Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 19. Sep 2012, 19:05 
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Montag, der 17. September

Nachtrag:

Wir verließen Lor'danel und hielten uns südlich, folgten dem Wasserlauf, der von der Küste her ins Festlang drang und näherten uns damit auch einem großen Strudel. Hatter war wohl nicht klar, dass Sua und ich mit schweren Rüstungen nicht wirklich schwimmen konnte. Außerdem wussten wir nicht, was genau Derlones' Schatz eigentlich war. Vielleicht durfte besagter Schatz ja nicht nass werden. Ich war der Meinung, dass es besser war, ein Floß zu haben und nicht zu brauchen als umgekehrt. Außerdem wussten Alvrim und ich bereits, wie unwegsam das Gelände war. Wir hatten einige Seile dabei, Kletterausrüstung. Alvrim hatte sogar noch seinen Heiltrank von der Mission beim Leuchtturm von Sturmwind. Schon von Weitem konnten wir den Strudel hören. Der Anblick war aber weitaus beeindruckender. Ein breiter, hoher Wasserfall, der rauschend in einen wirbelnden Strudel stürzte. Gut, dass es eine sternenklare Nacht war, so fiel uns das Umsehen leichter. Alvrim schickte Hatter und mich vor, wir sollten unsere Schusswaffen bereit halten. Das Floß ließen wir hier erstmal zurück und gingen weiter in Richtung der Berge, nach Westen. Ich lief voraus, das Gewehr schussbereit. Und so entdeckte ich auf einer Anhöhe das Leuchten einer Fackel. Sie leuchte den Weg über einen rasch fließenden Wasserlauf, der sich mit dem Wasserfall vereinte und in den Strudel stürzte. Auf der anderen Seite leuchtete ebenfalls eine Fackel. Das zweite Rätsel war gelöst. Nun galt es, auf die andere Seite zu kommen, ohne im Strudel zu landen. Hab erstmal gepfiffen und die anderen zu mir gewunken. Hatter und ich holten das Floß, welches noch am Hang über dem Strudel lag. Dabei erzählte ich Hatter von Alvrims und meinem ersten Versuch hier und von den Säblern, die uns angegriffen haben. Hab Hatter gefragt, warum er sich eigentlich nicht verwandelt. Er meinte, er verwandelt sich nur, wenn es nicht anders geht. Er sei als Mensch geboren und will auch als Mensch sterben. Wollte Alvrim vorschlagen, dass ich meine Rüstung ausziehe, mir ein Seil umbinde und ans andere Ufer schwimme, doch er wollte nichts davon hören. Alvrim war dagegen. Hatter bot sich an, in seiner Worgengestalt bis ans andere Ufer zu springen. Wir banden ihm vorsichtshalber ein Seil um und er bat uns, uns umzudrehen. Ich gehorchte, Alvrim aber sah hin, als sich Hatter in einen Worgen verwandelte. Hab dann auch heimlich über die Schulter gelinst. Al und ich packten das Seil und Hatter sprang ans andere Ende. Nun banden wir das Floß ans Seil, dann ein zweites ans andere Ende, welches Alvrim hielt. Zuerst zog Hatter mich rüber, dann zogen wir beide Suadya, dann zogen wir drei Alvrim rüber. Ein Pfad führte aufwärts, zum Fuß des Berges. Ich zog auch das Floß ein wenig höher, damit es nicht in den Strom und damit in den Wasserfall gelangte. Hoffentlich war der Schatz den ganzen Aufwand wert. Sua schien es nicht gut zu gehen. Wüsste gerne, wie weit sie ist. Der Pfad war steil und der Aufstieg war anstrengend. Am Ende des Pfads fanden wir eine Höhle, die jedoch mit Brettern vernagelt war.

Hab mich mit dem Hammer daran gemacht, die Bretter zu zerschlagen oder weg zu hebeln. Hat etwas gedauert, dann hat auch Hatter geholfen. Möglicherweise muss ich mich für solche Fälle mal irgendwann mit Sprengstoff anfreunden. Al machte eine Fackel bereit, ich ging mit erhobenen Schild voraus, gefolgt von Hatter mit seiner Pistole. Sua sicherte nach hinten weg ab. Wir fanden ein Kästchen in der Höhle, allerdings vermuteten wir auch zahlreiche Fallen, besonders die Stalaktiten an der Decke sahen gefährlich aus. Alvrim schwang sein Seil wie ein Lasso um die Kiste und zog sie so vorsichtig ins Freie. Ich sicherte die Kiste von oben mit dem Schild, zwar wollte Alvrim kein Risiko eingehen, doch die Stalaktiten waren nicht so riesig und theoretisch leicht abzuwehren. So brachten wir die Kiste vorsichtig nach draussen und untersuchten sie vorsichtig. Wir fanden nichts auffälliges und daher öffneten wir das Kästchen. Es war eine Spieluhr, eine Melodie begann zu erklingen und eine tanzende Elfenpuppe erhob sich aus dem Inneren. Ich hielt das Schild vor mich, weil wir wieder eine Falle erwarteten. Doch als die Melodie zuende war, schloss sich die Kiste wieder und ein Geheimfach an der Seite öffnete sich. Im Inneren war ein Zettel, den sich Alvrim schnappte. Scheinbar sollten wir zurück nach Lor'danel und dort mit einer Cariale Abendwisper reden. Ich nahm das Kästchen mit, vielleicht schenk ich es Tari. Ich übernahm auf dem Rückweg zum Strom wieder die Vorhut, aber die Überfahrt mit dem Floß ging relativ schnell und problemlos von der Bühne. Alvrim mutmaßte schon, dass Derlones uns noch quer durch die Dunkelküste schicken würde. Nicht unweit von Lor'danel flog mir auf einer Lichtung plötzlich eine Wurfaxt vor die Füße und einige Trolle griffen uns an. Wir benutzten das Floß als Deckung, ich rammte meinen Schild grob in den Boden und kniete mich dahinter, suchte durch das Zielfernrohr meines Gewehrs die Gegend ab. Schon eilten uns Trolle mit Äxten entgegen, während sich ein Axtwerfer im Hintergrund hielt. Ich bat Al und Hatter, mir die Nahkämpfer vom Leib zu halten, damit ich in Ruhe schießen konnte. Allerdings wurde ich doch arg in die Mangel genommen, wurde von den Einhandäxten am linken Arm und an der rechten Seite verletzt. Auch Hatter wurde erwischt, dann stürzte sich Alvrim auf sie und mit seinem magischen Schwert, welches er von Orodaro bekam, schlug er zwei Trolle sehr schnell in Stücke. Zwei Trolle waren jedoch noch da, und natürlich der Axtwerfer im Hintergrund. Sua zog Schwert und Schild und griff dann auch an, während Al mir befahl, mir den Axtwerfer zu krallen. Hatte ich aber ohnehin vor. Sua's Gegner hielt ihren Angriffen bisher stand. Ich jagte dem Axtwerfer dann drei Kugeln in den Leib. Hatter wollte einem seiner Angreifer ins Gesicht feuern, verfehlte jedoch. Der Troll versuchte, Sua anzugreifen, doch diese wich aus. Ich jedoch wurde vom anderen Troll böse erwischt, auf meine linke Schulter - die eh noch etwas angeschlagen war. Alvrim griff dann auch wieder an, traf jedoch nicht tödlich. Sua verfehlte bei einem weiteren Angriff. Ich lud derweil hastig mein Gewehr nach und schoss meinem Angreifer aus nächster Nähe in den Bauch, schoss ihm regelrecht den Magen heraus. Der letzte Troll parierte den Angriff von Hatter, griff dann Sua an, die jedoch blockte. Al sprang den Troll regelrecht an und rammte ihm die Klingen in den Nacken, schlitzte ihm den Hals auf und brachte es zuende.

Nun gingen wir weiter, nach Lor'danel. Ich stützte Hatter, Alvrim gab ihm einen Heiltrank. Meine Schulter war wieder arg am Bluten. Sua und Al haben die Nachtelfe gesucht, von der auf dem Zettel die Rede war und Hatter und ich blieben auf einem Steg beim Ortseingang und versorgten uns provisorisch. Hab einfach ein Stück Stoff auf die Wunde gepresst und dann wieder den Schulterpanzer drauf. Musste reichen, vorerst. Hoffe, ich ende trotz meines jungen Alters nicht irgendwann als Krüppel. Al und Sua kamen bald darauf zu uns. Von der Nachtelfe hatten sie wohl erfahren, dass der Schatz in Westfall sei, auf der am weitesten vom Land entfernten Insel. Echt genervt fuhren wir dann mit einer Fähre nach Teldrassil, wo Noiona Abendwind uns zurück nach Sturmwind teleportierte. Sie selber verabschiedete sich und ich bat sie, meinem Bruder liebe Grüße zu bestellen. In Sturmwind rasteten wir eine ganze Weile. Wir hatten keinen Grund zur Eile, aßen ausgiebig und ließen unsere Wunden ausgiebig versorgen. Dann machten wir uns gegen Nachmittag auf, nach Westfall. Alvrim war arg genervt von der ganzen Schatzsuche und den Rätseln, hat noch vermutet, es würde für uns noch in die Scherbenwelt oder nach Nordend gehen. Zum Glück irrte er sich. Die Wanderung zur Küste Westfalls war unangenehm. Es war warm. Westfall ist generell ein gutes Beispiel, was in der Allianz alles falsch lief. So viel Armut, direkt vor der Tür von Burg Sturmwind. Fast. Kein schöner Anblick. Als ich meinte, wir könnten ja etwas Mondschein abgreifen, nannte Al mich einen Romantiker. Das ich von Alk sprach, wusste er wohl nicht. Er zog mich schon wieder auf, wegen Tari. Konnte da echt nicht mehr kontern, weil ich knallrot wurde und Al hat sich eins gegrinst. Sua hingegen hat mir garnicht gefallen. Sie war sehr ruhig, muss ihr echt schlecht gehen. An der Küste fanden wir rasch ein altes Fischerboot und benutzten ein paar Planken als Ruder. Suadya kam nicht mit uns, wartete an der Küste auf uns, als wir rasch zu einer Insel in einiger Entfernung übersetzten und uns dort umsahen. Es gab eine Hütte, über der unser Wappenrock flatterte. Al trat die Tür auf. Und in eben dieser Hütte fanden wir eine Kiste voller Gold. Es gab auch einige Tränke und ein Armband mit Blütenmuster. Wollte das schon für mich sichern, um es Tari zu schenken. Doch Al war dagegen und so brachten wir die Kiste zum Boot, setzten wieder rüber zur Küste und trugen dann abwechselnd die Kiste zurück. Es war ein echt langer Weg. Derlones musste echt einen merkwürdigen Sinn für Humor gehabt haben, uns so durch die Welt zu jagen. Muss auch komisch sein, so einen Plan auszuhecken und dabei den eigenen Tod im Kopf zu haben. Möglicherweise sollte ich auch mal ein Testament oder so schreiben, man weiß ja nie.

Mittwoch, der 19. September

Nachtrag:

Hab heute am Aushang gesehen, dass die Mitglieder des Dämmersturms einen neuen Rottenmeister wählen durften. Isirion kannte ich nicht gut genug und Julius hielt ich nicht für erfahren genug. Daher wählte ich Rethorn, weil ich Alvrim den Stress eigentlich ersparen wollte. Der wird bald noch genug um die Ohren haben. Hab den Kommandanten nach Neuigkeiten gefragt, doch scheinbar ist momentan alles im grünen Bereich. So einen großen Unterschied machte ein neuer Rottenmeister ja auch nicht. Rarnulf würde sich bei großen Missionen über Entlastung freuen, bei kleineren Mission aber würde jeder leiten können, der fähig genug war. Jessica kam dazu und ich verabschiedete mich, ging ein wenig zum Depot. Später am Abend traf ich im Hauptquartier Percy auf dem Balkon. Er war nachdenklich, bezüglich der kommenden Mission gegen die Orcbanditen. Er war skeptisch und ich gestand ihm, ohne ihn wohl wahnsinnig zu werden, immerhin waren zwei Hexen dabei, dazu noch Natter. Hab Perce dann erklärt, dass ich Magiern und Hexen nicht traue, dass ich da zuviel Mist gesehen habe und Natter auch nicht traue, wegen der Sache mit Ingo. Veralis schien bisher freundlich, doch Jessica... sie ist nett, aber ich werd wohl nie vergessen, wie sie Ingo oben in Nordend kontroliert hat. Ich meinte zu Percy, dass er mir nicht böse sein solle, wenn ich bei der Mission übertrieben herrisch wirke. Er schien überrascht, dass ich ihm traue. Aber er hat mir bereits einige Male das Leben gerettet und schien vernünftig. Bisher kein Grund, ihm zu misstrauen. Hab ihm erklärt, dass er zum einen kein Hexer ist, noch niemandem in den Rücken fiel und letztens sehr mutig und kompetent war, als wir den Ausgrabungsleiter suchen sollten. Percy enthielt sich bei der Wahl, kannte die anderen wohl nicht gut genug oder hatte kein Interesse, abzustimmen. Bisher liegt Alvrim vorne. Ich bat Percy noch, bei der Mission sein Gewehr mitzunehmen. Er hat sich eins gekauft, für den Sold bei der Eskorte und der Suche nach dem Ausgrabungsleiter. Isirion kam dazu und irgendwie wanderte das Thema wieder zu Hexen und zu Natter. Ich bat Percy, mir zu berichten, sollte er bei ihr etwas Merkwürdiges sehen. Seit der Sache mit Ingo war Natter bei mir unten durch. Wenn sie aus der Reihe tanzt, dann mach ich sie fertig.

Percy schien recht fatalistisch zu sein, fragte, was der Bund außer bestialischer Killer und Schwarzmagier noch auf Lager hätte. Isirion meinte, gute Jäger. Ich selber meinte gute Kameraden, Freunde. Mein Misstrauen gegenüber Hexen und Magiern hieß ja nicht, dass diese nicht nützlich waren oder gar nett sein konnten. Bin halt nur vorsichtig. Percy fragte, ob ich schon einmal gegen Orcs gekämpft habe. Bisher hatte ich das nich. Gleichzeitig kam ein Typ namens Ciaphas Cain ins Hauptquartier und stellte sich dem Kommandant vor. Er wolle sich uns anschließen, weil wir besser bezahlten als die Armee und aufgrund unserer geringen Größe Leben sicher höher achten würden. Höhere Überlebenschancen an der Front, mehr Verdienstchancen für daheim. Interessanter Gedankengang. Gut, dass es mir nicht ausschließlich um Geld geht. Aber vielleicht sollte ich auch mal eine zweite Arbeit suchen, so wie Jonnar, der ja nebenbei Steinmetz war. Percy meinte, dass die Mission schwierig sein würde, aber nicht unmöglich. Ich gab ihm recht. Wir waren ja auch nicht ohne. Percy meinte, wir sollten die Orcs möglichst schnell töten, auf lethale Punkte zielen. Ja, wir würden vorsichtig sein müssen. Unsere beiden Hexen würden auch nicht ewig die geistige Kraft für ihre Zauber haben. Sahen das ja letztens erst bei Leslay. Ich meinte, dass wir im Zweifelsfall einen Fluchtweg parat haben sollten, uns nich einkreisen lassen dürfen und gegebenenfalls Rückzugspunkte haben sollten, um uns neu zu formieren, sollte es richtig schlimm werden. Ciaphas Cain kam dann auf den Balkon und wir stellten aneinander vor. Der Junge kommt wohl aus Gilneas, sieht mit seinem Kinnbart schon amüsant aus. Percy verabschiedete sich dann, um sich vorzubereiten. Cain war wohl Fernkämpfer, bei der 14. gilnearischen leichen Infanterie ausgebildet. Jessica kam dazu und Cain war voll charmant zu ihr. Wenn der wüsste...

Ich ging noch Munition kaufen und traf Luzula Schwarzgrund, die mir eine befreundete Magierin vorstellte, Xayde Laeddis von Schattenwind. Ich muss an der Stelle sagen, dass ich schockiert bin, wie oft und wie selbstverständlich manche Leute Magie benutzen. Sind die sich garnicht über die Konsequenzen im Klaren? Eine junge Dame mit einer Art Rieseneche im Schlepptau kam dazu. Hätte den komischen Raptor oder was das war gerne ne Kugel rein gejagt. War lange nicht mehr professionell jagen. Die Worgin mit dem Dino war Claudie Dämmerschatten, eine Technikerin, die zwecks Einkäufe in Eisenschmiede war. Wir gingen ins nahe Bruuks Eck und tranken dort etwas und unterhielten uns. Das ich mit so merkwürdigen Leuten mal an einem Tisch sitze, hätte ich auch nicht gedacht. Aber sie schienen alle sehr freundlich, auch wenn ich nicht so recht wusste, was ich sagen sollte. Ich empfahl den Damen, mal die Hüftsteaks zu probieren und bestellte mir einen Krug Wildhammerbräu. Fragte Xayde, was sie in Eisenschmeide machte. Sie war wegen Waffen und Rüstungen hier. Interessant. Luzula kam sich komisch vor, weil sie nichts gelernt hat. Ich meinte, dass sie genug im Kopf hat und nicht verhungert, das ist doch schonmal was. Dann erwähnte Xayde, dass Theramore zerstört wurde, von der Horde. Ich war natürlich auch schockiert. Wo Ragnari wohl gerade war? Die Horde hatte eine Manabombe eingesetzt. Es gab wohl viele Tote. Schon traurig, dass die Völker sich teilweise so unversöhnlich gegenüber standen. Ein Volk hasste das andere. Xayde war wohl eine Hochelfe oder halbelfe und hasste die Horde, ebenso Claudie, die als Worgin ja Gilneas hatte zerfallen sehen. Ich sagte noch, dass es ja ab und zu gute Nachrichten gab, doch so wirklich half es nicht. Ich trank dann mein Bier, ehe das Thema zu so komischen Bären wanderte, die man in letzter Zeit öfter in den Straßen sah. Dachte immer, das seien Furbolgs. Scheinbar hießen die jedoch Pandaren. Ich entschuldigte mich, hatte ja noch nicht so viel von der Welt gesehen. Wir erzählten uns noch ein paar schlechte Witze, ehe ich mich verabschiedete. Wollte fit sein, für die Mission.

Samstag, der 22. September

Nachtrag:

War heute hauptsächlich am Schießstand. Abends traf ich Tari bei der großen Schmiede, sie schien aber irgendwie abwesend, als denke sie nach. Trotzdem war sie süß und höflich wie immer. Hab ihr erzählt, dass ich mir mal wieder nen Axthieb eingefangen hab. Wieder von nem Troll. Tari hatte eine schöne, neue Rüstung. Ihr Ohm hat sie ihr wohl geschickt und war ganz beleidigt, dass sie nicht schon eher Anspruch drauf erhoben hatte. Wohl ein Erbstück. Als ich meinte, dass ihr Ohm nun hoffentlich zufrieden ist meinte sie, der sei nie zufrieden. Fast wie mein Opa. Lustig, wie Tari trotzdem vorsichtig sprach, als befürchte sie, ihr Ohm würde sie hören. Haben dann über Theramore gesprochen. Sie hatte wohl Gerüchte gehört und ich hab ihr erzählt, was Xayde mir neulich gesagt hat. Als Tari meinte, sie wolle nach Kalimdor, hab ichs dann aber bereut. Klar, natürlich werden da Truppen gebraucht, aber eben dort war es auch am Gefährlichsten. Ich meinte, dass die Heimat auch nicht unbesetzt bleiben darf. Sie meinte, sie müsse mehr lernen und besser werden, ihren Clan stolz machen. Ich seh das genau so, obwohl ich nicht zur Armee gehöre. So gesehen bin ich da genau so neutral wie Ragnari. Nur, dass Ragnari ganz der Friedensstifter ist. Ich frage mich, was passiert, wenn der Krieg zu weit geht. Würden der Argentumkreuzzug, der Irdene Ring und wie die ganzen neutralen Organisationen noch so heißen jemals eingreifen? Ich meinte, dass es schade sei, dass einfach kein Frieden möglich ist. Tari meinte, dass ja nicht einmal das Volk der Zwerge einig ist. Ich meinte, dass es vielleicht einmal heißt: Getrennt sterben oder gemeinsam überleben. Und vielleicht wird Moiras Sohn eines Tages alle Clans vereinen. Das sich alle Völker je so vereinen glaubt Tari nicht. Ist auch schwierig, denke ich. Ich hab da keine Ahnung von. Moiras Sohn war ob seiner Verantwortung nicht zu beneiden. Doch andererseits hatten wir alle Verantwortung. Manche mehr, manche weniger. Tari lobte mich ob dieser Worte und meinte, ich sei schon sehr erwachsen und habe sicher auch viel Verantwortung. Ich meinte, dass ich ja irgendwie den Unsinn ausgleichen muss, den ich verzapfe. Ja, ich habe Verantwortung für meine Kameraden, meine Freunde, meine Familie, meinem Clan, meinem Volk. Aber das war bei Tari ja nicht anders. Tari war dann wieder ganz bescheiden und ich hab versucht, sie aufzumuntern. Sie muss sich einfach mehr zutrauen. Sie meinte, meine Schulter sei ihre Schuld und neulich war sie bei einer Wache unehrlich. Ich hab versucht, ihr das auszureden. Manchmal darf man ja auch mal lügen. Wollte ihr erklären, dass manche Lügen nicht böse sind, weiß aber nicht, ob sie es verstanden hat. Hab mich dann aber verabschiedet, war müde vom Trainieren und morgen stand ja die Mission an, nach gewissen Verzögerungen.

Sonntag, der 23. September

Nachtrag:

Die Mission bei Dun Algaz stand heute endlich an und es galt, ein paar Orcbanditen zu finden und kalt zu machen. Wir trafen uns beim Gehöft Bernruh, wo Marcus Evansend, der Reiseführer unseres Auftraggebers Bryan Pearson, bereits auf uns mit seinem Maultier wartete. Ich war noch verwundert, weil Veralis und Jessica nicht auftauchten, aber relativ froh, dass Rethorn und Ciaphas Cain dann antraten, um mitzukommen. Zwei Hexen weniger konnte ich verkraften und ich war mir sicher, dass Cain nützlich sein würde. Reth sowieso. Rethorn meinte, dass ich trotz seines höheren Ranges die Mission ruhig trotzdem leiten sollte, da er meine ganze Planung nicht über den Haufen werfen und außerdem sehen wollte, wie ich mich so schlage. Meinte aber, dass ich für Ratschläge und Kritik stets offen bin. Percy hatte dran gedacht, sein Gewehr mitzunehmen. Also folgten wir unserem Reiseführer über die Straße gen Westen, zum Nordtoraußenposten, wo er uns seinen Proviant zur Verfügung stellte. Wir bedienten uns reichlich aus den Säcken, die an seinem Esel hingen und wanderten dann weiter, durch die Tunnel bis zur Station Algaz und dann gen Norden. Natürlich rief ich die anderen zur ständigen Wachsamkein auf und unterwegs erklärte ich ihnen außerdem meine geplante Vorgehensweise:

Auf dem Pass war mit mindestens 12 Orcs zu rechnen. Um diese Überzahl auszugleichen, habe ich vor der Mission aus eigener Tasche einige Heiltränke gekauft und außerdem genug Alkohol und Zündhölzer, damit sich jeder einen Brandsatz basteln konnte. So hoffte ich, ihren zahlenmäßigen Vorteil zu negieren. Das ich das selbst bezahlt habe, stört mich da wenig, immerhin habe ich - egal ob kommandierend oder nicht - eine Verantwortung gegenüber meinen Kameraden. Geld zu verlieren kann ich verkraften, solange ich meine Kameraden und Untergebene wieder heil nach hause bringe. Außerdem wollte ich die Orcs so gut es ging in getrennten Gruppen stellen und elimieren, dazu sie vielleicht in die Tunnel der Gebirgspässe locken, in Hinterhalte. Die Vorgehensweise sollte sein, dass Cain, Percy und ich sie mit unseren Gewehren aus der Entfernung behaken und vielleicht schon dezimieren, damit der Nahkampf erst nötig war, wenn es nicht mehr anders ging. Rethorn und Natter sollten also knapp hinter uns bleiben, um aus der Schusslinie zu bleiben und uns zur Not beizustehen. Ich wollte nicht in einen Hinterhalt der Orcs geraten, nicht umzingelt werden und außerdem dachte ich mir auch, dass die Orcs zwar Priorität hatten, ihr Lager aber unbedingt auch gefunden und vernichtet werden musste. Innerhalb eines Tunnels, der zum Sumpfland führt, machten wir eine Rast. Ich sicherte das Ende des Tunnels, spähte mit dem Zielfernrohr die Gegend aus, sah aber nichts, was uns auf dem Weg zum nächsten Tunnel, dem zweiten von drei Tunneln, gefährlich werden könnte. Trotzdem wollte ich kein Risiko eingehen und schlug daher eine Rast innerhalb des Tunnels vor und bat Natter, anschließend den Weg bis zum nächsten Tunnel auszukundschaften und bei möglichem Feindkontakt zurück zu uns zu eilen, wo wir dann mit angelegten Gewehren warten würden.

Dazu kam es allerdings nicht. Der Proviant, den Marcus Evansend uns gegeben hatte, war vergiftet gewesen. Uns allen wurde schlecht, schwindelig. Wollte den Mistkerl noch erschießen, doch ich fiel um wie ein Sack Wackersteine. Jetzt wurde die ganze Geschichte richtig haarig. Als wir wieder zu uns kamen - noch im Tunnel - hatten wir keine Heiltränke und Brandsätze mehr, seltsamerweise aber noch unsere Waffen. Unser Geld hatte man uns auch geklaut. Ich selber hatte aber kaum was dabei. Am Stand der Sonne sah ich, dass wir etwa eine halbe Stunde oder eine Stunde bewusstlos waren. Unser "Reiseführer" war mit seinem Esel verschwunden. Und das große Problem war, dass wir alle gewisse Auswirkungen des Giftes spürten, einige stark, andere weniger stark.

Ciaphas Cain hatte Wahnvorstellungen, fühlte sich wohl in eine längst vergangene Schlacht zurück versetzt, gegen Untote oder Orcs. Immer wieder sah er Personen oder Truppen, die garnicht wirklich da waren, schien uns alle nicht mehr wirklich zu erkennen. Selbst die späteren Feinde erkannte er nicht als das, was sie wirklich waren. Durch geschickte Kommandos konnte ich ihn jedoch in die richtige Richtung lenken, damit er keine Gefahr für sich oder uns wurde. Körperliche Gebrechen schien er nicht zu haben.

Rethorn hatte wohl auch keine körperlichen Gebrechen, musste jedoch andauernd lachen, hatte kaum Kontrolle mehr über das, was er sagte und teilweise fand er völlig banale Dinge wie z.B. die Wolken zum Brüllen komisch. Einmal wälzte er sich sogar vor Lachen auf dem Boden. Allerdings gehorchte er, so gut es ging.

Percival war blind. Zumindest sah er wohl so verschwommen, dass er nur dunkle Schemen sah. Körperliche Gebrechen schien er auch zu haben, wahrscheinlich Schmerzen, die immer stärker werden. Ich übergab ihm Cain, mit den Worten, dass Cain auf "seinen in der Schlacht verletzten, blinden Kameraden gut aufpassen möge." Klappte auch gut so.

Natter war sehr schwach auf den Beinen. Ob sie auch Schmerzen hatte, weiß ich nicht, doch sie war sehr unsicher auf den Beinen, nutzte sogar ihre Schwerter als Gehhilfen. Zu einem gewissen Maße muss sie auch Wahnvorstellungen gehabt haben, da sie mehrere Male voraus eilte, um imaginäre Feinde zu attackieren. Auch sie hat Probleme mit den Augen gehabt, war aber nicht so blind wie Percy. Später jedoch sagte sie zu mir, sie würde keine Farben mehr sehen und alles war leicht verschwommen. Ich meinte zu Rethorn, er solle auf sie aufpassen. Klappte... weniger gut.

Ich selber hatte starke Herzschmerzen. Meine Pumpe pochte wild, als hätte ich einen Ausdauerlauf in voller Rüstung hinter mir. Mein eigenes Verhalten kann ich nur schwer beschreiben, doch ich vermute, dass ich sehr paranoid war, auch meinen Kameraden gegenüber. Besonders Rethorn war mir ein Dorn im Auge und ich tat und sagte ein paar Sachen, auf die ich nicht stolz bin.

Auf meiner Brust hatte ich einen Zettel. Die Orc gab es natürlich nie. Alles war inszeniert, um uns in die Falle zu locken. Scheinbar wollte eine Bande namens Schwarzer Widder sowohl den Dämmersturm als auch die für den Pass verantwortlichen Behörden erpressen. Auf dem Zettel stand, dass die Leichen eine Mahnung sein sollten und man Lösegeld zu einer auf einer Karte markierten Stelle bringen sollte. Das selbe stand jedoch auch an UNS gerichtet auf dem Zettel, dass wir uns keine Hoffnungen machen sollten, wenn wir überlebt hätten. Das Ende würde schon noch kommen. Zuerst galt es, das Lager dieser Mistkerle zu finden und dort nach einem Gegenmittel zu suchen. Zweifellos würde das Gift irgendwann tödlich wirken und der Weg zu ihrem Lager, nördlich von Eisenbarts Grabmal im Sumpfland, war mittlerweile näher als Eisenschmiede. Selbst wenn wir den Rückweg gewählt hätten, hätten Heiler ohne eine Probe des Giftes sicher Probleme gehabt, es sicher zu behandeln. Ich fand, wir hatten keine Wahl, als diese Bande von Bastarden zu stellen und unschädlich zu machen. Auch wenn wir alle nicht im besten Zustand waren.

Wir ließen den zweiten Tunnel hinter uns. Natter griff einen imaginären Feind an und ich drehte fast durch, als Rethorn dauernd lachte und dann seine Klinge zog. Hab ihn wüst beschimpft, rief aber zur Eile auf. Percy und Cain machten keine Probleme, außer das Cain immer mit seinen nicht vorhandenen alten Mitstreitern sprach. Nach dem Pass kugelte sich Rethorn am Boden. Natter wollte ihn treten, rutschte aus und kullerte einen kleinen Hang hinab, tat sich aber nichts. Ich schickte Rethorn, Cain und Percy voraus, half Natter hoch und folgte ihnen dann. Nach dem dritten Tunnel waren wir endlich im Sumpfland.

Musste voll aufpassen, dass sich die anderen nicht auf irgendwelche Bläßchen im Sumpfwasser stürzten. Ich rief zur Wachsamkeit auf, meinte aber, dass der Schwarze Widder und das Gegengift Priorität hatten. Wir mussten uns beeilen, da die Wirkung des Giftes wohl schlimmer wurde. Wir folgten der Straße nach Norden und erblickten dann einige Krokolisten auf dem Weg. Ich befahl, zuerst zu feuern, ehe der Nahkampf gesucht wurde. Ich traf auch zwei der Biester, ebenso Cain. Percy schoss mit seiner Schrotflinte blind ins Leere, tötete jedoch zwei Echsen auf der Stelle und wollte ganz verwundert wissen, ob er denn was getroffen habe. Rethorn eilte in den Nahkampf, schlug mit großem Erfolg auf die Echsen ein, wurde aber auch an den Beinen verwundet. Cain eilte ihm zur Hilfe und ich dann ebenso, schlug einer der Echsen den Schädel ein, Reth und Cain schlitzten die anderen beiden auf. Rasch waren die Krokolisken erledigt. Natter hatte sich zurück gehalten, stützte sich noch immer auf ihre Schwerter. Es musste ihr echt schlecht gehen. Über eine Brücke bogen wir kurz darauf auf eine nördliche Straße, waren bald bei Eisenbarts Grabmal, wo ich eine Rast anordnete und dann nach Norden robbte, um das Lager des Schwarzen Widders auszuspionieren. Ich sah zwei Wachposten und 5 Leute am Lagerfeuer sitzen. Im Lager kam es auch Zelte und so war es möglich, dass es dort weitere Feinde gab. Ich kehrte zu den anderen zurück und ging mit ihnen meinen Plan durch:

Cain, Percy und ich würden uns geduckt geradewegs auf das Lager zubewegen und die Mistkerle unter Beschuss nehmen, sobald wir in brauchbarer Reichweite waren. Natter und Rethorn schickte ich zu dem nördlichen Berg, sie sollten den Hängen folgen und sich da aus seitlich oder von hinten ins Lager bewegen, den Mistkerlen also schön in den Rücken oder in die Flanke fallen, wenn diese sich ganz auf Cain, Percy und mich konzentrierten. So gingen wir dann auch vor.

Ich durchlöcherte die Schulter eines Wachpostens, Cain tötete einen sofort auf der Stelle und sogar Percy traf das Bein eines dieser Mistkerle. Als die Wachen ihr Feuer erwiderten, trafen sie uns nicht. Sie hatten zu lange in ihr Lagerfeuer gestarrt und ihre Augen waren nicht an die Dunkelheit außerhalb ihres Lagers gewöhnt. Auch boten wir in der Hocke ein zu kleines Ziel. Ich pumpte drei weitere mit Blei voll, tötete sie jedoch nicht. Doch sie ließen ihre Armbrüste fallen und eilten uns in den Nahkampf entgegen. Wir eilten nun auf das Lager zu, da Rethorn und Natter bereits von der Seite ins Lager gestürmt waren. Percy spaltete einem der Menschen den Schädel, ich erschlug einen Zwergen und Cain war ebenfalls sehr effektiv, als er seine "50 Mann" in das Lager führte. Natter hatte dort bereits gewütet und Bryan Pearson, den Kopf der Bande erschlagen. Auch Rethorn hatte die Männer ordentlich zerlegt - und hatte kaum aufgehört zu lachen. Ein beängstigender Anblick. Unser "Reiseführer", Marcus Evansend, war von Natter gefangen und verschnürt worden. Hab vom Zwergen aber wieder nen Hieb auf die linke Schulter gekriegt, bevor ich ihm den Schädel einschlug. Muss da echt mit meiner Schulter aufpassen, ist momentan echt meine Schwäche.

Wir sahen uns gründlich um. Percy fand Gold und ich ordnete an, er solle es unter den anderen aufteilen. Ich selber wollte nichts. Es ging mir dreckig und ich fühlte mich schuldig für die ganze Scheiße. Ich fand einige Kisten mit Phiolen, aber nirgendswo war das Wort "Gegengift" zu sehen. Also verhörten wir Marcus Evansend. Tatsächlich sagte er zu mir, ich solle eine Kiste mit rotem Deckel holen. Tat ich dann auch. Und ich probierte eine der Phiolen. Percy schlug zwar vor, Evansend zuerst probieren zu lassen, doch es gab da zwei Haken: Wenn die Phiole Gift enthielt, würde er sterben und wir würden nicht wissen, wo denn nun das echte Gegengift drin war. Außerdem war er ja nicht vergiftet und vielleicht würde das Gegengift bei einem unvergifteten Ziel nichts bewirken - oder aber auch irgendwie negativ wirken. Ich hatte die Truppe in die Scheiße geführt, also trank ich auch zuerst. Es war tatsächlich das Gegengift. Natter hätte gerne ihren Spaß mit Marcus Evansend gehabt, doch ich befahl, ihn laufen zu lassen. Er hätte uns töten können, nachdem er uns vergiftete. Hat er aber nicht. Auch hat er uns recht bereitwillig verraten, was das Gegengift war. Ich warnte ihn jedoch, dem Dämmersturm nie wieder in die Quere zu kommen. Hoffe, das erweist sich nicht als Fehler, doch ich wollte an dieser Stelle nicht ehrenlos erscheinen und Percy gab mir Recht. Ich leerte alle Phiolen. Fast alle. Ich nahm Proben für Tharain mit, man weiß ja nie. Wir kehrten zu Eisenbarts Grabmal zurück, während Marcus Evansend seine toten Kameraden begrub. Ob er überhaupt heil durch den Sumpf kommt, ist ja noch eine andere Sache. Beim Grabmal nächtigten wir auch und kehrten am nächsten Morgen nach Eisenschmiede zurück. Rethorn war von den Krokolisken leicht an den Beinen verletzt worden, Natter war am Bein verletzt, Cain hatte sich eine Kugel in der Schulter eingefangen - doch der Schulterpanzer hatte das gröbste abgehalten - und ich hatte einen Axt auf die linke Schulter kassiert. Weitere Verletzungen gab es nicht.

Ich fühle mich arg schuldig, wegen dem vergifteten Proviant. Wenn man uns hätte töten wollen, wären wir nun tot. Ich hätte vier Kameraden auf dem Gewissen und mich selber. Kein rühmliches Ende. Percy meinte, dass ich das nicht hätte wissen können. Auch Rethorn hatte ja nichts Übles vermutet. Das ändert aber nichts an dem schlechten Gefühl. Ich finde, ich hab einfach eine Verantwortung gegenüber meinen Kameraden - egal ob Anführer oder nicht. Es ging ja noch mal gut. Allerdings schlug ich dem Kommandanten in meinem Bericht vor, dass NIE WIEDER von einem Auftraggeber Proviant entgegen genommen wird. Ich stellte mich auch bereit, die Versorgung des Dämmersturms zu organisieren. Ich denke, Verpflegung kann ich in der Steinfeuertaverne ordern, wenn es nötig ist. Gastwirt Feuerbräu ist ein guter Bekannter von mir und außerdem kann ich es so aussehen lassen, als würde ich den Proviant für wen anders benötigen. Könnte auch meinen Bruder fragen, so dass ein Anfrage zwecks Proviant möglichst nicht mit dem Dämmersturm in Verbindung gebracht werden kann und die Chance, vergiftet zu werden, möglichst gering ist.

