Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
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 Betreff des Beitrags: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 15. Jul 2012, 10:19 
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Donnerstag, der 12. Juli

Nachtrag:

Nach der langen Fahrt durchs Nordmeer nun mein erster, richtiger Beitrag, der nicht bloß aus Beschreibungen besteht, wie ich über die Reling kotze. Ich habe schon vor meiner Abreise aus Sturmwind beschlossen, meine Abenteuer nieder zu schreiben. Das hat mein Bruder Ragnari auch einst so gemacht und so muss ich nicht auf mein von Alkohol zerfressenes Gehirn zurück greifen, wenn ich die Geschichten mal meinen Kindern oder Kindeskindern erzähle - sollte ich je welche haben. Außerdem hoffe ich, dass dieses Buch meinem Bruder Ragnari zukommt, sollte mir etwas passieren. Ein weiterer, wichtiger Grund des Schreibens ist auch, dass ich meine eigenen Aktionen vielleicht analysieren kann, um mich auch weiterhin zu verbessern.

Die Überfahrt von Sturmwind nach Nordend war unglaublich hart. Ich scheine die See nicht wirklich gut zu vertragen. Vielleicht lag es aber auch am gammeligen Zwieback und dem verwässerten Rum, dass mein Magen nahezu dauernd rebellierte. Wenig hilfreich war der Mann mit dem schwarzen Zylinder, der sich irgendwann am frühen Abend zu mir gesellte und mich begutachtete wie ein Forschungsobjekt. "Übelkeit nennt sich auch Nausea", sagte er mir absolut sachlich und klopfte mir dann auch noch auf den Rücken, was mir nicht gerade half, meinen Mageninhalt bei mir zu behalten. "Interessant ist, das 'Naus' in der Sprache der Vrykul Schiff bedeutet. Ein toller Zufall, findet Ihr nicht, Herr Zwerg?" Meine Antwort war, dass ich nur umso energischer über die Reling reierte, obwohl mein Magen eigentlich nichts mehr hergeben dürfte. Mir taten schon die Rippen weh. Der Mensch seufzte und schüttelte mit dem Kopf. "Ihr Gebrechen klingt wie der Brunftruf des gemeinen Silberhirsches aus dem Teufelswald. Sehr faszinierend. Auch die Tatsache, dass Ihr eigentlich nichts mehr im Magen habt, was Ihr von Euch geben könntet."

Wenn meine Blick töten könnten, dann wäre der Mensch wohl sofort umgefallen. Der Mangel an vernünftigem Mageninhalt war ja auch das Problem! "Mir fehlt vernünftiger Alkohol! Daran, dass der Boden schwankt, bin ich ja eigentlich gewohnt. Aber das hier... Wer zum Henker seid Ihr eigentlich?" Zu meiner Schande musste ich mich wieder an die Reling klammern. Der Mensch indes kramte in seinem Arztkoffer und reichte mir dann ein kleines Fläschchen. "Nehmt dies, Freund Zwerg. Das dürfte ein wenig helfen. Mein Name ist Doktor Seamus Hatter. Und Ihr seid?" Ich nahm das Fläschchen entgegen, aber nicht ohne ein gewisses Misstrauen. Allerdings roch der Inhalt nach Alkohol und daher leerte ich die Flasche und gab sie dem Doktor zurück, stellte mich dann vor. Der Mensch nickte nur, grinste und dann wurden seine Augen groß. Ich folgte seinem Blick. "Mir scheint, ich hätte Euch die Medizin nicht geben müssen, Herr Zwerg. Ich sehe schwache Umrisse am Horizont, die man Land nennen könnte." Als ich versuchte, mich auf einen Punkt in der Ferne zu konzentrieren, wurde mir nur wieder übel. Sehr zur Belustigung des Doktors: "So eine Verschwendung. Ich dachte immer, Zwerge können Alkohol in sich halten..." Scherzkekse, diese Menschen! Ich warf ihm ein paar Flüche entgegen. "Gebt mir gutes, kühles Bier und ich kann es Euch beweisen, Doktor." Dieser öffnete bereits wieder den Mund, wahrscheinlich um mich schon wieder zu ärgern, als eine gepanzerte Gestalt zu uns trat und ihn unterbrach. "Wir sind also endlich da, was? Sehr schön. Hatte schon Angst, der Kutter bricht auseinander..." Der Kerl hatte ne dicke, dunkelblaue Rüstung an. Sah definitiv wie ein erfahrener Krieger aus.

Das Beiboot wurde zu Wasser gelassen und ruderte mit uns Reservisten an Bord endlich gen Küste. Es war sehr nebelig und nur schwach erkannte man Ruinen am Strand und eine Insel mit einem großen, alten Turm der sich wie ein mahnender Finger in den Himmel reckte. Schnell jedoch erkannten wir das Banner von Sturmwind am Strand standen. "Das wird eine Freude und eine Herausforderung, die Flora und Fauna Nordends kennen zu lernen", schwärmte der Doktor und kletterte als erster aus dem Boot. gefolgt von zwei Frauen, die miteinander tuschelten. Eine hatte weiße Haare, die andere hatte ihre Kapuze bis zur Nasenspitze ins Gesicht gezogen. Hab mich noch gewundert, wie die überhaupt gucken kann. Aber ich tat es ihnen gleich und kaum hatte ich wieder festen Boden unter den Füßen, ging es mir wieder besser.

Der Mann in der Plattenrüstung hat mir noch auf die Schulter geklopft. "Na, wieder Behagen im Magen?" Ich nickte nur, dann folgte ich den anderen Reservisten zum missmutig dreinblickenden Gefreiten, der an einem schartigen, alten Tisch in der Nähe eines kleinen Lagers stand und uns erwartete - und lautstark anbrüllte, als wir nicht sofort zu ihm eilten. Wir Reservisten traten an und der Kerl hieß uns am Dach der Welt willkommen. Ich schildere manche Dinge extra, weil ich es so amüsant fand, was der Doktor dann meinte: "Ich dachte immer, der Berg Hyjal sei das Dach der Welt. Ihr seid scheinbar falsch informiert!" Er beschimpfte den Dok als vorwitzigen Possenreißer, dann las er seine Liste mit den Namen der Reservisten vor. Bei manchen musste ich mir echt das Lachen verkneifen: Plattfuß? Katzenherz? Was sind denn das für Namen? Der Mann in der blauen Rüstung hieß Julius von Wellenheim. Die Frau mit den weißen Haaren hieß Jessica Dunkelherz und die mit der übertriebenen Kapuze hieß Leslay Rosé. Als der gefreite den Doktor aufrief, erklärte er ihm außerdem, dass ihm sein Titel in Nordend nichts brachte. Der Doktor konterte absolut sachlich, dass es niemanden scherte, was der Gefreite sagte. Fand ich schon toll. Der Dok gefiel mir. Frech, aber absolut ernst und stets mit freundlichem Tonfall. Ich war gespannt, wie die hohen Tiere des Militärs auf ihn reagieren würden. Ich allerdings musste mich in Sachen Disziplin auch zusammen reissen, das wusste ich.

Auch ich wurde aufgerufen, der Gefreite beschimpfte uns alle noch eine Weile, dann schickte er uns zu einem Sergeant Maro, den wir an seinem roten Helm erkennen würden. Wir gingen weg von der Küste, hoch in ein kleines Lager am Strand. Wir schritten an Lagerfeuern vorbei, durch Zeltreihen. Aber wir haben niemanden mit nem roten Helm gefunden. Auch nicht, als wir nach ihm riefen. Reservist Plattfuß ging dann mit einigen der anderen Reservisten ans andere Ende des Lagers und versprach, uns zu rufen, sollte er dort Erfolg haben. Schnell waren ihre Umrisse im Nebel verblasst und nur Julius, die beiden Frauen, der Doktor und meine Wenigkeit blieben zurück. Dann kam so ein alter Mann zu uns, ganz begeistert. Er habe auf uns gewartet und wir sollten ihm folgen. Er habe etwas für uns zu tun. Wir dachten uns nicht viel dabei. An der Front scheuchte wohl jeder die kleinen Fische herum, schätzte ich. Der Alte hatte graue Haare und war so faltig wie das Brachland, führte uns ein Stück aus dem Lager heraus. Sein Karren sei samt Pferd im Matsch stecken geblieben und wir sollten ihm helfen, ihn zu bergen. Als Gegenleistung würde er uns den dort geladenen Fusel anbieten und versprach ein gutes Wort für uns einzulegen. Ich wurde da schon ein wenig frech, und meinte, ich sei hier um Orcs zu klatschen, nicht um Botengänge für alte Leute zu erfüllen. Der Dok war begeistert, konnte den Alkohol vielleicht noch für seine Medikamente gebrauchen. Eigentlich hatten wir wohl keine andere Wahl, also folgten wir dem alten Mann. Wir ließen das kleine Lager am Strand hinter uns, folgten einem Trampelpfad weg von der Küste.

Nach einigen Minuten erreichten wir eine kleine Steinbrücke, die sich über einen kleinen Bach zog und eine Straße, die sich in beiden Richtungen im dichten Nebel verlief. Da hätte uns schon wundern müssen, warum der alte Mann voll lange überlegen musste, bis ihm der Weg wieder einfiel und er uns über die Brücke lotste. Der Pfad sei ganz in der Nähe. Wir überquerten die Steinbrücke, folgten der Straße. Es ging ein wenig bergauf, eine Kurve brachte uns noch weiter vom Strand weg. Schwach waren im Nebel die Bäume der Grizzlyhügel zu erkennen. Ganz selten sahen wir auch Hirsche oder die prächtigen Langhörner. Ich nahm meine Repetierarmbrust in beide Hände. Leidenschaftlich gerne ging ich auf die Jagd. Hier oben gab es sicher einige eindrucksvolle Tiere, die es zu erlegen gab. Wir überquerten eine weitere Brücke und abseits der Straße sahen wir zunehmend mehr Schnee. Weiße Flecken im Gras, als sei der Nebel hier zu Boden gegangen. Ein Geräusch ließ uns aufschrecken und ich richtete meine Armbrust aus. Hatte keine Lust, hier plötzlich von nem Bären angefallen zu werden. Doch es war nur ein Silberfellhirsch, der rasch das Weite suchte und im Nebel verschwand. Die Sichtweite tendierte gen Null und ich fiel ein wenig zurück, die Armbrust feste in den Händen haltend. Ich war mir damals nicht so sicher, wie gut der Doktor oder die beiden Frauen kämpfen konnten, sollte es nötig sein. Da wollte ich einfach aufpassen und bildete daher die Nachhut.

Nun lag auch etwas Schnee auf der steinernen Straße und der alte Mann hielt plötzlich inne. "Moment, hier sind wir falsch." Die Worte trafen unsere kleine Reservistengruppe wie Faustschläge. "Ich bin definitiv nicht im Schnee stecken geblieben und es hat heute noch nicht geschneit. Wir sind hier verkehrt." Ich schlug sich mit der freien Hand gegen die Stirn. "Na prächtig. Habt Ihr Euch verirrt?" Julius fand nicht ganz so freundliche Worte wie ich: "Seid Ihr senil? Wie konnte Euch das passieren?" Der alte Mann fauchte uns an: "Passt verdammt noch mal auf, wie ihr mit mir redet! Ich habe mich nicht verlaufen! Hier ist irgendwo ein Pfad, ganz sicher!"

"Wie lange seid Ihr eigentlich schon hier in Nordend?", wollte Jessica wissen und bereute die Frage sofort wieder, das sah ich an ihrem Gesicht. Bei der Antwort des Alten bereute ich selbst eine ganze Menge. Das Einschreiben, die Überfahrt.. "Ich?", sagte der Alte und kratzte sich die kahle Stelle auf dem Schädel, "Ich bin seit ein paar Wochen hier." Worte, die nicht besonders beruhigend wirkten. "Schwärmen wir aus und suchen den Pfad", schlug Julius vor und entfernte sich ein wenig von der Straße, stapfte in die dünne Schneeschicht und schob den Schnee mit dem Stiefel beiseite. "Schwer, unter dem Schnee einen Pfad zu finden", kommentierte Leslay mürrisch und ging auf der Straße wieder ein wenig zurück. "Vielleicht sind wir viel zu weit, sollten wieder ein Stück die Straße runter?" Der alte Mann sah unentschlossen aus. Und ich war richtig begeistert. Hätte dem Greis am Liebsten das dicke Ende meines Hammers in den Arsch gerammt. Warum ließ man solche Leute überhaupt noch in Krisengebiete? Der hier gehörte sicher ins Altersheim.

Mit erhobener Repetierarmbrust suchte ich abseits der Straße ebenfalls nach einem Pfad, suchte aber absichtlich dort, wo kein Schnee lag. Dabei achtete ich jedoch darauf, die anderen nicht außer Sichtweite zu lassen. Ich wollte niemanden verlieren und ganz sicher nicht alleine in der Wildnis festsitzen. Meine Ausbildung beim Gebirgsjägerkorps half mir hier jedoch ein wenig. "Schon etwas gefunden, Herr Zwerg?", hörte ich Doktor Hatter rufen. "Nicht so laut", antwortete ich, "Der Nebel..." Ich wurde vom Doktor unterbrochen: "Der Nebel dämpft Geräusche und verstärkt sie nicht. Und ich brülle ja nicht. Aber ich warte auf eine Antwort." Hab immer gedacht, Nebel verstärkt Geräusche. Naja, wieder etwas gelernt. Ich fand dann auch einen Wegweiser und einen kleinen, matschigen Pfad zwischen den Bäumen.

Schon war der alte Mann neben mir. "Jaaa... Kommt mir bekannt vor. Es ist nicht mehr weit, kommt!" Schon schritt er los, durch den Matsch. Julius folgte ihm, gefolgt vom Doktor. Die beiden Frauen verzogen das Gesicht, als sie durch den Morast stampften und ihre Schritte verursachten schmatzende Geräusche. Erneut bildete ich die Nachhut, hatte selber zunehmend schlechte Laune und außerdem ziemlichen Durst. Das Positive an der ganzen Sache war, dass die Grizzlyhügel bisher angenehmer wirkten als die Geschichten, die ich über Eiskrone gehört hatte. Minutenlang stampften wir den Pfad entlang, immer tiefer in den Wald hinein. Wie dunkle Säulen ragten die Bäume aus dem Nebel, ließen noch viel mehr vermuten, außerhalb der Sichtweite. Nein, hier wollte ich mich definitiv nicht verirren.

"Riecht ihr das?", fragte Doktor Hatter nach einer Weile. Ja, etwas roch hier ziemlich seltsam. Und dazu kam das Geräusch surrender Fliegen. Nun fanden wir ein ziemlich stark verwestes Pferd nicht unweit der Straße. Maden tummelten sich in Massen auf dem fauligen Fleisch. Und ich musste doch noch einmal in die Büsche und kotzen. Allerdings musste man kein Doktor sein, um zu kapieren, dass das Pferd schon eine ganze Weile tot war. Der alte Mann beharrte darauf, er habe den Karren vor acht oder neun Stunden erst verlassen. Wie konnte das Pferd dann so schnell verrotten? Nun fiel dem alten Mann ein, dass wohl Söldner in der Gegend seien, die den Karren wohl geklaut hätten. Er führte uns weiter den Trampelpfad entlang. Ganz ehrlich: Ich sah keine brauchbaren Spuren im Matsch. Das Terrain wurde nun etwas felsiger und nach einigen Minuten erhob sich ein Turm aus dem Nebel, am Ufer eines kleinen Gebirgssees. Die Natur hier war optisch schon erstaunlich. Mein Bruder Ragnari hatte mir oft von Nordend erzählt und betrachtete das Land als seine zweite Heimat. Nun, hier war es in der Tat schön. Aber sicher auch gefährlich. Wir steuerten den Turm an. Er war verlassen. Die Spitze sah ein wenig "neuer" aus. Das Holz war hier heller. Also war der Turm repariert worden. Überall hingen Banner: Ein weißes Schild und Schwert auf schwarzem Grund. Doch hier war niemand. War das hier das Söldnerlager? Als wir den alten Mann fragen wollten, fiel uns auf: Er war verschwunden. Wie vom Erdboden verschluckt. Ich fand keine Spur im Matsch. Ja, ich war kein besonders guter Gebirgsjäger. Aber so schlecht war ich auch nicht! Was ging hier vor?

Jessica und Leslay vermuteten eine Falle, dass es den Karren mit dem Alk wohl nie gegeben habe. Doktor Hatter entschuldigte sich bei uns, zugestimmt zu haben, dem Greis überhaupt erst zu folgen. Julius war ganz nachdenklich und auch ich musste mich fragen: Was nun? Vom Turm aus gab es zwei Wege: Einen nach Süden, einen gen Westen. Im Süden lag das Gebirge, welches wir zwar nicht sehen konnten bei Nacht und Nebel, doch die Straße war hier sehr steil. Die Banner ließen darauf schließen, dass es hier wirklich Söldner gab. Diese waren wohl kaum mit Hab und Gut nach Süden aufgebrochen. Bei der matschigen Straße war es ein unmögliches Unterfangen, hier Pferde oder Karren erfolgreich die Straße hoch zu zwingen. Aber warum hingen hier noch die Banner? Waren die Söldner überstürzt aufgebrochen? Geflohen? Gab es vielleicht Feinde in der Nähe? Am Ende beschlossen wir, der Straße nach Westen zu folgen, in der Hoffnung, das Lager der Söldner oder eines der Allianzsoldaten zu finden. Der Nebel war selbst zwischen den Bäumen unglaublich dicht. Eine ganze Weile schlenderten wir schweigend die matschige Straße entlang, bis eine kleine Holzbrücke über einen Bach führte. Nun drang uns jedoch wieder der Geruch von Fäulnis in die Nase.

"Ein Schlachtfeld?", war meine Vermutung. "Oder eine Armee von Verlassenen", war die des Doktors. Tapfer schritten wir weiter und in der Tat standen wir bald inmitten toter, verstümmelter Orcs. Krater zierten hier die Landschaft. Die Orcs waren ziemlich zerlegt worden. Das war echt kein schöner Anblick. Der Gestank und der Nebel, der über der Szenerie lag, machte es echt nicht besser. Und dann hatte ich plötzlich das Gefühl, als lege jemand seine eiskalte Hand auf meine Schulter. Ich fuhr herum, dachte erst an einen Scherz der anderen. Doch diese hatten ähnlich mulmige Gefühle. Dann plötzlich schoss ein Frostbolzen aus dem Nebel, verfehlte uns jedoch. Also doch ein Hinterhalt? Nun war es schwer, nicht in Panik zu geraten. Die beiden Frauen blieben meist unter sich, schwiegen meistens. Julius nannte Jessica dauernd Hexe und Doktor Hatter war freundlich und frech zugleich. Wie konnten wir bunter Haufen einen Hinterhalt überleben? Vielleicht gegen eine Überzahl? Vorsichtig bewegten wir uns weiter, sahen uns wachsam um, wobei man im Nebel nicht viel erkennen konnte. Die Straße stieg ein wenig an.

Dann plötzlich sahen wir etwas im Nebel. Schatten bewegten sich taumelnd auf uns zu. Es waren die toten Orcs! Mir wurde ziemlich bange. So etwas habe ich noch nicht erlebt. Allerdings muss man seine Angst herunter schlucken. Von allen Seiten kreisten uns die verstümmelten, schwankenden Körper ein. Jessica und Leslay wirken merkwürdige Zauber. Fällt mir hier schwer, das näher zu beschreiben. Ich kenne mich mit Magie nicht aus und habe auch eher die nahen Leichen angeschaut als die Frauen. Der Doktor zog Schwert und Pistole und Julius Schild und Streitkolben. Ich jedoch begann, mit meiner Repetierarmbrust auf die toten Orcs zu schießen. Einen der wandelnden Leichen habe ich erwischt. Julius rannte ihnen entgegen und suchte gezielt den Nahkampf. Die beiden Frauen und der Dok zerlegten ebenfalls einige der Untoten. Dann jedoch wurde ich von einem Frostbolzen getroffen, an der linken Schulter. Der Treffer warf mich um, ich landete auf dem Rücken und meine Rüstung presste mir die Luft aus der Lunge. Schlimmer war jedoch die unglaubliche Kälte, gegen die weder Rüstung noch Wollunterkleidung halfen. Mühsam erhob ich mich und sah einen schattenhaften Schemen, manifestierter Schatten, der sich ein Duell mit Leslay lieferte.

Julius war umringt von Untoten. Irgendwer meinte, wir sollten das Heil in der Flucht suchen. Ja, inmitten eines Schlachtfeldes würde es übel ausgehen, wenn wir jede dieser Leichen noch einmal erschlagen mussten. Hatter und Jessica waren bereits ein Stück weiter die Straße herauf. Julius schlug sich mit den Untoten und ich musste überlegen, ob ich ihm half. Leslay jedoch rührte sich nicht mehr, stand still wie eine Statue. War da Hexerei am Werk? Ich kniete mich vor sie, erhob mein Schild um sie vor weiteren Frostbolzen des Schemens zu schützen. Jessica indes schrie etwas von einem Troll und ich beschloss, nicht lange zu warten. Ich warf mir Leslay über die Schulter und rannte schnaufend die Straße hoch, dicht hinter Julius. Frostbolzen schlugen unweit von uns in den Matsch, doch der Schemen traf mich nicht. Kurz darauf konnte sich Leslay wieder bewegen und drückte sich weg von mir. Ich ließ sie los und Julius und ich stürmten einem Troll entgegen, der sich tanzend bewegte. Er kontrollierte die Toten und hatte diesen schattenhaften Schemen beschworen! Hatter und Jessica feuerten bereits auf ihn. Endlich hatten Julius und ich ihn erreicht. Mein Hammer traf ihm hart auf den Schädel, Julius riss seinen Streitkolben hoch, direkt unter das Kinn. Der Troll fiel tot zu Boden und gleichzeitig auch die restlichen Kadaver, die sich um Hatter geschart hatten. Es war geschafft!

"Was, wenn wir tiefer ins Feindesland marschieren und noch mehr Untote uns angreifen?", wollte Leslay wissen. Wir alle waren müde, einige von uns auch ein wenig angeschlagen. "Vielleicht sind noch mehr solcher Hexer in der Nähe", stimmte Jessica zu. Wir diskutierten eine Weile. Weiter oder doch noch Zurück? Hilfe bot ein Wegweiser, etwas aufwärts. Wir gingen die Straße weiter und lasen die verschiedenen Schilder. Abgesehen vom Rückweg gab es hier zwei weitere Wege: Einer gen Norden, einer gen Westen. Auf den Schildern, die nach Norden zeigten standen: "Thor Modan" und "Lager der Westfallbrigade." Auf denen, die nach Westen zeigten "Ammertannhütte" und "Burg Siegeswall". Nun ging die Diskussion weiter. Ich war der Meinung, dass Thor Modan zwergisch klang und man uns dort vielleicht fürstlich empfangen würde. Ich stand mit der Meinung alleine da. Das Lager der Westfallbrigade war möglicherweise verlassen. Eine Burg jedoch schien das naheliegende Ziel. Wir beschlossen, Burg Siegeswall anzusteuern und folgten der Straße weiter nach Westen. Ich bemerkte nun erstmals, dass Leslay mich anstarrte. Ich denke, sie ist sauer, weil ich sie einfach fort geschleppt habe. Natürlich wollte ich sie nur beschützen. Oft bemerkte ich ihnen Blick. Mal gucken, ob sich das Verhältnis zu den Frauen noch bessert. Jessica scheint da die nettere zu sein. Ich fand es sehr beeindruckend, wie der Doktor gekämpft hatte und auch Julius hatte sich tapfer geschlagen.

Ein weiterer Wegweiser führte uns nach Süden und es ging endlich etwas bergab! Langsam lichtete sich der Nebel ein wenig und wir sahen, dass der Morgen dämmerte. Zu unserer Linken sahen wir prächtige Berge, schneebedeckte Hänge, die sich aus dem Nebel erhoben. Rechts von uns war der Wald. Erneut teilte sich die Straße nach Westen und Norden hin. Ein Wegweiser zeigte jedoch nur noch gen Norden, zur Ammertannhütte. Wir waren uns erneut ziemlich uneinig. War Burg Siegeswall nicht die beste Möglichkeit, wieder auf Truppen der Allianz zu stoßen? Doch die Hütte war definitiv näher! Wir beschlossen, uns die Hütte anzusehen und gingen noch nach Norden. Allerdings ging es nun wieder bergauf, sehr zum Missfallen der beiden Frauen. Nach einigen Minuten ging der matschige Weg wieder in eine richtige Straße über und wir sahen eine große, prächtige Hütter vor uns. Banner der Allianz standen neben den schwarzen Bannern, die wir bereits beim Turm im Osten gesehen haben. Weißes Schwert und weißer Schild auf schwarzem Grund. Wir hatten also das Söldnerlager gefunden. Ein seltsames Knattern und Röhren riss uns aus der Freude. Das Geräusch kam näher. Julius deutete als erster gen Himmel und meine Vermutung bestätigte sich: Ich hatte solche Geräusche schon öfter gehört, in Eisenschmiede. Eine Flugmaschine näherte sich mit knatternden Rotoren, landete schließlich unweit der Straße. Ein Zwerg mit rußigem Gesicht, weißem Bart und einer ziemlich übertriebenen Brille sprang aus dem Sitz und richtete sein Gewehr auf uns. Vom Haus her näherte sich eine Frau.

Der Zwerg bat uns, uns zu erkenne zu geben und wir schilderten ihm unsere Geschichte und das Zusammentreffen mit dem Trollhexer und seinen untoten Marionetten. Julius tat sich nun ganz klar als Anführer unserer kleinen Gruppe hervor, erklärte sachlich, dass die verbliebenen Leichen Ressourcen für weitere solcher Hexereien lieferten. Er erklärte dem Zwerg und der Frau auch, auf welchem Schiff wir ankamen. Die Frau an der Seite des Zwerges ging wieder zur Hütte zurück und kam wenig später mit einem Mann zurück. Dieser war ganz in schwarz gekleidet, samt Stirnband und schwarzem Bart. So kam es, dass sich unsere kleine Bande von verlorenen Reservisten dem Söldnerbund Dämmersturm anschloss, unter dem Kommando von Tim Orodaro - dem netten Herren in schwarz. Die Frau wurde von Orodaro Miss Grauschmied genannt und der Zwerg stellte sich als "Ingo oder Sturmbote" vor. Wir trugen uns in eine Liste ein. Das hier war doch besser, als wieder zurück zum Strand zu latschen, oder? Wir betraten die Hütte und Miss Grauschmied verteilte Wappenröcke. Ich bekam einen, der ziemlich löchrig war. Gebraucht. Der Kommandant verwies uns an einen Soldaten der Allianz, der uns draussen Zelte zuweisen sollte. Ich ließ meine Schulter versorgen und bekam außerdem ein paar Gesprächsfetzen zwischen dem Kommandanten und dem Zwerg mit: Die Venturebucht war also das nächste Ziel. Erwähnenswert ist auch, dass es eigentlich keine Trolle westlich des Flusses unter der Ammertannhütte geben dürfte. Ich aß eine Kleinigkeit und kroch dann in mein Zelt. Ich war müde - wir alle waren das. Und ich war ziemlich sicher, dass ich meine Kräfte hier brauchen würde.

So war ich also von einem Reservisten zu einem Tagelöhner eines Söldnerbundes "aufgestiegen." Mein Bruder Ragnari hatte mir vom Dämmersturm erzählt. Einige Leute, die er von der Silberhand kannte, kämpften hier nun. Er meinte, dort würde ich einiges lernen können. Ich hatte jedoch keine Ahnung gehabt, wie ich den Dämmersturm finden konnte und mich schließlich als Reservist eingetragen. Ein glücklicher Zufall hatte mich nun doch zum Dämmersturm verschlagen. Allerdings bleibt abzuwarten, ob dieses Glück anhält. Wenigstens lebe ich noch.


