Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
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 Betreff des Beitrags: Der letzte Atemzug [Plot: "Altlast" - Brennende Steppe]
BeitragVerfasst: 6. Okt 2015, 22:38 
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Zwei Orcs haben ihren Untergang durch die Lava besiegelt, einer wurde von ihr enthauptet, die anderen Beiden werden gerade von Kostja auseinandergenommen. Die Worgs sind zum Glück ebenfalls alle in der Lava verendet. Als nur noch einer der verbleibenden Grünhäute steht, erklingt ein Ruf aus der Ferne.
Die Rottenmeisterin. Sie ruft nach Hilfe. Moment. Sie ruft nach Hilfe? Ein kurzer Blickwechsel mit Konz, wenige Worte, kleine Gesten. Keinen Moment später sprintet Jay los und weitet die Augen, als sie näher zu der Felswand kommt. Wie konnten so viele an Konz und ihr vorbeigehen?
Leise flucht sie und erhöht ihr Tempo, die Waffen erhebend. Noch im Ansturm rennt sie an der bewusstlosen Jessica vorbei – und in dem Moment ihres Eintreffens sinkt auch Iris verletzt zusammen.
Als sie einen von Fin abgelenkten Orc angreifen will, begreift sie selbst die Belanglosigkeit ihrer Tat. Es sind zu viele. Es sind einfach zu viele. Keine Befehle der Rottenmeisterin. Keine Heilung. Keine weitere Verstärkung, solange Kostja mit dem anderen Orc zu kämpfen hat.
Das Knurren eines Worgs reißt sie aus ihren Gedanken. Nur wenige ihrer Schläge haben die hässliche Ausgeburt eines Ogers getroffen und bei einem Blick auf ihre Kampfgefährtin wusste sie, dass auch Fin nicht mehr lange durchhalten würde.
Wütend dreht der angegriffene Orc sich mit einem Ruck um, er schlägt mit den Äxten nach Jaydenn. Mit Mühe und Not versucht sie, auszuweichen. Doch die rohe Brutalität und Grausamkeit mit der diese Wesen kämpfen – sie waren hier in ihrem Gebiet. Unübertroffen. In der Überzahl.
Als sie sich weiterhin zu verteidigen versucht und ihre Klingen mit dem Orc kreuzt, greift er mit seinen riesigen Pranken nach ihrem Bein. Genau dann wurde ihr bewusst, dass es bereits zu spät war. Mit der Kraft eines Berserkers zerrt er sie aus ihrem sicheren Stand und mit einer kräftigen, plötzlichen Bewegung schmettert er sie gegen den Felsen. Der Schmerz durchfährt sie wie ein Blitz, wie gelähmt sackt sie am rauen Felsen zusammen und spürt das warme Blut an ihrem Schädel herunterfließen.
In Panik weiten sich ihre Augen, als sie nach ihren Schwertern greifen will, als der Orc sich rasant nähert, die Axt erhebend. Wo sind ihre Waffen hin? Vor Schreck fallen gelassen? Hier? Gerade hier?
Weg, sie muss weg. Eine Hand presst sie sich auf die frische, schmerzende Wunde an ihrer Seite, die andere wird zum Wegziehen nach vorne gerichtet. Als sie sich wegrobben will merkt sie, wie taub sich ihr Körper nun anfühlt. Ihre Hand versucht sich in den dreckigen Boden zu krallen und sich wegzuziehen; doch sie regt sich nicht.
So darf es nicht enden – nicht hier, nicht jetzt.
Bedrohlich baut sich der grünhäutige Hüne vor ihr auf, seine Fratze zu einem Grinsen verziehend, als er mir seiner Axt nachsetzt.
Sie hört das zermatschen ihres Fleisches, das brechen der Knochen, als die Axt sich wie von alleine in ihren Körper frisst. Ihre Lippen formen einen stummen Schrei und im festen Glauben eines Sieges wendet die Grünhaut sich schon ab und stürmt zum nächsten Ziel los.