Was die Motive der Bande Schwarzer Widder betrifft: Ich vermute, dass Bryan Pearson, der Kopf der Bande, tatsächlich unseren Tod wollte um seine erpresserischen Absichten gegenüber dem Bund - vielleicht auch gegenüber diverser Händler oder der Regierung - durchzusetzen. Möglicherweise waren das auch Söldner, die eine Konkurrenz ausschalten wollten. Doch für mich sahen sie eher wie Banditen aus, wie sie da im Sumpf hausten. Doch so dünn, we die militärische Präsenz in der Gegend momentan ist, wären sie vielleicht mit ihren Erpressungen durchgekommen. Ich vermute, dass Bryan Pearson aber nicht geplant hat, seine Feinde zu seinem Versteck zu locken. Meine Theorie ist, dass Marcus Evansend die giftige Dosis beim Vorbereiten des Proviants abschwächte, damit wir nicht daran starben. Er wollte, dass wir überleben und das Lager des Schwarzen Widders fanden. Deshalb ließ er sogar eine Karte zurück. Beim Verhör und als er seine Kameraden begrub sprach er davon, dass diese keine schlechten Menschen waren, nur Bryan Pearson, den er zum Verroten liegen ließ. Ich vermute, Marcus Evansend plante eine Art Putsch innerhalb der Bande, um so die Macht an sich zu reissen oder zumindest Bryan Pearson los zu werden. Vielleicht hatte er geplant, das Lager mit einigen seiner Leute zu verlassen. Doch es ging wohl schief oder wir waren einfach zu schnell vor Ort.

Montag, der 24. September

Nachtrag:

Als ich heute bei der großen Schmiede war, um meine Rüstung reparieren zu lassen, sah ich Luzula auf dem Balkon der Dunkeleisen-Botschaft. Sie schien sich zu langweilen oder einfach zu faulenzen, kam dann aber nach unten, vor die Tür. Sie meinte aber, sie warte auf jemanden und nickte eifrig. Sie wartete wohl auf einen Herrn Siedefaust. Hab sie gefragt, wie es ihr so erging, die letzten Tage. Sie meinte, es waren ruhige Tage. Doch bereite sie sich für eine Reise vor, sie schien aber nicht direkt antworten zu wollen. Vielleicht eine Dunkeleisen-Sache? Was verwerfliches? Schwer zu sagen. Geht mich ja auch nichts an und ich will hier keine Vorurteile haben. Begeistert schien Luzula aber nicht gerade zu sein. Ich meinte, sie solle sich gut vorbereiten, wachsam sein und mit dem Schlimmsten rechnen. Sie bat mich dann um einen Gefallen, ich sollte Tari etwas von ihr geben, falls sie nicht zurück käme. Mag so pessimistisches Gerede ja garnicht. Sie wollte mir einen versiegelten Brief geben, bat mich dann in die Botschaft, damit ich was trinken könne. Sie war voll baff, als ich stinknormales Wasser haben wollte. Erklärte ihr dann, dass ich vergiftet wurde und mein Magen noch rebelliert. Sie wurde da gleich blasser und ich hab ihr Details erzählt. Sie meinte, nachdem ich getrunken hab, dass sie mein Wasser ja auch hätte vergiften können. Es sei besser, nur sich selber zu vertrauen und so vorsichtig wie möglich zu sein. Schon beim Thema Hoffnung war sie auch sehr pessimistisch. Ja, teilweise hat sie Recht. Aber man darf nicht zu paranoid sein. Wenn man nur sich selber vertraut, ist man auch alleine und hat niemanden, der einem den Rücken deckt. Ich will nicht überall Böses vermuten. Sie versiegelte den Brief an Tari mit Magie, damit nur Tari den Brief gefahrlos öffnen könne. Sehr interessant. Als ich meinte, sie könne auf meine Diskretion und Ehrlichkeit vertrauen, meinte sie, Vertrauen sei so eine Sache. Ich meinte, dass so ein Zauber aber nützlich sei, für Testamente. Gerade als Söldner, man weiß ja nie. Luzula bot mir gegen eine kleine Bezahlung ihre Hilfe an. Denke, irgendwann komme ich darauf zurück. Dann schien jedoch Herr Siedefaust im oberen Stockwerk aufzutauchen und ich habe mich rasch verabschiedet, denn wer weiß, wie der Kerl drauf ist.

Hatte danach ein interessantes Gespräch mit Percy, im Hauptquartier. Er war wohl auch am Grübeln, hinsichtlich der Motive des Schwarzen Widders. Er meinte auch, dass mich keine Schuld trifft, wir aber nie wieder fremden Proviant annehmen dürften. Perce meinte, er habe zu Beginn alle im Bund für kaltblütige Mörder gehalten, war aber froh, dass dem nicht so war. Ich meinte, es gäbe solche und solche. Kontraste, Reibungen, Gegenpole. Dann meinte er, er werde froh sein, wenn alles vorbei sei. Fragte ihn, wie er das meinte und er meinte, er hasse es zu kämpfen. Ich meinte, dass es andere Möglichkeiten gibt, sein Geld zu verdienen. Meinte, es ist nicht zu spät, was zu lernen und das Jonnar ja auch Steinmetz sei. Er meinte wieder, das sei bald vorbei und klang sehr endgültig. Wollte er aufhören? Oder war er krank? Deswegen vielleicht die Flachmänner mit dem Pulver? Er meinte, er habe zuviel gesagt, sagte aber auch, man könne mit mir gut reden, ich sei vertrauenswürdig. Das hat mich schon sehr geehrt. Scheinbar ist er auf der Flucht vor etwas und er meinte, je länger er sich verberge, desto besser. Er hielt sich sehr vage. Als ich ihm Hilfe anbot, meinte er, es sei kein Feind, den man mit Waffen besiegen könne. Ich meinte, ich hoffe, dass die Dinge für ihn in Ordnung kommen. Doch noch würde er bleiben und ich meinte, dass freut mich, weil ich ihn für kompetent halte. Dann meinte er, er stünde mir bei und nannte mich Kamerad. Ich meinte, dass es umgekehrt nicht anders ist. Ja, ich bin anhänglich. Werde wohl viel zu schnell viel zu loyal. Aber ich habe gerne gute Kameraden um mich. Andererseits werd ich ja auch nicht mit jedem so warm. Das ist ganz normal.

Ich ging nach hause, zog mein Gebirgsjägeroutfit an, um meine Schulter zu schonen und ging dann nach draussen zum Depot, um etwas zu trainieren. Ingo kam dazu, war wohl auch in der Nähe und hatte die Schüsse gehört. Er meinte, er fragt sich, ob ich schon bereit bin für die nächste Lektion und ich meinte, dass ich sehr oft geübt habe. Er wies mich an, zu knien und ein Ziel auf 20 Metern zu beschießen. Hab der Attrappe das Bein-Äquivalent zerschossen und Ingo meinte, ich sei zu hastig. Doch er meinte, er würde mir trotzdem die nächsten Lektionen zeigen. Er erklärte mir die drei unterstützenden Positionen beim Schießen:

Ich sollte mich seitlich an einen Baum stellen, den linken, nichtfeuernden Arm ausstrecken und das Körpergewicht gegen den Baum verlagern. Dann die linke Hand an die Rinde, den Daumen ausstrecken und den vorderen Teil des Gehäuses drauf legen. Von hinten mit der rechten, feuernden Schulter nach drücken. Die Position erlaubte besseres Zielen und das Gewicht der Waffe machte sich nicht so schnell bemerkbar.

Für die zweite Position sollte ich mich hinknien und den Tragegurt des Gewehrs um den linken, nichtfeuernden Arm schlingen. Es galt, den Arm in der Schlinge ruhen zu lassen und so wurde es einfacher, höhere Ziele anzuvisieren. Den Kolben drückte ich gegen die rechte Schulter.

Bei der dritten Position sollte ich mich hinlegen, den Karabinerhaken der Schlinge in die linke Hand nehmen und das Gehäuse auf die geballte Faust stützen. Zwar konnte man so erhöhte Ziele schwieriger anvisieren, doch war sie gut, wenn man niedrig gelegene Ziele anvisierte, zum Beispiel von der Kante eines Dachs aus.

Nun widmeten wir uns dem Zielvorgang und ich sollte eine bequeme Schussposition einnehmen. Ich kniete mich hin. Ingo meinte, der Zielvorgang müsse immer damit beginnen, dass das Gewehr mit dem Ziel auf eine Linie gebracht wird, erst danach wird das Auge ans Zielfernrohr gelegt. Dadurch wird der natürliche Zielpunkt unterstützt, der Punkt, auf den der Lauf zeigt, bevor das eigentliche Zielen beginnt. Auch galt es, ungewollte Zuckungen zu vermeiden, wie eine Bewegung der Schulter in Erwartung des Rückstoßes. Wenn man das Auge ans Zielfernrohr legt, müsse das Fadenkreuz in der Mitte des Sichtfelds sein, auch müsse die Entfernung zwischen Auge und Fernrohr immer die selbe sein, zwischen den Schüssen, sonst käme es zu einem Effekt der optischen Verzerrung. Allerdings stellte mir Ingo dann auch ne Falle, als er meinte, die Kugel schlägt oberhalb des Fadenkreuzes ein, da sie in Wahrheit unterhalb einschlägt. Fiel voll drauf rein. Ging ja auch nicht, wenn der Lauf unterhalb des Zielfernrohrs ist. Das musste man sich halt merken, dass der Schuss leicht unterhalb des Fadenkreuzes einschlagen würde. Ich sollte mich in den nächsten Tagen damit beschäftigen, ehe er mit der Atemkontrolle weiter machen würde. Er hat mich gelobt, ich solle weiter so machen, dann würde er nen richtigen Scharfschützen aus mir machen.

Mittwoch, der 26. September

Nachtrag:

Habe heute abend im Hauptquartier Bonniy und Ingo angetroffen. Ingo meinte, es rieche nach Schießpulver, als ich noch nicht mal aufm Balkon war. Klar, war ja wieder beim Depot. Aber rieche ich echt so streng? Bonniy wollte, dass ich von der Mission erzähle, hab ich dann auch gemacht, was genau passiert und wer wie und wo verletzt wurde. Ich hab ihnen erzählt, dass der Bund nie wieder Proviant von Fremden annehmen solle und ich das auch gern organisieren würde. Bonniy meinte auch, dass ich das nicht hätte riechen können. Ingo machte sich auch Gedanken, was das Motiv der Bande betraf. Mehr als mutmaßen können wir da nicht, aber ich hoffe echt, die Sache ist erledigt. Dauerhaft. Bonniy deutete an, Ingo wohl mal unter Drogen gesetzt zu haben. Vermutlich bei ihrer Reise, neulich. Bonniy ging nicht ins Detail, doch scheinbar war Ingo ziemlich im Delirium. Das Thema wanderte über die Verantwortung als Gruppenführer und den Zweifeln bei gewissen Befehlen irgendwie zu der Folter beim Leuchtturm. Ingo nannte Alvrim zornig und meinte, er würde Jonnar nicht trauen, weil dieser halbnackt in die Schlacht zog. Al kam mir eigentlich nicht zornig vor. Eher das Gegenteil. Ich sprach über meine Zweifel bezüglich des Eids. Weiß genau, dass Al die Leute nicht gern gefoltet hat und ich muss ja echt Angst haben, so etwas auch mal tun zu müssen. Ingo meinte, es gäbe bei solchen Befehlen immer Schlupflöcher, erzählte von einem Kampf im Gebirge, wo man gegen den Schattenhammer gekämpft hat. Man nahm einen Kultisten gefangen und Ingo, Maldiv und Isirion sollten ihn verhören. Ingo hielt ihm das Gewehr an den Kopf, fragte den Kultisten, ob er reden wolle und habe ihn erschossen, als er es nicht tat. Hab dann erzählt, dass Alvrim die Frau tötete, um sie nicht Hatter überlassen zu müssen und Orodaro ihn wohl deshalb in die Auswahl zum Rottenmeister mit einbezog. Ingo meinte noch einmal, ich solle niemanden bedrohen, wenn ich ihn nicht erschießen will. Nannte das repetierende Indoktrination: Geselle ist, wer was kann, Meister ist, wer was erfand und Schüler ist jedermann. Ingo meinte, ich solle fleissig trainieren und jeden einzelnen Schuss sorgsam bewerten.

Ich meinte, dass ich Vorkehrungen treffe, wenn ich den Eid ablege. Soll heißen: Mir Orte suchen muss, wo ich hin kann, sollte es schief gehen. Immerhin würden die anderen mich auf Sicht töten müssen, wenn ich den Eid breche und den Bund verlasse. Hoffe es kommt nie soweit. Doch was ist, wenn ich etwas machen muss, was ich nicht machen will? Ingo meinte, dass dann immer genug Leute hinter mir stehen werden und das Befehle nicht bestimmen sollten, wer ich bin. Man hätte immer eine Wahl. Bonniy ging dann, wohl um was zu essen. Sie rauchte, was ich für jemanden, der totkrank war, irgendwie bekloppt finde. Aber es ist ihre Sache. Zu Ingo meinte ich, dass der Chef nicht den Eindruck machte, als würde er es auch so sehen. Aber andererseits kenne ich Orodaro auch noch nicht sehr lange. Ingo meinte, er und Orodaro hatten schon einmal die Gelegenheit, Verräter zu töten und haben sie nicht wahrgenommen. Er erzählte mir dann die Geschichte. Nach dem Dschungelsturm, wo es so viele Deserteure gab, kamen einige, auch Ingos frühere Rottenmeisterin zu einer Art Argentur zusammen, die gegen den Dämmersturm arbeitete, Rufmord und Konkurrenzkampf. Ingo wurde damals Rottenmeister und hat sich mit dem Problem beschäftigt. Er handelte ein Treffen aus, im Gebirgspass der Totenwinde. Als ich fragte, ob er mit Gefechten gerechnet hat, meinte er nein. Er hatte diesen Leuten vertraut. Erien war seine frühere Rottenmeisterin und Tredan hatte er ebenso vertraut. Allerdings wurden Ingo und Tim dann auch gefangen genommen. Erien und Tredan hatten sich einer anderen Söldnergruppe angeschlossen und sie dazu überredet, gegen den Dämmersturm zu kämpfen. Ingo meinte, er hätte es wissen müssen, war aber zu sehr darauf aus, das ganze gewaltfrei zu lösen. Muss ich mir merken. Hoffe aber, es kommt nie soweit, dass ich gegen meine Kameraden vorgehen muss. Orodaro und Ingo vegetierten eine Woche lang in einer Höhle an der Küste Westfalls vor sich hin, ruhig gestellt durch Gifte, gefoltert durch diese Mistkerle. Der Grund war Orodaros kalte Art. Erien und Tredan hatten den Bund wegen eines kontroversen Befehls des Kommandanten verlassen. Ingo kam zuerst frei, später dann Orodaro. Der war dann weit weniger tolerant gegenüber Eidbrechern. Kurz darauf wurde der Rang der Todgeweihten eingeführt. Ingo sah mich an, meinte aber, das gelte nur für Orodaro. Ich meinte, ich wolle mal ganz ehrlich zu Ingo sein. Natürlich war ich das eh immer. Ingo war mein Lehrmeister, mein Mentor. Wahrscheinlich war nicht einmal mein Opa Thori so weise wie Ingo. Ich meinte zu Ingo, dass ich nicht so recht weiß, was ich vom Chef halten sollte. Ich erwähnte die Sache in Nordend, mit Sargog. Wo Orodaro meinte, dass jeder, der sich einmischt, stirbt. Wo Ingo so aufgebracht war wegen Rethorns Verwundung und wie Orodaro Jessica befahl, ihn aufzuhalten. Gefiel mir garnicht. Daher meine Sorge hinsichtlich des Eids. Und meine geplanten Vorsichtsmaßnahmen.

Hoffe, ich brauche diese Vorsichtsmaßnahmen nicht. Ich hatte beim Bund viele gute Kameraden und hoffe, noch lange etwas mit ihnen erleben zu können. Ingo meinte, Orodaro sei eine Maschine, die einen Zweck erfüllt. Dieser Zweck sei der Dämmersturm. Früher sei er anders gewesen, lebendiger und offener. Etwas war mit ihm geschehen und Ingo deutete an, dass es vielleicht mit einer Frau zu tun hatte. Andererseits kann ich auch verstehen, dass so viel Mist, den man erlebt, einen auch abhärtet. Dinge ändern sich, Leute ändern sich. So ist das nun einmal. Ingo meinte aber er glaube, einen guten Einfluss auf ihn zu haben. Vielleicht war meine Sorge ja unbegründet, doch wäre es schade, den Bund wegen eines zu derben Befehls verlassen zu müssen und vor meinen Kameraden fliehen zu müssen. Wäre echt bitter, Ingo, Alvrim, Percy, Tharain, Grenam, Sua, Julius, Rethorn, Bonniy und Rarnulf als Kameraden zu verlieren. Habe mich an diese alten Gauner gewöhnt, in den letzten Monaten. Ingo meinte, der Kommandant kennt die Grenzen, die wir uns selber auferlegen und wüsste genau, warum er jemanden einen Befehl gibt, selbst wenn diesem jemandem widerstrebt. Er würde nie Leben sinnlos verschwenden. Wir sprachen wieder über die Deserteure und Ingo meinte, als er in der Höhle lag, habe er Erien und Tredan gesagt, er würde sie töten, wenn er sie je wieder sah. Doch ob er es auch könnte? Er meinte, er hat sie nie wieder gesehen, habe auch oft und lange über den Eid nachgedacht. Er meinte, als Zwerg sei ihm die Wichtigkeit eines Eids bewusst, doch von diesem absolutem Gehorsam sei er kein Freund. Das sah ich ganz genau so. Vielleicht war der Eid zu extrem. Eid hin oder her, ich war loyal zu meinen Kameraden, mochte einige wirklich. Hab ich Ingo auch so gesagt. Aber es gab Grenzen. Loyalität durfte nicht zum Preis der Freiheit kommen. Ingo meinte, man hätte doch jede Freiheit, außer den Pflichten gegenüber dem Bund. Kämpfen, wenn wir gerufen werden. Auch konnte man da darum bitten, vom Eid entbunden zu werden. Ingo meinte, ich könne auch den Eid ablehnen und niemand würde deshalb schlechter von mir denken. Ich überlege oft, ob das nicht das beste wäre. Allerdings gab es als Söldner mehr Geld. Und vielleicht würde es mir gefallen, eines Tages Rottenmeister zu sein. Ingo meinte, für die absolute Akzeptanz des Eides ohne Zweifel bräuchte ich hunderprozentige Ignoranz. Aber er meinte, ich bin nicht ignorant und hätte viele Zweifel. Wenn ich nicht absolut sicher sei, wäre der Eid nichts für mich. Ja, ich hatte Zweifel, war da wirklich hin- und her gerissen. Vielleicht war es besser, abzulehnen und es simpel zu halten, als zu viel zu wollen und die Konsequezen tragen zu müssen. Ingo meinte, er sei nur beim Bund, weil er nirgendwo sonst rein passe, weil ihn sonst nirgendwo etwas hält. Sonst hätte er den Eid auch abgelehnt. Er meinte, ich schiene mehr zu haben, was ich erreichen will.

Naja, ich musste da an Tari denken. Irgendwie fand ich sie schon toll, aber ich weiß nicht, ob sie das genau so sieht bei mir. Familie irgendwann wäre schon toll, aber ich war ja noch jung. Hatte noch viel Zeit für sowas. Familie konnte ich auch trotz Eid haben. Zwischen den Missionen hatte man auch viel Freizeit. Ich erlebe gern was, fühle mich wohl, so wie es jetzt is. Dann meinte ich aber, dass ich aus dem Schatten meines Bruder raus will und Ingo hakte nach. Glaub, ich hab zuviel gejammert dann. Ragnari war ein Paladin, hatte so viel Ansehen und unsere Eltern waren immer sehr stolz auf ihn. Er hat den legendären Heldenhammer unserer Familie vererbt bekommen. Klar, er prahlt nie. Aber irgendwie fühle ich mich geringer, weiß nicht einmal warum. Hatte eigentlich keinen Grund. Ingo meinte, dass sei Schwachsinn und das Ragnari kostenlos in meinem Kopf wohnt, alles sei nur eine Vorstellung in meinem Kopf, weiter nichts. Ich musste einfach lernen, mit mir selber zufrieden zu sein. War ich ja auch, ab und zu. Und mein Bruder und ich waren ja auch unterschiedlich, hatten ganz andere Wege im Leben gewählt. Ingo meinte, ich solle froh sein, noch Familie zu haben. Andere hätten nicht so viel Glück. Ich hatte meinen Bruder, meinen Halbbruder und meinen Opa. Blut war dicker als Wasser, ich sollte froh sein. Könnte alles weit schlimmer sein. Ich meinte zu Ingo, dass ich wüsste, dass er ja nicht so viel Glück hatte, Freunde aber etwas tolles seien. Rethorn war ja wie ein Bruder für ihn. Und wenn er mal jemandem väterliche Ratschläge geben wolle, habe er ja mich. Da hat er gelacht und meinte, er habe nicht einmal von sich gesprochen. Vielleicht hat er sich aber auch gefreut, wer weiß. Ingo machte mich dann auf den Aushang aufmerksam. Alvrim war nun Rottenmeister. Ingo meinte, es würde Alvrim gut tun, etwas mehr Verantwortung zu haben und Rarnulf und er würden ihm auch helfen. Ja, Verantwortung war gut. Deshalb leite ich auch gerne Missionen, auch wenn ich noch viel zu lernen habe. Doch nichts motiviert einen mehr als die Verantwortung, seine Kameraden heil nach hause zu bringen. Bonniy kam mit nem kleinen Jungen ans Hauptquartier heran, meine zu dem Kleinen, er solle zurück zu seinen Eltern. Ingo und ich sind dann nach unten. Der Kleine wollte wohl Antworten von Bonniy, ist extra mit der Tiefenbahn nach Eisenschmiede. Bonniy schien extrem genervt. Ingo meinte, die beiden sehen sich ähnlich. Der Junge war wohl sechs Jahre alt. Und ihr Sohn John. Der Kleine fing dann voll an zu weinen, wollte wissen, warum Bonniy ihn weg gegeben hat. War echt herzzerreissend. Rethorn kam dann auch dazu. Fand aber, die ganze Sache ging mich nichts an, hab mich dann bei Ingo abgemeldet, um ein paar Tage nachzudenken.

In der Taverne traf ich abends Ragnari und eher aus einer Laune heraus forderte ich ihn zum Duell heraus. Ingos Worte hingen mir noch im Kopf und ich dachte mir, dies wäre ein wichtiger Schritt, Selbstvertrauen zu bekommen. Wir verließen die Stadt, steuerten den Valkoinensee an. Unterwegs erzählte ich meinem Bruder grob von meinen Gedanken, ging aber nicht zu sehr ins Detail. Auch nahm ich ihm den Schwur ab, sich nicht zurück zu halten. So rannten wir auf dem Eis aufeinander zu und mir gelang der erste Schlag, ein harter Treffer in Ragnaris rechte Seite. Glaub, ich habe bereits da seine Rippen verletzt, doch er wankte nur, blieb aber auf den Beinen. Ich setzte mit einem Schlag auf seine Schultern nach, doch er parierte, rammte mir den Kopf seines Kriegshammers - dem legendären Heldenhammer unserer Familie - in den Bauch. War nicht einmal schnell genug, noch mein Schild zu heben. Hab dann mit dem Hammer seinen linken Oberschenkel erwischt, doch er konterte sofort und traf meine lädierte, linke Schulter. Hier muss ich auch erwähnen, dass ich noch Probleme mit dem linken Arm habe. Zuviele Treffer auf die Schulter, nehme ich an. Hoffe, das heilt irgendwann wieder richtig aus. Wollte ihm dann meinen Hammer in den Bauch rammen, doch er parierte und drosch mir dann den Hammer in meine Rippen. Jetzt waren wir beide ziemlich angeschlagen und schnauften wie alte Widder. Mit dem Licht hätte Ragnari mich sicher leicht bezwungen, doch das hier war ein Kampf des Könnens, der Ehre. Ich versuchte erneut, seine Schulter zu erwischen doch er wirbelte herum und wich aus, schlug nach einem Standbein noch dich drehte mich weg und rammte ihm meinen Schild unters Kinn, brachte ihn ins Taumeln. Dann versuchte ich ihm den Hammer gegen die Brust zu rammen, doch er wehrte mit der eigenen Waffe ab, drosch sie mir auf die rechte Schulter. Gleichzeitig machte ich einen Vorstoß und ich traf seine linke Seite. Ragnari ging zu Boden. Ich habe meinen älteren Bruder besiegt. Der hat sich aber sofort beschwert, ich solle nicht dauernd zu ihm kommen und ihn verhauen, wenn es mir nicht gut ginge.

Fakt ist, dass wir wirklich unterschiedlich sind. Ragnari ist ein Diplomat, ein Anführer, der Kämpfe vermeiden will, Frieden bringen will. Ich bin kein Diplomat. Doch auch ich möchte ein Anführer werden und sehe mich als Krieger. Allerdings muss ich hier auch an Percy's Worte denken, wie sehr er das Töten hasst. Ich muss trotz allem genau aufpassen, was ich mache und wie weit ich gehe - und überhaupt zu gehen bereit bin.

Samstag, der 29. September

Nachtrag:

In den letzten Tagen war ich kaum zuhause, war oft am Schießstand und habe geübt, oder an gewissen Orten außerhalb von Eisenschmiede. Ist manchmal einfach schön, die eisige Luft um sich zu haben und einfach nur zu überleben, ohne sich über irgendwelche Scheiße Gedanken zu machen. Es gibt auf zahlreichen Gebirgshängen kleine Lager oder Höhlen, die man zum Nachdenken nutzen kann. Einfach mal den Kopf leer kriegen. Tat gut, auch wenn ich teilweise fast erfroren wäre. Bin daher heute zurück in die Stadt, um mich mal wieder mit Nahrung zu versorgen.

Habe heute gesehen, dass der Kommandant trotz des Debakels mit den angeblichen Orcbanditen und der Vergiftung durch den Schwarzen Widder Marken und Gold verteilte und ich... besonders viel bekommen habe. Mit fünfzehn Goldstücken waren das sogar dreimal so viel wie Percy bekommen hat. Hab auch einige Marken mehr bekommen. Vielleicht war ich zu hart mit mir, zu pessimistisch, was meine Leistungen betraf. Die letzten Tage taten mir wirklich gut und ich habe wieder einen klaren Kopf. Die Vergangenheit kann man eh nicht rückgängig machen, aber man kann aus ihr lernen. Ich habe Gefallen daran, meine Kameraden anzuführen, wobei es mir dabei mehr um die Herausforderung und die Verantwortung geht, als um die Autorität. Und es tut gut, wenn Leistung anerkannt wird. Ich weiß, ich muss noch viel lernen und viel trainieren, aber es ist einfach gut zu wissen, dass man etwas drauf hat und da noch Raum für weit mehr ist.

Sonntag, der 30. September

Nachtrag:

Habe eine Nachricht vom Kommandanten bekommen. Wurde Alvrim's Rotte zugewiesen. Also hat er die Wahl zum Rottenmeister gewonnen. Ich gönne es ihm. Allerdinges schienen weder er noch Rethorn sonderlich begeistert von dem ganzen Trubel gewesen zu sein. Aber es ist nun einmal so, dass fähige Anführer gebraucht werden. Der Kommandant ist ja meistens nur dabei, wenn etwas wirklich wichtiges ansteht, Ingo kann auch nicht immer Zeit haben und Rarnulf ebenso wenig. Am Aushang hing heute nichts. Ich denke, ich werde heute abend aufbrechen um meinen Opa zu besuchen. Ingo weiß ja, dass ich mich "ein paar Tage" in die Wildnis schlagen wollte. So weit ist es ja auch wieder nicht bis ins Hinterland. Ich hab aber beschlossen, mit einem Handelskarren gen Norden zu fahren. Der ganze Weg zu Fuß war etwas beschwehrlich und ich wollte ja auch nicht zu lange weg sein.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 6. Okt 2012, 11:59 
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Freitag, der 5. Oktober

Nachtrag:

Habe endlich den Nistgipfel erreicht. Die Reise war unendlich öde. Habe viel geschlafen, aber auch während der Fahrt auf sich bewegende Ziele geschossen und auch die Pausen gut genutzt. War aber arg schwer, sowas wie Vögel im Flug zu erwischen oder bestimmte Punkte, während der Karren auf dem ich saß sich polternd über die Straße bewegte. Muss ich aber auch lernen, da besser zu werden. Muss dabei nämlich an die Mission mit dem Senator in Kharanos denken und wie der Wagen mit dem Sprengstoff auf die Stadt zu fuhr. Hab den Widder damals zwar getroffen, doch das muss noch viel effektiver von der Hand gehen. Hab mich mit den Leuten der Handelskarawane kaum unterhalten, weil ich eigentlich nur endlich meinen Opa wiedersehen wollte. Scheint aber, als sei der Pass ins Sumpfland schon eine Weile frei von Überfällen. Also scheint der Schwarze Widder wirklich zerschlagen. Im Arathihochland wurde es aber schwieriger, wir kamen nur langsam voran und machte eine lange Rast bei der Zuflucht. Ist nicht so toll, durchs Feindesland zu reisen. Thori hat sich gefreut, mich zu sehen und wir haben den Abend noch gut gesoffen und Neuigkeiten ausgetauscht. Opa Thori selbst ist wohl die meiste Zeit unterwegs, um Trolle oder Untote zu erschlagen, die den Nistgipfel bedrohen, doch ist er auch oft im Schattenhochland, um den Schattenhammer und die Horde dort zuzusetzen. Hab ihn von meinen Missionen erzählt und von meinem Duell gegen Ragnari und er fragte mich, ob ich nur gekommen bin, um auch ihn herauszufordern. Konnte ihm keine ehrliche Antwort geben. Als er belustigt abwinkte, habe ich ihn dann aber doch zum Duell heraus gefordert und wir gingen vor die Tür.

Ich fing an, wollte mit dem Hammer nach seiner Schulter schlagen, doch Thori wich aus, entfesselte einen regelrechten Schlaghagel mit seinen beiden Hämmern auf mein Schild, geriet dann aber ins Stolpern. Als ich ihm den Hammer in die Seite donnern wollte, verfehlte ich ihn jedoch. Wir umkreisten einander eine ganze Weile, ehe ich einen Vorstoß wagte und ihm den Hammerkopf in den Magen rammen wollte. Erneut wich mein Opa aus, der noch erstaunlich flink für sein Alter ist. Dann erwischte einer seiner Hämmer mich am linken Arm, doch ich schlug sofort zurück und traf seine rechte Schulter, setzte nach und traf ihn erneut, diesmal am linken Bein. Er geriet ins Taumeln, dann klatschten seine beiden Hämmer aber gegen meine Schultern. Ich weiß nicht wie, aber mein Schild brachte mir hier garnichts. Immer wieder umging er es, oder schlug es beiseite. Ich konnte ihm dann doch noch den Hammer in den Bauch rammen, wich dann seinen beiden Hämmern aus, konnte aber selber auch keine Treffer anbringen. Es begann zu regnen und bald darauf umkreisten wir uns im Matsch. Immer wieder versuchte ich, meinen Großvater zu erwischen, doch er wich aus oder parierte mit seinen eigenen Waffen. Dann drosch er mir schließlich beide Hämmer gegen die Brust und ich ging zu Boden. Doch sofort half mir mein Opa auf und klopfte mir auf die Schulter.

Er meinte, er hätte nicht gedacht, dass ich den Schneid hätte, ihn mal zu einem Duell heraus zu fordern. Doch er hat auch bemerkt, wie ich irgendwann frustriert und ungeduldig wurde und dies dürfe nicht passieren, niemals. Er meinte, vielleicht steckt ja doch ein Wildhammerzwerg in mir und ich lachte und meinte, dass er es gern noch einmal heraus finden kann, dass ich gerne eine Revanche hätte. Er sagte zu mir, ich dürfe nicht halbherzig an eine Sache heran gehen. Er würde mir gerne zeigen, was es heißt es Wildhammerzwerg zu sein, doch nur, wenn ich das Erbe der Familie auch ernst nehme. Frage mich, ob er mir das Angebot nur macht, weil Ragnari es einst ausschlug, als er Paladin wurde. Doch es ist mir egal. Ich nahm an, bat um Training. Zufrieden sagte Thori, er würde mit mir nach Eisenschmiede kommen, denn er wollte einigen Leuten einen Besuch abstatten und mir gleichzeitig ein paar Dinge erklären. Am Abend gab er mir die Rüstung, in der er einst geheiratet hatte, eine dunkelgrüne Plattenrüstung mit wunderschönen Verzierungen. Am nächsten Morgen würden wir aufbrechen, zurück nach Eisenschmiede. Vorher galt es aber, meinem Opa zu zeigen, dass ich wie ein Wildhammerzwerg saufen kann.

Samstag, der 6. Oktober

Nachtrag:

Haben ausgiebig gefrühstückt und sind dann mit einer Handelskarawane ins Arathihochland aufgebrochen. Als ich fragte, warum wir keine Greifen nehmen können sagte Großvater, ich sei zu alt, um noch Greifenreiter zu werden. Schon Pech, dass meine Eltern kurz nach meiner Geburt den Nistgipfel verließen um nach Dun Morogh zu ziehen. Auch war ich viel zu schwer für einen Greifen, da ich ja Plattenrüstung bevorzugte. Thori erklärte mir, dass ich den Glauben an die Erdenmutter ernst nehmen sollte. Mond und Sonne sind die Augen der Erdenmutter und man sieht ihr Wirken überall, am Himmel, in den Seen, in den Wäldern. Ich sollte nur noch jagen, wenn es nicht anders ging. Das ich gerne besondere Tiere jage, könnte da ein Problem sein. Doch gibt es Rituale, der Schöpferin selbst zu gedenken und ich habe beschlossen, beim Training nicht mehr wahllos Tiere abzuknallen. Ich musste mich der Natur respektvoll gegenüber verhalten, lernen, die Erdenmutter in allen Dingen zu sehen. Das würde auch helfen, mein hitziges Gemüt zu beruhigen. Mein Ausflug auf die Gipfel Dun Moroghs sei da schon ein guter, erster Schritt gewesen, sagte mein Großvater. Er meinte, ich solle mich von den Elementen inspirieren lassen, müsse so ruhig wie ein Gebirgssee sein, aber wenn notwendig auch so stürmisch wie ein Orkan oder eiskalt wie ein Blizzard. Ich werde da noch einiges lernen müssen, doch ich denke, ich werde daran nur wachsen, als Zwerg und als Kämpfer.

Sonntag, der 7. Oktober

Nachtrag:

Am Abend erreichten wir das Sumpfland. Mein Großvater und ich haben uns die ganze Reise über viel zu erzählen gehabt, Hauptsächlich über meine Missionen, meine Kameraden. Auch über Tari haben wir gesprochen. Thori meinte, es gäbe genug Wildhammerzwerginnen, doch da winkte ich nur ab. Ich lass mich doch nicht verkuppeln. Außerdem bin ich noch jung, habe noch viel Zeit für so etwas. Haben dann auch noch einmal gegeneinander gekämpft, ich fing an. Thori spolperte und ich habe ihn hart an der Schulter erwischt. Als ich ihn dann aber den Hammerkopf in den Bauch rammen wollte, sprang er nach hinten. Seine beiden Hämmer prallten auf mein Schild, doch als ich ihn damit erwischen wollte, wich er aus. Erneut wich mein Großvater meinem Hammer aus. erwischte mich dann am Arm. Schon wieder wich er meinem Schild aus. Echt flink, für sein Alter. Wollte ihm mit all meiner Kraft die Beine weg ziehen, verfehlte jedoch und nun war meine Deckung offen. Er erwischte mich an der Schulter, doch ich konnte doch noch einen Treffer anbringen und sein Bein erwischen. Nun zeigte ich, dass ich auch flink sein konnte, wich seinen beiden Hämmern aus. Doch auch er wich dann meinem Angriff aus und wir umkreisten einander lange. Ich wich aus oder ließ seine Hämmer gegen mein Schild krachen, doch ihn konnte ich auch sehr lange nicht erwischen. Nach einer gefühlten Ewigkeit erwischte er mich am Schildarm, doch ich nutzte die Chance und rammte ihm den Hammer in den Bauch und Thori ging zu Boden, murrend aber sichtlich zufrieden mit mir. Ich hatte noch viel zu lernen, sagte er, sei aber auf dem richtigen Weg.

Dienstag, der 9. Oktober

Nachtrag:

Mein Großvater und ich haben am frühen Mittag Eisenschmiede erreicht. Thori hat sich aufgemacht, um Ragnari aufzusuchen und ich war überrascht, als ich auf meinem Balkon ein großes Paket fand. Es enthielt den Heldenhammer, die wichtigste Waffe unserer Familie und einen langen Brief. Warum mir Ragnari nicht persönlich die Waffe gab, weiß ich nicht. Ich vermute, er hat viel Stress mit seinen ganzen Missionen. Doch er schrieb, dass ich die Waffe verdient habe und sie anständig führen soll, wie ein richtiger Heldenhammer-Zwerg. Ihm sei ein anderer Weg vorbestimmt als mir und ich solle die Tradition in Ehren halten, zumindest besser als er es täte. Hoffe, er hat nichts dummes vor. So kenne ich meinen Bruder zwar nicht, aber so ganz verstehe ich den Brief nicht. Mal schauen, was Großvater aus ihm heraus bekommt, falls er Ragnari überhaupt antrifft.

