Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
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 Betreff des Beitrags: Der Fall der entführten Viktoria Veidt
BeitragVerfasst: 21. Okt 2012, 10:22 
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Der Fall der entführten Viktoria Veidt


Heute hat es den ganzen Tag geregnet.
Dreck und Abfälle wurden von den Gehwegen gespült.
Sah heute abend 'nen Hundekadaver auf der Hauptstraße ins Handelsviertel.
Wagenspur auf aufgeplatztem Bauch. Blut und Gedärme wurden vom Regen verteilt.

Sobald es dunkel wurde, tauchte das Gesindel auf.
Huren, Betrüger, Taschendiebe, Halsabschneider, Mörder.
Hoffe, eines Tages wird ein großer Regen kommen, und den Abschaum von der Straße spülen.
Und wenn die Gullys schließlich voll wären, würde das Ungeziefer in den Gassen einfach ersaufen.

Die Stadt war ein Pulverfass.
Eine bröckelnde Fassade, eine rissige Maske.
Ich wusste, wie es dahinter aussah, hinten den weißen Mauern, hinter den lächelnden Gesichtern.
Irgendwann würde ein Funke der Korruption dieses Pulverfass explodieren lassen. Sehr, sehr bald.

Die Welt war am Abgrund.
Es war mehr als nur das Weltenbeben.
Krieg tobte, zu viele waren da optimistisch. Doch wenn man nachfragte, warum, wussten die Würdenträger,
Kaufleute, Adeligen, die braven, unwissenden Bürger auf einmal nicht mehr, was sie dazu sagen sollten.

Frau weg, Kinder weg.
Meine Vergangenheit war ans Licht gekommen.
Ein ehemaliger Kamerad beim Scharlachroten Kreuzzug hatte sich ebenfalls bei der Stadtwache beworben, hatte
mich erkannt und geplaudert. Frau hat's nicht verstanden und bei den Kollegen stand ich nun auf dünnem Eis.

Waren unterwegs nach Goldhain.
Hinter mir lag diese grässliche Stadt.
Wohin man sieht ist Elend, Dunkelheit. Und die meisten haben gelernt, einfach weg zu sehen, einfach zu ignorieren.
Der Hauptmann und ich hatten heute Lösegeld zu übergeben, um Leben zu retten. Um ein kleines Mädchen zu retten.

Viktoria Veidt.
Reiche Kaufmannstochter.
Wurde entführt, aus der sicheren Obhut ihrer Eltern. Stadtwache machtlos. Reichlich Gold würde sie zurück bringen.
Treffpunkt weit entfernt, sind nur zu zweit. Und es schüttet wieder wie aus Eimern. Hauptmann und ich schweigen.

Lassen Goldhain hinter uns.
Von einem Rattennest ins Andere.
Es ist, als würde die Luft nach Korruption und Unzucht riechen, der Gestank und der Makel an mir haften bleiben.
Der Regen prasselt auf unsere Rüstungen, auf unsere Helme, als wir in die Wildnis stapfen, durch den Morast.

"Alexander", sagt der Hauptmann.
"Weiß ja, wie schlimm es grad bei dir steht."
Er erinnert mich daran, dass ich ohne Frau und ohne Kinder da stand, dass viele über mich sprachen. Über damals.
Sagte mir, ich habe Potenzial und alles könne wieder in Ordnung kommen, wenn ich clever wäre. Und ehrgeizig.

Erreichten Jerods Anlegestelle.
Sammelpunkt für Räuber und Banditen.
Und ich wundere mich, als man den Hauptmann und mich einfach passieren lässt, zur Fähre. Und begreife endlich.
Korruption. Sie war überall. Nicht der König regierte seine Stadt. Nicht Gerechtigkeit herrschte. Nur kaltes Gold.

"Fresse halten und zuhören, Simmons."
Der Hauptmann spricht, doch ich weiß längst Bescheid.
Weiß nun, warum die Stadtwache die Entführer nicht fangen konnte. Sah freiwillig in die andere Richtung.
Viele bei der Wache wussten Bescheid, würden heute ein großes Stück vom Kuchen bekommen. Vom Gold.

