Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
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 Betreff des Beitrags: Doktorspiele
BeitragVerfasst: 15. Aug 2012, 18:11 
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Geschlecht: männlich
-Großartig Herr Doktor. Ihr Verfahren scheint tatsächlich zu funktionieren.
Meine Assistentin, ein kurviges rothaariges Ding aus dem Ort, welches auf den Namen Julina hört, nimmt mir das Besteck ab und legt es zu dem übrigen in die blutbefleckte Schale, wobei sie sichtlich mit sich ringen muss, nicht begeistert auf und ab zu hüpfen.
Ich ziehe die kleine Öllampe aus Messing an ihrem Drehgestell näher heran um besser sehen zu können.
Das schwach flackernde Licht wird von den rußigen Kellerwänden kaum reflektiert, doch es genügt um meine Arbeitsfläche hinreichend auszuleuchten.

Sie hat recht. Zwar versteht sie nicht das geringste von meiner Forschung wo ich sie ohnehin eher als lebendigen Kleiderständer beschäftige. Aber in diesem falle hat sie recht.
Auch wenn ich mit dem Ergebnis alles andere als zufrieden bin.
Der faulige Arm, welcher bis vor kurzem noch den Rumpf eines Wandelnden Kadavers zierte welcher mir, freundlicher weise, von einem Mann der Friedhofswache welche am heimgesuchten Friedhof eine Ortschaft weiter patrouilliert, gegen ein horrendes Honorar, überlassen wurde, windet sich vor mir auf dem Tisch.
Die aufgeplatzten Finger schließen und öffnen sich langsam und bedächtig, als würden sie ihre eigene Funktion überprüfen.

Doch das ist nicht der eigentliche Erfolg...
Eher ein beunruhigender Nebeneffekt.
Der Erfolg liegt eher in der Schulter des Mannes der vor mir auf dem Sektionstisch liegt.
Da wo der Narkotisierte Körper des Lebenden in den Arm des Untoten übergeht.
Blutige Nähte und metallene Klammern halten die Fleischränder zusammen.
Die Bewegung der Finger beweist mir dass es mir tatsächlich gelungen ist Nekrotisches mit Lebendem Gewebe zu verbinden.
NEIN! Vielmehr ist es mir gelungen schwaches verderbliches Gewebe durch stärkeres schneller regenerierendes zur ersetzen.
Selbstverständlich eine weitgehend unorthodoxe Herangehensweise.
Doch irgendwann muss jemand neue Pfade beschreiten.
Wissen und Erfahrungen aus Angst vor dem Ergebnis NICHT zu ergründen ist ein Verbrechen.
Doch meine geschätzten Kollegen an der Universität werden das wohl nie begreifen.
Und wenn ich erst die kleinen Schwächen an meinen Versuchen ausgemerzt habe werden sich unzählige Anwendungsmöglichkeiten ergeben.
Man stelle sich nur vor man könne verlorene Gliedmaßen ersetzen, und nicht nur das, sie sogar noch VERBESSERN! Ja vielleicht sogar einen Ganzen Menschen auf ein Hundertfaches seines eigentlichen Potentials...

Ich darf mich nicht schon wider meinen meinen Gedanken ergeben.
Ich bin im hier und jetzt und nicht im morgen. Und hier und jetzt habe ich einen offensichtlich im Tiefschlaf liegenden Mann der seine... Nun ja seine von jemand anders stammende Hand bewegt.
Zu derart kontrollierten Bewegungen der Digiti... für den Leihen „Finger“, sollte nur bei Bewusst sein Möglich sein.
Und dennoch krallt die Hand mit immer höherer Wehements.

Ich ignoriere meine Assistentin welche mir, überflüssiger weise, wider einmal einen tiefen Einblick in ihr Dekolleté gewährt, und trage meine neuen Erkenntnisse gewissenhaft in das Entsprechende Notizbuch ein.
Der erste versuch bei welchem Tatsächlich Aktivität in beiden Segmenten des Probanden festzustellen ist.
Zumeist blieb das Untote Gewebe schlicht und ergreifend weiterhin tot, oder der Proband verstarb mir direkt unter den Händen.
Also ist eindeutig ein Erfolg zu verbuchen.
Eine erfolgreiche Transplantation, dank der Unterstützung der Aufzeichnungen von Liberi und Bockus.
Wahre Visionäre... wenngleich manch einer vielleicht nicht unrecht gehabt haben mag mit der Behauptung, die beiden würden zur Gigantomanie neigen.