Ich hab mich ins Hauptquartier aufgemacht, wo mir der Kommandant vom Tod Enoir Fordyce's und Leslays erzählte, vor wenigen Tagen, auf einer Mission der Schwarzroben. Enoir habe ich kaum gekannt, nur kurz gesehen, als wir Nordend verließen und als er sich um Natter kümmerte, als sie von Ingo angeschossen wurde. Machte nen netten Eindruck. Hab dem Kommandant erzählt, was mit Leslay war und fand, ein Tod im Kampf sei besser, als zunehmend die Kontrolle zu verlieren und kaputt zu gehen. Hoffe, Leslay ruht in Frieden. Ich werde sie vermissen. Der Kommandant meine auch, dass das plötzliche und schmerzvolle Verluste waren und er da etwas tun müsse, um die weitere Arbeit der Schwarzroben zu verbessern. Warum die Magie-Fuzzies getrennt vom Rest agieren, ist mir hier aber ein Rätsel. Hab aber nicht weiter nach gefragt. Als der Kommandant meinte, dass es wenigstens keine vereidigten Söldner waren, die den Tod gefunden hatten, wurde ich mal etwas aufmüpfig und meinte, Verluste sind nie schön, ob vereidigt oder nicht. Hoffe, beide starben nicht umsonst. Der Kommandant meinte, er müsse den genauen Bericht abwarten, die Verantwortlichen hätten mit Konsequenzen zu rechnen. Hat da jemand geschludert? Der Kommandant meinte, der Unfall hätte vielleicht vermieden werden können.

Am Aushang hin ein Eintrag über das Fehlverhalten mancher Mitglieder. Ich meinte, die Moral sinkt, wenn die Bande nix zu tun hat. Warum die sich nicht für Missionen einschreiben, ist mir aber ein Rätsel. Ich schlug Orodaro eine Art Trainingsreise vor, in nicht weit entfernte Gebiete. Training in der Eiseskälte von Dun Morogh oder der Hitze der Brennenden Steppe würde die Hitzköpfe wohl etwas züchtigen, vom restlichen Nutzen ganz zu schweigen. Orodaro stimmte zu und meinte, ich sollte meinen Rottenmeister - sprich: Alvrim - ansprechen. Nach dem Einsatz in Westfall, gegen die Reißerbande, würde sich so etwas anbieten. Ich meinte, ich würde Al ansprechen. Hab mich dann aber auch wieder verabschiedet, immerhin war ich frisch zurück. Ging daher in die Taverne, um etwas zu essen. Alvrim kam nach einer Weile dazu und ich lud ihn ein. Er hat mir erzählt, dass Ragnari wohl nach mir gesucht habe. Hab ihm gesagt, wo ich war und er riss die Mission der Schwarzroben kurz an. Meinte, dass der Chef auch arg sauer war deswegen. Er meinte, dass Jessica wohl mal erwähnte, dass Tharain Fel-Magie auf Natter übertragen hatte. Na prächtig. Natter machte wohl ein großes Geheimnis draus. Meinte nur, dass Al genau wusste, was ich von Natter seit ihrem Angriff auf Ingo hielt. Wechselte dann aber das Thema unf sprach die Trainingsreise an. Al hatte wohl was Ähnliches im Sinn, aber erst nach der Mission in Westfall. Manche gingen wohl echt zu weit, waren frech und undiszipliniert. Teilweise noch nicht mal groß auf Mission, aber schon n Breiten markieren. Al meinte, er sei nicht gerne der Arsch, aber Disziplin war wichtig. Wenigstens hatten wir ein paar gute Leute in der Rotte.

Den anderen würden wir schon noch Vernunft einbläuen. Haben noch kurz über die Mitglieder der Rotte gesprochen. Wer wusste, wie Maldiv nach Enoirs Tod drauf war. Barbas hielt ich für arrogant, aber Kämpfen konnte er. Von Julius und Percy hatte ich ne hohe Meinung, hatte ja oft mit beiden Seite an Seite gekämpft. Hab ihn noch gefragt, weil er auf Mission mit Ragnari war. Haben noch gescherzt, dann über Suadya gesprochen. Ging ihr wohl gut, soweit. Meine, es tat mir gut, mal ein paar Tage abzuhauen und den Kopf leer zu kriegen. Momentan ging es mir so richtig gut. Er meinte, das is gut, das Leben sei eh zu kurz. Konterte, dass ich als Zwerg sehr alt sein konnte. Das hatte natürlich Vor- und Nachteile. Zumindest hatte ich noch Zeit mit der Familienplanung. Al ärgerte mich wieder, meinte, ich hätte doch ne Freundin. Meine, das sei nur Freundschaft mit Tari, dass ihr wohl nicht der Sinn nach sowas steht. Bier und Schusswaffen waren da ein guter Ersatz, zumindest für mich. Konnten zwar nicht alles ersetzen, aber es lenkte einen ab. Er meinte, Schusswaffen seien Laut, aber ich hatte ja noch meine Armbrüst, für alle Fälle. Flexibel sein war immer gut und Al gab mir da Recht. Dann ging ich aber heim, um mich ein wenig auszuruhen.

Abends im Hauptquartier kam Natter zu mir. Fragte mich, was ich mir erhofft hatte, als ich ihren Dolch in die Schmiede geworfen habe. Meinte nur, dass ich hoffte, dass sie dann ne Spur netter werden würde. Sie fragte, ob ich nicht nachgedacht hab, dass sie nicht nett sein will. Meinte nur, dass sie immerhin Ingo angegriffen hatte, dass der Dolch sie böse gemacht hat. Ich tat es für den Bund. Und sogar für Natter selbst. Da fragte Natter, warum sie denn Ingo ohne Grund angreifen sollte. Natter starrrte mich an und ich bekam ne Gänsehaut, hielt dem Blick aber stand. Meinte, ich dachte, der Dolch habe sie dazu gebracht. Warum sonst hätte Ingo denn auf sie geschossen? Sie meinte, Ingo habe sie bedroht und ihr Instinkt zur Selbsterhaltung sei wach geworden. Sie meinte, das hätte Ingo klar sein müssen, sonst hätte sie viel früher Tagelöhner oder Mitläufer attackiert. Hat mich schon überrascht, als sie meinte, Ingo hätte angefangen. Sie meinte, manchmal reichten auch Worte um als Angriff zu gelten. Sie meinte, ich werde noch eines Tages zu einem Tanz von ihr eingeladen. Meinte zu ihr, sie könne mich ruhig hassen, wenn sie das wolle. Ich glaubte, das Richtige zu tun. Das nächste Mal, sagte sie, wüsste ich Bescheid. Falls es ein nächstes Mal geben wird, fügte sie dann leise hinzu. Ich meinte nur, so ein scheiß Dolch würde sie nicht ausmachen, sie bräuchte ihn nicht. Sie fragte, ob ich das zu entscheiden hätte und ich schüttelte den Kopf, meinte, dass ichs nur gesagt haben wollte. Sie meinte, ich hätte nicht viel erreicht, nur ein Werkzeug zerstört. Sie habe Befehle, niemanden im Bund anzugreifen. Ich meinte nur, dass das wenigstens etwas war und vielleicht würde sie mir eines Tages ja die ganze Geschichte erzählen. Sie entgegnete, sobald ich im Sterben liege. Ich fügte hinzu, dass sie sich dann freuen würde. Sie meinte aber nur "Vielleicht". Die Frau ist mir ein Rätsel. Ob es noch mal einigermaßen klappt, mit uns? Als Kameraden? Ich meinte, dass Zwerge sau alt werden können.

Nebenbei hörte ich noch ein Gespräch zwischen Ingo und dem Kommandanten, ging wohl um Maldiv und um ihre Kampftauglichkeit nach Enoirs Tod. Der Kommandant meinte, Maldiv beschäftigt zu halten sei da eine gute Idee. Sie sprachen auch über den einen Senator, denn wir in Kharanos beschützt hatten. Scheinbar war es nicht ausgeschlossen, dass wir noch einmal Aufträge für ihn machen würden. Bonniy kam kann und gab mir etwas, ehe sie wieder ging. Ein rotes Säckchen mit einem Ring drin, einem Siegelring mit einem "R" drauf und dem Namen Leslay an der Innenseite.

Mittwoch, der 10. Oktober

Nachtrag:

Traf unten im Hauptquartier ein neues Mitglied des Dämmersturms, Maria "Mara" Dunkelfeld. Sie übte wohl, sah beinah wie Meditation aus. Sie meinte, es ginge ums Regenerieren von Mana. Fands aber weniger toll, als sie meinte, Schattenmagierin zu sein. Meinte, mein Misstrauen sei nicht böse gemeint, habe nur zu viel Mist gesehen. Bat sie, es nicht zu übertreiben und aufzupassen. Sie versuchte, mich zu beruhigen. Macht eigentlich nen netten Eindruck. Meinte zu ihr, es gäbe bessere Orte, um einen klaren Kopf zu bekommen und sagte ihr, dass ich sowas meist in der Natur machte. Ich hieß sie willkommen und meinte, ich hoffe, sie würde ne ganze Weile überleben. Auch bemerkte ich, dass sie Vorräte aufgefüllt hatte. Gut. Nach dem Debakel mit der Vergiftung mussten wir sehr aufpassen.

Von oben hörte ich noch ein paar Wortfetzen von Ingo und dem Kommandanten. Ging um Rethorn und Alvrim. Sehr interessant. Scheinbar hatte Ingo den Auftrag, die Mission der Schwarzroben mit ein paar anderen zuende zu bringen. Dann kam Ingo nach unten, und ein weiteres neues - oder eher: altes - Gesicht kam hinzu, Eleza Blake, die wohl die ganze Zeit über in Nordend geblieben war. Sie fand mich wohl interessant. Und sie war eine der wenigen, die mit Zweihändern kämpften. Trainierten draussen ein wenig, ich bekam einen Hieb mit der flachen Seite der Klinge in die Seite, konnte aber nen Aufwärtshaken blocken, danach setzte sie einen Kreuzhieb an. Kassierte noch nen Knaufschlag in den Rücken. Als sie mir den Knauf gegen den Kopf rammen wollte, wich ich aber aus und wollte sie mit aller Kraft umhauen. Ich verfehlte, ließ meine Deckung offen und sie schlug mich nieder. Nicht besonders toll, wie ich mich schlug. Eleza war trotz Rüstung extrem schnell. Wir gingen wieder rein und Ingo brachte sie auf den Stand der Dinge, erzählte von der Reißerbande in Sturmwind, vom Tag des Blutes und Simo's Tod, von der Mission für den Senator in Kharanos. Ingo bestätigte, dass wir wohl mit weiteren Aufträgen für ihn zu rechnen hatten. Nicht gut, wenn man den Auftraggeber lieber töten will als die Gegner. Maldiv kam dazu. Sie scheint wohl momentan fitter und kräftiger werden zu wollen. Hab Eleza dann von der Sache beim Pass ins Sumpfland erzählt, wo wir vergiftet wurden. Eleza bat außerdem, zwei Neulinge zurecht weisen zu dürfen. Ingo gab ihr die Erlaubnis, solange niemand verletzt werden würde. Dann bat ich Ingo, mit mir vor die Tür zu kommen, für ein Vier-Augen-Gespräch. Hab ihm von einem gestrigen Gespräch mit Natter erzählt und hab gefragt, ob es stimmte, dass er sie provoziert habe. Er meinte, Natter habe ihm gezeigt, wie der Dolch sie kontrolliere. Hat ihn fallen gelassen, ist weg gegangen. Dann tauchten schwarze Schlieren auf und führten sie zurück zum Dolch, wie eine Marionette. Als Ingo dann meinte, der Dolch habe sie kontrolliert und sie müssten ihn zerstören, habe Natter auch schon angegriffen. Nun, ich bin geneigt, ihm zu glauben. Gut möglich, dass Natters Verstand einfach zu vernebelt ist und sie glaubt, die Wahrheit gesagt zu haben. Oder sie wollte einen Keil zwischen mich und Ingo treiben. Meinte, der Dolch macht sie nicht aus, aber das sähe sie anders. Und eines Tages würden wir es wohl austragen müssen. Würde unschön werden. Ingo hoffte, ihr Wahnsinn würde nun zurück gehen und bat mich, Bescheid zu sagen, sollte mir etwas auffallen. Auch meinte er, das Gespräch unter vier Augen sei unsinnig, jeder sollte wissen, wie gefährlich Natter war. Sind wieder rein gegangen und ich bat Ingo, aufzupassen, wenn er den Dämon jagte, der für Enoirs und Leslays Tod verantwortlich war. Mit Rethorn, Jessica und Keiler würde er den Dämon jagen. Keiler sah ich nur kurz beim Tag des Blutes. Blieb abzuwarten, ob er wirklich so fähig war.

Fand es aber unpassend, als Eleza meinte, sie solle die Chance erhalten, den Eid abzulegen. Ingo meinte, der Eid sei kein Privileg, sondern eine Pflicht. Eleza meinte, sie sei Gilneer und lebe für die Pflicht. Kam mir trotzdem merkwürdig vor, wie sie das Thema angeschnitten hatte. Bin dann zum Depot gegangen, um etwas zu üben.

Donnerstag, der 11. Oktober

Nachtrag:

War heute nachmittag beim Hauptquartier, Rarnulf saß unten. Auf dem Balkon traf ich nen Neuling, der arg mürrisch rüber kam, Ian. War wohl einer von denen, denen Eleza Vernunft eintrichtern wollte. Ian trug auch nen Zweihänder. Würde also interessant werden. Der Bengel war sehr ungehobelt und respektlos. Hat erzählt, wie er Grenam vermöbelte. Der hat mich arg aufgeregt, meinte, ne Kugel würde ihn nicht stoppen. Hohlkopf. Rarnulf kam dann nach draussen. Ich blieb ruhig, hielt die Klappe. Weil ich schon ahnte, was passieren würde. Ian provozierte Rarnulf und dieser schlug ihm hart aufs Brustbein. Ja, habs echt kommen gesehen. Ian allerdings nicht. Ian wäre gerne mit Rarnulf vor die Tür gegangen, dieser aber wollte nicht. Ian brachte nen Kniestoß an, doch Rarnulf fing diesen ab. Beide gifteten sich an, Ian war sauer, weil Rarnulf ihn einfach so schlug, während Rarnulf meinte, auf Angriff gegen einen Rottenmeister stünde die Todesstrafe. Fand aber, Rarnulf nahm sie Sache mit seiner Befehlsgewalt zu ernst. Ich würde nicht JEDEN Befehl befolgen, da war ich mir sicher. Wenn's nichts mit ner Mission zu tun hatte, würde ich mich auch nicht zum Affen machen lassen. Ian ging dann und Rarnulf meinte, das sei wieder einer, der eher früher krepieren würde als später.

Ich konnte Rarnulf zu einem kleinen Übungskampf überreden. Meinte, dass ich ja auch mal besser werden wollte. Würde also aus jedem Kampf und sogar aus Niederlagen lernen. Wir gingen raus und ich fing an, stürmte auf ihn zu und wollte mit dem Hammer seinen linken Oberschenkel treffen. Ich traf auch, kassierte aber einen Treffer und eine tiefe Kerbe im Schulterpanzer. Wollte ihm dann den Hammer in den Magen rammen, doch er blockte, zielte dann auf mein linkes Bein. Ich wurde erwischt, zielte dann auf Rarnulfs linke Schulter. Er parierte und die Griffe unserer Waffen verkanteten sich. Rarnulf wollte mit dann den Knauf seiner Axt ins Gesicht rammen. Ich wich aus und der Knauf glitt über meinen Schulterpanzer. Dann wollte ich es ihm gleich tun und ihm den Knauf meines Hammers unters Kinn rammen. Ich kassierte einen Schnitt ins rechte Bein, wich einem weiteren Hieb jedoch aus. Einen Schlag in die rechte Seite steckte er viel zu gut weg, dann schlug er mich mit dem flachen Axtblatt einfach gen Boden. Er half mir hoch und meinte, ich wollte es ja so. Irgendwie musste man ja lernen. Er meinte, Schmerz sei ein guter Lehrmeister. Ich meinte, ich müsse noch an Finesse zulegen oder an Wumms. Rarnulf entgegnete, ich müsse einfach noch Erfahrung sammeln, mich einfach an Ingo halten, dann würde das schon werden. Hab mich bedankt und ging dann raus, zum Depot.

Sonntag, der 14. Oktober

Nachtrag:

Heute vor dem Hauptquartier traf ich eine junge Frau, wohl auch ein Neuling. Percy war auch da. Percy schien.. möglicherweise interessiert an der jungen Dame. Hieß sie willkommen. Scheinbar war sie wohl Bogenschützin. Wir sind dann ein Trinken gegangen, ins Militärviertel. Hab Percy unterwegs in die Seite geknufft und auf die Neue, Billiy gedeutet. Er hat nur geschnaubt. Sie wollte wetten, dass sie mich unter den Tisch saufen könne. Meinte, Rum sei besser als Bier. Tze! In der Taverne trafen wir auch Maria. Und einen Typen, den Billiy sofort eins verpasste. Beide schienen sich zu kloppen. Nicht mal in Ruhe trinken konnte man... Hab dann eingegriffen und den Typen an die Wand geschubst, wo er dran runter rutschte. Dann erst wurde klar, dass Billiy mit dem Typen verwandt war. Er war ihr Bruder. Hab mich dann zu Mara und Percy an den Tisch gesetzt und mein Bier getrunken. Und mich vorher bei dem Typen entschuldigt. Mara begann etwas zu plaudern, hab erzählt, dass mein Großvater zu Besuch war und ordentlich schnarchte. Hab mir wieder Hüftsteak bestellt. Billiy setzte sich dann zu uns an den Tisch, während ihr Bruder nach oben ging. Billiy meinte, sie freue sich darauf, mit uns zu kämpfen. Meinte, es würde viele Gelegenheiten geben. Billiy meinte zu Percy, dass er nicht viel rede und er meinte, nicht, wenn er nicht musste. Scheinbar waren Mara und Billiy auch irgendwie verwandt. Hab nicht genauer hingehört, denn Tari kam in die Taverne, wohl um einen Brief abzugeben. Percy hat gleich gefragt, ob sie ne Freundin von mir is. Hab ja gesagt und bin aufgestanden, hab ihr meinen Stuhl angeboten. War eh fertig mit essen. Billiy ging hoch, um mit ihrem Bruder zu quatschen. Tari hatte mich wohl beim Hauptquartier gesucht, doch ich war natürlich nicht da. Sie wollte den Brief von Luzula gerne haben, um ihn ihr zurück zu geben. Also hatte Luzula ihre Reise gut überstanden. Tari hatte Angst, sie würde mich belästigen und ich meinte, sie könne mich garnicht belästigen. Mir fiel da durchaus Percy's Blick auf. Hoffe, er ärgert mich nicht so wie Alvrim immer. Hab Tari gesagt, der Brief liegt bei mir zuhause und ich würde ihn ihr später geben. Percy fragte mich dann, was ich von der kommenden Operation hielte. Würde hart werden. Sich mit allen Banden Westfalls anzulegen war keine Kleinigkeit. Doch ich vertraute auf Alvrims Planung. Er erwähnte nur Natters Namen. Ich meinte dazu, dass Natter gehorchen würde oder Ärger bekommen würde. Billiy hat sich dann verabschiedet und meinte, sie würde gerne mal mit uns allen trainieren. Hab mich dann auf ihren Platz gesetzt. Percy meinte, dass es vielleicht Probleme mit Julius gab, weil dieser ja die Wahl verloren hatte. Mal abwarten. Würde zur Not mit Julius reden. Konnten uns keinen Stress leiten. Al würde die Truppe schon zusammen halten, meinte ich. Und Percy und ich waren ja auch noch da. Hab Tari grob von der Mission erzählt. Sie meinte, die ganzen Gauner gehörten hinter Schloss und Riegel. Leider war in keinem Kerker so viel Platz, sagte ich. War mir sicher, dass es reichlich Tote geben würde. Tari wurde voll nervös, als Percy sie so anstarrte. Sie fragte, ob es da keine Wachen gab und ich meinte, zu wenige. Deshalb mussten wir ja ran. Tari fragte, ob ich die Verbrecher erschieße und ich meinte, ich wüsste es nicht genau, es seien ja sehr viele Banditen. Meinte, ich sollte vielleicht auch mal so einen Brief schreiben, ein Testament. Das Ende konnte manchmal schnell kommen. Ragnari wäre bei der Mission im Rotkammgebirge auch fast getötet worden. Meinte aber, dass ich steinalt werden will und viele Kinder haben will, würde also aufpassen. Tari meinte, über Tod reden sei nicht gut. Außerdem waren wir erfahrene, gute Leute, alle ein einem Fleck. Würde schon gut gehen. Haben uns dann zum Hauptquartier begeben, zwecks Training. Percy ging seine Rüstung holen und ich ging mit Tari und Mara bei mir vorbei, zog mich um und gab Tari den Brief, ehe wir uns verabschiedeten.

Vor dem Hauptquartier kämpfte ich dann gegen Percy. Rannte auf ihn zu, wollte mit dem Hammer sein Schild umgehen und seine Schulter treffen, doch er rammte mir seinen Schild entgegen. Wurde einige Male doll getroffen, versuchte dann, Percy die Beine weg zu ziehen. Doch Percy war wie eine Mauer. Hätte fast erneut sein Schild geschmeckt, konnte mich aber weg drehen, parierte dann einen Stich, konnte aber mit dem Schild auch nicht treffen. Percy versuchte, mich zu entwaffnen doch ich konnte meinen Hammer fest genug halten, wollte ihm dann den Hammer in den Magen rammen. Percy parierte, griff dann blitzschnell an. Bekam die flache Seite seines Schwerts gegen den Kopf und ging zu Boden. Glaube, ich hab Percy kein einziges Mal erwischt. Bei mir war heute wohl einfach der Wurm drin. Ging dann nach oben. Al und Eleza waren auch da. Eleza forderte Percy heraus. Hab nicht alles mitbekommen, doch der Kampf dauerte ewig und Percy gewann. Echt schwer, den Knaben zu erwischen. Ein wanderndes Bollwerk. Mara erwähnte, dass sie einen Decknamen benutzte und Al meinte, das sei nicht schlimm, solange kein Dreck auf den Bund zurück führen kann. Al fragte, was los mit mir sei, warum ich so mies gekämpft hab. Wusste es ehrlich gesagt nicht. Eigentlich ging es mir gut. Meinte, ich würde die Nacht auf dem Mount Ironforge verbringen, um den Kopf klar zu kriegen. Al fragte, ob ich wüsste, wo das alte Lager sei. Wusste nicht, wovon er sprach, aber er markierte mir ne Stelle auf der Landkarte. Scheinbar hatte der Bund auf dem Gipfel mal ein Lager gehabt. Haben dann am Tisch drinnen noch die Mission besprochen, Al, Perce und ich. Sah mir die Karten Westfalls und die Notizen an. Würde echt nicht spaßig werden. Percy war noch etwas fertig vom Kampf gegen Eleza. Al fragte Perce, ob es was erwähnenswertes gab, wegen seinen Flaschen. Percy meinte, es sei nur Wasser. Wüsste aber auch gerne, was das mit dem Pulver dann immer sollte. Mit Blick auf die Karte meinte ich, dass man mit etwas Glück die vielen, unabhängigen Bauern und Minenarbeiter zu einem Bund zusammen bringen konnte und die Banditen gegeneinander ausspielen könnte. Al sprach noch von nem Oger, den man einsammeln konnte, der dem Bund wohl relativ loyal gegenüber stand. Hätte gerne bessere Vorschläge gemacht, war aber leider - noch - kein großer Taktiker. Wir würden wohl im Dämmerwald anfangen, weil es da auch noch Spurend er Reißerbande gab, dann die südliche Brücke nach Westfall nehmen. Dann klopfte es allerdings an der Tür und die Besprechung fand zumindest für mich erstmal ein Ende. Eleza konnte die Wachen nicht verscheuchen, also ging ich nach unten und sprach mit ihnen.

Es ging um Angriff auf ein Mitglied der Stadtwache, Bothan, der daher auch selber zum Hauptquartier kam, flankiert von zwei anderen Zwergen.. Ich erklärte dem Offizier der Stadtwache, dass der Kommandant nicht da sei und er erklärte mir, was los sei: Ein vom Bund sollte ihn direkt in Eisenschmiede angegriffen haben. Natürlich fragte ich nach einer Beschreibung des Angreifers: Schwarze Lederkluft, Mundschutz, schwarze Haare, Vorliebe für Wurfwaffen. Es musste sich natürlich um Grenam handeln. Ich sagte, niemand mit dieser Beschreibung sei anwesend und fragte, wie genau der Angriff von Statten ging. Bei einer Standartüberprüfung seitens des Offiziers bekam er wohl sofort von Grenam Wurfmesser um die Ohren geworfen, sie verfehlten nur knapp seinen Kopf. Hab gefragt, ob sie "den Bengel" erschreckt haben oder ihn einfach nur kontrollieren wollten. Den Namen Grenam habe ich nie genannt. Der Offizier bezog sich auf die Ähnlichkeit Grenams mit der Person auf einem Fahndungsplakat, welches in Sturmwind noch vielerorts hängt. Scheinbar arbeitet die Stadtwache Eisenschmiede's noch mit der Wache von Sturmwind zusammen.

Möglicherweise geht es hierbei um eben die Plakate in Sturmwind, die damals durch den Ärger mit der Reißerbande entstanden, ich dachte da sofort an einen Aushang von Alvrim, der recht gute Profilzeichnungen von Alvrim, Suadya, Doktor Hatter und Grenam zeigte. Vielleicht meint man aber auch eine andere Person und einen anderen Fahndungsbrief. Ich konnte das bisher nicht verifizieren, da der Offizier besagtes Fahndungsplakat nicht dabei hatte. Die Frage, ob "unsere Gruppierung" in und um Sturmwind operiert, lassen aber auf einen Zusammenhang mit den Vorfällen wegen der Reißerbande schließen. Meinte natürlich, dass wir selten in Sturmwind operieren, wegen der Truppenstärke dort und zum anderen, weil unsere Klienten uns eher überall haben wollen, wo meist keine Soldaten operieren.

Ich habe versucht, sie davon zu überzeugen, dass es sich hinsichtlich des Fahndungsplakates um eine Verwechslung handele. Die Tatsache, dass Grenam bei seinem Angriff auf den Offizier Mundschutz trug, ist da hinderlich und förderlich zugleich, wenn wir die Sache richtig angehen, können wir die Wache davon ablenken, denke ich. Verwechslung oder nicht, die Wachen sind wegen des Angriffs sauer. Ich stimmte zu, dass so eine Tat geahndet werden müsse, versprach, nachzuforschen und Orodaro zu informieren. Auch gab ich den Zwergen meinen Namen und fragte, wo ich die Wachen denn finden könne.

Er stellte sich mir als Bothan Silberbart, dem 1. Offizier der 85 Brigade vor und verwies mich zur Wachstube neben dem Thronsaal. Ich versprach, dass wir die Situation regeln und dass ich nachhaken werde. Da ich nicht glaubte, dass die Wachen den Vorfall vergessen - Grenam hatte bei seinem Angriff wohl seinen Wappenrock an - und Ciaphas Cain und Maria Dunkelfeld waren dabei, Cain wohl ebenfalls mit Wappenrock. Cain war es, der die Wachen die Lage des Hauptquartiers sagte und sie an Euch verwies. Wäre schwer, die Verbindung abzustreiten. Ich meinte daher, dass ich meine Kameraden gut kenne und genau wüsste, auf wen die Beschreibung des Angreifers zuträfe - nannte aber keinen Namen. Ich meinte, dass "der Bengel" vielleicht auf Trollkraut war, oder volltrunken. Bothan Silberbart schien aber recht umgänglich und meinte, wir sollten ihm den Gebrauch von Trollkraut und dergleichen abgewöhnen, weil er sonst Probleme bekommen würde.

Ich meinte, ich könne ja den Knaben persönlich zur Wache bringen, damit er sich für sein Fehlverhalten entschuldigt und meinte, er habe auch innerhalb unserer "Gruppierung" mit Strafe zu rechnen. Meinte zu Silberbart, dass es nie zuvor Probleme gab und wir nicht wegen so eines Knirpses Eisenschmiede verlassen wollen und daher die Situation klären.

Eleza fragte mich später, warum ich die Wachen nicht einfach abgewimmelt habe. Ich denke, Diplomatie war da besser, denke nicht, dass die Wache es einfach auf sich beruhen lassen hätte. Tatsächlich würde ich wirklich gerne mit Grenam zur Wache gehen, damit er sich dort entschuldigt. Kann sein, dass er für ein paar Tage weg gesperrt wird - verdient hätte er es für seine Dummheit, noch dazu im Wappenrock - doch ich bin zuversichtlich, dass ich da mildere Umstände erwirken kann, zumindest bei der Wache. Was Ciaphas Cain betrifft, so frage ich mich, warum er die Lage nicht vor Ort schon irgendwie geschlichtet hat. Ist aber sicher schwer, im Affekt so spontan zu reagieren. Nun, der Ärger ist da, aber ich bin überzeugt, dass sich das schon regeln lässt.

Vielleicht sollte Grenam sich rasieren und die Haare schneiden lassen, um möglichst wenig Ähnlichkeit mit der Person auf dem Fahndungsplaket zu haben, wenn ich mit ihm zur Wachstube gehe. Hoffe, der findet sich bald mal wieder im Hauptquartier ein. Eleza meinte, ich hätte da echt gut die Lage geklärt, weniger toll fand ich ihre Bemerkung bezüglich von Strafen. In Gilneas hängte man wohl gerne Leute, auch wegen kleinerer Vergehen. Hab mir da ein Kommantar verkniffen und ging wieder zu Al und Perce nach oben und fasste die Unterhaltung kurz zusammen. Wenigstens waren die Wachen umgänglich und nett. Aber von Grenam war es echt arg dämlich. Würde noch einen Bericht dazu schreiben, für den Kommandanten.


Zuletzt geändert von Veidt am 30. Okt 2012, 17:41, insgesamt 6-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 16. Okt 2012, 15:29 
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Montag, der 15. Oktober

Nachtrag:

Heute begann Operation Blutsturm, wo es um die Zerschlagung der Reißerbande im Dämmerwald und in Westfall ging. Zu diesem Zweck reisten wir mit der Tiefenbahn nach Sturmwind und dann ging es auch schon nach Dunkelhain. Wir bekamen Proviant, den wir unter uns aufteilten. Würde für eine Weile reichen. Alvrim ging mit Julius an seiner Seite die Details der heutigen Operation mit uns durch. Veralis, Natter, Maldiv. Hatter, Barbas Goth und Percy waren auch da, also Alvrims Rotte. Veralis hätte fast einen "Informanten" angegriffen, nämlich den Vater von der Tussi, die die Reißerbande führt. Der hatte wohl einen Informanten im Lager der Reißerbande und so konnte er Informationen zu uns weiterleiten. Doch hatte er eine Weile nichts mehr von seinem Informanten gehört. Barbas gab ständig unpassende Kommentare in Richtung Maldiv ab, war unglaublich nervig. Dem muss mal wieder jemand den Arsch aufreißen, glaub ich. Julius, Alvrim und ich riefen zu Ruhe und Konzentration auf, denn das hier war keine Kleinigkeit. Die Banden in Westfall waren zahlreich. Das würde hart werden. Der Vater von der Banditenbraut, Jack, blieb aber in Dunkelhain. Julius schlug vor, Trampelpfade zu nehmen, da einer von der Nachtwache meinte, die Hauptstraßen seien verbarrikadiert. So gingen wir also los, ich hielt mich dicht hinter Alvrim, Hatter und Percy waren auch in der Nähe. Ich knuffte Julius in die Seite. War lange her, dass wir Seite an Seite kämpften. Es wurde dann aber ziemlich neblig und wir gingen wieder näher an die Straße heran, weil wir uns nicht verlaufen wollten. Ich hielt schön mein Gewehr in den Händen, sah mich wachsam und und lauschte auch immer mal, ob etwas nicht stimmte.

Nach einer ganzen Weile hörten wir links von uns etwas im Dickicht. Jemand hatte uns wohl beobachtet und haute dann ab, allerdings nicht besonders leise. Veralis fragte schon, ob sie die Verfolgung aufnehmen sollte. Wollte mich auch schon vorschlagen, obwohl Natter da wohl am effektivsten gewesen wäre. Alvrim aber meinte, dass niemand nun alleine in den Nebel rennen würde, wir uns auf dem Weg halten würden. Wenn man uns beim Lager bei Addles Siedlung erwartete, war es halt Pech. Das Dickicht war schon sehr nervig, allerdings fanden wir nach Verlassen der Straße schnell einen freigeschlagenen Bereich. Veralis fiel auf, dass Natter nicht mehr da war. Sie hatte sich einfach so von der Gruppe entfernt. Das hat mich schon wieder tierisch aufgeregt. Warum macht sie sowas? Vielleicht hofft sie ja, mich alleine im Nebel zu treffen, um ihre Drohung wahr zu machen. Wir nutzten Bäume als Deckung, gingen langsam gen Süden. Alvrim teilte uns dann in zwei Gruppen auf. Julius sollte Barbas, Hatter, Maldiv und mich gen Süden führen, Natter, Percy und Veralis gingen mit Alvrim weiter, um die Basis der Reißerbande von einer anderen Seite anzugreifen. Barbas provozierte Maldiv weiter mit seinen Kommentaren und nach anfänglichen Orientierungsschwierigkeiten führte uns Julius gen Süden, wobei Maldiv in die Mitte unserer Gruppe ging. Bald hatten wir Addles Siedlung erreicht. Vor uns erstreckte sich ein Feld, dahinter eine Scheune und links von uns war ein kleines Haus. Zwei Typen bewachten die Scheune, aus der Rauch aufstieg. Vier Arbeiter schleppten Metallteile ins Innere des Gebäudes. Ich meinte, dass ich von unserer Position locker Feuerschutz geben könne und Julius stimmte zu. Ich legte mich auf den Bauch, legte das Gehäuse auf die linke Faust. Julius schickte Maldiv und Barbas über die linke Seite, am kleinen Haus vorbei, von wo aus Maldiv die Bande auf Julius' Zeichen hin mit Magie eindecken sollte. Hatter und Julius wollten sich über das Feld direkt der Scheune nähern. Julius meinte noch, ich solle feuern solange es ging und ich meinte, ich würde nach und nach nachrücken und so viele erwischen, wie ich könne.

Relativ direkt steuerten Julius und Hatter den Zaun beim Feld an. Wirklich verstohlen war das nicht, aber Julius war nun einmal ein Kämpfer und ich denke, Rarnulf hätte es nicht anders gemacht. Ich nahm dann die beiden Wachen bei der Scheunentür unter Beschuss, zwei Schüsse auf einen, den dritten auf den anderen. Hab den einen böse erwischt, der andere aber zückte noch seinen Vorderlader, obwohl auch er verwundet war. Barbas und Maldiv eilten auf das kleine Haus zu, während der von mir zweimal getroffene Wachmann sein Leben aushauchte. Allerdings hatten der Krach und die Rufe der Wachen nun den ganzen Hof alarmiert. Der andere Wachmann feuerte relativ blind in meine Richtung, traf mich jedoch nicht. Da war schon mehr Präzision erforderlich. Die vier Arbeiter jedoch ließen ihre Metallteile fallen, bewaffneten sich mit Stangen und rannten am Feld vorbei in Barbas' Richtung. Als Julius und Hatter jedoch das Feld überqueren wollten, musste Julius auf die harte Tour heraus finden, dass das Feld vermint war. Vor ihm krachte es und er wurde nach hinten geschleudert. Wegen den Sprengfallen war das Feld also tabu. Hatter blieb trotz allem in Julius Nähe, der nun am Boden lag.

Ich lud hastig meinen Repetierer nach, schoss dann einmal auf den zweiten Wachmann, dem mit dem Vorderlader. Der war mit seinem Gewehr nämlich eine Gefahr für die anderen. Dann schoss ich noch in die Gruppe aus vier Leuten, die sich Barbas und Maldiv näherte. War schwierig, weil die sich bewegten. Aber es ging hier auch eher um die Schockwirkung, um die deutliche Botschaft: Der Dämmersturm kommt, um euch zu holen! Der zweite Wachmann wurde böse erwischt, überlebte aber. Maldiv hatte mit ihrer Zauberei wohl Probleme. Möglicherweise noch die Auswirkung von Enoirs Tod. Dann schoben drei Arbeiter eine kleine Kanone aus der Scheune, blieben im Scheunentor stehen. Das war schon ein ziemlicher Schreck, mit so etwas hatten wir nicht gerechnet. Mit einem Erntehelfer oder so vielleicht. Aber mit einer Kanone? Das würde bitter werden, doch gleichzeitig wäre die Kanone auch wertvolle Beute und hilfreich bei der Operation in Westfall. Hatter zog Julius zurück, sie gingen hinter den Zaun in Deckung. Würde bei der Kanone aber wenig helfen. Ich zog mich etwas hinter einen Baum zurück und lud mein Gewehr nach. Barbas ging die vier Arbeiter nun im Nahkampf an, doch ich hatte nicht die Zeit, mich da großartig drauf zu konzentrieren. Ich glaube, er hat einen sofort erschlagen und Maldiv röstete einen anderen. Der Wachmann feuerte auf Julius, doch die Kugel prallte relativ harmlos an dessen Rüstung ab. Dann zündeten die Arbeiter jedoch die Lunte der Kanone und es knallte. doch flog die Kugel über Julius und Hatter hinweg, an meiner Position vorbei und fällte hinter mir einen Baum. Ich legte mich nun wieder hin, wollte zwei Typen bei der Kanone unter Beschuss nehmen. Doch im Torbogen waren die relativ geschützt, vielleicht war ich auch zu hastig. Aber zwei Kugeln krachten harmlos in den Torbogen. Hatter und Julius, der scheinbar recht unverletzt war, eilten nun zu Barbas und Maldiv. Barbas bekam wohl übel was ab, dann erschlug Julius einen der beiden letzten Arbeiter. Gleichzeitig hatte auch Alvrims Gruppe die Scheune von Süden her erreicht, Natter erschlug den blutenden Wachmann. Percy eilte ihr hinterher und direkt in die Scheune, wo er einen der drei Schützen erledigte. Julius warnte die anderen noch vor den Sprengfallen auf dem Feld.