Auch der Hauptmann. "Auch du!"
Verlockendes Angebot. Dreckiger Bastard!
Nehmen die Fähre, über den Fluss. In den Dämmerwald. Ich hielt die Fresse, als wir zum Treffpunkt gingen.
Kleines Zeltlager, mitten in der Wildnis. Ein einzelner Mann wartet auf uns, durchnässt vor Kälte und Regen.

Hauptmann gibt ihm Geld,
Münzen werden aufgeteilt.
Man spricht wenig, alles wurde im Vorfeld genau abgesprochen. Dann frage ich, wo das Mädchen ist. Viktoria.
Der dürre Mistkerl hält inne. Sagte, er habe zu lange warten müssen, hier im Lager. Habe Hunger bekommen.

Ich sehe die Wachhunde.
Angebunden unweit des Zeltlagers.
Streiten sich um Knochen, Knurrend und Beißend. Hauptmann sagt, es ändere wenig am Plan. Außer am Ergebnis.
Da stimme ich ihm zu. Dann ziehe ich mein Schwert, wirbel' herum und trenne dem Hauptmann das rechte Bein ab.

Blut spritzt, Schreie hallten durch den Wald.
Meine Klinge bleibt nicht still, zuckt über den Bauch des Entführers.
Beide Männer am Boden. Der Entführer flucht, doch ich sehe Angst in seinen Augen. Er hat guten Grund, sich zu fürchten.
Er greift nach seiner Pistole und ich breite die Hände aus, bitte ihn, mir doch diesen Abend zu versüßen. Bitte ihn, sich zu trauen.

Er traut sich. Schwert zuckt.
Hand und Pistole fallen zu Boden.
Ihre Schreie dröhnen in meinen Ohren. Blut färbt den Boden dunkel, verwässert vom Regen. Ich bin noch nicht fertig.
Ich schneide dem Entführer die Kniekehlen auf, dann werfe ich ihn zu seinen Hunden. Sie haben immer noch großen Hunger.

Hauptmann wimmert, betet zum Licht, bittet um Gnade.
"Das Licht mag Gnade kennen", sage ich. "Ich aber nicht."
Ich halte mein Schwert ins flackernde Lagerfeuer, dann presse ich ihm die glühende Spitze auf den blutenden Stumpf.
Habe beim Kreuzzug eine Menge gelernt. Zu kämpfen, zu foltern. Zu hassen. Zu töten. Mit grausamer Präzision.

Nehme meinen Helm ab, brauche ihn nicht mehr.
Werfe ihn zu den Hunden, ehe ich meine restliche Rüstung ausziehe.
Der Hauptmann wimmert, verflucht mich. Es spielt jedoch keine Rolle mehr. Niemand würde ihn heute retten.
Niemand würde mich bestrafen. Meine glühende Klinge sticht, schneidet. Quält. Er hat Schlimmeres verdient.

Am Ende werfe ich ihn ins Feuer.
Seine Schreie, sein Zappeln, enden rasch.
Traurige Art, einen Fall abzuschließen. Traurige Art, seine Karriere zu beenden. Traurige Art, neu anzufangen.
Ich nehme mir das Geld. Tote brauchen es nicht mehr. Der Regen hört auf, der Himmel klärt sich.

Gesetz war eine Illusion. Gerechtigkeit ein Traum. Frieden eine Lüge. Nur die Starken und die Reichen überlebten.
Hatte nicht funktioniert, zu den Guten zu gehören. Würde mich ins Gesindel mischen, nichts würde mich bremsen.
Würde nun nach Beutebucht aufbrechen.
Kopfgeldjäger werden.

In einer Welt, wo Gold regierte, würde ich mich dafür bezahlen lassen, Abschaum zu jagen und zu erschlagen.
Noch lange blicke ich auf die Leichen, blicke ins Feuer, blicke auf die Hunde auf die Knochen eines kleinen Mädchens.
Ruhe sanft, Viktoria Veidt.
Veidt. Schöner Name.


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