Zuletzt geändert von Veidt am 2. Okt 2012, 04:36, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 15. Jul 2012, 11:12 
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Freitag, der 13. Juli

Nachtrag:

Habe viel zu lange geschlafen, fast den ganzen Tag. Habe ein wenig zu essen bekommen und mich mit einem mies gelaunten Mann namens Tharain unterhalten, ebenfalls ein Tagelöhner des Bunds so wie ich. Ich erzählte ihn, wie die anderen Reservisten und ich die Hütte erreichten und auch die Geschichte mit dem Troll und seinen untoten Dienern. Er verabschiedete sich jedoch schnell. Schien mir sehr wortkarg. Vielleicht muss er bloß auftauen. Aber ich erwarte auch nicht, mit jedem hier gut Freund zu werden. Sowas ist schwer. Unterschiedliche Persönlichkeiten auf engstem Raum - sowas kann schon einmal zu Spannungen oder Streit führen.

Schön war, dass ich Rethorn Lightshadow traf. Er begrüßte mich herzlich und als ich ihm meinen Namen nannte und ihn von meinem Bruder erzählte, schien es, dass ich neben Julius und dem Doktor wieder einen etwas netteren Kameraden getroffen hatte. Rethorn hatte einst mit meinem Bruder bei der Silberhand gedient. Wir unterhielten uns eine Weile über den Verbleib meines Bruder, der sich gegenwärtig in einer Glaubenskrise befindet und nach meinen letzten Informationen den Argentumkreuzzug offiziell verlassen hatte, um eine andere Richtung anzusteuern. Draussen gab es einen großen Balkon mit einer prächtigen Aussicht über den Fluss, einem Holzfällerlager und in der Ferne konnte man bei gutem Wetter die Venturebucht - das nächste Ziel des Dämmersturms - sehen. Rethorn und ich rauchten eine Weile, unterhielten uns über Moral und Pflicht und meine Ankunft bei der Hütte und den Angriff der Untoten Orcs mit den rot glühenden Augen. Dann suchte er den Kommandanten auf und ich blieb noch eine Weile draussen sitzen.

Dann traf ich eine Frau, neben der Leslay's bohrende Blicke nahezu harmlos waren. Rethorn hatte sie mit Natter angesprochen. Das hätte mich eigentlich warnen sollen. Ich war so blöd, geradewegs auf sie zu zu gehen, sie zu grüßen und mich vorzustellen. Eine Maske verhüllte einen Großteil ihres Gesichts. Ihre Augen jedoch... Eiskalt. Sie antwortete nicht. Ich entschuldigte mich für die Störung und trat zurück, rückwärts. War ich zu aufdringlich gewesen? Da musste ich etwas aufpassen, definitiv. Ich wollte mir innerhalb des Bunds keine Feinde machen. Schleimen wollte ich aber auch nicht. Wenn ich mich nicht mit jedem vertrug, dann sollte es wohl eben so sein. Ich betrat die Hütte und traf dort auf Ingo, der mir gerade etwas erzählen wollte, ehe Rethorn zu uns trat, um mich auf eine Mission mitzunehmen. Ingo verschwand dann, offensichtlich beleidigt. Wie alt er wohl ist? Da frage ich aber besser nicht ihn selbst. Er scheint mir schnell gekränkt. Rethorn und ich sollten zurück zum Schlachtfeld. Leichen verbrennen. Außerdem sollte Rethorn sich den toten Troll genauer anschauen. Ich ging also ins Lager und holte einen Sack mit Fackeln, Flaschen voller brennbarem Alkohol und Zündhölzer. Zu Fuß machten wir uns dann auf den Weg, nahmen jedoch einen nördlichen Weg, vorbei an einem Friedhof und einem Wachturm, ehe wir langsam gen Süden bogen und bald die matschige Straße in Richtung Schlachtfeld erreichten.

Rethorn erklärte mir, dass wir die Leichen auf große Haufen auftürmen, übergießen und anzünden würden. So würden wir erneute Auferstehung durch Hexerei oder Nekromantie verhindern. Kurz darauf hatten wir auch schon das Schlachtfeld erreicht und machten uns daran, die Leichen auf einen Haufen zu zerren. Allerdings wurde es bereits wieder nebelig. Wir beeilten uns, denn ich wollte Rethorn auch nicht aus den Augen verlieren. Und das Heulen von Wölfen in der Ferne war auch nicht beruhigend. Klar, Tote lockten Aasfresser an. Sollten weitere Trollhexer in der Nähe sein, könnte es eng werden. Ich vertraute auf Rethorns Fähigkeiten, doch Unterzahl war Unterzahl. Gerade hatten wir die ersten Scheiterhaufen entfacht und uns ein wenig weiter die Straße entlang bewegt, um die nächsten Leichen auf Haufen zu türmen, kam das Heulen der Wölfe bedrohlich nah. Im Nebel sahen wir Umrisse herum huschen. Ich selber hatte meine Schulterpanzerung noch abgelegt und im Sack verstaut, um die Leichen besser ziehen zu können. Hastig lies ich den Sack nun fallen. Meine Armbrust war gegen die flinken Wölfe nutzlos. Also zog ich Hammer und Schild, während Rethorn seinen Zweihänder zückte. Rücken an Rücken stellten wir uns. Er befahl es mir, doch ich hatte bereits dieselbe Idee gehabt. Ja, ich war unerfahren in mancher Hinsicht. Doof war ich allerdings nicht. Nicht immer.

Von beiden Seiten her griffen uns Wölfe an. Rethorn fällte einige, sein Schwert riss grässliche Wunden. Doch seine Schwinger waren manchmal auch langsam und ich hörte, wie er auch einige Male von den Wölfen erwischt wurde. Ich selber hatte mein Schild und schlug es auch so manchem Wolf in die Schnauze, doch mein Hammer hatte nicht die Reichweite eines Schwerts. Die Wölfe waren flink. Ich erwischte einen an der Pfote, doch eine ganze Weile blieb ein tödlicher Treffer aus, während die Biester nach meinen Stiefeln schnappten, nach meinen Armen. Rethorn erledigte mehrere, ich traf nach einer ganzen Weile endlich einen am Kopf, musste schon doll kämpfen, um die Schmerzen zu ignorieren. Mein Schild war nützlich, auch meine Plattenrüstung. Doch die Wölfe waren unglaublich flink. Und auf einem nahen Felsen sah ich zwei große Wölfe stehen, die das Geschehen beobachteten. Rethorn rief mir über die Schulter hinweg zu, wie es mir ginge. Ein Heldenhammer-Zwerg lässt sich so schnell nicht töten, schrie ich. Doch Rethorn war erwischt worden, hatte Schmerzen. Und mir ging es nicht anders. Das hier konnte übel ausgehen. Dann näherten sich auch noch die beiden großen Wölfe.

Zu meiner Überraschung ertönte ein Knall und einer der Wölfe vor mir ging zu Boden. Nicht weit, aber weit genug hinter den Wölfen, sah ich Ingo mit seinem Gewehr stehen. Auch die Frau namens Natter war bei ihm und ein Mann, den ich noch nicht kannte. Das Blatt schien sich endlich zu wenden. Rethorn schien allein am Schuss erkannt zu haben, dass da Ingo den Abzug betätigt hatte. Die Natter versuchte, die Aufmerksamkeit der beiden großen Wölfe auf sich zu ziehen und der fremde Mann näherte sich, hatte auch eine Armbrust. Doch die Alphatiere ignorierten Natter, waren beinahe bei mir. Ich wehrte ab, so gut ich konnte und ließ einen der Wölfe gegen mein Schild prallen. Fast hätte es mich zu Boden geworfen. Ingo erledigte einen weiteren Wolf und ich erwischte einend er Alphas am Kopf, ehe der fremde Mann ihn hart mit dem Streitkolben am Rücken traf. Besonders auffallend jedoch war die aggressive, mordlüsterne Art der Natter. Ihre Waffen waren entweder verhext oder trugen ein merkwürdiges Gift, denn die Wölfe, die sie erwischte verloren ihr Fell. Dem einen explodierte sogar der Hinterleib, dass das Blut nur so spritzte. Sehr schnell waren die restlichen Wölfe erledigt, sehr zu meiner Erleichterung. Rethorn hatte eine tiefe Wunde am Arm. Meine Kratzer an Arm und Beinen waren nicht tief, aber bluteten trotzdem. Ingo schickte die Natter in die Wildnis, warum bekam ich jedoch nicht mit.

Der Mann mit der schnodderigen Redensart stellte sich mir als Philipp Schreiner vor. Er scheint ganz in Ordnung zu sein, zumindest ist er freundlich. Wir errichteten noch einige weitere Scheiterhaufen und ich führte Rethorn zum toten Troll, den er untersuchte. Anschließend machten wir uns auf den Heimweg und die Natter gesellte sich wieder zu uns. Ich bildete wieder die Nachhut. Die Natter im Rücken zu haben gefällt mir nämlich nicht. Aber mir fiel ihr Blick auf, den sie Rethorn zuwarf. Meinte sie die blutende Wunde? Gefiel ihr der Anblick? Oder wollte sie vielleicht etwas von ihm? Aber ganz ehrlich: Die Menschen zu deuten ist nicht so einfach. Zwerge sagen meistens, was sie denken. Zurück in der Ammertannhütten ließen Rethorn und ich unsere Wunden versorgen, erstatteten dem Kommandanten Bericht und anschließend machten ich es mir bei Rethorn und Ingo draussen am Lagerfeuer bequem. Rethorn kochte Bohnen. Mein Bruder Ragnari hatte mich einst davor gewarnt, mich in der Nähe von Rethorn aufzuhalten. Und auf keinen Fall sollte ich selber die Bohnen essen. Hab's aber trotzdem getan. Und habe um einen Tagessold gewettet, dass Rethorn sich nicht traut, das Bohnenwasser aus den Konserven zu saufen. Leider hat er sich getraut. Ingo pennte recht schnell am Lagerfeuer ein und ich habe die Nacht schlecht geschlafen, weil es in meinem Zelt schlimmer stank als auf dem Schlachtfeld. Wenigstens lebe ich noch.


Zuletzt geändert von Veidt am 2. Okt 2012, 04:38, insgesamt 1-mal geändert.

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Samstag, der 14. Juli

Nachtrag:

Hatte am frühen Abend Gelegenheit, mich mit Ingo zu unterhalten. Tatsächlich wechselte er sogar ins Zwergisch. Ich bin sicher, ich komme ihm wie ein naiver, dickköpfiger Junge vor. Jaaaa, manchmal bin ich ja auch hitzköpfig. Meine Scherze scheinen Ingo auch nicht zu gefallen, aber ich finde, etwas zum Lachen ist immer gut. Und Galgenhumor ist sowieso toll. Kann einem echt helfen, seine Angst zu vergessen. Ich versuche, ernst und vorsichtig rüber zu kommen. Scheinbar hat Ingo schon einige Kameraden sterben sehen. Auch welche, die wesentlich mehr drauf hätten als ich, wie er meinte. Ich versprach ihm, auf mich aufzupassen, keine unnötigen Risiken einzugehen und fleissig an meinem Können zu feilen. Ich hänge an meinem Leben. Ich sagte noch, ich wolle einen tollen Abgang, wenn es denn soweit wäre. Doch ich weiß, dass der Tod manchmal nichts heldenhaftes an sich hat. Manchmal krepiert man elendig im Dreck. Ich bin kein Feigling, nein. Aber ich lebe einfach gerne und hoffe, das bleibt noch eine ganze Weile so. Ingo gab mir den Tip, den Kopf einzuziehen und mich an jemand mit Erfahrung zu hängen. Als ich in seiner Brille die Spiegelung der Natter sah, die irgendwo hinter mir stand, hab ich mich verabschiedet und meinte, ich müsse pissen. Klingt besser als: "Die Natter ist hinter mir und diese Irre macht mir Angst!"

Draussen traf ich Doktor Hatter und habe mich mit ihm unterhalten, während ich ein wenig geraucht habe. Anschließend bin ich ein wenig umher gestromert, stets mit der Hütte in Sichtweite. Aber ich kenne das Terrain einfach noch nicht und möchte das ändern. Man weiß ja nie. Die Hütte liegt an einer Klippe hoch über dem Fluss. Unter dem "Balkon" ist freier Platz, um sich zur Not vor dem Regen zu schützen. Leider ist der Felsen dort zu schräg, sonst hätte ich da mein Zelt aufgeschlagen. Möchte man nach unten zum Fluss ist es durchaus ein kleiner Fußmarsch. Aber ich weiß nicht, ob es dort sicher ist. Vielleicht lauert beim Holzfällerlager der Feind. Ingo meinte später, dass es durchaus sicher sei, solange man nicht zu weit gen Süden wandert. Ich habe mit meiner Repetierarmbrust noch ein paar Zielübungen gemacht, ehe Ingo uns rief. Der Kommandant hatte Befehle für uns. Die Venturebucht war heute abend unser Ziel. Die Goblins hatten Gefechte mit den Vrykul - scheinbar dank einer Finte des Dämmersturms. Ingo sollte eine kleine Gruppe zu den Quartieren führen um diese mit Sprengsätzen und Granaten zu vernichten und die Truppen der Goblins zu dezimieren. Bei zu hohen Risiken sollten wir uns zurück ziehen und eventuell würde er einen 2. Trupp hinterher schicken, sollte es brenzlich werden.

Ingo nahm Doktor Hatter, Philipp Schreiner und mich mit. Ich machte noch den Vorschlag, zusätzlich zu den Granaten Brandsätze mitzunehmen. Am Vorabend hatte sich Alkohol und Feuer effektiv gegen Leichen erwiesen. Lebende würden die Flammen auch nicht gut vertragen. Wo Granaten nur sprengten, würde Feuer vielleicht noch mehr Schaden machen. Ingo ließ die Sprengsätze jedoch bei der Hütte. Sie seien zu sperrig und er wollte schnell rein und wieder raus. Als ich meinte, ich könnte auf mein Schild verzichten und einen Sprengsatz mitnehmen, widersprach her. Ja, einen Sprengsatz haben und nicht brauchen war besser als umgekehrt. Das gleiche galt aber auch für meinen Schild. Als es dunkel war, brachen wir auf. Wir gingen jedoch nicht direkt südlich am Fluss entlang, sondern machten einen kleinen Umweg, zuerst nach Südosten. Als die Türme des Vrykul-Dorfes in Sicht waren, schlugen wir uns in die Büsche, huschten abseits der Straße von Baum zu Baum, das Vrykuldorf Voldrune südlich von uns. Ich musste bei manchen Sprints ziemlich schnaufen. Meine Rüstung war schwer und ich habe auch das Gefühl, dass sie teilweise etwas klappert. Oder irre ich mich? Vielleicht muss ich manche der Gurte nur etwas enger zurren oder ein dickeres Wollunterkleid tragen. Auch befürchte ich, sie glänzt im Mondlicht. Das könnte irgendwann noch gefährlich werden. Allerdings habe ich nicht das Geld für eine andere Rüstung. Ob ich meine irgendwie anstreichen könnte? Vielleicht nehme ich in Zukunft einen dunklen Umhang mit, darf aber nicht vergessen, ihn nur lose über die Schultern zu legen. Denn ein richtiges Cape mag ich nicht tragen. Ich kenne die Geschichte von Gebirgsjäger "Doller!" Bill, der mit einem Speer der Frostmähnen zuerst an seinem Umhang an einen Baum genagelt wurde, und dann selber durchbohrt wurde, als er nicht mehr ausweichen konnte. So will ich nicht enden.

Als Brücke über den Fluss diente ein ausgehöhlter Baumstamm. Wir sprinteten hastig auf die andere Seite, waren nur kurz in Sichtweite eines Wachturms der Vrykul. Auf der anderen Seite hatten wir nun Burg Siegeswall nördlich von uns. Übrigens: Eine Festung der Horde. Gut, dass wir vorgestern nicht dorthin marschierten. Hätte übel enden können, das Ganze. Das Gebiet hier war zu offen und wir huschten rasch ins nächste Gebüsch. Irgendwo im Süden explodierte etwas. Kurz darauf fanden wir einige tote Goblins, scheinbar Mitglieder einer der zahlreichen Firmen. Söldner? Schon scheiße, dass ich mich hier noch nicht wirklich auskenne. Aber ich vertraue auf Ingo's Weisheit. Schreiner scheint trotz seiner schnoddrigen Art auch sehr kompetent und der Doktor kann Leben ebenso schnell beenden wie retten. Wir huschten weiter, von Baum zu Baum. Dann jedoch sah ich etwas: Einige Vrykul, die im Schutz der Bäume und der Dunkelheit beinahe unsichtbar waren. Phil und ich wollten bereits schießen, doch Ingo befahl, sie ziehen zu lassen. Sie hatten uns nicht bemerkt. Nahe der Straße zur Venturebucht stand ein gigantischer Shredder, wo sich Goblins und Vrykul nun bekämpften. Die Ablenkung war willkommen und im Schutz einiger Baumstümpfe eilten wir zur Venturebucht und steuerten die Quartiere an. Hatter und Schreiner nahmen sich die rechte Seite des langen Gebäudes vor, Ingo und ich die linke. Das Gebäude hatte Türen auf beiden Seiten. Auf unserer standen zwei Goblin. Ingo erschoss den einen und ich durchbohrte den anderen mit drei Bolzen meiner Armbrust. Schön, dass ich getroffen habe. Hätte andernfalls übel ausgehen können. Der Krach von Ingo's Flinte ging im Kampfeslärm unter.

Hatter und Schreiner hatten auf der anderen Seite wohl Probleme. Ingo gestellte sich zu ihnen. Jeder von uns hatte einen Brandsatz und zwei Granaten - nur Schreiner hatte lediglich eine - Ingo war um seine "Sicherheit" besorgt. Ich wollte den Brandsatz durchs Fenster werfen, traf jedoch knapp den Fensterrahmen. Wenigstens zerbrach die Flasche nicht. Sie blieb mit brennender Stofflunte unter dem Fenster liegen. Auf der anderen Seite des Gebäudes gab es Krach. Eine Granate explodierte im Gebäude und endlich konnte ich die Flasche beim zweiten Versuch ins Gebäude werfen. Gleichzeitig landete ein Brandsatz auf dem Dach der Quartiere. Ich wollte gerade die Tür ansteuern, da hörte ich Ingo brüllen, den Rückzug anzutreten. Gerade, als ich das Gebäude umrundete und meine Armbrust nachgeladen hatte, ertönte Alarm und von der Küste her näherte sich eine Gruppe aus Goblins. Sie hatten den Brand entdeckt. Ingo, Hatter und Schreiner waren mir bereits zwei Dutzend Meter voraus, bei den Baumstümpfen. Fast waren sie beim Wald. Ich nahm die Armbrust in eine Hand, zog mit der anderen eine Granate und zerrte mit den Zähnen den Sprint heraus, warf sie nach den anrückenden Goblins. Sie explodierte und Dreck wurde hoch geschleudert, verdeckte mir die Sicht. Ich wollte nicht warten, um zu sehen ob ich sie erwischt hatte. Der Rauch schützte mich wenigstens auch vor ihren Blicken und so nahm ich meine kurzen Beine in die Hand und rannte die Straße hoch, schlug mich in die Büsche und traf mich dort mit Ingo, Hatter und Schreiner.

Ingo war äußerst zufrieden. Wir alle waren unverletzt und hatten das Quartier vollständig zerstört. Und obendrein einige Goblins getötet. Mindestens zwanzig, vielleicht sogar dreissig - keine Ahnung, ob und wie viele meine Granate erledigt hatte. Die Goblins waren jedenfalls geschwächt und es bleibt abzuwarten, wie die Vrykul nun daraus Nutzen beziehen. Die Granaten und Brandsätze waren ausgesprochen effektiv gewesen. Hatter beschwerte sich noch, wie unschön es war, Brandverletzungen zu behandeln. Aber wir hatten es ja geschafft. Der Rückweg verlief ereignislos. Schreiner prahlte von seinen tollen Aktionen. Ich jedoch weiß nicht, ob ich zufrieden sein kann. Zurück bei der Hütte gab es Lob von Kommandant Orodaro. Ich habe einen Scharmützeltaler bekommen und ihn an meinen Wappenrock geheftet. Anschließend setzten wir uns ans Lagerfeuer und ich lernte Grenam Dunkelklaue kennen. Macht einen netten Eindruck, allerdings sprach er auch von Giften und erinnert mich daher doll an die Natter. Die scheint er selber noch nicht kennen gelernt zu haben und ich habe ihn gewarnt. Auch Rethorn gesellte sich zu uns. Ingo gab mir Tipps bezüglich des Zielens. Ich sollte beim Schießen nicht Atmen und auf meinen Herzschlag achten. Rethorn schien etwas zu bedrücken und verschwand. Ingo folgte ihm kurz darauf und auch Grenam ging bald darauf schlafen. Auch ich kroch in mein Zelt. Muss dauernd überlegen, ob meine Rüstung nicht zu schwer ist, mehr Nachteile bringt als Vorteile. Aber ich schätze, ein Kettenhemd hört man beim Laufen auch Rascheln. Und eine Lederweste ist leicht, bietet aber wenig Schutz. Mit meiner Repetierarmbrust bin ich zufrieden. Den Umgang mit Hammer und Schild sollte ich aber auch verbessern. Vorerst will ich bei meiner aktuellen Ausrüstung bleiben. Hab ja auch kein Geld für was anderes.

Aber ich muss auch an ein paar Tipps meines Bruders Ragnari denken: Ausdauerläufe in voller Rüstung, um die Ausdauer zu verbessern. Sein Ausbilder, ein Mann namens Grindir, hatte es ihm so beigebracht. Sollte ich wohl ab und zu so machen. Auch hat er teilweise sogar in seiner Rüstung geschlafen, um sich dran zu gewöhnen. An der Front hatte man ja auch keine Gelegenheit, sich umzuziehen. Es galt, den größtmöglichen Nutzen aus allen verfügbaren Mitteln zu ziehen. Ja, ich muss noch einiges lernen, mich in so vieler Hinsicht verbessern. Wenigstens gab es Lob wegen der Idee mit den Brandsätzen. Wobei es so ne Sache ist, Alkohol abzufackeln, wenn man ihn besser trinken könnte. Ingo meinte, er könnte vielleicht was schwarzbrennen. Muss da unbedingt noch nachhaken! Was meine Idee betrifft, so bin ich froh, dass sie berücksichtigt wurde. Ich will nicht vorwitzig wirken. Eigentlich sollte ich die Fresse halten und Befehle befolgen. Mach ich ja auch. Aber das heißt ja nicht, dass ich den Kopf ausschalten soll und nicht auch eigene Vorschläge machen darf. Wenigstens lebe ich noch.

Sonntag, der 15. Juli

Nachtrag:

Hab bis zum frühen Nachmittag gepennt. Fand ich gut, dass man mich so lange hat schlafen lassen. Aber andererseits waren wir ja auch den Großteil der Nacht unterwegs gewesen. Kommandant Orodaro brütete wie so oft über seinen Landkarten und Schlachtplänen, hatte aber nichts für mich zu tun. Ich vermute, es wird abgewartet, wie der Kampf zwischen den Goblins und den Vrykul bei der Venturebucht ausgeht. Ich bin nur froh, dass man mich noch nicht zum Reinigen des Plumpsklos verdonnert hat. Ich habe nichts dagegen, mal ne ruhige Kugel zu schieben, hatte mir aber vorgenommen, auch an meinem Können zu arbeiten.

Eine gute Gelegenheit, die Tipps von Ingo zu beherzigen. Ich beschloss, mich vorerst zum Jagen aufzumachen. Auf Bäume oder Zaunpfähle zu schießen ist einfach nicht dasselbe wie auf ein bewegliches Ziel. Also schlug ich mich am Nachmittag in den Wald, wobei ich jedoch nach Norden ging. Ich wollte dem Vrykuldorf im Süden nämlich nicht zu nahe kommen. Hierbei trug ich meine volle Rüstung. Ich will ja schließlich lernen, mich möglichst lautlos zu bewegen. Mit der Klippe und dem Fluss zu meiner Linken huschte ich von Baum zu Baum, bis ich endlich einen Großhornhirsch sah, der auf einer kleinen Lichtung graste. Ich legte meine Armbrust an, atmete aus. Alle drei Bolzen erwischten den Hirsch, doch er überlebte. Sehr zu meinem Missfallen. Der Hirsch entfernte sich und ich hastig lud ich meine Armbrust nach, feuerte noch einmal. Die größere Entfernung und die Hast beim Schießen kamen mir nicht zugute. Der erste Bolzen verfehlte, der zweite traf und der dritte ging knapp am Hals des Tieres vorbei. Und der Hirsch lebte immer noch. Ich musste mir das Fluchen verkneifen, sprang auf und rannte dem Hirsch nach, während ich meine Armbrust nachlud. Der Hirsch wäre entkommen, doch er war verletzt und nicht mehr so flink. Doch beim Nachladen muss ich etwas falsch gemacht haben, die Armbrust hatte Ladehemmung, scheinbar war da irgendetwas verkantet. Es tat mir aber mehr um den Hirsch leid. Ich rannte ihm hinterher und versuchte, meine Armbrust wieder funktionsfähig zu bekommen.

Es ging bergaufwärts, weder für den verletzten Hirsch noch für mich besonders toll. Die nahe Straße jedoch war eben und hier hatte ich wieder ein klares Schussfeld auf den Hirsch. Der erste Bolzen traf ihn in die Flanke und er ging zu Boden, die anderen Bolzen jedoch verfehlten ihn. Keine besonders rühmliche Jagd. Ich sammelte die Bolzen ein, dann zerrte ich den Hirsch zurück zur Ammertannhütte. Der Rückweg dauerte lange und es war bereits am dämmern. Doch ich wollte noch nicht aufgeben, wollte es noch einmal wissen. Diesmal jedoch wanderte ich gen Osten. Stinktiere oder Waschbären wollte ich eigentlich nicht erlegen. Vielleicht noch einen Hirsch? Eine große Lichtung, nicht unweit der Ammertannhütte diente mir als Orientierungspunkt. Auf einem Baum sah ich dann einen prächtigen Adler. Ich beschloss, mein Glück zu versuchen. Die Federn würde ich mitnehmen können. Ganz ruhig kniete ich mich hin, legte meine Armbrust an. Doch ehe ich feuern könnte, hörte ich ein Brüllen. Sofort wandte ich mich um. Vom anderen Ende der Lichtung näherte sich ein Bär. Ich zielte, wartete jedoch ab. Natürlich, wenn der Bär mich erreichte, konnte es eng werden. Aber ich nahm mir die Zeit, um ganz gezielt zu feuern, fokussierte mich dabei auf das Vorderbein des Bären. Der Bär hatte gerade die Hälfte der Lichtung überquert, als ich endlich feuerte. Die Entscheidung, mir für den Schuss Zeit zu lassen und genau zu zielen, hatte sich gelohnt: Alle drei Bolzen trafen den Bären. Der erste Treffer brachte den Bär zum Stürzen, die weiteren Bolzen bohrten sich in Hals und Kopf des Tieres. Ich hatte den Bär erlegt. Den konnte ich allerdings nicht zurück zur Hütte schleppen. Also ziehe ich mein Jagdmesser und besorge mir ein paar der Bärenzähne, ehe ich wieder zurück zur Hütte ging. Die Jagd auf den Hirsch war nicht so gut verlaufen. Beim Aufeinandertreffen mit dem Bären jedoch hatte es besser geklappt. Hätte jedoch auch böse enden können, das weiß ich.

Montag, der 16. Juli

Nachtrag:

Habe heute nicht ganz so lange geschlafen. Nach dem Frühstück war ich unten beim Fluss um mich mal gründlich zu waschen - auch meine Kleidung, die ich dann zum Trocken über ein paar große Findlinge gehängt habe. Ich habe mir eine Kette mit den Bärenzähnen gebastelt und mal gründlich meine Ausrüstung untersucht. Die Ladehemmung meiner Armbrust gestern gefiel mir nämlich absolut nicht. Ich war in Eile, vielleicht lag es daran. Doch im Ernstfall kann so etwas auch richtig schlimm ausgehen. Habe aber keine Defekte bei der Armbrust entdeckt. Sie ist in bestem Zustand. Habe meine Rüstung, Hammer und Schild poliert und damit den Großteil des Tages verbracht. Später ein paar Ausdauerläufe, ohne mich zu weit von der Hütte zu entfernen. Natürlich in voller Rüstung. Nachher wil ich auch mal sehen, ob ich nicht in meiner Rüstung penne.