Veralis erledigte einen anderen Schützen mit einem Zauber, der ihn regelrecht platzen ließ. Kein schöner Anblick. Alvrim tötete dann den letzten Schützen und wir sammelten uns vor der Scheune. Alvrims Gruppe wurde wohl von einigen Worgen aufgehalten. Ich selber war von der Kanone ganz begeistert, aber recht schnell durchsuchten Alvrim, Percy, Veralis und ich die Scheune. Die Scheune war leer, aber voller Kanonenteile. War wohl als Waffenlager benutzt worden. Doch aus den Teilen konnte man vielleicht noch weitere Kanonen fertigen. Veralis gab zu bedenken, dass besser wäre, die Teile zu vernichten, als sie für jemand anderen liegen zu lassen. Natürlich, die Straßen waren verbarrikadiert. Das konnte ein Problem werden. Doch würden Kanonen echt sehr nützlich sein. Alvrim machte sich dann auf, den Informanten, von dem Jack sprach zu suchen, während ich mir die Kanonenteile anschaute und auch ein wenig sortierte. Mein Vater war beim Zwergenmörsertruppe, hatte mir also einiges erklärt, damals. Und ich war Schmied und Ingenieur. Ich war zuversichtlich, aus den Teilen etwas Brauchbares machen zu können. Percy und Veralis blieben bei mir in der Scheune. Lief bei ihnen wohl recht gut. Percy stellte die Frage, woher die Bande die Kanonen wohl hatte. Möglicherweise hatten die einen Konvoi gen Westfall überfallen. Oder aber man hatte Kontakte zu Piratenbanden im Schlingendorntal, war meine Theorie. Jedenfalls mussten wir damit rechnen, dass die Reißerbande in Westfall auch Kanonen hatte. Ich gönnte mir ein wenig von meinem Proviant, während ich die Teile sortierte. Doch der Transport war die große Schwierigkeit. Vielleicht konnte man auch brauchbare Bomben mit dem Schießpulver basteln. Wäre doof, die Kanonen umsonst zusammen zu bauen, doch es wäre dumm, das Material verkommen zu lassen. Wir haben uns dann zu Alvrim und Julius gesellt, die das kleine Häußchen aufgebrochen hatten und den Informanten, einen jungen Mann, entdeckt hatten. Er wusste wohl gut über uns bescheid, entweder wegen Jack oder wegen Nisra, der Anführerin der Reißerbande. Er meinte, wir seien zu spät, hätten den Trupp gen Westfall knapp verpasst. Also hatte man Kanonen nach Westfall gebracht. Wir fragten den Bengel aus, der aber sehr frech war, bis Alvrim ihm eins auf die Nase gab. Der Bengel meinte, man hätte die Kanonen nach Mondbruch gebracht, ein kleiner Trupp, der zu Nisras Elite gehöre. Also hatten wohl auch die Defias etwas mit der Sache zu tun.

Der Bengel meinte, die Defias seien aus Mondbruch raus und würden Tribut an die Reißerbande zahlen. Völliger Unsinn. Wenn, dann war es umgekehrt, warf ich dann dazwischen. Der Bengel war frech und ich zog schon mein Gewehr, aber nur, um ihm ein wenig Angst zu machen oder ihm mal eins mit dem Kolben zu verpassen. Auch Percy trat näher, um den Bengel einzuschüchtern. Erst sprach dieser von einer Handvoll Kanonen und dass die Truppen der Reißer getrennt seien, später aber meinte er, er glaube es seien Drei. Möglicherweise ein Täuschungsversuch. Der Bengel, Markes, meinte, niemand wüsste, wo Nisra wäre. Alvrim wollte den Bengel laufen lassen. Ich selber bot ihm sogar an, mit uns zu kommen, einen Neuanfang zu machen. Konnte nen Gehilfen brauchen, würde den Jungen ausbilden und so. Besser, als so ein Gaunerleben. Julius wollte die Typen mit den Kanonen jagen gehen, wenn wir rannten, hatten wir vielleicht noch Glück. Noch mehr Kanonen wären ne tolle Sache. Der Bengel meinte, er wolle ins Schlingendorntal, drehte jedoch ab und rannte gen Westen, Richtung Westfall. Veralis' Warnung reichte mir, ich legte mein Gewehr an. Würde der Bengel die Reißerbande erreichen, würde er ihnen gefährliche Details verraten können. Truppenstärke, Position... Ich wollte die Truppe schützen. Und drückte dreimal ab, erwischte den Jungen zweimal im Rücken, schickte ihn zu Boden. Ich bat Vera, ihn zu erlösen, weil er noch blutend über den Boden kroch. Veralis ging noch zu ihm, war bei ihm, als er sein Leben aushauchte. Julius blieb absolut ruhig, Alvrim meinte, wir alle sollten die Truppen verfolgen. Immerhin hatte uns ja auch ein Späher vorher gesehen und wir wussten nicht, wo dieser nun war. Julius meinte, gemeinsam wären wir zu langsam, besonders mit dem verletzten Barbas. Ich schlug vor, dass Barbas, Hatter und Maldiv bei der Scheune bleiben, so würden sie auch die Kanonenteile bewachen können. Percy zog sein Schwert, als Vera uns mitteilte, der Junge sei tot. Dann warf er sich auf mich, drosch mir zweimal die flache Seite des Breitschwerts gegen den Kopf. Er erwischte mich volle Kanne, doch ich hatte auch seinen Blick gesehen und wusste, warum er mich angriff. Wusste genau, wie sehr er das Töten hasste und ich hatte den Jungen getötet, ohne eine Warnung. Hatte einfach abgedrückt und ihn ermordet. Percy's Schwert hätte mir fast den Kopf aufgeschlagen, hätte ich meinen Kopfschutz nicht gehabt. Bin nach hinten geflogen und war natürlich schockiert, obwohl ich Percy schon verstand. Bat Alvrim, Percy los zu lassen. Vera fragte noch, ob wir übergeschnappt seien. Doch ich sah den entsetzten Blick von Percy und es tat weh. Neulich sagte er noch, er würde mir beistehen, nannte mich Kamerad. Und nun war ich in seinen Augen wohl ein Monster. Alvrim meinte, wir sollten die Penner einholen, doch ich wollte den Jungen begraben. Er war noch ein Kind und ich hatte sein Leben genommen. Er hatte ein Begräbnis verdient. Julius wollte mit Natter und Veralis die Verfolgung der Truppe aufnehmen. Ich ging zu dem Jungen. Alvrim legte mir noch ne Hand auf die Schulter, nannte es Unfall. Doch ich meinte, es wäre Mord. Ich bat Percy um eine Schaufel und er holte mir eine aus der Scheune. Alvrim meinte, ich solle nicht so denken, es sei keine Schande, vorsichtig zu sein. Doch ich hätte den Bengel zumindest warnen sollen, ihm eine Chance geben sollen. Ich tat es für meine Kameraden. Al meinte, dass es eben deshalb ein Unfall war. Percy brachte mir die Schaufel und ich begann, neben der Scheune ein Grab auszuheben.

Percy und Alvrim gingen dann zurück zur Hütte. Glaube, Alvrim wollte bei Percy ein gutes Wort für meine Tat einlegen, wollte da schlichten. Aber ich hab Percy's Blick gesehen und das steinerne Gesicht. Erstaunlich, wie jeder Mangel an Mimik so anklagend sein kann. Zu recht. Ich grub fleissig weiter und nach einer Weile kam Alvrim mit einer zweiten Schaufel und half mir. Anständig von ihm. Hat wohl nicht geklappt, Percy zu beruhigen. Ich meinte nur zu Al, dass ich nun wisse, wie er und Jonnar sich beim Leuchtturm fühlten. Der Bengel hätte nach Süden laufen sollen oder mit uns kommen sollen. Und dann machte er so einen Mist. Ich musste handeln, er hätte uns allen den Tod bringen können. Al meinte, dass wir tun, was wir tun müssen und niemand sagt, es sei immer leicht. Aber wir tun's weil wir oder unsere Kameraden sonst sterben. Doch der Junge hatte noch sein ganzes Leben vor sich und dann macht er so einen Unfug. Oder hätte er angehalten, wenn ich ihn gewarnt hätte? Al meinte, dass Leute nun mal sterben und nichts sie wieder zurück bringt. Und dass ich wieder so handeln würde, wenn es erneut passiere. Wer Waffen benutzt, muss auch bereit sein, mit den Konsequenzen zu leben. Dennoch, vielleicht hätte es anders ausgehen können. Ich bereue den Schuss selbst nicht, hätte übel enden können, wenn er die Reißer erreicht hätte. Dennoch war es irgendwie sinnlos und unglaublich schade. Al legte mir die Hand auf die Schulter und meinte, dass der Tod selten Sinn macht. Dann ging er wieder und ich habe ein kleines Begräbnisritual gehalten und zur Erdenmutter gebetet. Der Junge hatte sicher kein leichtes Leben und nun war er im Schoß der Erdenmutter und hatte es dort gut. Nach einer Weile kam Percy zu mir. Auch er legte mir eine Hand auf die Schulte, doch seine Augen waren voller Kummer... oder voller Enttäuschung. Mir stiegen da die Tränen in die Augen. Wie ein Augenblick, ein Atemzug alles für immer verändern konnte. Dann schwiegen wir lange, betrachteten das Grab. Dann meinte Percy zum Jungen, er solle das Licht finden, einen besseren Ort. Denn die Welt der Lebenden war verdammt trostlos. Auch ich endete mein Gebet, ihn erwarte nun etwas Neues, ohne Sorgen, Ängste, Probleme und Gefahren. Er würde ihm gut gehen, wo er nun war.

Dann fragte Percy mich, ob das das Abenteuer wäre, von dem ich ihm erzählt habe. Er bezog sich dabei auf unsere Unterhaltung, kurz bevor wir den Ausgrabungsleiter retteten, damals. Genau die selbe Frage hatte ich mir selber gestellt. Nein, so etwas wollte ich garantiert nicht erleben, als ich mich dem Dämmersturm anschloss. Es war, als hätte ich einen Teil von mir selber begraben. Wollte ich so etwas je tun? Ich schoss, weil er der Reißerbande alles hätte sagen können, hätte uns allen den Tod bringen können. Doch warum warnte ich ihn nicht einmal? Ließ ihm nicht einmal eine Chance, seine Meinung zu ändern. Er hätte noch so viel in seinem Leben erreichen können, aus sich machen können. Nun kann nichts mehr aus ihm werden, während ich mich fragen muss, was aus mir geworden ist und noch werden könnte.

Der Kommandant wäre sicher zufrieden, begeistert. Der brave, kleine Soldat ist effizient gewesen. Doch was wird Ingo sagen? Was wird Tari sagen? Oder mein Bruder oder mein Opa? Kann ich ihnen überhaupt ins Gesicht sehen, kann ich überhaupt den Mut aufbringen, ihnen von dieser Schandtat zu erzählen? Ich hatte gute Gründe, ja. Aber... Ich hätte dem Bengel eine Chance geben sollen, hätte ihn warnen sollen. Percy sah mich nun direkt an und meinte, ich würde mich irgendwann entscheiden müssen: Mache ich weiter und riskiere, dass so etwas noch einmal passiert, oder ändere ich meinen Weg und lasse alles hinter mir? Nun musste ich Percy anschauen, dann fiel mein Blick auf den Wappenrock, von Dreck und Blut besudelt. Ich fragte ihn, wer denn auf sie aufpassen würde, wenn ich alles hinter mir ließe. Percy fragte, ob er damit meinte, wie ich heute auf sie aufgepasst habe, aber ohne Vorwurf. Nun traten mir wieder Tränen in die Augen und ich meinte, dass ich es tat, um sie zu beschützen, dass ich alles für Percy tun würde, oder für Alvrim oder Ingo. Fast alles. War das heute die Grenze? Was, wenn nicht? Percy meinte, dass manchmal "Alles" einfach zu viel ist. Er meinte, er kann mir nicht sagen, was ich tun soll, meinte aber, ich solle mich das selber fragen. Meinte, ich mache gerade nichts anderes. Ich bat ihn, Alvrim zu sagen, er solle sich das mit den Kanonen oder Bomben überlegen, hatte beides Vor- und Nachteile. Dann wischte ich mir die Tränen weg und meinte, dass ich nun gehen werde. Natürlich war ich aufgewühlt, doch ich wollte nicht den Hass derer auf mich ziehen, die ich gern hatte und die ich beschützen wollte. Percy's Blick werde ich wohl nie vergessen. Ich möchte kein eiskalter Mörder werden. Es gibt Grenzen, die ich nicht überschreiten darf. Als Percy mich fragte, wohin, schwieg ich lange.

Sollte ich den Bund verlassen? Wie sollte ich ihnen je wieder unter die Augen treten? Ich würde gute Kameraden verlieren, Freunde. Doch ich wollte mich auch nicht in etwas verwandeln, was ich selber immer verabscheut habe. Nach einer Weile sagte ich, dass ich alles hinter mich lassen will. Ich war bereit, den Wappenrock auszuziehen und zu verschwinden, um nie wieder nach Eisenschmiede zurück zu kehren. Bereit, einfach zu verschwinden, bis meine Taten und mein Name nur noch eine verblasste Erinnerung wären. Percy fragte mich nur, ob ich mir sicher bin. Ich fragte, wie weit zu weit ist? Ingo hatte schon Recht: Ich habe Zweifel. Loyalität war toll, doch was, wenn ich noch viel schlimmere Dinge tun musste, eines Tages? Es ehrt mich, dass ich auf meine Kameraden aufpasse, doch was, wenn ich dabei vergaß, auf mich selber aufzupassen. Und mich selber verlor. Percy gab nur ein "Ich", von sich, stockte dann und dachte lange an. Dann meinte er, er könne mir nur ein Angebot machen, könne versuchen, mir zu helfen, dann gäbe es wenigstens einen, der ein Auge auf mich haben würde. Da stiegen mir wieder die Tränen in die Augen. Ich erinnerte Percy daran, wie er meinte, er habe einen Feind, den man nicht mit Waffen besiegen könne. So einen hatte ich nun auch. Man konnte sich eine Menge Dinge schön reden, doch der Zweck heiligte NICHT immer die Mittel. Ich stimmte zu, dass wir eben aufeinander aufpassen würden. Percy meinte, dass heute ein schrecklicher Tag war und wir zusehen mussten, dass sich so etwas nicht wiederholt. Dann trat er näher und reichte mir die Hand und ich nahm sie, drückte sie sehr lange. Ich musste noch viel lernen. Man hatte immer eine Wahl. Musste daher versuchen, immer die beste Entscheidung zu treffen. Dann sagte ich aber, dass ich allein sein musste, nachdenken, einen klaren Kopf bekommen und zur Erdenmutter beten. Bat Percy, Alvrim noch das mit den Kanonen und den Bomben zu sagen. Er nickte und meinte, wenn wir die ganze Sache hinter uns hätten, würde er mir erzählen, warum er dieses "Abenteuer" gesucht hatte.

Ich ging hinter die Scheune, suchte ein paar trockene Zweige und etwas Laub und zündete ein Lagerfeuer an, aß und trank ein wenig und zündete meine Pfeife an, um zumindest zu versuchen, mich zu entspannen. Nach einer ganzen Weile kam Alvrim zu mir, meinte, vier Augen sehen mehr als zwei. Bin mir aber sicher, er wollte einfach nur nach mir sehen. Aber natürlich bat ich ihn, sich zu setzen. Er musste ja auch etwas essen. Hab ihm erzählt, was Percy zu mir meinte, er würde auf mich aufpassen, während ich auf die anderen aufpasse. Alvrim stimmte zu. Wir alle passen aufeinander auf. Hoffe, wir haben die Geschichte mit der Reißerbande bald hinter uns. Mit etwas Glück konnten wir dabei noch die Lage in Westfall verbessern, Kanonen wären da natürlich nützlicher als Bomben. Doch mit den Barrikaden auf den Wegen war es unmöglich, mit Karren da durch zu kommen. Ich gab zu bedenken, dass wir die Barrikaden auch räumen konnten oder unsere Magier sie mit Zauber zerstören konnten. Bin dann aber sehr schnell eingeschlafen, trotz dem ganzen Mist.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 18. Okt 2012, 11:08 
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Dienstag, der 16. Oktober

Nachtrag:

Habe trotz allem recht lange geschlafen, es war ja auch ziemlich spät. Habe mich daran gewöhnt, in meiner Rüstung zu pennen. Als es anfing, zu schütten, verließ ich allerdings die Feuerstelle und ging in die kleine Hütte. Julius, Natter und Veralis sind noch immer nicht zurück. Al kam zu mir und ich meinte, dass ich die Gegend so unglaublich scheiße fand, betonte noch einmal, wie froh ich sein würde, wenn wir mit der ganzen Sache fertig waren. Westfall war ja auch nicht viel besser. Alvrim stimmte zu, dass die anderen längst wieder da sein sollten und meinte, Bomben oder Minen seien besser als fertige Kanonen, weil sie besser tragbar waren. Und wir hatten für die Kanonen keine Transportmöglichkeit. Al fragte, ob ich geschlafen habe und ich sagte ja. Was geschehen ist, ist geschehen. Musste nun einfach daraus lernen. Zündete meine Pfeife an. Al fragte mich schließlich, ob die Sache meine Entscheidung beeinflusst hätte. Ob ich den Eid annehme oder nicht. Al meinte, er würde mich wohl bald empfehlen, wenn ich so weiter mache wie bisher, es sei denn, ich wolle das nicht. Hab ihm gesagt, dass ich ohne ihn und Percy gestern wohl den Wappenrock abgelegt hätte und gegangen wäre. Es war ja so: Wenn ich den Eid ablehnte, bliebe ich Mitläufer. Unter Alvrims Befehl natürlich keine schlechte Sache, aber auf Missionen konnte es da eben vorkommen, dass ich Befehle von... weniger geschätzen Kameraden annehmen musste. Doch natürlich konnte ich dann jederzeit gehen, wenn es noch einmal so bitter werden würde wie gestern. Wenn ich den Eid aber annehmen würde, konnte ich besser arbeiten, hatte vielleicht einmal mehr Kontrolle. Das konnte eine gute Sache sein. Wenn dann aber etwas schief ginge, wäre es nicht so einfach, zu gehen. Al meinte, dass man mit Leuten mit Grips um sich herum gleich viel weniger zu befürchten hatte. Klar, eben deshalb hatte er seine Rotte so zusammen gestellt, wie sie war. Ich meinte, dass ich hin- und her gerissen sei, aber eigentlich schon den Eid wollte und vielleicht auch mal mehr. Mit den Konsequezen musste ich dann klar kommen. Alvrim meinte, niemand könne mir die Entscheidung abnehmen. Niemand konnte mir sagen, ob ich es schaffen würde, wirklich damit klar zu kommen. Ich sagte ihm, was Ingo mir gesagt hat: Das man bei solchen Befehlen immer eine Wahl hatte, Regeln konnte man biegen, ohne sie brechen zu müssen. Musste einfach sehen, dass ich in Zukunft vorbereitet war. Der Begel hatte eine Warnung verdient, ehe ich schoss. Das darf mir nie wieder passieren. Al meinte, er selber hätte sich auch klarer ausdrücken können, doch ich denke, er hat da keinen Fehler gemacht. Es war traurig, tragisch. Doch der Bengel war nicht besonders clever gewesen. Al meinte, dass ich dennoch gute Arbeit geleistet hab, mit meinem Feuerschutz. Nur Barbas hatte ein wenig abbekommen, doch Hatter hatte sich ja um ihn gekümmert. Al meinte, wenn Julius, Natter und Vera zu lange auf sich warten ließen, würden wir ihnen eine Nachricht hinterlassen und aufbrechen. Ich meinte nur, dass ich es nicht gut fand, wie Natter sich gestern einfach davon stahl und im Nebel verschwand. Die machte echt, was sie wollte. Doch scheinbar war sie wieder bei den anderen und half ihnen gegen die Worgen. Habe mich dann allerdings in die Scheune begeben, um aus den Kanonenteilen und dem Schießpulver brauchbare Bomben zu basteln.

Der Tag ging rum, während ich Sprengsätze bastelte, fünf an der Zahl. Mehr gab das Rohmaterial einfach nicht her. Es schüttete noch immer und weil der Scheuneneingang noch immer voller Blut war, ging ich wieder ins kleine Häußchen, aß wieder ein wenig. Percy kam dann dazu, setzte sich zu mir. Meinte auch zu ihm, dass ich drei Kreuze mache, wenn die Operation vorbei ist. Er schwieg recht lange, dann meinte er, dass wir wohl schwimmen müssten, die Brücke war wohl dicht. Scheinbar waren Julius, Natter und Veralis zurück. Bei der Brücke waren Gnolle, die wohl auch die abtransportierten Kanonen hatten. Hatten die Truppe der Reißerbande abgefangen. Julius und die anderen fanden nur noch ihre Leichen. Percy meinte, er würde lieber gegen Gnolle mit Kanonen kämpfen als in so einer Gegend die Rüstung auzuziehen. Ich sah das genau so, traute auch Gnollen nicht den Grips zu, Kanonen sinnvoll zu benutzen. Alvrim sah das jedoch anders, meinte Percy. Ein Jammer, dass Julius, Veralis und Natter da nichts machen konnten. Die Kanonen wären nützlich gewesen, meinte ich. Doch ohne Transportmittel war das eh so eine Sache. Hätte die Sache vereinfacht. Ein kleiner Trupp - unsere Rotte - gegen sämtliche Banden Westfalls...war schon schwierig.

Hab das Zeitgefühl hier völlig verloren. Natürlich war es dunkel, als wir den Hof eroberten, als ich aufwachte, war es allerdings hell. Habe aber sehr lange an den Sprengsätzen gearbeitet und vermute, der Tag war bereits um.

Mittwoch, der 17. Oktober

Nachtrag:

Percy meinte, "er fürchte" etwas. Oder jemanden? Er beendete den Satz nicht und ich versuchte es: Das es böse endet, fragte ich nur. Er fragte mich dann, wenn es um Leben oder Tod ginge, ob ich mich dann zwischen den Kameraden und den Tod stellen würde. Er sah mich dann auch direkt an. Ich meinte nur, dass das jeder behaupten könne, Worte waren schnell gesagt, Taten aber waren etwas anderes. Ich erinnerte ihn an seinen Satz, dass manchmal "alles" eben zuviel war. Meinte aber, dass ich schon ne Menge machen würde, nicht für jeden im Bund, aber für einige. Dachte mir dabei auch, dass Percy mir selber schon einige Male mit seinem Schild den Arsch gerettet hatte. Percy wandte den Blick von mir ab und ich meinte, dass es natürlich besser war, nicht erst in solche Situationen zu kommen, man musste vorsichtig sein und gründlich nachdenken. Dann tauchte Natter auf und setzte unserer Unterhaltung ein Ende. Wer weiß, wie lange sie draußen schon gelauscht hatte. Die trug ihre Kapuze, der Mund war nicht zu sehen. Aber sie legte den Kopf schief, sah mich an. An ihren Augen sah ich, dass sie sich wohl prächtig über mich amüsierte. Ich sah dann einfach nur gen Boden, und sie lachte nur unter ihrer Maske. Hätte ihr da am Liebsten den Schädel weg geschossen, diesem eiskalten, blutgeilen Biest. Lehnte mich aber zurück, schloss die Augen und versuchte, mich zu entspannen. Da nannte sie mich Giftzwerg, fragte, was los sei, ob ich einen Kampf mit mir selber führe. Klang, als würde sie sich gleich krank lachen. Ich sagte nur "Möglich", während ich versuchte, mich zu beruhigen. Natter meinte, ich solle mich an diesen Schmerz gewöhnen, das Leben sei selten fair. Da öffnete ich die Augen und nickte ihr zu. Fast schon tröstende Worte, und das von Natter. Besonders nicht gegenüber ängstlichen, träumenden Kindern. Nannte sie mich da Kind? Ich war sicher dreimal so alt wie sie. Ich sagte, dass es mir halt zu schaffen machte. Nicht das, was ich getan habe. Sondern das, was ich nicht getan habe. Sie meinte, ich solle draus lernen und in Zukunft entsprechend handeln. Fehler seien ganz natürlich. Tja, aber ich will keine Fehler machen. So einfach ist das. Vera kam dazu und meinte nur, das seien weise Worte von einer kaltblütigen Mörderin. Hab sie begrüßt und sie wollte mich auch ein wenig aufmuntern. Meinte nur, was geschehen ist, ist geschehen. Musste halt draus lernen. Sie meinte, es sei nicht meine Schuld, hätte sie nicht geschrieen, hätte ich nicht geschossen. Meinte, ich hätte den Bengel warnen sollen, wenigstens. Sie meinte, es war Reflex, sowas könne passieren. Sie meinte, sie sei da verantwortlich. Sie meinte, sie sei beim nächsten Mal einfach still, doch ich meinte, das wäre ein Fehler. Sie hatte richtig gehandelt, sagte ich ihr. Die Konsequenzen hätten schlimm sein können. Kurz darauf kam Barbas dazu, dem es wohl wieder gut ging. Alvrim fragte Natter nach der Position der Gnolle, Vera schlug vor, ein Portal zu erschaffen, für die Kanonen. Natürlich war das keine Option mehr. Die Gnolle hatten die Brücke fest im Griff. Wir würden also irgendwie über den Fluss kommen müssen, mit einem Floß oder einem Boot, wenn wir eines fanden. Al meinte, wir sollten unsere Sachen zusammen packen, dann er verteilte er die Sprengsätze, anschließend brachen wir auch recht schnell auf. Veralis bekam noch den Auftrag, die Scheune anzuzünden, was ihr mit einem ihrer Zauber auch recht schnell gelang. Ich bemerkte eine recht zweideutige Bemerkung von Julius zu Natter. Läuft da was? Julius fragte Maldiv, ob alles in Ordnung sei, weil sie sehr ruhig war. Sie meinte ja, aber ich denke, Enoirs Tod ist noch zu nahe. Julius meinte aber, sie solle nur sagen, wenn etwas wäre. Percy winkte mich zu sich, als wir los marschierten. Glaube, er will mich wirklich im Auge behalten. Hab damit aber kein Problem.

Es war schon wieder nebelig, der Boden feucht. Die Pfützen waren tief, doch wir kamen einigermaßen voran. Zum Glück regnete es nicht. Wir alle waren wachsam, wussten ja nicht, was hier im Wald so sein Unwesen trieb. Bald konnten wir im Nebel den Fluss erkennen. Alvrim schickte mich voraus, um das Ufer abzuspähen, nach einem Boot zu suchen und auf Feindaktivitäten bei der Brücke zu achten. Also huschte ich in den Nebel, sah mich durch das Zielfernrohr meines Gewehrs gut um. Bei der Brücke nach Westfall sah ich in der Tat dunkle Gestalten im Nebel. Wahrscheinlich Gnolle. Im Schilf nördlich der Brücke, recht gut versteckt und mit Ästen bedeckt, fand ich ein Boot. Hing ein Rucksack dran. Voller Proviant und Geld. Seltsam. Möglicherweise gehörte es einem Schmuggler oder einer ganzen Bande. Rabenflucht war ja auch nicht weit entfernt. Das Boot dürfte vier Leute tragen und so kehrte ich zu Al und den anderen zurück und lotste sie zum Boot. Es gab sogar Ruder. So kamen Percy, Julius, Barbas und ich trocken ans andere Ufer. Und die Sprengsätze ebenfalls. Alle anderen mussten jedoch schwimmen. Goth und Julius gifteten sich wieder an. Wobei ich schon denke, dass Barbas ne arg große Fresse hat. Ich ignoriere ihn meistens. Fahre damit bisher ganz gut. Auf der anderen Seite angekommen, zitterten die anderen erstmal vor Kälte und Nässe. Al rief uns auf, weiter zu gehen. Fast zeitgleich mit Julius. Hoffe, Julius verkraftet es gut, dass ER kein Rottenmeister wurde und ordnet sich unter, wenn es nötig ist. Fähig ist er ja durchaus. Percy teilte mir mit, wie froh er war, wieder Boden unter den Füßen zu haben. Konnte ihm da nur Recht geben, wobei die Reise nach Nordend damals schlimmer war. Zu lange auf See. Der Wald wisch rasch einer offenen Ebene, die Luft wurde klarer. Und es wurde wärmer, trockener. Al sah dauernd durch sein Fernrohr und auch ich hielt mein Gewehr bereit und sah mich ab und an durchs Zielfernrohr um. Nach einer Weile erreichten wir die Späherkuppe, das Hauptquartier der Westfallbrigade. Die Befestigungsmauer war noch immer nicht fertig gestellt und überall gab es Zelte, innerhalb und außerhalb der Mauer. Das Elend war fast greifbar. Wir steuerten den Turm an. Natter war arg respektlos, forderte Al auf, doch "weitere Befehle zu bellen". Die Mission war natürlich wichtiger, aber ich glaube, an Al's Stelle hätte ich Natter ordentlich Respekt eingetrichtert. Percy schien neugierig - oder fassungslos. Meinte nur sarkastisch, was für eine Pracht die Gegend doch war. Sollen wir die Banden gegeneinander ausspielen, wäre es nicht sinnvoll, hier lange zu verweilen. Und den Oger, der loyal zum Bund stand, konnten wir auch schlecht her holen. Die Soldaten hier sahen arg mitgenommen aus. Vor dem Turmeingang versperrten uns Männer mit Piken den Weg. Al meinte, dass wir uns zuerst um die Bauern und Minenarbeiter kümmern würden, um den Osten zu sichern, dann um den Oger und um die Banden. Al stellte sich und uns vor und bat, mit jemandem über die aktuelle Lage zu reden.

Percy hielt sich in meiner Nähe. Ich gönnte mir etwas Wasser, die Gegend machte einen schon vom Hinsehen durstig. Ich bemerkte, wie Julius Natter auf den Arsch starrte. Bei Maldiv oder Veralis sah er nie wirklich hin, obwohl die auch recht attraktiv waren. Ich nannte ihn daher einfach mal nen Lüstling und grinste mir eins. Julius meinte, er genieße nur die Aussicht. Al gab sich derweil gut Mühe, nicht zu schnodderig zu wirken. Sein Gesprächspartner war ein Offizier, Lord Morriston von Norddorf. Der meinte, wir seien bei der Späherkuppe falsch, man würde sich bereits auf zahlreiche Brennpunkte konzentrieren. Er meinte, im Norden gäbe es etwas zu tun, zu viel Chaos, in dem sich bald jemand durchsetzen musste. Er ging mit Al zum Kartentisch. Man hatte die Minen wohl gesichert und die Gewerkschaft der Minenarbeiter vertrieben. Nun wartete man auf Arbeiter aus Sturmwind und hielt das Gebiet tapfer. Morriston meinte, die Minenarbeiter sollten unser erstes Ziel sein, das wären Gauner, die auch an die Defias lieferten. Wir gingen nach draussen und Al meinte, wir würden den Bauern und den Minenarbeitern noch nen Besuch abstatten um sie auf unsere Seite zu ziehen. Also machten wir uns wieder auf den Weg. Nachdem wir die trockenen Hügel hinter uns ließen, errreichten wir nach einer ganzen Weile ein Feld, wo hohe Maispflanzen wuchsen. Dreiergruppen mit Mistgabeln und Schrotflinten patroullierten um den Hof herum. Ein recht großes Gebäude, wo einige Familien drin Platz finden würden. Julius meinte schon, dass man uns nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen würde. Wahrscheinlich würde man uns für Banditen halten. Al bat um Freiwillige, die mit kommen würden. Ich wollte aber auf dem Hügel bleiben. Falls es Ärger gab, würde ich mit meinem Gewehr gut Feuerschutz geben können. Klappte ja neulich auch recht gut. Natter marschierte zuerst los, dann Goth. Al rastete beinah aus. Er pfiff Goth zurück, meinte aber, Natter könne mit. Wahrscheinlich hätte sie eh nicht auf ihn gehört. Vera nannte sie ne dumme Ziege und ich meinte sarkastisch, wie toll es war, wie sie Befehle befolgte. Vera meinte, dass Natter kämpfen könne, aber dumm wie Stroh war. Ich sagte, dass ich sie für ein Pulverfass hielte, das jederzeit hochgehen konnte. Al versuchte, das Vertrauen der Bauern zu gewinnen. Natter schlich derweil um die Gruppe herum. Echt, sehr vertrauenserweckend. Al versuchte erneut, sie zurück zu pfeifen. Sie gehorchte nicht. Die Bauern mussten uns echt für Banditen halten. Ich kommentierte noch, wie vertrauenserweckend Natter war. Julius meinte, sie sei ja so verspielt. Klang zwar zynisch, dennoch knuffte Percy ihn und deutete dann auf Natter. Goth fragte dann auch, ob Julius was mit Natter hatte. Julius verneinte, klang aber nicht sehr überzeugend. Goth meinte, er käme so rüber. Perce stimmte ihm zu. Ich meinte nur, dass er ja wenigstens noch am Leben war. Was mit Natter zu haben war doch, als würde man seinen Schwanz in ein Bienennest stecken. Die Gespräche mit Al und den Bauern gingen wohl nicht so gut voran. Al bot ihnen Hilfe an, doch sie trauten uns nicht.

Rettung bot die Bande eines gewissen Hinkekarls, der sich grölend ankündigte und sich von Norden her näherte. Die Bauern meinten, sie würden uns erst trauen, wenn wir halfen, diese Bande zu vertreiben. Percy zog die Flinte, Goth zog seine Klinge und ich entsicherte mein Gewehr. Erhellt vom Mondlicht näherte sich am Horizont die Banditenbande. Al wies Maldiv, Veralis und mich an, die Typen aus der Ferne zu bearbeiten. Alle anderen schlugen sich ins Feld, um sich den Banditen zu nähern, die sich von der anderen Seite her näherten. Natter hockte sich auf den Zaun und wartete. Irgendwie... kommt es mir so vor, als sei sie debil. Geisteskrank. Als wäre sie für Befehle oder Vernunft nicht mehr zugänglich. Als wäre sie einfach nur noch ein Raubtier. Ich blieb auf dem Hügel, damit mir das Feld nicht die Sicht nahm. Legte mich dann hin, bettete das Gehäuse auf die linke Faust und sah durchs Zielfernrohr. Al und die anderen Nahkämpfer verschwanden im Feld. Hinkekarl und seine Leute gehörten wohl zur Staubteufel-Bande. Die Bauern haben sich lange genug Überfälle gefallen lassen, nun wehrten sie sich. Aus dem großen Gebäude kamen einige Bauern mit Gewehren, die auch das Feuer eröffneten. Mehr schlecht als recht. Mittlerweile waren 15 Banditen zu erkennen. Ich eröffnete dann das Feuer. Hat die Gauner wohl arg überrascht. Hab allerdings auch meine Position so verraten. Hoffte, dass ich durch meine liegende Position schlecht zu treffen war. Vera zauberte. Eine Art Explosion. Rechts ging ein Bandit zu Boden und stand nicht mehr auf. Ich lud hastig nach und wollte den zuvor getroffenen Banditen noch ne Zugabe an Kugeln verpassen. Zweimal traf ich. Einen erwischte ich tödlich, ein anderer geriet arg ins Wanken, blieb aber stehen. Dann schossen die Banditen zurück. Viele Banditen. Fast ein Dutzend Kugeln prasselten um mich herum in den Dreck. Ein aufgewirbelter Kiesel erwischte mich am Kopf, ansonsten blieb ich unversehrt. Ich sah dem Mond entgegen. Die Erdenmutter musste wohl über mich wachen. Hab mich auch bedankt.

