
"I can. I will.
Believe that.
"
-Roman Reigns


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 12. Jul 2013, 14:54 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 10.2010
Beiträge: 322
Geschlecht: männlich
"Elas. Umanes. Rakas. Ibnas."
Wie ein Schwerthieb schneidet die Stimme durch das Chaos. Die Worte auf Eredun treiben den Schleier aus Schatten zurück. Ein Maulwurf, so schießt es ihm durch den Kopf - wie ein Maulwurf muss ich mich hindurchwühlen. Die Stimmen, die an seinem Geist kratzen, ignorierend, setzt er seinen Weg fort. Immer weiter, immer näher an das Zentrum heran.
"Elas. Umanes. Rakas. Ibnas."
Schließlich durchbricht er die letzte Barriere und da ist sie - die Quelle der Kraft. Vor seinem geistigen Auge erscheint sie wie eine gewaltige, gleißende Kugel im Nichts - so nah, dass man sie berühren könnte, aber doch so weit weg, dass man sie niemals erreichen kann. Er schüttelt die Gedanken ab. Nicht vom Weg abbringen lassen. Die Kugel ist von grünem Feuer umhüllt, ein dämonischer Großbrand entsetzlichen Ausmaßes.
"Elas. Umanes. Rakas. Ibnas."
Die Illusion zerplatzt, die Kugel ist wieder in ihrer reinen, gleißenden Form vor ihm. Sie pulsiert, als wäre sie ein lebendes Organ, schickt Wellen aus, die sich kräuseln wie auf einem See - NICHT VOM WEG ABBRINGEN LASSEN! Die erste Berührung schmerzt. Verlangen steigt in ihm auf, Wut, Begeisterung! Lass sie frei, lass alle Kontrolle fahren! Zerstöre alles um dich herum, nur um zu sehen, ob du es kannst!
"Elas. Umanes. Rakas. Ibnas."
Nein. Nicht nachgeben. Frieden. Ruhe. Passiv. Er greift tief in die Quelle hinein, schöpft aus ihr, dann formt er sie. Langsam, stetig lässt er die Kraft los, zwingt sich dazu, sie kontrolliert zu verbrauchen. Die Kugel verdichtet sich, wird kleiner, ihr Gleißen nimmt ab. Die Stimmen werden immer leiser, dann verstummen sie.
"Elas. Umanes. Rakas. Ibnas."
Ordnung kehrt zurück.


Sergei öffnete die Augen und atmete noch einmal tief durch. Die Runen des Bannkreises, in dem er mit überkreuzten Beinen saß, leuchteten hell. Nachdem er sich aufgerichtet und seine Roben abgeklopft hatte, sprach er das Befehlswort, das den Kreis öffnete und ihn hinaustreten ließ. Das Licht der Öllampe, die den Raum beleuchtete, kam ihm mit einem Mal fürchterlich grell vor, der modrige Geruch der alten Steinwände brachte ihn fast zum Husten und sein Unterhemd schien ihm die Haut vom Leib wetzen zu wollen. Aber das war nichts Neues. Mit einem kurzen Wink seiner Hand befahl er Ivan, der gerade noch dabei gewesen war, den Boden zu kehren, zu sich. Das eifrige Konstrukt waberte über den Boden des Zimmers und brachte ihm ein erfrischendes Glas Kartoffelschnaps. Der beißend klare Geschmack brachte ihn endgültig zurück in die Realität und half ihm, die erhöhte Sensibilität seiner Sinne abzuschütteln. Die Meditation war vorüber.

_________________
Wenn ich nicht so viel Scheisse bauen würde, käme ich mir dämlich vor.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 3. Aug 2013, 02:29 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.2013
Beiträge: 175
Geschlecht: weiblich
Was ein Tag. Anstrengend mit den anderen. Nokomis saß daheim, wartete auf den nächsten Tag, auf den Aufbruch. Die Gedanken schweifen dabei in die Vergangenheit. (Achtung, 2 Personen, da SkypeRP - ein wenig länger, viel Spaß mit alten Bekannten!)

Ein Schatten – von Busch zu Busch, ungesehen. Er kommt dem Haus immer näher, schreitet voran. Dort brennt noch Licht, Stimmen sind zu hören.