Dienstag, der 17. Juli

Nachtrag:

Fühle mich heute wie gerädert. Hab versucht, in meiner Rüstung zu schlafen, doch es klappte nicht besonders gut und ich bin unglaublich müde. Ich war nach dem Frühstück wieder unten am Fluss, um mich vom eiskalten Wasser etwas erfrischen zu lassen. Habe einen Brief an meinen Bruder geschickt, um ihn über meinen Verbleib zu informieren. Ich vermute, eine Antwort wird jedoch einige Wochen auf sich warten lassen, immerhin ist die Fahrt über das Meer zeitaufwendig und ich schätze, mein Brief wird lange warten müssen, bis er überhaupt an Bord eines Schiffes gen Süden gelangt. Ich weiß auch nicht, wie lange die Operation in den Grizzlyhügeln noch dauert. Anhand des Schlachtfeldes im Osten und diversen Gesprächsfetzen muss ich annehmen, dass der Großteil der Offensive bereits vorbei ist. Allerdings weiß ich auch nicht, wie der Auftrag des Dämmersturms lautet. Es ist nicht so, dass ich scharf darauf bin, Kameraden sterben zu sehen oder mein eigenes Leben zu riskieren, aber ich hoffe, wir bleiben noch eine ganze Weile in den Grizzlyhügeln. Nachher will ich wieder einen längeren Ausdauerlauf versuchen und wieder in meiner Rüstung pennen. Irgendwann muss ich mich ja daran gewöhnen.

Mittwoch, der 18. Juli

Nachtrag:

Bisher ist es völlig egal, wie lange ich Ausdauerläufe in voller Rüstungen unternehme - wenn ich in meiner Rüstung schlafen will, bin ich dauernd wach und am nächsten Tag todmüde. So auch heute früh. Das kann auf Dauer nicht gut sein. Wer müde ist, kann Fehler machen. Habe heute noch Glück gehabt, zu keiner Mission eingeteilt worden zu sein oder ähnliches. Tatsächlich war ich heute wieder beim Fluss, um mich zu erfrischen. Bin am Ufer eingepennt und habe bis zum Nachmittag geschlafen. Etwas peinlich. Zugute muss man mir halten, dass ich sofort aufgewacht bin, als ein Hirsch in der Nähe graste und dann mit einem Rascheln im Unterholz verschwand. Habe den restlichen Tag bei der Hütte verbracht, auf bewegungslose Pfähle geschossen und war früh schlafen.

Donnerstag, der 19. Juli

Nachtrag:

War recht früh wach. Habe gut gefrühstückt, recht lange auf meinen Lieblingszaunpfahl geschossen und war mittags wieder am Fluss. Habe meine Ausrüstung gründlich gecheckt und habe bis zum Abend wieder einige Ausdauerläufe gemacht, ohne mich groß von der Hütte zu entfernen. Langsam merke ich, dass ich nicht mehr so extrem schnell müde bin. Und mir fallen noch ein paar weitere Tipps meines Bruders ein, die ich in den nächsten Tagen beherzigen will.


Zuletzt geändert von Veidt am 2. Okt 2012, 04:41, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 21. Jul 2012, 08:56 
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Freitag, der 20. Juli

Nachtrag:

Den Großteil des Tages wieder mit der Armbrust geübt. Am Abend lernte ich zwei weitere Mitglieder des Dämmersturms kennen, Alvrim Everard und Suadya von Schattenschleier. Alvrim nannte mich Kniebeißer, machte aber sonst einen ganz netten Eindruck. Ich necke ihn einfach wegen seiner komischen Frisur - scheint jeder so zu machen. Suadya bot mir netterweise Fruchtmuß an, von einer Frucht, die sie in der Wildnis fand. Ich wurde misstrauisch, doch das Kompott roch gut. Habe es probiert und muss sagen, es war lecker. Leider hat es irgendwie meine Zunge gelockert und ich habe den Abend Dinge gesagt, auf die ich nicht stolz bin.

Der Kommandant hatte eine Mission für uns: Wir sollten zurück zur Venturebucht, über den bereits bekannten Weg. Ziel war der riesige Schnitter abseits der Straße. Denn laut den Quellen des Kommandanten hatten die Goblins vor, ihn gegen uns einzusetzen. Ob das meine Schuld war? Immerhin war ich neulich der Letzte, der floh. Vielleicht hat man meinen Wappenrock gesehen. Ich muss überlegen, ob ich den Kommandanten mal frage. Mag aber auch keinen Ärger bekommen. Jedenfalls sollten wir den Schnitter sprengen. Ingo führte unseren Trupp, bestehend aus Rethorn, Julius von Wellenheim, Alvrim, Suadya, Grenam und mir. Wir alle bekamen auch Brandflaschen, für den Notfall. So brachen wir auf, gen Süden. Bei dem hohlen Baumstamm, der als Brücke über den Fluss diente, standen jedoch fünf Vrykul wache. Rethorn, Julius, Grenam und Suadya stürmten ihnen im Nahkampf entgegen. Ingo, Alvrim und ich gaben ihnen Feuerschutz. Ingo's Revolvergewehr ist echt eine schöne Sache. Der mähte so manchen Vrykul regelrecht nieder. Auch Alvrim und ich setzten ihnen gut zu, doch diese riesigen Bastarde vertragen eine Menge. Konnte keinen wirklich umbringen, einen jedoch schwer verletzen. Die Leichen warfen wir in den Fluss, dann huschten wir über die Brücke und steuerten schnell die schützenden Büsche südlich der Straße an, damit man uns von Burg Siegeswall aus nicht sehen konnte.

Von Osten her näherten wir uns der Straße mit dem Schnitter, umgingen dabei einen Baum, wo einige Vrykul eben diesen zu fällen versuchten, um an einen Goblin-Späher ran zu kommen. Dann griffen wir den Schnitter an, der voller Goblin-Handwerker war. Wir eröffneten das Feuer, doch ich hatte wieder eine Ladehemmung. Ingo und Grenam holten den Großteil der Goblins vom Schnitter runter, auch knallte Ingo die fliehenden Goblins ab, die die Venturebucht zu erreichen versuchten. Rethorn und Julius stürmten die Maschine und Rethorn erschlug dabei den Aufseher, der mit einem echt großen Gewehr auf uns gefeuert hatte. Die Goblins mit ihren Musketen waren keine große Gefahr gewesen. Wir deckten dann Ingo, der den Sprengsatz im Bauch des Schnitters platzierte. Dann nahmen wir die Beine in die Hand und rannten. Zuerst passierte nichts. Tatsächlich versuchten einige verbliebene Goblins sogar, uns mit dem Schnitter zu verfolgen. Dann jedoch explodierte der Schnitter und verging mit einem Krachen in einen Feuerball, der die Nacht erhellte. Zufrieden machten wir uns auf den Heimweg, dann jedoch sahen wir ein rotes Leuchtsignal vom Leuchtturm aus aufsteigen.

Die Goblins flohen vor den Vrykul, doch sah es wie ein geordneter Rückzug aus. Dann hörten wir es zwölfmal knallen, dann noch einmal zwölfmal. Vom Meer aus wurden die Vrykul beschossen und vergingen in einer Explosion, die nahe Teile des Waldes zerfetzten und unseren Trupp trotz der Distanz beinahe ebenfalls getötet hätten. Nur einer der mächtigen Bäume rettete uns, obwohl die Druckwelle enorm war. Rethorn vermutete schwere Geschütze. Wobei... wie ein Schiff so etwas anzurichten vermag ist mir schleierhaft. Scheinbar hatte Ingo bei seinen Spähausflügen ein Schiff gesehen, Zweimaster. Mit Menschen bemannt. Ein Piratenschiff. Zurück bei der Ammertannhütte zog ich mich erst einmal um und belauschte, wie Ingo und Rethorn dem Kommandanten Bericht erstatteten. Klar, vom Rang her hab ich dabei nichts zu suchen. Aber ich bin eben gerne informiert.

Rethorn, der ja aus Kul Tiras stammt, erzählte von einer Legende, nach der ein einziges Piratenschiff einmal 45 Schiffe der Kul Tiras-Flotte vernichtete. "Das schwarze Schiff", "Schatten der Meere", "Tote Flut". Orodaro und Ingo taten das aber als Seemannsgarn ab. Dennoch: Scheinbar soll das Schiff vernichtet werden, indem das Pulverlager angezündet wird. Rethorn soll wegen seiner Kenntnis im Seekampf wichtige Informationen liefern und scheinbar soll das Ganze nachts, im Schutz von Eisbergen und Dunkelheit mit Schiffen erfolgen.

Habe die Nacht noch lange darüber nachgedacht. Sollte ich bei der Aktion dabei sein, muss ich auf meine Rüstung verzichten. Auch auf meinen Schild. Denn sollte ich irgendwie ins Wasser fallen, würde das meinen Tod bedeuten. Denn ich finde, sich mit Booten zu nähern, könnte böse ausgehen. Auch muss die Flucht schnell erfolgen, da uns die Druckwelle sonst ins Wasser schleudert oder gar tötet. Bin gespannt, wie die Sache von statten gehen wird und hoffe, ich kann dabei sein.

Rethorn meinte heute, er würde Ragnari gerne wieder sehen. War irgendwie scheiße. Ich bin nur der dumme, kleine Bruder des großen Ragnari Heldenhammers. Immer im Schatten des tollen Paladins. Hab eigentlich gehofft, als Söldner davor sicher zu sein. Muss mich einfach beweisen und noch besser werden. Wenigstens lebe ich noch. Die erste Woche beim Dämmersturm habe ich also überstanden.

Samstag, der 21. Juli

Nachtrag:

Habe meine alte Ausrüstung aus meiner Zeit als Gebirgsjäger hervor gekramt, da ich sie für wesentlich leichter erachte als meine Plattenrüstung. Habe den Großteil des Tages mit meiner Armbrust geübt. Hin und wieder habe ich Ladehemmungen, meistens, wenn ich überhastet nachlade. Hab Ingo gefragt, ob die Sache mit dem Schnitter meine Schuld war, doch Ingo meinte, generell hätten die Goblins den Schnitter in unsere Richtung gesteuert, sobald sie mit den Vrykul fertig wären. Abends haben wir lange zusammen gesessen und über das mysteriöse Schiff diskutiert und wie man es am Besten ausschalten kann. Habe dabei Bonniy Turner kennen gelernt. Diese sprach von einem Alleingang, der beinah ans Selbstmörderische grenzte. Hab nicht alles mitbekommen, aber ich glaube, sie ist krank, gesundheitlich instabil. Sie macht einen netten Eindruck, aber ich finde, für so eine riskante Mission muss man gesund sein und hundert Prozent Leistung bringen können. Die Ideen, wie wir das Schiff stoppen, waren vielfältig. Suadya sprach davon, es mit Katapulten zu beschießen. Ob die Vrykul vielleicht sowas haben? Eine meiner Ideen war, die Vrykul mit ihren Drachen einfach die Arbeit erledigen zu lassen. Doch wahrscheinlich sind die Vrykul zu dämlich oder haben nach der vernichtenden Niederlage zuviel Angst. Ingo's Flugmaschine hat leider auch keinen Bombenschacht und man würde die laute Kiste schon von weitem hören. Ob man einen Sprengsatz irgendwie an den Rumpf kleistern konnte? Mein Vorschlag war noch, ein Boot mit einem weißen oder schwarzem Laken zu bedecken, um entweder als kleiner Eisberg zu gelten oder den Schutz der Dunkelheit zu nutzen. Ingo meinte jedoch, man würde das Rudergeräusch hören und es wäre besser, die Wachen einfach abzuknallen. Vielleicht können wir Hintergrundgeräusche nutzen. Regen. Oder eine andere Ablenkung. Nebel wäre auch sehr hilfreich, da er Geräusche eben doch dämpft, wie Alvrim mir sagte. Vielleicht hat der Kommandant ja bereits einen Plan. Ich war dann noch kurzzeitig die Beine vertreten, wollte mal gucken, ob ich das Schiff an der Küste südöstlich der Venturebucht finde. Doch ich kam nur bis zur Brücke mit dem Baumstamm. Um am Vrykuldorf vorbei zu kommen, müsste man einen ziemlichen Umweg machen und ich wollte mich auch nicht ohne Erlaubnis zu weit ins Feindgebiet wagen. Also kehrte ich zurück. Leslay tauchte auch. Sie ist immer noch böse auf mich und ich hab versprochen, ihr bei Gelegenheit eine Katze zu besorgen und sie nie wieder anzufassen ohne vorher um Erlaubnis zu fragen.

Sonntag, der 22. Juli

Nachtrag:

Habe wieder zwei neue Gesichter - und deren dazu gehörigen Menschen - kennen gelernt. Simo Valkoinen kommt aus Alterac und wurde Söldner, um den strengen Vater seiner großen Liebe zu beeindrucken. Ein netter Kerl, aber sehr unsicher. Er wurde wohl bei der großen Schlacht gegen die Orcs schwer verletzt und lag lange im Koma. Ich habe mit ihm auch etwas über meine Selbstzweifel gesprochen und ihm Mut gemacht. Aber erstmal muss er ja wieder richtig gesund werden. Barbas Goth ist ein mutiger, grimmiger Kämpfer, doch kenne ich ihn - wie so viele andere - noch nicht gut genug, um mir schon ein Urteil zu bilden. Zumindest war er nicht unfreundlich zu mir. Der Kommandant hat lange mit Ingo und Rethorn geplant, wie man am besten das Schiff südöstlich der Venturebucht angreifen könnte. Der Plan sah schließlich so aus: Zwei Gruppen in zwei Booten sollten sich dem Schiff nähern, während Ingo uns von seiner Flugmaschine aus Deckung gab. Plan war, ein Feuer auf Deck zu legen um das Schicksal der Crew, des Schiffes und der schrecklich effizienten Kanonen zu besiegeln. Also machten wir uns auf den Weg. Der Kommandant begleitete uns sogar, übernahm die Führung während ich die linke Seite unserer Kolonne absicherte und Rethorn die rechte Seite. Gut, dass ich keines der Bote schleppen musste, das durften Goth, Alvrim, Suadya und Grenam übernehmen. Wir überquerten den hohlen Baumstamm über dem Fluss und der Kommandant wies mich an, südlich zu spähen. Hier half mir meine Erfahrung als Gebirgsjäger. Außerdem waren wir alle nur in leichter Rüstung, falls jemand über Bord viel. Ich trug pechschwarze Lederkleidung und war in der Nacht beinahe unsichtbar. Die Luft war rein, ich fand nur Krater und tote Vrykul. Es war sehr still. Scheinbar hatten die Vrykul den Angriff auf die Goblins erstmal aufgegeben. Am Flussdelta stiegen wir in die Boote. Orodaro, Grenam, Suadya und Goth teilten sich ein Boot, Rethorn, Alvrim und ich das andere. So ruderten wir so leise wie möglich weg von der Bucht, in Richtung Schiff. Schließlich kletterten wir mithilfe von Enterhaken an Bord. Orodaro und die anderen von der rechten Seite, Rethorn, Alvrim und ich von der anderen.

Beim Steuerrad trafen sich unsere Gruppen, dann eröffnete Ingo das Feuer auf die Piraten auf Deck. Hat auch alle erledigt bis auf zwei. Um die haben sich Rethorn und Alvrim gekümmert, während ich eine der Treppen sicherte, die unter Deck führten. Allerdings gab es noch eine tiefer gelegene Ebene des Decks und auch dort gab es eine Tür ins Innere. Schnell teilten wir uns auf, so dass Grenam, Alvrim und Suadya den unteren Eingang ins Schiffsinnere bewachten und Rethorn, Goth und ich den oberen. Der Kommandant kontrollierte alles, auch mithilfe von Ingos Luftüberwachung. Denn leider konnte einer der Piraten noch Alarm geben, ehe Alvrim ihn tötete. Schnell kamen die Piraten auf die Beine und stürmten uns aus beiden Türen entgegen. Ich fing mir zwei Schnitte in den linken Arm, jedoch nichts Schlimmes. Leider bekleckerte ich mich nicht so sehr mit Ruhm, allerdings wurde ich auch nicht großartig verletzt. Einen der Matrosen schlug ich derart hart gegen den Kopf, dass er gegen den Türrahmen knallte und zu Boden ging. Rethorn und Goth waren es, die richtig blutige Ernte mit ihren Klingen hielten. Sogar Ingo erledigte einen Matrosen, indem er durch unsere Reihen schoss und einem Piraten in den Kopf. Hab das Blut jetzt noch in meinem Bart hängen. Auf der unteren Ebene half er auch. Ich bekam nicht alles mit, doch scheinbar stürzte sich Grenam durch die Tür ins Innere und wurde von allen Seiten angegriffen. Der Kommandant gesellte sich daher zu ihnen. Allerdings meisterte der Dämmersturm die Situation so gut, dass der Kommandant auch das Ziel der Mission änderte: Wir sollten den Kahn entern, um so Zugriff auf die vernichtenden Kanonen des Schiffes zu bekommen.

Rethorn und Goth kämpften sich den Weg ins Innere, ich ihnen auf dem Fersen. Schade, dass meine Armbrust hier nicht zum Einsatz kam. Wir eilten eine Treppe nach unten und fanden uns in den Quartieren wieder, wo der Kommandant und die anderen bereits alle Piraten erschlagen hatten. Vor einer Tür versammelten wir uns. Ingo, der mit seiner Flugmaschine auf Deck landete, gesellte sich zu uns und schoss auf Befehl des Kommandanten durch die Tür, traf auch einen Piraten. Dann ergossen sich sieben Matrosen in den Raum. Rethorn köpfte einen, der Kommandant einen anderen. Als sich der riesige, fette Kapitän aus seiner Kajüte zu uns gesellte und die Kapitulation verweigerte, wurde es heftig. Rethorn fing einen bösen Säbelhieb ab, der für mich bestimmt war. Ich traf den Kapitän noch am Kopf, ehe Alvrims Giftmesser ihn fällten. Die Matrosen wurden niedergemetzelt und Orodaro und Ingo sahen sich die Kajüte des Kapitäns an. Kurz darauf rief mich Ingo, ich sollte das Gold in einer Truhe zählen. Der Kommandant ging mit den anderen nach unten, sich die Kanonen angucken und Ingo blieb bei mir. Er lobte mich, dass ich definitiv kein Grünschnabel mehr bin und gute Arbeit leiste. Sowas hört man gerne. Auch Grenam sagte mir früher am Abend, er könne mich gut leiden. Sogar Alvrim lobte mich, nachdem er die Leichen über Bord geworfen hatte. Ingo und ich erstatteten dem Kommandanten Bericht und ich suchte mir dann eine Hängematte zum Pennen. Denn in der Dämmerung wollten wir die Kanonen gegen die Venturebucht einsetzen. Hab gehört, damit wäre die Mission in Nordend bald vorbei und vielleicht geht es bald zurück nach Süden.

Montag, der 23. Juli

Nachtrag:

Mit "Dämmerung" war dann wohl eher der nächste Abend gemeint. Der Tag wurde genutzt, um sich ausgiebig zu erholen. Verstärkung wurde aufs Schiff gebracht, in Form von Maldiv Grauschmied und Doktor Hatter. Habe die Nacht ausgesprochen schlecht geschlafen. So eine Hängematte ist lang nicht so bequem wie ein anständiges Bett und die Bewegungen des Schiffes machten mir auch wieder zu schaffen. Ein Zwerg braucht Boden unter den Füßen! Amüsant war, dass Ingo einen dröhnenden Kopf vom Rum hatte und Suadya dann einen amüsanten Vortrag über Hygiene bei uns Zwergen hielt. Sie hat ihm den Unsinn auch noch abgekauft. Doktor Hatter gab mir wieder etwas gegen Seekrankheit. Bin mir bei ihm aber nie sicher, ob er wirklich helfen will oder einfach nur ein Versuchskaninchen braucht. Rethorn hat mir erklärt, wie man so ein Schiff einigermaßen steuert und was ich zu tun habe, wenn ich die Segel setzen oder einholen will. Das war auch gut so, denn der Kommandant ordnete uns an, das Schiff näher Richtung Küste zu steuern. Plan war, mit einer Breitseite der mächtigen Kanonen die Fluchtwege aus der Venturebucht zu treffen und auch eines der Schiffe, die dort vor Anker lagen. Immerhin wollte die Allianz die Venturebucht noch nutzen, da wäre es falsch, alles einfach einzuäschern. War nicht so leicht, in der Takelage herum zu klettern, doch immerhin fiel ich nicht runter. Wäre ja noch schöner. Wir segelten näher an die Küste, gingen wieder vor Anker und dann eilten wir unter Deck zu den Kanonen. Hatter und ich teilten uns eine und ich fand es nett von ihm, dass er mir das Abfeuern überließ, als der Kommandant den Feuerbefehl gab. Ingo kreiste mit seiner Flugmaschine über der Bucht und nachdem das feindliche Schiff versenkt und sich der Rauch gelegt hatte sah er die weiße Flagge beim Leuchtturm und gab es per Funkgerät an den Kommandanten weiter. Anschließend machten wir die Beiboote fertig und ruderten zum Steg, wo der Dämmersturm die Kapitulation der Goblins entgegen nahm. Wir trieben die Goblins am Steg zusammen und fesselten sie. Später untersuchte sie Doktor Hatter noch aufgrund ihrer Verletzungen und möglicher Krankheiten. Scheinbar fand man im Hauptgebäude wieder einen ganzen Haufen Gold. Damit ist unsere Mission in Nordend erledigt, denke ich. Demnächst geht es wohl wieder zurück in die Heimat. Ich bin gespannt, ob wir das Schiff behalten. Alle sind sehr erleichtert und ich freue mich für sie. Monatelang waren sie in Nordend und ich kann mir kaum vorstellen, wie es wohl gewesen sein muss, so viele Schlachten zu schlagen und so viele Freunde zu verlieren. Ingo meinte neulich, er sähe keine Bäume mehr, sondern nur noch Punkte für mögliche Hinterhalte, Orte um in Deckung zu gehen oder Stellen, wo er Kameraden verloren hatte. Unromantisch. Aber verständlich. Irgendwann verliert der Wald wohl alles idyllische. Ich bin gespannt, wo es uns als nächsten hin verschlägt. Nun jedoch muss ich mich hinlegen. Ich bin unter den glücklichen, die die Gefangenen bewachen müssen und sollte jedes Bisschen Schlaf genießen, den ich kriegen kann. Jetzt, wo wir wieder an Land sind, fühle ich mich ohne meine Rüstung irgendwie nackt. Habe beschlossen, weiter an mir zu arbeiten, an meiner Ausdauer und Körperkraft. War nämlich bei der Enteraktion des Schiffes echt peinlich, wie der Kapitän einen Treffer meines Hammers fast ohne Blessuren weg steckte.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 29. Jul 2012, 18:56 
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Donnerstag, der 26. Juli

Nachtrag:

Es ist nicht viel passiert, in den letzten Tagen. Verstärkung rückte aus der Ammertannhütte nach und brachte mir sowohl mein Zelt als auch meine Rüstung und meine anderen Habseligkeiten. Scheint, als würde es wohl wirklich bald zurück nach Süden gehen. Auch kamen einige Soldaten vom Siedlerkorps, um uns bei der Wachablösung zu helfen. Ich habe die meiste Zeit mit Ausdauerläufen verbraucht und helfe auch oft in der hiesigen Schmiede beim Sägewerk, um meine Muskeln zu trainieren. Muss mir allerdings beim Laufen etwas gezerrt oder so haben, denn heute geht es mir nicht so berauschend. Denke, ich lasse mich heute für den Wachdienst einteilen. Gibt Gerüchte, der Dämmersturm wolle heute jemanden stellen, der sie einst verraten hatte. Da werde ich wohl nicht dabei sein können. Habe auch ein langes Gespräch mit Ingo geführt, der sich die Schuld für den Tod eines Kameraden gab, Bragnin. Hab versucht, ihn aufzumuntern, doch mit wenig Erfolg. Er sah sich meine Armbrust an, weil ich doch so oft Ladehemmungen hab, konnte aber auf den ersten Blick nichts erkennen. Vielleicht bin ich einfach zu hastig.

Samstag, der 28. Juli

Nachtrag:

War gerade dabei, in der Schmiede zu helfen, als ein großer Trupp Soldaten in die Venturebucht einmarschierte und uns für unsere Arbeit dankte. Der Kommandant befahl uns jedoch, unsere Zelte abzubauen und ihm zu folgen, denn einige andere waren bereits in Julheim. Scheinbar hatten sie dort den Verräter gestellt und lagerten dort. Kapiere nicht so recht, warum wir nun noch gegen Untote Trolle kämpfen müssen, aber naja. Also brachen wir auf und vereinten uns mit den Truppen, die in Julheim schon auf uns warteten. Dann zogen wir weiter gen Osten und ich erinnere mich an den Weg, den in der Nähe kamen wir vor nicht zu langer Zeit als Reservisten an. Sehr schnell näherten wir uns der Ostküste und hörten schließlich Lärm. Drei Paladine wurden von einigen Verlassenen in die Mangel genommen. Hab einem schön ein paar Bolzen in den Rücken gejagt und generell haben wir schnell kurzen Prozess mit den Untoten gemacht. Besonders verbissen ging hier Rethorn vor. Klar, als ehemaliger Paladin hegt er besonderen Groll gegen die Untoten. Dann jedoch kam die Überraschung, als einer der beiden überlebenden Paladine sein Visier hoch klappte. Er sah genau so aus wie Kommandant Orodaro und entpuppte sich als dessen älterer Bruder, Thomas. Es scheint, als sei ihr Vater zu einem Untoten geworden, Sargog. Damit war unser neues Ziel klar. Wir stürmten einen alten Tempel, wo uns zahlreiche untote Trolle angriffen. Da kam Welle über Welle auf uns zu. Ingo bedeutete mir zu folgen und wir gaben ihnen Feuerschutz, allerdings zickt sein Gewehr arg rum und meines ebenfalls. Hab kaum einen Troll getroffen, was echt ärgerlich ist. Ihr Anführer, ein untoter Troll-Voodoo-Hexer, hat jedoch einige Bolzen zu schmecken bekommen. Allerdings wirkte er ein Ritual, welches unsere Körper vertauschte. Grenam entpuppte sich als Worge. Hab sowas ja noch nie bei ihm gesehen. Er verwandelte sich und wütete wie eine Bestie unter den Trollen. Ich fand mich im Körper von Ingo wieder. Eigentlich gut. Besser, als wenn ich im Körper von Jessica, Suadya oder Alvrim gelandet wäre. So gab ich mit der Schrotflinte ein paar Schüsse auf den Troll-Hexer ab. Kaum war er besiegt, war der faule Zauber vorbei und wir betraten die unterirdischen Katakomben.

Ingo und ich haben Erfahrung mit Dunkelheit unter tage. Bald sahen wir einige Untote mit hohen Schilden und es kam zum Kampf in den engen Gängen. Ich habe mich zurück gehalten, doch mit der Armbrust konnte ich wenig ausrichten. Ganz anders als Ingo mit seinem Gewehr, der Schild und Träger gleichermaßen mit Kugeln durchbohrt. Den Rest haben Rethorn, Alvrim, Grenam, Bonniy und Suadya schnell erledigt. Dann kamen wir in einen großen Raum, in dessen Mitte sich ein Schuttberg erhob. Auf eben diesem stand ein Apotheker, der nun riesige Monstrositäten beschwor. Wir haben noch versucht, einige der Fleischberge anzuzünden, ohne Erfolg. Ich hab noch auf den Apotheker geschossen, doch blaue Flammenkugel schützten ihn, verbrannten meine Bolzen einfach. Diese Kugeln waren mit den Monstrositäten verbunden. Zerlegten wir eine, erlosch eine Kugel. Jessica übernahm mit einem Zauber sogar die Kontrolle über eines dieser Dinge und richtete es gegen die anderen. Nach und nach zerlegten wir die Monster. Als ich jedoch eines angriff, um ihm den Todesstoß zu geben, schlug es mich noch im Sprung. Ingo zerschoss im selben Moment die Faust des Monsters, doch trotzdem erwischte mich die Monstrosität mitten in der Luft und traf mich hart am Kopf. Schnell war der Apotheker erledigt, doch warf er eine Phiole zum Ausgang, aus der grünes Gas austrat. Es versperrte uns den Fluchtweg.