Vera schützte sich mit einer magischen Barriere vorm Kugelhagel. Die Bauern ballerten auf die Banditen, bewirkten aber nicht viel. Vera schoss mit einem magischen Geschoss auf einen der Banditen und schickte ihn zu Boden. Ich rollte mich in einen Strohhaufen, um einigermaßen in Deckung zu sein, dann lud ich mein Gewehr nach. Auch lobte ich Vera, die ja in meiner Nähe stand. Maldiv war zu den Bauern, um zu verhindern, dass die Banditen ans Haus ran konnten. Einige Banditen marschierten nun ins Feld, nachdem Natter ein Wurfmesser geworfen hatte. Nur noch eine kleine Gruppe, einschließlich Hinkekarl, waren hinten geblieben. Die anderen nahmen nun die Banditen im Feld Stück für Stück auseinander, konnte aber nichts genaues sehen. Vera traf Hinkekarl mit einem Zauber und schickte ihn zu Boden, doch er lebte noch. Ich hatte in der Zwischenzeit nachgeladen, rutschte aus meiner Deckung und zielte auf die kleine Gruppe, die außerhalb des Feldes stand. Hätte Hinkekarl am Liebsten abgeknallt, doch einen mussten wir ja am Leben lassen um ihn zu befragen. So beschloss ich, den, der direkt neben Karl stand, abzuknallen um Karl noch mehr Angst zu machen. Alle drei Schüsse trafen. Blut spuckend ging der Bandit direkt neben Karl zu Boden und starb. Vera meinte, ich könne einer Maus aus hundert Metern Entfernung ein Auge raus schießen. Ich antwortete nur "Bald" und bat sie, Karl leben zu lassen, als Geschenk an die Bauern und die Westfallbrigade. Karl hatte sich mittlerweile wieder aufgerafft. Die meisten Banditen waren tot und der Rest war panisch, feuerte sinnlos ins Feld. Die Bauern feurten wieder auf Karl und seine Gruppe, trafen zwei seiner Kameraden und töteten sie. Wahrscheinlich aber eher nur Glückstreffer. Karl bekam nun Schiss und wollte mit einem seiner Leute abhauen. Alle anderen im Feld waren bereits erledigt worden, denn nach und nach schälten sich Al, Percy und die anderen aus dem Mais. Percy holte Karl ein und schlug ihm dermaßen gegen eines seiner Beine, brach wohl das Kniegelenk. Der andere Bandit hielt inne und wir hatten die beiden. Vera und ich gesellten uns zu den anderen. Vera knuffte mich und meinte, wir waren gut. Ja, so musste das laufen. Sehr gute Arbeit von uns allen. Vera hatte denen echt eingeheizt. Magie war doch recht effektiv. Die anderen waren wohl auch relativ effektiv gewesen und hatten kaum etwas abbekommen. Julius meinte, dass es gern so einfach weiter gehen durfte, doch ich meinte, wir dürften nicht leichtsinnig werden. Wir hatten ja gerade erst angefangen. Wir verschnürten die beiden Gefangenen und die Bauern freuten sich tierisch. Al befragte Hinkekarl nach dem Lager und er faselte was von Südlich. Ob das stimmt ist aber ne andere Sache. Wir gingen zum Haus der Bauern, wo Natter ihnen den Kopf eines geköpften Banditen entgegen warf. Die waren entsetzt, uns allgemein aber sehr dankbar. Konnte mir nicht verkneifen, zu sagen, dass Hinkekarl nun seinem Namen alle Ehre machte. Al meinte, ich werd noch ein Zyniker. Als die Bauern aber Anstalten machten, beide Banditen zu hängen, zündete ich meine Pfeife an und bemerkte Percys Reaktion. Ihm gefiel das nicht. Ich meinte zu Al, dass ich mal ums Feld geh, Umgebung sichern und bat Percy, mich zu begleiten, damit er das nicht mit ansehen musste. Al wusste sofort, was ich meinte und warum ich gehen wollte und nickte nur.

Percy nahm seine Kettenhaube ab. Er war sichtlich außer Atem. Ich meinte, dass die Bauern echt bitter drauf waren. Perce meinte, dass er die Bauern verstand, sich die Sache aber trotzdem nicht anschauen musste. Da hatte er vollkommen Recht, hab ich ihm auch gesagt. Wäre schön, wenn so etwas nicht nötig wäre. Wenn man Söldner wie uns nicht für solch Drecksarbeit bräuchte. Percy meinte mit einem traurigen Lächeln, dass alles ein verdammter Albtraum war. Ich meinte zu ihm, er solle seine Hoffnung nicht verlieren. Ich paffte meine Pfeife und wir umrundeten das Feld weiter. Am Horizont wurde es bereits hell. Ich wechselte das Thema: Meinte, dass es kaum zu glauben war, dass Julius Natter flach legte. Er fragte, ob ich das so finde. Ich meinte ja, weil sie so aggressiv sei. Das Julius da keine Angst hatte... Percy meinte, wenn er keine hätte, sei Julius ein Idiot. Gab ihm recht und meinte, dass wir dringend erfreulichere Themen brauchten. Doch diese waren leider irgendwie rar, momentan. Percy fragte, ob ich Ideen hab und ich meinte nur, die Vorstellung von kühlem Bier und einem warmen Bett. Etwas, auf das man sich freuen konnte. Oder sowas wie Urlaub, Freizeit. Eine Weile ohne Gewalt leben zu dürfen. Percy grübelte nach. Ich ließ ihn, sagte aber nach ner Weile, dass er sich ja auch auf irgendetwas freuen MUSSTE. Er gab nur ein nichtssagendes "Hm" von sich und ich meinte, dass ich ihm das Schachspiel beibringe, darauf könne er sich dann freuen. Al meinte bei unserer Rückkehr, er würde sich gerne um die restlichen Staubteufel kümmern, bevor er die Minenarbeiter besuchte. Zumindest waren wir bei den Bauern willkommen und konnten hier gefahrlos rasten. Ich meinte zu Al, dass wir nur einige Koyoten gesehen haben. Julius befürchtete, dass nach jeder besiegten Bande einfach eine andere kommen würde. Was konnte man dagegen tun, fragte ich. Julius meinte, wir sollten ein Flächenbrand sein, ich meinte jedoch, dass Aufteilen gefährlich enden konnte. Ich fragte, ob wir erstmal bei den Bauern blieben und Al bejahte. Ich meinte, dass ich den Bauern gerne das Schießen näher bringen würde, mit einigen Tipps. Habe ja genug von Ingo gelernt und so würden sie sich besser verteidigen können. Fragte Alvrim aber auch, ob er das für nen Fehler hielt. Al meinte, es sei ne gute Idee, doch würden wir nicht lange bleiben. Ich meinte aber, dass einige Tipps schon viel bewirken konnten. Würde ihnen helfen und ihr Vertrauen in uns stärken. Die konnten teilweise nicht mal richtig ihre Flinten halten. also sprach ich mit den Bauern, rief jene zusammen, die ein Gewehr besaßen. Die waren nicht abgeneigt, hatten ja gesehen, wie gut ich schießen konnte. Hörte noch, als ich mit den Bauern ums Haus herum ging, wie Julius zu Al meinte, ich hätte ne Beförderung verdient. Ich erklärte den Söldnern derweil grob Sachen wie Schussposition, Verhalten bei Ladehemmungen. Genug, damit sie nicht mehr wie ein irrer Mob ins Leere schießen würden.

Hab mich dann irgendwann hinlegen können um zu pennen. War zwar nur aufm Dachboden, aber es tat gut. Hab bis zum Nachmittag gepennt und dann mit meinen Lektionen fortgefahren. Die Bauern waren dankbar, gaben wir ein paar Flaschen Selbstgebrannten. Die Kinder auf dem Hof waren begeistert von mir. Nannten mich Falkenauge. Irgendwie niedlich. Al meinte, es wäre vielleicht nicht so gut, mit dem Wappenrock umher zu ziehen. Wir wussten nicht, wer alles mit den Reißern in Kontakt stand und je später die wussten, was Sache war, desto besser. Wir gingen dann weiter. Hatter hatte Maldiv jedoch zurück nach Eisenschmiede begleitet. Es ging ihr wohl doch nicht so berauschend. Wir anderen machten uns auf den Weg, um die Minenarbeiter zu besuchen. So steuerten wir nun den Norden an. Hoffte, man konnte denen Vernunft einbläuen. Die Bauern beseitigten derweil die Leichen, die auf dem Feld rum lagen. Al rief noch einmal zur Wachsamkeit auf. Wenn alles klappte wie geplant, war Westfall's Norden nach Osten hin gesichert und die Leute von der Westfallbrigade konnten sich wieder anderen Dingen widmen. Wir gingen nach Norden, zum kleinen Hof, so sich die Minenarbeiter nun eingenistet hatten. Eine große Scheune, daneben ein kleines Häußchen. Wir behielten die Gegend im Auge, aber mir fiel auf, dass wir trotzdem noch Wappenröcke trugen. Allerdings würde sich der Ruf des Dämmersturms auch positiv auswirken. Wir wollten und wir sollten den Banditen ja gehörig Angst einjagen. Wenn die Reißer allerdings zu schnell Wind davon bekamen, würde es schwieriger werden. Naja, wir sind ja anpassungsfähig. Es war unglaublich heiß. Das Kürbisfeld vor der Scheune war voll überwuchert. Wachen gab es nicht. Sahen nur ne dürre Gestalt aus der Scheune kommen, die dann an die Wand pisste. Uns bemerkte man noch nicht. Ich bemerkte, wie wohl erzogen die Leute hier doch waren. Etikette pur. Der Typ bemerkte uns und ging dann in die Scheune. Wir gingen näher, blieben wachsam. Der dürre Kerl kam dann mit einem wahren Muskelpaket im Schlepptau aus der Scheune. Vera schlug vor, Natter vorzuschicken, sollten die Typen feindlich gesinnt sein. Die beiden konnten sich echt nicht leiden. Natter ging um die Scheune herum, während Al mit den beiden Typen sprach und bat, mit wem sprechen zu dürfen, der das Sagen hatte. Beide Typen reagierten ungehobelt und ablehnend. Al sprach von nem Vorschlag, der sich rentieren würde. Die Typen meinten, sie würden zwei zum Boss lassen. Al und Percy traten vor. Allerdings sollten beide ihre Waffen ablegen. Al sträubte sich, immerhin waren die Minenarbeiter eh in der Überzahl. Doch die Typen ließen nicht mit sich feilschen. Goth nahm beiden die Waffen ab, dann verschwanden sie auch schon in der Scheune.

Hoffte, die Minenarbeiter versuchten nix Krummes. Goth meinte, es ginge viel schneller die Kerle einfach zu Töten. Ja, Verhandeln war nicht so seine Stärke. Ich hoffte, dass da keine Geiselaktion draus werden würde. Natter fragte warum, ich hätte doch dann zwei weniger, die mich bemitleiden und bemuttern würden. Ich meinte zu Julius, dass er seinem Mädel sagen solle, dass sie die Fresse halten möge. Natter meinte höhnisch, ich solle nicht traurig sein, es würden andere kommen, die mich bemuttern würden. Ich meinte nur, ihre Mutter zum Beispiel. Natter ging mir gehörig gegen den Strich. Sie lachte mir leise. Seltsam, neulich noch diese beinah tröstenden Worte und nun sowas. Aber ich denke, Natter ist für Mitleid, Zuneigung, Kameradschaft eh nicht mehr zugänglich. Hätte Ingo sie damals doch nur direkt im Herzen getroffen. Natter passt einfach nicht mehr in den Bund. Ihr Verhalten ist unter aller Sau. Sie wünschte mir viel Spaß beim Suchen und empfahl mir den Friedhof, wo ich ja an ner toten Titte saugen könne. Ich beschloss, sie zu ignorieren und behielt die Umgebung im Auge. Julius fragte, ab wann wir uns wohl Sorgen machen mussten. Ich fragte Natter, ob es hinter der Scheune noch Wachen oder so gab. Sie meinte, dann sei sie nicht hier und nannte mich Giftgnom. Ich schlug vor, nen Sprengsatz an die hintere Wand der Scheune zu legen. Falls die Minenarbeiter was komisches versuchten, würden wir es knallen lassen. Wir warteten. Ich bat Julius dann, den Sprengsatz zu legen und an der Ecke der Scheune auf mein Zeichen zu warten. Meinte, ich würde eifrig mit der linken Hand winken. Julius machte sich dann auf den Weg. Fand ich gut, dass er auf meine Bitte hörte und nicht giftig wurde, weil er ja Söldner war und ich nur Mitläufer. Goth machte einige unpassende Bemerkungen zu Vera, bezüglich ihrer Kleidung und ihrer Titten. Wir warteten. Das Ganze dauerte ne gefühlte Ewigkeit. Die Sonne näherte sich bereits dem Horizont. Vera meinte, sie könne kaum noch ruhig bleiben, immerhin war der Freund ihrer Schwester da drinnen. Ich meinte, dass Alvrim nicht doof sei und das es schon gut ausgehen würde. Endlich kamen Alvrim und Percy wieder nach draussen.

Die Gespräche liefen nicht gut. Damit waren die Bergarbeiter offiziell Feinde. Al meinte, wir würden die aufmischen, wenn die Sonne unterging und wenn der Anführer hin war, würde der Rest es sich vielleicht noch einmal überlegen. Als Al fragte, ob jemand nen besseren Vorschlag habe, hob Percy die Hand. Er schlug vor, die Scheune anzuzünden. Ich meinte, dass Vera auch beim Eingang einen schönen Zauber wirken konnte. Überlebende würden eh verräterisch sein, meinte Al. So würden wir auch ein deutliches Zeichen setzen. Vera schlug noch vor, beim Eingang vielleicht Sprengsätze zu zünden. Al fragte Natter, ob es weitere Ausgänge gab. Gab es nicht. Außerdem meinte er, dass es genügte, die Türen zu blockieren. Ich sah mich um, nach Sachen, mit denen man die Türen blockieren konnte. Julius meinte, dass an ihm und Percy niemand vorbei käme. Ich machte mich dann daran, Schubkarren und Holz gen Scheunentor zu schleppen. Alvrim half mir. Widmeten uns dann recht schnell einem großen Pflug. Dann wollte auch schon der erste Minenknilch raus, zum Pinkeln. Ich sah noch, dass Percy ihm die Chance gab, einfach abzuhauen. Er nutzte die Chance nicht, schrie aber auch nicht. Julius schlug ihm dann den Schädel ein, mit dem Streitkolben direkt auf den Kopf. Bin sicher, Percy fand das nicht gut. Goth gesellte sich zu den beiden am Eingang, während Natter nichts tat. Sie stand einfach nur rum. Veralis setzte dann mit einem Flammenstrahl die Scheune in Brand. Nach einer Weile wurde drinnen Geschrei laut. Vier Minenarbeiter wollten raus rennen, liefen dann in Percy, Julius und Goth. Percy erschlug zwei mit schnellen Hieben seiner Klinge. Auch Julius schlug einen zurück, während Barbas es dann mit seinem Zweihänder beendete. Al und ich zerrten derweil weiter am Pflug. Der Vorarbeiter fluchte drinnen. Am Tor wappneten sich Percy, Julius und Goth für die nächste Welle. Natter machte noch immer nichts. Faules Miststück. Fünf weitere Arbeiter kamen zum Eingang, einer hatte sogar eine Schrotflinte, die aber klemmte, als er auf Percy und Julius feuern wollte. Die anderen vier griffen aber mit ihren Spitzhacken an. Julius schleuderte einen von ihnen zurück gegen die Holzwand. Mit ihren Schilden waren die beiden schon echte Bollwerke. Percy drängte auch welche zurück und Barbas schwang dann seine Klinge, enthauptete den mit der Flinte. Veralis feuerte einen Arkanblitz auf die Minenarbeiter, knapp vorbei an den Köpfen der drei Kämpfer. Einer der Minenarbeiter wurde getroffen und zerplatzte von innen heraus. Blut bespritzte die nähere Umgebung. Kein schöner Anblick. Natter tat weiterhin nichts. Al und ich waren nun bereit, die Tür zu verriegeln. Wir wollten die Türen schließen und mit dem Pflug blockieren. Allerdings drückten die Minenarbeiter von ihnnen dagegen. Drei Minenarbeiter stemmten sie auf, fünf weitere kamen dazu, mit Spitzhaken. Also acht Minenarbeiter nun, gegen uns. Vier hakten auf mich ein, doch ich wehrte mich mit Leibeskräften. Spitzhacken krallten an meinen Schild. Zweien rammte ich das Schild hart entgegen, brüllte diese Mistkerle herausfordernd an und drängte sie zurück.

Percy stach einen der Angreifer auf der Stelle nieder, Julius hatte da etwas mehr Probleme, musste seinen Schild heben, um nicht erwischt zu werden. Barbas schlug zwei der Typen einfach in Stücke. Julius rief Natter herbei, die noch immer nichts machte und auch auf sein Rufen nicht reagierte. Erst nach einer ganzen Weile reagierte sie, zog ihre Klingen und gesellte sich zu uns und schnitt einem der Angreifer die Arme ab. Ich wollte einem sauber den Schädel einschlagen, verfehlte aber und hätte beinahe eine Spitzhacke in den Schädel bekommen. Mein Kopfschutz schützte mich jedoch, die Hacke rutschte ab, doch mir brummte nach dem Treffer ziemlich der Kopf. Gut, dass wir Zwerge recht robust sind. Veralis setzte mit einem Feuerball einen weiteren Teil der Scheune in Brand. Percy vergewisserte sich, dass ich okay war, mit einer kurzen Frage nach meinem Befinden. So leicht fällt mich nichts, meinte ich da nur. Auch Alvrim schnetzelte sich durch die Minenarbeiter. Noch zwei Minenarbeiter waren übrig, allerdings kamen vier weitere aus dem Inneren dazu. Das Wetter wurde schlechter, doch auch ein Regenschauer würde die brennende Scheune nicht mehr retten. Zwei griffen mich an, doch ich wehrte mich nach Leibenskräften, drosch ihnen meinen Schild entgegen und setzte noch mit dem Hammer nach. Ich schlug die beiden nieder, mein hartes Training machte sich bezahlt, auch wenn es mir noch an Finesse mangelte. Auch Percy wurde attackiert, doch er drängte sie zurückm erschlug einen von ihnen. Alvrim kassierte eine Schramme am Kopf. Der Vorarbeiter, wie ich später erfuhr ein Mann namens Krake, brüllte seinen Leuten drinne zu. Er wollte entkommen. Doch das würden wir nicht zulassen. Julius erschlug ebenfalls einen Minenarbeiter. Auch Barbas mähte zwei weitere mit seinem Zweihänder nieder.

Natter hatte wieder Langeweile und zog sich zurück. Vera schmetterte einen mit einem Zauber zurück. Wir hatten das Scheunentor gehalten. Nun stemmten wir uns gegen die Flügel der Tür, wollten sie zu stemmen. Ich wollte gerade den Pflug gegen die Tür lehnen, als oberhalb der Scheunentür das Fenster eingeschlagen wurde. Die Tür war dicht und wir traten zurück. Da sprang auch schon ein stämmiger Kerl aus dem Fenster und krachte vor uns auf den Boden. Er war noch am glimmen. Der Sturz hatte ihm den Rest gegeben. Es war der Vorarbeiter. Drinnen hörten wir noch die Schreie der anderen. Unsere Arbeit hier war getan. Balken krachten und Teile des Dachs begannen, einzustürzen. Percy trat an den Vorarbeiter heran und trennte ihm den Kopf ab. Wunderte mich sehr, weil Percy eigentlich Gewalt verabscheut. Was genau war da in der Scheune vorgefallen? Für den Kopf würden wir bei der Späherkuppe natürlich 30 Gold bekommen, dennoch wunderte es mich, dass gerade Percy es war, der sich den Kopf holte und ihn Alvrim regelrecht hin hielt. Julius meinte, dass das ganze nicht besonders elegant, aber effektiv war. Al meinte, es ginge nicht um Eleganz, sondern um den Erfolg und den Ruf des Bunds. Bahnt sich da ein kleiner Zwist zwischen Al und Julius an? Ich bemerkte, wie Percy die Leichen vor der Scheune ansah. Es begann, nun richtig zu regnen. Wir kehrten zum Bauernhof zurück. Waren müde und bei dem Wetter konnte man eh nicht mehr tun.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 28. Nov 2012, 12:56 
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Donnerstag, der 18. Oktober

Nachtrag:

Habe bis zum Nachmittag gepennt. Ordentlich gefrühstückt. Und es mir dann draussen, am Brunnen bequem gemacht. Mir ging Percy's Verhalten nicht aus dem Kopf. Was war in der Scheune vorgefallen? Vielleicht war der Vorarbeiter ja auch genau so ein Schwein wie Hinkekarl gewesen. Umsonst geht Percy nicht so brutal vor. Er wird schon seine Gründe gehabt haben. Alvim kam dazu, schlug mir auf die Schulter. Wäre fast vor Schreck in den Brunnen gefallen. Schleichen kann der Kerl... Ich bemerkte, dass wir ja schon mal zwei Brandherde einigermaßen im Griff hatten. Al fragte, ob es mir besser ging. Bezog sich dabei auf den Bengel, den ich im Dämmerwald erledigt hab. Ja, es ging mir besser. Aber vergessen würde ich die Sache dennoch nicht. Al fragte, ob ich schon einmal in Westfall war. War ich nicht. Hatte aber viel von gehört, vor allem von meinem Bruder Ragnari. Ein trauriger Ort. Al stimmte mir zu und meinte, das sei hier schon sehr, sehr lange so. Da fällt mir ein, dass ich eigentlich kaum etwas über Alvrim weiß. Ich bin nicht gerne neugierig. Meinte, dass es traurig sei, dass der König ferne Kriege sucht, anstatt daheim vor seiner Haustür sauber zu machen. Westfall war einer der Gründe, warum ich wenig von der Allianz hielt und nicht zur Armee wollte. Ragnari ging es da ganz genau so. Er meidet Sturmwind schon seit seiner Zeit bei den Resten der Silberhand. Al erklärte mir, wie es so weit kommen konnte. Ackerland, Minen. Einst recht wichtig für Sturmwind. Der zweite Krieg kam und das Land verkam. Man hatte die Erbauer der Kathedrale indirekt verbannt, um ihren Lohn geprellt. Nicht gerade nett. Kein Wunder, dass so viele in Westfall Sturmwind, den König und die Bürger hassten. Percy kam dann zu uns an den Brunnen. Westfall war dem König egal gewesen. Man hat die Defias einfach machen lassen. So viele waren nun verbittert. Doch trotz allem gab es noch welche, die Treu zum König standen.

Nun versucht die Allianz etwas zu erreichen. Al meinte, es sei verdammt noch mal zu spät, mittlerweile. Ich meinte, dass das Land vielleicht doch irgendwie zusammen wachsen konnte. Es gab hier gute Leute. Kinder. Ich fühlte mich hier beim Hof recht wohl, die Leute waren nett und die Kinder sahen zu mir auf. Die hatten ein lebenswertes Leben verdient. Al meinte, es gab einfach nicht genug gute Leute. Nicht genug, um sich um das Land als Ganzes zu kümmern. Percy fragte, was für ein Krieg denn solche Opfer wert war. Al meinte, der ach so tolle Krieg gegen die Horde, gegen Drachen wie Todesschwinge oder gegen die Geißel. War komisch, als Percy scheinbar nicht wusste, was die Geißel war. Wo kam er her, dass er DAS nicht wusste? Al meinte, all die Kriege hätten Ressourcen und Geld gekostet. Zu viel, um sich um Westfall zu kümmern. Noch heute war das so. Ganze Ländereien waren kaum geschützt. Sturmwind hatte Westfall im Stich gelassen. Al meinte, dass trotz unserer Arbeit hier die Leute weiter hungern würden. Ich meinte, man sollte die Hoffnung nie aufgeben. Al fragte, Hoffnung auf was? Auf Frieden, meinte ich. Egal wie unwahrscheinlich das auch war. Ich sagte zu den beiden, dass die Welt zwar finster und trostlos war, dass es aber auch noch Gutes gab. Man sollte nicht aufhören zu hoffen. Al meinte, es könne keinen Frieden geben. Es ginge dabei nicht einmal um Ehre, sondern ums Überleben. Würde man die halbe Bevölkerung Azeroths in die Luft jagen, würde es vielleicht funktionieren. Das mag ich jedoch nicht glauben. So viel wird durch Krieg verschwendet, verwüstet, verloren. Es musste doch eine Lösung geben. Doch ich schätze, das ist nicht mein Problem. Ich muss nur zusehen, dass es mir gut geht. Und kann mich freuen, wenn ich Gutes tue, wie diesen Bauern ein wenig zu helfen.

Percy meinte auch, er sähe die Sache anders als Alvrim. Al meinte, dass die Leute am Drücker immer irgendwie bekloppt sein werden. Percy meinte, dass zu viele Krieg und Kampf als etwas Gutes und Erstrebenswertes sahen, dass es zu wenige gab, die über Probleme reden wollten. Al und ich gaben ihm Recht. Percy sah zum Horizont und meinte, es gäbe immer einen Weg, diesem Albtraum zu entkommen. Ich meinte, dass Frieden vielleicht wirklich unmöglich war, dass es aber durchaus nette, ruhige Orte geben konnte, wo man Frieden und Glück finden konnte. Al meinte, dass man ja an irgendwas glauben musste, und sei es nur, um einen Grund zu haben, länger am Leben zu bleiben. Ich fragte Percy nach der Sache mit dem Vorarbeiter. Er schwieg lange. Ich meinte, dass ich nicht anklagend klingen wollte, sondern nur neugierig war. Ich bat ihn, zu vergessen, dass ich gefragt hab. Wir mussten tun, was wir tun mussten. Durften dabei aber auch nicht verrohen. Percy meinte, es war nicht schön, hätte aber auch schlimmer enden können, für uns. Er hätte die Sache auch lieber mit Worten gelöst. War schon traurig, sagte ich, dass man mit manchen Leuten einfach nicht reden konnte. Wie tiefgreifend Hass und Starrsinn sein konnte. Ich meinte, ich hoffte, dass wir hier bald fertig waren und nach hause konnten. Percy wechselte das Thema und fragte, wie wir die Fuchsteufel angehen würden. Al meinte nur, dass wir sie ausspähen und niedermachen würden. Hinkekarl gehörte zu denen. Ein Überblick über ihre Anzahl, Ausrüstung und Stärke wäre von Vorteil. Über die offene Ebene wäre das schwer. Vielleicht würden wir wieder nachts vorgehen. Hoffte, ich würde da wieder Feuerschutz geben können. Perce meinte, er wolle sich noch etwas ausruhen. Alvrim fragte ihn, warum er Söldner geworden sei, es würde nicht zu ihm passen, obwohl er natürlich kämpfen konnte. Perce blieb Al eine Antwort schuldig und als er weg war, meinte ich nur, dass jeder von uns sich diese Frage stellen musste. Und das die Antwort sich auch ändern konnte. Ich klopfte Al auf die Schulter und als er wissen wollte, wofür meinte ich, es sei ein "Klappte bisher ganz gut und wenn wir hier raus sind gehen wir saufen"-Schulterklopfen. Er meinte, das klinge gut. Ich verabschiedete mich, wollte gucken, ob die Bauern sich meine Tipps gemerkt hatten. Vielleicht konnte ich als Lohn für weiteren Unterricht ja noch etwas Schwarzgebrannten abgreifen. Eine Erklärung, die Al echt zum Lachen brachte. Und mich auch.

Dienstag, der 23. Oktober

Nachtrag:

Peinlicherweise war ich in den letzten Tagen krank. Fing schon am Donnerstag Abend an, als ich den Bauern wieder Unterricht gab. War zwar nur Schnupfen, Husten und etwas erhöhte Temperatur, aber ein Geräusch zur falschen Zeit wäre nicht besonders gut, wenn Stille nötig war. Auch sollte man sich hundertprozentig fit fühlen. Und das tat ich nicht. War wohl nicht so gut, die lange Zeit im Regen. Also schlief ich fiel, in den letzten Tagen. Am Samstag haben die anderen die Fuchsteufel-Bande umgenietet. Es kam wohl heraus, dass die versucht haben, mit den Staubteufel Desperados zu paktieren. Die haben auch ein Pferd erbeutet und die Desperados sind wohl nun unser nächstes Ziel. Hab den halben Sonntag gepennt, gestern den Bauern noch einmal Unterricht gegeben. Manche sind schon recht gut.

Und heute abend war ich wieder fit. Die Nase ist wieder frei, der Husten ist weg. Ich trat ins Freie, zu Percy und Julius und fragte, ob sie eine Ahnung hatten, wie es nun weiter gehen würde. Jetzt bemerkte ich auch Natter, die in der Nähe saß. Scheinbar würden wir uns die Desperados vornehmen. Das Wetter war schon wieder mies. Bier, sagte ich nur. Reichlich Bier und Hüftsteak. Würde ich mir gönnen, sobald wir wieder in Eisenschmiede waren. Percy meinte, er freute sich auf eine Flasche Pepperowka und viel Ruhe. Das war wohl Schnaps, aus Kartoffeln. Mit Pfeffer gewürzt. Kurz lächelte Percy sogar, als er mir erklärte, was das Gesöff genau war. Musste ich mal probieren, sagte ich nur. Obwohl ich eigentlich Bier bevorzuge. Auch Al kam dazu. Ich meinte, sobald wir zurück sind, geb ich einen aus, und wenn es mich den ganzen Sold kostet. Der Erdenmutter sei dank haben die anderen diese Worte wohl vergessen. Julius meinte, ich würde dramatisch klingen, es liefe doch recht gut. Ich meinte, dass gerade deshalb Ruhe und Bier verdient seien. Percy sagte nur, dass es in Eisenschmiede wenigstens nicht regnete. Julius meinte, es würde ihn interessieren, ob... Doch er brachte den Satz nicht zuende. Ein Bauer schrie, dass sich Banditen näherten, zwanzig Reiter. Ich hätte vielleicht auf Alvrims Befehle warten sollen, schnappte mir aber statt dessen mein Gewehr, eilte ins Haus und kletterte aufs Dach. Ich brüllte den Bauern zu, dass sie die Kinder in Sicherheit bringen sollten, sich ihre Gewehre schnappen und sich an die Fenster stellen sollten. Die Desperados kamen. Percy ging auch ins Haus, wohl um die Bande davon abzuhalten, die Bauern anzugreifen. Ich hoffte, mein Training mit den Bauern würde etwas nützen, sollte es zum Kampf kommen. Die Bauern schlossen die Fensterläden, die auf meinen Rat hin kreuzförmige Schlitze hatten. Schießscharten. Al brüllte die anderen Bauern an, vom offenen Gelände fern zu bleiben. Die meisten eilten auch schon ins Haus.

Julius brachte auf Al's Befehl das Pferd weg, welches sie bei den Fuchsteufeln von einem Gesandten der Desperados erbeutet hatten. Die Reiter mussten ja nicht gleich sehen, dass wir einen von ihnen erledigt hatten. Die Reiter hatten nun das Feld erreicht, sprangen über die Zäune und ritten durchs Getreide. Hab den Bauern noch erklärt, dass sie erst das Feuer eröffnen sollten, wenn wir das auch täten. Natter blieb wo sie war, auch bei Alvrims Rufen. Ganz ehrlich, ich glaube sie ist unglaublich instabil und unzuverlässig. Wünschte, sie wäre nicht dabei. Wäre wie Maldiv wieder nach Eisenschmiede oder so. Al befahl mir, einen Warnschuss abzugeben. Ich gehorchte, schoss in die Luft und lud sofort nach und zielte wieder auf die Reiter. Al brüllte den Reitern Warnungen zu und sie hielten mitten auf dem Feld inne. Die Bande fragte, ob es hier einen Dämmersturm gab. Die meinten, die Bauern seien egal, sie wollten zu uns und würden jemanden schicken. Ich lag geduldig auf dem Dach und zielte, wartete ab. Einer sattelte ab und schritt mit einem umgehängten Gewehr näher. Al befahl uns, ruhig zu bleiben und abzuwarten. Der Bote wollte wissen, wer der Anführer war. Al bat ihn, die Waffe ab zu legen. Al hatte seine Armbrust gezogen und gespannt. Der Bote wollte sie nicht ablegen, bat Al, näher zu treten. Nach einigem hin und her legte der Kerl das Gewehr ab und Al trat näher, aber so, dass der Bote zwischen ihm und den anderen Reitern war. Ich sah mich derweil auch zu den Seiten um, nicht, dass es eine böse Überraschung gab und die Reitermeute nur die Ablenkung war. Ich sah aber nichts und widmete mich wieder dem Geschehen unter mir. Scheinbar waren die Desperados an einer Zusammenarbeit interessiert, sie hatten gehört, was wir mit den Fuchsteufeln und den Minenarbeitern gemacht hatten. Der Bote meinte, die Bauern hätten keine Beute, doch die Desperados wüssten, wo es lohnenswerte Beute gäbe und würden unsere Hilfe zu schätzen wissen.

Es ging um eine Menge Gold und der Boss bot uns 25% der Beute. Al fragte nach den genauen Plänen, während ich versuchte, den Anführer bei den Reitern ausfindig zu machen. Vergeblich. Der Bote meinte, dass die Defias in der Nacht einen Karren voller Gold in den Dämmerwald eskortieren würden. Sie wollten wohl einen Lieferanten bezahlen. Die Desperados wollten sich das Gold schnappen und wollten unsere Hilfe, würden uns Pferde zur Verfügung stellen. Wenns gut liefe, wäre sogar noch mehr drin, je nachdem, ob wir bereit wären. Al meinte, 25% sei zu wenig und verlangte einen Pfand, damit wir ihnen vertrauen konnten. Der Bote machte einige Handzeichen nach hinten. Konnte den Boss aber trotzdem nicht erkennen. Dann schob einer seinen Poncho zurück und enthüllte Trophäen. Ich fragte die Bauern, ob die Kerle sie schon einmal angegriffen hatten. Einer der Bauern nickte, meinte, das seien üble Leute. Überfälle seien aber eine ganze Weile her. Der Bote erhöte auf 35% und bot einen seiner Jungs als Pfand an. Al wollte auf 40% erhöhen. Der Boss nickte und man brachte uns Pferde. Ich ging nach unten, ermahnte die Bauern aber, wachsam zu bleiben, besonders in unserer Abwesenheit. Tatsächlich hatten die Desperados eine Frau als Pfand da gelassen. Ich meinte, sie solle bewacht werden, aber nicht von den pubertierenden Bengeln. Barbas und Hatter würden da bleiben. Barbas hatte sich am Knöchel verletzt und Hatter war etwas erkältet. So wäre wenigstens der Hof etwas sicherer. Vielleicht würden die Desperados uns ja bei der Hakenzahnbande oder bei den Reißern helfen, meinte Al. Vorsicht war dennoch geboten. Ich warf nur ein, dass die Kerle den Hof schon recht lange nicht mehr überfallen haben. Der Feind meines Feindes ist mein Freund, heißt es ja. Musste aber auch an das Märchen vom Fuchs und dem Skorpion denken. Julius meinte auch, es sei einfacher, das Banditenpack einfach umzulegen, doch wenigstens bekamen wir Pferde. Al meinte, wir würden abwarten. Percy meinte, er könne nicht reiten und würde nicht mit Plünderern zusammen arbeiten. Er klang er entschieden.

Al meinte, es wäre Zeit für Perce, reiten zu lernen und das Leben sei kein Wunschkonzert. Er hätte bei dem Gesindel gern wen, auf den man sich verlassen könne. Hörte noch, wie Julius meinte, dass der Rottenmeister ihm fast leid tun könnte. Ich flüsterte zu Perce, dass mir das auch nicht gefällt, die Desperados aber noch nützlich sein könnten. Und er zur Not einfach auf mich aufpassen könne, nichts weiter. Nicht fair, diese Karte auszuspielen, doch wir brauchten Percy. Er war ein Kamerad. Und ein Freund Er meinte, er hält mir den Rücken frei und stieg hinter mir aufs Pferd. Percy saß wohl wirklich noch nie auf einem Pferd. Ein interessanter Anblick, wie er so unbeholfen aussah und sich an mich klammerte, teilweise. Wir folgten den Desperados, wobei es mir nicht gefiel, dass die uns "Dämmersturm-Bande" nannte. Das waren schon Mistkerle, verwüsteten beim Wegreiten das halbe Feld. Percy sah arg mürrisch auch. Nur meine Zusprache hat ihn bewegt, mit zu kommen. Ich schwor mir, genau so gut auf ihn acht zu geben wie er auch mich acht gab, wollte ja nicht den Tod eines Kameraden verantworten. Wir ritten durch den peitschenden Regen, den Desperados hinterher. Ich ritt ganz hinten. Das arme Pferd musste zwei Kämpfer in Plattenrüstung tragen und obwohl ich mit Pferden umgehen konnte, waren wir Widder einfach lieber. Wir ritten gen Süden. In der Ferne, im Osten, konnte man die Späherkuppe erkennen. Dann kam die Hauptstraße nach Mondbruch in Sichtweite. Wir hielten hinter einem Hügel, im Schatten einiger Bäume inne und warteten. Ich zitierte Ingo: Nie ein gutes Zeichen, mit oder für Leute zu arbeiten, denen man am Liebsten selber eine Kugel in den Kopf jagen würde. War natürlich so leise, dass nur meine Kameraden mich hören konnten. Der Boss der Desperados befahl, einen seiner Leute, mit "seiner Grupp" von rechts anzugreifen, sobald der Karren auftauchte. Der Boss würde versuchen, ihnen vorne den Weg abzuschneiden und wir sollten es von links und von hinten versuchen. Al meinte, er und Julius würden von hinten angreifen und teilte den Rest von uns für die linke Seite ein. Perce klang ganz vorwurfsvoll, fragte mich, ob ich ihn unbedingt zu dieser Sache überreden musste. Ich bat ihn um Verzeihung. Hoffentlich war es die Sache wert. Perce zog sein Schwert, nahm es in eine Hand und hielt sich mit der anderen fest.

