Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
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 Betreff des Beitrags: Die Stille
BeitragVerfasst: 7. Dez 2012, 17:34 
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Und die Stille sang,
Ein Klang,
Geboren,
Um zu sterben.


Immer wieder kommt es vor, dass das Schicksal sich wen aussucht, ihm erlaubt es zu bestimmen. Ein Weg von vielen offenbart, der sonst im Dunkeln lag. Einer wie kein anderer. Ein Hoffnungsschimmer.. Und ich war die arme Sau. Ich hielt nicht viel vom Schicksal und dem Weg des Lebens. Mein spruch war, bahn Dir deinen eigenen Weg durch das Schlachtfeld, vorbei an Feinden und Freunden, bis Du am Ziel bist und dann.. Tja, was dann ?
Das bekannte Licht am Ende des Tunnels. Keiner weis was man sieht oder passieren wird.
Es hängt davon ab, was Du im Leben erreicht hast.
Naja, das wär bei mir schon mal nicht viel.. Um genauer zu sagen.. nichts. Was soll ich auch erreichen in einer Welt die langsam zu Grunde geht ? Wo alte Gesetzte mal eben vergessen..
Hm.. Will ich eigentlich was erreichen ?
Ja, meine Gedanken kreisen die Tage mal wieder um belangloses.. reine Zeitverschwendung. Aber was soll ich auch machen in der Zeit wo ich wartete ? Mir die Nägel polieren ? Meine Haare fein richten das sie beim nächsten Kunden eh wieder zerzaust werden ?
Das wär ja vergebliche Liebesmüh an mir selber..
Nein. Andererseits.. wann habe ich das letzte mal mir die Haare eigentlich gekämmt ?
Meinem raschen blick in das Fenster, wo der Raum dahinter schön dunkel war und ich mich perfekt gespiegelte betrachtete, beantwortete mir auch jene Frage. Es muss Tage her gewesen sein. Grob kämmte ich mir eben mit den Fingern durch das Haar und widerspenstige Knoten wurden mal eben rausgerissen. Entweder jetzt oder eben später. Wo ist da schon der Unterschied ?
Dann drehte ich mich wieder um und lehnte mich wartend an die Hausmauer. Wie ich das Warten hasste.. es gab nichts schlimmeres, aber so übte ich mich eben in Geduld.
Derweil beobachtete ich die wenigen einsamen Seelen die durch die Gasse gingen. Ich hoffte sehr sie haben sich nur verlaufen, den diese Gegend war nichts für zartbesaitete. Es kam eben mal schon vor das Frauen am Tage gegen die Wand gedrückt wurden, ihrer Unterwäsche mit Gewalt entledigt wurden und dann der feine Grobian das tat was er wohl als einziger konnte.. zumindest hoffte man das, den sonst würde es schmerzhaft werden für die Frau. Oder peinlich für den Mann.
Geistesabwesend zog ich meine Kapuze über den Kopf, verschränkte die Arme und blickte gen Boden. Hmm.. ich müsste mal wieder meine Lederschuhe sauber machen. Ich glaube die dunklen Flecke ist noch Restblut.
Nachdem ich gefühlte Jahre gewartet habe, ja die Sache mit der in Geduld üben ist noch nicht ganz ausgereift, schritt plötzlich ein Schatten auf mich zu. Es war schon recht spät und die Sonne stand genau mir gegenüber knapp über den Dächern.
Ich hob den Kopf.. Nagut, ich wollte ihn hoch heben.. Bis ich dann ein leises klicken hörte und den Lauf einer Pistole an meiner Schläfe spürte.
Bevor ich aber reagieren konnte.. regierte der Fremde. Glück für Ihn..
„Nicht bewegen. Hier ist alles drinnen was Du brauchst. Wenn Du fertig bist wirf es in die Kiste auf dem Schrank.“ Die Stimme war rau.. und alt.. und männlich.
Ich schwieg. Dann plumpste ein kleiner Sack mir vor die Füße auf den Boden. Der Mann drückte mir den Lauf der Pistole kurz stärker gegen die Schläfe, dann verschwand er schnell. Ohne den Kopf zu heben beugte ich mich runter um das Säckchen aufzuheben, welches ganz schön schwer war.
Nebenbei fragte ich mich was das sollte.. Normal ist mir ja mein Auftraggeber egal. Vom Adelsmann, Handelsmann, bis zur Wache und Gesindel.. es sind alles die gleichen Gesichter die eine Last haben und ich gute Seele mich aufopfere sie ihnen zu nehmen, natürlich nur gegen eine kleine Gegenleistung in Form von kleinen runden Talern. Aber der Mann wollte nicht das ich ihn sehe.. was wohl passiert wäre wenn ich nicht zum Boden gestarrt hätte ? Hmm. Naja, kann man nicht ändern.
Mit dem Sack in der Hand ging auch ich dann los, durchschritt die Gasse, die mittlerweile recht leer war. Nur vereinzelt hockten Bettler und schliefen.. zumindest bewegten sie sich nicht. Am Ende der Gasse ging ich dann nach rechts auf eine etwas belebtere Straße, aber da es langsam dunkler wurde, beeilten sich die Leute in ihre vier Wände zu kommen um die Nacht sicher da zu verbringen, in einem Bett, vor einem prasselnden Kaminfeuer oder eben anders, worüber ich mir gerade keine Gedanken machte.
Aber ich fand den Gedanken amüsant, wie die Leute zu glauben denken sicher zu sein und dann mit der gnadenlosen Wahrheit konfrontiert werden, wenn man bei ihnen einbricht. Sicherheit verliert an Wert.
Mein Weg führte mich immer weiter die Straße entlang, vorbei an Wachen die sich unterhielten oder eine arme Sau das Gesetzt zeigten mit Faustschlägen. Jap jap.
Das Gesetzt.. was noch weniger Wert hat als die Sicherheit. Kurz darauf war ich an mein Ziel angekommen. Ein altes leer stehendes Gebäude. Früher war es mal eine Gaststätte gewesen, aber der Inhaber ist plötzlich verstorben ohne einen Nachfahren. Und keiner wollte sicher der Immobilie annehmen in diesem Teil der Stadt. Zu viel Gesindel, Bettler und Kriminelle. Also steht es seit her leer. Mir kam das nur gelegen. Die Wachen durchsuchten hier keine Häuser, warum auch ? Wär ja mit arbeiten verbunden. Und der Lohn macht es auch nicht grad besser, sich dafür in Lebensgefahr zu bringen.
Ich zog den Schlüssel aus der Gürteltasche, den ich mir machen lies bei einem alten Kumpel der mir noch was schuldete. Ein kurzer Blick zu den Wachen, die sich gerade von mir abwandten und ich schloss die alte aber massive Holztür auf, schwang sie nach innen auf und trat ein. Mit einem leisen klicken ging die Tür wieder zu.
Der Raum welcher sich mir bot war nicht herausragend, aber es reichte da das nötigste vorhanden war. Zudem hatte das Haus noch eine Etage und den Dachboden. Aber da oben war es mir zu dunkel. Hier unten war mein Bett, bestehend aus einer Bettdeckenbezug vollgestopft mit Heu. Ein kleiner Schrank, der Holztisch und ein par Kanister. Recht wenig für den großen Raum, aber ich wollte die vorhandene Einrichtung nicht benutzen, auch das voll intakte Holzbett oben nicht.
Ich marschierte zu dem Tisch und zündete eine kleine Kerze an. Dann legte ich den Sack von dem Mann daneben und zog den Stuhl heran, mit einer Drehung war die Stuhllehne vor mir und hockte mich breitbeinig darauf, bettete die Arme auf die Lehne drauf. Mein Blick war dem Sack gewidmet, während das Licht der Kerze tanzend zuckte. Irgendwo war ein Luftzug. Kein wunder bei dem Alter des Gebäudes.
Seufzend streckte ich dann den Arm aus und zog das Bändchen aus der Schleife raus, der Sack öffnete sich und ich kippte den Innhalt einfach auf dem Tisch aus. Ein dutzend Goldtaler kullerten über das Holz, zwei fielen sogar leise klirrend auf den Steinboden. Aber da war noch mehr. Ein Brief, eine Karte und eine Nähnadel mit einem ziemlich dicken schwarzen Faden.
Verwirrt runzelte ich die Stirn und starrte auf die Nähnadel. Was soll den der scheiß.. ? Leicht genervt nahm ich aber den Brief zur Hand, brach das Wachssiegel und entfaltete ihn:

Ich grüße Euch Namenlose,
mein Auftrag wird sich vielleicht von anderen
unterscheiden. Ihr betrachtet bestimmt die Nähnadel
und den ungewöhnlichen Faden skeptisch...


Oh ja.. Das hat Er gut erraten.

Ich möchte das Ihr Euren Opfern etwas auf den Bauch
Näht. Oder eher gesagt.. vernäht. Der Brief, darin befinden
sich vier kleine Zettel. Jeder ist für einen der Ziele bestimmt.
Ihr werde schon die richtige Person finden für den Zettel. Und
Dazu ist die erste Anzahlung dabei.
Ich hoffe Ihr macht Eure Arbeit schnell, sicher und ohne Spuren,
da ich ungern Stress haben möchte…


Das… ist wirklich ein ungewöhnlicher Auftrag. Die meisten Auftraggeber wollen einen einfachen und kalten Mord haben an wen. Was natürlich ohne Spass verbunden ist. Man muss doch seine Tätigkeit mit voller Hingabe erledigen, oder ?
Aber dieser hier.. dieser Auftrag ist anders. Und ich habe kein gutes Gefühl dabei. Ich weis nicht wer der Mann ist. Vielleicht hätte ich Senk nicht den Gefallen tun sollen, als Er mich anbettelte diesem für Ihn soo besonderen Mann einen Gefallen zu tun, so das Er dann in Senks Schuld steht. Hrm..
Aber was für eine Art von Stress ? Meint Er mich etwa ? Oder die Wache ? Irgendwas.. ist nicht richtig an dem Brief. Bevor ich weiter las drehte ich ihn um und betrachtete die leere Rückseite.. dann faltete ich ihn wieder zusammen und betrachtete das Wachssiegel.. Ein Stern.. Komisch.. Ich kenne kein Wappen das so ein Zeichen trägt, oder irgendein Adligen Haus.