Wir rasteten auf dem Schutthügel. Ingo schimpfte arg mit mir, was ich mir denn bei meinem Angriff gedacht hab. Naja, wenn die Armbrust leer ist, muss ich eben in den Nahkampf. Möchte mich ja auch beweisen. Doch ich weiß auch, dass ich hätte sterben können. Rethorn versuchte, mich aufzumuntern. Nannte mich jedoch "Kleiner", was mich etwas ärgert. Er meinte, ich schlage mich gut und habe eine große Zukunft vor mir. Doch momentan fühle ich mich wie ein kleiner Zwergenjunge. Sehr frustrierend. Ich versuche, einfach weiter mein Bestes zu geben und muss fleissig weiter trainieren.

Wir gingen tiefer in die Katakomben, fanden einen weiteren großen Raum, wo sich zwei Gänge von entfernten. Einer wurde von schwarzen Flammen versperrt. Im hinteren Teil des anderen erwarteten uns mehrere untote Magier, verbunden durch ein rotes, magisches Band. Aus den schwarzen Flammen sprangen Untote, wurden jedoch schnell von Suadya, Bonniy und Grenam erledigt. Der Kommandant wies Ingo, Rethorn und mich an, ihm zu den Magiern zu folgen. Ingos Schüsse wirkten nicht. Dann schossen die Magier mehrere Feuerbälle ab, erwischten Rethorn und hätten ihn beinahe getötet. Schwer verwundet mussten sich Jessica, Bonniy und Ingo um ihn kümmern, zogen ihn in Deckung. Ich traf einen, auch Thomas Orodaro erwischte einen und tötete ihn. Bonniy stürmte an mir vorbei im Deckung. Auch Grenam eilte zu uns, ebenso Suadya und Alvrim, der jedoch von Feuerbällen erwischt und ebenso gefällt wurde. Hastig lud ich nach, doch meine Bolzen wurden von der Magie der untoten Zauberer vernichtet. Es sah unglaublich schlecht für uns aus. Jessica zerrte Alvrim in Deckung. Sie meinte, wir müssten alle Magier gleichzeitig erwischen. Der von Thomas gefällte erhob sich indes wieder aus der Asche in die Reihen seiner Kameraden. Wie sollten wir da noch entkommen oder siegen? Eine Feuerwand hatte uns den Ausgang versperrt.

Grenam, Bonniy, Orodaro, Suadya und Jessica zerlegten die Magier, während ich nur in der Deckung hockte und am Nachladen war. Doch Jessicas Schattenblitz verfehlte den letzten Magier. Würden sich alle wieder erheben? Ich rannte vor, denn meine Armbrust war leer. Allerdings war der Magier zu weit weg. Ich musste meinen Hammer werfen - und verfehlte. Es war Thomas, der uns den Arsch rettete und den Magier mit einem Lichtblitz fällte. Und ich habe wieder versagt. Kann froh sein, dass es mich nicht so erwischt hat wie Rethorn oder Alvrim, die beide schwere Brandwunden davontrugen und bewusstlos waren. Ich hob meinen Hammer auf, brachte Ingo sein Gewehr. Dann verschwand das schwarze Feuer, welches den anderen Gang versperrte. Ingo, der dachte Rethorn wäre tot, drehte durch und rannte los, ich folgte ihm, um ihn aufzuhalten. Zwei Exekutoren erwarteten Ingo, als er wie in Rage in den Raum stürmte, schlugen mit ihren Zweihändern nach ihm. Doch er schoss dem ersten ins Gesicht, duckte sich unter den Klingen weg und erschoss dann auch den anderen. Sowas habe ich noch nie bei einem Zwergen gesehen. Trotz seines Alters - um die 250 Jahre - hat es Ingo richtig drauf. In der Mitte des kreisrunden Raumes loderte ein Feuer, über dem eine schwarze Kugel schwebte. Eine Stimme sprach Ingo direkt an, doch als dieser weiter in den Raum ging, manifestierten sich vier weitere Exekutoren. Ich eilte an Ingos Seite und die Brüder Orodaro, Grenam, Jessica und Suadya waren hinter uns. Orodaro wollte Ingo stoppen, dieser jedoch beharrte darauf, ihm nur den Weg frei zu machen. Durch seine Schüsse verflüchtigten sich die Exekutoren. Ich packte Ingo und zog ihn zurück. Gleichzeitig kontrollierte Jessica ihn, doch ich ließ ihn dennoch nicht los, versuchte, ihn zu beruhigen, da er dachte. Rethorn sei gestorben. Sargogs Stimme war zu hören. Doch die Brüder Orodaro sahen dies als ihre Privatsache an.

Der Kommandant meinte, wer sich einmischt, stirbt. Fand ich heftig, wie er uns für seine private Rache missbraucht. Hab ich Ingo auch gesagt, aber auf zwergisch. Als weitere Exekutoren auftauchten, ließ ich ihn los. Endlich hab ich mal etwas brauchbares geschafft, habe mit dem Schild pariert und es dem Exekutor ins Gesicht gerammt und noch mit dem Hammer nachgesetzt. Ein toller Gegenangriff. Tim und Thomas stellten Sargog, der in schwarze Platten gerüstet war. Ingo war noch immer unter Jessicas Kontrolle und drohte ihr mit dem Tod. Scheinbar hatte Sargog dem Dämmersturm schon bei einer Mission in Gilneas zugesetzt, wo es auch Verluste gegeben hatte. Ich versuchte nun, Jessica davon zu überzeugen, Ingo frei zu lassen. Wir waren ein Bund. Ein Team. Ingo's Können war gefragt. Jessica meinte, Ingo wolle sie töten. Ingo meinte das genaue Gegenteil. Doch ewig konnte Jessica ihn sowieso nicht binden. Ich verfehlte einen der Untoten knapp und versuchte weiterhin, Jessica zu überzeugen. Immerhin wäre es doch viel besser, wenn Ingo und sie uns beim Kampf halfen. Tim und Thomas hatten auch Probleme mit ihrem Vater. Grenam war an meiner Seite und zerfetzte einen der schattenhaften Exekutoren. Dann ließ Jessica endlich Ingo frei, der mit seinem Gewehr gleich zwei Exekutoren nieder mähte. Doch es schien, als würde die schattenhafte Kugel unendlich oft Gegner ausspucken. Zerstören konnten Ingo sie mit Schüssen jedoch nicht. Teufelswichte materialisierten sich und ich erschlug einen mit einem Hieb.

Dann jedoch huschten Nebelschleier aus der Kugel. Kurz sah ich mich selber in der Kugel, bei meinem Kampf gegen untote Orcs, kurz nach meiner Ankunft in Nordend. Und plötzlich formten sich die Nebelwogen zu vier Abbilder von mir. Meine Kopie griff mich an. Ich muss sagen, dieser Kampf war hart. Gegen mich selber... Ich wehrte mit meinem Schild ab, schlug mit dem Schild zurück. Wir beide waren ebenbürtig. Immer wieder prallten unsere Hämmer auf die Schilde, unsere Schilde aufeinander. Schließlich konnte ich meiner Kopie meinen Schild ins Gesicht rammen und er taumelte mit blutender Nase und aufgeplatzter Lippe zurück. Anschließend schlug ich über sein Schild hinweg, traf ihn jedoch nur knapp. Doch er wich zurück. Ich hatte also noch die Oberhand. Dann jedoch war meine Kopie etwas schneller und ich wurde leicht getroffen. Neben mir ging Grenam zu Boden und verwandelte sich von einem Worgen zurück in einen Menschen. Auf der anderen Seite der Kammer hatte auch Suadya ihre Probleme und die beiden Orodaros konnten noch immer nicht gegen ihren Vater ankommen. Ich habe mich über Grenam aufgebaut und die von ihm bereits angeschlagene Kopie erschlagen. Sie wurde wieder zu Nebel. Auf der anderen Seite hatten Ingo und Jessica auch zwei erledigt. Jessica hat dabei eine Kreatur aus ihrem Schatten erschaffen und in den Kampf geschickt. Eine Kopie war noch übrig. Bonniy kam nun dazu und vernichtete die Kopie. Diese verging in einem Windstoß, der mich quer durch den Raum schleuderte, direkt zu den beiden Orodaros. Der Kommandant war verwundet und ich bot ihm an, ihn mit meinem Schild zu schützen. Doch er erlaubte mir den Angriff auf Sargog und ich schlug nach dessen Schulter, erkaufte den Brüdern so Zeit für einen Angriff.

Thomas wurde getroffen, doch der Kommandant konnte Sargog endlich am Rücken treffen. In der Zwischenzeit kämpfen Ingo und die anderen gegen Kopien von Jessica. Als Sargog - der keine Einmischung duldete - mich angriff. Doch ich hob mein Schild und wehrte erfolgreich ab. Tat ziemlich gut, auch mal etwas Erfolg zu haben. Ja, auch ich war angeschlagen. Doch es ging mir schonmal schlimmer. Ich versuchte, Sargogs Beine zu erwischen, doch ich verfehlte und ließ meine Deckung fallen. Fast hätte Sargog mich erwischt, nur knapp konnte ich mein Schild hoch reissen. Als ich es ihm ins Gesicht rammen wollte, verfehlte ich jedoch. Der Kommandant konnte ihn etwas zurück drängen, doch er griff Thomas an und zertrümmerte dessen Schulterpanzer. Auch ich verfehlte, als ich nach Sargogs Rippen schlug. Thomas jedoch schleuderte Sargog drei Lichtkugeln entgegen, die ih auf den Rücken schleuderten. Dann sprang der Kommandant zu ihm und durchbohrte ihn, bis seine Klinge brach. Eine Druckwelle schleuderte ihn zurück, doch ich fing ihn auf. Der untote Körper schwebte nun über dem Feuer, wo zuvor die schwarze Kugel war. Sie war fort, ebenso die Schatten. Ein Armreif des Untoten war Quelle dessen unheiliger Magie, doch Ingo eröffnete sofort das Feuer und zerschoss den Armreif. Die Druckwelle des explodierenden Armreifs warf nun auch mich von den Füßen. Unheilige Energien entluden sich und die Ruinen begannen, einzustürzen. Hastig eilten wir ins Freie, wobei ich Rethorns Beine nahm und Ingo seinen Oberkörper hielt. War sehr umständlich und ständig fielen Felsbrocken um uns herum zu Boden. Suadya barg Sargogs Klinge und wäre fast verschüttet worden. Doch am Ende schafften wir es alle nach draussen. Ingo brach vor Erschöpfung zusammen. Zum Glück kamen einige Soldaten um unsere Verwundeten zu versorgen und wir machten uns auf gen Venturebucht.

Haben alle den ganzen Sonntag verschlafen. Okay, fast den ganzen Sonntag. Ich war am Nachmittag wieder munter und habe in der Schmiede trainiert. Am Abend haben wir alle unsere Zelte abgebaut und ich habe mich auf einen Stapel Kisten gesetzt und bei einer Pfeife ein wenig die Aussicht auf die dichten Wälder der Grizzlyhügel genossen. Ich lernte Isirion Grünauge und seine Frau Ily kennen. Machten einen netten Eindruck, auch wenn mir ihre Haustiere, ein riesiger Wolf und ein ebenso riesiger Panther nicht ganz geheuer waren. Lernte auch Rarnulf kennen, ebenfalls ein Zwerg. Der allerdings wie ein Matrose redet - ob absichtlich oder nicht weiß ich nicht - und Isirion einen Schlag in die Magengrube verpasste und dann seine Finger in dessen Flinte steckte, als Isirion sie auf Rarnulfs Gesicht richtete. Merkwürdiger Haufen, teilweise. Dann rief uns der Kommandant zum Waffenlager am Steg. Der gesamte Dämmersturm versammelte sich und General Ringschmied lobte uns vor seinen Truppen und verlieh uns den Silberlöwen 1. Klasse. Fand das bei mir irgendwie komisch, da ich doch noch nicht so lange dabei war wie alle anderen. Anschließend bat der Kommandant alle, die ihn in die Ruinen begleitet hatten nach vorne. Er lebte uns für unseren Mut beim Kampf gegen Sargog, ehemals als Nikolas Orodaro bekannt. Wir bekamen den Rubinschädel verliehen und anschließend wurde ich trotz meiner kurzen Zeit beim Dämmersturm noch einmal persönlich gelobt für meinen Mut, mein Geleistetes und für die Tatsache, dass ich Seite an Seite mit dem Kommandanten gegen Sargog kämpfte. Wurde vom Tagelöhner zum Mitläufer befördert. Das Lob fand ich echt toll. Viele andere wurden ebenfalls befördert, so auch Jessica, Hatter, Simo, Julius und zahlreiche andere. Schreiner wurde sogar zum Söldner vereidigt. Dann ging es endlich an Bord des gekaperten Schiffes, welches wir nun behalten würden.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 5. Aug 2012, 17:48 
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Samstag, der 4. August

Nachtrag:

Haben die Schiffsreise nach Sturmwind gut überstanden. Die Medizin von Doc Hatter hat gut gewirkt, war ausnahmsweise nicht seekrank. Bin trotzdem froh, wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Momentan steht keine Mission an, habe also die Tiefenbahn nach Eisenschmiede genommen und dort auch das Hauptquartier des Dämmersturms im Mystikerviertel kennen gelernt. Habe meine Freizeit damit verbracht, zu trainieren. Ausdauerläufe und das übliche Training an der Schmiede - zum Glück gibt es in Eisenschmiede ja genug davon. Als ich wieder ins Hauptquartier kam traf ich Ingo, der auf der Brüstung des Balkons saß und an meinem Repetiergewehr bastelte. Wollte ihm schon meine 65 Goldstücke Sold geben, doch er meinte, er habe eh genug Geld. Tatsächlich bot er an, uns Neulinge neu auszurüsten. Er hat auch Simo eine neue Hellebarde gekauft und bot dann Suadya und Alvrim ebenfalls an, etwas mit Gold auszuhelfen. Suadya, Alvrim und Bonniy kamen dazu und irgendwie wanderte das Thema zu einer großen Desertion beim Dschungelsturm, wo ein Drittel des Dämmersturms desertierte. Gab wohl sogar mal Elfen im Bund. Es ist irgendwie traurig, dass ich viele der Namen nicht kenne, doch der Schmerz in den Augen meiner Kameraden sprach Bände. Manche der Deserteure sind ohne eine Spur verschwunden und man kann ob ihres Schicksals nur rätseln. Ingo war außerdem im Schattenhochland und hat Bragnins Familie Sold gegeben und ihnen die Nachricht von Bragnins Tod zukommen lassen. Hab ihm nach der Lage dort gefragt, doch Ingo meinte, er habe nicht viel sehen können. Ob es Opa Thori gut geht? Ob Northeron noch steht? Hab es mir auf der Brüstung bequem gemacht, wo ich nun auch diese Zeilen schreibe. Sie ist breit genug, dass ich bequem drauf liegen kann und in Eisenschmiede ist es eh immer warm. Hörte später noch ein Gespräch zwischen Ingo und dem Kommandanten, wo es um ein Schwert namens Nachtwind ging, welches bei einer gescheiterten Mission in den Sümpfen des Elends verloren ging. Scheinbar hat der Chef vor, es demnächst zu suchen. Hörte auch, wie der Chef davon sprach, den Nachwuchs zu fördern. Suadya bekam ihr neues Schwert geliefert und hat sich wie ein Kind gefreut. Hab auch gehört, dass es da von Seiten Rarnulfs mal ne Insubordination gab, weshalb auch sein Sold als Rottenführer halbiert wurde, als Strafe. Hab auch gehört, dass Bonniy wohl ne ziemlich wilde war, in ihrer Jugend. Ständig Streit mit der Wache in Sturmwind. Hörte, sie hat ihren Verlobten Stephan in Tanaris verloren und dass sie mit Ingo und Rethorn dorthin wollte, um alte Rechnungen zu begleichen. Beide hatten es ihr wohl versprochen.

Bin dann eingepennt und wurde wach, als ich ein Geräusch auf dem Balkon hörte. Öffnete die Augen nen Spalt weit und sah, wie Natter über mir hockte, mit dem Dolch an meinem Bein. Ich bot ihr an, das Messer weg zu stecken oder zuzustechen, wenn sie denn wollte, dass ich sie mit vom Balkon reisse und auf ihr lande. Haben uns dann ziemlich angefaucht und sie stach sogar nach meinem Gemächt, traf aber nur die Brüstung, auf der ich saß. Ingo kam dazu und warnte mich, aber ich lass mich doch nicht von der verarschen. Bin ja lieb und nett, aber ich lass mir nicht alles gefallen. Ich hab sie zwar gereizt, hab aber gesagt, dass ich nur Spaß mache und sie nen Bogen um mich machen soll, wenn sie mich nicht leiden kann. Sind doch nicht im Kindergarten. Hab später noch mit Bonniy gesprochen, die mir von ihrer Krankheit erzählte und davon, dass sie mit Ingo und Rethorn erst zur Exodar, dann nach Tanaris wollte. Die beiden hatten versprochen, ihr zu helfen. Ich erklärte, dass wir dem Kommandanten ja auch geholfen hatten und das dies vielleicht doch Sache des Bunds sei, wenn jemand Probleme hat. Der Kommandant findet Bonniys Probleme wohl nicht so wichtig. Bonniy schlug mir vor, sie zu begleiten. Ich werde allerdings zuerst Ingo fragen, dann erst den Kommandanten. Könnte ja unterwegs viel von den dreien lernen. Immerhin kämpfte Rethorn Seite an Seite mit meinem Bruder. Auch gab sie mir Rethorns Adresse in der Halle der Forscher, direkt in der Halle rechts und die Treppe hoch, wenn man aus dem Mystikerviertel kommt.

Sonnstag, der 5. August

Nachtrag:

War gerade auf der Brüstung am dösen, als ich es unten laut scheppern hörte. Dann fing Ingo an zu fluchen und ich eilte nach unten. Er hatte seine alte Gebirgsjägerausrüstung mit ins Hauptquartier gebracht, ihm war mal wieder danach, sie zu tragen. Er trug sie sonst nämlich nur bei Veteranentreffen. Das Thema wechselte schnell zu Ingos Herkunft. Ich hatte Ingos Augen schon in der Ruine gesehen, wo ich in seinem Körper steckte und die Brille auf die Stirn geschoben hab, um besser sehen zu können. Als er sie nach dem Kampf gegen den Untroll wieder aufsetzte, sah ich kurz seine Augen. Ingo erklärte mir, woher er eigentlich kam und wie er zu seinem für Zwergen ungewöhnlichen Namen kam. Aus Gründen des Respekts schreibe ich die Einzelheiten nicht näher auf. Denn Ingos Herkunft ist mir egal. Er ist ein tapferer, starker Zwerg, an dem sich jeder ein Beispiel nehmen sollte. Alles andere ist unwichtig. Und ich selber kenne... Probleme in der Familie. Ingo zeigte mir eine 200 Jahre alte Donnerbüchse, mit einem Hammerkopf. Einmal feuern, dann in den Nahkampf. Verrücktes Gerät. Hab ihm dann zwei Fragen gestellt: Einmal, ob Natter wirklich so gefährlich ist. Er hat mir dann ein kleines Geheimnis verraten und vielleicht sollte ich wirklich auf der Hut sein. Wenn es zu schlimm wird, muss ich ihr Verhalten melden, will weder ihren komischen Dolch zu spüren bekommen noch mich von ihr verarschen lassen. Ingo sprach von ihrem guten Kern, der aber schwer zu finden sei. Wir sprachen auch über die Todgeweihten. Natter war eine und ich vermutete Befehlsverweigerung als Grund bei ihr, wie bei Rarnulf, der deshalb nur den halben Sold bekommen hatte. Natter jedoch hatte den Eid gebrochen. Dann fragte ich Ingo, ob ich ihn, Rethorn und Bonniy begleiten durfte. Er meinte, die Frage sei edel, doch sei es nicht meine Bürde. Sie hat wohl Probleme mit der Lunge und noch etwas privates in Tanaris zu erledigen. Dachte eigentlich, sie und Rethorn hätten was, doch Ingo meinte, es sei nichts ernstes. Suadya und Alvrim kamen dazu. Glaub, die beiden denken ans Heiraten. Was sich jedoch mi dem Eid beissen kann, wenn sie eine Familie gründen wollen. Ich hab gemeint, ich seh mich in 200 Jahren als Vater vieler kleiner Heldenhämmer. Doch so einfach ist es natürlich nicht.

Den natürlich wäre mir der Eid des Dämmersturms wichtig. Aber eine Familie zu gründen irgendwann auch. Das eine schließt das andere ja nicht aus, ich muss nur eine Frau finden, die meine Pflicht versteht. Denke, bei den Wildhämmern gibt es einige. Vielleicht verkuppelt mich Opa ja irgendwann. Aber noch habe ich Zeit, Abenteuer zu erleben und an meinen Fähigkeiten zu arbeiten. Ingo sprach auch davon, dass man unter Umständen vom Eid entbunden werden kann. Dann haben sich Suadya und Ingo in die Wolle gekriegt. Beide sind manchmal arg empfindlich und verstehen kein Spaß. Ingo ging auf die Palme, als sich Suadya ein wenig über sein alter lustig machte und hat ihr seinen blanken Arsch gezeigt. Suadya ging dann und ich hab Alvrim auf ihr Verhalten aufmerksam gemacht, sie denkt nämlich oft an Familie und Kinder, das sieht man. Alvrim eilte Suadya nach und Ingo setzte sich an mein Gewehr, um sich zu beruhigen. Ich blieb auf dem Balkon und Julius kam dazu. Er erzählte mir, ein Irrer habe ihn hinterrücks angegriffen, als er in Sturmwind die Gräber des Dämmersturms besuchte. Er habe etwas von Drohbriefen und schwangeren Frauen gelabert. Und meinte zu Julius, der Kommandant solle ihn kontaktieren. Der Typ sei ziemlich sauer auf den Dämmersturm. Der Name des Typs war "von Hutton." Vielleicht ist das alles ja nur ein Missverständnis. Ich meinte trotzdem, jeder solle auf sich aufpassen. Nicht, das dieser Irre uns auflauert. Simo kam dazu, dann auch Bonniy, die erklärte, Danovan von Hutton sei eine Stadtwache Sturmwinds. Maldiv war wohl einst mit ihm zusammen, ein rüder Kerl, der grundlos Leute einbuchtet. Mir fiel sofort Illana ein, eine Diebin, dich ich einst kennen gelernt hatte - als sie mich beklauen wollte. Sie könnte diesen Kerl doch beschattet und vielleicht fand sie etwas Belastendes heraus. Und niemand würde sie mit dem Dämmersturm in Verbindung bringen. Bonniy bot mir an, mir diesen Kerl mal zu zeigen. Also zog ich rasch meine Zivilkleidung an und wir machten uns auf zur Tiefenbahn.

In der Altstadt von Sturmwind trafen wir uns in einer Taverne mit Illana, von der ich weiß, dass sie dort gerne mal die Würfel rollen lässt und dazu einen kippt. Ich stellte sie und Bonniy einander vor. Bonniy hatte von der Kellnerin heraus gefunden, dass von Hutton beim Apell vor der Burg zu finden sei. Also ging sie mit Illana dorthin und fuhr anschließend wieder nach Eisenschmiede. Ich selber blieb noch ein wenig sitzen, genoss das Bier. Dann jedoch gab es etwas Tumult, als die Wirtin sich weigerte, Leute aus der Unterschicht zu bewirten. Gefiel mir nicht, also bin ich gegangen. Vor der Burg hat mir Illana auch noch einmal von Hutton gezeigt, dann bin ich auch in Richtung Tiefenbahn. Illana würde mir berichten, wenn es etwas zu berichten gäbe. Im Hauptquartier war das Thema zwischen Simo, Bonniy, Alvrim und Suadya bei den Gefallenen. Ich meinte, es wäre fein, mal etwas schönes zu hören und da meinte Bonniy, dass Maldiv und Enoir heiraten wollen. Als der Kommandant endlich eintraf, sprach ich ihn an, wegen von Hutton. Dabei kam heraus, dass er selber die Briefe verfasst hatte. Ich meinte, dass ich mir Sorgen machte, doch der Chef meinte, es sei kein ernsthaftes Problem. Von Huttons Reaktion sei überstürzt, denn die Briefe seien nicht bedrohlich gewesen. Ich erzählte ihm von Illana, was er für aufmerksam hielt. Zwar wissen wir nicht, ob das notwendig ist, doch der Chef meinte, die kommenden Tage werden näheres bringen. Doc Hatter war nun auch anwesend und ich erzählte den anderen auf dem Balkon von der ganzen Sache und meinte, sie sollten auf sich aufpassen.

Montag, der 6. August

Nachtrag:

Hab mich heute größtenteils ausgeruht, wegen Muskelkater. Sprich: Habe eigentlich etwas Zielschießen mit meiner Armbrust geübt und mich ansonsten auf der Brüstung ausgeruht. Abends bekam ich eine Nachricht von Illana. Ziemlich gut verschlüsselt, in Reimen gehalten. Von Hutton hat scheinbar eine Frau in die Katakomben der Kathedrale von Sturmwind gelockt und mit ihr dort Unzucht betrieben. Er wollte sich rausreden, sie sei weinend da runter und er wolle sie zurück holen und habe sie in den fünf Minuten nicht angefasst. Warum die Katakomben nicht verschlossen waren, vermochte er jedoch nicht zu sagen.

Dienstag, der 7. August

Nachtrag:

Der heutige Bericht von Illana kündete davon, dass Von Hutton vom Feldwebel wohl zum Gefreiten degradiert wurde. Hab es an den Kommandanten weiter geleitet. Glaube nicht, dass der Kerl in der Position noch eine Gefahr darstellt, aber man weiß ja nie. Habe einen Aushang gelesen, es ging darum, den Schatz von Derlones zu finden, einem Elfen, der unter Ingos Kommando einst den Tod fand. Zwar gefallen mir die Rätsel nicht, doch will ich ja auch ein wenig herum kommen und es geht wohl zur Dunkelküste. Und ich kann ja die anderen Teilnehmer beschützen. Hab mich also eingetragen. Mal gucken, wann es los geht. Hoffe, Ingo kriegt mein Gewehr bis dahin fertig. Barbas brachte ne Freundin ins Hauptquartier, sehr zum Ärger vom Chef. Kurz darauf kam Natter, um sich mit dem Chef zu unterhalten. Ohne ihre übliche Maskierung. Eigentlich echt ne Hübsche. Ein Jammer, dass sie so verrückt sein kann. Thema der beiden war wohl Natters Geheimnis. Hab mich dann aber zum Trainieren aufgemacht, weil ich nicht lauschen wollte.