Dann kam der Karren in Sicht, mit einer ordentlichen Eskorte aus Leuten in Regenmänteln, mit Gewehren. Fünfzehn Leute. Über die Ladefläche war eine Plane gespannt. Sah schon verdächtig aus. Fünf Defias saßen zu Pferd. Al meinte noch leise, dass es vielleicht eine Falle war und wir immer wachsam sein sollten und abhauen sollten, wenn es brenzlich wurde. Ich hatte da ein ganz mieses Gefühl. Dann griffen die Desperados auch schon an und wir folgten ihnen. Was hätte ich da für einen Greifen gegeben. Die Defias reagierten rasch, der Wagen und die Reiter beschleunigten sich. Die acht Defias zu Fuß schossen sofort los. Zwei Desperados starben. Al befahl Keilformation, wir sollten die Schützen nieder reiten. Auch meinte Alvrim, ich sollte mich um den Fahrer des Karrens kümmern. So ritten wir nacheinander in die Schützen hinein, wobei ich rasch das Pferd herum riss, auf die Straße bog und die Verfolgung des Karrens aufnahm. Wir ritten die Schützen um, doch diese hatten eine Zweierreihe gebildet, fast wären uns welche entkommen. Erst Natter preschte in die Reihe und erledigte den Rest. Der Regen hörte endlich auf. Percy hielt sich mit Mühe und Not im Sattel. Ich bat ihn noch, mir ja nicht in den Nacken zu kotzen. Die Reiter der Defias feuerten nun ebenfalls, zwei weitere Desperados fielen aus dem Sattel. Fünf Defias zu Pferd, zwei auf dem Karren. Perce meinte, wir würden sie verlieren und klammerte sich an mich. Ja, der Wagen war schnell. Aber so leicht gab ich nicht auf, niemals. Al ermahnte Perce und mich, uns um die Kerle auf dem Karren zu kümmern. Julius erschlug einen der Reiter. Ich holte derweil den Karren ein, trieb das Pferd zu Höchstleistungen an. Die Zügel nahm ich in die linke Hand, mit der rechten nahm ich den Hammer und schlug nach dem Fahrer, verfehlte. Percy hatte da mehr Glück, schlug nach dem Bein des Kutschers und schlug es ab. Der Kutscher fiel vom Wagen und geriet unter die Räder. Der Beifahrer griff sich rasch die Zügel.

Natter stach eines der Pferde der Defias an, der Reiter verlor die Kontrolle und verließ die Formation. Am Horizont erschienen jedoch zehn Reiter der Defias und näherten sich rasch. Perce ermahnte mich, das Pferd ruhig zu halten, damit er erneut zuschlagen konnte. Ich meinte nur, dass ich mir Mühe gab, doch war es auch unglaublich schwer, sich auf so viele Dinge gleichzeitig zu konzentrieren. Der Karren bretterte weiter über die Straße. Wäre ich blind gefolgt, wäre ich in die zehn Reiter gekracht. Wir mussten ihnen ausweichen. Wir wichen nach rechts aus, Percy fluchte bei dem ganzen Geholper. Ich ritt nun rechts, leicht hinter dem Karren. Ich beschloss, aufs Ganze zu gehen. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt. Ich presste die Beine gegen den Pferderumpf, beugte mich runter und nahm die Zügel in den Mund, zog das Gewehr und wollte beim Reiten dreimal auf den Fahrer schießen. Doch ich verfehlte. Zu schwierig, beim Reiten zu schießen, bei dem Tempo. Hätte aber klappen können. Diesen einen Versuch wollte ich mir gönnen. Percy hatte Mühe, sich auf dem Pferd zu halten. Verständlich. Drei weitere Desperados wurden aus dem Sattel geschossen. Besser sie als wir. Der Karren ratterte weiter, auf eine Kurve zu. Die perfekte Möglichkeit, ihn abzufangen. Percy fluchte recht wild, verfluchte Alvrim und diesen Höllenritt generell. Die Defias feuerten auf uns, Al wurde am Arm erwischt, ritt jedoch zum Karren und schlug einem der beiden Pferde mit seinem magischen Schwert den Kopf ab. Der Körper blockierte den Wagen und endlich schien sich das Blatt zu unseren Gunsten zu wenden. Julius schlug dem anderen Pferd den Schädel ein. Der Karren bremste und der Kutscher flog nach vorne, auf die toten Tiere. Ich widmete mich nun den Reitern, wollte einem im Vorbeireiten den Schädel einschlagen, verfehlte jedoch und kassierte den Gewehrkolben ins Gesicht, wäre fast vom Sattel gefallen. Percy schlug dem Mann den Arm ab, er fiel zu Boden und geriet unter die Hufe. Einer der Defias-Reiter starb, aber auch zwei weitere Desperados.

Ich bat Julius, den Kutscher nicht entkommen zu lassen. Je weniger Zeugen, desto besser. Im Nachhinein aber glaube ich, dass zumindest einer von den Reitern entkam, als sein Pferd von Natter angestochen wurde und durchging. Al erschlug einen Reiter, Julius schlug dem Kutscher den Schädel ein. Ich griff einen der verbliebenen Reiter an, um ihm den Hammer auf den Kopf zu schmettern. Traf schon wieder nicht. Zwerge und Pferde passen wohl nicht zusammen. Percy zog seinen Schild. Auch Natter dezimierte die Reiter, während sich die Desperados und die Defias einen Schusswechsel lieferten und sich auf ihren Pferden umkreisten. Der letzte vom Geleitschutz des Wagens riss seinen Säbel hoch und schlug nach mir, doch Percy schützte mich mit seinem Schild, fiel nun aber doch vom Sattel. Al erwischte meinen Angreifer am Rücken und er verlor den Säbel. Julius widmete sich gemeinsam mit Natter den restlichen Reitern. Ich wollte meinen Gegner endlich den Hammer gegen den Kopf schmettern, traf sogar mal und er kippte aus dem Sattel. Noch sechs Reiter übrig. Percy suchte beim Wagen Deckung und sah nach, was unter der Plane war. Ich meinte zu Al, dass ich mein Pferd schon einmal an den Wagen spannen wollte, zwecks Rückzug. Al meinte aber, ich soll reiten, solange die noch schießen. Auf festem Boden konnte ich allerdings auch zurück schießen. Die Desperados verloren immer mehr Leute. Nur noch zehn waren noch übrig. Al, Julius und Natter griffen die Defias weiter an. Percy meinte derweil, dass die Kiste unter der Plane voller Gold war. Ich hatte mein Pferd fast gänzlich an die Kutsche gespannt. Für mich war es wichtig, dass der Überfall nicht auf uns oder auf die Bauern zurück verfolgt werden konnte. Al meinte, dass die Desperados da eine Menge Unsinn mit dem Gold machen konnte. Percy fragte nach Befehlen. Ja, möglicherweise sollten wir die Desperados ebenfalls aussschalten. Ich suchte ein zweites Pferd für den Karren. Als ich zurück kam, flüsterte mir Percy ins Ohr, sollte mich bereit halten, die Desperados auf Alvrims Zeichen hoch zu nehmen.

War dann natürlich die Frage, was wir mit der Frau machen würden, die wir als Pfand hatten. Die restlichen Defias wollten fliehen, doch die Desperados schossen sie nieder. Keine Überlebenden, sieht man von dem ab, der die Kontrolle über sein Pferd verlor. Vielleicht fiel er auch aus dem Sattel, brach sich etwas. Oder Natter hatte ihn doch irgendwie erwischt. Es war dunkel, unsere Wappenröcke kaum zu erkennen. Die Desperados kamen zu uns, feierten uns. Al stieg vom Pferd ab, nickte Julius zu. Auch der Boss sattelte ab und die Kerle glotzten auf das Gold. Alvrim gab dem Anführer der Desperados gratulierend die Hand, rammte ihm dann mit der anderen sein Schwert in den Magen. Das Zeichen für den Angriff. Die Desperados rasteten aus, Waffen wurden hoch gerissen. Julius erwischte zwei, einer davon lag noch jaulend am Boden. Auch ich schnappte mir einen dieser Halunken, schlug ihm direkt ins Gesicht, kaum das er aus dem Sattel stieg. Auch Percy griff zwei Reiter an, mit seiner knisternden Klinge hieb er sie in Stücke. Drei waren noch übrig, einer davon schwer verwundet. Ein Schuss zischte an mir vorbei, ich rannte dem Fliehenden hinterher, erwischte ihn jedoch einfach nicht. Al erledigte einen anderen. Percy schoss auf einen, verfehlte jedoch mit seiner Schrotflinte. Julius erwischte ihn und Natter erledigte den letzten. Was für ein Blutbad, war Julius' Bemerkung. Ja, ehrenhaft war der Abend nicht gewesen. Aber rentabel. Ich schnitt dem Boss der Desperados mit seinem eigenen Säbel den Kopf ab. 30 Goldstücke mehr. Al meinte, wir sollten die Pferde einsammeln und rasch verschwinden. Percy bat Al um Verzeihung, er hätte nicht zweifeln sollen. Die Banditen waren tot und das Gold war unser. Wir schnappten uns vier der herum streunenden Pferde und ich setzte mich auf den Karren, Percy an meiner Seite. Julius schlug vor, das Gold auf den verlassenen Hof der Fuchsteufel zu bringen und dort zu verstecken. So würde die Westfallbrigade keine Fragen stellen und die Bauern würden nicht da mit hinein gezogen werden. Al brachte den Schädel zur Späherkuppe, wollte einen Bericht nach Eisenschmiede schicken. Wir anderen ritten zum Hof der Fuchsteufel, passierten die Späherkuppe nur flüchtig und de Plane schützte den Karren vor neugierigen Blicken. Percy fragte mich, was ich dachte. Ich meinte nur, eine Pause von all dem Töten wäre schön. Percy meinte, Gold half, die Stiche in der Seele zu salben, dennoch war es ein Gemetzel. Traurig, dass es soweit kommen musste. Das war halt unser Auftrag, sagte Perce. Bis wir die Reißerbande hatten. Fragte mich, wo die wohl waren. Viele Verstecke gab es ja nicht mehr. Ich tippte auf den Leuchtturm. Beim Hof der Fuchsteufel versteckten wir das Gold in einem kleinen Schuppen. Dann teilten wir ein, wer die Kiste bewachen sollte. Ich hatte Glück und durfte schlafen gehen, für ein paar Stunden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 13. Dez 2012, 18:07 
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Donnerstag, der 25. Oktober

Nachtrag:

Haben uns einen Tag Ruhe gegönnt. Gestern mittag kehrten wir zum Bauernhof zurück. Was genau passiert ist und was wir gemacht haben, haben wir den Bauern allerdings verschwiegen. Heute nachmittag hat es mich ins Freie gezogen. Alvrim war auch draussen, hab ihn gefragt, ob alles in Ordnung ist. Amüsiert mich immer, ihn oder Percy ohne Rüstung zu sehen. Finde, das ist viel zu riskant, wo doch dauernd Banditen auftauchen könnten. Aber vielleicht spinn ich nur rum. Kam auch ein neues Mitglied dazu, Cyrtes Loren. Wohl aus dem Arathi-Hochland. Trug ne rote Rüstung. Hieß ihn willkommen, doch er schien echt nen Stock im Arsch zu haben, beklagte sich, dass es bisher nicht viel zu tun gab. Percy kam dann auch nach draussen. Alvrim hatte sich mit dem Mitglied der Desperados unterhalten, die wir noch als Pfand hatten. Scheinbar waren die Reißer an der Westküste an Land gegangen, außerdem hat das Mädel noch erzählt, dass die Hakenzähne nach dem Auftauchen der Reißer richtig abgingen, hätten mit Kanonen alle kleineren Banden bis zum Defias-Bereich zerrissen. Klingt nicht nach Zufall. Scheinbar steckten beide Banden unter einer Decke. Das es Bündnisse gab, war vorher schon klar. Immerhin wollten die Desperados mit den Fuchsteufeln paktieren. Wenn alle restlichen Banden unter einer Decke stecken würden, wären wir gelinde gesagt am Arsch. Allerdings hatten wir bisher Glück. Percy gab zu bedenken, dass es noch Bertlings Söldner gab, die Banditengilde und die Hakenzähne. Es galt also, Muhbrag, den Oger, der sich dem Bund verpflichtet fühlte, zu finden und sich dann um die Söldner und Banditen zu kümmern. Möglicherweise konnte man die Söldner gar auf unsere Seite ziehen. Percy meinte, es sähe haarig aus, wäre aber alles zu schaffen. Da gab ich ihm Recht. Bisher hatten wir es auch ganz gut gelöst, ohne Hilfe der Westfallbrigade. Rückzug oder Abbruch waren keine Optionen. Wir mussten es zuende bringen. Die Hakenzahnbande war wohl der letzte, große Stolperstein vor den Reißern. Wie konnte man die aushebeln? Wir hatten ja noch mehr als genug Granaten und Sprengsätze. Doch ohne Aufklärung konnte das Selbstmord sein. Vielleicht wusste ja die Banditengilde und die Söldner von Bertling noch mehr, meinte Alvrim.

Loren schlug vor, sich bei den Banden einzuschleusen, da er als neuer Rekrut bisher noch nicht dem Dämmersturm zugeschrieben wurde. Er würde dann spionieren und die Kanonen sabotieren. Ich meinte, das sei zu riskant. Bertlings Söldner und die Westfallbrigade wären da die naheliegendste Hilfe, meinte ich. Alvrim versprach, über Loren's Idee nachzudenken. Percy hatte auch einen Vorschlag: Bei so vielen Kanonen musste es einen toten Winkel geben. Diesen mussten wir finden und ausnutzen. Percy vermutete, der Strand sei dieser tote Winkel, der von den Kanonen nicht abgedeckt wurde. Ich schlug vor, dass jemand spähen könnte. Natter oder ich. Al meinte, dass die Küste auch nur so von Murlocs wimmelte. Er meinte, zuerst würde man sich um die naheliegenden Dinge kümmern. Er meinte aber, er würde sich Percy's Gedanken merken. Mit der Brigade und den Söldnern ließe sich ja ne brauchbare Streitmacht aufstellen, meinte ich. Wir konnten von Glück sagen, bereits einige Infos zu haben und nicht blind ins Verderben zu laufen. Das Ende war in Sicht, meinte Percy. Wurde auch Zeit. Ich zückte mein Gewehr und verzog mich wieder aufs Dach. Auch heute gönnten wir uns noch etwas Ruhe. Der große Sturm würde noch kommen. Und so konnte ich den Leuten beim Hof meine Lektionen immer und immer wieder eintrichtern.

Freitag, der 26. Oktober

Nachtrag:

Dafür, das Westfall meist wie eine staubtrockene Ödnis aussah, regnete es momentan ziemlich oft. Musste an der Jahreszeit liegen. Der Herbst war da. Ich bemerkte, wie Natter, die am Brunnen stand, plötzlich in die Knie ging und sich am Brunnen festhielt. Percy sah es auch. Ich fragte, ob alles in Ordnung war. War Natter verwundet worden? Sie machte nicht den Anschein. Langsam stand sie wieder auf. Loren kam auch zu uns, während wir durch die Tür ins Freie starrten. Meinte, wir würden die Tür blockieren. Percy meinte, er sei Regen nicht gewohnt. Kapierte ich nicht so recht. Bin mal gespannt, seine Geschichte zu hören, woher er eigentlich kommt. Natter nickte mir zu und ich könnte schwören, ich hab kurz schattenhafte Schlieren um sie herum gesehen, wie damals, als sie ihren verrückten Dolch noch hatte. Das würde ich mit Alvrim und besonders mit Ingo diskuttieren müssen. Haben uns dann draussen versammelt. Alvrim hoffte, dass Bertlings Söldner sich anheuern ließen. Doch mit denen und Muhbrag, dem Oger, würden wir wohl nicht mehr so wirklich bei der Brigade antanzen können. Ich fragte, was wir machen würden, wenn die Söldner bereits auf der Lohnliste der Hakenzähne oder Reißer standen. Julius kam zurück, vom Versteck unserer Goldkiste. Barbas hatte ihn abgelöst. Al meinte, dass wir zumindest Infos von den Söldnern kriegen würden, ehe wir sie platt machen würden. Aber vielleicht hatten wir ja Glück und Verstärkung in Form der Söldner und dem Oger war wichtig. Julius fragte, wie wir mit der Banditengilde verfahren sollten. Al meinte, dass die Banditengilde wohl wussten, was für Ärger bei den Hakenzähnen und den Reißern auf sie wartete. Ich meinte, dass die sich vielleicht benutzen ließen, am Ende aber auch nur Banditen wären und der Kopf ihres Chefs Gold einbringen würde. Nicht gerade nett, solche Gedanken. Aber es war ja die Wahrheit.

Al meinte, dass Gold nicht mehr unsere Hauptsorge war. Wir hatten bereits einiges an Gold zusammen. Er meinte, wir sollten uns fertig machen, würden Kollegen besuchen. Auf Julius' Frage, ob wir die Pferde nehmen würden, bejahte Alvrim. Ich nahm wieder Percy mit. Der Ritt nahm nicht allzu viel Zeit in Anspruch und schnell erreichten wir das Lager der Söldner. Eine Standarte stand vor einem größeren Zelt, um ein Lagerfeuer herum standen Matten, Kisten und anderer Krempel. Trotz des schlechten Wetters tummelten sich grimmige Gestalten in dem Lager, trainierten, tranken, laberten. Dann bemerkten sie uns. Alvrim signalisierte uns, anzuhalten und er selber stieg vom Pferd. Bertlings Söldner waren nicht besonders freundlich. Kein Wunder, wir waren ja auch Konkurrenz. Alvrim teilte ihnen mit, dass wir an einer Zusammenarbeit interessiert waren. Sie gaben ihrem Anführer Bescheid. Bertling war ein etwas pummeliger, hoch gewachsener Mann mit langen, dunklen Haaren. Er trug eine mächtige Streitaxt und eine Lederrüstung. Er meinte, seine Bande diene denen, die Gold hätten. Er fragte, ob wir Gold haben. Alvrim meinte, am Gold sollte es nicht liegen, wenn sie gute Arbeit leisteten und vielleicht würde sogar etwas mehr für sie raus springen. Bertling verlangte 200 Goldmünzen. Er fragte, ob es um die Banditengilde ging, er hätte schon lange drauf gewartet, dass ihn jemand bezahlte, diese Nervensägen zu beseitigen. Al meinte, dass das Ziel die Hakenzähne seien. Nun wollte Bertling 250 Goldstücke haben, da er sicher war, Männer zu verlieren. Mit denen sei nicht zu spaßen, meinte er. Mit seiner Truppe natürlich auch nicht. Natürlich wollte Alvrim verhandeln: 200 und 30% der Beute. Langsam hörte es auf, zu regnen und der Himmel klärte auf. Nun fragte Bertling, wer wir eigentlich waren und Alvrim stellte uns als Söldnerbund Dämmersturm vor. Die Anspannung wuchs. Ich hatte meine Hand nie weit vom Gewehr entfernt.

Bertling wusste, dass wir die aufständischen Minenarbeiter beseitigt hatten, ebenso die Fuchsteufel und die Desperados. Er hatte Angst, wir würden seine Truppe als Kanonenfutter benutzen. Naja, teilweise war das ja unsere Absicht. Alvrim umschrieb es jedoch sehr clever: Wir hatten einen Auftrag zu erfüllen und die Hakenzähne waren für uns zu viele und für Bertlings Bande zu viele. Gemeinsam war es jedoch möglich. Außerdem meinte Al, dass wir kaum groß verhandeln würden, wenn wir vorhätten, sie als Kanonenfutter zu verheizen. Bertling war einverstanden. Wir sollten einfach Bescheid geben. Alvrim meinte, Bertling sollte seine Truppe einfach bereit halten, es würde bald soweit sein. Er stieg wieder auf seinen Gaul. Um Muhbrag zu holen mussten wir einen Umweg machen. Julius fragte, wohin es nun ginge. Al meinte, gen Westen. Der Umweg war nötig, damit wir nicht ins Feindesgebiet kamen. So ritten wir über die Ebenen, vorbei am rasenden Schlund, dessen Krach beinah alles übertönte. Zum Glück war nichts Auffälliges zu sehen. Wir kamen zu einer Schlucht, die an der Küste began und zu einem verlassenen Steinbruch führte. Dort hauste der Oger. Julius bemerkte, dass die Murlocs sich fern hielten. Wohl aus Angst vor dem Oger. Al stieg vom Pferd und sah sich mit seinem Fernrohr um. An einer nahen Baumgruppe banden wir unsere Pferde fest. Julius und Cyrtes Loren machten sich derweil bekannt. Percy sah recht überrascht zum Ozean. Er war völlig fasziniert. Sowas hatte er wohl noch nie gesehen. Was die Auswahlmöglichkeiten seiner Herkunft ziemlich einschränkt. Als ich ihn fragte, meinte er aber, er würde mir alles erzählen, wenn wir fertig waren in Westfall. Gestrüpp verhinderte einen guten Blick auf die Höhle. Wir folgten Percy, der fasziniert zum Strand gegangen war und machten uns dann auf den Weg in die Schlucht. Es war recht steil, runter zum Sand, doch bot dies auch eine gute Möglichkeit, sich später vielleicht an die Hakenzähne anzuschleichen. Außerdem war der Weg vom Strand aus besser, als zur Mine hinab zu klettern.

Wir alle sahen uns immer wachsam um, ich hielt die Flinte stets schussbereit in den Händen. Der Eingang sah brüchig aus, als sei die Mine einmal eingestürzt und wieder frei geräumt worden. Und recht schnell fanden wir Knochen auf dem Boden. Percy hatte seine Flinte gezogen, die anderen hatten Fackeln dabei. Natter blieb draussen, beim Eingang. Ich vermute, es ging ihr noch immer nicht gut. Was waren das für Schlieren, die ich da gesehen hab? Ich dachte, der Dolch wäre zerstört und das Problem gelöst. Der Steinbruch war voller Murloc-Knochen. Klar, Oger hatten eine Vorliebe für Fleisch. Eigentlich aßen sie so gut wie alles. Wir drangen tiefer in die Höhle vor und irgendwann hörten wir ein ziemlich lautes Schnarchen. Wir näherten uns der Quelle des Geräuschs, bis irgendwann ein riesiger Bauch in der Dunkelheit zu sehen war. Muhbrag pennte auf einer dicken, dreckigen Matte, neben sich ein riesiger Holzhammer. Auch hier lagen zahlreiche Murloc-Knochen. Er trug eine Rüstung aus aneinander gereihten Knochen und einen selbst gebastelten Wapppenrock, wo er grob das Zeichen des Dämmersturms drauf gemalt hatte. Cyrtes meinte, wir sollten ihm den Hals durchschneiden, solange er noch schliefe. Al meinte nur, dass seine Meinung nicht gefragt war. Der junge Kämpfer aus dem Arathihochland ging ihm gewaltig auf den Senkel. Wir waren nicht hier, um den Oger zu töten. Muhbrag wachte auf, drehte den Kopf und fixierte uns. Er wollte wissen, wer wir waren. Al meinte nur, er solle mal auf sein Wappen gucken und dann auf unsere. Al zeigte ihm seinen Wappenrock im Fackellicht. Muhbrag blieb liegen, fragte, wo der "rote Bartmensch" war. Er meinte Rarnulf. Rarnulf und Muhbrag hatten wohl eine gemeinsame Vergangenheit. Rarnulf war der Grund, warum der Oger glaubte, zum Bund zu gehören. Al meinte, der rote Bartmensch sei in Eisenschmiede, wir würden ihm jedoch helfen, wenn er Lust auf ne schöne Keilerei hätte. Er meinte, wenn er die Schnauze voll von Langeweile hätte, könnte er mit uns ein paar Schädel einschlagen.

Ich selber versuchte, Rarnulf zu imitieren. Rauer Befehlston. Ich meinte, Hälse brechen sich nicht von alleine. Meinte, wir hatten reichlich Hälse zu brechen, würden Muhbrag doch nie vergessen und hätten da gleich an ihn gedacht. Alvrim versuchte, ihn an die Zugehörigkeit zum Dämmersturm zu erinnern. Tja... Wie redete man denn vernünftig mit einem Oger? Muhbrag sprach davon, wie er einmal einen Mann gegessen habe, der meinte, er habe Rezession, weil er so traurig sei. Ich meinte, ne gute Prügelei hilft da. Al erklärte ihm, dass er ne Depression habe, weil er sich hier in der Höhle so langweile. Muhbrag setzte sich langsam auf. Dauerte zwei Minuten, weil er so fett war. Muhbrag meinte, er wolle nicht in dieser Höhle vermodern. Cyrtes meinte, wenn man solche Oger auch in Arathi hätte, hätten sie ihr Land schon längst wieder. Alvrim versuchte, an den Kampfgeist des Ogers zu appelieren. Ich meinte, es sei Zeit zu moschen und fragte, ob er nicht will und wir ihn schlafen lassen sollen. Muhbrag hatte aber Angst, dass wir ihn erneut alleine lassen würden. Muhbrag meinte, dass er nicht mehr schlafen wolle, dass er tot sein würde, wenn er weiter schlief. Ich denke, der Große war wirklich nicht gerne alleine. Er tat mir richtig leid. Ich meinte, dass er doch unser Ehrenmitglied sei und wir ihn bräuchten. Ich meinte, wenn er länger herum säße, würden die Leute abhauen, die wir verkloppen wollten. Muhbrag meinte, dass er mitkommen würde und froh war, dass wir da seien. Aber das er auch nicht mehr alleine sein wollte. Mühsam erhob er sich und schnappte sich seinen Hammer. Ich meinte, er brauchte nur öfters mal Besuch und etwas zu tun. War machbar. Dann furzte der Oger so laut, dass die ganze Höhle dröhnte. Der Geruch war... furchtbar. Ich rülpste, fragte ihn, ob wir uns nun verstanden und er mitkommen würde. Muhbrag meinte, dass ihm Murlocs nicht bekamen, er aber die Höhle nie zu weit verlassen wollte, weil er Angst hatte, wir würden ihn nicht mehr finden. Echt herzzerreissend. Dann kam er an und knuddelte Alvrim, Percy und mich. Echt niedlich, für einen fetten, potthässlichen Oger. Ich knuddelte ihn auch zurück, so feste ich konnte.

Wir verließen die Höhle. Muhbrag fragte noch, ob wir seine Wohnung nicht mochten. Meinte nur, dass sie toll war, aber draussen an der Frischen Luft würde er munter werden und da wartete ja auch die Keilerei. Haben uns aber verlaufen, Muhbrag zeigte uns den Ausgang und wir lobten ihn. Alvrim löschte seine Fackel und fragte Natter, ob sie etwas Auffälliges gesehen habe. Hatte sie nicht. Alvrim meinte, wir könnten ja noch bei der Banditengilde vorbei schauen um zu gucken, was die von unseren "Argumenten" hielten. Ich meinte zu Muhbrag, dass Alvrim eigentlich davon sprach, denen Backpfeifen zu verpassen. Julius sprach kurz davon, dass Berlings Leute ja nicht gut auf die Banditengilde zu sprechen war. Er glaubte wohl, Al wollte die Banditen auch noch überreden. Allerdings meinte Al genau das, was ich dachte: Backpfeifen austeilen. Al meinte, dass wir vielleicht auch Hakenzahngebiet passieren würden und Wachposten sofort töten mussten. Cyrtes, Percy und Julius meinten aber, wir würden wegen Muhbrag auffallen, Alvrim jedoch hielt an seiner Meinung fest. Die Hakenzähne konnten ja nicht überall sein. Wir verließen die Schlucht, aber nicht rechts entlang, zurück zu den Pferden, sondern links entlang, wo das Hakenzahn-Gebiet begann. Ich eilte voraus, sah in der Ferne auch Gestalten. Das Feld war offen. Man würde uns wahrscheinlich sehen. Ich kehrte zurück zu den anderen und meinte, dass da einfach kein Durchkommen war, die Gegend zu offen. Für später war aber vielleicht noch wichtig, dass die Klippe in Richtung Meer nicht bewacht wurde. Also kehrten wir zu unseren Pferden zurück. Ich meinte leise zu Alvrim, dass Natter nur noch schnetzelte, Befehle verweigerte und undiszipliniert war. Der Chef sollte sie raus werfen. Wir stiegen auf unsere Pferde und machten uns auf eine lange Nacht gefasst. Der Mond war bereits aufgegangen. Muhbrag stiefelte uns nach und ich entschuldigte mich, dass wir kein Pferd hatten, das groß genug für ihn war. Muhbrag nahm es gelassen, er meinte, die Fitness war gut, wegen seinem Bauch.

Ich fragte Percy, der wieder hinter mir saß, woher er eigentlich kam. Erneut meinte er, dass er mir das später sagen würde. Er klopfte mir auf die Schulter, fasste meine Neugier also nicht böse auf. Cyrtes und Julius betrieben Small-Talk, während wir langsam daher trabten. Es ging wohl um die Gefährlichkeit von Ogern. Muhbrag meinte dazu nur, dass er eben speziell war. Alvrim und ich eilten vorsichtig zum Hügel, hinter dem das Lager der Banditengilde sein müsste. Al spähte mit Fernrohr, ich mit dem Zielfernrohr meines Gewehrs. Vom Hügel aus würde ich prima Feuerschutz geben können. Im Schatten des Hügels lag das Banditenlager. Diese jedoch waren anders. Trugen sogar Wappenröcke. Blaue Säbel auf gelbem Grund. Sie hatten sogar Patrouillen. Es waren in etwa sechzehn Banditen. Und wir waren nur zu siebt. Die Hälfte der Banditen schlief zum Glück. Ich meinte nur, dass ich die Sprengsätze hätte rund machen sollen, damit ich einen schön ins Lager kullern lassen könnte. Zwei Vierer-Gruppen schlenderten um das Lager herum. Die anderen waren im Lager und ruhten sich aus. Al und ich kehrten zu den anderen zurück. Al meinte, dass die Sache schnell gehen musste, um ihnen keine Zeit zu geben, sich zu formieren. Wollte vorschlagen, ein Pferd mit einem Sprengsatz ins Lager zu schicken, doch Al fand die Idee nicht so gut. Julius gab zu bedenken, dass es mit Muhbrag eh laut werden würde. Perce, Muhbrag und Natter sollten vom Hügel aus angreifen, Alvrim, Julius und ich würden die Patrouillen umreiten. Loren meinte, er habe nie vom Pferd aus gekämpft. Julius und Alvrim ritten eine der Patrouillen um. Nur einer konnte knapp beiseite springen. Ich ritt zwei um, Cyrtes einen dritten, der gerade schießen konnte. Auch bei uns entkam nur ein Mann. Nun war das Lager in Aufruhr. Auch Percy, Natter und Muhbrag griffen nun an. Die überlebenden Banditen retteten sich ins Lager. Kurz herrschte Chaos. Dann kam ihr Anführer aus dem Zelt, in einer Uniform eines Generals der Westfallbrigade. Nur die Heraldik hatte er entfernt. Später erfuhren wir, dass er als Franz-Karl Siegesfaust bekannt war. Er schrie seinen Leuten zu, sich zu formieren, ein Quadrat zu bilden und uns von den Pferden zu holen. Al schrie zu, dass wir uns sammeln sollten, für einen weiteren Angriff. Ich zögerte. Gerne hätte ich einfach ins Lager geschossen, doch damit hätte ich Percy, Natter und Muhbrag gefährdet, sobald sie sich im Nahkampf befunden hätten. Also ritt ich mürrisch weiter, gen Al und Julius. Wäre gerne oben auf dem Hügel geblieben, wegen Feuerschutz.

Ich bat um Erlaubnis, unsere Pferde an einen Baum zu binden, hätte die Penner gerne mit dem Gewehr ausgedünnt. Natürlich weiß ich jetzt, dass das Niederreiten viel effektiver war. Al meinte, dass es NACH dem Reiten in den Nahkampf ging, in meinem Fall in den Fernkampf. Percy war bereits im Lager und am drauf dreschen. Natter folgte relativ langsam. Die Banditen hatten es tatsächlich geschafft, Formation einzunehmen, obwohl Percy bereits einen erschlagen war und direkt bei ihnen war. Nun schossen sie mit ihren Vorderladern auf uns. Julius, Alvrim und ich wurden verfehlt. Muhbrag kassierte einige Treffer, doch seine Knochenrüstung hielt. Julius ritt in die Banditen hinein, brüllte Alvrims Nachnamen als Schlachtruf. Loyalität oder Schmeichelei? Schwer zu sagen. Manche Kommentare von ihm wirken doch wie Stichelei. Vielleicht ist er sauer, weil er die Wahl verlor. Alvrim folgte ihm, aber sorgsam darauf bedacht, Percy nicht mit zu erwischen. Julius erwischte zwei der Banditen, ich ritt ebenfalls in die Meute rein und bat Al und Julius um die Zügel. Ich ritt einen der Männer zu Tode. Loren umrundete das Lager, ehe er auch hinein ritt. Auch Natter metzelte nun unter den Banditen. Einige Banditen fanden tatsächlich den Mut, Muhbrag anzugreifen. Alvrim wurde vom Pferd runter gedroschen und übel erwischt. Siegesfaust versuchte verzweifelt, die Moral seiner Leute aufrecht zu erhalten. Julius sprang vom Pferd, um Al zu schützen. Ich bremste, wendete nach links und sprang nach rechts weg vom Pferd, richtete mein Gewehr auf Siegesfaust und eröffnete das Feuer. Zwei Schüsse trafen. Blut spuckend taumelte er nach hinten und schrie um Hilfe. Loren ritt auf ihn zu und schlug ihm den Kopf ab. Percy schlug einen nieder, ließ ihn jedoch am Leben. Muhbrag riss das Zelt mitten im Lager um. Der Kampf war erbittert, doch die Banditen hatte keine Chance mehr. Nur Alvrim hatte einiges abbekommen. Ich sammelte die Pferde von Alvrim, Julius und mir ein und lobte Loren. Dafür, dass er nie vom Pferd aus gekämpft hatte, war das gute Arbeit gewesen.

Percy hatte einen am Leben gelassen, fesselte ihn nun. Nützlich, denn wir würden ihn verhören können. Siegesfausts Kopf bedeutete weiteres Gold für uns. Muhbrag plünderte den Planwagen im Lager und stopfte sich die Vorräte rein. Ich lobte Muhbrag für seine gute Arbeit. Geld fanden wir wenig im Lager. Die Banditengilde war trotz ihrer Disziplin wohl wenig erfolgreich gewesen. Al fand das Tagebuch des Banditenhauptmanns. Ich sollte den Gefangenen befragen und ihn gemeinsam mit Cyrtes und dem Kopf zur Späherkuppe bringen. Auf dem Rückweg sollte ich Bertling informieren. Ich schlug vor, zum Hof zurück kehren. Würde den Bauern schon erklären, dass Muhbrag okay war. Er konnte ja im Stall pennen. Muhbrag meinte, er verstehe nicht, was Menschen an Stroh so toll finden. Fragte ihn, ob er es nicht weich möge, da meinte er, er bräuche es nicht weich, weil er selber weich ist. Al meinte, wir sollten hier bleiben, und die Bauern nicht mit in die Sache hinein ziehen. Julius schlug vor, die Leichen weg zu schaffen und das Lager vorerst für uns zu benutzen. Jemand würde vom Hügel aus prima Wache halten können. Ich fragte den Gefangenen nach Truppenbewegungen der Defias, fragte nach der Hakenzahnbande und ihren Vorgehen gegen andere Banden. Eher beiläufig erwähnte ich nen Typen namens Reißer, um zu gucken, ob da eine Reaktion drauf folgt.

Siegesfaust schmiedete schon seit Wochen Pläne gegen die Hakenzahnbande, es fehlte jedoch an Geld und Pferden, um diese umzusetzen. Er meinte, sie wollten schnell handeln, weil "Kopfgeldjäger" aus dem Norden unterwegs waren. Defiasbewegungen hatten sie keine gesehen. Eine Reißerbande kannte der Gefangene nicht, er wusste nur, dass irgendwelche Fremden vor einer Weile an der Südwestküste auftauchten und Geschäfte mit der Hakenzahnbande am Laufen haben. Die Banditengilde wurde vor einer Weile böse von den Hakenzähnen dezimiert. Es schien, als hätte ich mit der Vermutung Recht, dass die Reißer beim Leuchtturm waren. Waren nur noch die Hakenzähne im Weg.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 8. Jan 2013, 19:43 
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Sonntag, der 28. Oktober

Nachtrag:

Samtag haben wir sehr lange geschlafen. War ja auch eine anstrengende Nacht gewesen. Haben beschlossen, einen Tag zu warten. Alvrim wurde einigermaßen zusammen geflickt. Gegen Abend sind Alvrim und Julius aufgebrochen, um ein wenig zu spähen. Heute, am Nachmittag kamen beide zurück. Habe sie sofort gefragt, ob sie etwas gesehen haben. Die beiden waren auf Schatzsuche. Der Chef der Banditengilde hatte wohl irgendwo Gold deponiert und die Lage in seinem Tagebuch fest gehalten. Al nahm eine Geldkassette aus der Satteltasche. Ich meinte nur, dass man sich von mehr Geld umso mehr Bier kaufen konnte. Julius machte sich ans Zählen. Al meinte, dass Julius als Baroness von Gnollstein oder alternativ als Gnollmeister bekannt sein würde. Offenbar kam es zu einem Kampf mit Gnollen, vermute ich einfach mal. Oder Al hat einfach nur Lust, sich über Julius lustig zu machen. Ich meinte nur, dass mir solche Bezeichnungen zu lang sind und ich bei "Julius" oder "Baroness" bleibe. Al meinte noch scherzhaft, er sei verliebt, ehe er ernst wurde und mich fragte, was ich vom Gefangenen raus bekommen habe. Hab es ihm erzählt. Nachdem ich meinte, dass Sua von seinem Uferwechsel nicht begeistert sein wird. Zu meinen Schilderungen über die "Fremden" im Südwesten zückte Alvrim das Tagebuch von Siegesfaust. Vier Kanonen, an zwei Stellen. Gen Osten gerichtet. 50 Mann. Die Hakenzähne waren in der Tat mächtig. Plan der Banditen war es, die Besatzung der Kanonen bei Nacht und Nebel von Westen her umzureiten. Immerhin war die Küste - wie ich schon sah - recht ungesichert. Man würde die Kanonen somit vom Feuern abhalten. Schiffskanonen. Dauerte, die auszurichten. Die Idee der Banditengilde war nicht schlecht. Die Banditen hatten schon Disziplin. Möglicherweise konnten wir den Plan erfolgreich umsetzen, gemeinsam mit Bertlings Söldnern. Immerhin hatten wir ja genug Leute und Pferde. Ironischerweise stand im Tagebuch, dass die Banditen Bertling anheuern wollte, um UNS fertig zu machen. Ich schlug vor, dass eine Aufteilung unserer Ressourcen vielleicht sinnvoll wäre. Die offene, relativ ungedeckte Küste war angreifbar. Alvrim meinte, dass wir uns bei Nacht und Nebel um die Kanonen kümmern würden und sobald diese gesichert waren, würden Bertlings Jungs auch ins Spiel kommen und von Osten her angreifen. Ich meinte noch einmal, dass die Reißer wohl beim Leuchtturm waren, wunderte mich aber sehr, warum die Hakenzähne Kanonen hatten. Sicher ging es um Schutz. Die mussten interessante Geschäfte machen, wenn die Reißer trotz der Kanonen der Hakenzähne nicht zerschlagen wurden.