Von einer anderen Seite verschmilzt der Schatten der jungen Frau mit denen der Gewächse. Eine wichtige Lektion der Straßen Sturmwinds. Aufmerksam fließen die ozeanblauen Augen über die Umgebung. Das dunkle Leder gibt gut gepflegt keinen Ton von sich, die Kapuze, sowie das Mundtuch verhüllen ihr Gesicht, stören sie allerdings nicht. Ein weiterer prüfender Blick. Wohl keine Späher, Aufpasser oder Hunde zu sehen. Sie drückt sich an die Hauswand, sucht mit kurzen, achtsamen Blicken durch die Fenster die Zielperson in den Räumen.

Der zweite Schatten huscht an der Hauswand entlang. Lautlos, das Gesicht hinter Holz und Leder versteckt – nicht zu erkennen. Er wartet hinter einer Ecke zur Haustür auf Stille.

Mittlerweile hat Nokomis eine vage Vermutung von den Räumlichkeiten des Heims und sie weiß, dass ihre Zielperson sich darin befindet. Mit leisen, flinken Schritten bewegt sie sich wieder zurück zur Eingangstür. Die Rüstung wird wärend dessen noch einmal auf ihren Sitz überprüft, die Dolche einmal angezogen, wohl um sicher zu gehen, dass sie diese im Notfall greifen kann. Dann linst sie auch breits um die Ecke, schaut zu Eingangstür.

Der Kerl bleibt hinter der Ecke verborgen, kein Mucks seinerseits. Im Haus wird es still, die Lichter erlischen.

Noch ein suchender Blick, vergewissernd, dass sie niemand beobachtet. Dann ist die grazile Frau bereits auf federleichten Füßen auf dem Weg zum Eingang. Sie kniet sich nieder, überprüft das Schloss. Kein Laut wird von den flinken, schlanken Fingern dabei verursacht. Nach einer Weile löst sie ein Drahtstück, welches sie zuvor an ihrem Arm getragen hatte, vermutlich zur Tarnung als billigen Armreif. Sie atmet tief durch, arbeitet dann mit Tast- und Hörsinn um das Schloss zu knacken, sich zutritt zu verschaffen.

Da ist der Kerl bereits wieder fort, zu einem der Fenster und überprüft es,..."Natürlich nicht verriegelt, solche Anfänger, das wird mir mehr wert sein solche Banausen auszuschalten.", flüstert er und schiebt das Fenster ohne ein Laut auf.

Ein leises Klickgeräusch und Nokomis drückt die Tür auf. Sie grinst knapp, schlingt den Draht wieder um ihr Handgelenk. Dann wird die Tür mit leiser Hand geschlossen. Mit dem Rücken an der Wand und überkreuzenden Beinen schleicht sie weiter durch den dunklen Gang.

Der Fremde schaut sich um und klettert leise und flink durch das geöffnete Fenster, kein Wind weht heute Nacht und er schaut direkt zu den beiden Betten, wo seine Opfer schlafen und wohl doch etwas zu sich genommen haben, was man an ihren roten Nasen sehen könnte..., so nun zieht er einen Dolch und geht leise zu einem der Betten und nimmt ein etwas dickeres Ledertuch vom Gürtel, welcher er leise und vorsichtig auf den Mund des einen drücken will und ihm mit dem Dolche die Kehle aufschlitzt.

Wärend dessen öffnet sich die Tür des Raums lautlos. Ein schlanker Schatten huscht herein und hält inne, als sie den Mordenden sieht. Leise klirren die Dolche metallisch, vielleicht ein wenig verräterisch für das geschulte Ohr. Ein Blick zum Bett der Zielperson, dann hält sie die dunkle Gestalt in ihrem Blick.

Ein gezielter Schnitt, ein dumpfes Röcheln und der eine Auftrag ist vollbracht. Der Mann nimmt das Ledertuch auf und hält den Dolch bereit. Die pechschwarzen Augen blicken zum Schatten an der Tür und fixieren ihn.

Den Blick nicht von ihrem Gegenüber lassend kreuzen sich idie Beine der Frau, sie bewegt sich auf das andere Bett zu. Auffällig ist wohl, dass ihre Dolche kampfbereit erhoben sind, die Haltung eher tief. Die Knie gewinkelt hält sie den Schwerpunkt nah am Boden.

Der männliche Schatten beobachtet sie weiterhin und geht zum Fenster, doch zuvor zu einer Kommode und öffnete sie leise um etwas herauszunehmen und es rasch einzustecken um dann zum Fenster zu treten, dabei beobachtet er sie genau und lässt seinen nun gesäuberten Dolch verschwinden und das blutbeschmierte Ledertuch hängt er an den Gürtel.