Mittwoch, der 8. August

Nachtrag:

Jessica und Rarnulf sind aneinander geraten. Ich hab mich da natürlich raus gehalten. Rarnulf war grob wie immer, während Jessica aber auch wirklich etwas zu weit ging mit ihrer Frechheit, immerhin ist sie Mitläufer und Rarnulf Rottenführer. Da hat er schon Recht, wenn er sagt, dass sie freundlich sein muss, egal was er zu ihr sagt. Jessica konterte, dass sie dafür sorgen kann, dass Rarnulf sich selber erschlägt. Tatsächlich ist mir ihre Hexerei echt nicht geheuer. Wie sie das Monster in den Ruinen kontrollierte, war schon nützlich. Aber wie sie Ingo kontrollierte... Theoretisch könnte sie wirklich eine Menge Unsinn anstellen und obwohl sie nett zu mir war, bisher, passe ich auch lieber auf. Und wie sie immer ihre Verjüngerungstränke nimmt... Echt gruselig. Rarnulf nannte uns undiszipliniert. Ich meinte, dass ich sehr wohl teamfähig bin und meinte, dass ich solche Zwistigkeiten wie die mit Natter ausblenden kann. Hab nicht vor, so bald zu sterben. Rarnulf meinte - hoffentlich im Scherz, da er auch lachte - dass Tagelöhner und Mitläufer eh zuerst starben. Ich meinte, da müsse sich der Tod aber anstrengen und habe Rarnulf nach Tipps gefragt. Überleben, Auf den Rottenmeister hören und alles Feindliche töten, was mir in die Quere kommt. Er meinte außerdem, ich sollte mich lieber nicht so auf die Brüstung lümmeln, wenn ich in voller Rüstung runter falle, würde er mich nicht aus der Dose pellen. Hat er nicht Unrecht. Vielleicht sollte ich mir auch mal ein Heim suchen. Rethorn hat ja auch eines, hier in Eisenschmiede. Ingo hinterließ mir ne Nachricht, mein Gewehr sei fertig und ich solle zu Reth kommen und Bier mitbringen. Dort war jedoch niemand.

Freitag, der 10. August

Nachtrag:

Habe mir eine Wohnung gekauft, in der Nähe des Militärviertels. Hatte Glück, denn sie stand leer. Scheinbar ist der Vorbesitzer im Kampf gegen die Horde gefallen. Zumindest war die Wohnung nicht zu teuer, musste dennoch Ragnari um etwas Geld bitten, denn ich bin abgesehen von meinem Sold so ziemlich blank. Doch die Wohnung ist schön, geräumig und gemütlich, auch wenn ich sie noch ordentlich einrichten muss. Nachmittags war ich im Hauptquartier und hab ein wenig mit Bonniy gequatscht. Hab ihr von der anstehenden Schatzsuche an der Dunkelküste erzählt, zu der sich auch Simo, Suadya und Alvrim eingetragen haben. Bonniy wirkt sehr müde, ich glaube, sie sollte sich besser bald mit Ingo und Rethorn auf den Weg machen. Dann kam Ingo vorbei und brachte mir mein neues Gewehr. Man sah durchaus, dass er sich Mühe geben hat. Akribisch erklärte er mir die Einzelheiten der Waffe:

Der Repetierer im Blunderbuss-Stil ist laut einem neuen Waffengesetz eigentlich den Gebirgsjägern vorbehalten und soll bald Standardausrüstung werden. Das Rohr hatte Ingo in der großen Schmiede gefertigt, kein Gussrohr wie bei billigen Musketen, sondern mehrere Stahlschichten, veredelt mit Graphit, Borax und Kobalt. Kimme und Korn sind leicht verstellbar, außerdem hat das Gewehr eine Befestigung für ein Zielfernrohr, sollte es je erforderlich sein. Nun, ich bin noch jung und hab gute Augen. Aber man weiß ja nie. Der Verschluss ist geradezügig, wenn man ihn nach links drehte und zurück zog, lag die Patronenkammer frei. Neue Patronen rein, schließen und nach rechts drehen und schon war das Gewehr geladen. Der Schlagbolzen war in der Waffe integriert und kam ohne Hahn aus. Ich hatte drei Schuss pro Kammerfüllung. Durch eine Klappe an der Seite werden die leeren Patronen während des Nachladens ausgeworfen. Die Auszieherkralle schnappte sich dabei die verbrauchte Patrone und ein Federmechanismus führte die nächste Patrone an ihren Platz. Der Griff war aus Eisenborke gefertigt und imprägniert, würde also bei Feuchtigkeit nicht faulen und war hart genug, um einem Orc den Schädel einzuschlagen, sollte ich nicht schnell genug meinen Hammer greifen können. Der Lauf ist auf Kaliber .55 gerichtet, muss ich beim Kauf von Patronen berücksichtigen.

Hab Ingo von der Schatzsuche erzählt und er meinte, dass Alvrim wohl die Führung übernimmt, ich aber als einziger Zwerg auf die anderen aufpassen muss. Hab ihm gesagt, dass ich immer auf meine Kameraden achtgeben werde. Ingo verabschiedete sich dann aber, weil er am Gewehr für Isirion arbeitete. Bonniy verabschiedete sich dann. Sie scheint irgendwie dauermüde zu sein. Hoffe, sie kommt wieder in Ordnung. Als Ingo gerade gehen wollte, klopfte eine Zwergin an der Tür, Targatha Axttanz. Sie suchte eigentlich nach einem Büchsenmacher, denn genau so einen gab es einst da, wo nun das Hauptquartier des Dämmersturms war. Ingo begutachtete ihre alte Flinte und meinte, das Rohr habe Dellen durch Hitze und Druck. Habe mich angeboten, die Flinte zu reparieren. Targatha war skeptisch, aber ich bin zuversichtlich, die Flinte reparieren zu können. Als Lohn habe ich ein Fass Wildhammer-Starkbier gefordert und habe Targatha außerdem meine Adresse gegeben. Dann bin ich erst nach hause gegangen, ehe ich ein paar Wölfe jagen ging, um meine Flinte einzuweihen.

Samstag, der 11. August

Nachtrag:

Ich habe den ganzen Vormittag mit meinem Gewehr geübt. Mittags war ich in voller Rüstung einen Ausdauerlauf machen, war anschließend was essen und hab ich dann im Hauptquartier auf die Brüstung gesetzt. War allerdings sonst niemand da, bis Simo Valkoinen dazu kam. Er war nervös, wegen dem Turnier morgen. Hat schon überlegt, ob er überhaupt teilnehmen soll. Hab versucht, ihm Mut zu machen. Immerhin hat er in Nordend tapfer gekämpft, hatte überlebt und sich seine Beförderung zum Mitläufer redlich verdient. Simo war aber nicht leicht zu überzeugen. Er hatte auch Angst, jemanden zu verletzen. Eine Sorge, die ich gut verstehen kann, da ich sie auch habe. Ich meinte, dass es nicht darum geht, zu gewinnen sondern darum, sein bestes zu geben und dabei zu lernen. Hab ihm gesagt, dass unterschiedlich Gegner nicht schaden, um dazu zu lernen. Hab noch nie gegen jemanden mit Hellebarde gekämpft und das hab ich ihm auch gesagt. Er soll das Turnier als kleinen Schritt sehen, besser zu werden und seine große Liebe zu erobern. Ich meinte, niemand wird ihn zwingen, teil zu nehmen, dass es aber wirklich nur helfen kann. Meinte auch, dass jeder selber aufpassen kann, nicht zu hart zuzuschlagen. Den Gegner lieber zermürben als zu verwunden. Rethorn kam dazu. Er sieht immer noch arg angeschlagen aus, doch bin ich froh, ihn wieder auf den Beinen zu sehen. Rethorn stimmte zu, dass Simo sich mal etwas zutrauen solle. Da morgen nur Tagelöhner und Mitläufer kämpfen, fielen Leute wie Rethorn, Ingo oder Rarnulf schonmal als Gegner aus. Rethorn hat außerdem Post von Ragnari bekommen und mich getadelt, seine Verletzung ausgeplaudert zu haben. Ich meinte, dass Ragnari ihn, Firentis und Grindir eben als Brüder sieht. Rethorn schlug vor, mit uns zu trainieren. Tatsächlich hat er sogar seinen höheren Rang als Söldner genutzt, um uns dazu abzukommandieren. Simo ging dann seine Ausrüstung holen und Rethorn und ich gingen schon einmal vor, nach draussen vor die Tore. Wir nahmen aber etwas Abstand, um die Wachen nicht zu stören.

Simo und ich traten zuerst gegeneinander an. Ich kann kaum alle Einzelheiten aufschreiben, doch muss ich sagen, dass Simo extrem flink ist und die hohe Reichweite seiner Hellebarde gut zu nutzen weiß. Er hat mir einen ziemlichen Piekser in die Seite verpasst, ich hab ihm jedoch mein Schild ins Gesicht gerammt, er konnte sein Gesicht gerade noch weg drehen, so dass es nur seine Backe erwischt hat. Konnte mich auch manchmal sehr geschickt mit dem Schild retten und an seiner Hellebarde entlang in Nahkampfreichweite vordringen. Am Ende fegte er mich jedoch mit einem wilden Kampfschrei zu Boden. Der Junge kann was, wird Zeit, dass er das selber auch mal begreift. Rethorn war zufrieden mit uns beiden. Habe dann gegen Rethorn gekämpft. Hab ihm einmal das Schild ins Gesicht gerammt, er hat dafür meinen Schulterpanzer ziemlich zerdeppert. Einmal hab ich ihn sogar auf den Rücken gelegt, als er nach einem besonders harten Treffer zurück taumelte. Zuerst kam Bonniy dazu, guckte ne Weile zu, später kamen dann Alvrim und Rarnulf. Ich habe einen derben Treffer im Brustbereich kassiert, blieb ne ziemliche Delle in der Rüstung zurück. Hab aber meinerseits so hart gegen Rethorns Zweihänder geschlagen, dass er die eigene Waffe gegen die Schulter bekam. Am Ende hat Rethorn mich jedoch angesprungen, gepackt und zu Boden geworfen. War ein schöner Kampf und ich denke, Training kann nie schaden, besonders gegen stärkere und erfahrenere Gegner nicht. Rarnulf wollte gegen Alvrim und Simo gleichzeitig kämpfen. Ich bin jedoch sofort zurück nach Eisenschmiede, den meine Rüstung hatte eine Menge abbekommen und ich wollte morgen kampfbereit sein. So beeilte ich mich, suchte den Schmied meines Vertrauens auf und legte daheim meine Gebirgsjägerkleidung an, ehe ich wieder nach draussen eilte.

Alvrim und Simo kämpften verbissen gegen Rarnulf, doch dieser schlug beide locker zurück. Dann jedoch brach er den Kampf ab und stapfte zurück gen Stadt. Alvrim rannte ihm nach, um zu fragen, was er habe. Simo meinte, er habe mal eine unschöne Geschichte mit Rarnulf erlebt. Rethorn gab uns seinen Geldbeutel, wir sollten von seinem Sold fein trinken und speisen gehen. Er selber hat sich dann aber verabschiedet. Wohl, um mit Bonniy... Nun, ihre Sache. Ich hab Simo dann auf ein Bier eingeladen und wir sind hoch nach Eisenschmiede. Haben unterwegs Rarnulf und Alvrim auf dem Weg reden sehen, haben aber nicht angehalten. Unterwegs haben wir Aufmunterungen ausgetauscht. In der Kneipe hat er mir dann erzählt, dass sie in Nordend in einen Hinterhalt von Untoten gerieten. Viele gingen k.o. und Simo meinte, er habe Panik bekommen und sei geflohen, anstatt Rarnulf weiter in Sicherheit zu zerren. Das nehme er ihm noch immer übel. Ich meinte, dass Simo eben noch unerfahren war, dass er noch so viel zu lernen habe und das niemand ohne Angst auf die Welt kam. Man musste lernen, seine Angst zu besiegen und sich nicht besiegen zu lassen. Danach wollte Simo wissen, was es mit meiner Gebirgsjägerkleidung auf sich hatte. Hab ihm dann erzählt, dass ich beim Jägerkorps war, ehe ich rausgeworfen wurde, wegen dem Tod meiner Mutter und den Problemen, die ich danach hatte. Rarnulf kam dazu. Er behauptete, nie so etwas wie Zorn zu empfinden. Hätte ich ehrlich gesagt nicht gedacht. Er wirkt immer wie ein barbarischer Sturkopf. Aber ich glaube, dass ist alles nur Fassade. Simo hatte nicht Unrecht: Im Kampf hatte es nicht um Zorn zu gehen. Sondern ums Überleben. Der Feind oder du, so sah es aus. Zorne konnte einen blenden. Wir sprachen über Kontrolle und Simo fragte, woher man wisse, ob man noch die Kontrolle hat. Gute Frage. Man musste einfach versuchen, immer n klaren Kopf zu bekommen. Simo war mittlerweile ziemlich besoffen, ich aber auch. Simo ging dann. Hoffe, er ist nachher nicht verkatert.

Hab dann noch ne Weile mit Rarnulf gesoffen und mich mit ihm unterhalten. Wollte sein Alter wissen und er meinte, ich solle Raten. Hab ihn auf 100 plus/minus 20 geschätzt und war nah dran: 125 Jahre isser alt. Da hat er natürlich schon massig Erfahrung. Fand ich beeindruckend, wie er Alvrim und Simo in Schach hielt, doch er meinte, das sei noch garnichts. Warum er den Kampf verließ, hab ich aber nicht gefragt. Haben uns über Erfahrung, Orden, Überleben unterhalten. Nun, zumindest war er nicht unfreundlich zu mir. Hab ihn auch gefragt, ob ich ihm zuviel rede aber er meinte, besser zuviel als zu wenig, solange es kein Unsinn is, hatter wohl Recht. Haben auch über unsere Bewaffnung und Rüstungen gequatscht. Rarnulf setzte auf Rüstung und Axt. Sein bewährtes Prinzip. Trotz der mangelnden Reichweite meines Hammers kam ich bisher eigentlich auch gut zurecht. Mein Schild hatte mir oft den Arsch gerettet. Rarnulf war verwundert, als ich ihm Rethorns Geldbeutel zeigte und ich ihm erklärte, dass er ihn mir bereitwillig gegeben hat. Wahrscheinlich hätten wir den ganzen Sold versoffen, doch ich hab mich zurück gehalten, will morgen ja auch fit sein. Haben noch über Gold und dessen Nutzen gesprochen und Rarnulf hat nich Unrecht, die Wartung der Ausrüstung ist schon teuer. Haben noch ein paar Scherze ausgetauscht, ehe er mir von einem verrückten Gnomen-Professor erzählte, der seine Frau mutiert hat. Ranulf musste die dann erschlagen. Wirres Zeug gibt es in dieser Welt. Hab mich dann aber von ihm verabschiedet und bin nach hause. War aber ein netter Abend, muss ich sagen. Mal gucken, wie ich mich beim Turnier schlage.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 16. Aug 2012, 21:04 
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Donnerstag, der 16. August

Nachtrag:

Der Tag des Turniers. Der dritte Tag des Blutes. Leider im wahrsten Sinne des Wortes. Wir zogen Karten aus einem Sack, um unsere Gegner zu ermitteln. Ragnari kam auch, blieb jedoch auf Distanz und beobachtete uns vom Rand des zugefrorenen Sees aus, unweit von Eisenschmiede. Suadya musste gegen Simo antreten. Beide schlugen sich gut, ehe Suadya Simo sehr übel erwischte und ihn blutend zu Boden schickte. Mir gefiel nicht, wie Barbas Goth lauthals gegen Simo wettere, der ohnehin schon wenig Selbstvertrauen hatte. Ich musste anschließend gegen Barbas Goth antreten. der sich diebisch darüber zu freuen schien und in mir wohl einen leichten Gegner sah. Wir tauschten einige Hiebe aus und mit meinem Schild habe ich sein Schwert recht gut pariert. Habe kaum was abbekommen, Barbas dann mit einem Schlag in den Rücken zu Boden geschickt. Tat gut, ihm das lose Mundwerk zu stopfen und ich selber war zufrieden mit meiner Leistung. Leider teilte uns Tharain nach dem Kampf Simos Tod mit. Suadya hatte ihn derart übel getroffen, dass er zum einen zuviel Blut verlor, vielleicht sogar an seinem Blut erstickte. Hatter und Tharain sind da aber die Fachmänner. Doch der Schock war enorm, denn ich habe Simo sehr gemocht. Der Abschied von ihm fiel mir schwer, wie er da leblos auf dem Krankenbett im nahen Gebäude lag. Er hatte so viel vor. Seine Geliebte Maria ehelichen, ihrem Vater seine Stärke beweisen. Nun konnte er das alles nicht mehr. Ich denke, ich werde Maria in Sturmwind suchen. Sie hat verdient, von seinem Tod zu erfahren. Hatter musste gegen Julius antreten. Beide lieferten sich ein spannendes Duell, in dem der Doc immer wieder seine Pistole nutzte, gegen das Schild von Julius aber seine Probleme hatte. Am Ende schickte Julius den Doc mit einem Schlag gegen die Schläfe zu Boden. Christoph Keiler musste anschließend gegen Natter antreten. War diese ja eigentlich Todgeweihte, hatte sie vorher wohl scheinbar Tagelöhner oder Mitläuferrang. Oder dies war ihre Chance, wieder Söldnerin zu werden. Natter griff mit ihren Schwertern an, zog jedoch auch ihren merkwürdigen Dolch, als Keiler ihre Klinge erhitzte. Sein Fachwerk war die Hexerei. Doch dann kassierte er den ersten Schnitt auf der Wange. Beide umkreisten sich, tauschten Stiche und Zauber auf, ehe Keiler jedoch aufgab. Anschließend musste ich gegen Suadya kämpfen, die erst nicht kämpfen wollte. Ich kassierte einen Schnitt am Oberschenkel, traf sie dann hart im Magen und sie ging davon. Was mich ärgerte. Klar, der Tod Simos machte sie fertig, sie fühlte sich schuldig. Ich jedoch fühlte mich, als hätte sie mir den Sieg geschenkt. Ich stand jedoch im Finale. Julius musste nun gegen Natter kämpfen. Er hat sie ziemlich fertig gemacht und mit einem kräftigen Schlag umgehauen. Nun, ich war froh, nicht gegen Natter kämpfen zu müssen. Julius und ich lieferten uns einen tollen Finalkampf, hatten es nicht leicht, den Schild des jeweils anderen zu überwinden. Ich hab ihn einige Male erwischt und brachte ihn auch ganz schön ins Schwitzen, doch dann ließ Julius sein Schild fallen, packte seinen Streitkolben mit beiden Händen und schickte mich mit einem kräftigen Hieb gegen den Brustkorb zu Boden. Ein paar Rippen brachen. Werde mich wohl die nächste Zeit etwas schonen müssen. Julius wurde zum Söldner ernannt. Mit ein paar lädierten Rippen, einer Schnittwunde am rechten Oberschenkel habe ich das Turnier ja wenigstens als Zweiter überstanden. Hatter verarztete mich einigermaßen und wir gingen vom provisorischen Lazarett wieder nach draussen. Alvrim, Orodaro, Rarnulf und ich erwiesen Simo die letzte Ehre. Wir schlugen ein Loch in die Eisschicht des Sees, betteten Simo auf ein nahes, altes Fischerboot und zündeten es an, während wir unsere Abschiedsreden hielten. Wir lobten seine Hingabe an unsere Sache, Sein Pflichtbewusstsein und seinen Eifer. Ich sprach davon, dass seine Fehler an ihm nagten. Nie hatte er sich verziehen, Rarnulf einst im Stich gelassen zu haben. Simo war höflich, beherzt, ehrlich. Er hatte Zweifel - so wie ich auch - doch so viel Potential. Hoffe, die Erdenmutter wacht über ihn. Selbst Rarnulf meinte, dass er ihn mochte, obwohl er ihn für einen Feigling und einen Schwächling hielt.

Mittwoch, der 22. August

Nachtrag:

Tag der Mission zur Dunkelküste, um Derlones' Schatz zu finden. Lernte vorher noch Veralis kennen Suadyas Schwester, eine Magierin. Da Simo nicht mehr da war und Sua Veralis so vieles erklären wollte, trafen nur Alvrim und ich uns beim Hafen von Sturmwind. Dort traf ich Isirion, mit dem ich mich kurz unterhielt, über das Turnier, über Familiengründung... Hoffe, ich kriege das auch eines Tages mal hin. Isirion gab Alvrim ein Buch, wahrscheinlich mit Notizen der Dunkelküste und zu den Rätseln, die Derlones aufgeschrieben hatte. Leslay tauchte auf und bat mich, ihr etwas mitzubringen. Dann gingen wir auch schon an Bord. Alvrim und ich gingen uns nicht aus den Weg, schweigten aber die meiste Zeit. Über Simo zu reden brachte nur Schmerz mit sich. Hoffe, allein für ihn können wir den Schatz bergen. In Lor'danel gingen wir einige Tage später von Bord. Diesmal war ich nicht seekrank geworden, doch musste ich mich noch immer etwas schonen, wegen meinen Rippen. Alvrim war dafür, sich die Küste vorzunehmen, während ich anhand der Rätsel eher der Meinung war, bei den Bergen zu suchen. Doch Al is ranghöher und ich werde ihm nur widersprechen, wenn es gefährlich wird. Wir kämpften uns durch das unwegsame Gelände bis nach Auberdine, einer vom Beben zerstörten Stadt an der Küste. Möglicherweise haben wir die Rätsel falsch gedeutet, denn wir kamen einfach nicht wirklich voran. Das Land war zerbrochen, Meerwasser floss durch tiefe Spalten ins Land, durch die wir uns mühsam kämpften. Meine Rüstung war hier nicht gerade von Vorteil. Dann griff uns auch noch ein Rudel Dämmersäbler oder Nachtpirscher an, die Großkatzen aus der Gegend. Wir verteidigten uns und ich rammte mein Schild so manchem dieser Viecher ins Maul. Ich kassierte einen Biss in den rechten Unterarm. Alvrim stand mir mutig zur Seite und rettete mich vor einer dieser Viecher. Der letzten Katze drosch ich den Hammer auf die Wirbelsäule und zerschmetterte diese. Ich schnitt einen Zahn aus ihrem Maul, für Leslay. Doch Alvrim und ich beschlossen, nach Eisenschmiede zurück zu kehren. Für zwei Leute ist diese unwegsame Gegend voller Raubtiere und Schattenhammerkultisten einfach zu gefährlich.


Zuletzt geändert von Veidt am 11. Sep 2012, 14:11, insgesamt 3-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 31. Aug 2012, 22:59 
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Dienstag, der 28. August

Nachtrag:

Habe Leslay heute einen Säblerzahn gegeben, den ich ihr von der Dunkelküste mitgebracht hab. Sie hat sich gefreut. Sie erzählte von einer Stadtwache, die mit dem Kommandanten sprechen wollte, meinte aber nicht Danovan. Vielleicht ging es um einen Auftrag. Außerdem nahm Leslay ihre Kapuze ab, als sie den Fangzahn betrachtete. Echt ein hübsches Mädchen. Hab sie sehr gern. Mag daran liegen, dass der Heldenhammer-Clan so klein ist, dass wir uns deshalb unsere Freunde als Ersatz aussuchen. Vielleicht bin ich da etwas voreilig, aber naja. Später lernte ich ein neues Mitglied kennen, Percival. Nicht besonders gesprächig, der Kerl. Aber mal abwarten, is ja alles neu für ihn.
Hab den Kommandanten gefragt, ob er Alvrim oder Suadya gesehen hat. Sah die beiden nämlich lange nicht mehr und wir müssen ja schließlich zurück zur Dunkelküste, um Derlones' Schatz doch noch zu bergen, nachdem der erste Versuch so jämmerlich scheiterte. Orodaro erzählte mir von einem Angriff auf Alvrim und das er im Lazarett von Sturmwind liegt. Dachte erst, Danovan wäre daran beteiligt, doch anscheinend macht eine unbekannte Gruppierung Jagd auf Mitglieder des Dämmersturms. Der Kommandant meinte, Ermittlungen laufen und die Sache sei bald vom Tisch. Man sollte aufpassen, wenn man in Sturmwind ist, solle aber keine Angst haben, immerhin ist Gefahr unser Geschäft.

Donnerstag, der 30. August

Nachtrag:

Habe heute Alvrim im Lazarett der Kathedrale von Sturmwind besucht. Suadya war bei ihm. Beide regten sich über Hatter auf, der im Wappenrock durch die Stadt schlenderte und so regelrecht einen Angriff provozierte. Suadya sprach von einem Treffen mit einem Vermittler namens Bulre. Sie sollte da etwas organisieren. Ob das etwas brachte? Die Kerle haben Alv echt böse erwischt und Grenam und Suadya auch angegriffen. Glaube, ohne Blutvergießen wird das nicht enden. Oder erwartet diese komische Bande etwa Schutzgeld von uns?

Freitag, der 31. August

Nachtrag:

Die Mission heute war erfolgreich. Wir sollten im Auftrag von Gotmar Eichenschädel von der Forscherliga seine drei Versorgungskarren vom Steinbruch Gol'Bolar bis in die Brennende Steppe eskortieren. Percival Schuttenbach und Leslay kamen ebenfalls mit. Gotmar schien skeptisch, ob wir drei denn in der Lage wären, seine Waren zu beschützen. Ich hab ihm versichert, wir wissen was wir tun und haben unseren Ruf verdient. Dabei habe ich die Führung über die beiden anderen übernommen. Gefiel mir zuerst nicht, immerhin geht da Verantwortung mit einher und ich will mich nicht aufspielen. Doch später hat es mir ganz gut gefallen. Zuerst ordnete ich an, im Falle eines Überfalls mit den drei Wagen ein Dreieck zu bilden und die Widder in die Mitte zu bringen, um sie vor eventuellem Beschuss zu schützen. Hat sich auch später als richtige Entscheidung entpuppt. Wir nahmen den Südtorpass, vorbei am Südtoraußenposten nach Loch Modan. Im Tal der Könige hielten wir uns weiter südlich, dann gings durch den Steinwerkpass in die Sengende Schlucht. Hier schlug uns die Hitze der Lavaseen unerbittlich entgegen. Leslay war ruhig wie immer. Hin und wieder spielte sie mit dem Säblerzahn, den ich ihr gab und den sie nun an einem Band um den Hals trägt. Percy hingegen nippte recht oft an einem Flachmann. Ob es sich dabei um Alkohol handelt oder um etwas anderes? Der Junge ist sehr schweigsam und ich weiß nicht, ob da Arroganz hintersteckt oder Vorsicht. Mal schauen, wie er sich noch so macht. Ich war lange nicht mehr in dieser Gegend, lange vor dem Beben. Daher rief ich zur Wachsamkeit auf, während wir unsere Wagen durch das Staubfeuertal gen Süden lenkten. Es war eine trotzlose Gegend. Unweit der Straße tummelten sich riesige Spinnen, doch zum Glück griff uns keine an. Dann jedoch sah ich eine Bewegung auf einem Hügel nahe der Straße. Sofort befahl ich, mit den Wagen ein Dreieck zu bilden. Gotmar brachte die Widder ins Innere. Dann pfiffen uns auch schon Schüsse um die Ohren. Percy wurde getroffen und ging zu Boden. Auf dem Hügel befanden sich vier Dunkeleisenzwerge. Zwei davon hatten Gewehre. Ich erwiderte sofort das Feuer, traf einen aber nur an der Schulter. Leslay war mit ihren Zaubern da wesentlich effektiver, hat einen der Zwerge regelrecht mumifiziert. Percy eilte dann den Hügel rauf und verwickelte sie in Nahkämpfe. Zwar gaben sie noch eine Salve ab, verfehlten mich aber - obwohl ich noch auf meinem Wagen stand und ne gute Zielscheibe abgab. Riskant, ja. Aber ich hatte Glück und irgendwie wollte ich auch ihre Aufmerksamkeit. Einem der Zwerge jagte ich noch ne Kugel ins Bein und Leslay und Perce haben den Rest gemacht. Nun ging die Fahrt weiter. Percy war nicht allzu schwer verletzt, aber Leslay schien ziemlich erschöpft von ihrer Zauberei. Wir hatten Glück und der Rest der Reise verlief ereignislos, doch die Hitze machte uns sehr zu schaffen. Durch das nördliche Tor lenkten wir unseren Wagen in den Schwarzfels. Hier war es unerträglich heiß, doch wir hatten Glück und niemand griff uns an. In der Brennenden Steppe war es nicht ganz so heiß, doch wir blieben wachsam, denn die Schwarzfelsorcs waren hier zahlreich vertreten. Doch unser Glück hielt an. Die Nacht bot reichlich Schutz und wir fuhren weiter nach Osten, in Richtung der Ausgrabungsstätte. Die Hügel wirkten bedrohlich, ebenso die Ruinen von Thaurissan. Als die Straße sich in Trümmern verlor, bemerkte ich einige Reiter, die sich näherten. Sofort ordnete ich erneut an, die Wagen in Dreiecks-Formation zu stellen. Doch ehe Gotmar die Widder abschnallen konnte, erkannten wir die Reiter als Zwerge. Sie gehörten zur Ausgrabungsstätte und es schien, als gäbe es Probleme. Der Ausgrabungsleiter, ein Zwerg namens Kupferschlag, ist scheinbar verschwunden. Wir begleiteten die Zwerge zum Lager und haben damit unsere normale Mission erfüllt. Hab mit Leslay und Percy diskutiert, ob wir den Ausgrabungsleiter suchen, gegen weitere Bezahlung. Wir können das Geld gut brauchen und dem Bund tut der Ruf auch ganz gut. Gotmar meinte, er kommt auf uns zurück und wir haben nun die Gelegenheit, uns auszuruhen.