Wir aßen ein wenig. Al aß etwas Brot, ich futterte Bohnensuppe. Ich schlug scherzhaft vor, wir sollten uns unser Schiff aus Sturmwind holen, kurz um die Küste herum segeln und erst die Hakenzähne und dann die Reißer weg pusten. Al grinste nur, meinte aber, dass die Brigade ein Piratenschiff nicht so toll finden würde. Ich meinte, dass sei egal, solange es ordentlich rummste und die Sache dann erledigt war. Versicherte Al aber sofort, dasss ich nur Spaß gemacht habe. Al witzelte, ich könnte ja eine Zweitausbildung zum Piraten machen, sobald ich beim Anblick von Wasser nicht mehr über die Reling kotzen müsse. Ich meinte, dass ich aber Nachtelfenmasseur werden würde. Als er aber meinte, er hätte nie gedacht, dass ich SO einer wäre, musste ich betonen, dass ich von Nachtelfinnen sprach. Haben herzhaft gelacht, hab aber gesehen, wie er sich an die Rippen gegriffen hat. Er hatte wohl noch immer Schmerzen. Hoffte, er würde durchhalten. Würde ja auf ihn aufpassen. Er zog sich den Harnisch aus und ich meinte, er würde es überleben. Da meinte er, zu unserem Pech. Da hab ich ihn mit Bohnen beworfen. Er meinte, er habe Angst vor den Tönen und Gerüchen am Abend, bezog sich auf meinen Bohneneintopf. Ich meinte, dass die bei der Späherkuppe denken würden, hier ginge eine Manabombe wie in Theramore hoch. Al meinte, Makaber wäre bald mein zweiter Vorname. Ich entgegnete, dass Humor doch etwas feines war. Half, die harten Zeiten zu überstehen. Al meinte, dass wir eben wenig zu lachen hatten, da half Galgenhumor. Wobei es momentan natürlich ganz gut lief, bisher. Ich meinte, dass wirs schon ziemlich drauf hatten, ohne arrogant klingen zu wollen. Hab mir meine Pfeife angezündet. Al fragte, ob ich ein Auge auf Percy hätte. Meine, natürlich. Fragte aber, warum. Ich meinte, dass Percy Gewalt eben hasste und dass ich es ihm nicht übel nahm, dass er auf mich los ging, als ich den Bengel erschossen habe. Ich meinte, dass wir gut zurecht kamen und dass ich ihn für sehr loyal hielt. Einige trauten ihm wohl nicht so ganz. Al meinte, Percy würde sich entscheiden müssen, genau wie ich. Nach dem Auftrag würde er mich vorschlagen. Ich meinte, ich würde es drauf ankommen lassen

Al meinte, dass er von Percys Loyalität überzeugt war, dass man sich Ehre aber manchmal nicht leisten konnte, als Söldner. Er meinte, er würde einen Feind lieber nachts in den Rücken stechen als am Tag in eine Mauer aus Schwertern und Schilden zu eilen. Er meinte, Ehre und Moral würde Percy als Söldner nicht finden. Aber eine Menge Tod und Gewalt. Ich meinte, dass Ehre im Krieg teilweise einfach nichtig wurde und dass Percy wohl nicht ewig bei uns bleiben würde. Meinte, dass man aber auch gute Kameraden fand und warf noch ne Bohne nach Alvrims Haaren. Ich meinte, dass ich daheim mit Ingo über Natter reden musste. Al meinte, dass Söldner teilweise eben Einzelgänger waren, hakte dann aber nach. Ich meinte, sie gefällt mir nicht. Und was ich hier in Westfall so von ihr sah. Al meinte, wenn ich sie vor 2 Jahren gesehen hätte, würde sie mir heute wesentlich besser gefallen. Schwer zu glauben, dass sie einmal schlimmer drauf war. Meinte aber, es sei schlimm, wie sie teilweise Befehle ignorierte und erzählte Alvrim auch, dass ich glaubte, die Sache mit dem Dolch sei noch nicht gegessen. Er fragte, ob ich den Leidensdorn meinte und ich nickte, erzählte ihm von dem, was ich beim Brunnen gesehen habe. Al meinte, dass war gut zu wissen und auch er würde nachhaken. Ich meinte, er solle vorsichtig sein. Sollte Natter ruhig unvorsichtig werden, damit auch andere sahen, dass etwas nicht mit ihr stimmte. Meinte, dass Ingo mir sagte, ich solle die Augen aufhalten. Ich hielt Natter für eine Gefahr. Al meinte, er würde nachts, wenn alle schliefen mit Natter reden und kämpfen. Wohl, damit ihr Blutdurst gestillt wurde. Al dankte mir für die Informationen. Aber ich machte mir nur umso mehr Sorgen. Al meinte, er machte es, um zu gucken, wie klar sie noch im Kopf war. Ich meinte, sie war mir ein Rätsel. Nach der Sache mit dem Jungen klang sie fast aufmunternd, ein Tag später war sie wieder ganz anders. Ich meinte, wenn sie den Bund nicht hätte, würde sie wohl früher oder später als Massenmörderin enden.

Al meinte, dass sie ohne den Bund nie so extrem geworden wäre. Er meinte, ich wisse nicht, was mit den Todgeweihten so gemacht wurde, was es damit auf sich hatte. Sie waren Werkzeuge, Kanonenfutter. Al meinte, dort wo Natter her kam - wo er selber her kam - wären alle so. So oder tot. Ich brummte, meinte, es sei nicht gut, so wie sie war. Al meinte, dass es nicht gut war, aber auch nicht zu ändern wäre. Er wäre oft selber bei den Todgeweihten gelandet. Es sei nicht zu ändern. Ich meinte nur "Abwarten". Ich würde mir von Natter nicht auf der Nase rum tanzen lassen. Auch wenn es dann ein böses Ende nahm. Ich lischte meine Pfeife, erhob mich und wollte mich auf dem Hügel auf die Lauer legen, um die Hakenzähne zu beobachten. Al meinte, ich solle mich ausruhen. Ging dann ins Zelt, bat Alvrim aber, sich auch auszuruhen.

Montag, der 29. Oktober

Nachtrag:

Am Nachmittag des nächstes Tages tauchte Rethorn plötzlich in unserem Lager auf. Hatte der Kommandant ihn als Verstärkung hinter her geschickt? Dabei hieß es, er hätte sich den Arm gebrochen, bei einem Fallschirmsprung über einem kleinen Dorf namens Kurlsgart. Bekam das nur so am Rande mit. Reth meinte, dem Arm ging es wieder gut. Er und Ingo hätten eine Kleinigkeit von den Untoten im Dämmerwald besorgt. Jetzt war ich aber verwirrt. Wovon sprach der? Ich meinte, er sollte bei so Kleinigkeiten vorsichtig sein, könne böse enden. Bezog mich dabei auf Natters Dolch. Wir setzten uns auf den Karren im Lager. Er wollte mit mir über diese Kleinigkeit reden. Ich fragte, worum es denn ginge. Er zeigte mir eine Schale und meinte, damit könne man eine Waffenkammer voller Echtsilberwaffen- und Rüstungen öffnen. Er meinte, die Schale sei der Tiegel der Wahrheit, ein Artefakt der Silberhand. Da musste ich schon beeindruckt pfeifen. Da meinte Rethorn, die Kammer sei allerdings in Stratholme, oben in Lordaeron. In den Pestländern. Er wollte mit Ingo, Bonniy und zwei weiteren da hoch. Ich fragte, ob er meinte, es sei die Sache wert. Er meinte, dass wohl für jeden was drinne sein würde. Alvrim kam dann auch dazu. War total perplex, das Reth da war und wollte wissen, wie er uns gefunden hatte. Reth fragte, ob er Al nun Rottenmeister nennen sollte. Ob Reth sauer war? Weil er die Wahl verloren hatte? Jedenfalls meinte ich zu Rethorn, dass ich gern dabei wäre, aber erstmal hieß es, die Sache hier in Westfall zu beenden. Eine Reise nach Lordaeron... würde dauern. Reth war wohl den Leichen gefolgt und den Kampfspuren. Er begann, auch Alvrim von der Kammer in Stratholme zu erzählen. Reth bat mich, Ragnari nichts davon zu erzählen, weil er viel Ärger mit der Kirchen bekommen konnte. Immerhin wollte er die Kammer so gut plündern wie möglich. Ja, Ragnari würde die Schale wohl der Kirche bringen wollen, obwohl er eigentlich unabhängig war. Ein Schattenhammer-Jäger. Ich versprach aber, zu schweigen.

Reth fragte, ob ich zum Teil Wildhammer sei. Ich bejahte. Er fragte, ob ich am Nistgipfel meinen Charme spielen lassen konnte, er hätte gerne etwas Drachenhautleder von den Zwergen am Nistgipfel. Wegen seiner neuen Rüstung. Ich versprach, mein Glück dann vor Ort zu versuchen. Allerdings konnten Zwerge echt stur und misstrauisch gegenüber Fremden sein. Reth schlug mir freundschaftlich auf die Schulter und erzählte Alvrim weiter von seinem Vorhaben. Ich lehnte mich entspannt zurück und paffte ein wenig. Dann machte ich es mir auf dem Hügel bequem und behielt die Gegend im Auge. Ich bemerkte nicht einmal wie Reth dann wieder davon ritt. Sein geplanter Fischzug würde erst Platz in meinem Kopf haben, wenn die Sache hier in Westfall beendet war.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 13. Jan 2013, 14:34 
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Donnerstag, der 1. November

Nachtrag:

Wir haben ein paar Tage nichts getan. Das mag sich gut oder schlecht auf unsere nächsten Aktionen auswirken. Alvrim hatte die Zeit nötig, seine kaputten Rippen ein wenig zu schonen. Bei der Späherkuppe ließen wir abwechselnd unsere Waffen schärfen und unsere Rüstungen flicken. Heute Abend jedoch wollten wir weiter machen, denn Bertlings Söldner wurden ungeduldig und wir selber hatten die Nase langsam von Westfall voll. Wir konnten nur hoffen, dass die Hakenzähne und Reißer uns nicht erwarteten und dass wir noch immer eine Chance hatten, uns von der Küste her an die Hakenzähne heran zu schleichen. Ich saß abends am Lagerfeuer, paffte und verdaute meine Bohnen. Alvrim kam dazu. Er war blass, sah angeschlagen aus. Ging es ihm noch immer nicht besser? Was, wenn sich seine Wunden entzündet hatten? Ich fragte nur, was los sei, als er sich zu mir setzte. Er ignorierte die Fragte, meinte nur, dass es bald los ging und dass es ja auch langsam Zeit wurde. Ich fing an, Alvrim anzustarren, fast so wie Pervival es so gut konnte. Er schwieg. War also klar, dass er nicht drüber reden wollte. Bot ihm aber an, dass er zu mir kommen konnte, falls er es sich anders überlegte. Ich paffte weiter und meinte dann, dass es in der Tat Zeit wurde, dass wir hier fertig wurden. Ich schaute dann ins Lagerfeuer, genoss die Ruhe und bereitete mich innerlich schon auf den kommenden Kampf vor. Natter kam dazu. Fragte, ob es weh tat. Nun wusste ich, was los war. Offenbar hatten Alvrim und Natter gekämpft und Alvrim hatte etwas abbekommen. Hoffentlich würde es ihn nicht beeinträchtigen. Ich widmete ihr nur einen kurzen Blick, ehe ich wieder ins Feuer blickte. Das beste ist, Natter einfach zu ignorieren. Bertlings Söldner fanden sich nun bei uns im Lager ein, nach und nach kamen auch Cyrtes, Barbas und Julius dazu. Muhbrag verdrückte wieder eifrig unsere Vorräte.

Al hielt eine kleine Rede. Die Hakenzähne hatten vier Kanonen und geschätzte 50 Mann im Lager. Würde also nicht so einfach werden. Er zog eine Karte, auf der die Kanonen markiert waren und reichte sie rum. Sie waren nach Osten ausgedehnt. Noch immer war der Strand der tote Winkel. Ich sah auf die Karte und reichte sie dann herum. Plan war, im Schutz der Dunkelheit über die Küste auf den Hof der Hakenzähne zu reiten und die Besatzung der Kanonen rasch auszuschalten. Mit etwas Glück konnten wir die Kanonen besetzen und gegen die Hakenzähne benutzen. Außerdem konnten die Hakenzähne nicht mehr auf Bertling und seine Leute feuern, die von Osten aus dazu kommen würden. Zu Fuß, allerdings. Bei unserem Angriff auf die Kanonen mussten wir uns beeilen, damit man die Kanonen abfeuern konnte. Bertling fragte, wie genau er und seine Leute zuschlagen sollten. Al meinte, dass der Stützpunkt der Hakenzähne ein alter Hof westlich von unserer aktuellen Position war. Bertling und seine Leute sollten von Westen her kommen, aber spätestens dann, wenn wir die Kanonen gesichert hatten. Möglicherweise konnten sie sich ja auch aufteilen. Die Hakenzähne hatten ja einige Leute, die es zu besiegen galt. Percy war wieder sehr begeistert vom Gedanken, erneut reiten zu müssen. Percy, Cyrtes, Barbas und ich sollten die Kanonen beim verfallenen Haus übernehmen, Julius, Natter und Alvrim übernahmen die Kanonen bei der Scheune. Es galt, die Besatzung nieder zu reiten. Doch natürlich war es möglich, dass es zum Nahkampf kam. Das sollten wir bei so einer Überzahl möglichst vermeiden. Wenn wir sicheres Schussfeld hatten, sollten wir die Kanonen ruhig benutzen. Ich war bereit. Julius fragte, ob wir Sprengstoff aus dem Nordendfeldzug benutzen würden. Oder die von mir gebastelten Sprengsätze. Al meinte, wir würden alles tun, um die Hakenzähne davon abzuhalten, die Kanonen zu benutzen.

Wir sollten die Sprengsätze nur benutzen, wenn es nicht anders ging. Jeder sollte 2 nehmen, außer Natter und Perce. Cyrtes und Julius waren nicht begeistert. Ich meinte nur, dass es ja vielleicht garnicht nötig sein würde, Sprengstoff zu benutzen. Dennoch nahmen wir welchen mit. Muhbrag ging mit Bertlings Leuten mit. Denen gab Al auch zwei Sprengsätze. Die Dämmerung setzte ein, wie Julius feststellte. Ich meinte, wir sollten den Hakenzähnen nun den Sturm bringen und unserem Namen alle Ehre machen. Al stimmte mir zu und kurz danach brachen wir auch schon auf. Ich fragte Percy, ob er sich schon auf den Sattel freute. Er schnaubte nur und knuffte mich. Wir packten unsere Sachen und sattelten dann auf. Das Abendrot hatte sich über den Himmel ausgebreitet, als wir los ritten. Ein kühler Herbstwind fegte über die trockenen Ebenen. Wir ritten zum Strand, wo es zwar etwas dauerte, die Pferde sicher hinab und später wieder hinauf zu führen, doch relativ schnell hatten wir uns dem Hof der Hakenzahn-Bande genähert. Patroullien schlenderten durch die Gegend, bei einer Hausruinie standen zwei Kanone. Eine in der Ruine, eine davor. Al fragte überflüssigerweise, ob wir bereit waren. Ich scherzte, dass ich mir eigentlich grad ein Bierchen gönnen wollte, aber für Al selbstverständlich stets kampfbereit war. Percy zog sein Schwert, hielt sich mit der anderen Hand an meiner Schulter fest. Julius gab noch ein paar stimmige, grimmige Worte von sich. Dann ritten wir in den Kampf. Al's Gruppe könnten wir einen kleinen Vorsprung, da die Kanonen bei der Scheune weiter weg waren als die Kanonen bei der Ruine. Panik brach auf dem Hof aus. Die hatten nicht mit einem Angriff von der Küste aus gerechnet. Wir retten in die Gruppe bei der ersten Kanone. Da wir eine Kurve ums Haus reiten mussten, fehlte es uns jedoch an Schwung. Nur weil wir so viele waren, konnte keiner entkommen. Die Banditen im Haus richteten ihre Kanone hastig auf Alvrim. Wir mussten uns beeilen, oder es würde böse enden.

Eine Patroullie auf dem Feld verteilte sich bei einem Zaun, um das Feuer auf uns alle zu eröffnen. Ich deutete zu ihnen und mahnte die anderen zur Vorsicht. Doch sie konzentrierten ihr Feuer auf Alvrims Gruppe, die nun die Besatzung bei der Scheune angriff. Percy fragte, ob wir ins Haus stürmen sollten. Nun, vielleicht hätte eine Granate ja gereicht, doch ich hatte anderes im Sinn. Ich bremste mein Pferd, schwang mich aus dem Sattel und hatte schon mein Gewehr parat. Ich wünschte den Banditen im Haus einen guten Abend, ehe ich durch die offene Tür in die Ruine hinein feuerte. Versuchte, möglichst viele zu treffen. Dann erst beantwortete ich Percys Frage. Ich erwischte drei und die Gruppe ging in Deckung, fragte, wer wir seien. Ich stellte uns als Nachbarn vor und fragte, ob sie uns Zucker borgen konnten. Percy eilte mit erhobenen Schild ins Haus und schlug einen der Männer nieder. Auch Loren eilte mit seinem Anderthalbhänder ins Haus und erschlug den nächsten. Barbas war direkt hinter ihm, mit seinem Barbarenschwert. Er erschlug die letzten beiden Männer und die Stellung war gesichert. Ich hörte Alvrim brüllen, wir sollten uns um die Schützen beim Zaun kümmern. Das wäre auch mein Plan gewesen. Ich befahl den drei anderen, die Kanone im Haus auszurichten. Wir würden die Patroullie unter Beschuss nehmen und uns dann zu den anderen gesellen. Alvrims Gruppe hatte Probleme mit den Schützen und der verbliebenen Besatzung. Schweren Herzens befahl ich den anderen, Alvrims Gruppe zu unterstützen. Percy sollte zu Barbas aufs Pferd. Ich würde auf die Patroullie schießen und dann nach kommen. Riskant, ja. Doch ich hatte Erfahrung mit Kanonen, immerhin hatte mein Vater mich oft die Zwergenmörser bedienen lassen, damals. Es war... einfach das Gefühl, dass ich schon treffen würde und die anderen besser bei Alvrim gebraucht wurden. Percy, Barbas und Loren waren nicht begeistert. Ich versprach, ihnen ein Bier auszugeben, wenn wir wieder daheim waren.

Von Bertlings Leuten und Muhbrag war noch nichts zu sehen. Ich indes feuerte die Kanone ab. Der Schuss dröhnte über das Feld und Rauch hüllte mich ein. Dann krachte die Kugel genau in die Schützengruppe am Zaun und fetzte sie auseinander. Nur zwei überlebten das Ganze. Alvrim brüllte, dass es auch verdammt nochmal Zeit wurde, Julius brüllte, er würde uns lieben. Ja, ich bin ein großes Risiko eingegangen. Es war wie eine Eingebung, Instinkt. Bauchgefühl. Zum Glück hatte es geklappt. Bei der Barbas, Cyrtes und Percy, die sich der Scheune näherten, ging Dynamit hoch, doch ich war zu weit entfernt, um genau zu sehen, was da vor sich ging und wer verletzt war und wer nicht. Cyrtes Pferd verlor beide Hinterbeine. Percy wurde am Boden sofort von Banditen umzingelt. Endlich näherten sich Muhbrag und Bertlings Bande. Scheinbar waren diese bereits in einen Kampf geraten. Vielleicht Defias. Oder eine Patroullie. Die Banditen brüllten, wir hätten uns die falsche Farm ausgesucht. Ich schwang mich auf mein Pferd und ritt hastig den anderen entgegen. Bertling meinte, dass 15 Reiter der Hakenzähne unterwegs waren und sie es mit einem Spähtrupp zu tun gehabt hatten. Al befahl Loren, Julius und mir, die Kanone vor dem Haus auszurichten. Natter sollte Percy und Barbas bei den restlichen Banditen helfen. Ich ritt zurück und richtete die Kanone nach Südwesten aus. Von dort sollten die Reiter kommen. Al kam dazu, kletterte auf die Hausruine. Von der Scheune drang Bertlings Geschrei zu uns. Natter hatte einen seiner Leute erschlagen. Loren rief noch einmal, was Sache war. Alvrim schwieg. Nun drehte Natter also völlig durch und war zu einer Gefahr, zu einer Belastung geworden. Ich dachte erst, das sei ein dummer Scherz. Al befahl, sie nieder zu schlagen und zu fesseln. Er wollte sich später um sie kümmern. Bertling schimpfte, Alvrim hätte seine Leute nicht im Griff. Wir konnten von Glück sagen, dass Bertling keinen Verrat vermutete und seinen Leuten nicht den Angriff auf uns befahl.

Bei der Scheune wurde noch immer gegen die Hakenzähne gekämpft. Ich lud mein Gewehr nach, widmete mich dann wieder der Kanone und dem Horizont. Aber ich war sauer. Auf Natter. Auf den Kommandanten, weil er sie überhaupt noch duldete. Und ich war mir sicher, dass sie noch nicht einmal bestraft werden würde. Auf dem Feld, südwestlich der Farm, erschienen fünfzehn Reiter. Sie sahen den Krater mitten im Feld, ihre vielen toten Kameraden. Sahen uns, die ausgerichteten Kanonen und Muhbrag. Ich sah kaum was. Bäume waren im Weg. Blind feuern machte sich da nicht so gut. Nach einer ganzen Weile ritten die Reiter zurück, gen Südwesten. Das hieß dann wohl, dass die Reißer von unserem Kommen erfahren würden. Ich fragte, ob bei Alvrim noch alles dran war. Alle hatten nur ein paar Kratzer. Ernste Verletzungen hatte niemand. Außer Alvrim, aber noch von der letzten Auseinandersetzung. Oder wegen Natter. Percy kam zu uns und ich fragte ihn,was Natter getan hat. Percy hatte keine Ahnung, war zu beschäftigt gewesen. Ging da ja auch recht wild zu. Percy und ich blieben beim Haus, Al ging zur Scheune, wohl um sich um Natter zu kümmern. Ich fragte Muhbrag, ob er die Kanone aus dem Haus ins Freie ziehen konnte. Er machte es. Netter Oger. Ich mag ihn echt gerne. Hoffe, er überlebt das Ganze. Nach einer Weile gingen wir zu den anderen bei der Scheune. Julius lobte noch einmal meinen Schuss mit der Kanone. Ich entschuldigte mich, dass es so lange dauerte. Wollte einfach sicher sein. Percy und ich gesellten uns zu Alvrim, der Probleme mit Bertling hatte, wegen Natter. Bertling wollte 100 Goldmünzen als Entschädigung für den toten Mann. Meinte, er würde ihnen fehlen und würde vermisst werden. Al wollte noch handeln, doch Bertling ließ nicht mit sich reden und wir brauchten ihn und seine Leute. Also doch 100 Goldmünzen. Nur wegen Natter. Ich bat Alvrim um Erlaubnis, aufs Getreidesilo zu klettern, um die Gegend im Auge zu behalten. Ich meinte auch, dass ich hier weg musste, sonst... Ich beendete den Satz nicht. Alvrim würde mich verstehen. Ich hatte echt Lust, Natter ins Gesicht zu schießen, für den Unsinn, den sie immer verzapfte. Al meinte, ich würde Ablösung kriegen, hielt es aber für besser, wenn ich mich von Natter fern hielt. Sie war eine Last, eine Gefahr. Ihr Tod wäre das Beste, für alle. Ich bedankte mich. Meine eigene Stimme klang fremd, eiskalt. Erstmal würden wir beim Hof bleiben, die Vorräte wurden noch ein wenig reichen. Ich kletterte aufs Silo und schickte jede Ablösung weg, wurde dabei auch ziemlich grantig. Nicht nur das mit Natter wurmte mich, auch die Sache mit der Kanone. Was, wenn ich verfehlt hätte? Dann wären wegen mir Kameraden gestorben. Ich muss echt noch einiges lernen. Besser überlegen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 13. Jan 2013, 15:40 
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Samstag, der 3. November

Nachtrag:

Haben uns Freitag ausgeruht. Ich habe das Silo nur verlassen, wenn die Natur es nicht anders zu ließ. Proviant hatte ich ja oben. Ich schlief auch nur, wenn ich explizit wusste, dass die anderen wach waren und aufpassten. Allerdings schlief ich Freitag früh kaum. Zorn hielt mich wach. Und die Angst, vom Dach zu purzeln. Irgendwann war ich in einem schlecht gelaunten, aggressiven Dämmerzustand. Erst zur Nacht auf Samstag konnte ich besser schlafen. Mittags gesellte sich Percy zu mir aufs Dach des Silos. Ich fragte ihn, wie die Lage da unten war. Er meinte es sei ruhig. Zu ruhig. Die stille vor der Schlacht war nur schwer zu ertragen. Ja, das große Ende näherte sich. Auf die eine oder andere Weise. Die Reißer wussten, dass wir kamen und hatten nun die Reste der Hakenzähne bei sich. Das würde übel werden. Percy bemerkte, dass ich schon recht lange hier oben war. Ich meinte, dass es nicht der Mount Ironforge war, doch die Höhe half, ruhig zu werden und einen klaren Kopf zu bewahren. Er fragte, ob etwas nicht stimmte und ich bat ihn, sich doch zu setzen. Ich erklärte Perce, dass ich hier oben war, damit ich unten nichts Dummes anstellen konnte. Meine, es sei wegen Natter. Starrte lange in die Ferne, schwieg eine Weile. Ich meinte, dass es Glück war, dass Bertlings Leute sich nicht gegen uns gewandt haben. Hätte Natter Bertling selbst erwischt, wäre die Kacke richtig am Dampfen gewesen. Ich meinte zu Perce, dass es doch genau so gut passieren konnte, dass sie mal einen von uns angriff. Ich hielt sie für eine Gefahr und erklärte auch, dass es mich frustrierte, dass der Kommandant nix unternehmen würde. Anderen drohte er für weit weniger mit dem Tod und Natter würde einfach so davon kommen. Ich war hier oben, damit ich sie nicht sehen musste. Damit ich nicht auf die Idee kam, mein Gewehr erneut zu benutzen. Ohne Vorwarnung. Zitternd atmete ich durch. Der Zorn war so immens und ich musste mich zusammen reissen, ruhig zu werden. Alle Rituale und Meditationen halfen bisher wenig, wenn der Grund meiner Unruhe immer vor meiner Nase war.

Percy meinte, ihm ging es da ähnlich. Für ihn war Natter ein Monster, das sich am Blutvergießen ergötzte. Er meinte, dies sei kein Leben, sondern geborgte Zeit. Ich meinte, dass man nie wissen konnte, wann sie wieder einem Befehl nicht gehorchte. Sie war unzuverlässig. Sie war für den Kommandanten wohl nur eine Waffe. Aber man konnte sich auch mit den eigenen Waffen verletzen. Nein, das war kein Leben. Natter benahm sich wie ein Tier. Wäre sie nicht im Bund würde sie früher oder später wahllos morgen und man würde sie einsperren oder hängen, da war ich mir sicher. Und ich hatte so gehofft, es würde sich bessern, mit ihr. Nachdem Ingo und ich ihren Dolch zerstörten. Okay, hauptsächlich war ich es ja. Percy meinte, dass im Zweifelsfall, falls sie erneut durchdrehte, man zuschlagen sollte, dann nochmal und dann erst Fragen stellen sollte. Ich stimmte ihm zu, meinte aber, dass der Kommandant vielleicht wenig davon begeistert sein würde. Aber ich hatte ja noch immer die Option, dann einfach abzuhauen. Percy meinte, diese Option sollte ich mir auch offen halten. Ich meinte, ich würde in Eisenschmiede Vorbereitungen treffen. Musste dafür sorgen, dass man mich bei einer Flucht nicht finden würde. Hoffte aber, es würde nie soweit kommen. Der logische Verstand musste jedem doch sagen, dass Natter ne Zeitbombe war. Ich zog meine Pfeife und begann, zu paffen. Percy meinte, dass ich keinen Eid abgelegt hatte. Man konnte mich nicht zwingen, zu bleiben. Ich meinte, dass es dennoch möglich war, dass man mich zur Rechenschaft ziehen würde, wenn ich Natter tötete. Ich wollte keinen Finger verlieren und bei den Todgeweihten landen. Percy meinte, er wüsste gerne, was Julius in ihr sieht. Ich sagte, sie war mir ein Rätsel. Ein Wesen komplett ohne Reue, Mitleid. Ingo meinte, sie hätte auch eine andere Seite. Doch nicht einmal das Zerstören ihres Dolches hatte geholfen. Ich erzählte Percy davon, schwarze Schlieren an ihr gesehen zu haben, so als hätte sie den Dolch noch.

Percy meinte recht aufgewühlt, dass Alvrim sie gestern noch übel zugerichtet und ausgepeitscht hätte. Kann ich mir bei Alvrim so schlecht vorstellen. Doch irgendetwas musste er ja tun. Ich meinte, dass es wahrscheinlich nichts brachte. Das Vertrauen war weg. Wer wollte schon jemanden wie Natter an seiner Seite haben? Sie würde eher in meinen Rücken stechen, als ihn mir zu decken. Percy meinte, er glaubte, es gäbe im Bund noch genug andere von ihrem Schlag. Ich meinte, dass im Bund zumindest niemand so instabil zu sein schien. Einige waren aber auch sehr gefühlskalt. Musste man als Söldner auch sein. Doch es gab Grenzen. Ich zumindest wollte kein Monster werden. Percy fragte, ob ich wisse, was das bedeutet. Es bedeutete, dass ich irgendwann definitiv weg musste, wenn es mir nicht mehr passte, was ich tun musste. Percy meinte, ewig kämpfen würden nur Monster und Wahnsinnige. Irgendwann musste Schluss sein. Da stimmte ich ihm zu. Irgendwann würde ich den Bund verlassen. Ich wollte eine Frau haben, Kinder. Geld konnte man auch anders verdienen. Percy lächelte plötzlich, als er in die Ferne sah. Ein echtes, ehrliches Lächeln. Er stimmte mir zu. Abenteuer, so meinte ich, konnte man auch anders erleben. Und irgendwann hatte man eh genug erlebt. Percy fragte, ob ich jemanden bestimmtes hätte. Die Zwergin aus der Taverne. Er meinte Tari. Ich wurde augenblicklich rot. Meinte nur, vielleicht. Irgendwann. Es gab zumindest keine, die mich mehr interessierte als Tari. Aber ich hatte ja noch Zeit. Zwerge konnten geduldig sein und ich war noch jung, mit meinen 59 Jahren. Ich paffte weiter und Percy fragte, was ich von der kommenden Schlacht halten würde. Ich sah nach Südwesten. Es würde unglaublich hart werden. Der Leuchtturm war wahrscheinlich ihre Basis, obwohl ich hoffte, mich zu irren. Er würde schwer zu erreichen sein. Hoffte, wir würden die Kanonen benutzen können. Percy fragte, was ich von Cyrtes hielt. Ich meinte, er war pflichtbewusst, diszipliniert. Scheint in Ordnung, doch symphatisch war er mir bisher nicht. Aber vielleicht kommt das noch, meinte ich.

Percy meinte, wir konnten gewinnen. Er würde auf Alvrim vertrauen. Ja, er würde das schon machen. Und er hatte ja uns. Percy meinte, er wüsste, was nötig war, aber er meinte auch, etwas würde mit Alvrim nicht stimmen, er würde sowas sehen. Ich sagte, dass es eine Menge Dinge gab, die ihm zu schaffen machte. Hoffentlich würde er nicht eines Tages wie der Kommandant werden. Percy meinte, jemand würde ihm helfen müssen. Ich meinte, ich hätte es neulich versucht. Doch er wollte nicht drüber reden und ich konnte nur vermuten, was Sache war. Percy sah mich fragend an. Ich erklärte, dass Alvrim ja bald Vater wurde und das dies sicher an ihm nagte. Dann war er sicher noch unsicher, ob er etwas als Rottenmeister taugte. Und ich erzählte Percy auch, dass er versuchte, Natter in Zaum zu halten. Wohl vergeblich. Percy verabschiedete sich und ich ruhte mich auch noch etwas aus.

Abends kam mich Alvrim besuchen. Fragte, ob ich in Ordnung war. Ich meinte, dass es wieder ging und ich Natter auf dem Feld ausblenden könne. Al meinte, dass wir es heute beenden würden. Endlich weg aus Westfall. Ja, stimmte ich zu. Das war doch mal ne Motivation. Wir kletterten hinab, gingen zur Scheune, wo Bertling und seine Leute bereits warteten. Cyrtes und Julius waren ebenfalls da, ruhten sich noch etwas aus. Percy kam auch dazu und wir bildeten eine Reihe vor Alvrim. Bertlings Späher bestätigten unsere Vermutung: Man erwartete uns bereits. Da waren wohl zwei Kanonen, die den Strand beim Leuchtturm deckten. Auch hatten die wohl einige Worgen dabei. Außerdem läge an der Küste ein Schiff vor Anker. Al sprach davon, mit Muhbrag und den restlichen Pferden zwei Kanonen zu transportieren. Auch ist davon auszugehen, dass das Schiff ebenfalls Kanonen hat. Möglicherweise konnte man das Schiff sprengen und somit versenken, war meine Idee. Wir hatten allerdings keine Boote. Bertling meinte, dass man uns wohl aus Nordöstlicher Richtung erwarte. Der Weg über den Strand würde die Murlocs aufschrecken. Einer von Bertlings Leuten meinte, das Schiff sei wohl kaputt. Das Schiff war nah an der Küste, was aber den Schussberei einschränkte, zu unserem Glück. Al meinte, der Weg über den Strand sei die beste Option. Das Schiff würden wir vorerst links liegen lassen. Ich meinte nur, dass es einen Weg geben musste, dass alles heute zu beenden. Mit Erfolg, versteht sich. Wir hatten Granaten, Sprengsätze, Kanonen. Die galt es jedoch erstmal, an die Küste zu bringen. Julius fiel in einen echten Redeschwall. Den Reißern das Herz raus reissen, Feuerkraft. Al kam kaum dazwischen. Wir würden den Weg über die Küste nehmen. Wir machten uns fertig und Percy meinte zu Al, dass wir hinter ihm standen. Heiltränke wurden verteilt und ich steckte einen ein. Al fragte, ob noch jemand letzte, große Worte hatte. Abgesehen von der Tatsache, dass einer Gruppe Söldner mehr gelang als der Westfallbrigade in mehreren Jahren.

Percy meinte, es sei nicht unsere Aufgabe, in die Hölle zu springen, sondern sie fleissig zu füllen. Ich meinte, dass ich noch kein Testament oder so geschrieben hab, daher also am Leben bleiben müsse und die anderen beschützen würde, weil ich zu faul sei, Gräber auszuheben. Al versprach, uns in Eisenschmiede einen auszugeben. Al befahl mir, die Kanonen unbrauchbar zu machen. Dachte erst, wir würden die mitnehmen. Doch ohne sie wären wir schneller. Ausrichten und Laden dauerte ja auch. Ich zerstörte die Kanonen, machte sie unbrauchbar. So schnell würde sie niemand gegen uns verwenden können. Wir verteilten noch Granaten und Sprengstoff, dann gingen wir zum Strand, wo Al sich mit seinem Fernrohr umsah. Die Küste war leer. Kein Murloc weit und breit. Wir schlenderten den Strand entlang. Scheinbar war der Feind hier bereits fleissig. Al mahnte, die Augen offen zu halten. Hatte ich natürlich. Da brauchte mich niemand zu ermahnen. Immer wieder sah ich mich um, auch durchs Zielfernrohr. In der Ferne wurde der Leuchtturm sichtbar und am Strand, bei einer kleinen Sandbank, lag das Schiff. Am Strand brannten mehrere Lagerfeuer. Wachposten waren zu sehen. Ja, diesmal rechneten sie wohl mit Allem. Al befahl, uns ran zu schleichen und dann das Feuer zu eröffnen. Schützen waren Erstziele. Wir schlichen weiter, dann legte ich mich seelenruhig auf eine Düne, stützte das Gewehr auf der Faust und zielte geduldig. Ich gab drei Schüsse ab, zwei auf eine Wache, einen auf eine andere. Trafen alle. Einer fiel ins Lagerfeuer, der andere brach einfach leblos zusammen. Ich gönnte mir ein zufriedenes Lächeln. Percy griff nun ebenfalls an, rannte aufs Feuer zu. Bertlings Leute schossen einen weiteren nieder. Die beiden übrigen Banditen jedoch verwandelten sich in Worgen. Auch ich eilte nach vorne, lud dabei nach.