-Wo treiben sie nur immer wider Freiwillige auf Doktor Farnswik?
Die quängelig, naive Stimme von Fräulein Julina, welche mir etwas zu tief in meine Aufzeichnungen schielt reißt mich aus meinen erneuten Gedankenspielen.
Ich klappe ihr das Buch vor der Nase zu und setze mein Charmantestes Lächeln auf, welches sie bereits dazu veranlasste für einen Hungerlohn hinter mir her zu räumen und sich mehr oder weniger von der Außenwelt abschotten zu lassen. Meine Arbeit verlangt nun mal Diskretion.
-Mit solchen dingen Müssen sie sich nicht belasten teuerste. Es findet sich immer jemand, der mit Freude bereit ist der Wissenschaft zu dienen.
Dass dieser Freude oftmals ein nächtlicher Totschläger auf einen Hinterkopf nachhilft, behalte ich für mich.

Sie wischt sich die verschmierten Finger an der Robe welche ich ihr zur Verfügung gestellt habe ab und trippelt wider, wie ein pflichtbewusster Hund, an ihre Arbeit.
Ein plötzliches metallisches Geräusch lässt mich zusammen zucken und meine Befürchtungen werden mit einem Schlag bestätigt.
Während der Körper von mir immer noch ruhig atmend im Koma liegt hat der Arm ein offenkundiges Eigenleben entwickelt und beginnt nun munter nach meinem Hals zu krallen. Nur eingeschränkt von dem Gewicht seines Neuen Körpers.

Ein tiefer Seufzer entringt sich meiner Kehle und ich greife nach dem wedelnden Arm.
-Schwester! Die Knochensäge.
Fräulein Julia hat die schale mit meinem Operationsbesteck scheppernd fallen gelassen. Wie unerfreulich. Doch damit befasse ich mich später.
Sie drückt sich an der Wand entlang greift nach dem von der Amputation noch besudelten Werkzeug und reicht es mir, wohl bedacht so viel Abstand wie möglich zu meinem Patienten einzuhalten.
Die Beunruhigung steht ihr aufs Gesicht geschrieben.

Die untote Hand ist wirklich kräftig, mehrmals hebt sie meinen Arm aus, doch das fehlende Stück Schulter verwehrt ihr den notwendigen Hebel und ich kann sie mit einer Hand auf die metallene Tischplatte nageln.
Mit einigen kräftigen Rucken direkt unter der Schulter trenne ich erneut Knochen und Fleisch voneinander bis der Arm wider erschlafft.
Offensichtlich ist er getrennt von einem Körper nicht zu eigenmächtigen Handlungen fähig.
Immerhin eine weitere Erkenntnis. Der eingriff heute hat sich mehr als Gelohnt.
Dennoch werfe ich den arm sicherheitshalber in einen vergitterten Korb welchen ich versperre.

-Ist... ist alles in Ordnung Herr Doktor?
Ich unterdrücke die Stimme die mir rät, ihr das Sägeblatt über die Kehle zu ziehen, wäre auch wirklich unvernünftig, und setze wider meinen gewohnt vertrauenswürdigen Blick auf.
-Natürlich meine Liebe. Alles nach Plan. Alles nach Vorschrift. So wie sich das Gehört. Nun heben sie das schon auf und reinigen sie das Besteck, wir werden dann hier unten Schluss für heute machen. Vielleicht empfange ich heute noch ein oder Zwei Patienten aus dem Ort oben in der Ordination.Der Finger von Bauer Finistein sollte noch einmal begutachtet werden und ich riet ihm heute vorbeizukommen. Bereiten sie dann doch bitte alles vor.