Samstag, der 1. September

Nachtrag:

Habe mit Percy ein wenig gesprochen. Meinte, wenn ich ihm zu viel rede, soll er es mir sagen. Manchmal ist Schweigen eben Gold. Ich meinte zu ihm, dass ich den Leuten von der Forscherliga nicht ganz traue. Opa nennt die ja auch oft Grabschänder und selbst Ragnari meint, die sollten aufhören, die Landschaft zu verschandeln. Ich meinte zu Perce, dass die vielleicht lügen und möglicherweise etwas böses, gefährliches gefunden haben. Vielleicht ist der Ausgrabungsleiter in der Gewalt von Orcs oder Dunkeleisenzwergen. Oder er hat ein verfluchtes Artefakt gefunden uns ist verrückt geworden. Hab Percy als Vergleich die Geschichte von Ragnaros und der Versklavung der Dunkeleisenzwerge erzählt. Meine Hoffnung war, dass Leslay uns vor magischen Einflüssen schützen oder wenigstens warnen konnte. Wir sprachen über unsere Motivation. Okay, Percy schwieg hauptsächlich. Ich meinte zu Perce, dass ich nicht gierig bin, und obwohl ich Abenteuer mag, hänge ich an meinem Leben. Werde für ein paar Goldstücke sicher nicht in eine ausweglose Situation rennen. Zumal ich ja Verantwortung für meine Kameraden trage. Deshalb kamen wir auch auf die Idee einer teilweisen Vorauszahlung, damit wir nicht umsonst in der Wüste herum laufen. Ich meinte, dass ich nie Percy's oder Leslay's Leben riskieren würde. Doch so richtig ist es nicht zu erklären, warum ich eigentlich Söldner bin. Geld könnte ich auch anders verdienen. Ja, ich mag Abenteuer, mag es, was von der Welt zu sehen. Ich mag Gefahren, Herausforderungen. Aber gute Kameraden machen auch viel aus. Doch man muss auch erkennen, wann eine Mission zu gefährlich ist. Percy hat schon Recht: Wir haben ja immer noch die Möglichkeit, einfach zu gehen. Percy fragte, was am Tod so faszinierend ist. Denn dafür würde man uns ja bezahlen. Ich entgegnete ihm, dass wir auch fürs Leben bezahlt werden. Um zu retten. In diesem Fall zahlte man für den Tod eventueller Angreifer und für das Leben des Ausgrabungsleiters. Soldaten kämpfen auch für den Schutz der Heimat, für den Schutz der Zivilisten. Sie müssen auch töten. Wer eine Waffe trägt, muss bereit sein, sie zu benutzen. Und bereit sein, auch mal verletzt zu werden. Man muss wissen, warum man kämpft und wofür. Ich kämpfe für Abenteuer, Herausforderungen, um mich selber zu verbessern, mein Können und mein Wissen. Wenn ich dabei bezahlt werde und Gutes tun kann, umso besser. Als ich wissen wollte, was Percy zum Bund brachte und was es mit seinen Flachmännern auf sich hat, sagte er nichts. Ich meinte, dass er seine Arbeit bisher ganz gut macht. Mehr als nachdenken, aufpassen und sein Bestes geben kann man nicht. Außer, in diesem Fall, nach hause zu gehen.

Kurz darauf kam Gotmar Eichenschädel zu uns. Scheinbar gab es im Lager Streitereien. Einige der Zwerge waren der Meinung, Ausgrabungsleiter Kupferschlag hätte sich mit eventuellem wertvollen Fund abgesetzt, um alleine davon zu profitieren. Andere machten sich wirkliche Sorgen. Gotmar Eichenschädel war bereit, uns erneut zu bezahlen, wenn wir ihm Kupferschlag zurück brachten, vorzugsweise lebend. Wir verhandelten eine teilweise Vorauszahlung aus, dann brachen wir auch schon auf, nachdem ich um eine Beschreibung des Ausgrabungsleiter und um die genaue Lage der Ausgrabungsstätte geben habe. Kaum verließen wir das Lager, diskutierten wir unsere Vorgehensweise. Die Ausgrabungsstätte war irgendwo östlich vom Schreckensfels. Zwar gab es in der Steppe einige verkohlte, tote Bäume, doch die Ebene war viel zu offen. Percival und ich waren uns einig, uns zuerst nahe bei den Berghängen zu halten, um so eine bessere Aussicht zu haben und im Vorteil von Deckung zu sein. So wanderten wir also los. Wie zuvor rief ich zu ständiger Wachsamkeit auf und hielt meine Flinte bereit. Meine Sorge war, dass Gefahr durch den Schreckensfels drohte, der zum Glück aber weit entfernt war. Dann jedoch sahen wir dunkle Punkte am Himmel. Durch das Zielfernrohr meines Gewehrs sah ich genauer hin. Irgendetwas flatterte in einiger Entfernung am Himmel, in der Nähe eines hohen, toten Baums. Wir schlichen uns näher und sahen dann einige Geier, die sich an Leichen labten. Wir verscheuchten sie, erschlugen drei von ihnen, die ihre Beute verteidigen wollten. Bei den Leichen handelte es sich um drei tote Zwerge. Ich fand Ausweise der Forscherliga. Einer war ziemlich böse zugerichtet, sah beinahe wie ein Sturz aus großer Höhe aus. Später sollte ich erfahren, dass er einfach nur ziemlich wüst erschlagen wurde. Eine andere Leiche war leicht angekohlt. Ich schäme mich ob meiner Torheit, und der Tatsache, dass ich mich mit Magie nicht auskenne. Denn tatsächlich habe ich schon befürchtet, ein Drache wäre das gewesen. Leslay bemerkte jedoch Schleifspuren am Boden. Wir huschten erneut von Deckung zu Deckung, nutzten Felsen und Baumstümpfe und gingen weiter nach Norden, zur Ausgrabungsstätte.

Percival rief uns, hatte einige tote Zwerge gefunden und einen, der schwer verletzt, aber noch am Leben war. Er erzählte uns von einem Überfall durch Dunkeleisenzwerge, die den Ausgrabungsleiter mitgenommen haben, ehe er verschied. Leslay hatte entdeckt, dass es auch hier Schleifspuren gab, die zu einer Höhle im Norden führte. Vorsichtig aber rasch schlichen wir uns an diese Höhle heran, die hinter einer leichten Senke in der Felswand lag. Nun waren wir uns etwas unschlüssig ob unserer Vorgehensweise. Rein stürmen? Die Gegner raus locken? Doch Percival gab zurecht zu bedenken, dass die Höhle unbekanntes Terrain war. Klar, eventuell war sie eng und wir könnten vielleicht nur wenige Gegner gleichzeitig bekämpfen, doch vielleicht war sie auch offen und voller Feinde. Leslay war es, die vier Schatten sah, die von einem Feuer an die Höhlenwand geworden wurden und Percival hörte Gesprächsfetzen. Ich beschloss, mich an den Höhleneingang zu schleichen, um näheres heraus zu finden. Leider war ich wohl nicht leise genug. Die Gespräche in der Höhle verstummten und Schritte näherten sich. Ein schwer gerüsteter Kämpfer der Dunkeleisenzwerge trat ins Freie. Er trug eine Flinte und einen Streitkolben am Gürtel. Ich versteckte mich hinter einer Felskante links neben dem Höhleneingang und wies Percival und Leslay mit einer Handbewegung an, ruhig zu sein und nicht einzugreifen. Möglicherweise, dachte ich mir, könnte ich den Zwerg lautlos und schnell ausschalten. Das wäre ein Feind weniger in der Höhle. Ich nahm einen Stein, warf ihn neben mir gegen die Felswand, wo er runter kullerte. Nun umrundete der Dunkeleisenzwerg den Felsen, um nach zu sehen. Und als er direkt neben mir war, wirbelte ich herum um ihm meinen Hammer gegen den Hals zu schmettern, ihn so auch effektiv am Schreien zu hindern. Leider wich er aus und ich kassierte einen Schlag gegen den Kopf. Percival und Leslay griffen ihn nun an, doch er rief bereits, dass wir Eindringlinge waren. Mit einem zweiten Schlag zertrümmerte ich ihm den Schädel, doch seine drei Kameraden traten bereits aus der Höhle. Percival eilte mit Schwert und Schild an meine Seite und Leslay beschwor eine Art Schattenkreatur, die sie den drei anderen Dunkeleisenzwergen entgegen schickte. Hab mich ganz schön erschrocken, als das Ding neben uns war und kämpfte. Wie auch bei Jessica muss ich hier wieder sagen, dass mir Magie nicht geheuer ist. Was, wenn da mal etwas schief geht?

Doch die Schattenkreatur hielt den Anführer der Dunkeleisenzwerge gut in Schach. Immer wieder schwang dieser seinen mächtigen Streitkolben, richtete jedoch keinen Schaden an. Einer der Dunkeleisenzwerge war ein Magier oder Hexer, der Leslay mit einem Feuerzauber eindeckte und sie am Bein verletzte. Der dritte Zwerg war ein Krieger, der mich sofort attackierte. Percival war es, der sich zweimal schützend vor mich stellte und Schläge kassierte, die mir galten. Ein tapferer, beherzter junger Mann. Das hier war zwar seine erste Mission, doch der erste Eindruck ist ein guter. Ich schmetterte dem Krieger meinen Hammer auf die rechte Schulter, doch er hielt einiges aus. Die Schattenkreatur von Leslay hielt den Anführer der Dunkeleisenzwerge weiter beschäftigt, ehe sie sich auflöste. Ich zog mich aus dem Nahkampf zurück, zog mein Gewehr und feuerte auf den Anführer, traf ihn auch. Doch er bleib stehen und fixierte mich. Auch hier war Percival clever, denn er stellte sich so vor den Krieger und den Anführer, das beide nicht zu mir durch kamen. Leslay war mittlerweise sehr erschöpft, sei es nun durch die Verletzung oder durch ihre Magie. Doch mit irgendeinem Zauber, den man jedoch nicht sehen konnte, schickte sie den Anführer der Dunkeleisenzwerge zu Boden. Er erhob sich nicht mehr. Percival und der Krieger schlugen sich weiter ihre Waffen um die Ohren und ich lud hastig mein Gewehr nach, jagte dem Magier erst eine Kugel in die Schulter, dann eine in den Kopf. Percival erschlug den Krieger und ging dann vorsichtig in die Höhle. Ich ging erst einmal zu Leslay, die erschöpft am Boden kniete. Ich fragte, ob ich sie tragen sollte und sie stimmte zu. Sie mag sowas eigentlich nicht und ihre Antwort sagte mir, wie schlecht es ihr gehen musste. Die Wunde an ihrem Bein war schlimm. Ich trug sie in die Höhle, wo Percival bereits Ausgrabungsleiter Snorri Kupferschlag gefunden und befreit hatte.

Bei den Dunkeleisenzwergen schien es sich um Söldner zu handeln. Ich bin also nicht einmal sicher, ob das wirklich Schwarzfels-Zwerge waren. Warum sonst waren sie denn in einer Höhle? Weiß nicht, ob Moira Thaurissan da ihre Finger im Spiel hatte, denn um den Fund der Ausgrabung handelte es sich wohl um Schriften, die den Bau einer alten Maschine beschrieben. Kupferschlag war schwach, konnte jedoch laufen. Ich trug Leslay, als wir zurück zum Lager gingen. Percival behielt dabei die Umgebung im Auge. Im Lager konnte Gotmar Eichenschädel kaum fassen, dass wir den Ausgrabungsleiter lebendig gefunden haben und selber noch am Leben waren. Ich kassierte den Bonus-Sold dieser unverhofften Mission und ließ Leslay's Bein versorgen. Am nächsten Morgen brachen wir wieder gen Eisenschmiede auf, nahmen allerdings den Pfad ins Rotkammgebirge nehmen, reisten von dort aus nach Elwynn und mit der Tiefenbahn in Sturmwind gings dann zurück nach Eisenschmiede.

Percival hat einen guten ersten Eindruck gemacht und Leslay's Bein wird bald wieder in Ordnung sein. Ich selber bin mit dem Ausgang der Mission und unserer Vorgehensweise zufrieden, obwohl nicht immer alles geklappt hat. Aber zu kämpfen heißt ja auch, bei bösen Überraschungen dementsprechend zu reagieren und sich anzupassen. Percival und Leslay haben eine gute Auffassungsgabe bewiesen und ich selber lebe noch und habe Hammer, Schild und Flinte effektiv eingesetzt.

Donnerstag, der 6. September

Nachtrag:

Heute sind wir wieder in Eisenschmiede angekommen. Wir haben uns Zeit gelassen, mit der Rückseite. Leslay war sehr erschöpft und wir machten längere Pausen in Seenhain, beim Holzfällerlager des Osttals, in Goldhain und in Sturmwind selbst. Leslay's Bein wird gut verheilen, aber sie ist dennoch sehr, sehr müde und schweigsamer als sonst. Mache mir Sorgen ob des Preises, denn diese Hexerei und Zauberei mit sich bringt.

In Eisenschmiede lief mir nahe des Hauptquartiers ein Hüne über den Weg, der sich mir als Jonnar vorstellte und wohl neu beim Bund sei. Ein grobschlächtiger Kerl mit einem Waffengehänge über nackter Brust und riesigen Waffen. Ich stellte mich ihm vor, ging dann aber weiter. im Hauptquartier traf ich auf Ingo. Er, Rethorn und Bonniy waren also wieder zurück von ihrer Reise. Ingo war sehr schlecht gelaunt. Er hatte von Simos Tod erfahren und meinte, er wolle mit dem Kommandanten reden und sehen, ob sich das Turnier nicht abschaffen ließe, um weitere sinnlose Tode zu verhindern. Bonniy kam dazu und zeigte mir den Ring am Ringfinger. Also würden sie und Rethorn heiraten. Freu mich für die beiden und ich freue mich, dass es ihr wieder besser geht. Habe noch am selben Tag Ragnari Bescheid gesagt. Ingo ging zum Schießstand bei Stahlrosts Depot, um etwas Frust abzubauen.

Freitag, der 7. September

Nachtrag:

Traf heute Alvrim und Suadya im Hauptquartier. Sua lag unten im Krankenbett und Al passte auf sie auf. Vor zwei Tagen wurde Sua wohl von einem Wolf angegriffen und deshalb musste sie sich ausruhen. Sie sah noch arg angeschlagen aus. Ich wollte die beiden nicht stören und so hab ich mich verabschiedet und war draussen ein wenig jagen.

Samstag, der 8. September

Nachtrag:

Targatha Axttanz kam heute mit einem riesigen Fass Bier an, damit ich ihre Flinte repariere. Hab ihr oben mein Arbeitszimmer gezeigt und wir quatschten recht angeregt, während ich mir ihr Gewehr ansah. Entgegen Ingos Meinung war der Schaden am Gewehr nicht so extrem, doch eine ausgiebige Reinigung war dringend notwendig. Targatha schien nicht so gern mit ihrem Gewehr zu schießen. Doch sie tat es, um es ihrer Familie recht zu machen. Ich erklärte ihr, dass mein Opa Ragnari und mich auch als missraten sieht. Man darf sich nicht in Formen zwängen lassen, die einem nicht gefallen. Man muss seinen eigenen Weg gehen. Mit Filzpropfen und Salmiakgeist reinigte ich den Lauf des Gewehrs. Der war sehr dreckig. Kein Wunder, dass die Flinte nicht mehr richtig wollte. Targatha sprach davon, im Schlingendorntal Trolle zu jagen. Hab ihr davon abgeraten. Zu weit weg, zu gefährlich. Nach zehn Propfen war der Lauf endlich sauber und ich habe die Flinte auseinander genommen, um die Kleinteile zu reinigen und zu ölen. Hierbei half mir Targatha, die sehr schüchtern ist. Hatte sehr oft einen roten Kopf. Find sie aber sehr lieb und niedlich. Hab ihr Gewehr aber erstmal behalten. Die Kleinteile habe ich getrocknet und geölt und vor den Kamin gelegt. Bald kann ich ihre Flinte wieder zusammen bauen und sie kann wieder fleissig damit schießen. Habe ihr noch erklärt, dass man in der Gegend auch Trolle und Troggs findet.

Sonntag, der 9. September

Nachtrag:

Am frühen Abend ging ich ins Hauptquartier, traf auf dem Weg Jonnar, den riesenhaften Neuling. Er meinte, er habe mit Natter gekämpft und sie besiegt. Respekt! Er erzählte mir aber auch von ihrem Dolch und dass er sie für verrückt hielt. Er hatte auch einige Schnitte und verabschiedete sich dann auch schon. Auf dem Balkon des Hauptquartiers traf ich Alvrim, der ungewöhnlich ruhig war. Hatter kam dazu. Scheinbar ging es ihm nicht gut, doch er wollte sich mir nicht anvertrauen, dankte aber für das Angebot. Alvrim war auch nicht besonders gesprächig, sprach dann fast gezwungen über das Wetter. Merkwürdig. Ob es was mit Suadya zu tun hat? Plötzlich hörten wir Ingo von draussen brüllen und eilten zu ihm. Ingo trug Natter und beide waren voller Blut. Alvrim nahm ihm Natter ab und brachte sie rein, zum Bett. Hatter wies mich an, Wasser zu kochen und ich gehorchte. Endlich erklärte Ingo, was passiert war: Er war mit Natter draussen gewesen und sie griff ihn plötzlich an. Er reagierte instinktiv, schoss sie an. Glatter Durchschuss in der Bauchgegend. Während ich das Wasser kochte, flüsterte ich Ingo zu, dass der Dolch weg müsse, weil wir sonst jederzeit Angst haben müssten. Er stimmte mir zu. Ich finde, wir haben Hexerei nicht nötig. Hasse das schon immer bei Leslay und Jessica. Alvrim holte Enoir, der als Priester mehr tun konnte. Hatter versorgte Natter und auch Julius kam kurz darauf dazu. Wir hielten Natter fest und Ingo nahm ihr den Dolch ab und ging. Natter zeterte wie wild und wir hatten Probleme, sie zu halten. Sie brüllte, wir sollten ihn aufhalten, dann meinte sie, ich sollte zu Ingo. Also eilte ich ihm nach. Rarnulf saß draussen und sagte mir, dass Ingo in Richtung Schmiede sei. Dort fand ich ihn auch, unweit vom Feuer. Er lag wie tot auf dem Boden und bat mich, den Dolch zu vernichten. Ich packte den Dolch, um ihn in die Schlacke der Schmiede zu werfen, doch die Berührung bereitete mir Schmerz. Es war, als wiege der Dolch Tonnen. Mühsam schleppte ich mich der Schmiede entgegen, zum Rand. Es war so einfach, und doch unendlich schwer, den Dolch hinein zu werfen. Doch ich schaffte es. Mühsam schleppten Ingo und ich uns zurück zum Hauptquartier. Eine Mission lag an. Ingo wachte über Natter und draussen gab uns Orodaro die Befehle. Rarnulf würde uns befehligen.

Unsere Mission war, einen Senator namens Bruto Scharlachlocke zu beschützen, bei einer abendlichen Rede in Kharanos. Informationen zufolge planten Dunkeleisenzwerge einen Anschlag, denn der Senator hasste sie und seine Reden waren entsprechend flammend. Beweise gab es für den geplanten Anschlag zwar nicht, doch durch den Krieg gegen die Horde waren die lokalen Streitkräfte ausgedünnt, weshalb uns der Neffe des Senators nun bezahlte, ein Auge auf den Senator zu haben. Percy, Alvrim, Julius, Hatter, Tharain und Veralis waren auch dabei. Der Dunkeleisenzwerg, der die Rede hört, könnte eine Gefahr darstellen. Kharanos ist nicht für seine ausländische Bevölkerung bekannt, eigentlich wäre es also leicht, die Gegend im Auge zu behalten. Sollten wir Aktivisten erkennen, sollten wir sie festsetzen oder töten. Rarnulf befahl Alvrim, sich den Wappenrock auszuziehen, sich unters Volk zu mischen. Alvrim rannte vor, um nicht so leicht mit uns in Verbindung gebracht zu werden. In Kharanos war auf einem Hügel neben der Schmiede bereits ein Podium errichtet worden und eine Menge hatte sich auf den Straßen versammelt. Alvrim war unter ihnen. Ich bezog Stellung auf dem Dach der Brauerei und hatte damit eine fast perfekte Aussicht auf alle Himmelsrichtungen, die nur gelegentlich von den Bäumen gestört wurde. Hatter wollte sich zuerst beim Podium positionieren, doch die Leibwache schickte ihn trotz allem nach unten und er blieb beim Fuße des Hügels. Auf der anderen Straßenseite, etwas weiter rechts von mir, bezogen Tharain und Veralis auf einem anderen Hügel Position. Rarnulf und Percy mischten sich unter das Volk und Julius blieb nahe der Schmiede.

Bald betrat der Senator die Szenerie, trat ans Pult und fing an, seine Hassrede zu schwingen. Percy ging zwischen dem Hügel mit dem Pult und der Schmiede in Stellung. Die Rede des Senators war übel. Tatsächlich hab ich mir schon vorgestellt, wie es wohl wäre, ihm eine Kugel in den Kopf zu jagen. Scheinbar verlor der Senator viele Familienmitglieder im Kampf gegen die Dunkeleisenzwerge und dies hatte ihn unveränderlich rassistisch werden lassen. Dann plötzlich sah ich, wie auf der anderen Straßenseite eine Gestalt auf das Dach der Schmiede kletterte. Sie war vermummt und ich konnte nichts genaueres sehen, trotz Zielfernrohr auf dem Repetierer. Niemand sonst schien die Gestalt zu bemerken. Ich zielte ganz genau, versuchte, etwas zu erkennen. Sollte ich schießen oder nicht? Alarm schlagen? Was, wenn ich mich irrte? Was aber, wenn ich nicht handelte und richtig lag? Ich beschloss, meinem Bauchgefühl zu vertrauen und durchsiebte die Gestalt mit drei Kugeln. Sie fiel vom Dach, landete vor dem Eingang der Schmiede, tot. Und sofort brach das Chaos aus.

Unruhe, Gekreische. Die Leute liefen kreuz und quer in alle Richtungen, im Gerempel verlor ich den Überblick. Der Senator wurde von seiner Leibwache von der Anhöhe weg geführt, in Richtung Schmiede. Sofort waren Percy und Julius in seiner Nähe. Percy eilte zur Leiche und demaskierte sie und ich hatte Recht: Es war ein Dunkeleisenzwerg, mit schwarzem Haar und aschgrauer Haut. Von Süden her ratterte ein Wagen mit einem Widder heran. Ich eilte ans andere Ende des Dachs, lud hastig nach und gab Schüsse auf den Widder ab, Veralis oder Tharain wirkten einen Angriffszauber. Das Tier schwankte und der Wagen wackelte. Und der Zwerg am Steuer hielt ein flackerndes Streichholz. Rarnulf eilte dem Wagen entgegen und zerschlug ihn regelrecht mit der Axt. Zwei Fässer platzten auf, Sprengstoff verteilte sich auf der Straße und Rarnulf geriet mit dem Fahrer aneinander, der hart auf die Straße krachte.

Auf der anderen Seite der Stadt düste ein weiterer Wagen heran. Alvrim, Hatter, Tharain und Veralis konzentrierten sich auf diesen und ich bekam durch einen Baum kein klares Schussfeld. Alvrim wollte zuerst Rarnulf helfen, vergeblich. Hatter schoss auf den Kutscher des zweiten Wagens, traf auch, brachte den Wagen aber nur kurz ins Wanken. Ich lud erneut nach und behielt das Geschehen vom Dach aus im Auge. Tharains Feuerzauber ging wohl daneben. Ich schreibe hier so wenig, weil ich mich eher auf die andere Seite der Stadt konzentriert habe und keine Ahnung von Magie und Hexerei habe. Percy und Julius sicherten die Schmiede und brachten den Senator und seinen Leibwächter dort in Sicherheit. Rarnulf schlug auf den Kutscher ein, der überlebte jedoch und zog die Pistole, schoss Rarnulf an, ehe er gespalten wurde. Veralis entfachte ein wahres Inferno und tötete mehrere Zwerge. Ich bekam später mit, dass sie Hatter damit gefährdete. Dieser und Alvrim erledigten die restlichen Zwerge, die vom zweiten Karren absprangen. Aus der Brauerei stürmten plötzlich drei Dunkeleisenzwerge mit Flinten und schossen in die fliehende Menge. Einem von ihnen jagte ich zwei Kugeln in den Leib und schickte ihn tot in die bekleckerten Schnee. Rarnulf stellte sich den beiden anderen und kassierte eine gebrochene Nase. Ich wollte Rarnulf nicht die Gegner klauen, entschied mich aber, einen der beiden noch abzuknallen. Alle drei Kugeln trafen ihr Ziel und der letzte Attentäter wurde von Rarnulf erschlagen.

Rarnulf rief uns nach unten, vor die Schmiede. Ich wollte erst noch oben auf dem Dach bleiben, für alle Eventualitäten. Hab Rarnulf auch gefragt, ob ich oben bleiben soll, aber weil keine Antwort kam, gesellte ich mich dann doch zu den anderen. Wir bildeten eine Reihe vor der Schmiede und der Senator und sein Leibwächter kamen nach draussen. Rarnulf lobte uns, der Senator bedankte sich herzlich, doch schnell schwang die Stimmung um. Denn der Leibwächter wollte seinen Helm nicht abnehmen. Schnell breitete sich in unseren Reihen die Vermutung aus, dass der Leibwächter ein Dunkeleisenzwerg war und vielleicht zu den Attentätern gehört. Wir alle spannten uns an, ich zog bereits wieder meinen Hammer. Die Wahrheit bei der ganzen Sache war allerdings schlimmer: Ja, der Leibwächter war ein Dunkeleisenzwerg. Doch er machte keine Anstalten, den Senator anzugreifen. Er war die ganze Zeit über der treue Diener gewesen. Und der Senator zog eine Pistole und schoss ihm ohne Worte in den Kopf. Die meisten von uns waren schockiert ob dieser Tat. Der Senator ging zur Brauerei und wir gingen wieder zurück nach Eisenschmiede. Tja, kann eben auch mal Aufträge geben, die einem nicht gefallen. Befehl war Befehl. Auf dem Rückweg wechselte ich das Thema, ob Natter Konsequenzen zu fürchten hatte, wegen ihrer Tat. Immerhin war sie ja schon Todgeweihte. Hab den anderen erzählt, dass ich den Dolch vernichtet habe, besonders Julius schien da sehr überrascht. War halt Ingos Befehl. Julius meinte, er zweifle dran, dass das Ding so leicht zu zerstören sei. Aber in der Schlacke würde Natter auch nicht mehr dran kommen. Doch vielleicht hatte der Dolch ihren Verstand unwiederruflich geschädigt. Bleibt abzuwarten, was mit Natter passiert. Aber ich weiß, dass ich aufpassen werde. Verdammte Hexerei!