Die Geräusche des noch tobenden Kampfes – das kreuzen der Klingen, das grunzen der Orcs – werden von einer willkommenen Schwärze verschluckt. Auf einmal war ihr kalt, furchtbar kalt. Mitten in er brennenden Steppe, umgeben von Lava und Asche, die sich auf ihre Wunden legen und sie verunreinigen.
Was haben sie falsch gemacht? Hätten sie den Schwarzfelspass nehmen sollen? Die erfahrene Truppe in Thaurissan aufsuchen sollen? Der Schattenbrigade helfen sollen, den Turm einzunehmen? War das die Strafe dafür, dass sie die geschwächten Söldner als Ablenkung nutzen wollten?
Das alles war nicht mehr wichtig.
Ihre Gedanken schweifen ab zu den Tagen, als sie dem Söldnerbund das erste Mal beigetreten ist. Sie erinnert sich genau an den geknebelten, an eine Palme gefesselten Kommandanten und den konkurrierenden Zwergenkommandanten, dem sie zu dieser Zeit gefolgt ist. Er bellte und rief cholerisch Befehle, doch sie widersprach ihm, verriet ihn und als alle wieder halbwegs versorgt in Sturmwind waren, trat sie dem Dämmersturm bei.
Eine – im Vergleich zu jetzt – unbeschwerte Zeit. Der Schmerz lähmt jeden Nerv in ihrem Körper. Ihre Gliedmaßen gehorchen ihr nicht mehr und führen die gewünschten Bewegungen nicht mehr aus.
Das ist das Ende, dachte sie sich – und als sie sich mit dem Gedanken abgefunden hat fühlte sie sich taub, leer, aber auch bereit für das, was unweigerlich kommen wird.
„Steh auf, Weib. Is‘ das alles, was du drauf hast? Ich hab‘ mehr erwartet.“ Langsam hebt sie die müden Lider und sie ringt sich ein gequältes Lächeln ab, als sie Rarnulf sieht. Der rotbärtige Zwerg hat seine Axt geschultert, die Hand im Gürtel eingehakt und blickt zu ihr herab.
Ich kann nicht.
Ein weiterer Zwerg, mit braunen Haaren und einem Sturmhammer, in Kette gerüstet, stapft mit sanfter Miene in das Sichtfeld, „Sag das nicht. Komm, das wird schon wieder.“, lächelt er sie warm und ermutigend an.
Bragnin? Bist du das?
„Los, Jay-Jay! Du hast ja nicht mal fünf von denen geschafft, wir machen denen Feuer unter dem Hintern!“, die kleine Technomagierin Izz springt aufgeregt auf und ab. Auch Bonniy, mit ihren mechanischen, auf Knopfdruck explodierenden Erfindungen steht dort und sieht zu ihr.
„Wir schaffen das. Gemeinsam.“ Aus den Schatten tritt Thelarus, ihr ehemaliger Gefährte. Ein zuversichtliches Lächeln ziert seine Lippen, seine liebevollen Augen sehen sie erwartungsvoll an, als er ihr die Hand reicht.
Nebelartige Schleier ziehen sich auf alle bis auf Thelarus und sie verblassen. Ihre neue Rotte bestehend aus Iris, Finnje, Konz und Jessica taucht vor ihrem inneren Auge unversehrt vor ihr auf.
Auch, wenn ihre alte Rotte nichtmehr unter den Lebenden weiht; auch, wenn alle bekannten Kameraden aus dem Dämmersturm gefallen sind – sie hat neue Kameraden gefunden, die ihr schnell ans Herz gewachsen sind. Die Reise mit ihnen war weder von langer Dauer, noch von leichtem Schwierigkeitsgrad, doch sie sind weit gekommen. Zumindest dafür, dass sie so Wenige waren.
Ihr trüber Blick schweift wieder zu Thelarus.
Ja. Diesmal schaffen wir es.
Unter großen Schmerzen reicht sie Thelarus die blutbesudelte Hand. Als ihre Hand seine berührt und sich seine Hand in ihre schmiegt, breitet sich eine angenehme, wohlige Wärme in ihr aus, ehe sie die Dunkelheit verschlingt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Der letzte Atemzug [Plot: "Altlast" - Brennende Steppe]
BeitragVerfasst: 7. Okt 2015, 18:25 
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