Das kräftige Hämmern eines schweren Gegenstandes auf Holz welche über die Kellertreppe nach unten hallt, unterbricht ihre unterwürfige Antwort.
Verdammt. Das ist einfach zu früh.
-AUFMACHEN! Hier spricht Büttel Rupert und ich habe einige dringende Fragen an sie zu richten Doktor Farnswik. IM NAHMEN DES GESETZES! AUFMACHEN!
Gut gut. Sollen sie nur kommen.
Ich bewahre Ruhe und gehe die notwendigen Schritte in aller ruhe durch.
-Sein sie doch so gut und schließen sie dem guten Büttel auf Fräulein.
Noch während sie sich zur Kellertreppe Wendet hole ich den Strick unter meinem Sektionstisch hervor und lege ihr die schlinge um den Hals.
Sie kommt nicht mehr zum schreien bevor ich ihren Mund mit einer Hand verschließe.
Das andere Ende des Stricks werfe ich über einen Balken in der Kellerdecke und ziehe sie mit Leichtigkeit hoch. Ein würgendes Geräusch entringt ihrer Kehle als ihre Füße den Boden verlassen, doch nicht für lange da ich ihr meinen Arbeitsstuhl unter die Füße schiebe und sie darauf stehen lasse, den Strick gerade straff genug als dass sie nicht mehr her runter steigen kann.
Während ich das Seilende an einem weiteren Rohr befestige greift sie sich mit entsetzten Blick an den Hals.
-Herr dok...
Der Rest der Frage erstickt in erbärmlichen gurgeln da ich ihr bereits wider den Stuhl unter den Füßen weggestoßen habe.
Während sie hinter mir zappelnd von der Decke Baumelt greife ich zu meinen Utensilien.
Das notwendigste Besteck und meine Aufzeichnungen landen mit einer Handbewegung in meiner Treuen Arzttasche.
Hinter mir hustet es erstickt. Sie hat die Finger unter den Strick geschoben um ihren Hals zu entlasten. Ich fasse im vorbeigehen nach oben und ziehe ihre Hände wider herunter. Muss sie es sich den unnötig schwer machen?
Ich sperre den robusten Metall Schrank in der Ecke auf.
Die dort mit einem Eisblock eingelagerte Leiche, fällt mir entgegen.
Etwa von meiner Statur. Nase Kinn und Augenwulst ähneln ebenfalls den meinen. Am Körper trägt sie eine Garnitur meiner üblichen Kleidung. Der Hals von einer Säge aufgeschlitzt.
Ausgezeichnet.

Ein verzweifeltes doch deutlich schwächeres Würgen hinter mir. Blut tropft aus ihren Augenhöhlen.
Ich drapiere mein Double auf dem Boden, Den Rücken an den Tisch gelehnt, als wäre er dort sterbend zusammengesackt.
Julina schwingt nur noch sachte im Licht der Öllampe.
Das Geräusch, splitternden Holzes von oben ermahnt mich zur Eile.
Ich lege rasch den Gurt mit meinem Säbel an. Meine Pistole stecke ich unter das Revers meiner schwarzen Jacke.

Mit einem Schwung befördere ich die Öllampe auf den Boden meines Operationsraumes wo die Sägespäne und das vergossene Petroleum auf dem Boden, welche zur Neutralisierung des vergossenen Blutes meiner Patienten dort verteilt liegt, sofort Feuer Fangen.
Ich greife meine Tasche und klettere auf eine Kommode hinauf zum Kohlenschacht welcher mich auf die Rückseite des Hauses führen wird und wende mich noch einmal um, um mein Werk zu betrachten.

Das Feuer wird Rasch gelöscht sein.
Was dann noch übrig bleibt, sollte dann mit etwas Phantasie das Werk meiner wahnsinnig gewordenen Assistentin, welche mich ermordete und sich in einem Anfall von Selbstverstehens selbst gerichtet hat, zeigen.
Was die unzähligen Leichname welche sich unter dem Kellerboden befinden, und wegen welcher der Büttel wohl so eindringlich Einlass verlangt, angeht, so sind die durchschnittlichen Dorfbewohner gewöhnlich selbst kreativ genug um sich eine Geschichte die ihnen mundet selbst zusammen zu reimen.

Doktor Seamus Hatter.
Ich muss sagen sie haben sich mal wider selbst übertroffen.
Doch genug des Eigenlobs. Hier habe ich lange genug verweilt.
Und es wartet noch viel Arbeit auf mich.

_________________
Mein Name ist Legion, denn wir sind viele.


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