Flink wird dem zweiten Mann der schmale Dolch mit ordentlichem Schwung zwischen die Augen getrieben. Der Zweite sticht mit chirugischer Präzesion in das Herz des Opfers. Dann dreht sie sich herum. Noch wärend sie läuft werden die Dolche verstaut. Dann folgt sie durch das Fenster, geschwind hinter dem Mann her.

Flink ist der Kerl, rennt weiter ohne zu stoppen und bald schon erreicht er einen Berg an den Mauern der Stadt von Sturmwind, er kennt den Weg und kennt den Fels ohne zu stoppen springt er vorher hoch und ergreift einen Stein um sich an ihm hochzuziehen, ein weiterer Griff hinauf und einmal mit dem Fuß gestützt klettert er rasch die Felswand hinauf bis er oben am Vorsprung ist und er hinab schauen kann um seine Verfolgerin zu beobachten, doch dann hechtet er weiter über die Mauer und über die Dächer springt er von einem zum anderen.

Ab der Felswand bekommt der Verhüllte einen Vorsprung. Das hat sie wohl noch nicht sonderlich oft gemacht. Hartnäckig wird dem Kerl weiter hinterher gejagt. Wahnsinn, wie schnell die kleine, schmale Frau werden kann. Der Umhang weht im Wind und auch innerhalb der Kapuze scheint es zu wirbeln.

Er springt von einem weitem Vorsprung am Dach ab und greift nur den Dachfirsten von dem Haus was er angesprungen hat, er zieht sich rasch hoch und rennt auf diesem rasch weiter nun kommt er an einen Turm und klettert nun an diesem hoch er sucht genau die Steine die er braucht um hinauf ans Fenster zu kommen und dort drinne zu verschwinden.

Nokomis hält inne. Fluchend steht sie dort auf dem Dach, reißt sich die Kopfbedeckung herunter. "Zum Nether nochma', jetz hat der die verfluchten Pläne mitgenommen, verdammt! Verdammt, verdammt, verdammt!" Knurrend klettert sie dann von dem Häuserdach, schleicht zum Turm vor, welchen sie einige Minuten lang sorgsam nach Wachposten ausspäht.

Kein einziger Wachposten ist zusehen, doch Moment man sieht auf den ersten Blick garkeine Tür am Fuße des Turms. Nur einen Schatten oben am Fenster, der hinab blickt mit seiner Maske, die kurz darauf verschwindet.

Wieder ein Fluch, welcher sich über die Lippen schleicht. Dann betrachtet sie den Turm. Mühsam beginnt sie den Aufstieg, vielleicht lässt es auf ihren vermeintlichen Dickkopf schließen. Einige Male rutscht sie ab, allerdings fällt sie bisher nicht. Es dauert eine Weile, bis sich zwei kleine Hände an den Einstieg legen. Zwei Atemzüge um durchzuatmen. Mutig löst sich eine Hand, den Geräuschen nach zu urteilen wird die Kapuze wieder übergezogen. Dann legt sich die Hand wieder nieder. Das tiefblaue Augenpaar wird sichtbar, sie linst in den Raum, hält inne und beobachtet den Kämpfer.

Der Mann steht mit dem Rücken zu ihr zumindest sieht es so aus und eine Laterne steht auf einem Tisch auf den er sich mit beiden Händen stützt, er steht und bewegt sich nicht. "Ein Ziel und ein Gewinner ?", spricht er leise, als er hört wie sie hereinsteigt. Ein deut auf den leeren Stuhl. "Macht es Euch gemütlich und lasst die Hände von den Scheiden...Ich will Euch doch nicht weh tun." Nun dreht sich der Mann um und beobachtet sie durch die Augenlöcher seiner hölzernen Maske in die ein Gesicht geschnitzt wurde die einen neutralen Gesichtsausdruck zeigt.

Vorsicht spiegelt sich in Blick und Bewegungen gleichermaßen, wärend die Frau herein klettert. "Du? Mir weh tun?", ihr Ton ist spöttisch, doch ihr Körper bleibt angespannt. "Du has' was, was ich will." Die Worte kommen gedämpft durch den Stoff vor ihrem Mund. Der eher schmale Sehschlitz gibt den Blick auf die aufmerksamen, starken und doch unsicheren Augen frei. Sie setzt sich nicht, geht nicht weit vom Ausstieg, behält aber die Wand im Rücken.

Er mustert sie nur und verschränkt nun die Arme vor der Brust, seine Stimme wohl von der Maske anders klingend und nicht wie die, die er normal benutzt. Er atmet nur etwas lauter ein und aus. "Nun ich glaube ich weiß was du möchtest, aber was führt dich dazu das ich es dir geben würde und dass du es bekommst ? Vorallem da ich wohl mit dem gleichem Auftrag, vom gleichem Auftraggeber beauftragt wurde." spricht der Mann ruhig und bestimmt, er deutet erneut auf den Stuhl.