Auf der beigefügten Karte ist der Ort. Geht nach der 18ten
Stunde da hin. Dan werdet Ihr freies Feld haben. Ich
kümmere mich darum.
Auf einem Schrank steht eine kleine Uhr aus Gold. Sie
Funktioniert nicht mehr. Stellt sie auf 3 Uhr. Dann weis
Ich bescheid das Ihr es wart und ich lasse Euch die
Restliche Anzahlung zukommen.
Mögen die Schatten Euren Weg verbergen.


Keine Unterschrift… nichts.. .. Also hielt ich den Brief über die Kerze und betrachtete ihn wie sich das Feuer langsam durch das Papier fraß und es zu Asche verwandelte..
In die Haut was einnähen.. was soll das nur bringen ? Naja, Auftrag war Auftrag.
Die Goldtaler verschwanden in meinem Geldbeutel, den ich wieder schön in eine Tasche an der Innenseite meiner Lederbrustrüstung verstaute. Dann nahm ich die Nadel mit dem Faden und öffnete an der Gürteltasche eine kleine Tasche wo ich ihn unterbrachte.
Nun widmete ich mich der Karte, pustete die Asche vom Brief weg und schlug sie dann auf. Sie zeigte die Stadt Sturmwind. Es war keine genaue Karte. Mit geübten Augen musterte ich die Stadteile und suchte nach einem Zeichen wo mein Zielort ist.. Ah.. da. Ein kleiner Kreis im Magierviertel, ziemlich am Rande. Über die Dächer komm ich da wohl unbemerkt hin. Oder ich nehme die Straße.. in diesem Viertel der Stadt patrouillieren nicht viele Wachen, warum auch. Der Magierorden hat das Sagen und mit ihren magischen Schutzvorrichtungen ist der Hauptteil, also im Grund nur deren Turm, geschützt. Der Rest des Viertels liegt somit praktisch im Dunklen. Nur an den Eingängen stehen immer Wachen. Die umgeh ich aber einfach und nehme dann wohl die Gassen.
Ich prägte mir die Karte genau ein, dann hielt auch ich sie an die Kerze und warf es sogleich auf den Steinboden, wo es langsam aber sicher zu Asche bröselte.
Dann ging ich zu dem kleinen Schrank und zog die oberste Schublade auf. Dutzende Wurfmesser und –sterne, Phiolen mit Giften, Seile, eine dazugehörige Kralle und diverses anderes. Hmm.. Senk meinte es geht um seine Familie. Toll.. im Grunde wusste ich nichts über mein Zielobjekt. Nur wie ich es ausschalten sollte.
Seufzend nahm ich als ein par Wurfmesser mit, das Seil mit der Kralle und eine kleine Rauchbombe. Sicher ist sicher.. Alles packte ich in einen kleinen Rucksack der seitlich vom Schrank hang. Ich zog die Schnüre zusammen und knallte die Schublade zu.
Es war schon spät abends.. und ich sollte ab der 18ten Stunde dahin gehen, damit ich freies Feld habe. Was auch immer der Mann damit meinte. Somit schulterte ich die Tasche und ging zu der Tür. Kurz lauschte ich konzentriert ob auch keine der Wachdosen drausen rumstänkerte..
Nichts… nur das rumgebelle eines Köters in der Ferne. Ich öffnete die Tür ein Spalt breit und huschte hinaus. Nachdem ich abgeschlossen habe blickte ich mich um. Zwei Bettler standen abseits und unterhielten sich leise.
Der Nachthimmel war sternenklar und ein voller Mond zeigte sich langsam immer mehr. Wird Zeit aufzubrechen. Ich ging die Straße rechts entlang. Es war ein weiter weg und ich musste mich beeilen, also nahm ich kurz zum Kanal, der die einzelnen Viertels nochmal trennte und nur mit einer Brücke verbunden war.
Ich hielt Ausschau nach einem Boot und fand auch eins. Der Kanal lag ziemlich tief und ich musste erst die Treppe runter ehe ich dann in das Boot sprang, das Seil löste und dann mit der langen Holzstange das Boot und mich Richtung Magierviertel drückte, für ein Paddel war es viel zu eng..
Und somit begann mein Leben.. mit der Stille wurde sie geboren.. und mit ihr wird sie auch sterben.

~*~

_________________
Träume nicht Dein Leben.
Lebe Deinen Traum!


Zuletzt geändert von Syra am 11. Dez 2012, 14:12, insgesamt 4-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Die Stille
BeitragVerfasst: 8. Dez 2012, 01:53 
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