Percy feuerte mit seiner Flinte, traf auch beide. Doch die Biester waren zäh. Sie blieben stehen, sichtlich wütend. Einer griff Percy an, der andere warf eine Decke über das Feuer. Das Erlischen eines Lagerfeuers würde denen beim Leuchtturm verraten, dass etwas nicht stimmte. Al befahl, dass Feuer wieder anzuzünden. Percy focht heftig mit einem der Worgen, schlug ihn mit einiger Mühe nieder. Bertlings Leute eilten nun auch nach vorne. Alvrim wollte seinen Flachmann aufs Feuer werfen, verfehlte jedoch. Ich eilte einige Meter weiter und schoss dreimal auf den letzten Worgen, der sich schützend vor dem erloschenen Lagerfeuer aufgebaut hatte. Alvrims Mühe war vergebens. Zweimal traf ich, in Schulter und Bein. Doch das zähe Mistvieh blieb stehen. Percy griff den Worgen an, der ihn aber zurück drängte. Ich näherte mich, lud erneut nach. Während eine Stimme im Süden Kunde von unserem Kommen weiter leitete. Scheinbar hatte man sich auf die Murlocs als Frühwarnsystem verlassen. Percy tötete den anderen Worgen. Sechs Banditen und vier weitere Worgen eilten uns entgegen, als wir schon sehr nahe beim Leuchtturm waren. Das Schiff lag hinter uns, war keine Gefahr mehr, es sei denn, uns fiel jemand in den Rücken. Bertlings Leute feuerten auf die Banditen, Muhbrag suchte den Nahkampf. Julius ebenso. Doch die hielten echt einiges aus, besonders die Worgen. Ich steckte mein Gewehr weg, zog Hammer und Schild und eilte den anderen hinterher, griff einen der Worgen an. Kam allerdings nicht durch. Drei Banditen und zwei Worgen hatten wir, Bertlings Leute noch einmal genau so viele. Cyrtes war an meiner Seite, verpasste einem Banditen einen hässlichen Schnitt. Muhbrag half Bertlings Leuten. Sehr schnell wurden die Banditen am Wasser überrannt. Muhbrag machte die Worgen beinah mühelos nieder. Al widmete sich einem der Worgen, stach ihn ziemlich an. Aber der Worge hielt sich auf den Beinen. Al und ich wurden angegriffen. Ich drosch dem Worge mein Schild entgegen, in die Schnauze. Hatte aber nun auch einen Kratzer am linken Oberarm.

Ich griff erneut an, wollte dem Vieh den Hammer in die Rippen dreschen, traf auch, doch das Vieh war recht unbeeindruckt. Percy griff Alvrims Worgen-Gegner an, traf auch, zog damit aber auch dessen Aufmerksamkeit auf sich. Loren erschlug einen der Banditen nun endgültig. Im Osten, auf einer Klippe, die den südlichen Strand überblickte, wurden zwei Kanonen abgefeuert. Zum Glück verfehlten uns die Kugeln. Wir hielten uns an die Klippen, um wenigstens etwas Schutz zu haben. Der Kampf gegen unsere Gegner aber ging weiter. Zwei Worgen und ein Bandit waren noch da, um uns aufzuhalten. Julius wurde hart bedrängt, parierte jedoch tapfer. Mit berserkerhafter Wut gingen die Worgen auf Perce und mich los. Percy nutzte sein Schild, blockte die wilden Hiebe, kassierte aber einen Kratzer an der Stirn. Auch ich kassierte einen Kratzer an der Wange, drosch dem Worge dann wieder den Schild entgegen, voll in die Schnauze. Er taumelte, stand aber noch immer. So langsam ging uns echt die Puste aus. Percy schlug seinen Worgen endlich nieder, Alvrim schlug meinem Gegner gar einen Arm ab. Julius und Cyrtes waren indes ganz mit dem Banditen beschäftigt. Ich versuchte nun, mich am Worgen vorbei zu bewegen um ihm den Hammer in den Rücken zu dreschen. Ich erwischte dieses dämliche Pelzknäul, zertrümmte ihm Rippen, die sich in seine Brust bohrten. Blut spuckend ging der Worge zu Boden. Triumphierend spuckte ich auf ihn. Percy stach den verbliebenen Banditen an, der aber immer noch stehen blieb. Zäher, flinker Akrobat. Dann krachte Percy's Schild in sein Gesicht und er sackte in den nassen Sand. Nun endlich konnten wir die Klippen effektiv als Deckung nutzen. Alvrim gönnte sich einen Heiltrank. Bertling brüllte, wie wir nun weiter vorgehen sollten. Sollten wir uns um die Kanonen kümmern? Dabei war der Leuchtturm so nahe.

Alvrim befahl Bertling, sich den Kanonen zu nähern und die Kanoniere in den Nahkampf zu zwingen. Wir anderen würden uns dem Leuchtturm widmen. Fluchend machten Bertling und seine Leute sich auf den Weg. Durch den Kanonenbeschuss bahnten sie sich einen Weg zu den Klippen. Wir eilten zum Stand, wo Boote uns den Weg zum Leuchtturm ermöglichten. Wir ruderten, was das Zeug hielt. Muhbrag stapfte einfach durchs Wasser. Für ihn war es garnicht so tief. Auf der anderen Seite bildeten Percy, Julius und ich eine Mauer aus Schilden. Wir sollten vor zum Leuchtturm, raus aus offenem Schussfeld. Immerhin war die Anführerin der Reißerbande eine Irre mit einem Bogen. Eben die erschien nun oben auf dem Leuchtturm. Nisra behauptete, sie hätte uns erwartet, ihre Leibwache würde uns vernichten. Percy meinte nur, er hasste es, wenn sie so viel redeten. Wir eilten grimmig bis zum Leuchtturm hoch, während wir von den Klippen hörten, wie Bertlings Leute gegen die Kanonenbesatzung kämpfte. Ich fragte, ob wir Sprengladungen legen sollten, um den Leuchtturm wie ein Kartenhaus einstürzen zu lassen. Dann klirrten die Fenster und fünf schwer gepanzerte Gestalten mit riesigen Hämmern schwangen sich ins Freie. Das waren fast schon Riesen. So etwas hätten wir bei einer Banditenbande eher nicht erwartet. Julius griff bereits an, drosch immer wieder auf einen der Hammerträger ein, bis er dessen Kopf traf und ihn zu Boden schickte. Julius höhnte, ob das alles war, was Nisra in petto hatte. Der Abend würde uns gehören, rief er gen Leuchtturmspitze. Percy stürmte mit dem Schild einen der anderen an, doch dieser hielt stand. Das waren aber auch wandernde Berge. Ich eilte an Percy's Seite, um ihn zu unterstützen, wollte dem Typen den Hammer in den Magen schmettern, traf auch. Doch der Kerl blieb stehen. Auch Cyrtes eilte uns zur Hilfe, schmetterte den Kerl in den Dreck. Doch er hatte die Schläge geschickt mit den Unterarmschienen abgeschwächt und lebte noch.

Auch Muhbrag stürzte sich auf zwei der Hammerträger, schwang seine gigantische Keule. Einen von beiden traf er mit solcher Wucht, dass er meterweit durch die Luft flog und gegen einen Baum krachte, was Muhbrag noch damit kommentierte, nun Golf zu spielen. Alvrim griff einen weiteren an, stolperte jedoch und mehr aus Versehen als aus Absicht landete er mit der Klinge voran auf seinem Gegner und erstach ihn dabei. Die Leibwache wurde ordentlich dezimiert, aber von ihrer Plattform aus feuerte Nisra nun auf Muhbrag. Er war einfach der einzige, der in Sichtweite war. Ein Brandpfeil bohrte sich in Muhbrags rechte Schulter. Alvrim meinte zu mir, ich sollte mal versuchen, die Alte mit Blei voll zu pumpen. Muhbrag wurde derweil von den restlichen Wachen angegriffen, weil sie ihn einfach für die größte Bedrohung hielten. Ich meinte zu Al, mir Mühe zu geben, machte mir aber auch Sorgen um den Oger. Muhbrag geriet ins Taumeln, seine Rüstung wurde arg lädiert und er fiel rückwärts auf den Steg der Insel, zerschmetterte ihn unter sich. Julius tötete eine der drei letzten Wachen, Percy bestürmte eine andere, brachte sie tatsächlich ins Wanken. Ich zog mein Gewehr, ging etwas abseits, bis ich Nisra oben auf dem Leuchtturm sehen konnte. Ich visierte sie an, atmete ruhig aus und gab drei Schüsse auf sie ab, rief ihr dann hoch, dass es noch mehr gab, wo die her kamen. Zwei Schüsse trafen. Einer streifte ihre Wange, ein anderer krachte in ihre Schulter. Wütend sah sie zu mir hinab. Ihre Arroganz würde ihr Untergang sein. Es gab keinen Ausweg mehr für sie. Ich stellte mich ihr vor, rief ihr meinen Namen hoch, damit sie im Nether erzählen konnte, wer sie geschickt hatte. Natürlich war es nicht klug, einen Gegner zornig zu machen, doch wer zornig war, der machte Fehler. Alvrim indes riet mir, mich lieber in Deckung zu begeben.

Cyrtes und einer der zwei Hammerträger lieferten sich ein wildes Duell, Muhbrag erhob sich mit großer Mühe und eilte wieder zu uns in den Kampf. Erneut krachte einer gegen den Baum, ein anderer flog durch die Tür des Leuchtturms ins Innere. Alvrim setzte dem, der durch die Tür geflogen war nach, stach in seine Achselhöhle und brachte ihn weiter ins Wanken. Dann jedoch griff der, der gegen den Baum geflogen war, Julius an, schmetterte ihn mit solcher Wucht mehrere Meter zurück. Sein Schild flog ins Meer, die Rüstung im Brustbereich war eingedellt. Er war sofort bewusstlos. Der bei der Tür ging nun auf Alvrim los, der jedoch auswich. Nisra indes feuerte zwei Pfeile auf mich, ehe ich wieder in Deckung huschen konnte. Magische Ketten aus Eis fesselten mich. Ich konnte mich nicht mehr bewegen und die Kälte drang mir bis in die Knochen. Voller Hass starrte ich zu ihr rauf, während Al Cyrtes befahl, mich aus der Schusslinie zu zerren. Percy focht nun mit Julius' Gegner. Keiner der beiden konnte einen Treffer anbringen. Cyrtes wandte sich von den beiden Hammerträgern ab und zog mich aus der Schussbahn von Nisra. Ich dankte ihm, aber er meinte, ich sollte die Alte einfach abknallen. Muhbrag drosch Alvrims Gegner in den Baum, wo er leblos hängen blieb. Percy's Gegner krachte gegen die Leuchtturmwand, wo Alvrim ihn bereits wieder angriff und ihm den Gnadenstoß verpasste. Ich lud derweil mein Gewehr nach. Percy lehnte sich schnaufend und schwitzend an den Türrahmen. Die Kanonenschüsse in der Ferne waren mittlerweile verstummt. Entweder hatten Bertlings Leute Erfolg gehabt oder sie waren gefallen. Nisra warnte uns von oben, niemand würde die Insel lebend verlassen. Ich brüllte nur noch, dass ihr Hochmut ihre Schwäche war. Cyrtes bot an, ihre Aufmerksamkeit auf sich zu lenken, damit ich sie abknallen konnte. Ich meinte, ich würde mein Bestes geben. Nisra lieferte sich ein Wortgefecht mit Alvrim und Muhbrag, heftige Todesdrohungen wurden gebrüllt. Percy jedoch rief uns bereits zu, in Deckung zu gehen und warf eine Granate nach oben, zur Balustrade. Doch Nisra schaffte es, die Granate mit einem Pfeil zu erwischen und ins Meer abzulenken. Cyrtes präsentierte sich nun als Zielscheibe. Ich betete zur Erdenmutter, ging langsam rückwärts, bis ich Nisra anvisieren konnte. Dann feuerte ich. Diese jedoch ging in Deckung, doch eine Kugel schlug in ihre Hüfte ein. Muhbrag warf einen der Leibwächter hoch, nach Nisra. Traf allerdings nicht. Doch die Stärke des Ogers war beachtlich.

Auch Alvrim warf eine Granate hoch, doch sie prallte unglücklich ab und explodierte über Alvrim und Muhbrag. Die Druckwelle warf Al, Percy und Muhbrag um. Nisra feurte auf Cyrtes, der jedoch auswich. Percy taumelte nun in den Leuchtturm, um sich Nisra vor zu knöpfen. Ich überlegte, ob ich nachladen sollte, entschied mich nun aber auch, eine Granate zu werfen. Mit den Zähnen zog ich den Spint, dann warf ich sie hoch. Die Granate krachte von unten gegen die Plattform und sprengte ein großes Stück heraus. Genau der Teil vor der Tür fiel nun hinab. Nisra war oben gefangen. Allerdings konnte auch Percy sie nun nicht mehr erreichen. Nisra hatte sich mit einem Hechtsprung auf den nächsten Abschnitt retten können. Al rief uns zu, uns in Deckung zu begeben. Doch es ging nun um alles oder nichts. Wir waren im Vorteil und wir wollten es zuende bringen, wollten die Reißerbande endlich erledigt sehen und wieder nach hause. Wir waren lange genug in Westfall gewesen. Cyrtes riss mir das Gewehr aus der einen Hand, griff an meinen Munitionsbeutel und lud es nach, mehr schlecht als recht. Muhbrag warf erneut eine Leibwache hoch, verfehlte jedoch. Percy war nun oben angekommen und warf eine Granate auf die Plattform. Es krachte, ein weiterer Teil der Plattform wurde zerfetzt und Nisra flog ins Meer. Die Brandung trieb sie langsam gen Küste. Cyrtes bat mich, auf Nummer Sicher zu gehen und kümmerte sich um Julius, während Alvrim nach Percy sah. Ich gab drei Schüsse auf Nisra ab. Doch natürlich war sie tot. Muhbrag holte ihre Leiche und ich schnitt ihr den Kopf ab. Julius wurde wieder wach, übergab sich heftig. Ich gab ihm meinen Heiltrank. An der Küste erschien eine Reiterschar. Es waren etwa 15. Bertlings Leute. Bertling rief uns zu, dass es eine Ehre war, mit uns gekämpft zu haben. Er hielt einen Kopf in den Händen. Wohl der Anführer der Hakenzähne.

Ich winkte mit Nisras Kopf zurück. Bertling beanspruchte das Schiff an der Küste für sich. War uns nur recht so. Alvrim sicherte sich Nisras Bogen. Wir teilten Wachen ein, würden die Nacht draussen verbringen. Bald würde es nach hause gehen. Ich ging in den Leuchtturm, wo Percy und Al mir entgegen kamen. Wir alle waren unglaublich müde. Doch es war nun vorbei. Ich beschloss, etwas makaber zu sein, hielt Alvrim Nisras Kopf entgegen und verstellte meine Stimme: "Tut mir leid, dass ich so eine arrogante Schlampe war." Al lachte. Nisra würde niemanden von uns mehr ins Lazarett schicken. Wir alle freuten uns auf Eisenschmiede, auf gutes Bier und brauchbares Essen. Cyrtes hielt die erste Nachtwache. Mit den Stücken des Stegs machte ich ein brauchbares Feuer. Julius hatte wohl eine Gehirnerschütterung, weil er dauernd am Kotzen war. Scherzen konnte er aber bereits wieder. Ich gab Alvrim noch Schwarzgebrannten von den Bauern. Al nahm nen Schluck und wir ließen die Flasche rum gehen. Alvrim flickte sich provisorisch zusammen. Julius pennte recht rasch ein, ebenso wie Percy. Al würde einen ausgeben müssen. Aber mit seinem Rottenmeister-Sold konnte er sich das ja leisten. Wir scherzten noch ein wenig, Cyrtes erinnerte uns daran, dass auf dem Hof der Hakenzähne noch Kameraden von uns warteten. Wobei ich Natter nicht als Kameradin ansah. Alvrim bat Cyrtes, doch auch mal locker zu sein. Der Bengel schien echt nen Stock im Arsch zu haben. Ich zündete meine Pfeife an und trank noch ein wenig. Alvrim meinte, er würde die zweite Wache übernehmen. Ich würde dann die dritte und letzte Wache übernehmen. Ich ging dann nach oben, auf den Leuchtturm, um dort ein wenig zu pennen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 25. Jan 2013, 19:15 
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Sonntag, der 4. November

Nachtrag:

Wir haben lange geschlafen, ehe wir unsere Kameraden vom Hof der Hakenzähne abholten, Nisras Kopf bei der Späherkuppe ablieferten, unsere Schatzkiste holten. Muhbrag ließen wir bei den Bauern, um sie zu beschützen. So würde er Gesellschaft haben, Nahrung. Ich versprach ihm, ihn regelmäßig zu besuchen. Am Nachmittag erreichten wir Sturmwind, wo wir die Altstadt aufsuchten und ich mir Bier im 5-Minuten-Takt bestellte. Und natürlich Hüftsteak. Um einen der großen Tisch in der Taverne hatten wir unsere Taschen verteilt. Julius und Percy gingen jedoch rasch auf ihre Zimmer, um noch etwas zu pennen. Loren ging seine Rüstung reparieren. Das Essen war so gut, mir kamen da fast die Freudentränen. Al und tranken ordentlich einen. Es kam mir vor, als wären wir Monate weg gewesen, doch Alvrim meinte, dass uns wahrscheinlich schnell wieder langweilig sein würde, daheim. Aber es war schön, aus der Einöde raus zu sein, meinte ich. Und das auch noch erfolgreich. Al meinte, dass sich die Westfallbrigade wohl arg blamiert fühlte, immerhin hatte ne Truppe Söldner mehr geschafft als sie in so vielen Jahren. Er hoffte, dass es den Bauern half und machte sich ein wenig über ihren Spitznamen für mich lustig, Falkenauge. Ich fand, das klang gut. Die Geißel der Westfallbanditen. Der beste Scharfschütze, direkt nach Ingo. Naja gut, das war übertrieben. Ich bezweifelte, dass mein Ruf sich wie ein Lauffeuer verbreitete. Solange ich einen Trinken konnte, ohne Autogramme zu verteilen, war alles noch in Ordnung. Aber sich einen Namen zu machen schadete nicht. Wir futterten fleissig, spülten unsere Steaks mit Bier runter. Ich fragte Alvrim, was er rückblickend von seiner Rotte hielt. Er meinte, sie sei ein Haufen Halunken, samt und sonders, grinste aber und meinte, er wäre zufrieden. Ich stimmte ihm zu, dass wir Halunken waren. Eine Frau setzte sich zu uns an den Tisch, ganz in irgendwelche Notizen vertieft. Al meinte, es sei ein gutes Gefühl, nachts im Wald das Schlimmste im Wald zu sein. Ich meinte scherzhaft, dass der Buhmann nachts unter seinem Bett guckt, ob Alvrim sich dort versteckte. Nun wurde deutlich, dass die Frau und Al sich kannten. Sie unterhielten sich und da ich mit essen fertig war, zündete ich meine Pfeife an und paffte. Die Frau war Alvrims Schwester Cinaedh. Ich lauschte ihrem Gespräch eher halbherzig. Luzula wurde aber mal erwähnt. Al schien sie wohl zu kennen. Cin hatte wohl eine Taverne in Thelsamar und lud uns ein, sie mal zu besuchen. Ich meinte, dass ich das gern mal machen würde, es war ja nicht so weit weg. Ich würde auf das Angebot zurück kommen, nach Wochen mit dem Gauner - ich meinte Al - war Freizeit ja doch was schönes. Ich war vom Essen und Trinken träge geworden, verabschiedete mich dann und ging pennen. Abends aßen wir alle gemeinsam, ehe wir per Tiefenbahn nach Eisenschmiede reisten.

Dienstag, der 6. November

Nachtrag:

Habe gestern nur herum gegammelt. Sehr lange geschlafen und einfach mein warmes Bett und die Ruhe genossen. Heute habe ich auch wieder sehr lange geschlafen, ehe ich ein wenig beim Depot trainiert habe. Abends kam ich ins Hauptquartier und traf den Kommandanten dort an. Ich begrüßte ihn und er meinte, es wäre gut, dass ich da sei, denn er hätte Alvrims Bericht gelesen. Er wird einiges zu schreiben gehabt haben, wird ihn sicher tierisch genervt haben, den Faulpelz. Der Kommandant meinte, mein Lohn seien 90 Goldmünzen und 12 Marken und außerdem - und nun erhob er sich. umrundete mich und bat mich vorzutreten - hätte ich mir den Eid verdient, aufgrund meiner Dienste im Sinne des Dämmersturms und der Empfehlung von Alvrim. Dies hätte meine Beförderung zum Söldner zur Folge. Er fragte mich, ob ich diese Gelegenheit ergreifen würde. Ich war da doch überrascht. Lange hatte ich überlegt, wie weit ich für den Dämmersturm gehen würde, besonders nachdem ich den Bengel im Dämmerwald erschossen habe. Doch ich nickte schließlich. Ich war sicher, mit den Konsequenzen leben zu können. Der Kommandant bat mich, nieder zu knien, ihm zuzuhören und ihm entsprechend zu antworten und ich gehorchte. Er fragte mich, ob ich dem Dämmersturm die Treue schwöre, bedingungslose Loyalität zeige und jedem Befehl folge und meine Vorgesetzten respektieren würde. Ich schwörte. Er fragte mich, ob ich schwören würde, dem Dämmersturm keine Schande zu bereiten, ihre Praktiken, Pläne und Traditionen in Ehren zu halten, nie dem Sturm zu schaden und stets zu wissen, Teil eines Ganzen zu sein, bis ich fiel oder man mich von meinem Eid entband. Erneut schwörte ich. Orodaro ernannte mich nun zum Söldner, bat mich, aufzustehen und verlieh mir die Siegmarke, aufgrund meiner Handlungen in Westfall. Kurz ging er an mir vorbei, hatte wohl etwas vergessen. Er nahm einen Umschlag vom Tisch, verlieh mir auch noch den Scharmützeltaler, aufgrund meiner Rolle bei der Suche nach Derlones' Schatz. Ich heftete mir die Auszeichnungen an den Wappenrock, salutierte und bedankte mich, sah kurz auf den Aushang, ehe ich auf den Balkon gehen wollte. Als ich Natter jedoch dort liegen sah, machte ich sofort kehrt und ging. Es war besser, wenn ich mich so fern wie möglich von Natter hielt. Nicht aus Angst, wie sie vielleicht dachte. Sondern damit ich ihr nicht doch eine Kugel in den Bauch jagte. Ich meldete mich ab, um gutes Zwergenbier zu genießen.

Als ich etwas später wieder beim Hauptquartier war, war Natter weg. Ich machte es mir auf dem Balkon bequem und paffte, als Ingo dazu kam. Er zeigte auf mich, stellte fest, dass wir also zurück waren und ich obendrein recht gesund aussah, hatte mich also an meine Vorsätze gehalten. Es war schön, Ingo wieder zu sehen. Er war mir ein guter Mentor und Freund und ich hatte ihn gerne um mich. Ich stimmte zu, alles klappte ordentlich, meistens. Ingo meinte, dass Alvrim sich ja nun bewiesen habe, er habe auch nicht daran gezweifelt. Ich stimmte zu. Ab und an wirkte Alvrim zwar etwas unsicher, aber dafür hatte er ja uns andere. Percy und ich würden schon auf ihn aufpassen. Ingo hatte befürchtet, dass es Verluste geben würde und ich meinte nur, dass es teilweise sehr eng war. Doch das war nichts neues, meinte Ingo. Ich sagte aber auch, dass ich nicht nur Positives zu berichten hätte. Meinte, dass ich zweimal Mist gebaut habe und da noch etwas mit Natter war. War froh, dass sie nun weg war und sagte ihm auch, dass ich ihr aus dem Weg ging. Ich erzählte ihm vom Informanten im Dämmerwald, wie wir ihn laufen ließen und er in Richtung Westfall rannte und ich ihn erschoss. Ingo sah mich lange an und ich erklärte, dass er den Reißern alles hätte verraten können. Was mich wurmte war, dass ich ihn nicht einmal warnte, wobei ich auch nicht wusste, was wir mit ihm hätten machen sollen. Ingo meinte, zu seiner Zeit gab es im Gebirgsjägerkorps ein Sprichwort: "Es gibt nur zwei Arten von Scharfschützen: Solche, die schon einmal das falsche Ziel erschossen haben und solche, denen das noch passieren wird." Er meinte, nun wüsste ich, was er meinte, dass man immer absolut sicher sein muss, wenn man schießt. Es sollte mir eine Lehre sein und ich sollte etwas draus machen. Ich wusste zwar, warum ich schoss, es war dennoch nicht schön. Sagte ihm, dass ich ohne Alvrim und Percy beinahe den Bund verlassen hätte.

Ingo meinte, ich würde oft von Percy reden und fragte, was es mit ihm auf sich hätte. Ich meinte, Percy sei einer der besten Leute im Bund, er habe mir gefühlte tausend mal den Arsch gerettet und er war es auch, der Nisra erledigt hatte. Obwohl er Gewalt hasste. Erzählte Ingo davon, wie er mich angriff, als ich den Jungen erschossen hatte, so entsetzt war er. Percy meinte, er würde auf mich aufpassen, während ich auf alle anderen aufpasse. Ingo meinte, Percy sei ihm suspekt. Ich meinte, er hätte keinen Grund dazu, Percy habe das Herz am rechten Fleck. Jessica kam zu uns auf den Balkon. Ingo meinte, er war sich sicher, dass Percy etwas verbarg. Nun sprach Ingo von Kurlsgart, einer Stadt nördlich von Eisenschmiede, an der Grenze zum Sumpfland. Er sprach von Idiotie und ich bat ihn, uns davon zu erzählen. Er erzählte uns, wie die Sache eigentlich erledigt war, wie er mit Eleza, Ian und Alex da unten war und den Despoten Radbach entmachtete. Sie haben Radbach den Dorfbewohnern überlassen - und die haben ihn frei gelassen, was Ingo beinah verrückt machte. Er müsse sich nun darum kümmern, das gerade zu biegen. Er wollte eine Waffenlieferung und ein paar Instrukteure nach Kurlsgart schicken, um zu helfen. Ingo war sich sicher, Radbach würde zurück kehren. Ich bot an, den Leuten zu zeigen, wie man schoss, hatte in Westfall ja auch gut geklappt. Ingo meinte, er würde sich das merken. Ingo wechselte das Thema und wollte wissen, was es mit Natter auf sich hatte. Ich erzählte ihm von den Schlieren, die ich an ihr sah, wie sie einmal in die Knie ging, als ob sie Schmerzen hätte. Und dann wollte ich ihm noch vom Vorfall mit Bertlings Mann erzählen, als Jessica mich jedoch unterbrach. Ich erzählte jedoch zuerst fertig, wie sie Bertlings Mann tötete. Jessica erzählte von dem Kampf gegen den Dämon, der Leslay und Enoir auf dem Gewissen hatte. Keiler, Tharain und Natter waren auch zugegen. Was Jessica da andeutete, gefiel mir nicht. Wälzte man den schädlichen Einfluss des Nethers auf Natter ab?

Jessica meinte, dass es durchaus möglich war. Eine andere Erklärung für die schwarzen Schlieren, obwohl Natters Dolch zerstört war, gab es ja auch nicht. Ich hatte immer geglaubt, der Dolch sei Schuld an allem. Ingo meinte auch, dass alles nun einen Sinn ergab. Der Dolch war nur ein Katalysator. Natter sei mit dem Schatten verbunden. Vielleicht habe ich Natter verkannt, sagte ich. Doch ich bat die beiden auch, sich mal vorzustellen, was passiert wäre, wenn Bertlings Leute uns aus Rache angegriffen hätten. Auch meinte ich, dass Natter jederzeit im Rausch einen von uns angreifen könnte. Ich meinte, dass ich mich von ihr fern hielt, weil ich echt den Drang hatte, ihr Leiden zu beenden, bevor es einen von uns erwischte. Ingo meinte, dass diese Wendung bedeutete, dass Natter Ingo die ganze Zeit angelogen hatte. Jessica schlug vor, sie zu läutern. Ingo meinte, dass sie da wahrscheinlich erst recht durchdrehen würde. Er meinte, es wäre besser, abzuwarten und abzudrücken, wenn sie sich komisch verhielt. Jessica fragte, ob wir ihre Seele dem Schatten überlassen wollen, ob sie so etwas verdient hätte. Ingo meinte, dass Natter es wohl nicht anders wollte. Sie hätte Gefallen an dem ganzen Mist gefunden. Ich meinte nur, dass sie so oft Alvrims Befehle missachtete und ich befürchtete, die ganze Sache würde einfach ignoriert werden. Ingo meinte, er habe mit Orodaro bereits darüber gesprochen, sie alle hätten die Gefahr deutlich unterschätzt. Die Sache mit dem Dolch und den Stimmen in ihrem Kopf sei schon eine lange Zeit so. Jessica meinte, sie könnte heraus finden, wie tief Natter mit dem Schatten verbunden ist, doch da stellte sich die Frage, ob sie das mit sich machen ließ. Ich meinte, dass man handeln müsse, dass sie ohne den Bund längst Massenmörderin wäre. Sie gab mir die Schuld, wegen dem Dolch. Ich war auf ihrer Abschussliste und sie wollte es, so wie es war. Ingo meinte, er würde sich Jessicas Hilfe auch merken. Ingo meinte, er würde noch einmal mit ihr reden, dann aber nicht alleine. Wer konnte schon ahnen, was pasiseren würde?

Jessica verabschiedete sich, Ingo meinte, dass die Spannung der ganzen Lage ihm irgendwie gefiel. Das fand ich seltsam. Ob Ingo vielleicht doch nichts unternahm? Ich würde mir das merken müssen. Ich erzählte ihm, wie Natter mich beinah tröstete, nach der Sache mit dem Jungen und wie sie wieder ganz anders war, am nächsten Tag. Fragte ihn dann, ob er Gefahrensucher sei. Ingo meinte, es war gut, gebraucht zu werden. Er käme so selten zum Einsatz, aufgrund seines Ranges. Da musste er sich eben anderweitig beschäftigen. Ich meinte, er könne mich ja mal wieder unterrichten, wenn er sich so sehr langweilte und grinste dabei. Dann beugte ich mich vor und meinte, der Vorteil meines Ranges sei, dass ich nun mehr Geld bekam, aber auch Ärger, wenn ich Mist baute. Da dämmerte es ihm, dass ich nun Söldner war. Ich stimmte zu, dass ich vereidigt war. Mit allen Vorteilen, Nachteilen, Pflichten, Privilegien und Bürden. Ingo meinte, er wisse nicht, ob er mich beglückwünschen oder verfluchen sollen. Ich meinte nur, dass Beides da gut passte. Ich meinte, dass ich einfach hoffte, etwas zu bewirken. Etwas Gutes. Wenn die Nachteile kommen würden, müsste ich einfach bereit sein. Ich meinte auch, dass ich bereits Maßnahmen traf. Ich sprach nicht aus, dass ich bereits Fluchtorte suchte und wichtige Habseligkeiten zu meinem Großvater schickte. Ingo lobte mich, weil ich voraus dachte und meinte, dass sollten andere im Bund auch mal besser so machen. Ich meinte, ich wäre kein Schwarzdenker, wollte aber vorbereitet sein, komme was wolle. Ingo meinte, er hoffe, ich würde es nicht bereuen. Das hoffte ich auch. Und wenn doch, dass es möglichst lange dauerte, bis es soweit war. Ich fühlte mich wohl im Bund, doch das konnte sich ändern. Musste einfach nachdenken, aufpassen und hoffen, die richtigen -die besten - Entscheidungen zu treffen. Ingo fragte, ob wir den Sold schon bekommen haben und ich meinte, demnächst.

Er fragte, wieviel ich erhalten würde und ich meinte, 90 Goldstücke. Ingo wollte wissen, was ich damit anstellen würde. Ich erzählte ihm, dass wir eine ansehnliche Summe Gold bei den Banditen erbeutet haben, dass ich aber keine Ahnung hätte, was ich damit anstellen sollte. Ich war genügsam. Ingo meinte, zu seiner Zeit hätten sie nur die Häfte bekommen, und das bei größerer Gefahr, damals im Dschungel. Ich meinte, ich würde vielleicht etwas spenden, so wie Ingo es auch machte. Oder ich legte es an, für schlechte Zeiten. Da lachte Ingo und meinte, das sei schon fast traurig. Sua kam per Pferd angeritten und gesellte sich dann zu uns. Sie meinte, mein letztes Stündlein habe geschlagen, sprach sehr drohend, ehe sie mich umarmte. Ich drückte sie, denn sie freute sich, dass ich heil zurück war. Ich fragte, wie es ihr ging. Man sah ihr die Schwangerschaft ja nun doch ziemlich an. Sie meinte, sie langweilte sich, wo sie ja nicht auf Missionen gehen konnte. Sie fragte, ob Urlaub anstand und ich meinte, etwas Freizeit würde reichen müssen. Al würde außerdem einen ausgeben müssen. Sua meinte, sie wolle nicht stören. Ingo sprach davon, mir die lethalen und non-lethalen Trefferzonen erklären zu wollen, meinte dann aber, sie würde mich gern Sua überlassen, er habe eh noch etwas zu tun. Die Organisation der Verteidigung von Kurlsgart, zum Beispiel. Er verabschiedete sich. Sua meinte, sie fühle sich nicht so ganz zugehörig. Ich fragte, ob sie Hunger hätte, wir könnten essen gehen. Hunger hatte sie nicht, ich bat sie dennoch, mir Gesellschaft zu leisten. Draussen trafen wir nen Neuling, Nachtwind wurde er von Suadya genannt. Kurz vor unserem Aufbruch nach Westfall kam der wohl zum Bund. Wir fragten ihn, ob er mitkommen wollte. Kam er. War aber nicht sehr gesprächig.

Sua meinte, sie fände Nachtwind unheimlich. Naja, zumindest war er nicht unfreundlich. Noch nicht. Ich bestellte mir bei Feuerbräu Bier und Hüftsteak, Sua und ich nahmen Platz, während Nachtwind sich nur an die Wand lehnte. Sua bestellte sich Saft und ich meinte, dass ich nach der Zeit in Westfall garnicht genug Steaks futtern konnte. Sua fragte, wie es in Westfall lief und ich meinte, Alvrim habe seine Sache gut gemacht, obwohl es teilweise echt hart war. Doch wir hatten Erfolg und das war die Hauptsache. Sua erzählte mir, dass Eleza Grenam besiegt habe und seine Waffen stahl. Sie ging wohl ohne Grund auf ihn los. Seltsam, diese Frau. Ich meinte nur, ohne Zweideutigkeit zu beabsichtigen, dass, wenn sie mir an den Hammer griff, ich ihr diesen um die Ohren schlagen würde. Sua kicherte darauf hin, während Nachtwind nur dumm drein starrte. Eleza hatte sich wohl mit Ian im Hauptquartier geprügelt, trotz des Kampfverbots im Hauptquartier. Ich meinte, dass das mit den Waffen Diebstahl wäre. Sua solle sich mal vorstellen, man würde ihr ihr Schwert, Dämmerriss, stehlen. Sie meinte, sie würde den Dieb in den Nether prügeln. Grenam hatte wohl die Welt nicht mehr verstanden, hatte bloß trainieren wollen und dann sowas. Nun stand er ohne Waffen da, obwohl er sich ja bessern wollte. Ich meinte, wir würden ihm einfach neue Waffen besorgen. Nachtwind meinte nur, wir sollten Eleza aus dem Weg räumen. Ich meinte, so eine Kleinigkeit ließe sich doch mit Worten lösen. Sua meinte, Elezas Worte seien wohl Schwerthiebe. Da meinte ich, dass sie Ärger bekommen würde, wenn sie so weiter machte. Sua meinte, Alvrim wollte mit ihr reden. Er war ja immerhin Rottenmeister. Nachtwind meinte, dass Grenam seine Waffen mit Blut fordern sollte. Ich stimmte zu, dass es zumindest sein gutes Recht wäre. Ich meinte, mein Hammer sei ein Erbstück und ich würde ausrasten, würde alles tun, um einen Diebstahl zu verhindern. Diebstahl an einem Kameraden war respektlos und dreist.

Sua fragte Nachtwind, ob er je seine Maske abnahm. Er meinte nur, selten. Ich persönlich fand das ja sehr auffällig. Sua fragte, ob ich jemanden kenne, der Unterricht in Sachen Zweihändern gibt. Ich verneinte und riet Nachtwind, bei der Stadtwache aufzupassen, die wurden schnell misstrauisch und suchten wen - Grenam, wie ich jedoch verschwieg - der genau auf seine Beschreibung zutraf. Meine, dass ich es nur gut meinte, doch Nachtwind meinte, er habe nichts verbrochen. Er war da sehr optimistisch, aber ich hatte keine Lust, groß mit ihm zu diskuttieren. Masken zu tragen lockte Wachen doch nur an. Ich aß mein Steak auf, leerte mein Bier und verabschiedete mich dann, ging nach hause. Ich schrieb einen Brief an meinen Bruder, bezüglich meiner Beförderung und eventueller Vorsichtsmaßnahmen. Außerdem wollte ich wissen, wie es ihm ging. Ragnari war dauernd unterwegs und da wusste man nie, wo er eigentlich war und ob er überhaupt noch lebte. Mein Großvater, der ja immer noch bei mir zu Gast war, war zufrieden mit mir und lobte mich sogar, mahnte mich aber, niemals in meiner Wachsamkeit und meinem Wissensdurst nach zu lassen. Ich sollte weiterhin gut an mir arbeiten. Wir duellierten uns erneut, direkt vor der Wohnungstür, sehr zum Missfallen der Wachen. Diesmal war es ein Unentschieden, doch es war in Ordnung. Wir beide tranken noch reichlich Bier, ehe wir pennen gingen.


Zuletzt geändert von Veidt am 26. Jan 2013, 09:26, insgesamt 1-mal geändert.

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