Vor dem Hauptquartier lobte mich Rarnulf noch einmal als guten Schützen und schlug mir vor, mich bei Ingo zu melden. Auch die anderen lobte er und ich setzte mich ins Hauptquartier, wo Natter noch immer schlief. Hab genüsslich meine Pfeife geraucht. Natter wurde wach und legte sich mit Hatter an, da sie nicht liegen bleiben wollte. Erst Veralis schickte sie mit irgendeinem Zauber sofort zu Boden und Hatter verfrachtete sie wieder ins Bett. Ich kochte noch einmal Wasser für ihn und er untersuchte sie erneut. Ingo kam dann auch. Ich meinte nur, dass es vielleicht nicht so gut ist, jemanden im Bund zu haben, der eine ständige Gefahr für andere ist. Hab Ingo auch gefragt, ob er mir Scharfschützentraining geben mag, wenn es ihm besser geht und er Zeit hat. Hab mich kurz mit Veralis unterhalten, bezüglich der Nachteile von Hexerei. Ging ja alles noch mal gut. Wir hatten lange keine wirklich ernsten Verletzungen mehr, abgesehen von Natter natürlich. Hab mich bei Veralis entschuldigt, weil ich da eben Vorurteile habe. Habe krasse Sachen gesehen bei Leslay und Jessica. Auf dem Rückweg hörte ich sie fragen, ob wir kein Gewissen haben. Die selbe Frage stellt sich auch über Ehre oder moralische Grenzen gehört. Effektivität kann eben ihren Preis haben. Sua kam dann hinzu, wohl um ihre Schwester abzuholen. Ich erklärte ihr, was es mit Natter auf sich hatte. Zwischen Hatter und Veralis gab es leichten Zoff, immerhin hatte sie Hatter gefährdet. Rarnulf schlichtete auf seine ureigene Art. Er mag schwarze Magie genau so wenig. Als Veralis, Sua und Hatter gen Sturmwind aufbrachen, sprach ich noch ein wenig mit Rarnulf. Wollte hören, wie er sich fit hält. Er meinte, er sei oft in der Schmiede. Genau wie ich also. Hab Rarnulf dann von meiner Vermutung erzählt, dass Sua schwanger ist. Er meinte, es sei ein Jammer, weil er sie für die einzige, gute Kämpferin hielt. Rethorn kam dann auch noch ins Hauptquartier. Ragnari war wohl noch nicht bei ihm und er tat auch recht unwissend, als ich eine gratulation andeutete. Gab Rethorn seinen Geldbeutel zurück und Rarnulf ging, meinte, er wolle sich ne Zwergin suchen, die seine gebrochene Nase berühren wollte. Unter zwei Augen gab es Rethorn dann zu, doch er wolle das mit Bonniy langsam planen. Hab ihm auch von der Vermutung erzählt, Suadya sei schwanger. Und dann erzählte ich ihm von Natter. Glaub, er hätte sie am Liebsten auf dem Krankenbett erschlagen. Kann es ihm nicht verübeln. Natter war ein Risiko für alle ihre Kameraden. Bin gespannt, ob und wie der Kommandant auf ihren Angriff auf Ingo reagiert. Ich meinte, wir müssen einfach aufpassen. Doch wenn Natter mich noch einmal angreift, dann werde ich Ernst machen. Und es auch zuende bringen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 12. Sep 2012, 09:12 
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Montag, der 10. September

Nachtrag:

Heute Vormittag kam Targatha vorbei, um ihr Gewehr abzuholen. Hab ihr erklärt, dass die Kleinteile gesäubert und geölt sind und ihr gleich gesagt, dass ich ihr irgendwann beibringe, ihr Gewehr selber zu warten. Den Holzgriff habe ich mit einer Lackierung bearbeitet. Sie fragte, ob ich mir alles selber beibrachte, aber natürlich zeigte mir mein Vater damals viel. Und als Mitglied beim Zwergenmörsertrupp kannte der sich aus. Hab ihr Gewehr zusammen gebaut und um Erlaubnis gefragt, ob ich es ausprobieren dürfe. Sie erlaubte es und ich lud die Flinte, ging auf den Balkon und schoss auf ein Mosaik in der Ferne. Gab ziemlichen Ärger mit der Stadtwache, aber wenigstens wurde ich nicht festgenommen. Targatha ist wirklich niedlich, mit ihrer Schüchternheit und ihrem Übereifer. Der Clan Sturmlanze kann stolz auf sie sein. Hab ihr von der letzten Mission erzählt und sie hörte mir begeistert zu. Auch wenn das Ende der Geschichte kein Schönes war. Haben uns anschließend über das Thema frech sein unterhalten und ich meinte, dass ich schon reifer geworden bin, seit ich vor zwei Monaten dem Bund beitrat. Aber frech bin ich nach wie vor. Man muss nur das richtige Gefühl dafür entwickeln. Oder sich rausreden, was Targatha scheinbar sehr gut kann. Aber meine Kameraden können sich trotz aller Scherze auf mich verlassen, jederzeit. Haben sie zuerst geduzt, um Erlaubnis gefragt und ihr auch das Du angeboten, ehe sie sich verabschiedete, um Troggs zu jagen.

Im Hauptquartier traf ich Ingo, der sich meine Frage nach Training durch den Kopf hat gehen lassen. Er fragte mich, ob ich denn gewillt sei, von ihm zu lernen und ob ich alle Anweisungen von ihm befolge, egal wie sinnlos sie mir auch erscheinen. Natürlich sagte ich ja. Er meinte, wir würden mit den Grundlagen der Feuerwaffenbenutzung anfangen und wir gingen zusammen nach draussen, verließen Eisenschmiede in Richtung Kharanos - oder eher Stahlrosts Depot. Ich meinte zu ihm, meine Rolle bei der gestrigen Mission habe mir gefallen. War schön, den Überblick zu haben. Meinte aber gleich, dass es mir nicht um Ballern geht. Schießen ist eine Kunst, man schießt nicht zum Spaß. Obwohl ich natürlich schon ganz gerne jage und mich freue, wenn ich treffe. Beim Depot bunkert Ingo wohl einen Großteil seiner Trainingsausrüstung und ich weiß, er geht hier oft hin um nachzudenken und Frust abzulassen. Er hat mich nach der Mission gefragt und ich habe es ihm erzählt. Er war auch nicht besonders angetan. Gut, dass er nicht dabei war! Ingo erklärte mir, dass Gewehre Werkzeuge sind, hochentwickelte, gefährliche Werkzeuge. Er fragte mich, was ich fühle, wenn ich ein Gewehr in den Händen halte. Respekt vor der Kraft der Waffe, Verbundenheit. Es war ein Werkzeug ja, aber man musste es auch zu benutzen wissen. Ein Hammer war auch eine Erweiterung der Hand, wenn man Nägel einhämmerte. Ingo fragte, ob ich mich meinen Gegnern überlegen fühle und ich meinte, dass da für Arroganz kein Platz sei. Ich freue mich, wenn ich treffe. Mehr nicht, war zufrieden, gut auf meine Kameraden aufpassen zu können. Man darf seine Gegner nicht unterschätzen, musste mit allem rechnen. Ingo meinte, dass ich trotz Waffe nicht unbesiegbar bin, sie im Kampf zu benutzen sollte das letzte Mittel sein. Man solle immer wachsam sein, sollte die Waffe nie auf jemanden richten, wenn man nicht bereit sei, auch zu schießen. Wenn ich die Waffe abfeuere, solle ich mir bewusst sein, dass ich die Person, das Tier oder das Objekt auch zerstören könnte. Egal, ob ich versuche, jemanden nur aufzuhalten, nicht-lethale Verletzungen zu verursachen. Wenn ich dabei scheitere, dürfte ich mich nicht raus reden. Man muss immer wissen, warum man schießt und was passieren kann, wenn man es nicht tut.

Anschließend sollte ich Ingo meinen Munitionsbeutel zeigen. Hab ich gemacht. Er wollte, dass ich ihm etwas über Fehlzündungen erzähle, wusste aber wenig mehr zu sagen als dass das Projektil den Lauf dabei nicht verlässt. Er zeigte mir eine meiner Patronen. Mir fiel nichts auf, doch Ingo meinte, der Treibspiegel sei eingerissen und die Treibladung sei heraus gerieselt. Er erklärte mir dann die drei Fehlzündungen: Den Hängeschuss, den Dutt und den Quietscher. Der Hängeschuss passiert, wenn die Kugel erst zehn oder dreißig Sekunden später abgefeuert wird. Beim Dutt wird das Projektil garnicht abgefeuert. Hier müsste ich warten und dann vorsichtig versuchen, die Patrone aus der Kammer zu entfernen. Beim Quietscher ist nicht genug Treibladung vorhanden, um die Kugel aus dem Lauf zu beförden. Meistens zischt oder quietscht es dann. Man musste dann die Patrone aus der Kammer und die Kugel aus dem Lauf entfernen. Fehlzündungen erkennt man am Fehlen des Rückstoßes. Er meinte, ich solle meine Patronen besser selber bauen. Muss ich dringend lernen. Ingo meinte, er kann mir das Mantelgießen gerne zeigen.

Außerdem meinte er, ich solle mein Gewehr immer so behandeln, als ob es geladen sei, also nie auf Personen richten und immer in ungefährliche Richtungen halten. Anschließend gingen wir die Schusspositionen durch. Ich schoss auf eine Attrappe, im Stehen, mit dem Gewehr an der Schulter. Wir gingen noch das Schießen aus der Hüfte durch, das Schießen im Knien und das Schießen im Liegen. Die Haltung beim Schießen ist sehr wichtig. Im Stehen spürt man irgendwann das Gewicht der Waffe und bietet außerdem feindlichen Schützen mehr Angriffsfläche. Aus der Hüfte ist die Genauigkeit noch schlechter, die Position ist dringend zu vermeiden. Im Knien bot man weniger Angriffsfläche und konnte das Gewehr besser mit den angewinkelten Armen abstützen. Im Liegen sollte man die Waffe am Gehäuse, nicht am Lauf abstützen. Dies war die beste Position. Man bot die geringste Angriffsfläche, ermüdete auch nicht so leicht. Ingo meinte, ich solle gründlich üben und beendete seine erste Unterrichtsstunde.

Dienstag, der 11. September

Nachtrag:

Heute war kein guter Tag. Hab bis zum Mittag draussen beim Depot trainiert und nach dem Mittagessen habe ich mich daheim auf den Balkon gesetzt und meine Pfeife gepafft. Leslay kam vorbei und ich bat sie herein. Wir machten es uns auf dem Balkon bequem und weil ich nicht wusste, was sie gern trinkt, holte ich zwei Krüge, eine Flasche Rotwein und eine Flasche Whiskey. Ihrem Bein geht es wohl wieder gut. Sprachen auf dem Balkon darüber, wie schwer ich es fand, ihr und Percy Befehle zu geben. Aber es ging ja alles gut. Hab ihr versprochen, noch mehr Zähne für ihre Halskette zu besorgen, von anderen Tieren. Da meinte sie, dass sie bald gehen werde. Hab gefragt, ob sie den Bund verlassen wolle und sie meinte, anders als ich denke. Hab sie gefragt, ob sie krank ist. Sie meinte, sie ist nur erschöpft. Dann nahm sie ihre Kapuze ab, zeigte mir ihr blasses Gesicht, wo sich die Adern deutlich abzeichneten. Verdammte Hexerei! Fing dann an, auf den Schrecken erstmal Whiskey zu trinken. Sie meinte, ihr gefiel die Zeit. Mir gings nicht mehr gut. Kannte sie, Jessica, Hatter und Julius ja am Längsten im Bund. Werde sie vermissen. Aber so ist es vielleicht besser für Leslay. Sicherer. Manchmal hat das alles eben seinen Preis. Hab Leslay gesagt, dass ich da bin, falls was ist. Den anderen will sie nicht Bescheid sagen. Sie weiß auch nicht, wie viel Zeit sie noch hat. Hab angeboten, sie zu besuchen, immerhin bin ich ihr Kamerad und ein Freund. Sie soll nicht alleine sein, wenn es passiert. Doch Leslay war dagegen, ich solle sie nicht so elendig verrecken sehen und in guter Erinnerung behalten. Und es stimmt ja auch, ich kann nicht rund um die Uhr bei ihr sein. Sie hat für mich gelächelt, damit ich noch eine schöne Erinnerung von ihr habe. Es ist nicht einfach, jemanden zu verlieren. Wäre schlimm, wenn es das wäre. Sie meinte, sie ruft mich, wenn etwas ist. Vielleicht kommt sie ja wieder in Ordnung, irgendwie. Hab nachmittags einen Aushang am schwarzen Brett gesehen. Suadya sucht jemanden, der ihr Tipps für den Schildkampf gibt. Hab mich eingetragen. Kann mir schon denken, was da Sache ist. Besser ich mach das als jemand anderes, der sie verletzen könnte. War abends noch beim Depot, hab geübt und mir anschließend einen mit Whiskey hinter die Binde gegossen.

Mittwoch, der 12. September

Nachtrag:

Heute vormittag traf ich im Hauptquartier auf Suadya und wir trainierten draussen vor der Tür. Hab ihr dabei erklärt, dass ich Bescheid weiß und zuerst stritt sie es ab, wollte ablenken. Ich meinte aber, eine Pause wäre besser. Immerhin hatte sie sich schon wieder für eine Mission eingetragen. Scherzhaft fragte sie mich, ob ich sie mehr als alle anderen beobachte und ich meinte, das liegt vielleicht noch am Kompott, den sie mir in Nordend zu essen gab. Nun, jedenfalls wollte ich mit ihr trainieren, bevor Percy oder Julius ihr unabsichtlich in den Bauch schlagen und ihr Kind damit gefährden. Im Kampf würde Sua sehr aufpassen müssen. Da war die Idee, mit Schild zu kämpfen, eine gute Idee. Sehr bald würde sie völlige Ruhe brauchen. Suadyas Schild hatte eine Einbuchtung, war also sehr effektiv, da er Schutz bot, dem Träger aber auch gute Sicht auf den Feind. Sua's Augenmerk sollte auf dem Schutz ihres Bauches liegen. Haben dann ein wenig geübt, hab ein paarmal auf ihren Schild gekloppt, damit sich ihr Unterarm an die Wucht des Aufpralls gewöhnt. Als sie konterte, ließ ich ihre Klinge harmlos an meinem Schild abgleiten. Es war eine Umstellung für Sua, aber eigentlich nur eine Frage der Übung. Hab ihr erklärt, dass sie mit ihrem Schild auch gut ihre Angriffe verschleiern kann, so dass man erst im letzten Moment sieht, wohin ihre Klinge geht. Als ich bewusst einen Schlag in ihren Magen antäuschte, sah ich deutlich ihre Angst und sprach sie auch darauf an. Diese Angst war normal, doch würde sie vielleicht nicht mehr effektiv kämpfen können, würde sich und ihre Kameraden in Gefahr bringen. Sie weiß, was ein Treffer in der Bauchregion anrichten kann, sollte also aufpassen, Risiken und Gefahren meiden. Sua blockte einige Schläge gut ab, schlug mir dann in den Rücken und brachte mich stark ins taumeln. Rückblickend war ich auch nicht in der besten Form, habe ihr wahrscheinlich auch viel Unsinn erzählt. Und ich hatte auch Probleme, sie vernünftig anzugreifen, aus Sorge. Feinde werden diese Sorge nicht haben. Sua bemerkte, dass mit mir etwas nicht stimmte, doch ich wich ihr aus, meinte, ich war zu lange jagen. Aber wirklich überzeugend war es wohl nicht. Meinte nur, dass wir alle unsere Last zu tragen haben und sie meinte, ihre größte Last sei Simo. Ging mir nicht anders. Ist einfach nicht schön, jemanden zu verlieren. Simo wollte eigentlich nicht kämpfen. Hätten ich und die anderen ihn nicht überredet, wäre er jetzt noch am Leben. Sua stiegen auch schon Tränen in die Augen und sie verabschiedete sich kurz. Wollte erst auf sie warten, doch als es mir zu lange war, ging ich zum Depot, ein wenig schießen.

Auf dem Rückweg traf ich Alvrim, auf dem Weg von der Tiefenbahn zum Hauptquartier. Er würde wohl wieder überfallen und am Arm verletzt. Er meinte, er würde mir alles im Hauptquartier erzählen und dort trafen wir Sua und Percy, der ihr auch einige Tipps gab. Al zeigte mir Steckbriefe von ihm, Suadya, Hatter und Grenam mit dem Verweis, sie auf Sicht zu töten. Wäre am Liebsten direkt nach Sturmwind, um diese Mistkerle zu jagen. Sie haben Sua und Vera gestern erwischt und Alvrim auch. Vera lag nun im Lazarett. Percy sah mich komisch an. Glaub, Sua hat ihr gesagt, dass etwas mit mir nicht stimmt. Sie hatte auch wieder einen Übelkeitsanfall. Al und ich gingen raus, doch ich bemerkte, dass Al noch ein Hühnchen mit Sua rupfen wollte. Al nannte Sua leichtsinnig und ich sagte ihm auf dem Weg raus aus der Stadt, dass ich Bescheid weiß und sah, dass Sua Angst um sich und das Kind hat. Al war sauer, dass Sua so leichtsinnig war und sich für eine Mission eintragen hat lassen. Er wollte ihr das ausreden. Sua ist nett, aber ich denke, sie ist auch dickköpfig. Hoffentlich geht das nicht schlecht für das Kind aus. Scheinbar war sie sogar unbewaffnet in Sturmwind, was wirklich dumm ist. Selbst in meiner Wohnung habe ich immer ein Kurzschwert am Gürtel. Man weiß ja nie. Al und ich kämpften. Unsere Waffen umkreisten einander, Stahl schlug auf Stahl. Anfangs konnte keiner einen effektiven Treffer anbringen. Dann rannte ich ihm den Schild gegen die Nase, traf ihn auch am Bein, schickte ihn später in den Schnee. Al war sauer, mehr auf sich selber. Er glaubt, er könne Sua nicht richtig beschützen, doch ich meinte, er sei halt im Stress, sei neulich lange im Lazarett gewesen und nun erneut verletzt. Meinte, dass ich ihm gern helfe, auf Sua aufzupassen, ich aber auch nicht so in Form sei. Meinte, dass es bei mir wie bei ihm sei, dass es doof ist, wenn man mal nicht so helfen kann wie man will. Er meinte, ich erinnere ihn an ihn selber. Er habe sich früher auch oft einen hinter die Binde gegossen, wenn er Probleme hatte und nich drüber reden wollte. Sei heute manchmal auch noch so. Hab ihm den Schwur abgerungen, niemanden davon zu erzählen und ihm das mit Leslay verraten. Meinte, die Hexerei fordert wohl ihren Tribut und sie sieht unter der Kapuze aus wie ne wandelnde Leiche. Und nun warte ich darauf, bis es passiert. Bis der große Kummer kommt.

Er fragte, ob sie es nicht mit Licht versuchen wolle, eine Idee, die mir auch schon kam. Doch Leslay klang da sehr endgültig. Er schüttelte den Kopf und ich meinte, dass man eben damit leben muss, wenn Kameraden sterben, gerade bei Hexerei. Vera meinte ja auch, es sei ein Risiko und der Preis sei hoch. Al meinte, ich soll mit dem Schlimmsten rechnen und Leslay erschlagen, falls sie durchdreht. Werd ich wohl machen. Genau wie bei Natter, sollte es soweit kommen. Ich gab zu, dass Whiskey mir da auch nicht half, aber Verluste sind eben nicht toll. Simos Tod nagt auch noch an mir. Al meinte, was ihn wirklich trifft ist die Tatsache, dass manche Verluste so unnötig sind. Hab ihm gesagt, dass ich schon mit Ingo drüber sprach, er wollte versuchen, dem Kommandanten das Turnier auszureden. Mit scharfen Waffen war das Turnier einfach zu gefährlich. Viele sind einfach zu dumm, oder zu blind, meinte Al, dass sie trotz Warnungen ins offene Messer rennen. Er hats oft erlebt, meinte er. Ich meinte, dass ich selbst zuhause meine Kurzschwert immer am Gürtel hab. Waffenlos nach Sturmwind war selten dämlich von Sua gewesen. Er fragte mich dann, ob ich von Gilneas gehört hab. Ja, hab ich. Aber nur bruchstückhaft. Muss eine ziemlich harte Mission gewesen sein, die vor meiner Zeit war. Es war Alvrims erster Einsatz im Bund, sie sollten nur etwas an die Front bei Kielwasser bringen. Hin- und Zurück. Sie waren mit einer Flugmaschine der Goblins unterwegs und wurden auf dem Hinweg abgeschossen, mussten mitten in Gilneas in einem Sumpf landen, mitten im Feindgebiet, wo es vor Untoten nur so wimmelte. Wegen den beiden Captains, die dabei waren, haben sie es geschafft, da heraus zu kommen, ohne massakriert zu werden, haben einige Patrouillien der Untoten erledigt, und sich zum alten Anwesen von Graumähne durchgeschlagen. Dort hatten sich welche von der Armee verschanzt, ein Battallion und eine Kommandantin. Al hat sich mit einer Kameradin namens Juliett, die den Bund mittlerweile verlassen hatte, bereit erklärt, ein Ablenkungsmanöver in den Wäldern und Sümpfen zu machen, damit die anderen bei Nacht und Nebel an der Front durchschlüpfen und nach Kielwasser gelangen konnten. Es gab jedoch Streit und der Vorschlag wurde komplett ignoriert.

Auf Befehl der Rottenmeister hat sich der Bund der gilnearischen Armee unterstellt, ein Battallion, das die gesamte, besetzte Hauptstadt stürmen wollte. Al hatte noch vorgeschlagen, sich abzusetzen und zu verschwinden, doch erneut hörte man nicht. Das Battallion wurde zefetzt und die Mitglieder des Dämmersturms konnten vorerst nur entkommen, weil sie eine Brücke in ein anderes Stadtviertel gesprengt haben. Al hatte Sua und die überlebende Kommandantin ausgequetscht und von geheimen Fluchtwegen unter der Stadt erfahren, die zu einem Dorf in der Nähe von Kielwasser führten. Alvrim schlug vor, dass man den Tunnel nahm und mit Sprengstoff anschließend dicht machte. Die Rottenmeister entschieden sich dagegen, wollten sich auf der anderen Seite der Stadt raus kämpfen und man geriet erneut in einen Hinterhalt. Die Straßen waren voller Untoter. Eine Menge Fehlentscheidungen. Auf den Dächern waren Scharfschützen und einer der Rottenmeister, Trodai, wurde erwischt und ging zu Boden. Al zog ihn aus der Schusslinie und Trodais Frau, Nayriel, kam zurück, wollte bei ihm bleiben. Das Netz aus Monstrositäten zog sich derweil enger. Trodai und Nayriel haben es nicht geschafft, wurden von den Untoten verschlungen. Als der Bund halb aus der Stadt war, hat jemand die Untoten zurück gepfiffen. Es war Sargog, der sich später, in Nordend, als Vater von Orodaro entpuppte. Er verhöhnte sie, ließ sie aber ziehen. Alvrim war sichtlich fertig, besonders, weil solche Fehler immer wieder passierten. Al meinte, er würde stark werden, damit so eine Scheiße hoffentlich nicht mehr passiere. Meinte nur, dass Ehre und Heldentum im Krieg manchmal nix verloren haben. Ich hätte den Tunnel gewählt. Hab mich dann auch verabschiedet, wollte wieder etwas trainieren. Hab Al erzählt, dass Ingo mich unterrichtet. Al meinte, ich denke manchmal zuviel, aber besser als garnicht. Er meinte, wenn ich mich betrinken will, macht er auch gern mal mit. Hab mich bei ihm fürs Reden bedankt und er ging hoch zur Stadt, während ich das Depot ansteuerte.

Hab sehr lange trainiert, beim Depot. Auf dem Heimweg kam mir Targatha entgegen, die Troggs jagen wollte. Weil bewegliche Ziele wesentlich besser sind als unbewegliche, hab ich angeboten, sie zu begleiten. Targatha meinte, die Trollte hätten in Dun Morogh ein Tal, obwohl sie dachte, die seien nur im Dschungel. Hab mich neben sie gestellt und auf die nahe Bergkette gezeigt, wo Trolle hausten. Die saßen da ziemlich in der Falle, auf einer Seite Gnomeregan, auf der anderen Seite Eisenschmiede. Hab gefragt, ob wir da hin wollten, etwas spähen und den ein- oder anderen Troll erledigen. Sie war ganz begeistert und ich hab ihr erzählt, dass Ingo mich trainiert und ich daher oft üben müsse. Haben uns also zum Schimmergrat bewegen, ganz langsam und leise. Schnell sahen wir einen Troll an einem Abhang stehen, hab ihn mit zwei Schüssel erwischt, der dritte krachte gegen nen Baum. Der Troll purzelte den Abhang hinab und rührte sich nicht mehr. Tari nahm sich den Troll vor, der nachsehen wollte, was da passiert war und jagte ihm ne Kugel in die Schulter. Hab ihn dann mit drei Treffern zum Schweigen gebracht, doch zwei weitere Trolle kamen nun die Straße hinab, auf uns zu. Tari bewahrte mich vor einem üblen Treffer und ich warf mich zweimal vor sie und erwiderte den Gefallen. Mein Schild hat mir da ziemlich den Arsch gerettet. Hab einen der Troller richtig schön gegen die Rübe gehauen, dass er zu Boden ging. Tari erwischte den anderen gut an der Hüfte, als er mich dann angriff, rammte ich ihm das Schild ins Gesicht und knackte dann seinen Brustkorb wie eine Walnuss mit meinem Hammer. Dann allerdings kam ein besonders großer, kräftiger Troll auf uns zu. Konnte der riesigen Axt ausweichen, doch der war auch arg flink. Hab ihm meinen Schild unters Kinn gerammt, dann den Hammer hart auf seinen Rücken gedonnert. Der Troll ging in die Knie, war aber noch nicht besiegt. Er schlug nach mir, doch ich duckte mich, wollte ihn mit dem Schild treffen, verfehlte aber. Taris Schild bekam auch einige Kerben ab, sie selber wurde aber nur leicht an der Schulter verletzt. Der Troll parierte einen meiner Hiebe mit dem Axtgriff, dann schlitzte ihm Tari den Rücken auf. Wütend drosch er mir die Axt auf die Schulter, spaltete meinen Schulterpanzer. Tat sau weh... Einem Gegenangriff wich der Troll aus, widmete sich Tari. Diese griff ihn zornig an, rammte ihm die Klinge in die Magengrube. Eben da wurde Tari an der Schulter erwischt, aber ich nutzte die Ablenkung und zerschlug dem Bastard den verdammten Schädel.