"Ich werd's mir notfalls holen", ihre Stimme ist unnatürlich ruhig. Ein kurzer Blick zu dem Stuhl, dann sieht sie wieder zu dem jungen Mann, sie rührt sich nicht. "Ich kann nichts dafür, dass der Trottel sich zwei Leute ran holt". Beinahe in Zeitlupe senkt sich ihr Körper wieder ab. Den Mittelpunkt tief, die Gelenke gewinkelt.

"Und nun willst du einen angehenden Meister der Schatten an den Tod ausliefern ?" Er schüttelt den Kopf und spottet nur über sie. "Ich will doch nur nett sein, weißt du...Ich habe mir das so überlegt, du und ich wir teilen die Beute und der Auftraggeber wird denken das wir beide tot sind, bei dem Auftrag drauf gegangen wenn du es so willst. Darum werde ich mich kümmern das er nichts mehr anders denken kann. Ich werde ihm etwas zukommen lassen was dies bestätigt, wenn du magst mach mit, wenn nicht bleibt die Beute bei mir. Ganz einfach." Spricht er ruhig und bedacht hinter seiner Maske.

Die junge Söldnerin schweigt einen Moment. Nachdenklich mustern die im Dämmerlicht dunkel scheinenden Augen ihren Gegenüber. "Gut", unterbricht sie die Stille, "Deine Idee klingt gut. Vermutlich springt dabei eh mehr raus". Sie stellt sich wieder gerade hin, verschränkt dann locker die Arme vor der Brust.

"Ich hatte nichts anderes erwartet." Er dreht sich um und gibt die Pläne Preis und einen Umschlag mit krackeliger Schrift auf dem steht. "Wir haben eure beiden Attentäter umgelegt und sie liegen frisch begraben hinter unserem Haus, natürlich sind wir beide schon längst über alle Berge mit eurem Geld und machen uns ein schönes Leben. " - "Das Geld ist einiges und es wird uns für so einige Monate über Wasser halten wenn wir es nicht ausgeben." Er nimmt die Dolche aus seiner Rüstung heraus und die kleinen Phiolen mit verschiedenen Flüssigkeiten und legt sie auf den Tisch ab.

Sie kommt unsicher einige Schritte näher. Die Hände in ihre Hüfte gestemmt beugt sie den Oberkörper vor, überfliegt die Zeilen. Dann schmunzelt sie leise. "Meins' der fällt da drauf rein?", das Grinsen auf ihren Lippen ist vermutlich durch die Stimme zu erahnen. Sie hebt ihren Oberkörper wieder, achtet dann genaustens auf seine Bewegungen. Wärend er Dolche und Phiolen ablegt, legen sich ihre Hände wie automatisiert an die Dolchknäufe.

Er legt alles ab sogar die Schwerter, wohl längliche und rasiermesserscharfe Klingen werden auf den Tisch gelegt und verlassen so die Scheiden an seinem Gürtel. "Natürlich wird er es. Der Plan wird einfach irgendwo in dem Haus liegen bleiben mit der makierten Stelle und die beiden Kerle werden hinter'm Haus begraben, sie werden nicht nach den Leichen graben, dass weiß ich. Die Münzen graben wir uns aus und lassen die Stelle offen damit sie sie finden können, so als ob sie direkt danach abgehauen sind. Ganz einfach."

"Ausgefuchst". Sie nickt knapp. Nimmt dann die Hände von den Waffen. Wieder geht sie einige Schritte zurück, platziert ihren Rücken an der Wand, wieder werden die Arme locker vor der Brust verschränkt. Und wieder ruht ihr Blick auf dem Fremden. Verfolgt jede noch so kleine seiner Bewegungen. Eine gewisse Anspannung ist nicht nur fühl, sondern ebenso sichtbar.

"Und obwohl meine Waffen von mir sind sieht man immer noch diese Anspannung an dir." Als er zu ihr über seine Schulter blickt und sich nun umdreht mit einem Glas in der Hand und es zu seiner Nase führt die beiden Löcher die als Nasenlöcher dienen nehmen nun den Geruch der Flüssigkeit auf und die freie Hand wandert zum Kinn der Maske und sie wird abgestreift. Sein nun schulterlanges, schwarzes Haar fällt ebenso herab als die Maske abgestriffen wird und die pechschwarzen Augen mit einem frechem Lächeln schauen sie an als er ein Schluck aus seinem Glas nimmt und nur meint. "Ein guter Tropfen."