Tari gab sich die Schuld für meine Verletzung, was natürlich Unsinn ist. Wir sind dann ganz schnell abgehauen, zurück nach Sturmwind. Tari war schon arg besorgt, wegen meiner Schulter. Hab Tari unterwegs gelobt. Sie war nicht schlecht, hat mir ja gut beigestanden. Doch wir müssen beide noch viel lernen. Zumindest wusste sie nun, wo sie Trolle finden konnte. War aber schön mit ihr, ihre Anwesenheit generell, die Jagd. Was die Schulter betrifft: Wer Schaden austeilt, muss auch lernen, welchen einzustecken. Haben in Eisenschmiede dann den Heiler beim Inneren Ring aufgesucht, nahe der großen Schmiede. Tari wurden unten verarztet und ich oben, wobei die Heilerin, Nissa, arg mit mir flirtete. Hab aber kein Interesse. Mag keine roten Haare und... Ach naja, das gehört hier nicht rein. Muss mich aber mal über die Sturmlanzen schlau machen und schauen, was die Zukunft bringt. Wäre ja...schön, mit ihr. Meine Schulter wurde genäht und ich gab Tari meinen Schlüssel, damit sie bei mir zuhause ein paar Klamotten holt. Niedlich war, dass sie die Schuhe vergessen hat. Und mich nicht angucken wollte, wie ich mit freiem Oberkörper auf dem Krankenbett saß. Sehr süß. Nissa wollte mir ein Krankenhemd andrehen, wo man den Po sieht, ich wehrte mich aber und meinte, dass rote Haare nicht mein Ding sind. Hab mich bei Tari bedankt. Hoffe, wir können das noch mal wiederholen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Das Tagebuch von Freyri Heldenhammer
BeitragVerfasst: 15. Sep 2012, 15:40 
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Donnerstag, der 13. September

Nachtrag:

Heute kam mich Tari besuchen. Die Nacht im Lazarett war schrecklich. Das Bett war mir viel zu weich, das Essen war grausig, die Heilerin hat mich genervt. So hab ich Tari auch gesagt, dass ich mich über niemandes Gesellschaft mehr freuen würde. Bin dann auf Eigenverantwortung gegangen, denn die Naht riss nicht auf und daheim konnte ich mich ja auch schonen. Als Tari auffiel, dass sie gestern die Stiefel vergaß, hab ichs abgestritten und die Stiefel meiner Rüstung angezogen. Zu den Heilern meinte ich, ich komme regelmäßig wieder, damit sie nach der Wunde sehen können. Meine Rüstung trug ich, hab Tari dann noch auf ein Bier zu mir eingeladen. Musste ihr versichern, dass ihre Anwesenheit keinen Stress bedeutet, eher das Gegenteil. Meinte, ich beisse nicht, als sie so auf Abstand ging. Da meinte sie, sie auch nicht und ich meinte "Gut zu wissen". Hat sie voll irritiert, fand ich süß. Sie wollte auch draussen bleiben falls ich mich umziehen muss. Hab sie gefragt, wo sie sich hinsetzen mag und sie suchte sich den Balkon aus. Als sie hoch ging, zog ich mich erstmal um. Habe dann zwei Krüge und ein Bierfässchen samt Zapfhahn nach oben getragen und es mir auf dem Balkon bequem gemacht. Hab gefragt, ob sie fit sei und sie meinte, fit wie ein Brauwidder. Meinte, sie sieht aber wesentlich besser aus. Ich meinte, ich übernehme den flauschigen Part und hab sie meinen Bart streicheln lassen. Den fand sie auch flauschig. Kämme den ja nicht umsonst eine Stunde am Tag. Sie war wohl in der Botschaft der Dunkeleisenzwerge und hat da Sulfonwasser getrunken, oder wie die Plörre auch heißen mag. Man war wohl nett zu ihr, aber ich mach mir dennoch Sorgen. Meinte, sie soll aufpassen, Magie und Hexerei seien gefährlich. Hab ihr von Vera erzählt, wie diese beinah Hatter erwischt hätte mit ihrem Inferno-Zauber. In der Botschaft hatte man ihr wohl viel über Hexerei und deren Tücken erzählt. Über Energielinien, Leylinien. Hab da auch wenig Ahnung, meinte ich, bin da aber generell misstrauisch und vorsichtig. Hab zuviel Mist gesehen, bei Jessica, Leslay, Natter... Hab Tari erzählt, wie Ingo mal wie ne Marionette gesteuert wurde. Weil mein Magen arg knurrte, sind wir dann in die Taverne, wo ich Tari auch was ausgeben wollte, für ihre Hilfe. Haben auf dem Weg noch über den Unterschied zwischen Krankenhausfraß und Frontfraß gesprochen, Tari hat schon recht, dass gutes Essen gut für die Moral ist. Hab mir dann zwei Hüftsteaks und ne Flasche Wein bestellt.

Haben dann auf weitere, erfolgreiche Jagden angestoßen, ohne kaputte Schultern. Tari hat sich voll gewundert, warum ich Wein trinke. Meinte, ich genieße eben. Dann tauchte auch ne junge Zwergin vom Wildhammerclan auf, bestellte sich Bier und genoss es auch lautstark. Meinte dann zu Tari, dass ich versuche, einfach alles zu genießen, man wisse ja nie was kommt. Sie meinte, das klinge voll düster. Dabei mein ich es eher optimistisch. Dann kam auch noch eine Dunkeleisenzwergin in die Taverne. Schien erst böses Blut zu geben, zwischen der Wildhammerzwergin und der Dunklen. Die Wildhammerzwergin sah arg wie meine Mutter aus. Die Dunkle schien sehr höflich. Hab fein meine Steaks gegessen, während die Dunkle den Ärger bei Theramore ansprach. Ja, viele Zwerge waren anderswo im Krieg. Die Dunkle fragte, ob sie sich zu Tari und mir setzen darf und wir beide nickten. Hab auch den Rotschopf eingeladen, sich neben mich zu setzen. Die Stimmung war gespannt und ich schlug vor, die Zwistigkeiten mal zu vergessen und entspannt zu speisen und zu trinken. Meinte, dass mein Opa Wildhammer ist und mein Halbbruder Dunkeleisenzwerg, dass mich also die Herkunft echt wenig kümmere. Die Dunkle stellte sich mir als Luzula Schwarzgrund vor, die Wildhammerzwergin als Azkima Blitzschlag. Auch ich stellte mich vor und wir tranken gemeinsam einen. Hab Luzula erklärt, wie ich Tari kennen lernte. Luzula lernte Tari in Sturmwind kennen, tranken da nach anfänglichen Schwierigkeiten Bier. Besser, als sich gegenseitig den Schädel einzuschlagen. Azkima war wohl auf einer Reise, sich den Ahnen als würdig zu erweisen. Azkima warf Luzula vor, keine Höflichkeit zu kennen. Hab erst gedacht, die zoffen sich gleich. Azkima sucht wohl nach Kämpfen, Herausforderungen und fragte uns nach Möglichkeiten. Hab ihr den Dämmersturm empfohlen und ihr die Lage des Hauptquartiers gesagt. Ich meinte, dass man auch aus Fehlern und Niederlagen lernen konnte, Luzula meinte, man müsse auch Fehler anderer verzeihen. Ich meinte, manche Fehler kann man verzeihen, andere aber nicht.

Sie hakte nach und ich nannte als Beispiel Verrat in unendschuldbarem Ausmaß, dachte dabei an Natter. Luzula meinte, ich habe Recht, und auf Taris Kommentar, Zwerge mit Ehre machen sowas nicht, meinte sie, Ehre sei ein dehnbarer Begriff. Dann tauchte ein Gnom namens Tricksi auf, den Tari erst für einen jungen Zwerg ohne Bart hielt. Gerade als ich davon sprach, dass Ehre wirklich ein dehnbarer Begriff sei, besonders an der Front, fing der Gnom mit merkwürdigen Zaubern an. Gras wuchs auf dem Tisch und vor Schreck sprang ich auf, verabschiedete mich dann erstmal nach oben, auf die Toilette. War nicht so, dass ich Angst hatte, doch ich mag keine Magie. Oder Leute, die damit rum spielen. Der Gnom hat sich frech auf meinen Platz gesetzt, hab ich von oben noch gehört. Bin dann nach ner Weile runter und hab mich von den drei Zwerginnen verabschiedet, auch wenn Azkima draussen bei ihrem Widder war. Luzula und Tari verbeugten sich vor mir und habe ihnen erklärt, dass mir Magie unangenehm ist und ich nicht mag, wenn jemand damit rumspielt. Luzula gab mir recht. Da der Gnom aber inzwischen weg war, blieb ich dann doch. Dem folgte ein Gespräch über Magie, Unterschiede und Risiken. Fand es gut, dass Luzula zögerte, doch ich meinte, dass Wissen Verständnis bedeutet und daher auch Schutz. Und ich habe selber noch einiges gelernt. Elementarmagie, wie sie Schamanen nutzen, korrumpiert kaum. Obwohl Ragnari mir mal von Orcs erzählte, die ihre Macht für böse Zwecke nutzten. Leylinien sind überall, durchziehen die ganze Welt. Die andere Quelle für Magie war der wirbelnde Nether, die Heimat von Dämonen. Sie war weitaus gefährlicher. Ein chaotischer See voller magischer Macht, die aber ungefiltert ist und korrumpieren kann. Hab auch hinsichtlich Leslay gefragt. Ja, es war durchaus möglich, dass Leslay verrückt wurde und zu einem Dämon wurde. Möglicherweise sollte ich sie erschlagen, wenn es zu schlimm wird. Haben nochmal die Elemente und das Licht angeschnitten. Mit allem konnte man Unfug machen, wenn man es drauf anlegte und geschickt anstellte. Hab Luzula gefragt, wo sie residiert und sie vermies mich an die Dunkeleisen-Botschaft bei der Schmiede. Tari sah zwischenzeitlich immer wieder besorgt zu mir, fiel mir durchaus auf. Hab sie dann auch angelächelt. Azkima verabschiedete sich dann, um das Hauptquartier des Dämmersturms zu besuchen, obwohl ich meinte, dass zu solch später Stunde niemand da sein wird. Hab Luzula dann nach magischen Waffen gefragt, um Infos über Natters Dolch einzuholen. Schilderte ihr die Lage und Luzula meinte, das das Problem eigentlich gelöst sein müsse. Kann aber sein, dass der Zauber der Waffe ausgelöst sei und sie schlug vor, Natter durch einen Magier untersuchen zu lassen. Ratschläge sind für einen Laien eine Menge und so fand ich Luzula trotz ihrer Berufung sehr nett. Möge der gute Eindruck auch bleiben. Tari fing dann an zu plappern, ich hätte vier Trolle erschlagen. Sehr niedlich. Natürlich konterte ich und meinte, da waren hinter ihr noch viele mehr, die aber Angst vor ihr hatten und das Weite suchten. Glaub, Luzula hat sich prächtig amüsiert über uns. Als Tari meinte, sie plappert zuviel, meinte ich nur, sie ist toll so wie sie ist. Wurde aber dann müde und hab mich entschuldigt und von den beiden verabschiedet.

Samstag, der 15. September

Nachtrag:

Hab mich Freitag hauptsächlich ausgeruht, dass ein oder andere Buch gelesen oder Gewehre. War natürlich auch beim Depot und habe Geübt. Sehr spät nachts kam ich nach Eisenschmiede zurück und von der Tiefenbahn her kam Jonnar, volltrunken. Er meinte, die Bande in Sturmwind sei erstmal ordentlich dezimiert. Aber er konnte kaum klar sprechen oder gerade laufen. Er meinte, er und Alvrim hätten schlimme Dinge getan und er sei beim Doktor in der Praxis gewesen und habe sich gefürchtet. Hab ihn erstmal in die Richtige Richtung gedreht und bin dann auch nach hause um zu schlafen.

Gegen Mittag war ich aber schon wieder am Trainieren, beim Depot. Wollte eigentlich zurück nach Eisenschmiede, war aber noch beim Valkoinen-See und hab mit Simo gesprochen. Tut gut, sich einzubilden, er hört einen auch. Hoffe, es geht Simo besser, wo er nun ist. Hier unten lief ja alles nicht so berauschend. Natter, Leslay, Sua... Ich versprach, besser zu werden und auf die anderen aufzupassen. Al kam dazu und ich meinte, ich war beim Depot üben und wollte Simo besuchen. Al kommt wohl auch oft an den See, um zu trainieren. Meinte, besser mit Toten zu reden als zum Licht zu beten. Al stimmte zu, dass sich ja irgendeine höhere Macht vielleicht uns Söldnern annahm. Al wollte wohl trainieren, reichlich. Meinte, er soll sich nicht übernehmen. Dachte erst, es sei was mit Sua passiert. Dann zeigte er mir ein verzaubertes, leuchtendes Schwert. Hat es wohl vom Chef bekommen. Hoffe, er wird nicht so verrückt wie Natter. Auch ihm gefiel die Waffe nicht besonders. Ich meinte, er soll sie unauffällig verlieren, wenn er etwas komisches bemerkt. Haben uns ins Boot am Rande des Sees gesetzt. Er meinte, es sei vielleicht ne Strafe. Er hat mir auch erzählt, die Sache mit der Bande sei erstmal erledigt, aber noch nicht ganz vorbei. Es waren wohl noch einige übrig. Ich meinte, vielleicht hätten die anderen die Lektion gelernt. Al meinte, Tote werden selten rückfällig und ich meinte, nur in Lordaeron. Al schalt mich für den makaberen Witz und ich muss sagen, ich war auch überrascht. Zu viel Mist geschah hier auf einmal. Hab Al dann gefragt, warum er den Zauber-Zahnstocher bekam. Er meinte, durch Befehlsverweigerung. Haben uns nun richtig ins Boot gelümmelt und ich hab Pfeife geraucht. Al war zwar nicht todgeweiht, doch er meinte, noch einmal sowas und der Chef würde ihn umbringen. Meinte, er soll aufpassen, doch er sprach von Grenzen, selbst im Krieg. Unnötige Grausamkeit. Dafür habe er den Eid nicht geleistet. Der Chef habe ihm mit dem Tod gedroht, ihm die Klinge gegeben und ihn und Rethorn für den Posten des Rottenmeisters vorgeschlagen. Er meinte, der Kommandant sei ein grausamer, eiskalter Penner. Man konnte durch Angst oder Respekt führen, doch der Chef habe eine falsche Entscheidung getroffen. Die Mission lief wohl recht gut, erst danach gab es Trubel. Man hatte wohl nen Gnom und ne Magierin gefangen genommen. Der Chef hatte der Magierin wohl die Kniekehlen zerfetzt, und Al beauftragt, beide auszuquetschen. Hatter und Jonnar sollten helfen. Also hat Al Jonnar dafür sorgen lassen, dass die beiden reden und Hatter zum Chef geschickt, damit dieser heraus findet, was mit den beiden geschehen sollte. Das Verhör war wohl brutal. Hat wohl Al und Jonnar arg zugesetzt, so brutal sein zu müssen. Al tötete den Gnom, die Frau wurde zum Chef gebracht. Al dachte, sie würde als Botin dienen. Doch der Chef wollte sie Hatter übergeben, als lebendes Versuchsobjekt. Das hatte Al so fertig gemacht, dass er ihr die Kehle durchschnitt und damit den Zorn des Chefs auf sich zog. Er meinte, der Doc habe ne Schraube locker und das ihm irgendwann ein Unfall passiere.

Ich meinte, einige im Bund hätten nen Unfall verdient, bezog mich dabei natürlich auf Natter. Wie konnte der Chef nur sowas zulassen? Und nun musste Alvrim aufpassen, sich nicht noch einmal zu widersetzen. Ließ mich alles arg grübeln, ob ich den Eid eines Tages annehmen sollte. Der Chef war schon ein merkwürdiger Mann. Ich meinte zu Al, dass momentan so viel Scheiße passiere, dass man garnicht so viel saufen könne um sich das alles schön zu trinken. Ich meinte, dass Ingo und Reth zu mir meinten, entweder spricht man seine Zweifel aus und trägt die Konsequenzen, oder man hält die Fresse und macht seine Arbeit. Es gab kein Mittelding. Man musste lernen, Arbeit und Privates zu trennen, auch wenn es nicht leicht war. Ich meinte zu Al, dass ich nicht weiß, ob der Eid ne gute Idee war, dass ich wohl zur Not Maßnahmen ergreifen würde, falls es doch nicht gut geht. Er meinte, dass ich mich dann aber nicht erwischen lassen darf. Ich denke, ich würde dann schon gut von der Bildfläche verschwinden. Meinte aber auch, dass ich einige vom Bund recht gern hab und dass es ja nicht immer so hart sei. Wir haben ja auch ne Menge anständiger Sachen gemacht. Krieg war nicht immer fein, doch ich würde es bevorzugen, noch ne ganze Weile Aufträge mit Al, Reth, Ingo, Rarnulf und den anderen genießen zu dürfen. Da Jonnar nun 4 Wochen krank gemeldet ist, wegen Schlüsselbeinbruch, werde ich bei der nächsten Mission dabei sein. Gemeinsam mit Percy, Natter, Jessica. Hoffe, Natter bleibt da artig. Al zweifelt arg daran. Natter war irre, ein Risiko. Hab Al erzählt, dass Reth sie schon gern erschlagen hätte. Und ich mag auch nicht ständig Angst haben, sie greift mich an. Sie hat bei mir verschissen. Tharain kam dazu, setzte sich zu uns. Er war wohl am Kräutersammeln. Tharain hat gehört, was passiert ist und meinte, Al hätte dem Doc die Kehle durchschneiden sollen. Tharain meint, er behält ihn im Auge. Plötzlich fragte Al ihn, ob der Doc bei Simo Mist gebaut hat. Das hat mich schon arg überrascht.

Tharain meinte wohl, Hatter habe Simo nen Trank gegeben, ihn verbunden und meinte, das würde reichen und Simo müsse nur durchhalten. Tharains Theorie ist, dass sich eine Rippe in den Lungenflügel gebohrt hat und der Heiltrank daher nicht wirklich effektiv war. Ich selber dachte, Simo sei an seinem Blut erstickt. Tharain war jedoch kein Arzt. Tharain war noch arg aufgewühlt, sprach von Simos Angst. Al nannte Hatter ne verdammte Gefahr. Tharain meinte, Hatter wird als Fackel enden, ich meinte, dass ich mir Natter reserviert habe. Meinte, wenn sie auch nur ansatzweise aggressiv gegen jemanden vom Bund vorgeht oder man anderweitig sieht, dass der Dolch ihren Verstand verdorben hat, würde ich sie erledigen. Schlug dann aber vor, ein erfreulicheres Thema zu wählen. Tharain war also Giftmischer und Alchemist. Aber scheinbar ist er auch Hexer. Hoffe, er wird nicht so schnell korrumpiert. Al meinte, er wolle sich mal Hatters Labor anschauen und ich meinte, Jonnar habe mir vom Labor erzählt und hoffentlich übertrieben. Al meinte, Hatter habe ihn mal gefragt, ob er wen vom Friedhof kenne, zwecks Nachschub und Ersatzteile. Das fand ich schon sehr derbe. Ich sprach von Urlaub, wie schön das mal wäre, zu entspannen und runter zu kommen. Doch hätte ich auch Angst, was zu verpassen. Al wollte wohl irgendwann ein paar Tage nach Beutebucht zum saufen. Dann nannte er uns eine Selbsthilfegruppe. Naja, es tat manchmal einfach gut, zu reden. Es konnte helfen. Tharain bot irgendwelche Tränke an, doch ich meinte, ich komme schon so klar. Gibt einfach Gedanken... Personen, die einen da aufheitern. Tharain sprach plötzlich von nem Wahrheitstrank, der Folter überflüssig machen würde. Fand die Idee gut und bot mich auch als Testobjekt an. Tharain ging dann bald darauf, faselte Fachbegriffe. Aber er macht nen netten Eindruck. Wenn er doch nur kein Hexer wäre. Ja, der Bund war schon ein lustiger Haufen. Bin dann wieder zum Depot und hab Al vor seiner Zauberklinge gewarnt.

Als ich später in Kharanos Munition kaufen wollte, traf ich Tari, die voll aufgelöst, außer Atem und hektisch nervös wirkte. Sie meinte, sie müsse ganz schnell weg. Konnte sie kaum beruhigen. Dann meinte sie, ich soll niemandem sagen, dass sie da war. Da fing ich schon an, mir Sorgen zu machen. Verletzt war sie aber nicht. Hab gefragt, ob sie was angestellt hat. Sie war nach wie vor panisch. Hab sie gefragt, was sie verbrochen hat. Sie meint, sie habe nen Zwerg aus dem Verlies geholt, weil die Wache so gemein war. Sie hat die Wachen angelogen und machte sich Sorgen, weil man den Zwerg schon wegen ein paar Beleidigungen eingesperrt hat. Komischer Umgang, den Tari ab und zu hat. Sie kann sehr naiv sein, das macht mir Sorgen. Kann ja nicht immer auf sie aufpassen, obwohl ichs gern machen würde. Hab sie dann erstmal aus Kharanos raus geführt, zurück zu den Schießständen beim Depot. Sie hatte Angst, man würde sie einsperren, weil sie die Wachen angelogen hat. Ich meinte, dass ich wegen meiner Schießübung mitten in der Stadt auch nicht verhaftet wurde - dabei hatte ich natürlich Glück, aber ich meinte, die Wachen haben ganz andere Sorgen als son' süßen Kiesel wie Tari. Ich meinte, die Wachen haben Ärger mit den Dunkeleiseninvasoren, Troggs, Trollen. Da wäre sie definitiv zu harmlos, um auf die Fahndungsliste zu kommen. Ich hab ihr dann die vier Positionen beim Schießen erklärt, die Vorsichtsmaßnahmen bei Fehlzündungen und generell, dass man die Waffe immer wie geladen und mit Vorsicht behandeln sollte und nie auf wen richten sollte, den man nicht abknallen wollte. Hab dann auch geschossen und zwei Kugeln trafen mittig, eine am Rand. Tari schießt nicht sehr gerne, will es aber ein wenig können. Scheinbar hat sie ihrem Ohm schonmal in den Po geschossen. Hab ihr erzählt, wie ich Opa mal den Hammer auf den Zeh fallen ließ und den Arsch so voll bekam, das heute noch ne Stelle taub sei. Ich meinte auch, dass ich wohl nie so gut schießen würde wie Ingo, aber Hammer und Schild eben auch nicht aufgeben wolle. Grundwissen schadet nie, meinte Tari. Ich werde also gucken, dass ich ihr weiterhin helfe. Sagte ihr nochmal was mein Opa von mir hielt und sie meinte, sie versteht nicht warum und er sei ein Traditionszausel. Klar, Ragnari und ich waren so anders, fielen so weit vom Stamm. Opa hat meiner Mutter nie verziehen und es schmerzte ihn sicher noch immer. Doch Blut war dicker als Wasser. Muss den Alten mal irgendwann besuchen. Tari verabschiedete sich dann wieder und ging zurück in die Stadt und ich übte noch eine ganze Weile.

Sonntag, der 16. September

Nachtrag:

Hab lange geschlafen, ausgiebig gefrühstückt und war dann beim Depot, schießen. Am späten Mittag war ich beim Hauptquartier und traf dort Alvrim. Dem ging es schon wieder etwas besser. Meine Schulter zickt noch ein wenig, das merk ich vor allem beim Schießen. Da tut der Rückstoß noch arg weh. Aber ich freue mich auf die nächste Mission. Hab ich ihm auch gesagt, dabei aber die kommende Mission am Donnerstag. Das wir vorher eigentlich noch zur Dunkelküste wollten, hatte ich ganz vergessen. Da werden wir uns ziemlich beeilen müssen. Al wollt wissen, wie das mit der Schulter passiert ist und ich habe ihm von der Jagd am Schimmergrat erzählt. Als ich meinte, ich hätte "einer Freundin nur die Gegend gezeigt", hat Alvrim voll gegrinst und sich über mich lustig gemacht - aber noch im lieb gemeinten Sinn. Hab ihm versichert, dass wir wirklich nur jagen waren, konnte aber nicht verhindern, voll verlegen und sicher auch rot zu werden. Glaub, Al hat sich köstlich amüsiert. Ist ja nicht so, dass da was mit Tari läuft. Glaub, sie hat da eh kein Interesse an mir. Aber wie sie immer so höflich ist, so oft rot wird... Süßer, kleiner Kiesel. Im Hauptquartier war nichts los. Aber natürlich hatten sich die anderen auch Ruhe verdient, besonders nach harten oder aufwühlenden Missionen. Einige hatten ja auch Nebenberufe, wie zum Beispiel Jonnar. Ruhe ist schon was tolles, aber irgendwann wird einem eben auch langweilig. Al fragte, ob wir ne Runde üben wollen und ich stimmte zu, schlug aber vor, vor dem Hauptquartier zu trainieren. Al meinte, er wolle was zum Schütz holen und ich konnte mir nicht verkneifen, ihm zu sagen, dass er bei Sua schon an Verhütung hätte denken sollen. Recht giftig meinte er, ich solle bei meiner Freundin lieber aufpassen. Meinte natürlich, dass ich nur Spaß gemacht hab, konnte mir aber das Grinsen nicht verkneifen. Er meinte, ich sei sowas von reif. Dann deckte er mich mit einigen Hieben ein und ich war überrascht, dass er so flink war, obwohl er noch einen Arm im Gips hatte. Ich geriet ganz schön ins Wanken, wollte ihm mit dem Hammer die Beine weg ziehen, doch Al sprang drüber hinweg, schlug mir mit der flachen Seite der umwickelten Zauberklinge in die Seite. Konnte mich weg drehen, verfehlte mit meinem Schild jedoch und als ich Al den Hammerkopf in den Magen rammen wollte, machte er einen Satz zurück, nutzte meine offene Deckung und schickte mich richtig hart gen Boden.

Al fragte, ob ich gedanklich woanders war, aber ich konnte es echt nicht genau sagen. Alvrim deutete an, dass ich wohl geistig bei Tari war, vielleich machte er sich aber auch Sorgen, ich hätte wieder gesoffen, wegen Leslay. Ich meinte nur, dass man nicht immer gewinnen kann und er heute einfach besser war. Besser, er verpasst mir ne Tracht Prügel als ein Feind. Hätte es auf meine kaputte Schulter schieben können, machte ich aber nicht. Al war einfach gut, und das trotz Gips. Synela und Isirion kamen vorbei, mit ihrer kleinen Tochter, Nina. Ich war sofort begeistert von der Kleinen, während Alvrim da eher ablehnend war. Der muss noch einiges lernen, ehe er Papa wird. Wird seine helle Freude haben, wenns ans Windelnwechseln geht und so. Nina war voll begeistert von mir, kam dann zu mir getapst und setzte sich vor mich hin. Alvrim hat gelästert, ich sei wie ein Weib. Aber so sowas Süßem muss man einfach lieb sein. Sie konnte meinen Namen noch nicht aussprechen, nannte mich Feyri. Hab sie auf meinen Schoß gesetzt und sie hat sich an meinen Bart gekuschelt. Ja, irgendwann will ich definitiv auch mal so ein kleines Kind haben. Nina nannte mich dann Opa, wegen meinem ergrauenden Bart. Von hinten näherte sich dann so ein großer Kerl, Jonnar nicht unähnlich, aber mit Rüstung. Er suchte nach Arbeit, meinte, er sei Schmied. Scheinbar wollte ihn aber niemand beschäftigen. Offenbar hatte er daher Interesse, Söldner zu werden. Er nannte sich Gjotgaror. Komischer Name. Isirion sprach dann mit ihm und ich verabschiedete mich, gab Synela Nina wieder und schlenderte nach hause. Hatte noch zu trainieren, Sachen zu packen für die zweite Reise zur Dunkelküste.

(( OOC: Weil eine Schiffsreise nach Dunkelküste und wieder zurück entsprechend lang dauert, ich aber ein möglichst genaues Tagebuch führen will und daher KEINE zwei Wochen aussetzen möchte, habe ich beschlossen, statt Schiffsreise hier eine andere Reisemöglichkeit aufzuführen: ))

Am frühen Abend trafen Alvrim, Suadya, Hatter und ich uns in Sturmwind und suchten im Magierviertel eine Bekannte meines Bruders auf, eine junge Magierin namens Noiona Abendwind. Ragnari hatte mir vorgeschlagen, sie ein Portal für uns stellen zu lassen und es würde die Reise enorm verkürzen. Das Noiona aber dauernd davon sprach, dass diesmal alles glatt laufen würde, hat uns aber nicht gerade ermutigt. Per Portal brachte Noiona uns nach Teldrassil, oder eher in das kleine Dörfchen am Fuße des Baums. Per Fähre fuhren wir dann nach Lor'danel, wo wir rasch ein kleines Floß bauten, falls wir Wasser überqueren mussten. Es war nun schon sehr spät. Hatter machte ein ziemliches Drama, ob der Notwendigkeit eines Floßes. Wir beide haben es dann aber getragen. Diesmal haben wir beschlossen, uns von der Küste fern zu halten und ich bin zuversichtlich, dass wir die Rätsel von Derlones diesmal richtig gedeutet haben. Zuerst einen Strudel suchen, dann ein Feuer, dann eine Höhle bei den Bergen. Bin mir nicht mehr sicher, ob es vor oder nach Mitternacht war, als wir aufbrachen, daher beendete ich den Eintrag hier.


Zuletzt geändert von Veidt am 6. Okt 2012, 08:31, insgesamt 1-mal geändert.

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