"Diese Anspannung kann Leben retten", flüstert sie ehe,als dass sie spricht. Eine gewisse Neugier macht sich in ihrem Blick breit, als die Maske abgezogen wird. Nach seinem letzten Satz wartet sie noch einen Moment ab, dann setzt sie zögerlich einen Fuß vor den anderen, setzt sich auf den angebotenen Stuhl. Auch dabei lässt sie den Fremden nicht aus ihren Augen. Die nun, vermutlich besser beleuchtet, wieder das Schimmern des klaren Meeres nachzuahmen scheinen.

"So blau und doch geheimnissvoll, doch erkennt man die Schöhnheit in ihnen." Spricht der Mann leiser und blickt sie an. "Aber wo bleibt mein Benehmen.", er verneigt sich leicht. "Bruces Falkenbach ist mein Name, möchtet ihr etwas trinken?"

....

_________________
"I can. I will.
Believe that.
"
-Roman Reigns


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Alltag
BeitragVerfasst: 10. Aug 2013, 17:42 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 01.2013
Beiträge: 175
Geschlecht: weiblich
Ruhiges, rythmisches Atmen meiner Kameraden. Leises, schmerzerfülltes Stöhnen der Verletzten. Die Verlassenen setzten uns zu. Unruhig lege ich mich auf die Seite, meine Augen waren geöffnet, der Revolver in meiner Hand. Die Bilder des Tages kamen zurück. Wir hatten wieder einige Männer verloren. Freunde und Bekannte, denen ich nicht mehr helfen konnte. Es war so viel zu tun, niemals hätte ich meine Augen bei allen haben können. Ich seufze leise. Es zerreißt mich. Ich spüre es. Es tut weh, alle Lieben sterben zu sehen. Wenn jemand, der dir was bedeutet vor deinen Augen, schrill schreiend in Stücke gerissen wird - sowas wollte ich nie sehen. Ich fühle, wie mein Magen sich umdreht. Ob ich mich jemals an solche Bilder, an die Erinnerungen gewöhnen würde? Würde ich irgendwann damit umzugehen wissen? Ich schlucke die aufkommende Galle herunter. Ich sollte mich nicht so sehr an meine Kameraden und die anderen Frauen binden. Irgendwann würde ich Herz und Kopf nichtmehr flicken können. Aber wie.. Wie wäre es, wenn ich es einfach alles verdränge? Wie wäre es, wenn ich es einfach als Spiel betrachten würde? Sowie die Ameisen, die man als kleines Kind aus ihrem Weg holt, ihnen jegliche Orientierung nimmt. Bloß um sie später doch zu zerquetschen? Einfach so? Das Leben ist vielleicht doch bloß ein Spiel - der Tod ist nur die Pause. Ich bräuchte auch eine Pause. Ich habe keine Angst vor dem Tod, denn untot.. werde ich ohnehin niemals.

Dann geht die Tür auf, leises Knarren verrät es mir, obwohl ich dieser meinen Rücken zugedreht habe. Er ist wieder da. Der, der immer und immer wieder kommt. Der, der mich immer wieder benutzt. Arschloch. Ich umgreife den Revolver fester. Ich. Kann. Heute werden Rechnungen beglichen. Du legst dich mit der Falschen an. Dann spüre ich bereits seine schmierige, kalte Hand an meiner Schulter. Er fragt, ob ich bereits schlafen würde. Nein. Ich schlafe nicht. Ich habe auf dich gewartet. Der Schuss löst sich und er fällt blutend und mit erschrockenem Gesichtsausdruck auf meine Decke. Ich setze mich auf, ich spüre kalte Zufriedenheit - Eine Erleichterung der unheimlichen Art. Das Blut verteilt sich warm und wässrig auf meinem Bett, über meine Beine. Bald ist der Raum gefüllt, es wird getuschelt, verhört. Dann bin ich frei. Eine Geldstrafe, aber sie wurden aufgeklärt, so umgehe ich den sicheren Tod. Ich - Der eiskalte Racheengel. Die, die eigentlich bloß ihre Ruhe will. Aber die finde ich wohl erst mit der Letzten...

_________________
"I can. I will.
Believe that.
"
-Roman Reigns


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 156 Beiträge ] Gehe zu Seite  Vorherige  1, 2, 3, 4, 5, 6 ... 16  Nächste

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker