Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
Aktuelle Zeit: 8. Dez 2016, 12:55

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beiträge ] 
AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Fallns Reise
BeitragVerfasst: 10. Dez 2014, 06:23 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 04.2011
Beiträge: 149
Geschlecht: männlich
Fallns Reise
oder
Warum kleine Mädchen besser zu hause bleiben sollten

Zwei Jahre durchs Land. Mehr oder weniger ziellos durch die kärglich verstreuten Ansamlungen menschlicher Zivilisation. Abhängig von vereinzelten mehr oder minder akzeptablen Tätigkeiten.
Schafherden vor Wölfen beschützen. Bier an ungehobelte Feldarbeiter ausschenken. Immer lange genug da um etwas zu verdienen, schnell genug weg bevor dinge zu riskant wurden.
Hier und da sogar Geleitschutz für einen Händler oder eine ernst zu nehmende Banditenjagt. Wenngleich sie auch wegen ihres Alters und Geschlechtes mehr als nur einmal übervorteilt wurden.
Doch die richtigen Worte und das richtige Lächeln bringen einen meist doch dem Ziel nahe genug um es sich dann einfach zu nehmen.
Etwas sie sehr schnell gelernt hatte, nachdem sie die Mauern der Abtei hinter sich ließ.

Und jetzt bereits zwei Monate auf Deck dieses Frachtschiffes der Allianz.
Eigentlich war es blanker Zufall dass die Stigmata vor der Küste Süderstade vor Anker gegangen war.
Gerade rechtzeitig um einem unangenehmen Gespräch bezüglich des fehlenden Geldes in der Kasse des Wirten zu vermeiden. Natürlich würde sie es zurückgeben, sie wusste nur noch nicht wann.
Der Mann mit der Heuer beauftragte Offiziererklärte ihr dass "widrige Umstände" sie die Nordküste hinaufgetrieben hatten.
Im Klartext bedeutete, das Piraten oder Plünderer der Horde, was nicht unwahrscheinlich war wenn man bedachte, dass sich in letzter Zeit die Gerüchte mehrten, dass die Flotte der Verlassenen zu erstarken begann und die nördliche See zunehmend mehr unter ihre Kontrolle brachte, weshalb auch immer weniger Schiffe Süderstade erreichten.
Schon gar keines von der Größe der Stigmata.

Seufzend rutschte Nicoletta mit dem Schaber über das frisch geteerte Deck um die Pechränder abzukratzen. Weit mehr beschäftigt damit, beschäftigt auszusehen als mit der tatsächlichen Tätigkeit.
Das Leben auf einem Schiff war um einiges härter als sie erwartet hatte und der raue Umgangston unter der einfachen Mannschaft war noch etwas härter als sie es vom ländlichen Pöbel gewohnt war.
Besonders der Bootsmannsmaat Meyer hatte es auf sie abgesehen. Die meisten Männer waren relativ einfach zu manipulieren, egal ob sie sie mochten oder nicht, fand sie immer die Richtigen Worte um niemandem zu viel Angriffsfläche zu bieten oder sie für sich einzuspannen.
Doch der Bootsmannsmaat suchte einfach nur ein Opfer um sich vor seinen Vorgesetzten zu profilieren. Dabei war es kein Geheimnis dass er auf den Posten des etwas in die Jahre gekommenen obersten Bootsmanns spitzte.
So verbrachte sie jeden Wachen Augenblick seit sie an Bord war damit Taue zu überprüfen, das Deck zu schrubben, die Wanten zu überprüfen und alles in bester Ordnung zu halten, wobei er natürlich jegliches Lob für sich selbst einbehielt, wohingegen jeder noch so geringe Mangel an ihr anhaftete und zumeist noch härtere Arbeit mit sich brachte.
Das einzige mal als sie beteuerte keine Schuld an dem verrotteten Tau zu tragen welches von ihrem Kameraden übersehen worden War welcher das Besanstagsegel hatte überprüfen sollen, hatte er sie geschlagen und ihr gedroht ihr die Stimmbänder herauszuschneiden wenn sie ein weiteres Widerwort gab.

Sie wischte sich die schwarzen Hände an dem zerschlissenen Matrosenhemd ab, welches ihr lose von den Schultern hing, und blickte hinauf zum Achterdeck.
Kapitän Reginald Cicero und sein erster Maat Eric Barbarossa Standen an der Railing umgeben von einigen Offizieren und Fähnrichen und blickten angestrengt in die dichten Nebelbänke hinaus in Richtung der beginnenden Morgendämmerung.
Sie wechselten einige Worte welche sie über die Geräusche der See nicht verstehen konnte.
Der Kapitän, in sein penibel drapiertes Blau-Gold gekleidet, streckte seine Hand dem Wachhabenden Offizier entgegen, ohne dabei den blick vom Horizont zu nehmen welcher hinter morgendlichen Nebelschwaden verborgen war.
Der Offizier reichte ihm augenblicklich das Ausziehfernrohr und deutete aufs Wasser hinaus.
Eine zeit Lang suchte der Kapitän das Meer ab, reichte seinem Offizier dann mit einem zufriedenen lächeln auf dem geröteten Gesicht zurück, klopfte ihm auf die Schulter und wandte sich wieder in Richtung seiner Kajüte ab.
Nicolettawarf einen Kurzen Blick in die Richtung welche die Aufmerksamkeit der Offiziere auf sich gezogen hatte, nur um sich schnellstmöglich wieder an die Arbeit zu machen bevor Meyer sie wegen Müssegang dran bekommen konnte.
Doch bevor sie noch den Kopf ganz gesenkt hatte Riss ein Aufflackern in den Nebelfelder wieder ihr Augenmerk zurück. Eine reihe fahler Blitze, für den Unaufmerksamen Kaum zu sehen erhellten in der Ferne eine kleine Nebelbank leicht abseits vom Kurs des Schiffes.
"VOLLE DECKUNG! MÜNDUNGSFEUER STEUERBORD VORAUS!"
Kam im selben Moment der Ruf vom Großmast.
Es blieb kaum Genug Zeit sich auf das Deck zu pressen als bereits das typische Geräusch ankommender Kugeln zu hören war unmittelbar bevor rings um sie Herum Holz zu explodieren schien.
Holzsplitter und größere Trümmer erfüllten die Luft augenblicklich
"ALLE MANN AUF GEFECHTSPOSITION! MARINESOLDATEN AUF DECK! SCHARFSCHÜTZEN IN DIE WANTEN! STAG UND GROSSBRAM SETZEN! KURS SECHS STRICH BACKBORD! SIE DÜRFEN UNS NICHT NOCH EINMAL AUS DIESEM WINKEL BEKOMMEN! VOLLE BREITSEITE SOBALD SIE MITTSCHIFFS LIEGEN!"
Der Kapitän hatte sich bereits wieder auf dem Achterdeck aufgerichtet und bellte seine Befehle noch während er seinen Zweispitz wieder richtete.
Seine Offiziere nahmen die rufe augenblicklich auf und eilten auf ihre Positionen um ihrerseits die Befehle an ihre Männer weiterzugeben.
Auf der Stelle hallte die Schiffsglocke über das Deck und überall strömten Matrosen und Soldaten aus den unteren Decks hervor.
Nicoletta stieß sich ihrerseits vom Deck ab und eilte auf die Wanten des Großmastes zu, an einem sich schreiend sein Bein haltenden Matrosen vorbei, um ihre vorgesehene Position einzunehmen die Großbram zu setzen und die Tackelage zu sichern.
Flink erklomm sie die Unterwant. An der Mars angekommen wartete bereits ein, in eine leichte Lederrüstungen gehüllter Unteroffizier der mit seinen Männern, die Musketen gefechtsbereit, auf der Plattform kniehend in den Nebel starrte.
Dort zeugten die Nächsten blitze vom näher kommenden Donner gefolgt, von einer weiteren Salve. Nicoletta griff sich auf der Stelle das Nächste Tau und wartete den Einschlag der Eisenkugeln ab.
Der Zwerg, ein freundlicher altgedienter Soldat der Marine namens Sebastiane wandte den Kopf zu ihr um während unten die Geschosse in den Decks einschlugen und Teile der Railing der Deckaufbauten inklusive der Schiffsglocke sowie den Mann der sie bis eben geläutet Hatte weg rissen.
"Nur keine Sorge Falln sie werden uns nicht versenken. Erste Regel im Piratenhandbuch lautet 'Eine versenkte Prise bringt keinen Profit'. Sie versuchen nur uns einzuschüchtern und auf Trab zu halten um uns leichter entern zu können. Wenn sie erst nah genug sind Kommen die Kartätschen und das Grobe Schrot, da willst du nicht auf Deck sein. Aber wenn doch zieh den Kopf...."
"Renfield du dreckige Schlampe! Lass die Soldaten ihre Arbeit machen! Wenn in 10 Sekunden das Segel nicht gesetzt ist komm ich hoch und werf dich ins Meer!" Unterbrach der schrille Ruf des Bootsmannsmaats den Soldaten. Er stand unten auf Deck den Säbel in der Hand und blickte mit zornerfülltem blick nach oben."
Sebastiane nickte ihr zu: "Tu was er sagt, bevor ich mir mein erstes Ziel auf dem Eigenen Schiff suchen muss. Karriere-geiler Geier" die letzten Worte murmelte er nur noch in seinen Bart als er sich wieder der See zuwandte um sich ein Ziel zu suchen.
Nicoletta und die anderen Matrosen hatten gerade das letzte Tau gelöst sodass die Großbram fallen und sich im Wind aufblähen konnte, als sich endlich der Angreifer in einer Windbö aus dem Nebel schälte.

Die Stigmata hatte sich in den Wind gedreht und lag nun parallel zu der Korvette mit dem schwarzen Rumpf und den roten Segeln.
Das Schiff war zwar kleiner und eindeutig schlechter bewaffnet doch schneller und Wendiger was ihnen einen klaren Vorteil gab.Die nächste Salve krachte los, doch diesmal waren die Schüsse ungewöhnlich hoch ausgerichtet.
"MAST-SCHNEIDER!" Hörte sie Sebastianes Stimme Rufen dann ging bereits ein kräftiger Ruck durch den Großmast als die mit Ketten Verbundenen Kugeln, Taue Segel und Holz zerfetzten. Ein Warnruf rang von einem Schützen auf der Bramsaling nach unten."
"ACHTUNG! MASTBRUCH!"
Ohrenbetäubendes knirschen lenkte Nicolettas Blick nach achtern. Ein Glückstreffer hatte den Besanmast angeritzt und begann, splitternd, lediglich von den Backstagen gestützt nach vorne einzuknicken.
"Sichert die Taue!" Der nächste Ruf verlangte nach umgehender Aufmerksamkeit.
Nicoletta eilte auf allen Vieren über die Saling zurück zum Mast, während unten die Antwort der Stigmata in disziplinierter Reihenfolge gegen den Angreifer geschleudert wurde.
Die Kettenkugeln hatten großen Schaden an der Takelage angerichtet und die Großbram schlug an Backbord lose.
Seemänner stiegen mit routinierten Bewegungen auf den Salingen umher um Schadensbegrenzung zu betreiben.
Das Piratenschiff war nun bereits bedrohlich nahe und die die Feuergefechte begannen wirklich los zuschlagen.
Während die Soldaten auf den Marsen versuchten gezielte Wirkungstreffer zu erzielen, standen die übrigen Schützen auf Deck an den Railingen in disziplinierten Gruppen und feuerten Salven weise um die gegnerische Mannschaft in Deckung zu zwingen und die weniger disziplinierten Piraten so an Gegenmaßnahmen zu hindern, wobei ihnen die höhere Bauweise der Fregatte zuspielte.

Nicoletta griff nach einem Tau und zog es über den Flaschenzug heran um das Segel zu sichern welches sich immer wieder ihren Händen zu entziehen versuchte. Beim dritten versuch wäre sie beinahe abgestürzt, doch ein großer dunkelhäutiger Südländer namens Medea, ein großer stämmiger gut aussehender Matrose welcher bisher von allen Männern am Bord das meiste Interess an ihrer Person gezeigt hatte sich jedoch stehts galant zurückgehalten hatte, griff ihr zwischen die Arme, ergriff das Seil und half ihr einhändig das Tau festzumachen. Eine Hand an der Saling die andere auf ihrer Schulter blickte er ihr in die Augen und begann mit schwerem Akzent eindringlich auf sie einzureden.
"Geh of die ande'e Seite. Wi' konnen nicht davon laufen. Sie we'den uns Ente' und dann wi' müsse' die Segel 'effen sonst w'eden wi' nach unte' gezogen und beide Schiffe we'den hava'ie'en. Danach gehst du umgehend unte' Deck. 'Ast du mich fe'stande? Ich will dich nicht auf Deck ode' sie toten dich. Und wenn sie es schaffen uns zu ente sieh zu dass du von Bo'd kommst. Ve'stest du? Ist besse fur dich."
Sie blickte ihm in die Augen. Sie mochte den dunkelhäutigen Hühnen, auch wenn es ihr schwehr fiel sich das selbst einzugestehen.
Perplex nickte sie ihm zu und beeilte sich dann seiner Aufforderung nachzukommen, sich am anderen Ende der Saling zum Reffen der Segel bereit zu halten.
Die Schiffe waren mittlerweile vom Kabelfeuer dazu übergegangen nach eigenem Ermessen zu schießen.
An der Railing hatten sich mittlerweile die schwerer bewaffneten Marinesoldaten eingefüllt und bereiteten sich in ihren weiß-goldenen Wappenröcken hinter vorgehaltenen Schilden darauf vor das feindliche Enterkomando abzuwehren.
Eine weitere Kugel durchschlug die Railing des Achterdecks, gefolgt von de peitschenden Geräusch reißender Taue und dem Krachen splitternden holzes als der hintere Mast endgültig nachgab und nach forne brach und direkt auf Falln zu kahm.
Noch bevor sie die Warnrufe hörte hatte sie sich bereits vom Holz abgestoßen und befand sich im freien Fall, mit den Händen ins lehre greifend, hinter sich das berstende und reißende Geräusch als der Besanmast gegen die Saling des Großmasts prallte und große Teile der Takelung mit sich riss.
Endlich umfasste ihre Hand etwas. Das Tau schnitt in ihre Hand als sie daran entlang rutschte. Doch sie zwang sich eisern zuzugreifen um ihren Fall zu bremsen. Im Schwung. Der Flaschenzug durch den das Seil lief, ließ sie einige Meter hinab, bevor es sich ruckartig verkeilte und sie hart gegen den eingeknickten Mast prallen ließ.
Sie verlor den Halt und stürzte weiter ab. Hart schlug sie auf das Achterdeck. Der Aufprall trieb ihr die Luft aus den Lungen und sie hielt sich die schmerzenden Rippen.

Eine kräftige Hand packte sie am Oberarm und zog sie wieder auf die Beine wobei ihre Rippen sich anfühlten als würde sie bersten wenn sie es denn nicht schon waren.
"Ein wundervoller Tag für einen Spaziergang auf dem Achterdeck Miss Renfield." Kapitän Cicero ließ sich mit keiner Faser auch nur die Geringste Beunruhigung anmerken. Der Breite Königs-blaue Mantel lag immer noch elegant über Wappenrock und Harnisch drapiert. Selbst die Perücke saß noch auf dem Kopf. Er schenkte Ihr einen nichtssagenden Blick bevor er sie wieder unsanft zu Boden stieß im selben Augenblick als die Nächste Kanonensalve los-donnerte. Das schrille Pfeifen gefolgt von den Hagel artigen Einschlägen ringsumher verdeutlichte dass das gegnerische Schiff nun auf kartätschenreichweite aufgegangen war und nachdem die Stigmata nun verkrüppelt war, Kurz vor dem Entern waren.
Einem Matrosen welcher sich nicht rechtzeitig in Deckung retten konnte wurde in unmittelbarer Nähe an der Railig das Gesicht weggerissen und er stürzte mit auf die Ruinen seines Gesichts gepressten Händen zu Boden.
Der Hagelsturm war kaum abgeebbt da wurde Nicoletta bereits wieder hochgezogen.
Der Kapitän, welcher auf den Planken wohl seinen Hut wieder gefunden hatte setzte diesen nun schwungvoll wieder auf und verschaffte sich mit einem schnellen Blick einen Kurzen Überblick. Als er einen kurzen Blick auf den schwer verwundeten Mann geworfen hatte Welcher eine der leichteren Waffen bedient hatte wandte er sich wieder zu der jungen Matrosin.
"Miss Renfield. Sie schickte der Himmel, wenn sie mir den Witz gestatten. An die Drebasse!"
Sofort hechtete sie los, stieg über den gurgelnden Matrosen hinweg und schwang das auf einem Dreh-zapfen Montierte Geschütz herum.
"Zwei Strich backboard Miss renfield zielen sie auf's Hauptdeck."
Mit glimmender Lunte in der Hand, richtete sie das Rohr aus. Dirrekt auf eine Gruppe Von Schützen an der Railing des Angreiferschiffs. Plötzlich sah sie sich Auge in Auge mit einem der Piraten. In dem Augenblick als er mit der Hand in ihre Richtung zeigte, wurden bereits zahlreiche krude Vorderlader auf sie gerichtet. Sie hatte gerade noch Zeit, die Lunte ins Zündloch zu drücken um die Kartätsche abzufeuern, als sie sich bereits hinter die Geschundenen Planken fallen lassen musste, welche sofort unter den Einschlägen von Bleikugeln zu splittern.
"Wirkung vor Deckung Miss Renfield. Wirkung vor Deckung. ALLE MANN VORBEREITEN AUF ABWEHR DES ENTERKOMMANDOS!"
"ALLE MANN AN DIE RAILING!" Wurde der Ruf sofort mehrfach aufgenommen und weitergegeben.
Der Kapitän kam zu ihr herüber und hockte sich neben sie an die Railing.
Allmählich zehrte die Situation an ihren Nerven und sie begann vor Anspannung zu zittern wobei sie immer wieder Blicke in Richtung der Luke zum Unterdeck, wo sie Medeas Worten nach bereits sein sollte.
"Nur keine Angst Miss Renfield. für ihre Erste Seeschlacht halten sie sich Gut."
"Danke Sir."
"Ich erinnere mich noch gut an mein erstes Gefecht als Fähnrich. Glauben sie mir jetzt sehen sie noch jede Menge Chaos und Zerstörung, Aber wenn sich Pulver und Rauch erst verzogen haben ist alles nur noch halb so wild." Er warf einen Blick über die Railing, das Donnern der Kanonen nahm bereits ab nur noch die Handfeuerwaffen waren zu hören. Er ließ sich wieder neben Sie fallen. Ein paar Männer zusammenflicken, Ein bisschen Holz und Lack und schon herrscht wieder Klarschiff und wir haben eine schöne Prise in Schlepp." Er folgte kurz ihrem Blick in Richtung Unterdeck als könne er ihren Wunsch nach der vermeintlichen Sicherheit des Schiffs-inneren erahnen, verzichtete jedoch darauf einzugehen.
"Die Furcht ist ihr größter Feind. Wenn sie denen die Railing überlassen dann Haben wir ein Problem. Aber halten sie ihren Kameraden den Rücken Frei, dann halten sie auch ihnen den Rücken Frei. Schließlich sind sie Bei der Marine!"
Die keines falls übermäßig freundliche, ja fast schon belehrend Strenge Stimme erfüllte ihren Zweck. Ihr Puls ließ nach und die unteren Decks schienen plötzlich gar nicht mehr so sicher.

Metall klirrte auf Holz. Ein Enterhaken war auf dem Deck Gelandet und wurde sofort an der Ballustrade des Achterdecks festgezogen. Ein Matrose sprang auf und schlug mit seinem Enterbeil auf das starke Tau ein, Doch flogen bereits überall Wurfhaken über die Railing. Zu schnell um sie alle abzuwehren.
"ERSTE ABTEILUNG! FEUER!"
Eine Gruppe Marine-schützen stand geschlossen auf und betätigte die Abzüge ihrer Waffen bevor sie in Deckung gingen um nachzuladen.
"ZWOTE ABTEILUNG! FEUER!"
So feuerten der Reihe nach die einzelnen Abteilungen diszipliniert auf die ungeschützten Angreifer welche das Schiff herranpullten.
Dann war das Schlagen von Holz auf Holz zu hören. Gefolgt von vielkehligem Ruf.
"SCHIFF ENTERN!"
Enterplanken wurden ausgelegt Piraten schwangen sich aus den Wanten auf das Deck der Fregatte.
Ein bulliger Ork sprang direkt ohne jeder Zuhilfenahme von Enterwerkzeug direkt auf das Andere Schiff. Seine großteils menschlichen Kammeraden dirrekt hinter ihm.
Der Kapitän erhob sich als allererster aus der Deckung. In jeder Hand eine Pistole, zielsicher in die ersten Beiden Gesichter entleert die über die Railing blickten.
"MAST UND SCHOTBRUCH MÄNNER! WERFT SIE INS WASSER!"
Mit einheitlichem 'HURRAH!' Erhob sich die Besatzung und stellte sich den enternden Piraten entgegen.
Innerhalb von Augenblicken wurden alle zur Verfügung stehenden Handfeuerwaffe auf beiden Seiten Abgefeuert. Pulverdampf stieg auf und vermengte sich mit den ohnehin dichten Rauchschwaden und bildete eine dichte Wand aus Smog zwischen den Schiffen. Nicoletta blickte über die Railing. Halb hoffte sie, dass sich nichts rührte, halb hoffte sie endlich einem Gegner gegenüber zu stehen. Verwundet oder tot zu sein stellte beinahe eine wünschenswerte alternative zur Erwartung des Kampfes dar.

Im selben Augenblick zerriss der Qualm als ein Pirat an einem Tau vom anderen Schiff übersetzte.
Er landete auf der Balustrade aus dickem Holz und fixierte sie sofort, einen schön gearbeiteten Säbel in der Rechten.
Nicoletta reagierte augenblicklich, zog ihrerseits das schartige Entermesser welches ihr ausgehändigt worden war als sie an Bord gekommen war, und trat dem Mann entgegen. Der Pirat hob den Säbel und sprang von der Railing. Sie konnte gerade noch ihre Klinge zu einer Quint hochbringen als der zwar ohne Finesse geführte, dafür jedoch umso härtere Hieb gegen ihre Klinge prallte. Instinktiv führte sie eine Riposte gegen seine linke Seite aus welchen er wiederum gekonnt parierte. Der Schlagabtausch dauerte nur wenige Momente an bevor ein Knall ihn abbrach.
Augenblicklich wähnte sie sich getroffen und wartete darauf die Kälte zu spüren die mit dem Schock einher ging. Ihr Kontrahent hielt inne und blickte sie verschmitzt an. Er entblößte einen Goldzahn zu einem hämischen lächeln, bevor blutiger Schaum über seine Lippen trat und er seitlich auf die Planken kippte, das grinsen aus dem Gesicht gelöscht als ihm aufging, dass die Kugel seine anstatt ihre Lunge durchschlagen hatte.
Sie blickte sich um. auf allen Decks wahren Matrosen und Soldaten Bemüht keinen Raum freizugeben.
Besonders mittschiffs wo der Stärkste verband der Königlichen Marine stand Tobte die Schlacht besonders hart als die schwer Gerüsteten Soldaten sich gegen eine größere Gruppe der Piraten zur Wehr setzten an deren einige Trolle versuchten eine Bresche zu schlagen.
Der Kommandant der Soldaten, Ein Veteran namens Konrad Dieche schien die Stellung halten zu können jedoch auch keinen Raum gut zu machen.
Der Kapitän selbst hielt sich zurück, und setzte alles daran zusammen mit seinen Männern energisch jeden Angreifer vom Achterdeck zu drängen während er zugleich versuchte den Überblick zu behalten und Befehle zu bellen.

Das Klirren von Metall auf Metall gefolgt von einem Schrei, sowie dem ikonischen Knacken von Knochen zog Nicolettas Aufmerksamkeit auf sich.
Der Ork welcher sich zu Beginn des Gefechts als einer der ersten auf das Angegriffene Schiff über gesetzt war, war nun in unmittelbarer Reichweite.
Mit seiner gewaltigen Lochaber Streitaxt fegte er einen Matrosen zur Seite, der sich ihm in den Weg gestellt hatte bei Seite. Er hielt kurz inne, Fixierte Nicolettagrinste, wobei er einen imposanten gepiercten Hauer zur Schau stellte, Brüllte ohrenbetäubend und Stampfte auf sie los, die Axt zum Schlag ausholend.
Die Matrosin war wie gelähmt. Halbherzig hob sie ihre Klinge zu einer aussichtslosen Abwehr.
Der Ork ragte bereits über ihr auf die Waffe bereit zum Todesstreich, da Bohrte sich ein breites Axtblatt Tief in die Schulter des Muskelberges dicht gefolgt von der Gedrungenen aber massiven Gestalt des Schützen Sebastiane. Der Zwerg hatte sich mit seiner Streitaxt aus dem Mast fallen Lassen und war dem Ork direkt ins Gesicht gesprungen, das Gewehr an einem Riemen über den Rücken. "NIMM DAS DU AAS!"
Sich mit einer Hand sich am Griff seiner Axt festhaltend, stemmte er die Füße gegen die Brust des Orks und schlug mit der freien Faust immer wieder in das Gesicht des Orks.
Dieser hatte seine Axt fallen gelassen und versuchte den aufmüpfigen Zwerg zu fassen zu bekommen. Mit wütendem grollen schnappte er ihn am Schlafittchen und warf ihn mit aller kraft in einen Stapel von Fässern und Kisten welche krachend zerbrachen sodass der Zwerg benommen Zwischen geborstenen Holzdauben zu liegen kam.
Der Ork, die Axt immer noch in der Schulter steckend, kam näherte sich ihm unheilvoll, gewillt sein Werk zu vollenden.
Er bückte sich und zerrte den benommenen Scharfschützen hoch.
Im letzten Moment erholte sich Nicoletta von dem Schrecken, sie stürmte über die Planken, hob ihr Entermesser und stieß zu. Die Klinge drang ihm auf Nierenhöhe in die Flanke. Der Krieger ließ den Zwerg fallen als er nach hinten taumelte. Er wirbelte herum und blickte auf die gerade mal halb so große Frau hinab.
Sie schlug ihm die geballte Faust in bereits malträtierte Gesicht. Er drehte den Kopf einen Augenblick mit dem Schlag weg,s chien aber nur mäßig beeindruckt als er sie im nächsten Augenblick mit einer gewaltigen Rückhand auf die Planken schickte. Als sie die Augen öffnete stand der Ork bereits über ihr. Mit einer Pranke, nagelte er ihre Brust fest auf das deck, die andere hob er über den Kopf mit dem breiten grinsen. In wenigen Augenblicken würde er ihr Gesicht dauerhaft in das Achterdeck gravieren.
Doch in dem Augenblick als der Ork die Faust Senkte flog ihm plötzlich der linke Teil seiner Schädeldecke weg. Der Berserker sank zur Seite und gab den Blick auf den Zwerg frei, einen Fuß auf den Überresten eines Fasses Ruhend das Gewehr in Professioneller Manier über den Ellbogen auf dem Knie abgestützt.
"Wer is euer Schütze?! ICH bin euer Schütze!"
Mit raschen Schritten, stand er über ihr. Das Gewehr bereits wieder auf dem Rücken, zog er Nicoletta mit einer Hand auf die Beine während die Andere ihr Entermesser aus der Seite des toten Orks zog und ihr zurückreichte. "Zielen kannst du mit dem Ding. Aber merkt dir eins. Erst mit Zuhauen aufhören wenn sichs nicht mehr bewegt. Ganz besonders wenns n Ork is." Mit diesen Worten zog er seine Axt aus der Schulter des Piraten und stürmte auf die Treppe zu welche vom Achter aufs Hauptdeck führte.
Nicoletta folgte ihm. An der Treppe angekommen hatte sie einen guten Blick vom Achterdeck bis zum Bug des Schiffs.

Es Stand nicht Gut um das Schlachtenglück. Die Königliche Marine Hielt sich, doch hatten die Piraten bereits Fuß an Bord des Schiffes Gefasst.
Einen Moment lang hielt sie Inne, den Blick wieder in Richtung des Unterdecks, dann fasste sie sich ein Herz, stürmte die Treppe hinab und hielt direkt auf die nächste Gruppe kämpfender zu.
Fest Entschlossen den Angreifern diesmal nicht die Offensive zu bieten setzte sie an einem ihrer Kameraden vorbei trat seinen Gegner zu Boden und stieß dem überraschten Mann dahinter ihre Klinge bis zum Heft in die Brust. Der Matrose dem sie zu Hilfe gekommen war entledigte sich seines am Boden liegenden Gegners mit einem gezielten Säbelstoß und Schloss mit einem Entschlossenen Schlachtruf wieder auf.
"FÜR DEN KÖNIG!"
Weitere Seeleute griffen den Ruf auf und verstärkten ihre Bemühungen. Das Handgemenge wurde immer dichter als die königlichen Seemänner und die Piraten immer verbissener aufrückten bis ein koordinierter Einsatz von Nahkampfwaffen kaum noch möglich war.
Nicoletta gereichte dies zum Vorteil. Auf Ellenbogenlänge war sie überlegen. Sie verkantete ihre Klinge an der eines Piraten, schlug ihm mit der freien Hand zwei mal in die Nieren und brach ihm mit einem unerwarteten Schlag die Nase als er einknickte. Mit einem Tritt stieß sie ihn gegen die ihm folgenden Kameraden, setzte nach stieß einem weiteren Mann ihre Klinge durchs Auge und prügelte wieder auf den Nächsten Mann ein, der zu nahe stand um Gebrauch von seinem Beil zu machen.
Die Angst war nun endgültig von ihr abgefallen und der Kampfrausch war alles was noch existierte.

Schritt für Schritt drängte die Besatzung der Stigmata zurück, biss mit einem Mal der Widerstand gebrochen zu sein Schien. Die Piraten hatten offenbar die Kampflust verloren und zogen sich kämpfend auf ihr Schiff zurück, wo die Mannschaft bereits damit begonnen hatte die Haltetaue zu Kappen und das Piratenschiff von der ramponierten Fregatte zu lösen. Die Segel waren bereits gesetzt noch bevor die gesamte Besatzung zurück auf das eigene Schiff wechseln konnte sodass die letzten Piraten an Bord der Stigmata mit dem Rücken zur Wand standen und niedergemacht werden konnten biss die letzten die Waffen streckten.
In unmittelbarer Nähe zog der Kommandant der Marinesoldaten sein Schwert aus einem getöteten Troll und blickte auf. Die Augen hinter dem Sehschlitz des Helms blickten in Richtung der sich zurückziehenden Piraten.
"Hier stimmt irgend etwas nicht. Sie haben zu leicht aufgegeben. Irgendwas hat sie nervös gemacht" brummte er. Nicoletta blickte auf. Nun bemerkte auch sie die hektischen Rufe vom Deck der Korvette.
"Los schafft die Verwundeten nach Unten!" Grollte der Soldat und beeilte sich in Richtung des Achterdecks von wo aus bereits wieder Befehle zu Hören waren. "Die Verwundeten unter Deck! Sammelt die Waffen ein! Werft die toten Piraten über Bord! Stützt den Besanmast! Wir müssen wieder Maneuvriefähig werden! Kanonen bemannen! Alles Klar machen zum Verfolgung aufnehmen! Das werden wir ihnen nicht durchgehen lassen! IN KETTEN ODER AUF DEM GRUND DES MEERES WILL ICH SIE SEHEN!" Der letzte Ruf wurde mit Hurrah aufgenommen und Seeleute eilten entschlossen auf ihre Positionen

Nicoletta trat an die Railing wo der dunkelhäutige Medea stand und durch das feindliche Schiff durch zublicken schien. Das Piratenschiff war bereits ein gutes Stück von der Bordwand der Stigmata entfernt und setzte bereits hektisch Segel.
"Falln!" Sie überhörte den Zuruf des Bootsmannsmaats. "FALLN!" Sie blickte dem anderen Schiff hinterher welches sich bemühte Fahrt aufzunehmen und gegen den Wind zu halsen. Ein schwieriges Maneuver welches nur bei zwingender Notwendigkeit durchgeführt wurde. "Falln du verdammte Schlampe wirst auf der Stelle an den Hauptmast und die Takelage auf Fordermann Bringen, in einer Stunde will ich dieses Schiff wieder Flott sehen und wenn du im Weg stehst werde ich dich persönlich erschießen!"
Die Stimme kam näher, doch ihr Blick folgte weiter Dem von Medea. Der Nebel war bereits weit zurückgewichen und der Himmel hatte begonnen sein Blau anzunehmen. Das Piratenschiff war bereits ein gutes Stück weit weg und ordentlich Fahrt aufgenommen. Das Besansegel schlug um und das Schiff neigte sich in die Halse.
Als das Schiff wendete gab es langsam den Blick auf den Nebel verhangenen Horizont frei. Und mit ihm, den Blick auf einen weißen Schädel der oberhalb der Wasseroberfläche aus dem Nebel auf sie zu zu gleiten schien. Nicoletta riss die Augen auf. Violette Segel blähten sich darüber im Wind. Drei Masten mit Auslegern in vollem Segel hielten auf sie zu.
Ein entsetzter Schrei drang von der Mars zu ihnen herrab.
"FREGATTE DER VERLASSENEN AN STEUERBORD!"

_________________
Mein Name ist Legion, denn wir sind viele.


Nach oben
 Profil Besuche Website  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Fallns Reise
BeitragVerfasst: 18. Dez 2014, 02:50 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 04.2011
Beiträge: 149
Geschlecht: männlich
2.
Gischt stieg vom stampfenden Rumpf der Stigmata auf als sie bei voller Fahrt durch die Wellen pflügte, alle Segel und Ausleger vollständig gesetzt und im Wind.
Der Besanmast war provisorisch gestützt und sowohl laufendes und stehendes Gut waren repariert und ersetzt worden sodass die Fregatte in der Lage war sich Abzusetzen.
Dennoch hatten die notwendigsten Reparaturen bei halbem Segel länger gedauert als die Besatzung es sich leisten konnte und so hatte das Schiff der Verlassenen ein gutes Stück aufgeholt.
Zudem hatte sich der Nebel nun nahezu vollkommen aufgelöst und die Wahrscheinlichkeit ohne Kampf zu entkommen war nahezu auf null geschrumpft.
Die Verwundeten waren unter Deck gebracht worden. 15 Tote, 7 würden die nächsten Stunden vielleicht nicht überstehen und weitere 50 hatten schwere und mittelschwere Verletzungen davongetragen. Über die leichten Verletzungen war kein Überblick zu bekommen und wurden in Anbetracht der Umstände vernachlässigt. Der Schiffsarzt und einige angelernte Assistenten waren bereits seit Stunden dabei Verletzungen zu Versorgen und Gliedmaßen zu Amputieren.
Wer an Deck entbehrlich war lag, in den Kojen und versuchte sich auszuruhen. Eine Fähigkeit welche Seeleute für sich perfektioniert hatten da es häufig vorkam dass sich Verfolgungsjagten auf See Stunden, und manchmal gar tagelang ehe die ersten Geschütze in Reichweite kamen.
Nicoletta konnte keinen Schlaf finden. Sie hatte früher schon öfter gekämpft und besonders mit bloßen Fäusten war sie talentiert. Doch hatte sie zum ersten Mal das Chaos einer offenen Schlacht über sich hereinbrechen sehen und lag nun bereits in erwartung der nächsten. Sie wälzte sich mühsam aus ihrer Hängematte und stieg nach unten wobei sie die unter ihr hängenden Matten als Trittleiter benutzte.
Die Frau die unter ihr geschlafen hatte, eine altgediente Angehörige der Marine namens Mauritia deren Freundschaft Nicoletta in den letzten Wochen erworben hatte blickte kurz auf, sah ihr einen Augenblick als würde sie etwas sagen wollen, wälzte sich dann jedoch bloß auf die andere Seite und schlief weiter.
Falln zog ihr zerschlissenes Matrosenhemd aus um ihre etwas stärkere Weste anzulegen warf ihren Wolfspelz über die Schultern und steckte ihr Rasiermesser und den kleinen verzierten Würfel den sie immer bei sich trug in eines ihrer Hosenbein- Taschen. Danach griff sie nach ihrem Entermesser welches an einem Haken hing und stieg durch die Luke nach oben auf das Hauptdeck. Die Sonne stand bereits hoch am Himmel doch war es aufgrund des starken Herbstwindes überaus kühl. Es dauerte einen Moment bevor sich ihre Augen an das Helle licht gewöhnt hatten als sie aus dem zwielichtigen Unterdeck hochstieg. Einige Matrosen hetzten über die Decks während der Schiffsschreiner Anweisungen über das Deck rief, um das Deck wieder so weit wie möglich sicher und gefechtsbereit herzurichten.
Sie schritt über das Deck bis zur Railing an der Treppe zum Achterdeck. Weiter nach hinten war ihr nicht gestattet, da außer um Arbeiten zu erledigen das Achterdeck nur Offizieren zugänglich war.
Medea Stand ebenfalls an der Railing. Seine dunkle Haut glänzte in der Sonne und Nicoletta lief ein sanfter Schauer über den Rücken als sie seine muskulöse Brust sah welche von seiner offenen grünen Matrosenweste eingerahmt wurde.
"Du solltest doch unte' Deck bleiben Madchen." begann er noch bevor sie neben ihm stand.
Sie schwieg.
"Ich kann mich nicht um meine A'beit kumme'n wann ich mi' noch So'gen um dich machen muss."
Er wandte seinen Blick wieder nach hinten. Das Schiff der Untoten lag immer noch auf Abfangkurs und die Segel waren bereits einzeln auszumachen.
"Es wi'd nichtmeh' lange dauen bevo' wi' in 'eichweite Ih'e' Buggeschutze kommen." Er strich sich über den geschohrenen Kopf. "De Kapitän wi'd bald in Zugzwang kommen. Bleibt uns nu' zu hoffen, dass e ein Ass im 'Ämel hat." Seine Worte klangen jedoch alles andere als überzeugt.
Als hätten sie Auf das Kommando gewartet war lautes Donnern zu hören als der Verfolger seine Bugkanonen abfeuerte. Die Kugeln flogen in einem Flachen Bogen auf die Stigmata zu gingen jedoch bei weitem fehl.
"Sie schießen sich ein. Sie haben meh' Fah't als wi'. Schon bald sind wi' im Schussfeld."
Wie beiläufig legte er seine Hand auf ihre welche auf dem gesplitterten, grob vernagelten Holz der ehemals hübsch geschnitzten Railing ruhte.
"Wir werden es Schon schaffen." Medea lachte bloß, wobei ihr nicht entging, dass nichts in seinem Gesicht Zustimmung verhies. Er wandte sich ihr zu, blickte ihr tief in die Augen, die eine Hand immer noch auf ihrer, während ihr die Andere eine Haarsträne aus dem Gesicht strich, welche ihr die salzige Seeluft ins Gesicht hatte fallen lassen. Einen Augenblick dachte sie er würde sie Küssen. Dann lies er sie los und eilte in Richtung des Vorschiffs.

"Falln!" Sie wurde aus ihren Gedanken gerissen als sie die Frauenstimme hinter sich vernahm und wandte sich zu Mauritia um welche ihr entgegeneilte.
"Mayer Sucht nach dir und er ist wieder mal wütend wie ein Ork. Komm mit."
Sie packte sie im Vorbeilaufen am Oberarm und zog sie mit sich die Treppe zum Achterdeck hoch.
"Hat wie ein Irrer das ganze Mannschaft wach gebrüllt weil du angeblich die Mars- Rah nicht dicht geholt hast und sie ausgerauscht ist." Die junge Matrosin folgte der älteren über die Treppe nach oben. "Unsinn. Wer auch immer das war. Ich hatte noch nicht einmal Schicht."
"Du kennst doch Mayer. Wenn der Jemandem die Schuld geben will, dann hat der auch Schuld. Und den Bootsmann kümmert das nicht solange, das für ihn bedeutet dass er sich in Ruhe weiter betrinken kann."
Sie erreichten das obere Ende der Treppe. Der Kapitän stand achtern und blickte über das Wasser auf das sich nähernde Schiff, dessen nächster Schuss bereits bedeutend näher ins Wasser viel. Einige Offiziere standen bei ihm und berieten offensichtlich die Situation. Der Zwerg Sebastiane stand ebenfalls etwas abseits und lauschte aufmerksam der Beratung ohne etwas beizutragen zu haben. Er warf den beiden Frauen einen kurzen Blick zu und strich sich durch den kastanienbraunen Bart wobei sich offene Besorgnis abzuzeichnen schien.
"Hier rüber. Wenn wir hier nur herumlümmeln gibt's Ärger." Mauritia eilte zum entgegengesetzten Ende des Decks und drückte ihr eines der Herumliegenden taue in die Hand welches Nicoletta daraufhin aufzurollen begann.
Das Deck aufzuräumen war nicht unbedingt eine dringliche Arbeit, jedoch gut genug um ihre Anwesenheit zu rechtfertigen. Die ältere Matrosin strich sich eine rote Strähne aus dem Gesicht und blickte sich um.
"Am besten du lässt dich gar nicht mehr auf dem Hauptdeck sehen bis wir neue Befehle erhalten. Dann hat Mayer vielleicht wieder etwas Besseres gefunden um sich aufzuregen."
Nicoletta nickte ihr zu und begann das Deck auf Fordermann zu bringen.
Mauritia lächelte ihr vielsagend zu und lief dann wieder zurück zur Treppe.
Eine Zeit lang drückte sich Nicoletta in der Ecke umher und versuchte geschäftig zu wirken. Immer wieder blickte sie über die Schulter zu den Offizieren welche immer eifriger zu beraten schienen bis irgendwann die nun unmissverständlich autoritäre Stimme des Kapitäns gut hörbar über die Stimmen der anderen hinweg hallte und diese zum Schweigen brachte. "Sie vergessen sich Mister Barbarossa! Ich bin immer noch ihr Kapitän."
Der angesprochene nickte knapp. "Verzeihen sie Herr Kapitän. Ich habe für einen Augenblick die Contenance verloren Es wird nicht wieder vorkommen."
"Dann gehen sie nun zu ihren Männern und Führen meine Befehle aus!"
Mit einem allgemeinen "Aye Aye Sir." mühten sich die Männer eiligst das Achterdeck zu verlassen sobald der Kapitän sie mit einem Winken entließ. Dieser blieb noch einen Augenblick weiter an der Railing wandte sich dann um und marschierte über die Planken zu dem Kartentisch welchen der Smutje aufgestellt hatte und gerade dabei war Tee einzuschenken. Eilig begann Nicoletta die Brassen des Besansegels zu überprüfen als der Kapitän in ihre Richtung kam.
Kapitän Cicero stemmte sich mit beiden Händen auf den Tisch und starrte die darauf ausgerollte Seekarte an, als könne er durch bloßes Anstarren die Tatsachen ändern.
"Und was habt ihr hier eigentlich zu suchen!"
Sein ruf ließ sie zusammenfahren. "Ich soll... die Brassen..." Versuchte sie sich zu rechtfertigen als der Kapitän bereits wieder abwinkte. "Ihr müsst euch nicht erklären Miss Renfield." Er lüftete einen Augenblick seinen Hut und strich sich durchs braune leicht graumelierte Haar. "Wie wahrscheinlich ist es dass wir hier draußen einem Schiff dieser Größe begegnen?" Sie war sich nicht sicher ob die Worte tatsächlich ihr galten. "Eins zu Tausend vielleicht? Natürlich sind die Meere voll von kleinen flinken Kaperschiffen und Aufklärern wie den Piraten denen wir eben die Stirn bieten mussten. Aber ein Schiff mit dieser Tonnage wie dem" Er wies nach hinten. "Nein Miss Renfield. Ein solches Schiff hat ein Ziel. Und dann tauchen sie auch noch genau im Richtigen Moment auf und erwischen uns mit herunter gelassenen Hosen." Er schlug wütend auf den Tisch und ließ das Teeservice klirren. "Verzeiht meine Ausdrucksweise." Sie stutzte. Es war alles andere als üblich, dass ein Offizier einen gemeinen um Verzeihung bat. "Seht euch das an." Winkte er sie an den Tisch heran Sie folgte unsicher der Aufforderung. "Wir befinden uns genau hier." Er wies auf einen willkürlich erscheinenden Punkt irgendwo mitten im offenen Ozean. "Fernab von jeder Versorgungsrute der Horde. Es ist als hätten sie genau gewusst wo sie uns finden können." Er packte sie nun etwas unsanft am Oberarm und marschierte mit ihr zurück an die Railing. Sie leistete keinen widerstand Wobei sie in dem Augenblick den Eindruck hatte, dass es ohnehin zwecklos gewesen wäre. "Und jetzt seht euch dieses Schiff an. " Er wies mit ausgestrecktem Arm auf ihren Verfolger. Der hölzerne Schädel welcher über der back der Fregatte thronte schien bedrohlich näher zu gleiten. "Zwei volle Kanonnendecks. Geteiltes Großsegel, die Aufbauten auf dem Achterdeck. Das ist kaum noch eine Fregatte. Das ist beinahe ein Linienschiff. So ein Schiff schickt man nicht einfach auf Kaperfahrt. Nein, die kommen wegen uns. Sie wissen genau, dass unsere Fracht unabdingbar für die Truppen in Kalimdor sind. Aber woher wissen sie von unserer Fracht und woher kennen sie unseren Kurs?!"
Er nahm den Arm wieder runter und seufzte schwer als hätte sein Monolog ihn ermüdet. Er strich sich über das stoppelige Gesicht dann wandte er sich ihr zu. Erst jetzt machte er den Eindruck sie wirklich wahr zu nehmen. Daumen und Zeigefinger fasste er an ihr Kind und blickte ihr studierend ins Gesicht. "Wisst ihr eigentlich wie sehr ihr eurem Vater ähnelt?" Sie schluckte. "Ihr kennt meinen Vater?" Sie hatte ewig nicht mehr an ihn gedacht. Für sie war er tot seit er sie in dem Kloster zurückgelassen hatte.
"Ja ich habe ihn gekannt. Ein junger Paladin der sich mit seinem Lehrer und einem Verband Soldaten nach Tirisfall eingeschifft hatte. Sie sagten ihr ziel sei Andorhall. Es ist schon lange her. Damals war ich noch erster Offizier auf eben diesem Schiff. Ich erinnere mich nur, weil ich nie von einem Mann gehört habe der zugleich so voller Tatendrang steckte und zur gleichen zeit dermaßen fromm war. Man hätte ihn beinahe einen Heuchler nennen können, hätte er nicht so viel darangesetzt seine Aufrichtigkeit unter Beweis zu stellen. Keinen Finger ließ er für sich krumm machen wenn er die Arbeit selbst erledigen konnte. Selbst die Andachten und Tischgebete hat er dem alten Kapitän streitig gemacht. Es war auch alleine Sein Verdienst, dass wir nicht versenkt wurden, alls wir im gilneischen Meerbusen in einem Hinterhalt gerieten. Sein Meister war von einem Pfeil gefällt worden und wir waren so gut wie daran die Waffen zu streichen. Doch er überredete den Kapitän zu einem Waghalsigen Manöver sodass wir entern konnten und führte dann seine Männer, ganz in der Manier der Arathi zum Sieg" Er lachte anerkennend.
"Ich habe meinen Vater kaum gekannt. Er hat mich zurück gelassen, weil ihm der Dienst wichtiger war als seine Familie. Als meine Mutter starb war er nicht da. Und als er zurück kahm brachte er mich in ein Kloster und ließ nie wieder von sich hören. Noch nicht mal einen Brief." Erwiderte Nicoletta mit leiser Stimme.
"Vielleicht war es, euch in Sicherheit zu wissen, alles was ihn interessierte."
"Vielleicht" Antwortete sie ohne recht daran zu glauben.
"Ihr tragt selbst das Haar genau wie er." Er strich ihr über die glatt rasierten Schläfen knapp neben dem Haaransatz. "Ich habe sie von einer Zeichnung von ihm die einer der Mönche im Kloster für mich angefertigt hat." Sie verkniff sich eine Träne. Als der Kapitän das sah lies er sie los und sein Blick verhärtete sich wieder. "Ich vergesse mich Miss Renfield. Schwelgereien in vergangenem lassen mich manchmal zu weit abschweifen."
Eine weitere Kanonenkugel durchbrach die Wasseroberfläche gut hörbar.
Die Stigmata war nun in Reichweite ihrer Verfolger."
Die Faust des Kapitäns schlug auf die Railing als hätte er einen Entschluss gefasst.
"Wir sind genug davon gelaufen. Und wenn wir auch untergehen. Nicht ohne Kampf. Was wir einmal konnten, das können wir auch wieder." Er richtete sich seinen Hut. "Miss Renfield, auf Gefechtsstation."

Mit diesen Worten wandte er sich von ihr ab. Zielstrebig schritt er ans andere Ende des Decks von wo aus er das Schiff vollständig überblicken konnte und begann seine Befehle zu rufen.
"ALLE MANN AUF GEFECHTSSTATION! BEMANNT DIE ACHTERGESCHÜTZE! STEUERBORD BREITSEITE VORBEREITEN! HOLT DIE MARSSEGEL EIN LASST SIE NÄHER KOMMEN. HECKGESCHÜTZE WARTEN AUF MEINEN BEFEHL!"
Mit einem Schlag war das gesamte Schiff aus seiner Lethargie erwacht. Matrosen rannten über. Kanonen wurden geladen Segel wurden eingeholt, Soldaten bezogen ihre Posten. Die wieder aufgehängte Schiffsglocke schallte über das Deck. Niemand wusste was der Kapitän vor hatte. Das ramponierte Schiff würde ein offenes Gefecht nicht lange überstehen, doch niemand hätte einen Befehl in Frage gestellt.
Nicoletta blickte über die Decks Hinab. Als sie sich anschickte auf ihren Posten zu gehen, erblickte sie Bootsmannsmaat Mayer er Stand ruhig an der Steuerbordrailing und blickte auf das nun schneller näher kommende Kriegsschiff. Doch etwas in seinem Blick bereitete ihr Unbehagen.
"VOLLES SEGEL SETZEN HALTET SIE SO LANGE IHR KÖNNT AUF DIESER DISTANZ!"

Das Schiff der Verlassenen war nun deutlich näher gekommen und sie begannen gezielte Schüsse abzufeuern welche nun Regelmäßig in die Planken der Stigmata einschlugen ohne größeren Schaden anzurichten. Nicoletta beugte sich über die Bordwand um besser sehen zu können. Auf Deck konnte man bereits die Mannschaft ausmachen. Besonders auffällig war ein großer hagerer Mann in einem roten Mantel der auf dem Achterdeck Stand. Auf dem Kopf trug er einen blauen Zweispitz mit einer alten Admiralsborte. Das aschfahle Gesicht hinter einem purpurnen Schal verborgen.
"ACHTERGESCHÜTZE! FEUER!"
Der ruf wurde aufgenommen und die Heckbatterie donnerte los. Das Heck des Schiffs war besser bestückt als die Bug Partien des Verfolgers. Auch wenn sie damit keinen beträchtlichen Schäden anrichten würden, brachten sie die Verfolger damit dennoch unter Zugzwang.

Beinahe eine weitere Stunde tauschten die beiden Schiffe Kugeln aus während sich die Verlassenen an das Schiff der Allianz heranarbeiteten. Den Untoten war es bisher nicht gelungen seine Beute auszubremsen, obwohl ihre neue Schiffsklasse trotz der großen Geschwindigkeit über eine beachtliche Feuerkraft verfügte.
Der Kapitän überwachte die Vorgänge mit eiserner Präzision Sein Vorhaben schien unter Todesverachtung festzustehen.
"MÄNNER! ICH WEIS ES IST VIEL VERLANGT! DIE LAGE IST HEIKEL! ABER ICH BITTE EUCH NUN EIN WEITERES MAL MIR ZU FOLGEN UND NOCH EINMAL ALLES ZU GEBEN! IM NAMEN DER ALLIANZ!" Er hielt inne. Beobachtete das feindliche Schiff wie es allmählich begann sich neben sie zu Schieben. Die Bug und Heckgeschütze der bedien Schiffe verloren sich aus dem ziel dafür würden die Rumpfkanonen nun bald in Feuerposition sein.
Aus den Wandten war der Ruf des Zwergs zu hören der seinen Männern den Schießbefehl gab. Die Scharfschütze eröffneten das Feuer und Namen die nun in Reichweite liegenden Leichen an Deck und in den Wandten des Verfolgers ins Visier. Diese hingegen erwiderten das Feuer nicht minder effizient. Nicoletta duckte sich als eine Kugel in der Bordwand unter Ihr einschlug. Die wandelnden Leichen waren auf jeden fall um einiges disziplinierter als die Piraten zuvor.
Der Kapitän wartete weiter ab. Die Anspannung stand ihm ins Gesicht geschrieben. Im richtigen Moment rief er los.
"STEUER VIER STRICH BACKBOARD!" Das Schiff neigte sich augenblicklich zur Seite als der Steuermann dem Befehl mit rotierenden Armen nach kahm Der Kapitän des Feindschiffs versuchte augenblicklich zu reagieren doch konnte er gegen das Manöver nicht viel ausrichten.
"HECKBATERIE FEUER!"
Durch den abrupten Kurswechsel waren die Kanonen unterhalb des Achterdecks plötzlich wieder im ziel und konnten eine volle Salve gegen die Bordwand der Verlassenen anbringen welche nun mit weit mehr Effektivität in das nun leicht zu treffende Ziel einschlug.
"SEGEL BACKBRASSEN! RUDER HART SEUERBORD!"
"Sir! Sie werden uns Rammen!"
"AUSFÜHREN!" Wischte er den Einwand des ersten Offiziers beiseite welcher die Treppe zum Achterdeck halb erklommen hatte um in Erfahrung zu Bringen was der Kapitän vorhabe.
Dem Befehl entsprechend wurden die Segel augenblicklich gegen den Wind gedreht und als das Ruder voll eingeschlagen wurden, knallten die Segel laut gegen den Mast als der Wind ihnen Fahrt nahm und sie schneller Kreuzen ließ.
In dem Moment feuerte das Untotenschiff eine Breitseite, doch verfehlte die Hälfte der Geschosse ihr ziel als sich dießes aus ihrer Flugbahn drehte. Lediglich einige Vollkugeln schlugen achtern ein und Nicoletta musste sich in Deckung werfen als die Railing direkt über ihr pulverisiert wurde.
Als Holzsplitter auf sie herabrieselten sah sie, durch das entstandene Loch den feindlichen Kapitän über das Deck seines Schiffes keifen. Doch als er begriffen hatte was Kapitän Cicero plante war es bereits zu spät. Was nun folgte war unausweichlich und die nächsten Augenblicke schienen sich vor Nicolettas Augen zu verlangsamen.
Die Stigmata hatte ihren Gegner geschickt ausmanövriert und lag nun direkt quer auf Kolissionskurs des Verfolgers.
"STEUERBORDBATTERIE! VOLLE BREITSEITE!"
[pre]Die Kanonen ließen das Schiff erbeben. Alle Geschütze entluden sich gleichzeitig und der Bug des Angreifers sowie der imposannte weiß gestrichene Schädel welcher ihn zierte wurden regelrecht in Stücke geschossen. Holz und Leichenteile wurden gleichermaßen ins Meer geschleudert und dichter Rauch stieg auf als irgendwo ein Pulverfass auf dem Vordeck in die Luft ging.
"ALLE MANN AN DECK! WEG VON DER RAILING! KLAR ZUM ENTERN!"
Es dauerte nur Augenblicke. Die Verlassenen hatten keine Möglichkeit mehr etwas zu unternehmen Nicoletta sah plötzlich den qualmenden Rumpf des Schiffs über sich aufragen, sie konnte gerade noch zur Seite hechten da prallte der schwere Rumpf bereits gegen die Bordwand. Das ganze Schiff erbebte. Wer noch stand wurde von den Füßen gerissen, Planken splitterten, Decks brachen auf und Kanonen wurden beiseite geschleudert als der Kiel des Verlassenenschiffs sein Ziel aufbrach und die Stigmata beinahe umwälzte. Der Schaden war Lethal. Die beiden schiffe waren vollständig ineinander verkeilt und lediglich das Schiff der Untoten hielt die Stigmata jetzt noch über Wasser.
Bild
Der Kapitän rappelte sich auf, eilig setzte er sich den Hut wieder auf den Kopf. Mit einer Hand drückte er eilig einen Kuss auf das Achterdeck seines im Sterben liegenden Schiffs. Dann zog er seine Pistolen und erhob sich.
"Warst ein treues Mädchen. Jetzt ruhe in Frieden. Vielleicht folge ich dir gleich nach. SCHIFF ENTERN! SIEG ODER TOD!"
Erneut wurde der Schlachtruf von der Mannschaft aufgenommen als sich die Männer der Allianz erhoben und allen voran sprang der Kapitän über die Railing direkt in den Qualm gefolgt von seinen Männern die über die geborstenen Planken kletterten oder sich direkt aus den Wanten abseilten.
Nicoletta brauchte einen Augenblick um sich zu fassen, dann folgte sie ihm. Sie stieg auf die Railing des Achterdecks und sprang durch den Rauch.
Auf der anderen Seite sah sie sich um. Das Deck und die Aufbauten waren aus massivem dunklem Holz gefertigt. Die Takelagen wirkten modrig aber robust. Allgemein ähnelte es einem Schiff der Sturmwinder Marine, doch war es eindeutig and die veränderten Bedürfnisse der Untoten Besatzung angepasst. Einer Besatzung welche die Enterer nun aus unzähligen gelben Augen anstierten. Die Untoten Matrosen waren zwar ebenfalls schwer durcheinander geschüttelt worden, doch wirken sie ohne weiteres zu allem bereit.
"ZUM SIEG VORWÄRTS!"

Mit diesen Worten eröffnete Kapitän Cicero das Gefecht und feuerte dem am Nächsten stehenden Untoten seine modernden Zähne durch den Hinterkopf.
Die Besatzung der Stigmata rückte vor. Von hinten gaben die Scharfschütze so gut Unterstützungsfeuer wie sie Konnten. An der Spitze drängten die disziplinierten Marinesoldaten voran, gewillt dem Feind keine Gelegenheit zu geben sich zu formieren.
Nicoletta rückte mit dem Rest der Crew voran
Direkt vor Nicoletta sah sie Medea der seinen Säbel mit aller Kraft auf einen verlassenen niedergehen ließ. Dieser parierte den hieb mit Leichtigkeit mit seiner eigenen Waffe. Er keifte den stämmigen Südländer an und holte zum Konter aus. Im letzten Moment setzte Mauritia an ihm vorbei und hieb mit ihrer Klinge auf das Bein des Untoten ein der daraufhin einknickte und auf das Deck stürzte. Nicoletta folgte ihren Kameraden und hielt Ausschau nach Gegnern. Das deck verbreiterte sich je weiter sie vor drangen und nun traten ihnen die Verlassenen auch geschlossen entgegen. Der Aufprall war enorm. So unbehände und gebrechlich die wandelnden Leichen auch wirkten waren sie doch unerwartet gewandt und robust.
Nicoletta tauchte unter einem Säbel Hieb weg und konterte diesen mit einem seitwärts geführten Streich. Doch ihr Gegner ein aschfahler Matrose ohne Unterkiefer war schneller als sie. Er ließ mehrere Schläge auf sie niedergehen die sie mit ihrem Entermesser gerade noch parieren konnte bis ihr einer ihrer Kameraden zu Hilfe kam und dem Untoten seine Klinge durchs Auge stieß nur um im nächsten Moment eine Dornen gespickte Keule gegen die Schläfe geschlagen zu bekommen so, dass Nicoletta das Blut ins Gesicht spritzte. Diese wiederum trat dem Angreifer das Knie Weg und durchtrennte ihm die Halswirbel, welche bloß von nahezu papierener Haut bedeckt wurde.
Die Seemänner der Allianz kämpften verbissen und schafften es rasch Fuß auf dem Schiff zu fassen. Jedoch waren die eigenen Verluste hoch. Überall waren Schmerzensschreie zu hören und jeden Moment viel ein weiterer Matrose schwer verwundet auf die Planke. Doch kämpften die Männer des Königs mit dem Rücken zur Wand und waren in keinster weise gewillt ihr Leben zu billig zu verkaufen. Der Kampf trat nun in die heiße Phase ein. Das Vorschiff war genommen und die Schlacht zerbrach nun in unzählige Scharmützel welche sich auf dem Hauptdeck verteilten als die Kontrahenten um die Vorschaft rangen.
Nicoletta entledigte sich gerade eines weiteren Gegners welcher von Mauritia an die Railing gedrängt hatte indem sie ihn mit einem wuchtigen Fausthieb über Bord schickte da bemerkte sie etwas im Handgemenge. Der Bootsmannsmaat drängte durch die Reihen der kämpfenden nach vorne. Erst machte es den Anschein als hätte ihn der Kampfeifer gepackt doch dann viel ihr auf, dass die kämpfenden verlassenen ihn zu Ignorieren schienen. Ungehindert drang er weiter vor und ließ schon bald die letzten Kämpfer der Stigmata hinter sich.
Nicoletta entschloss sich ihm zu folgen. Sie war gut in den Wanten und durch das allgemeine durcheinander konnte sie nahezu ungehindert nach oben Klettern. Sie hangelte sich gekonnt nach oben und erreichte die Mars in wenigen Augenblicken. Als sie sich hochzog, sah sie sich auf einmal Auge in Auge mit einem verdutzen verlassenen. Sie trat ihm vor die Brust bevor er reagieren konnte. Er verlor den Halt und er stürzte unflätig in seinem kruden Dialekt fluchend ab. Nicoletta war erstaunt. Sie war bereits vereinzelten Untoten in Lordaeron begegnet, doch waren diese meist eher hole Marionetten gewesen. Sie hatte nicht erwartet, dass es auch welche gab die zu derartig farbige artikulierten Wutausbrüchen fähig waren. Wobei dieses spezielle Exemplar es anscheinend schaffte auf dem kurzen Weg von der Mars bis zum Deck, ihren gesamten Stammbaum zu verfluchen.
Am anderen Ende der Mars Plattform wandte sich ihr plötzlich ein weiterer Schütze zu und schwang seinen Vorderlader in ihre Richtung. Sie nahm Anlauf und stieß sich von der Plattform ab während hinter ihr der Schuss brach und einen Augenblick lang wartete sie auf einen dumpfen Aufprall im Rücken. Doch stattdessen fühlte sie das Tau nach dem sie gegriffen hatte in der Hand, schloss diese darum und hangelte sich eiligst weiter, höher nach oben wo sie hinter Takelage und Segeln Deckung fand bevor der Verlassene nachgeladen hatte. Als sie sicher war, dass der Schütze sie nicht mehr im Ziel hatte und sich etwas leichter zu treffendes suchte, hielt sie wieder ausschau nach dem Bootsmannsmaat. Einen Augenblick dachte sie, sie hätte Meyer verloren, doch dann sah sie sein rotes Hemd aufblitzen.
Sie zog den Wolfspelz über die Nase in der Hoffnung sich unkenntlich für flüchtige Blicke zu machen und kletterte setzte dazu an ihm zu folgen.
Über die Zwischenstage erreichte sie Hand über Kopf Hangeln den Hauptmast und von dort, noch höher hinaufsteigend den Besan. Unter ihr tobte das Gefecht auf dem gesammten Hauptdeck. Mittlerweile war die gesamte Besatzung des Stigmata auf das Schiff übergesetzt. Die Verlassenen setzten sich hart zur wer doch schien, von oben betrachtet, der Widerstand allgemein geringer zu sein als erwartet.
Nicoletta kletterte im Schutz des schlaff hängenden Besansegels wieder nach unten. Durch den Abrupten Aufprall, und der mangelnden Zeit die Segel einzuholen, hatten sich die verkeilten Schiffe aus dem Wind gedreht und die meisten Segel wurden und kraftlos seitlich gegen die Masten gedrückt wodurch die rümpfe unangenehm zu schlingern begannen.
Vorsichtig ließ sie sich auf die obere Rah fallen und bewegte sich vorsichtig auf das Eselshaupt zu. Auf der Besan Mars direkt unter ihr war ein einzelner Schütze zu sehen. Kniehend legte er seine Muskete an und fasste durch eine glänzende Visiereinrichtung etwas ins Ziel. Sie folgte dem Lauf um zu sehen was sein Ziel war. Am Hauptmast konnte sie Medea ausmachen der gerade einen Angreifer gegen den Hauptmast trat und sich bereits nach einem neuen Gegner umsah. Der Untote mit dem Gewehr hielt seine Waffe ruhig. Langsam legte er den Finger an den Abzug und krümmte diesen bedächtig um das ziel nicht zu verlieren. Nicoletta ließ sich fallen. Mit einem Fuß landete sie auf dem frei liegenden Schulterblatt des Untoten und nagelte ihn auf die Planken wobei ein Schuss brach und wirkungslos irgendwo ins Deck schlug. Während der Untote Seemann nach ihr krallte, zog sie ihr Entermesser und stieß es dem Mann, zumindest vermutete sie dass es sich um einen handelte, zwischen die Schulterblätter. Doch führte das nur dazu, dass dieser wütender wurde und sie mit kaum verständlichen Beleidigungen besah welche sich hauptsächlich auf Nicolettas Geschlechtsorgane und deren angeblich verbesserungswürdigen Zustand bezogen, wobei die krächzende Stimme die Verwundete als Frau entlarvte Nicoletta gab sich alle Mühe sich nicht abwerfen zu lassen und riss ihre Klinge von einer Seite zur anderen, bis ein knirschen davon zeugte dass irgend etwas Hartes und wichtiges durchtrennt wurde und den Körper erschlaffen ließ. Ein Blick auf die Tote Zeigte, dass diese eine Bandelier mit drei altmodischen Granaten mit dickem Glasmantel, sowie eine Zündvorrichtung bei sich trug. Sie striff ihr den Gurt ab und legte ihn sich Selbst um. Das Gewehr und die dazugehörige Munition ließ sie liegen. Mit dieser Waffe in Händen würde sie für ihre Kameraden vermutlich eine größere Gefahr darstellen als für den Gegner.
Auf allen Vieren wagte sie sich an den Rand der Plattform und blickte nach unten. Genau unter ihr Schritt der Kapitän der verlassenen gerade auf den Bootsmannsmaat zu der eben die Treppe zum höher gelegenen Deck erklommen hatte.
"Bitte um Erlaubnis an Bord Kommen zu dürfen." Setzte dieser förmlich an.
Der Verlassene blieb vor ihm stehen. Er war ein gutes Stück größer als der Lebende und blickte so musternd auf ihn hinab bevor er erwiderte
"Erlaubniss erteilt. 'Kapitän'." Das letzte Wort betonte er besonders eindringlich bevor er fortfuhr.
"Ihr habt euch Richtig entschieden alss ihr uns euren Kurss verkauft habt. Ihr werdet ssehen dass ihr ess in den Dienssten der Verlassenen weiter Bringen könnt alss in der undankbaren Ssklaverei dess Königss." Zischelte er durch den um seinen Hals geschlungenen Stoff. "Nur bedauerlich, dass sie sich sso ssehr weigern ssich in ihr Schickssal zu ergeben." fügte er noch in leicht vorwurfsvollen Unterton hinzu.
Der offensichtlich zum Kapitän beförderte Verräter erbleichte etwas. "Das war nicht meine Schuld Sir. Ich habe die Piraten bestochen so wie ihr gesagt habt damit sie Für euch die Drecksarbeit erledigen. Ich konnte nicht ahnen, dass sie sich nicht ergeben würden, sondern sich auf einen zweiten Kampf einlassen würde." Rechtfertigte er sich eilig.
Der modernde Kapitän hob die Hand. "Einen 'ausssichtsslosen' Kampf. Keine Angsst. Ihr habt euren Teil eingehalten. Und die Verlassenen halten den ihren. Ihr erhaltet die Sstigmata und einen Anteil an der Prisse. Gross genug um eure eigene Crew zu heuern."
"Aber... Euer Schiff hat die Stigmata zerstört. Sobald Ihr euer Schiff von ihr trennt wird sie Sinken. Nein ihr schuldet mir einen bei weiten größeren Anteil."
Die Augen des Kapitäns glommen amüsiert. "Ess wird nicht neu verhandelt. Aber vielleicht kann ich euch sstatdessen ja für einen Platz in meiner Crew begeisstern. Wass haltet ihr von einem Possten als obersster Bootssmann? Auf Lebensszeit. Und vielleicht... darüber hinauss?" Mayer wurde kreidebleich. "Nein... Nein... Ich akzeptiere den ausgehandelten Preis, wie er war."
Der Untote gluckste. "Vielleicht erweisse ich mich ja als gnädig genug und nehme Euch mit, zurück zur Küsste. Gegen einen angemessenen Fährpreiss natürlich."
Mayer nickte. In dem Versuch schnellstmöglich von dem Thema abzulenken, bevor der Kapitän ihm noch den gesamten Verdienst seines Verrates wieder abnahm, blickte er über die Balustrade auf das Deck wo immer noch hart gekämpft wurde. Das Schlachtenglück schien sich Tatsächlich den Männern und Frauen der Allianz zuzuwenden, diese drängten die Verlassenen immer weiter zurück und schickten sich Bald an zu den unteren und weiter achtern liegenden Decks vorzudringen.
"Habt ihr keine Angst dass sie eure Mannschaft überwältigen?"
Erneut lachte der Untote. "Ssollen ssie doch. Es sind bloss Kielratten, denen Ich eine Gelegenheit biete ssich alss wertvoll für meine Mannschaft zu beweissen. Keine Ssorge. Unter Deck wartet noch die gessammte Schlagkraft der Verlassenen. Ausserdem... hat unss der königliche Apothekerverband... eine kleine Überraschung zur Probe mitgegeben und ich kann ess nicht erwarten ssie an unseren Gässten auszutessten. Und sselbst WENN sie sich dagegen behaupten können... dann freut ssich Lumpi noch über etwass zum spielen." Mit diesen Worten welche in einem hämischen Gluckern endeten, wandte er sich seinem ersten Offizier zu. "Ssagt den Sseuchenbringern Ssobald die Enterer inss Schiffssinnere vordringen können ssie ihnen die neue Schlagkrafft der Verlassenen zu kossten geben." Wie beiläufig fuhr er fort." Die Mannschafft kann ssich dann um die Überlebenden kümmern und ssoll dann zussehen dass die Ladung an Bord gebracht wird bevor wir den nutzlossen Kahn verssenken."

Nicoletta wurde übel. Sie hatte zwar keine Ahnung wovon der Kapitän sprach, doch war sie schlau genug zu wissen dass es alles andere als gut war.
Sie blickte dem Offizier nach der sich in Richtung einer Luke zu den unteren Decks aufmachte und beschloss ihm zu folgen. Sie war erstaunt wie schnell sie sich an das alles gewöhnt hatte nachdem sie am Morgen noch Todesängste ausgestanden hatte. Doch nun hatte sie wieder das Gefühl Einfluss auf ihr Schicksal nehmen zu können. So stieg sie erneut in die Takelage, nutzte und beeilte sich über die Unterwandt zur Railing zu kommen hinter welcher sie auf der Stelle Deckung suchte. Sie hob noch einmal den Kopf und lugte über die hölzerne Balustrade um zu sehen ob jemand sie bemerkt hatte, aber die wenigen Mannschaftsmitglieder auf dem Achterdeck schienen zu beschäftigt und hatten sie nicht beachtet. Doch dann sah sie Mayer der direkt in ihre Richtung blickte. Sofort zog sie wieder den Kopf ein. Sie war sich nicht sicher ob er sie bemerkt hatte, doch hatte sie auch kein Bedürfnis das herauszufinden. So stieg sie eilig über an der äußeren Bordwand angebrachte Spieren weiter nach unten und hangelte sich geschickt weiter zu der nächsten offenen Luken. Beinahe wäre sie abgerutscht als sie nach der Öffnung griff konnte sich aber gerade noch mit einer Hand halten. Sie zog sich hoch und blickte vorsichtig durch die offene Stückpforte. Was sie sah ließ sie schlucken. Neben den erwarteten Kanonen der Munition und Werkzeugen verliefe lange Rohre über den Boden welche Durch Einlassungen in den Zwischenwänden verliefen und anscheinen tiefer ins Schiffsinnere reichten. Eine größere Gruppe schwer bewaffneter verlassener Seeleute drückte sich an einem Ende des Decks umher, wo schwere Blasebälge mit bronzenen Anschlüssen an die Rohre angeschlossen waren, herum und schien auf etwas zu warten, während auf der anderen Seite direkt unterhalb der Ladeluken eine Gruppe in schweres Leder gekleideter Männer stand welche schwere, mit grünen Linsen ausgerüstete Masken trugen und ruhig abwarteten. Eine ausgeklappte Rampe aus massivem Holz, führte direkt durch das Zwischendeck nach oben zum Hauptdeck. Die Rohre welche über das gesamte Deck geleitet wurden teilten sich in mehrere lange aus festem Gewebe bestehende Schläuche auf welche in merkwürdig anmutenden Schusswaffen endeten welche die Männer gewichtig in Händen hielten.
Eine Tür wurde rückwärtig geöffnet und der erste Maat trat ein. "Meine Herren. Jetzt schlägt die Stunde der verlassenen."
Mit einem mal richteten sich alle anwesenden auf. Die Seemänner traten an die Blasebalge heran und betätigten sie mit schweren gleichmäßigen Tritten, wobei sie sich an dicken von der Decke hängenden Ketten festhielten. Die Seuchenbringer hoben ihre schweren Waffen aus welchen langsam grünlicher Dampf aufzusteigen begann, bildeten eine Linie und richteten sie auf den Aufgang zur Ladeluke.
Zwei Untote Seemänner, ebenfalls mit Masken ausgerüstet, schritten zu dem Mechanismus mit welchem die Luke geöffnet wurden und betätigten die schwere Kurbel.
Knirschend öffnete sich die schwere Eichenluke und ließ langsam Sonnenlicht in das düstere Deck eindringen. Es dauerte lediglich einen Augenblick als bereits die ersten Allianzkämpfer vordrangen. Die gerüsteten Marinesoldaten angeführt von Dieche stiegen sie die Treppe hinab. Die Drachenschilde vor dem Körper bereit jedem Hinterhalt die Stirn zu bieten.
Bloß mit diesem hatten sie nicht gerechnet.
"Kocht sie ein!" Befahl der Anführer der Seuchenbringer und eröffnete zugleich mit seinen Kameraden das Feuer. Unter hohem Druck schoss ein grünes Sekret auf die einrückenden Soldaten und hüllte sie vollständig ein. Es sickerte durch die Fugen der Rüstung, die Sehschlitze und jede Öffnung die sie finden konnte und drang bis zu den Männern durch. Diese ließen augenblicklich ihre Waffen Fallen und pressten ihre Hände an die Helme. Einer stürzte die Rampe hinab und riss einen Kameraden mit sich. Dieser erhob sich auf alle Viere und kroch noch einen Meter auf seine Peiniger zu bevor er röchelnd mit ausgestreckten Armen zusammenbrach. Es dauerte lediglich Augenblicke bevor das Röcheln der Sterbenden in ein allgemeines Gluckern überging. Der letzte der aufgab war Dieche. Er hielt sich auf den knien während sein Körper bereits aus der Rüstung zu sickern begann, sank dann nach hinten und rutschte klirrend die Rampe hinab.

Einer der Seuchenbringer nickte verhalten.
"Nicht ganz das erwartete Ergebnis, doch zumindest effektiv. Zeigen wir ihnen die Macht der Verlassenen. Nur zu schade dass sie niemandem davon berichten werden."
"Druck erhöhen und ausrücken!" Grollte der Anführer und setzte einen Fuß über den ersten Toten hinweg und betrat die Rampe.
Nicoletta wurde panisch. Gegen diese Waffe konnten sie nichts ausrichten. Sie würden einfach das gesamte deck leerfegen. Und selbst wenn es gelingen sollte die Seuchenbringer auszuschalten würde nichts die in den unteren Decks wartenden Verlassenen daran hindern die Überlebenden auszuradieren.
Sie fummelte die Bandelier von ihrer schulter, zog den Zünder eine in Öl getränkte Lunte welche an einer Zündvorrichtung mit Feuerstein befestigt war und versuchte ihn in Gang zu bringen. Das alte Reibrad klemmte und einen Augenblick befürchtete sie es nicht in Gang zu bringen. Doch dann schlug das Feuerzeug Funken und entzündete endlich die Lunte. Die Seuchenbringer hatten die Rampe bereits zur Hälfte erklommen und hoben ihre Waffen, welche aufgrund des hohen Drucks pfeifende Geräusche ausstießen, bereit zu feuern.
Nicoletta presste sich gegen die Bordwand um nicht auszurutschen um abzustürzen während sie die kleine Flamme an das Zündloch hielt. Dann spuckte die Granate funken. Sie war scharf. Nicoletta holte aus und warf den Gurt mit allen drei Granaten durch die Stückpforte ins Schiffs innere. Sie duckte sich hinter das Dicke Holz der Bordwand und krallte sich eisern Fest.
"Was war das?" "Granate! GRANATE!" "ZURÜCKWERFEN!" "NEIN HINTER UNS!" "WIE ZUM!"
Dann ging das Stimmengewirr in dem Donner unter. Die Explosion der Granaten stieß aus der Luke und versengte Nicoletta den Arm. Von drinnen waren schlagende Flammen zu hören und neben dem Ächzen der verwundeten war ein seltsames mechanisches Kreischen zu hören. Sie wagte einen Blick durch die Luke. Die Untoten lagen durch den Raum verteilt. Doch einige der zähen Kerle rührten sich noch schwerfällig und schienen sich wieder aufrappeln zu wollen. Doch das wirklich auffällige in dem Bild wahren die Rohre. Die Seuchenbringer lagen vollständig verkohlt am Fuß der Rampe zwischen den Rüstungen der toten Marinesoldaten die aufgeplatzten und verkohlten Waffen noch in Händen. Die Leitungen welche zu diesen geführt hatten wahren aufgeplatzt und ein brennender Strahl von Flüssigkeit schoss daraus hervor. Die Rohre knarrten und kreischten unter der stetig steigenden Hitze und alle paar Meter begannen Schweißnäte aufzuplatzen und weitere brennende Flüssigkeit auszustoßen. Eine Tür flog auf und über eine Kleine Seitentreppe kam Mayer herruntergerannt. "Der Kapitän will wissen worauf ihr..." Er sah sich um. Blickte erst überrascht auf die brennende Leitung dann auf die verwundeten Untoten und schließlich blieb sein Blick auf Fallns Gesicht in der Luke hängen. "DU!" stieß er hervor und kam auf sie zu. "Wusste ich doch dass du uns belauscht hast. Ich hab wirklich alle Geduld mit dir gehabt Miststück! Aber wenn du mir hier die Tour vermasselt hast dann kann ich dich einfach nicht als Zeugin gebrauchen. Also entweder springst du jetzt selbst von Bord oder muss ich dir Helf..." In dem Moment war ein Grollen aus den Unteren Decks zu hören mit einem Schlag brachen die Planken auf und ein riesiges Metallrohr stieß durch die Planken. Die aufbrechenden Planken ließen Mayer das Gleichgewicht verlieren und er stürzte. Im gleichen Augenblick war eine Explosion zu hören und ein enormer Druckkessel brach, gefolgt von einer Flammenzunge durch die Bordwand direkt unter Nicoletta und schoss glühend über die Wasseroberfläche biss er auf dieser aufschlug und dampfend versank. Flammen leckten nun von unten hoch wo offenbar das Magazin der unheiligen Chemikalie ausbrannte. Nicoletta rettete sich durch die aufgebrochene Stückpforte ins Schiffsinnere, nur um sich jetzt ihrem wütenden Vorgesetzten gegenüber zu sehen.
"Dann soll es eben so sein." zischte er, zog seinen Säbel und ging auf sie Los. Nicoletta riss gerade noch ihr Entermesser aus dem Gurt und parierte den ersten Hieb unmittelbar vor ihrem Gesicht. Ihre Riposte gegen seinen Unterleib wehrte er mit Leichtigkeit ab. Seine Fähigkeiten waren ihren eindeutig überlegen und auch war er weniger ermüdet vom vorangegangenen Kampf und der Kletterei, doch sie setzte sich verbissen zur Wehr. Schlag folgte auf schlag als sich die beiden durch das verrauchte Deck Trieben wie wütende Hunde. Gewalt dominierte das Duell stärker als Finesse. Nicoletta stoppte einen Stich gegen ihre Brust und ripostierte wiederum gegen seine. Er wehrte den Ausfall ab und setzte zu einem weiteren Stoß an. Sie drehte das Handgelenk in eine Quart doch war sie auf eine Finte hereingefallen. Er umrundete ihre mit seiner Klinge. Die Riposte ging ins Leere. Sie konnte gerade noch den Kopf von der Klinge wegdrehen als diese ihre Wange anritzte, als er plötzlich mit einem Dolch auf ihren Hals einstach. Sie griff mit der freien Hand nach seiner und verhinderte so, dass ihre Kehle aufgeschlitzt wurde mit ihrem Säbel stieß sie nun wiederum unbeholfen nach seiner Brust. Die klingen kreuzten sich vor ihrem Gesicht und verkanteten sich. Mayer stemmte sich gegen sie und nagelte sie mit seinem Gewicht gegen die Backbordwand des Schiffs direkt neben einer Stückpforte mitsamt Geschütz. Mit aller Kraft versuchte sie seine Klingen zurückzuhalten doch war er stärker als sie und so näherte sich die Spitze des Dolches immer mehr ihrer Kehle.
"Ich hab dir doch versprochen dir die Stimmbänder herauszuschneiden wenn du noch einmal aufbegehrst." Sie Spuckte ihm ins Gesicht. "Und ich bin ein Mann der zu seinem Wort steht." Sie spürte wie die Klinge ihren Hals aufritzte. Immer tiefer trat die Klinge ein als er Langsam aufwärts schnitt. Sie spürte das Warme Blut welches ihr aufs Schlüsselbein tropfte und von dort zwischen über ihre Brüste rann. Sie spannte noch einmal alle Muskeln an. Dann ließ sie einen Augenblick locker. Das Messer drang noch ein Stück tiefer ein. Dann trat sie zu. Die Klinge stach ihr schmerzhaft in die weiche Stelle hinter dem Kiefer bevor sie seine Hand seitlich ablegen konnte. Sie ließ ihre Entermesser fahren und tauchte unter seinem Säbel durch. In der Bewegung versetzte sie ihm einen Kräftigen schlag in die Nieren. Er strauchelte rückwärts. Nun hatte sie einen Vorteil gegen ihn. Er war zu nahe um seinen Säbel effektiv einzusetzen und wie sie mit zudringlichen Störenfrieden umgehen musste hatte sie schon vor Jahren gelernt. Sie Rammte ihm ihren Ellenbogen gegen sein Kinn packte mit der anderen Hand seine Waffenhand und schlug diese kräftig gegen das Rohr der Kanone. Er ließ die Klinge überrascht fallen, stach jedoch augenblicklich mit dem Dolch nach ihr. Sie wich aus und versetzte ihm einen Hieb in die Rippen. Er stieß schwer Luft aus, versetzte ihr aber einen kräftigen Schlag mit der Flachen Hand gegen die Wange. Jetzt wurde sie wütend. Sie wich zwei Dolchstößen aus und platzierte einen Körpertreffer nach dem anderen. Allmählich ging ihm die Luft aus und er begann zunehmend unberechenbarer zu werden. Als sie ihm einen Schwinger gegen den Unterkiefer versetzte, packte er ihr Handgelenk und schleuderte sie erneut gegen die Bordwand. Augenblicklich setzte er ihr nach und stach zu. Sie entging gerade so einem Stich ins Auge und sein Dolch fuhr in das Holz der Bordwand. Sie umfasste sein Handgelenk mit der linken quer über den Körper rammte ihm den rechten Ellenbogen ins Gesicht, woraufhin ein lautes Knacken zu hören war, und rammte ihm das Knie in die Leiste. Augenblicklich erschlaffte seine Hand. Sie packte sie mit beiden Händen, wendete die Klinge in seiner Hand und stieß zu. Der Dolch drang tief in seine Kehle ein. Er gab ein gurgelndes Geräusch von sich und fasste sich an den Hals. Sie packte ihn unter den Armen und schleppte ihn zur nächsten Stückpforte. "Lass mich dir zuerst helfen." Flüsterte sie mit ihrer schönsten Flirt stimme in sein Ohr, dann stieß sie ihn durch die Luke.
Sie wandte sich ab hob ihre Klinge von den Planken auf und hielt auf die Seitentreppe zu durch welche Mayer das Deck betreten hatte. Plötzlich strauchelte sie als sich etwas um ihr Bein schloss. Sie fing sich mit den Händen ab und blickte nach hinten. Der erste Offizier hatte mit einer Hand ihr Bein umklammert. Seine Beine waren abgerissen und das Gesicht schien zur Hälfte geschmolzen zu sein doch schien sein Kampfwillen unbeeindruckt als er ihr zähnefletschend entgegenstarrte. Nicoletta zog das freie Bein zu sich heran Der verstümmelte Offizier kreischte ihr erbost entgegen. Dann rammte sie ihm ihren Fuß mitten ins zerstörte Gesicht. Der morsche verkohlte Knochen gab nach und der Verlassene brach reglos zusammen.
Sie raffte sich auf und spurtete zu der Treppe. Als sie diese halb erklommen hatte flog eine Tür zum Schiffsinneren auf und sie erhaschte noch einen Blick auf eine Gruppe verlassener die offensichtlich aus den tiefer gelegenen Decks nach oben eilten, von wo die Kampfgeräusche nun lauter als zuvor herrunterhallten.
Eilig ließ sie das Unterdeck hinter sich. Die Treppe führte aufs Zwischendeck. Die kämpfe hatten sich nun auch bis hierhin ausgebreitet. Marinesoldaten der Allianz setzten sich zwischen umgeworfenem Mobiliar gegen die bulligen Seeleute der Reserve der Verlassenen zur Wehr. Die Kontrahenten schenkten sich nichts und Schmerzensschrei, Herausforderungen und Verwünschungen hallten durch die niedrig gebauten Räume. Nicoletta tauchte unter einem geschwungenen Flegel weg, welcher direkt über ihr eine Reihe von Spieren zertrümmerte die bis zu diesem Augenblick als Ablage für seemännisches Gerät gedient hatte. Sie Robbte durch allerlei Unrat unter einen Tisch und hielt auf eine weitere Türe zu die ihr den Weg aus dem Gemetzel zu weisen schien. Sie hatte nicht das geringste Verlangen in die Kämpfe der Elitekrieger verwickelt zu werden. Neben ihr schlug krachend ein Marine Soldat mit eingeschlagenem Helm zu Boden und blieb reglos liegen. Auf der anderen Seite wurde ein Untoter auf die Planken geschleudert und von einer blanken Klinge auf das Deck genagelt.
Am anderen Ende des Tisches angekommen hechtete sie auf allen Vieren los, erreichte die Tür, hob den Riegel und ließ das robuste Eichenholz hinter sich ins Schloss fallen. Sie befand sich in einem breiten, hohen Gang, voller Unrat. Gebrochene Knochen und verfaultes Fleisch lagen auf dem Boden an den Wänden standen Regale mit, im fahlen licht welches lediglich durch Spalten im Holz hereinfiel, unidentifizierbaren Gütern beladen.
Vom anderen Ende des Ganges war Poltern zu hören. Nicoletta fuhr zusammen. Irgend etwas kam auf sie zu. Einen Augenblick lang hoffte sie dass es sich um einen Angehörigen der Mannschaft der Stigmata handelte, doch ließ sie diese Idee schnell wieder fallen als sie wütendes Knurren vernahm.
Sie drehte sich augenblicklich um und versuchte den Raum wieder durch die Türe zu verlassen durch welche sie gekommen war, nur um Festzustellen dass diese an der Innenseite keine Möglichkeit zum Öffnen besaß. Allmählich stieg Panik in ihr auf . Sie tastete sich an den Regalen entlang und suchte hastig nach einem Ausweg. Vom anderen Ende des Ganges war ein lautes Poltern zu hören. Etwas schweres trat auf die Planken und hatte sich offensichtlich schwerfällig auf den Weg in ihre Richtung gemacht.
Langsam konnte sie eine Bewegung im dunkel ausmachen. Was auch immer es war, es schien es nicht eilig zu haben sie zu erreichen. Hastig tastete sie die Wände ab konnte jedoch nichts finden was ihr weiter half. Dann fiel ihr Blick auf eine dunkle stelle über ihr.
In die Decke eingelassen war eine schwarze Falltür welche zu einem höher gelegenen Deck führte. Eilig erklomm sie eines der Regale. Ihre Hände griff zwischen allerlei Glaskolben und dinge die an Einmachgläser erinnerten. Das dumpfe pochen großer Schritte kam unaufhörlich auf sie zu.
Oben angekommen griff sie nach dem massiven Gusseisernen Ring der von der Tür herabhing Sie versuchte die Klappe einhändig aufzudrücken, doch bewegte sich kaum. Sie erhöhte ihre Anstrengungen während sie sich mit der anderen Hand an das Regal klammerte um nicht abzustürzen. Die schritte kamen immer näher und allmählich zeichneten sich die enormen Umrisse ihres gewaltigen Zellengenossen ab.
Beinahe hatte er sie erreicht Zu einem letzten Versuch ließ sie das Regal los,hielt sich nun mit beiden Händen an dem Ring Fest, stemmte die Beine gegen das Regal und presste ihren Nacken gegen den Hölzernen Durchlass. Langsam ruckte das Holz, gab jedoch noch nicht vollständig nach. Der Schweiß brannte in der Wunde an ihrem Hals. Dann gab die Luke endlich nach und klappte nach oben auf. Mit einem Mal beleuchtete das einfallende Licht die aufgequollene Fratze der Monstrosität die gerade die Hand nach ihr ausgestreckt hatte doch nun, von dem plötzlichen Lichtschein geblendet, brüllend seine Augen bedeckte.
Einen Augenblick lang dachte Nicoletta sie würde abstürzen als die Tür nachgab, doch konnte sie noch den inneren Rand des Durchlasses fassen und hing nun mit den Beinen in der Luft. Mit den Beinen strampelnd zog sie sich hoch, gerade als die Monstrosität unter ihr sich auf die Zehenspitzen stellte und sie erneut zu packen versuchte. Sie entwand ihren Fuß seinen klobigen fingern im letzten Moment, zog die Beine durch die Luke und schlug die Klappe direkt über Lumpis Kopf zu.

_________________
Mein Name ist Legion, denn wir sind viele.


Zuletzt geändert von Tanqol am 5. Jan 2015, 05:19, insgesamt 3-mal geändert.

Nach oben
 Profil Besuche Website  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Fallns Reise
BeitragVerfasst: 18. Dez 2014, 02:51 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 04.2011
Beiträge: 149
Geschlecht: männlich
Der Raum in dem sie sich nun wiederfand war eine große Verbesserung gegenüber dem vorangegangenen. Mit Intarsien verzierte Ebenholztäfelungen gaben dem Raum eine düstere Noblesse Ein staubiger Diwan zierte die verglaste Rückwand des Raumes. In der Mitte des Raumes Stand ein mit Schädeln verzierter Kartentisch, ebenfalls aus schwarzem Ebenholz geschnitzt. Einige Stühle, Bücherregale und andere Möbelstücke wahren halbherzig in dem Raum platziert worden um eine Art Anschein von Bewohnbarkeit zu imitieren. Modriger Geruch schien allgegenwärtig. Gusseiserne Öllaternen hingen an Kette von den Wänden und hüllten den Raum in abstruse flackernde Schatten und enthüllten die Identität des Bewohners. Der Kapitän stand am Fenster, die Hände hinter dem Rücken verschränkt Langsam drehte er sich um und blickte Nicoletta musternd an. Wenn er überrascht war über den Weg den sie in seine Kajüte genommen hatte ließ er sich nichts anmerken.
"Willkommen in meiner bescheidenen Unterkunft." Krächzte er. "Erlaubt mir mich vorzustellen: Kapitän Baudelaire Abyss. Zukünftiger Admiral der Armada der Verlassenen."
Mit der Linken Hand zog er den Purpurfarbenen Schal aus dem Gesicht. Darunter Legte er eine grässliche Fratze frei. Die pergamentartige, ausgebleichte Haut welche den oberen Teil des Gesichtes bedeckt hatte endete etwas Unterhalb der Wangenknochen. Der blanke Kiefer lag frei und enthüllte zwei reihen übergroßer scharfer Zähne. Eine dicke gespaltene Zunge leckte zwischen den Zähnen hindurch und beantwortete somit die nie gestellten Fragen über die scharf zischende Aussprache des Mannes.
"Ich war nie ein Mann grosser Worte. Dass verssteht ihr doch ssicherlich."
Mit diesen Worten zog er Seinen Säbel. Die Waffe glänzte bläulich und schien im Schein der flackernden Lampen zu schwimmen. Die Klinge war mit filigranen Symbolen verziert, ebenso wie der die gesamte Hand umspannende Fingerschutz.
Der Untote hielt ihr die Klinge beinahe spöttisch grüßend entgegen bevor er sich in Fechthaltung warf. "En Garde" Forderte er sie auf. Die Klinge in der Fechtstellung erhoben, die freie Hand hinter dem Rücken. Seine Körperhaltung wirkte so schulisch perfekt wie der halbverfallene Körper des Kapitäns es zuließ, beinahe schon ellegant..
Nicoletta zog ihr Entermesser und hob es wobei ihre unprofessionellen Bewegungen schon beinahe stümperhaft wirkten.
Der vom Hauptdeck drang Kampflärm herein Jemand Rüttelte an der Tür die auf das Hauptdeck führte.
"Ihr sseid im Angriff" Zischte er Nicoletta an.
Sie schnellte nach forne, versuchte einen Angriff gegen den Kopf zu fintieren und einen Treffer gegen den körper zu platzieren. Ihr durchschaute die Finte und parrierte mit leichtigkeit. Sofort setzte die Angreiferin nach und versuchte in einem Blitzartigen Hagel von Hieben seine Deckung zu durchbrechen. Der Kapitän schritt geschickt rückwärts und wischte jeden ihrer Hiebe einfach beiseite als könnte er sie voraussehen. Mit einem rasch gefolgten Ausfallschritt beendete sie ihren Angriff und versuchte ihn so zu überraschen. Er ließ die Deckung fallen und machte einen Schritt beiseite. Ihre Klinge ritzte seinen Mantel unmerklich.
"Touché." Er warf sich wieder in Fechtstellung.
Das rütteln an der Tür war nun in laute Stöße übergegangen, sodass das kleine schmutzige Fenster in Kopfhöhe klirrte, als jemand versuchte sie einzuschlagen.
"Mein Angriff." Sie sah ihn kaum kommen. Seine glänzende Klinge durchschnitt die Luft vor ihr. Im letzten Moment konnte sie noch ihre Verteidigung Hochspringen. Der Säbel traf auf ihre Klinge mit lautem Klirren so, dass es schmerzte. Sie stolperte rückwärts in dem Versuch sich aus der Gefahrenzone zu kommen. Er setzte ihr mit Leichtigkeit nach. Schlag für schlag parierte sie die unglaublich schnellen Angriffe der verzauberten klinge. Er trieb sie durch den Raum wie eine Katze die mit der gefangenen Maus spielte. Alle paar Angriffe ritzte er ihr die Haut mit einem flinken schnitten an nur um ihr zu Zeigen wer das Spiel leitete. Ihr wurde schnell klar dass der einzige Grund warum er sie noch nicht tödlich getroffen hatte war, dass es ihm noch genug vergnügen bereitete sie weiter zu quälen. Nicoletta versuchte sich einen Ausweg einfallen zu lassen doch sie konnte nicht denken. Es verlangte ihr bereits zu viel ab den Bewegungen ihres Gegners zu folgen als, dass sie auch nur daran denken konnte zum Gegenangriff auszuholen.
Doch als er ihr einen weiteren kleinen Schnitt an der Schulter zufügte, sah sie eine Gelegenheit. Er benötigte einen Moment länger als sonst um zu seinem nächsten Angriff auszuholen als sonst und so stieß sie zu.
Doch anstatt des gefühls von morschem Fleisch und knochen, fuhr ihre Klinge ins leere. Er hatte sie reingelegt. Er war einfach ausgewichen und packte sie nun mit seiner freien Hand am Hals. Er hob sie hoch. Seine trockene Haut brannte an ihrer offenen Halswunde.
"Ihr langweilt mich." Mit diesen Worten warf er sie quer durch den Raum. Sie landete hart auf dem Kartentisch, räumte diesen ab und landete dahinter auf den Planken. Ihre Klinge war ihr beim Aufprall aus der Hand gefallen und nun lag sie wehrlos auf dem Rücken.
Der verlassene schritt entspannt auf sie zu. Er setzte ihr einen Stiefel auf die Brust und hob seinen Säbel vor ihr Gesicht. Der Ort der Klinge war nur Zentimeter von ihrem Auge entfernt.
Vor der Tür war es verdächtig ruhig geworden. Zwar waren immer noch Kampfgeräusche zu hören. Doch hatten die Seeleute wohl den Versuch aufgegeben in die Kapitänskajüte einzudringen. Nicoletta verlor die letzte Hoffnung. Ihr Peiniger stand siegessicher über ihr. Er beugte sich etwas herab und zischte ihr zu
"Ess wird Zeit dass ich mich wichtigeren Dingen zuwende. Ihr habt euch gut geschlagen und ich hätte nicht gedacht dass ihr sso lange durchhaltet. Aber nun isst ess wohl Tatssächlich Zeit dass ssich Lumpi um den Resst eurer Bande kümmert. Doch zuvor..."
In diesem Moment, flog die massive Eichentür in einenem Feuerball aus den Angeln und schleuderte sie gegen eine Wand. Überrascht wandte sich der Kapitän des Verlassenen- Schiffes um als eine große dunkelhäutige Gestalt durch die Rauchschwaden brach. Zahlreiche wunden bedeckten seinen schweisglänzenden Oberkörper und in der Hand schwang er einen dicken Holzprügel. Der Untote schaffte es nur noch halbherzig die Klinge zu einer Abwehr zu heben und so wurde sie von dem dicken Holzprügel einfach weggewischt. Der Knüppel traf den wandelnden Leichnam an der Schläfe und schleuderte ihn quer durch den Raum. Der Verlassene landete schwer der Länge nach. Kraftlos versuchte er sich auf zu rappeln als Medea hinter ihn trat. Die schwere Keule mit beiden Händen umfassend holte er zum Todesstoß aus. Der verlassene stemmte sich auf einen arm hoch und versuchte mühsam den Kopf zu wenden. Medea schlug zu. In dem Moment wirbelte der Kapitän herum. Den glänzenden Säbel in der Hand wich er dem tödlichen Streich aus und versenkte die Klinge bis zum Heft in den Rippen des Südländers. Nicoletta schrie auf.
Medea sank auf die Knie. Die Waffe rutschte ihm aus der Hand und fiel auf die Planken. Der Untote zog seine Waffe heraus und stieß den geschlagenen Gegner abfällig mit den Fingern in eine Sitzende Position. Ohne ein Wort zu verlieren holte er zum Gnadenstoß aus.
Doch Nicoletta war bereits wieder auf den Beinen. Mit beiden Händen packte sie einen Stuhl, stieß sich vom Boden ab und zertrümmerte das Möbelstück auf dem Rücken des Unholds. Der Kapitän stolperte nach vorne und warf den schwer verwundeten Medea zu Boden als er versuchte das Gleichgewicht zu behalten. Doch Nicoletta gab ihm keine Gelegenheit. In dem Moment als er sich halb zu ihr umgedreht hatte, landete ihre Faust an seiner Schläfe. Die andere Hand prallte sofort gegen seine knackenden Rippen. Er stolperte rückwärts. Als nächstes folgte ein tritt gegen seinen Oberschenkel, ein weiterer Fausthieb zertrümmerte die kläglichen Überreste seines frei liegenden Nasenbeins. Für einen Augenblick erlangte er das Gleichgewicht zurück und hob den Säbel, doch Nicoletta hatte bereits nach einer der Laternen gegriffen. Wie einen Flegel schwang sie ihn an der Kette gegen den verhassten Feind. Der Säbel des Verlassenen konnte diesen angriff nicht, abwehren. Die Kette schlang sich um die Klinge und umging so die Parade. Die Laterne schmetterte mitten in das Knochige Gesicht Glas splitterte und brennendes Öl hüllte den Schädel des Untoten ein. Mit dem nächsten Schwung, schlug sie ihm die Waffe aus der Hand. Beim nächsten Angriff bekam er zwar die Kette zu fassen, doch hielt das Nicoletta nicht mehr auf. Siel ließ die improvisierte Waffe los und begann ihren Kontrahenten auf der Stelle wieder mit Fäusten zu bearbeiten. Nun da ihm die verzauberte Klinge nicht mehr zur Verfügung stand hatte er kaum noch eine Möglichkeit die schnellen Schläge der in Rage geratenen abzuwehren. Schlag um schlag hämmerte sie auf den morschen Körper ein. Hob er die Hände vors Gesicht landete sie tiefe Schläge. Versuchte er unten zu decken prallten ihre Fäuste sofort wieder in sein Gesicht. Zwischendurch brachte sie gezielte Ellbogen und Knietreffer an und ließ´ihm so keine Chance sich zu sammeln. Nun war sie es die ihren Gegner vor sich hertrieb. Mit einem harten Schlag gegen seine Schläfe ließ sie ihn aus der aufgesprengten Tür taumeln. Der nächste schlag landete in seiner Magengrube und ein weiterer ließ eine Rippe laut knacken als diese brach.
Doch langsam ging ihr die Puste aus. Das Klettern, die Kämpfe und der Stress forderten ihren Tribut. Ihre Fingerknöchel waren aufgerissen und ihr ganzer Körper schien zu brennen. Doch der Untote war nicht klein zu kriegen. Langsam kam er wieder aus der Deckung heraus und begann seinerseits Treffer mit Fäusten und knochigen Krallen zu verzeichnen. Nicoletta legte alle Kraft in den nächsten Angriff und platzierte eine schnelle Schlagfolge gegen seine Brust die ihn zurückweichen ließ doch war es zu früh sich zu freuen. Als in einem Moment der Unachtsamkeit traf er sie mit der Faust am Solarplexus. Sie wich einen Schritt zurück und er packte sie an den Handgelenken. "Warum sso wütend Mädchen? Hasst du ihn gemocht? Keine Angsst. Gib einfach auf und ich lasse dich ihm gleich folgen." Sie war jedoch noch nicht bereit aufzugeben. Stattdessen schrie sie ihm ihren gesamten Frust ins Gesicht. Mit den Füßen stieß sie sich von den Planken ab und trat ihm gegen die Brust.
Er ließ sie los und stolperte rückwärts gegen die Balustrade welche sich über das Welldeck erhob wo die Kämpfe immer noch weitergingen. Sie stürzte hart auf der Hüfte, stemmte sich wieder hoch und setzte ihm nach. Mit dem Ellbogen voran warf sie sich auf ihn und rammte ihm diesen gegen den Kiefer welcher krachend brach. Er sank rückwärts gegen das Geländer und drohte hintenüber zu Kippen. Nicoletta bekam seinen Mantel zu fassen und verhinderte so seinen Absturz. Mit der Freien Hand Griff sie ein Tau welches an einem Gewinde festgemacht war und zum anhieven oder abfieren von Lasten in die Wanten diente.
Das lose Ende des Seils schlang sie um den Hals des Verlassenen. Er umfasste die Hand mit welcher er sie festhielt. Einen Augenblick lang starrten sie sich hasserfüllt in die Augen. Dann trat sie den Keil welcher das Tau blockiert hatte weg. Das Gegengewicht stürzte nach unten und Riss das Ende des Seils welches um den Hals des Untoten geschlungen war über einen Flaschenzug nach oben. Dieser stieß eine letzte Verwünschung aus als er nach oben gerissen wurde biss sein Nacken auf den Flaschenzug traf und unter lautem knacken brach.
Der leblos baumelteBaudelaire Abyss in den Wanten.

Nicoletta blickte ihm einen Augenblick hinterher, dann stürmte sie zurück in die Kapitänskajüte. Medea lag wo er gefallen war. Nicoletta warf sich über ihn. Schlang die Arme um seine Schultern und zog ihn zu sich heran Er atmete flach. Schwerfällig versuchte er den Kopf zu heben. Ein letztes mal sah er sie noch an, dann verdrehte er die Augen und ließ den Kopf sinken. Unter Tränen brach Nicoletta über dem leblosen Körper zusammen.
Sie wusste nicht wie lange sie dort saß, während draußen die Kampfgeräusche allmählich abnahmen. Irgendwann trat Mauritia in den verwüsteten Raum ein, legte die Arme um sie und führte sie Hinaus.

Als der Kapitän Abyss gefallen war hatten die übrigen Verlassenen schnell den Kampfwillen verloren Ohne der Peitsche ihres Anführers im Nacken, streckten sie bald die Waffen nieder und ließen sich ohne weiteren Widerstand in die Bilge ihres Schiffes sperren obwohl sie den Kampf noch lange hätten weiterführen können.

Der Blutzoll war beträchtlich. Beinahe die Hälfte der Mannschaft der Stigmata war tot oder lag im sterben. Unter den Toten war auch Kapitän Cicero, der von einem Scharfschützen schwer verwundet wurde und kämpfend starb.
Der erste Maat Barbarossa übernahm das Kommando, schweren Herzens. Ihm war anzusehen, dass er sich für sein erstes Kommando gewunschen hatte, es feierlich von seinem Kapitän befohlen zu bekommen und nicht, es ihm quasi aus den kalten Fingern zu entreißen.
Die Fracht der Stigmata wurde vollständig auf das erbeutete Schiff übertragen und ihre irreparablen Überreste wurden in ihr kaltes Grab entlassen.
Die Kreatur im inneren sowie alle Überreste der Chemikalien der Verlassenen wurden entsorgt.

Der frisch gebackene Kapitän hielt eine lange Ansprache auf dem zerschossenen Vorschiff wo die Leichen der gefallenen aufgebahrt lagen. Medea und Kapitän Cicero unter ihnen. Die Flagge der Allianz über die Körper der toten ausgebreitet.
Nicoletta hörte kein Wort. Sie stand nur da, den Kopf gesenkt und weinte. Mauritia stand neben ihr und hielt ihre Hand.
Über ihnen am Hauptmast wehte bereits der Goldene Löwe des Königs.
Kapitän Barbarossa endete seine Ansprache und überließ die Toten, unter Salutschüssen von Sebastianes Männern, dem Meer. Andächtig wartete die gesamte Crew ab bis der alte Kapitän und seine Männer dem gesunkenen Schiff nachfolgten um dort ihre letzte Ruhe zu finden, wie Reginald Cicero es sich gewünscht hatte.

Doch lange würden sie keine Zeit haben um zu trauern. Das neue Schiff musste so schnell wie möglich repariert werden und dann mussten die transportierten Güter weiter nach Theramore eingeschifft werden wo die Truppen der Allianz darauf warteten.

_________________
Mein Name ist Legion, denn wir sind viele.


Nach oben
 Profil Besuche Website  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Fallns Reise
BeitragVerfasst: 5. Jan 2015, 05:20 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 04.2011
Beiträge: 149
Geschlecht: männlich
3

Die nächsten Monate auf See waren hart gewesen.
Viele der Seeleute waren nach der Schlacht tot oder arbeitsunfähig und weitere von ihnen verschieden in den folgenden Tagen.
Zudem war das gekaperte Schiff eindeutig nicht für menschliche, geschweige denn vollständig lebendige Seeleute ausgelegt.
Die Mannschaftsunterkünfte waren selbst für Seemännische Verhältnisse dürftig. Jeder üblicherweise für Notwendigkeiten aufgebrachte Platz diente zur Unterbringung weiterer absurder Waffen, Laboratorien und absolut undefinierbarer Kuriositäten.
Die meisten der Seeleute waren streng abergläubisch und wollten in den ersten Tagen diese Orte nicht einmal betreten, woraus ihnen unter den gegebenen Umständen jedoch niemand einen Strick drehen konnte.
Die Begehbarmachung sowie die Reparaturen der doch immensen Schäden an dem Schiff nahm mehrere Wochen in Anspruch, doch zu guter letzt strahlte die nun auf den Namen „Samt und Stein“ getaufte schwere Fregatte, mit frisch geteerten Decks, neu geschnitzter Galionsfigur, straffer Takelung und frisch angeholten weißen Segeln in frischer Pracht und war bereit den Weg der versenkten Stigmata Fortzusetzen.

Die Reise zum fernen Theramore, wo die bereits sehnlich erwartete Ladung gelöscht und neue Ladung sowie Soldaten mit Versetzungsbefehlen an Bord genommen wurden hatte zwei weitere Monate in Anspruch genommen da sie Wind und Strömung weitab vom Kurs gebracht hatten und Kapitän Barbarossa es vermeiden wollte den Küsten Durotars zu nahe zu kommen.
Doch Sobald das Schiff im geschäftigen Hafen der wohl zivilisiertesten Stadt der Westlichen Kontinente erreicht hatte war das härteste überwunden und sobald das Schiff vor Anker mit den wichtigsten Notwendigkeiten für die humanoide Seefahrt ausgerüstet werden konnte war die Rückreise nach Sturmwind zumindest erträglicher.

Nicoletta konnte es gar nicht erwarten das Schiff zu verlassen. Zwar hatte der Kapitän ihr eine Verlängerung ihrer Heuer angeboten was ein sichereres Angebot war als das ansonsten drohende sich Durchschlagen durch erniedrigende Jobs in den Städtischen Lokalen und schlecht bezahlten Arbeiten zwischen Wölfen und Banditen in den bewaldeten Umländern, doch war sie zu glücklich darüber wieder festen Boden unter den Füßen zu wissen als sich für eine weitere Fahrt oder gar länger an ein Schiff zu binden.

So schritt sie über die Gepflasterten Straßen der größten Stadt des letzten Großreiches der Menschen, ihre Heuer in der Tasche und gewillt sich irgendwie mit nutzlosem Tand für die letzten Monate zu entschädigen.
Sie war bereits gut angeheitert. In dem Lokal in welchem sie abgestiegen war um ein ausgiebiges Bad zu nehmen, hatten es sich zwei übereifrige Handwerker welche Feierabend machten nicht nehmen lassen ihr drei Krüge Bier auszugeben, welche nach viel zu langen Monaten von schalem und zeitweise gar fauligem Wasser und Rum überaus nobel schmeckten.
Der voranschreitende Nachmittag war der erste wirklich erfreuliche seitdem Tag als sie Medea kennengelernt hatte und so sehr sie der Alkohol und die Gesellschaft der etwas schlichten doch ebenso höflichen wie Aufmerksamen Männer zu lösen begann, so sehr rief es dennoch unangenehme Erinnerungen hervor.
Umso enttäuschter erschienen die beiden Sturmwinder als sie beschloss unliebsame Gedanken lieber mit dem Verschleudern Ihrer Heuer zu verbringen.

Sie hatte sich bereits eine Tüte mit irgendwelchen kandierten Obstabfällen gekauft und kaute nun an etwas herum was den dubiosen Namen „Ratten-Kebab“ trug herum, wobei sie geistesabwesend überlegte wie wahrscheinlich es war, dass dieser Gnom tatsächlich mit Rattenfleisch handelte und ob ihr der Geschmack wohl vertraut war als ihr ein Ladenschild ins Auge viel.
„Dursts Wunderkammer – Kuriositäten aus Allerwelt“ stand in schwarzen Buchstaben auf einem einfachen Holzschild über ein
Vom Bier beschwingt und des Rattenspießes überdrüssig, warf sie selbigen mit einem Armschlenkerer in den Rinnstein und eilte schnurstracks über die Straße.

Ein dezentes Glocken-Spiel erklang als sie eintrat. Sofort fühlte sie sich wie zuhause. Der Geruch von Alkohol und Formalin der Präparate gab dem Raum die Typische Athmospäre wie sie die meisten Solcher Sammlungen umgaben zudem kam das Fahle Licht, die Bedrohlichen Blicke der Schädel unterschiedlicher hominider, avoider und sonstig gearteter Exponate welche zwischen allerlei exotischer Manuskripten und Gerätschaften von den Regalen starrten.
Sie fühlte sich sofort an das private Raritätenkabinett ihres Abtes aus dem Kloster in welches ihr Vater sie einst gesteckt hatte erinnert. Wenngleich dieses bei weiten besser eingerichtet, organisiert und katalogisiert war, wobei es gerade das war was diesem Raum seine unwiderstehliche Anziehungskraft verlieh.
Ein Gnom in einer violetten Robe an einem Schreibpult, die dick bebrillte Nase mit dem grauen Bart über einem Wuchtigen Schmöker.
Er sah einen Augenblick auf als das Glockenspiel von der Tür erklang um die gerade Eingetretene kurz zu mustern.
Er schenkte ihr ein knappes nicken bevor seine volle Aufmerksamkeit wieder zu dem dicken Folianten zurückkehrte.

Nicoletta streifte einige Minuten lang durch die dicht voll gestellten Reihen verschiedenster Utensilien deren näherer Zweck ihr verborgen blieben. Allerlei Drehschreiben mit alchemistischen Symbolen, Modelle der Gestirne mit unterschiedlichen Details und Groteske Plastiken welche man wohl im Zelt eines Trollschamanen erwarten würde.
Besonders ein Gerät hatte es ihr angetan.
Es handelte sich um ein kleines Silbernes zylindrisches Objekt von etwa zwanzig Zentimetern Länge mit abgerundeter Spitze welches aufrecht auf einem Regal stand. Etwas an der Formgebung löste in ihr den Drang zu kichern aus als sie danach griff und es in ihren Händen drehte. An der Unterseite waren unscheinbare Schrauben in kleinen Ausnehmungen angebracht welche wohl eine Art Aufziehmechanismus mit dem Korpus verband welcher sich durch eine feine Linie von diesem unterschied. Sie drehte behutsam daran als der Mechanismus plötzlich laut surrend in ihrer Hand los ratterte.
„Die Exponate bitte nicht anfassen.“
Erklang eine unwirsche Stimme direkt neben ihr welche sie in Verbindung mit dem plötzlichen Aufleben des Apparats dazu veranlasste zusammenzufahren, sodass sie diesen mitsamt einiger Bücher aus dem Selben Regal fallen zu lassen woraufhin alles polternd auf den Boden schlug.
„Es sei denn natürlich... Sie möchten etwas kaufen.“ Die stimme klang sofort etwas beschwichtigend, als wolle der Besitzer zum Ausdruck bringen, dass es nicht in seiner Absicht gelegen hätte, Potentielle Kundschaft zu erschrecken.
Der gut gekleidete Mann war aus dem Schatten einer kleinen Nische getreten wo er bisher unbemerkt damit Beschäftigt war Schrumpfköpfe aufzuhängen.
Er trat an sie heran und bückte sich um ihr beim aufheben zu helfen.
Er wischte sich die Hände an seinem purpurnen Wams ab und griff nach dem lautstark über den Boden surrenden Apparat um sie mit einem kurzen Drehen an der Unterseite zum Schweigen zu bringen.
„Ich glaube das hier ist wohl nichts für euch Mädchen.“ hüstelte er und eilte sich es wieder auf seinen Platz zu stellen.
„Sucht ihr vielleicht nach etwas Bestimmten?“
Nicoletta mühte sich eilig die zu Boden gefallenen Bücher und verteilten Pergamente wieder aufzusammeln.
„Nun, ich weiß leider nicht womit ich euch hier eine Freude machen könnte... versteht mich nicht falsch ihr seht nicht aus wie meine sonst übliche Kundschaft... seid ihr vielleicht Studentin? Oder vielleicht sucht ihr auch einfach nur nach etwas dekorativem Tand? Na wir werden schon irgendwas finden was die Neugierde befriedigt nicht wahr?“ Er rückte die Dicke Hornbrille zurecht und half ihr die letzten Bücher aufzuheben. Als er den letzten Folianten aufhob, welcher aufgeschlagen mit den Seiten nach unten lag, aufhob viel ihr Blick auf ein Stück Papier. Es war bereits stark vergilbt und hatte anscheinend bereits einiges hinter sich. Die Ränder wahren zerfleddert und schmutzverkrustet und an einer Stelle hatte offenbar jemand ein rundes Stück herausgeschnitten, doch war auf dem Rest eindeutig die krude Zeichnung eines Kindes zu sehen. Die einfachen Striche schienen einen Mann in voller Rüstung zu zeigen der auf einem Pferd saß. Hinter dem Mann schien noch jemand zu sitzen genau da wo jemand ein Stück herausgeschnitten hatte.
Doch Nicoletta wusste wen es dargestellt hatte.
Sie selbst hatte die Zeichnung vor über 15 Jahren angefertigt als sie mit ihrer Mutter in einer Kleinen Ortschaft östlich des Silberwaldes gelebt hatte. Es war eine Zeichnung die sie und ihren Vater zeigte. Sie hatte es ihm auf einem seiner seltenen Besuche geschenkt. Sie erinnerte sich an den mäßig Gönnerhaften Blick den er darauf geworfen hatte und war sich sicher gewesen er hätte es nur in sein Gebetsbuch gelegt um sie nicht zu kränken.
Sie legte die Hand auf den Folianten in den Händen des Händlers aus welchem die Zeichnung gefallen war. „Woher habt ihr das?“ Der Mann Schaute sie verdutzt an, wendete den abgewetzten Einband in seiner Hand und richtete seine Brille erneut um besser Lesen zu können.
„'Die Wege des Lichts' Nicht gerade eine Rarität. Auch nicht gerade eine unserer Üblichen Anschaffungen. Lass mal überlegen... Leonard!“ Rief er durch den Raum zu dem lesenden Gnom. „'Die Wege des Lichts' ledergebunden, Akzeptabler Zustand, keine Widmung. Wer hat uns das verkauft?“
„Stromgarde!“ kam die trockene Antwort von der kurzen Gestalt zurück, ohne dass sich diese von ihrer Lektüre abwenden musste.
„Ach-ja natürlich. Stromgarde. Ich erinnere mich als sei es gestern gewesen, jaja. Nun wie ich bereits ausführte handeln wir gewöhnlich mit... etwas delikateren Publikationen als dieser hier. Doch nun... wir waren auf einer kleinen Studienreise Nach Lordaeron und wir wollten nach Stromgarde, denn ihr müsst wissen dort gibt es ein bestimmtes Arkanes Sankt... entschuldigt... wo war ich gleich... nun also um eine furchtbar enttäuschende Geschichte kurz zu machen... diese verfluchten Oger... jedenfalls haben wir Unterkunft bei den übrigen Truppen der Stadt dort trafen wir einen Mann der beschwor in den kriegen gegen die Geißel gedient haben. Er wollte das Buch unbedingt verkaufen. Wie ich schon sagte nehmen wir sonst eher Abstand von solch gewöhnlichen Schriftstücken, doch der ärmste schien so dringend Geld zu brauchen, dass ich es ihm letztenendes zum vollen Preis Abgekauft habe.“
„Du bist ein verdammter Heuchler Dust!“ Kam ein trockener Zwischenruf von dem Gnom herübergeschallt welchen der Händler einfach überging.
Er kratzte sich an den lange ergrauten Geheimratsecken. „Wenn mir nur einfiele wie er hieß...“
„Krane!“ Kam ein erneuter Ruf.
„Cedric Krane. Das war es. So einen Namen kann man doch auch nicht vergessen.“
„Und wisst ihr was aus ihm wurde?“ Fragte Nicoletta welche selbst überrascht war wie sehr in ihr plötzlich dieser Wunsch nach Aufklärung nagte.
„Also wisst ihr... In unserem Geschäftszweig ist ein gewisses Maß an Diskretion Voraussetzung... Ich habe euch bereits viel mehr verraten als euch überhaupt angeht meine Kind...“
Mit verlegenem Blick schlug sie die Beine Überkreuz und wandte leicht den Blick ab. „Ich verstehe schon. Eure Integrität steht euch gut zu Gesicht. Ich wünschte mehr Menschen in dieser Stadt könnten das von sich behaupten.“ Brachte sie etwas schüchtern hervor während sie die Hände vor dem schritt verschränkte und begann sich weiter umzusehen wobei sie ihrem gegenüber einen kurzen Einblick in ihr Dekolletee gewährte welches wie zufällig durch ihre Arme zusammengepresst wurde.
„Ja ich weiß... Eine ganze Menge Gesindel Auf den Straßen... Man muss direkt aufpassen mit wem man sich geschäftlich... Da fällt mir ein er Sagte das seine Familie aus der Gegend von Durnholde stammte und er sich in dieser Gegend ein friedliches Plätzchen suchen wolle... So nun ist es aber wirklich genug. Habt ihr euch für etwas entschieden?“
„Ich nehme das.“ Sie nahm dem Mann den Folianten aus der Hand.
„Wirklich? Nun ich will euch das nicht ausreden aber vermutlich finden sie bei jedem billigen Trödler eine Ausgabe in besserem Zust... aber natürlich ist es hier auch ein gewisser Ideeller wert. Ihr müsst bedenken dieses Buch stammt direkt aus den Geisselkriegen. Sehr viele Bücher wurden in dieser Zeit unwiederbringlich zerstört, somit handelt es sich beinahe schon um eine Rarität... aber für euch... sagen wir 2 Silbermünzen.“
Ohne Wiederworte griff sie ihn ihren Beutel und zog die gewünschte Summe heraus um sie dem verdutzten Kuriositätenhändler in die Hand zu drücken bevor sie auf dem Absatz kehrt machte um den Laden zu verlassen.
„Einen Schönen Tag noch, beehren sie uns bald wieder und empfehlen sie uns nicht leichtsinnig weiter!“
Schrillte die Stimme des Gnoms hinter ihr her als sie hinaus auf die Straße eilte.
Ohne zu zögern rannte sie die Straßen entlang in Richtung der Altstadt wo Mauritia ihr Quartier hatte um ihr gleich von ihren Plänen zu berichten. Halb in der Hoffnung sich Kleingeld für ebenso kleine Reise zu erbetteln und Halb in der Hoffnung, dass sie ihre Freundin von einer dummen Idee abhalten würde.

_________________
Mein Name ist Legion, denn wir sind viele.


Zuletzt geändert von Tanqol am 12. Jan 2015, 03:36, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil Besuche Website  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Fallns Reise
BeitragVerfasst: 6. Jan 2015, 04:30 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 04.2011
Beiträge: 149
Geschlecht: männlich
4

Es war erstaunlich einfach gewesen Mauritia von ihrem Vorhaben zu überzeugen.
Zwar schien sie die Idee in einem zu großen teilen geschliffenen Land, nach fadenscheinigen Spuren auf einer kalten Fährte zu suchen, reichlich zu belustigen. Allerdings schien sie die Aussicht Lordaeron als freier Söldner zu bereisen.
Während Nicoletta sich mit sich selbst beschäftigt hatte, Hatte Mauritia die üblichen Seefahrerkneipen abgeklappert und Gerüchte und Neuigkeiten eingeholt.
Offenbar war die Situation in Lordaeron erneut Eskaliert. Die Soldaten Sturmwinds erzählten allerlei Gerüchte. Der Lichkönig wäre geschlagen, die Verlassenen lägen im Zwist mit der Horde, Die Allianz hätte überall auf Azeroth erfolgreich neue Frontlinien eröffnet. überall in der Welt währen Seismische Aktivitäten aufgetreten. Einige behaupteten gar die ganze Welt liege im Wandel und die Allianz wäre nun an der Reihe ihr Recht zurückzufordern.
Ein Marineoffizier hatte sogar behauptet das Bereits Truppen Material und Siedler auf dem Weg nach Lordaeron um Andorhal wieder Aufzubauen und die Ordnung in den nördlichen Ländern wieder herzustellen.

Mauritia fand es war der Ideale Zeitpunkt ihren Abschied bei der Marine einzureichen und sich wieder auf, wie sie es nannte „gute alte Handarbeit“ zu verlegen.
Sie war regelrecht euphorisch Gewesen bei der Idee unter den Ersten zu sein die dabei helfen würden Lordaeron wieder den Menschen Untertan zu machen, und bei der Gelegenheit sich auch gleich das größte Stück vom Kuchen Abzuschneiden.
Selbst eine ihre Überfahrt zu bekommen war ein Kinderspiel.
Die Samt und Stein wurde an den Docks Generalüberholt und vollends den Ansprüchen der Marine Angepasst,
Es dauerte Kein Monat bis das Schiff bereit zum Auslaufen war und aufgrund seiner offensichtlichen Vorteile als Konvoischiff in Dienst Gestellt.
Von dem Zwerg Sebastiane, welcher die meiste Zeit seines Landgangs betrunken in seiner Stammkneipe verbracht hatte, erfuhren sie dass das Schiff schon bald zu seiner ersten Fahrt aufbrechen würde mit dem Auftrag einen Konvoi mit Unterstützungsgütern nach Süderstade entsandt werden Sollte und so erschlichen sie sich eine Passage als Deckaushilfen unter der Bedingung in Süderstade von Bord gehen zu können.

Nicoletta war wenig erfreut über die Aussicht weitere Monate an auf hoher See zu verbringen doch nahm sie es bereitwillig in Kauf da der Langweg um ein vielfaches beschwerlicher, länger und gefährlicher gewesen wäre.

So traten sie die lange Reise an.
Diesmal verlief die Fahrt ohne, dass sie von Piraten gestört wurden, wenngleich sie mit einigen ungewöhnlich schweren Unwettern zu kämpfen hatten, welche die Reise beträchtlich verzögerten da die Konvoischiffe sich immer wieder zusammenfinden Mussten bevor sie ihren Weg fortsetzen konnten.
Der schwerste Zwischenfall ereignete sich vor der Küste Khaz Modans als die Schiffe von unerwartet aufkommendem schwerem Seegang gegen die Klippen getrieben wurden und in dem Kampf mit den Gezeiten den Anschluss verloren.
Ein Schiff fanden sie erst einige Tage Später, nördlich der Stadt Menethil auf Grund gelaufen und nicht mehr Seetüchtig.
Als sie landeten um die Überlebenden des Unglücks und die Fracht des gestrandeten Schiffes aufzunehmen erfuhren sie dass ein Teil der Mannschaft nach Menethil aufgebrochen war um Hilfe zu bekommen, nur um den Hafen beinahe vollständig zerstört,d die Ganze Stadt unter Wasser und die Bevölkerung in schwerer Not anzutreffen.
Die Seeleute berichteten, dass die Bevölkerung von Erdbeben und Haushohen Wellen gesprochen hatten und letztenendes die ganze Insel auf welcher Menethil ruhte abgesunken war.

Der Rest der Fahrt verlief überraschend ruhig und schon Bald kam die Küste des Hügellandes mit den in der Ferne aufragenden Bergen Alteraks in Sicht. Die Grünen Wälder waren eine regelrechte Genugtuung für Nicoletta.
Sie war des Lebens auf See endgültig überdrüssig und wurde von Tag zu Tag gereizter und so Stand sie als erste Auf dem Vorschiff als der Ausguck herabrief das Süderstade In Sicht war.
Doch je näher sie der Stadt kamen desto offensichtlicher wurde dass auch hier etwas nicht Stimmte.
Der Ausguck schien Schlechte Nachrichten zu haben und Kapitän Barbarossa Berieten Lange zeit auf dem Achterdeck.
Später erfuhren sie, dass die Stadt ausgelöscht worden war und es ganz den Anschein habe, als hätten die Verlassenen ihre Hände im Spiel gehabt, auf ähnliche Art und weise wie sie es bei ihrer Begegnung auf See vor hatten. Aus diesem Grund beschlossen die Offiziere die Nähe zu den Ruinen zu meiden und die Küste entlang nach Osten zu segeln und einen Sicheren Platz zu finden um Anzulegen.

Diese Entwicklungen bescherten Nicoletta und Mauritia ein nicht Unerhebliches Maß an Problemen. Da sie eigentlich geplant hatten sich vorerst in Süderstade einzuquartieren und von dort aus Arbeit zu suchen um auf diese Art das Umland zu erkunden bis sich zeigen würde wie sie am klügsten vorgehen sollten um ihre Ziele zu erreichen.
Doch nun lagen sie an einer leeren Küste, fernab von jeglicher Zivilisation jedem Weg und vor allem ohne Jeglichem Proviant.

„Wenn wir mit dem Kapitän Sprechen lässt er uns sicher an Bord Bleiben liebes. Wir könnten weiter auf See Bleiben, oder auch zurück nach Sturmwind.“
Mauritia Stand mit Nicoletta und sie beobachteten wie unablässig die Boote beladen und zur Küste gebracht wurden.
„Das hier ist jedenfalls nicht der Empfang den ich erwartet Hatte.“ Sie schüttelte den Kopf und nahm einen Schluck aus ihrer Flasche bevor sie diese ihrer Freundin Reichte.
Nicoletta lehnte mit verschränkten Armen an der Bordwand und schüttelte bloß den Kopf.
„Ich gehe hier von Bord.“ Sagte sie mit Bestimmtheit, keinen Widerspruch duldend.
„Sei nicht so Dickköpfig. Was erwartest du überhaupt zu Finden? Denkst du du gehst nach Burg Durnholde und dort Wartet dein Vater auf dich? Ich habe gesagt, dass ich mit dir gehe. Aber nur weil es hieß, dass es sich lohnen würde. Nun sind wir hier und das erste was uns erwartet ist verbrannte Erde.
„Ich gehe hier von Bord.“ Kam erneut die Trotzige Antwort.
„Wir haben nicht einmal Proviant und es dauert mindestens eine Woche biss wir ohne Pferde irgend ein Zeichen von Zivilisation finden.“ Sie warf ihr einen fragenden Blick zu, doch erntete sie lediglich einen 'Ich gehe hier von Bord' Blick. Mauritia Resignierte und legte ihr einen Arm um die Schulter.Sie nahm noch einen Schluck und blickte grübelnd zum Strand, wo die Landungsarbeiten noch einige Stunden weitergehen würden.
„Was solln' die langen Gesichter? Ist der Rum alle?“ War plötzlich eine nörgelnde Zwergen Stimme von hinten zu hören und gleich darauf drängte sich eine halb große Masse zwischen die beiden an die Railing.
„Wir wollten in Süderstade an Land gehen und nun wissen wir nicht wie wir weiter vorgehen sollen.“ Erläuterte die rothaarige Matrosin dem Zwerg.
„Aber Rum ist noch da?“ Sie reichte ihm die Flasche rüber. Sebastiane schulterte seine Büchse und griff danach. Er setzte die Flasche an und trank einen Großzügigen Schluck. Er setzte ab, wischte sich mit dem Ärmel quer über den Bart, unterdrückte fadenscheinig ein Rülpsen und seufzte erleichtert.
„Und ich dachte schon wir hätten ein wirkliches Problem.“
Der Zwerg strampelte etwas und zog sich ein Stück an der Railing hoch um in etwa auf Kopfhöhe mit den beiden Frauen zu sein. Die Flasche wieder herzugeben, was das Klettern wohl vereinfacht hätte, viel ihm nicht einmal ein.
Er blickte nach links, dann wieder nach rechts, dann wieder gerade aus.
„Söldner hm? Große starke Mädchen? Unerschrocken? Lassen sich von niemandem etwas sagen? Machen ihr eigenes Ding? Stets auf der Suche nach Abenteuer und dem schnellen Gold? Mhm mhm mhm...“
Er nickte einen Augenblick lang in seinen Bart lächelnd vor sich hin. „Noch gar nicht an Land und schon Gestrandet.“ Nun lachte er laut vor sich hin während er den Rum wieder zum Mund führte. Er konnte gar nicht schnell genug schauen, da hatte Nicoletta ihm bereits die Flasche aus der Hand genommen und hielt sie mit strafendem Blick über das Meer welches unter ihnen sachte gegen die Schiffswand schwappte.
„Schon gut! Schon gut! Nicht gleich dramatisch Werden Kind. Wir wollen doch nichts tun was wir später bereuen.“ Mit etwas zu kurzen Armen griff er übereifrig nach der Flasche die nun über dem Drohenden Verderben hing. Die Gefahr ins Wasser zu stürzen erschien ihm in diesem Augenblick wohl als das gnädigere Schicksal denn die Möglichkeit die Flasche zu verlieren.
„Ich helf' euch auch!“ Bettelte er verzweifelt mit den Armen Rudernd. Nicoletta schwenkte den arm zurück wo sie Gierig angenommen und gleich ausgiebig von Sebastiane begrüßt wurde, bevor man sie ihm wieder wegnehmen konnte.
„Lass doch einem Zwerg ein bisschen Vergnügen. Gibt doch sonst so wenig zu lachen.“ Er nahm noch einen hastigen Schluck.
„Wie willst du uns helfen?“ Bohrte Nicoletta sofort nach, die Hand bereits wieder auf halbem Weg zur Flasche.
„Ist ja gut.“ Murrte der Zwerg. „Wie ihr vielleicht schon mitbekommen habt Sind die Dinge nicht ganz nach Plan verlaufen.“ Er gestikulierte die Küste hinab in Richtung des mittlerweile wieder fernen Süderstade. „Aber wir wären nicht die Streitkräfte der Allianz wenn wir nicht wüssten wie wir mit unvorhergesehenen Situationen umzugehen haben.“
„Und was heißt das für uns?“ Setzte ihm nun Mauritia zu.
„Für euch meine holden, heißt das, dass vor euch der Frisch ernannte Kommandant des Geleitschutzes der Versorgungskarawane steht.“ Er breitere Stolz die Arme aus, doch die Beiden Frauen blieben misstrauisch.
„Soweit ich weiß transportieren wir Militärische Güter und Soldaten.“ Warf Mauritia ein „Wozu braucht ihr uns.“
Der Zwerg ließ sich in seinem Enthusiasmus nicht ausbremsen. „Das Stimmt. 200 Stolze Soldaten, gerüstet für den Kampf... Den Nahkampf wohlgemerkt. Nicht ein einziger Späher. Seht ihr: Der Plan war es die Truppen und Güter in Süderstade an Land zu bringen. Von wo aus sie von ortskundigen Spähtrupps über gesicherte Wege bis nach Andorhal eskortiert werden. Nun ich sehe hier weder Ortskundige, noch gesicherte Wege. Also haben die Offiziere beraten und entschieden einen Geleitschutz bereitzustellen. Und ich habe mich für das Kommando freiwillig gemeldet. Kann's kaum erwarten mal wieder etwas ernstzunehmender Jägerarbeit nachzugehen.“
„Und wir?“
„Ihr beide dürft euch meinem Kommando anschließen. Das heißt: Während die anderen geradeaus marschieren und die Karren ziehen dürft ihr voraus, hinterher, und zu allen Seiten durch den Dreck Kriechen, Euch von Wölfen beißen lassen und wenn ihr einen Hinterhalt entdeckt werdet ihr laut genug schreien während sie euch töten, damit die anderen genug Zeit haben eine Verteidigungslinie zu organisieren. Und solltet ihr doch lange genug überleben biss ihr uns zu verlassen gedenkt, bin ich auch noch berechtigt euch einen fairen Sold auszahlen zu lassen.“
Nicoletta nickte und unterdrückte den Impuls Mauritia die Zunge raus zu strecken die bis eben noch an Nicolettas vorhaben gezweifelt hatte. Doch auch sie gab nun, spätestens nachdem das Wort 'Sold' gefallen war ihr Einverständnis. „Ja das klingt fair.“
Der Zwerg leerte zufrieden die Flasche und warf sie in hohem Bogen über Bord.
„Und ganz abgesehen von dem Dienstlichen Teil Habe ich euch gerne um mich. Das wird ein Breiter Marsch und bei den Jungs die wir dabei haben fühlt man sich wie auf dem Markt am Wurststand. Apropos Wurst. Dabei fällt mir ein das wir das noch gebührlich feiern sollten. Darum gehen wir jetzt nach unten in die Kombüse und... Falln, ihr könnt doch gut mit dem Küchenjungen umgehen. Meint ihr ihr könnt uns ein paar Hartwürste und vor allem... noch so eine Flasche organisieren? Gegen zwei hätte ich auch nichts einzuwenden...“

_________________
Mein Name ist Legion, denn wir sind viele.


Zuletzt geändert von Tanqol am 12. Jan 2015, 03:36, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil Besuche Website  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Fallns Reise
BeitragVerfasst: 12. Jan 2015, 03:36 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 04.2011
Beiträge: 149
Geschlecht: männlich
5

Der Marsch war lange, hart und ermüdend. Sie hatten sich einen Weg durch weitestgehend hügelige Wiesenlandschaft und kleinere Wäldchen gebahnt.
Während die Soldaten waren den ganzen Marsch über damit beschäftigt den weg für den Tross freizuräumen und Karren aus dem Dreck zu ziehen wo sie alle hundert Meter stecken blieben waren die als Begleitschutz eingeteilten Kundschafter und Jäger und Scharf-schützen im steten Einsatz als Nah-sicherer.
Nicoletta verbrachte die Tage damit, zusammen mit ihren Kameraden den gesamten Zug zu umrunden, Jede Hügelkuppe zu erklimmen, Baumgruppen und uneinsichtiges Gelände zu durchkämmen und jede kleine Gelegenheit für einen Hinterhalt auszukundschaften.
Die Landschaft war menschenleer doch zahlreiche kleine Wege und Pfade zeugten von den menschlichen Aktivitäten die dieses Land einst durchzogen hatten. Auch einige neuere Trampelpfade kreuzten sie auf ihrem Langen Marsch doch konnten sie ebenso gut von Gnollen oder Gesindel stammen.
Aus der Ferne sahen sie des öfteren Gehöfte, doch jedes mal wenn sie sich ihnen näherten um eventuelle Gefahren auszukundschaften fanden sie diese zumeist verlassen oder geplündert vor. Ein wohl schon länger verlassenes Anwesend welches wohl einst zu einem größeren Gutsbesitz gehörte schien einer Gruppe heruntergekommener Männer und Frauen in dunkler Kleidung als Behausung zu dienen. Doch als sich die Kundschafter zu erkennen geben wollten nahmen sie sofort Reißaus.
Das Wetter war zumeist düster und verregnet und die Stimmung der Marschkolonne verdüsterte sich zunehmend ob des beschwerlichen Marsches in einem Land welches weit unwirtlicher erschien als man es erwartet hatte.
Erst als sie nach Wochen des immer schwieriger werdenden Marsches die erste Befestigte und halbwegs begehbare Straße erreichten schien sich die Stimmung wieder einiger maßen aufzuheitern.
Vor allem für Nicoletta.
Bei der Straße schien es sich um die alte Hauptstraße zu handeln welche das ganze Land von den Hochebenen Arathis bis zur verfluchten Stadt Stratholme durchzog und in der Ferne nördlich von ihrer Position waren auf einer Anhöhe die verfallene Silhouetten von Burg Durnholde zu sehen.

Sebastiane zeigte sich nicht gerade begeistert als Nicoletta und Mauritia ankündigten die Marschkolonne an diesem Punkt zu verlassen, doch stimmte er zu und lies sie vom Schatzmeister des Trosses großzügig ausbezahlen und teilte ihnen mit dass sie hier lagern würden um die Marschbereitschaft zu verbessern bevor sie sich Richtung Alterac wenden würden um auf diesem Weg weiter nach Andorhal zu ziehen und machte ihnen das Angebot sie sollten sie es sich anders überlegen wieder aufnehmen würde. Er versuchte noch Nicoletta ihren Plan auszureden da im Gebiet von Durnholde nichts von Wert zu finden sei, bloß Ruinen Wegelagerer und Gesindel, doch hörte sie ihm gar nicht richtig zu und so brachen sie in Richtung Durnholde auf.

„Ich habe keine Ahnung warum ich mich von dir habe überreden Lassen.“ Mauritia trat angesäuert einen niedrigen Strauch nieder der ihren Weg durch das Kleine Wäldchen welches unterhalb der Burgmauer verlief, kreuzte und dem allgemeinen Drang nach Stressabbau zum Opfer viel.
„Es ist dein Blick. Deine verdammten Reh Augen werden mir irgendwann zum Verhängnis.“ Sie hieb mit ihrem Säbel ein Gestrüpp aus dem Weg. „Und dann wirst du die Augen aufschlagen und ich werde aus dem Sarg steigen weil Prinzessin Frühstück braucht.“
Ein weiteres Büschel Grünzeug musste sterben.
„Ich habe gesagt 'Ich komme mit dir solange es Aussicht auf Arbeit Gibt' und jetzt pirschen wir uns an ein Nest von Strauchdieben heran die selbst nichts haben.“ Sie näherten sich nun der Erhebung. Durch die grünen Baumwipfel war die Verfallene Außenmauer der verfallenen Festung gut zu sehen. „Kein Geld, kein Sold. wahrscheinlich haben wir Sogar mehr bei uns als sie selbst.“ Sie Stieg über eine Wurzel hinweg. „Aber hey! Vielleicht nehmen sie uns ja auf nachdem sie uns ausgeraubt und vergewaltigt haben. Außer natürlich, es ist rentabler uns zu verkaufen. Ich schätze die Chancen stehen in diesem Land ungefähr Fünfzig zu Fünfzig.“ Sie begann den Hang zur Mauer mühsam zu erklimmen ohne dabei ihren Monolog zu unterbrechen.
„Aber Prinzessin Rehauge muss ja spätpubertären Kleinmädchenträumen nachhängen. Papa wartet sicher Gleich hinter diesen Mauern und...“ Sie fuhr etwas zusammen als schien sie zu befürchten, dass sie damit vielleicht etwas zu weit gegangen sein könnte. „Entschuldige. War nicht so gemeint.“
Endlich oben angekommen besah sie sich die teilweise eingebrochene Mauer seufzte und winkte Nicoletta mit einer einladenden Geste heran. „Bitte sehr eure Majestät. Aber ich werde euch nicht da hoch tragen.“ sie wies auf einen Schutthaufen wo die Mauer teilweise eingebrochen war. Nicoletta die ihr die ganze zeit einigermaßen ausgelassen mit auf dem Rücken verschränkten Armen hinterher spaziert war hopste fröhlich an ihr vorbei, besah sich eines Augenblickes der Mauer und griff sogleich nach einer Bruchstelle und begann die halb verfallene Wehranlage zu erklimmen.
„Wenn du so weiter meckerst will dich sowieso niemand kaufen.“ Sie hievte sich gekonnt nach oben gefolgt von ihrer schmollenden Kameradin.

Auf dem Scheitel des Walls angekommen verschafften sie sich einen Überblick. Alles schien ruhig und Menschenleer. Der Abend war bereits hereingebrochen und über der Festung lag gespenstische Stille.
So stiegen sie vorsichtig an der Innenseite der Mauer herab und begannen die Anlage zu erkunden.
Die Alten Baracken, die Türme, das Festungsgebäude. Alles war verfallen und verlassen. Vom höchsten Punkt der Burg aus konnten sie die gesamte Anlage und das Umland überblicken. Nicht eine Menschenseele weit und breit. Lediglich einige kleine Feuerstellen zeugten davon dass hier wohl eine größere Ansammlung von Personen Zuflucht gefunden hatte. Doch schienen sie schon seit geraumer Zeit verweist. Sie durchsuchten die Städte Gründlich nach zurückgelassenen Habseligkeiten oder einen Hinweis auf den Verbleib der Bewohner, doch schien alles gründlich von Hinweisen gesäubert worden zu sein.
„Wunderbar“ Mauritia trat einen Stein vom Festungsberg hinunter, wo er polternd über den alten Hauptweg polterte und zuguter letzt über die Steinkante schlitterte um in dem Hof zu verschwinden wo einst die Internierten Orks der Horde ihr tristes Leben fristeten.
„Nun sind wir hier. Und hier ist noch nicht einmal nichts.“ Sie setzte sich auf einen Stein der wohl einst mal zu einem der Türme gehört hatte. Nicoletta stand vor dem nahezu bis auf die Grundmauern geschleiften Hauptgebäude und blickte ratlos auf die Trümmer. Sie war noch nicht einmal sicher was sie zu finden erwartet hatte. Und noch unsicherer was sie nun tun sollte.
„So lange haben wir nicht gebraucht. Wenn wir die ganze Nacht hindurchmarschieren schaffen wir's wahrscheinlich noch bevor sie abmarschieren.“ Lamentierte Mauritia einfach weiter. „Und selbst wenn wir sie verpassen, können wir sie auf der Hauptstraße einholen.“ Sie stand auf und Ging zu Nicoletta hinüber die nun begonnen hatte die Ruine ein weiteres mal auf den Kopf zu stellen und packte sie am Arm um sie mit sich zu Führen. Doch Nicoletta entwand sich ungehalten ihrem Griff. Mauritia platzte der Kragen und packte erneut zu. „Ich hab jetzt genug von dir! Du kostest mich Geld! Dass ist alles was ich von dir habe. Du hast bekommen was du wolltest! Wir sind hier! Und hier ist nichts! Deine dummer Plan hat somit sein vorhersehbares Ende gefunden.Entweder du kommst jetzt mit mir oder du bleibst hier. “
Nicoletta erwiderte ihren Blick nicht. Sie wusste, dass ihre Idee von Anfang an aussichtslos gewesen war. Doch wollte sie sich das beim besten Willen nicht eingestehen. „Ich hab dich nicht gebeten mit zu kommen.“ Erwiderte sie trotzig, wohl wissend, dass dies nicht ganz der Richtigkeit entsprach. Sie wusste genau wie sie bekam was sie wollte.
„Du undankbares...“
Ein Geräusch aus den Ruinen unterbrach sie. Beide Frauen fuhren sofort herum. Nur um eine Pfeilspitze auf sich gerichtet zu sehen.
In den dunklen Nischen des alten Mauerwerks kauerten zwei maskierte Gestalten, die Kurzbögen angelegt und gespannt. Anhand der dunklen Lederkleidung der beiden Erkannten sie die Hausbesetzer welche sie auf dem Weg durchs Hügelland bereits aufgescheucht hatten. Sie mussten dem Tross gefolgt sein und gewartet haben bis sich die Lämmer von der Herde entfernten.
Und sie waren nicht alleine. Ein weiteres Knacken verriet eine Frau ebenfalls mit Pfeil und bogen bewaffnet die aus dem Schatten eines knorrigen abgestorbenen Baumes Trat. Weitere Geräusche rund um die beiden Abenteurerinnen verrieten den beiden, dass sie längst umzingelt waren.
„Durch diese hohle Gasse müssen sie kommen. Eine große dunkelhaarige Gestalt gegürtet mit Schwert Dolch trat aus dem Schatten.
Das Gesicht verdeckt von einer auffälligen Gesichtsmaske trat er an die beiden Frauen heran und verbeugte sich. „Willkommen im Reich des neuen Alterac.“ Nun trat die gesamte Truppe der Wegelagerer aus der Deckung. Sie zählten gut 30 bewaffnete Männer und Frauen. Vielleicht auch mehr. Alle in dunkle Kleidung unterschiedlicher Qualität und Herkunft gehüllt und mit den selben tief orangen Gesichtsmasken ausgestattet. Sie trugen unterschiedliche Waffen, Schwerter, Messer, Knüppel und einige Bögen welche nun alle samt auf sie gerichtet waren. „Ich hoffe sie verübeln es uns nicht wenn wir sie erschreckt haben.“ Fuhr der Anführer ausgesprochen höflich fort. „Aber sie verstehen doch sicherlich, dass wir euch und eure Freunde schwerlich ungefragt unser Hoheitsgebiet betreten lassen können, ohne dass wir zumindest einen kleinen Wegzoll einfordern.“
Er gab seinen Untergebenen knappe Zeichen und fuhr in Befehlston fort. „Wir werden hier kampieren. Ihr dort teilt die Wache ein. Keine Wiederworte. Wenn ihr abgelöst werdet, werdet ihr abgelöst. Und wenn wieder einer einschläft werde ich richtig unangenehm. Ihr beiden schlagt Feuer und seht zu dass man es nicht gleich meilenweit sieht. Und setzt gleich die Suppe auf.“ Er wandte sich wieder den beiden Frauen zu. Und winkte drei seine Leute heran. „Bringt die beiden in die Ruinen. Durchsuchen und verschnüren. Morgen geht es weiter Richtung Nordhof. Mal sehen was sie uns dort für ein bisschen Frischfleisch anbieten. Sollten die Jungs zu Knausrig sein können wir mit immer noch nach Stromgarde weiter.“
Ein maskierter mit hellblondem Haar und einer markanten Narbe über dem rechten Auge trat heran, griff unsanft nach Nicolettas Arm und führte sie in den windgeschützteren Bereich der verfallenen Anlage. Eine Frau mit der Selben Haarfarbe folgte ihm gleichauf. „Sollten wir nicht besser zurück nach Stranbrad und sie dem Chef übergeben wie er es befohlen hat?“ Warf der blonde ein.
„DU tust was ICH dir befehle Scar!“ Erwiderte der Anführer lediglich unwirsch.

Sie nahmen ihnen die Waffen ab, banden ihnen die Hände und begannen sie zu durchsuchen und ihnen ihre Habseligkeiten ab.
Mauritia funkelte Nicoletta pausenlos wütend an während die Wegelagerin ihre Taschen mit methodischer effizient ausräumte und alles auf einen Haufen warf.
Nicolettas Aufpasser schien mehr Spaß an seiner Arbeit zu haben. Stück für Stück tastete er ihren Körper ab um sorgfältig auch jeden kleinen Winkel zu überprüfen. Die gefesselte lies es stoisch über sich ergehen, lediglich Mauritias neue Freundin machte einen kleinen Einwurf. „Wenn du nochmal in die selbe Stelle kneifst machst du sie noch Kaputt Bruderherz. Und du weist ja: 'Wers kaputt macht muss es bezahlen.“
„Halt die Schnauze Sugar!“ Erwiderte Scar ohne den Rat auch nur ein Stück zu beherzigen und fuhr fort mit seiner Arbeit. So zauberte er nach und nach, Geld, Rasiermesser, den Würfel und einige andere Kleinode hervor. Als er letzten endes mit besonders erfreutem Blick in ihre Weste fasste stieß er auch auf das in Leder gebundene Buch.
„Was haben wir denn hier?“ Er zog das bündel heraus und wickelte es aus dem dünnen Lederbezug. „Gib das zurück!“ Schrie sie ihn augenblicklich an „'Die Wege des Lichts'? Bist du nicht schon zu alt für Märchenbücher.“ Er legte ihr die Hand an die Hüfte „Na macht ja nichts, vielleicht hab ich was für dich was eher deinem Alter...“
„Zeig mir das!“ Unterbrach ihn eine dumpfe Stimme. Der Anführer der Gruppe hatte bis eben etwas Abseits an dem kleinen Feuer gesessen und etwas desinteressiert zugesehen. Doch als sein Blick auf das Buch fiel, setzte er sich plötzlich auf und winkte seinen Untergebenen heran. Scar warf Nicoletta noch ein zwinkern zu, nahm die Hand von ihr und kam der Aufforderung des Anführers nach. Dieser stand auf riss ihm das Buch aus der Hand und warf einen blick darauf.
„Ich hätte nie geglaubt dass ich das alte Ding noch einmal sehen würde.“ Er blätterte die Seiten durch. „Nein. Dass diese alten Seiten mir noch einmal unter die Augen... Woher habt hier das?!“
Er schritt auf Nicoletta zu und hielt es ihr unter die Nase. Seine stimme klang keinesfalls aufgeregt. Eher amüsiert.
Doch Anstatt auf seine Frage und erwiderte bloß.
„Ihr seid Krane?!“ Es war mehr eine Feststellung als eine Frage. Er blickte sie einen Augenblick verdutzt an doch dann entspannte sich sein Blick, er zog die Maske von der Nase und zeigte ein Freundliches, wenngleich vom Leben gezeichnetes Lächeln des Verstehens. „So viel zum Geschäftsgeheimnis hm? Ihr habt diesen alten 'Geschäftsmann' getroffen was? Aber ihr seht nicht aus wie jemand der Gebetsbücher sammelt und durchs Land schleppt.“ er warf noch einen Blick auf den abgewetzten Einband. „Also frage ich mich Welches Interesse ihr daran hattet, das ihr für so etwas Geld verschwendet.“ Sie blickte ihn an und überlegte bevor sie Wahrheitsgemäß antwortete. „Es hat meinem Vater gehört. Und ich will wissen wie ihr in seinen Besitz gekommen seid. Anstatt gleich zu antworten, kehrte er zu dem Feuer zurück, hob seine Flasche auf, kehrte zurück trat gemächlich einen kleinen Steinblock nähern an sie heran um sich schließlich gemütlich niederzulassen.
„Vielleicht schulde ich euch wirklich diese Erklärung.“ Holte er aus. „Ihr müsst wissen. Ich war sein Knappe.“ Er seufzte. „Nun eigentlich war ich ein einfacher Soldat Doch meine Vorgesetzten hatten mich ihm zugeteilt. Als Mädchen für alles so zu sagen. Gnädiger weise beliebte es dem Herren Ritter mich als seinen Knappen zu bezeichnen anstatt als einfachen Putzfleck.“ Nicoletta lauschte seinen Worten skeptisch. „Schaut mich nicht so an. Ich war nicht immer Bandit. Ich war ein enthusiastischer Soldat. Kämpfer gegen die Geißel. Verteidiger des Volkes. Ich war wirklich ein Treuer Diener und Kamerad für euren Vater. Bis zum bitteren Ende. Tapfer im letzten Gefecht um Andorhal.“ Ihr Herz machte schien anzuhalten. Sie hatte zwar nie erwartet dass ihr Vater noch leben würde. Doch nun tatsächlich von seinem Tod zu hören, versetzte ihr nun doch einen Schlag „Dieses Buch hier habe ich Monate lang mit mir herumgetragen. Und jeden Morgen 'Krane! Zum Gebet!' Jeden Abend 'Krane! zum Gebet!' Wann immer Zeit blieb 'Krane! zum Gebet!' Als würden ein paar Fromme Worte unser aller Schicksal ändern. Aber ich habe mich nie beschwert.“
Er strich sich durch das leicht graumelierte Haar und seufzte. „Ach wisst ihr... warum soll ich euch anlügen... Ich meine es ist ja nicht so als müsste ich mich jetzt noch fürchten dass ihr mich verratet. Und wenn wir euch schon Nach Stromgarde schleppen... so verdient ihr wenigstens das Ganze Ende zu erfahren.“ Er trank einen großen Schluck und fuhr mit seiner Geschichte fort. „Nun. Als ich sagte 'bis zum bitteren Ende... da war ich wohl nicht GANZ aufrichtig. Wisst ihr es ging damals alles ziemlich Schnell und verwirrend. Arthas unser Prinz... die einen Freuten sich auf seine Rückkehr die Anderen sagten er sei ein Verräter und Mörder. Gerüchte gingen ebenso um wie die Untoten und niemand wusste welche Geschichte als nächstes sprießen gedeihen und Verunsicherung verbreiten würde würde. Alles was uns blieb war auszuhalten und gegen die nächste unmittelbare Bedrohung zu bestehen. Als dann allen klar wurde, dass sich etwas größeres anbahnte und wir nicht bestehen würden kam es vermehrt zu Vorfällen von Fahnenflucht. Und ich muss gestehen... Ich gehörte dazu. An dem Abend bevor Andorhal fiel schlich ich mich aus dem Lager... Und euer Vater entdeckte mich. Mit diesem Buch in der Hand spazierte er durch die Dunkelheit und betete. Und genau ihm lief ich in die Arme. Er machte mir kein Wort des Vorwurfes. Er gab mir nur dieses Buch und bat mich es seiner Tochter zu bringen. Dann lies er mich gehen.“
Er seufzte tief. „Als der nächste Tag hereinbrach konnte ich aus der Ferne von einem Hügel aus sehen wie die Stadt in Staub und und Tod Unterging als die Geißel sie dem Erdboden gleich Machte. Ich sah euren Vater mit auf seinem Pferd, an der Spitze einer Einheit Lordaeronischer Ritter in die Schlacht reiten. Das war das letzte was ich von ihm sah.“ Nicoletta schluckte und Krane leerte eilig seine Flasche um zu vermeiden ihre Tränen zu sehen.
„Ich bin nicht unbedingt Stolz auf das was ich getan habe. Und ich schwöre ich wollte euch das Buch zukommen lassen. Doch das war mir zu dem Damaligen Zeitpunkt einfach nicht möglich. Das einzige woran ich denken konnte nachdem ich das Gemetzel gesehen hatte war so weit wie möglich weg von der Geißel zu gelangen. Nichtmal meine eigene Familie zu retten war mir vergönnt. Und seither lebe ich hier zwischen Räubern und Gefallenen Adeligen. Von der Hand in den Mund. Und wie ihr seht... bin ich wohl für dieses Leben geboren.“
Mit einem Ruck stand er auf. Und ging wieder in Richtung Feuer. „Was geschehen ist, ist geschehen. Wir werden im Morgengrauen auf also solltet ihr versuchen zu schlafen. Sugar, Scar. Trennt die beiden von einander ich will nicht, dass sie sich unterhalten und womöglich auf dumme Ideen kommen.“
„Mit dem größten Vergnügen.“ gluckste Scar und zerrte sie auf die Füße um sie abseits aus dem Blickfeld der anderen zu führen. „Und Scar!“ Krane legte etwas nach druck in den Satz. „Ist mir egal was du tust. Aber denk daran, dass wir noch etwas zum verkaufen Brauchen!“
Scars Schwester schüttelte lediglich den Kopf und führte Mauritia in die Andere Richtung wie es ihr aufgetragen wurde.

Der blonde Bandit brachte führte Nicoletta abseits von der Bande, hinter eine Kleine Mauer, bis er sich sicher war seine Gefangene für sich alleine zu haben.
„Wie schön das wir endlich etwas Zeit für uns haben.“ Ersetze Nicoletta unsanft auf den harten Boden, stieß sie auf den Rücken und beugte sich über sie. „Du musst keine angst vor haben.“
Seine Hand fuhr tastend unter ihre Weste. „Ich bin bekannt dafür zärtlich zu sein.“ Ihr knie traf ihn hart in den Rippen und warf ihn zurück. Doch mit auf den Rücken gebundenen Händen hatte sie keine Möglichkeit die harte Retourkutsche in Form einer Faust welche ihr Gesicht traf abzufangen. Als sie mit dem Kopf auf den Boden schlug und versuchte die bunten Lichter weg-zublinzeln hatte Scar bereits ihre Beine gefasst und zusammengebunden. Er zog sie wieder zu sich und warf sie erneut auf sie. „ich mag es wenn sie sich wehren.“ lachte er und öffnete ihre Weste. Nun war es ihre Stirn die zielsicher die seine Traf. Doch schien ihn das nur noch weiter anzuspornen. Er legte ihr eine starke Hand um den Hals und drückte zu während die andere begann an ihrer Hose herum zu nesteln. Sie versuchte sich unter seinem Griff heraus zu winden doch war er um ein vielfaches stärker als sie und sie hatte nicht die geringste Möglichkeit ihn abzuwehren. „So bockig? Ich in doch hoffentlich nicht dein erster.“ Er zwang ihre Beine auseinander und legte sich auf sie. Mit der freien Hand zog er sich die Maske aus dem Gesicht um ihr sein breites mit faulen Zähnen gespicktes Lächeln zu präsentieren. „Ich bin mir sicher es wird dir ge...“
Das letzte Wort konnte er nicht mehr aussprechen da ihm ein Augapfel aus dem Gesicht flog.
Erst als das Blut Nicoletta ins Gesicht spritzte Realisierte sie den Donner des Vorderladers. Ein Alarmruf war aus dem Lager zu hören dann folgte bereits das typische ungleichmäßige Feuer als ein gutes Dutzend Büchsen einer Jägereinheit ausgelöst wurden und das Banditencamp unter Feuer Nahmen.
Schmerzensschreie waren von den Wegelagerern zu hören aber auch zahlreiche scharfe Klingen die Gezogen Wurden. Dann brach die Hölle los. Mit einem mal brachen Allianzspäher in kleine Gruppen organisiert aus der Dunkelheit und Stürmten auf das Lager zu. Die Banditen hatten blank gezogen und Traten ihnen entgegen. Die Allianzkämpfer waren zwar weit besser organisiert und diszipliniert doch zahlenmäßig klar unterlegen. So entbrannte ein unübersichtliches Scharmützel im Zwielicht.
Nicoletta wälzte den Toten von sich herunter. Irgendwo in ihrer Nähe war das Klirren von Schwertern zu hören, das röcheln eines aufgespießten Leibes und das dumpfe pochen eines zu Boden stürzenden Körpers.
Sie drehte sich auf den Rücken und zog mühsam das Messer aus dem Gürtel des toten Scar und versuchte ihre Handfesseln zu lösen. Irgendwo in der Dunkelheit waren zwei Pistolenschüsse zu hören gefolgt von einem Aufschrei
Als sie die Hände frei hatte, schnitt sie eilig ihre Fußfesseln zu und machte sich gebückt auf die Suche nach Mauritia.
In dem Fahlen Licht des kleinen Feuers war es schwierig zu erkennen wer auf ihrer Seite stand und wer zu den Schurken gehörte.
Daher hielt sie sich in der Deckung der Mauerreste und versuchte möglichst keine Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen.
Vor ihr lieferten sich zwei dunkle Silhouetten ein Duell sie flankte über die Mauer um ihnen auszuweichen und hielt weiter auf die Stelle zu wohin sie glaubte, dass Mauritia geführt worden war.
Sie stolperte durch die Dunkelheit, wich einer weiteren Gruppe sich bekämpfender Schatten aus stieg über zwei maskierte Leichen hinweg und umrundete ein weiteres Stück Mauer, nur um einem Mann in dunklem Leder der offensichtlich versucht hatte dem Kampf zu entkommen in die Arme zu laufen.
Mit einem mal sah sie sich, Auge in Auge, mit Cedric Krane der erstaunt auf sie herabblickte.
Sie ließ ihm keine Gelegenheit sich von seiner Überraschung zu erholen umfasste das Messer fester und stieß zu.
Scar's Klinge fuhr ihm in die Saite und dumpfer Schmerzensschrei entschlüpfte seiner kehle. Der Mann sank ihr in die Arme, mit einem von noch viel größerer Überraschung geprägt. Nicoletta erwiderte seinen Blick doch war sie sich ihrer Gefühle unsicher. Egal was dieser Mann getan hatte. Irgendwie verstand sie sein Handeln und empfand keinen Groll gegen ihn. So sehr sie es auch wollte. Als sein Blick den ihren Traf und den unsicheren Ausdruck in ihren Augen auffing entspannte er sich. „Schon gut.“ presste er noch hervor. Dann stürzte er tot zu Boden.

Nicoletta stieg über den Toten und lief auf den eingestürzten Turm in der Nähe zu welcher am äußersten Ende des Festungsberges ruhte. Die Kampfgeräusche um sie herum ebbten allmählich ab.
Als sie die Grundmauern des Turmes im Laufschritt umrundet hatte Bremste sie plötzlich ab.
Mauritia stand keine 5 Meter vor ihr direkt am Abhang. Hinter ihr Sugar, ein Messer, welches dem in Nicolettas Hand zum verwechseln ähnlich sah an die Kehle der gefangenen gepresst.
Sie sah Nicoletta entsetzt an. „WO IST MEIN BRUDER!“ Schrie die blonde Schurkin hysterisch an.
Nicoletta wusste nicht was sie in dem Augenblick sagen sollte. „ICH WILL SOFORT WISSEN WO MEIN BRUDER IST!“ schrie sie augenblicklich noch lauter. Das Messer in ihrer Hand bohrte sich ein Stück in Mauritias Hals. Nicoletta hob beschwichtigend die Hände. „Er... er ist geflohen als der Angriff begonnen hat.“ Versuchte sie sie zu beruhigen.
„DU LÜGST!“ schrie Sugar. „ER WÜRDE MICH NICHT IM STICH LASSEN! WENN ER TOT IST WERD ICH DIESER...“ Mauritias Hinterkopf beendete den Ausbruch der sich stets mehr überschlagenden Stimme indem sie ihr diesen zielsicher gegen die Schläfe rammte und sich sofort fallen lies um sich der Gefahr durch die scharfe Klinge zu entziehen.
Nicoletta spurtete los sprang und versetzte der hysterisch schreienden Frau vor die Brust.
Die Banditin verlor den Halt, taumelte nach hinten und stürzte laut schreiend ab.

Nicoletta blickte ihr nach wie sie im dunkeln verschwand und klopfte sich den Staub von der Kleidung. Erst jetzt viel ihr auf dass ihre Weste immer noch offen war und so zog sie die Schnallen wieder zu währen Mauritia sich aufrappelte und mit dem zu Boden gefallenen Messer der abgestürzten ihre Fessel durchtrennte.
Als sie wieder aufstand trat sie an Nicoletta heran schloss sie in den Arm und drückte ihr einen kurzen Kuss auf die Lippen.
„Alles in Ordnung.“
Nicoletta wusste nicht ob es mehr eine Frage oder eine Feststellung sein sollte.
Doch da kam bereits eine halb-große Gestalt aus dem dunkeln gestapft. Gewehr und Axt, links und rechts geschultert. Den bärtigen Kopf schüttelnd.
„Mädchen!“ Setzte er mit selbstgefälliger Stimme an. „Wollt ihr mir lieber gleich hier und jetzt die Stiefel küsten oder verschieben wir das auf später?!“

_________________
Mein Name ist Legion, denn wir sind viele.


Nach oben
 Profil Besuche Website  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Fallns Reise
BeitragVerfasst: 16. Jan 2015, 05:30 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 04.2011
Beiträge: 149
Geschlecht: männlich
6.

Der Zwerg hielt mit seinem Eigenlob nicht hinterm Haus. Sobald die Strauchdiebe in die Flucht geschlagen war und wieder allgemeine Übersicht herrschte erzählte er ihnen, dass sie die Banditen Beobachtet hatten als sie Nicoletta und Mauritia gefolgt waren sobald diese die Kolonne verlassen hatten.
Sie hatten sich zwar bedeckt gehalten solange sie dem Tross nach geschlichen waren doch hatten sie wohl nicht angenommen, dass eine militärische Operation ihr Ziel für zwei verirrte Rehe ändern würde.
Und tatsächlich hätte er sie beinahe seinem Schicksal überlassen. Der Kommandant der Truppen hatte es strickt abgelehnt in irgend einer Form Unterstützung zu leisten oder auch nur den Abmarsch zu verzögern.
Es war zu einem Heftigen Streit Inklusive Androhung disziplinärer Strafen und schlimmerem gekommen. Letztenendes hatte der Kommandant nur nachgegeben da er wohl befürchtet hatte, der Zwerg würde vielleicht sein Ansehen bei seinen Leuten nutzen um ihn zu zu Übergehen und entgegen seinem Befehl zu handeln. Um einen Gesichtsverlust zu vermeiden hatte er so schlussendlich eingewilligt und den 'Befehl' gegeben einen Teil des Geleitschutzes zur 'Sicherung des Weges' Hinter den Banditen herzuschicken und später mit den voran marschierten Truppen aufzuschließen wenn die 'Sicherheit der Marschrute gewährleistet hätten'.

Die beiden befreiten dankten dem Zwerg, holten sich ihre Ausrüstung und kündigten an sich wieder den Soldaten anzuschließen.
In dieser Beziehung hätte Mauritia nun keinen Widerspruch mehr geduldet und Nicoletta die alles andere als in Stimmung für Streit war wusste nun, da sie sicher sein konnte, dass ihr Vater im Krieg gefallen war, ohnehin keinen besseren Weg. Und so würde sie zumindest den Ort seines letzten Gefechts besuchen können.

Sie lagerten in den Ruinen und kehrten bei Anbruch des nächsten Tages zur Hauptstraße zurück.
Sie benötigten einen vollen Tag bis sie die Marschformationen eingeholt hatten, gerade als diese im Begriff waren einen Fluss zu Überqueren. Im Norden waren die Dächer von Tarrens Mühle zu sehen, ein Düsterer Fleck in der sonst grünen Landschaft.

Sie wollten den Weg durch Alterac nehmen um das Zugwindlager zu erreichen. Es dauerte auch nicht lange biss sie eine Kreuzung erreichten welche sie in das gebirgige Land führen Doch beschloss man nach Kurzer Beratung auf der Hauptstraße zu bleiben und erst weiter westlich nach Norden ins Gebirge abzuschwenken da die Weggabelung an der sie sich befanden noch näher an die Stadt der verlassenen heranführen würde.
Zudem würden sie auf diese weise über Corrahns Dolch marschieren und konnten so Gesicherte Rast einlegen und Informationen von den Sturmlanzentruppen einholen bevor sie weiterzögen.
Das hatte jedoch auch zur folge dass sie wieder von der Straße ins Gelände wechseln mussten, was den Marsch bedeutend erschwerte und nun, da sie sich endgültig im Vorgebirge befanden, regelrecht zur Qual wurde.
Als sie die ….. erreichten erfuhren sie Endlich näheres über die Vorgänge in Lordaeron.
Süderstade war tatsächlich von den Verlassenen durch den Einsatz ihrer neu entwickelten Kampfstoffe ausgelöscht Worden und Tarrens Mühle war zu einer Hochburg des Schreckens angewachsen, welche lediglich von dem Aufgebot der Zwerge und einem Entsatz des Si7 in Schach gehalten wurde. Somit hatten die Verlassenen im Südwestlichen Teil Lordaerons weitgehend die Oberhand gewonnen. Die einzigen Menschen die noch hier durchhielten wahren einige wenige Bewohner verwahrloster Bauernsiedlungen und Verbrecher wobei hier die Grenzen zumeist fließend verliefen. Selbst die Zwergenfeste Dun Garok war gefallen und nun verlassen.
Doch schienen die Zwerge alles andere als entmutigt. Die Sturmlanzen hatten ihre Präsenz an der Grenze zu Alterac in den letzten Jahren Stark ausgebaut und schienen fest entschlossen zu bleiben wo sie waren.

Von Andorhal hatten die Zwerge leider auch nicht viel besseres zu berichten. Tatsächlich Zahlreiche Siedler zurück in Ländereien rund um die Stadt gefunden und, nicht zuletzt durch die engagierten Bemühungen der Argentumdämmerung, hatten standen die Überreste der Geißel kurz davor endgültig aus den westlichen Pestländern vertrieben zu werden. Auch wahren zahlreiche Truppen und Siedler der Allianz in die Ruinen der Stadt Andorhal einmarschiert und der Wiederaufbau der Stadt hatte bereits begonnen noch während der Kampf gegen die Untoten in den Straßen voranschritt.
Jedoch schien es, dass die Verlassenen auf die selbe Idee gekommen waren und ebenfalls ein gutes Stück der Stadt unter ihren Kontrolle gebracht hatten.
Es war wohl nur eine Frage der Zeit, biss sich die beiden Fraktionen um die Vorherrschaft zanken würden.
Die Sturmwinder Soldaten wirkend beunruhigt, jedoch doch zugleich ungemein motiviert, die Stadt für die Menschen zurückzuerobern. Lediglich die Tatsache es mit den Verlassenen und die Möglichkeit es mit ihrer neuen schmutzigen Art der Kriegsführung zu tun zu bekommen behagte den meisten ganz und gar nicht.
Mauritia war den Aussichten gegenüber sehr aufgeschlossen, mehr Kampf bedeutete mehr Arbeit. Und unter den gegebenen Umständen, auf dem vorliegenden Terrain, mit der Sturmwinder Armee im Rücken mahlte sie sich wohl eine Profitable Zukunft aus.

So zogen sie alsbald weiter.
Zwar war das Gelände immer noch schwierig doch Marschierten sie jetzt durch ein weitreichend von den Sturmlanzen und dem SI7 gesichertes Gebiet. Bis sie wieder zurück auf die Straße in die Berge kamen war die Gefahr auf einen Angriff jedenfalls gering.
Der Straße folgten sie weiter mitten durch das kalte, windige schneebedeckte Reich von Alterac.
In den nächsten Wochen zogen sie vorbei an den Ruinen der Hauptstadt welche nun von Ogern beherrscht wurde und an der verwahrlosten Stadt Stranbrad wo, wie es hieß, das meiste Gesindel aus dieser Region Zuflucht fand. Doch als die Gerüsteten Truppen der Sturmwinder Armee vorbeimarschierten ließ sich niemand auf den Alten Straßen Blicken. Die verfallenen Gebäude lagen da wie eine Geisterstadt. Lediglich Unrat Kisten und Gebrauchsgegenstände neueren Uhrsprunges, zeugten davon, dass die Stadt nicht unbewohnt war. Kein Wegelagerer würde es wohl wagen einer Abteilung aus Sturmwind in den Weg zu treten.

Erst einige harte Tagesmärsche später, als sie wieder tiefer liegende Gebiete erreichten und die Schneelagen allmählich dünner wurden stießen sie zum ersten mal auf humanoide Lebensformen seid sie Die Stellung der Sturmlanzengarde verlassen hatten.

„Reiter. Vielleicht zwanzig. Dort halbrechts, zwei strich links von dem kahlen Baum.“ Der Kundschafter deutete in die Richtung in welcher er die Gestalten entdeckt hatte. Nicoletta stapfte an Sebastianes Seite auf die Hügelkuppe, den Umhang fest um den Körper geschlossen, den Wolfspelz gegen den scharfen Wind übers Gesicht gezogen, und blickte in die gewiesene Richtung.
Es war ein beinahe klarer Tag, doch leichter Schneefall behinderte die Sicht. Sie brauchte einen Augenblick, doch dann sah sie die Reiter. Weit abseits der Straße auf einem Fernen Hügel saßen sie, nahezu reglos auf unheimlichen Rössern und schienen in ihre Richtung zu starren. Es war zu weit um Details zu erkennen zu können, doch ließen die dunkle Kleidung und die merkwürdigen Pferde ihre Zugehörigkeit vermuten.
„Hrm! Ich verwette meinen Bart, dass das nicht die Sturmwinder Kavallerie ist.“ er strich sich über die eingesetzte Gesichtsbehaarung. „Reitende Leichen. Mit Sicherheit.“
„Sollten wir in Deckung gehen?“ Fragte der Späher der sie entdeckt hatte als wüsste er die Antwort ohnehin und wollte sich bloß vergewissern.
„Nein. Die wissen schon längst wo wir sind.“
„Aber was können sie von uns wollen? Denkt ihr sie“ Fragte der Mann erneut „Meint ihr sie wollen uns angreifen? Es wäre Möglich, dass sie weitere Verbände in der Gegend haben.“
Der Zwerg schüttelte langsam den Kopf. „Ich weiß nicht was sie wollen. Doch sie scheinen uns nur zu beobachten. Vorerst zumindest.“

Sie folgten der Straße weiter Durch Alterac. Die Kundschafter waren nun mehr auf der Hut als zuvor.
Immer wieder erblickten sie die Unheimlichen Reiter, stets in großer Ferne und stets schienen sie Reglos zu warten um die Marschformationen von weitem vorbeiziehen zu sehen.
„Ich wette die Wollen uns bloß einschüchtern.“ Grollte ein erfahrener Schütze als sie ihre stummen Begleiter ein weiteres mal, auf der fernen Seite einer Schlucht erblickten.
„Doch da hat das Pack nicht die Rechnung mit richtigen Soldaten gemacht!“

Weiter zogen sie durch die Karge Einöde. Bald ließ der stets beißende Wind nach und die weißen Schneeflächen wichen wieder dem grün der Wiesen als sie endlich tiefer liegende Regionen erreichten.
Der lange Marsch hatte von allen hohe Tribute abverlangt, doch schien die Aussicht ihr Ziel bald zu erreichen ihnen neue Kraft zu geben.
Sie marschierten unermüdlich weiter. Stets Andorhal und große taten vor Augen. Den Fluss im Tal zu ihrer Rechten. Von den unheimlichen Reitern war schon seit Tagen keine Spur zu sehen gewesen.
Doch da machten ihnen die Verlassenen einen Strich durch die Rechnung.

Gerade passierten sie zerklüfteten Hänge der Zugwindspitze als plötzlich Signalhörner aus den Bergen zu hören waren.
Die Marschkolonne Hielt augenblicklich. Nahsicherer nahmen Kontakt zu einander auf. keiner von ihnen hatte etwas Verdächtiges bemerkt.
Ein weiterer Hornstoß hallte über die Felswände.

Die Offiziere Bellten Befehle und die Soldaten stellten Gefechtsbereitschaft her.
Alle suchten angestrengt die Felswände ab. Bis sich endlich etwas in den Hängen bewegte.
„DIE VERLASSENEN! BOGENSCHÜTZEN IM WE.....!“
Der Ruf wurde von einem Pfeil unterbrochen, der den Kundschafter mit einem dumpfen Geräusch niederstreckte.
„SCHILDE HOCH! NEU AUSRICHTEN NACH WESTEN!“
Die Löwenschilde wurde augenblicklich in Richtung der Felshänge ausgerichtet und wer das nicht Konnte suchte Zuflucht hinter den Wagen des Trosses oder Felsen als ein Hagel von Pfeilen niederging.
„Scheint als hätten sich unsere Verfolger es doch noch überlegt anzugreifen!“
Rief Sebastiane aus seiner Deckung hinter einem umgestürzten Baum hervor und zog sein Gewehr von der Schulter.
Ein weiterer Hornstoß war zu hören und im nächsten Moment Sprangen knochige Krieger der Verlassenen über die die Hügelkuppen südlich von ihnen und bewegten sich geordnet auf die Linien der Menschen zu welche zwar Stark in der Überzahl schienen doch nun da sie von zwei Seiten angegriffen wurden einen schlechten Stand hatten.
Dennoch sammelten Sich die gepanzerten Soldaten und Rückten, unter den Rufen ihrer Kommandanten geschlossen gegen die Untoten vor.
Die untoten Krieger trugen schwarze Rüstungen über violetten Röcken. Es waren gute 200 Schwertkämpfer unterstützt von einer Abteilung Bogenschützen auf dem Hang welche es ihren Gegen unmöglich machten einen Sicheren Stand zu bewahren.
Schon als die ersten Verlassenen die Schlachtlinie der Menschen erreichten versprach es ein Gemetzel zu werden.

„MÄDCHEN!“ Der Zwerg hatte seine Büchse über den Stamm angelegt und schrie zu Nicoletta und Mauritia hinüber. „Von dieser Position aus haben wir keine Möglichkeit uns Gegen ihre Bogenschützen zu wehren! Ihre Position ist einfach zu sicher. Aber solange die unsere Truppen beschießen sieht es schlecht für uns aus!“
Er wies auf die Position der feindlichen Bogenschützen welche sich auf dem Hang hinter Felsen eingegraben hatten und nun die Sturmwinder in der Flanke beharrten.
„Wir müssen an die Jungs da oben ran kommen! Also! Köpfe runter und Köpfe runter und rauf den Hang. Wir geben euch von hier unten aus Deckung!“
Mit diesen Worten gab er den andere Schützen ein Handzeichen und hob die Büchse um das Feuer zu erwidern.

Mauritia sprang als erste auf. Auf allen Vieren kroch sie die Böschung hoch, die nächste Deckung in Augen.
Nicoletta folgte brav und nach ihr noch sieben weitere Kundschafter die ebenfalls aus der Crew der Schiffe rekrutiert mit Pistolen und Granaten bewaffnet wenig zum Feuerschutz beitragen konnten.
Über ihre Köpfe krachten die ersten Schüsse ihrer Kameraden hinweg und schlugen Wirkungslos oben im Hang ein.
Der Stand der Schützen war viel zu schlecht um Wirkung zu erzielen. Doch zogen einige der Bogenschützen die Köpfe ein, was den Beiden es ermöglichte halbwegs sicher näher heranzukommen.
Sie schlugen einen weiten Haken um den Feind um in seine Flanke zu gelangen, während hinter ihnen die Schlacht tobte.
Die Menschen hielten sich doch lagen viele bereits von Pfeilen verwundet oder getötet auf dem Schlachtfeld und die Moral der Männer konnte jeden Augenblick kippen.

Nicoletta warf sich hinter einen Felsen und spähte vorsichtig über den Rand.
Sie konnten die Bogenschützen nun gut sehen. Gut 50 Mann die sich auf einem Kleinen Plateau über einem zerklüfteten Steilhang häuslich eingerichtet hatten. Eine natürliche Brustwehr aus Bruchgestein lieferte ihnen Schutz vor den Gewehrkugeln die aus dem Tal abgefeuert wurden.

Doch waren die Kundschafter beileibe nicht unbemerkt geblieben. Ein Gruppe der Bogenschützen hatte sich von seinen Kameraden entfernt und begann nun die neue Bedrohung ins Visier zu nehmen.

Ein Mann der auf Nicolettas Position zuhielt wurde von einem Pfeil gefällt und stürzte neben ihr in den Dreck, die Hand auf die Pfeilwunde in seiner Schulter gepresst. Sie packte ihn am Kragen und zerrte ihn hinter den Felsen wobei ein Pfeil nur wenige Zentimeter von ihrem Gesicht Einschlug.
Einer der Kundschafter der an einem erhöhten Punkt in Stellung gegangen war pfiff um ihre Aufmerksamkeit.
Er hatte zwei Granate von seiner Bandeliere genommen und wies mit dem Finger weiter den Hang hinauf wo ein kleiner Überhang die Stellung der Bogenschützen überschattete.
Sie Nickte und lief los.
Links und rechts von ihr schlugen Pfeile ein als sie auf die Position des Mannes zuhielt und und erneut in Deckung hechtete.
Er warf ihr die Granaten zu und zückte selbst eine zweite.
„Rauf da auf den Hang. Wir sprengen den Schutt da oben runter. Auch wenn wir sie nicht alle erwischen bekommen wir sie so zumindest aus der Deckung raus.“
Sie nickte erneut und startete wieder in geduckter Haltung los. Den Mann dicht auf ihren Fersen.

„Bleib hier verdammt nochmal!“ Hörte sie Mauritias Stimme hinter sich. „Oder willst du dich umbringen.“
Nicoletta lies sich jedoch nicht beirren und rannte weiter im Pfeilhagel weiter, sodass Mauritia nichts anderes übrig blieb als ihre Chancen zu verbessern.
„Los holt sie euch!“ Rief sie den fünf übrigen Kundschaftern zu sprang aus der Deckung und stürmte, gefolgt von den beiden Seeleuten, auf die kleine Gruppe Bogenschützen zu die sich von ihren Kameraden Entfernt hatten um Nicoletta und ihren Kameraden aufzuhalten.

Das Dutzend war erstaunlich diszipliniert. In zwei Trupps unterteilt ließen sie abwechselnd Salven auf die beiden Gestalten los, welche hastig das Zerklüftete Gefälle über ihnen erklommen um den brüchigen Vorsprung zu erreichen.
Erst im letzten Moment wendeten sich die drei am nächsten stehenden Unholden den anstürmenden Angreifern zu.um ihre Kameraden abzuschirmen.
Nicoletta sah aus den Augenwinkeln wie der vorderste Schütze mit disziplinierten Bewegungen seinen Bogen fahren ließ, einen Schritt nach vorne trat, so dem Streich des angreifenden Kundschafters entging, diesen gekonnt an der Gurgel packte und den überrumpelten Seemann mit einer fließenden Bewegung den Bauch aufschlitzte während er sein Schwert aus der Scheide zog.
Mit einer abfälligen Handbewegung stieß der Verlassene den geschlagenen über die Felskante und stürzte ihn so den zerklüfteten Abhang hinab um sich sofort dem Nächsten Angreifer zuzuwenden.
Doch die Kundschafter ließen sich nicht einfach Abwehren. Mauritia zwang ihren Gegner sofort in die Defensive während ihre beiden Mitstreiter im Sturm die Pistolen aus den Kleidern rissen und unter lautem Donnergrollen den Blutzoll des Feindes wegzumachen versuchten bevor sie direkt in den Nahkampf eingriffen.

Nicoletta Sprang über einen Felsvorsprung zog sich mit strampelnden Beinen an einem Felsen hoch und setzte sofort zu einem Sprint auf die nächste Geröllfläche an.
Sie war weit geschickter beim Klettern und so hängte sie den Grenadier bald ab welcher sich mühte mit ihr Schritt zu halten.
Doch hatte das zu ihrem Pech zur folge, dass sich der Pfeilhagel von unten auf sie konzentrierte. Ihr blieb nichts anderes übrig als noch schneller zu laufen und sich hinter jeden sich Bietenden Felsen zu decken um so wenig Trefferfläche wie möglich zu bieten.
Mit großen Sätzen, hielt sie auf einen großen Felsblock zu welcher auf einem rissigen Überhang ruhte wo offenbar schon früher eine Felslawine abgegangen war.
Sie befand sich auf den letzten Zehn Metern da fuhr ihr ein stechender Schmerz durch den arm.
Sie warf sich augenblicklich auf den Boden und blickte auf ihren Rechten Arm. Der höllische Schmerz rührte von einem Pfeilschaft der ihren Oberarm durchschlagen hatte und biss zur Mitte in ihm steckte.
Sie blinzelte die Tränen weg welche ihr in die Augen schossen und robbte die letzten Meter bis zu ihren Ziel.
Unbeholfen fummelte sie mit einer Hand die beiden schweren gläsernen Granaten aus ihrer Weste und warf sie in eine Vertiefung um maximale Wirkung zu erzielen als plötzlich eine Knorrige Hand über den Klippenrand ragte und sich festkrallte.
Sie hievte sich sich auf die Beine um den Angreifer abzuwehren, da sprang der verlassene bereits mit einem Kräftigen Satz auf den Vorsprung und warf sich mit einem Gellenden Schrei auf sie. Nicoletta ließ sich nach hinten fallen und konnte so einen Großteil des Aufpralls abfangen. Allerdings riss beim Aufschlag auf den Boden, der Pfeil an der Wunde in ihrem Arm und bescherte ihr höllische Schmerzen. Wütend rammte sie der Gestalt die auf ihr lag die Faust mehrmals ins Gesicht, doch dieser lachte bloß als ihre wuchtigen Hiebe ihm das Jochbein zertrümmerten.
„Ist Schmerz nicht etwas wunderbares?“ Zischte er sie in seinem obszönen Dialekt an, Richtete sich über ihr auf und legte ihr die knochigen Finger um den Hals um ihr die Luft abzudrücken.
Doch das war ein Fehler gewesen. Sie zog ein Knie an, rammte es ihm mit aller Kraft in die Rippen. Sein Griff lockerte sich einen Augenblick sodass sie die Beine unter seinen Körper bringen konnte. Sie setzte ihm die Stiefel an die Brust und drückte.
Ruckartig Löste sich sein Griff von ihr und er kippte hintenüber. Zu seinem Leidwesen, landete der Untote jedoch nicht mit den Überresten seines Sitzfleisches auf festem Boden, sondern fuhr ins Leere, sodass er mit rudernden Armen und einem unangenehm überraschten Gesichtsausdruck hinter dem Klippenrand verschwand.wo er gerade erst aufgetaucht war.

Nicoletta hustete und schnappte nach Luft während sie ihr Luntenfeuerzeug aus einer Tasche fummelte und mit dem abgenutzten Feuerstein versuchte eine Flamme zu entzünden.
Sie warf einen Blick zurück. Ihr Kamerad hatte es ebenfalls auf den Überhang geschafft und war seinerseits beschäftigt seine übrigen Granaten zu entzünden.
Kurz bevor er sie entzündete gab er ihr ein Handzeichen ihre scharf zu machen. „Los begraben wir sie.“ Rief er ihr enthusiastisch zu.
Sein Gesicht strahlte einen Augenblick in hämischer Vorfreude, nur um im nächsten Moment zu erstarren.
Ein Pfeilschaft ragte plötzlich aus seinem Brustbein. Er verdrehte die Augen und viel na vorn in eine Felsnische.

Nicoletta Fluchte was der Ausdrucksweise der Verlassenen ziemlich nahe Kam und entflammte das Zündloch ihrer Granaten. Sie stand auf und hetzte Zurück zur der Position ihres getroffenen Sprengmeister Kollegen während weitere Pfeile um sie herum an den Felsen zersplitterten.
Neben dem Mann angekommen, wälzte sie ihn auf den Rücken um mit ihrer noch brennenden Lunte seine Sprengkörper ebenfalls zu entzünden.
Als sein Kopf herum schwang entdeckte sie zu ihrer Überraschung, dass er nicht tot war.
Mit blass-blauem Gesicht hielt er die beiden rauchenden und Zischenden Glassprengkörper fest umklammert und hustete sie an.
„LAUF!“
Sie ließ den sterbenden los sodass er wieder über den Granaten zu liegen kam und sprintete Los.
Im letzten Moment warf sie sich in Deckung, wurde jedoch noch im Sprung von der Druckwelle der Detonation Erfasst. Ein Fragmentsplitter riss ihr eine Wunde ins Bein und sie überschlug sich um dann Hart auf den Felsen aufzuschlagen.

Sofort rappelte sie sich wieder auf und warf einen Blick zurück.
Im ersten Moment war der Effekt mehr als enttäuschend. Die Granaten hatten zwar beachtliche Krater in Fels und Erde gesprengt, doch saß der Überhang immer noch Fest.
Verzweifelt warf sie einen Blick den Hang hinab. Mauritia und die anderen hatten zwar ein paar der Gegner ausschalten können Doch waren außer Mauritia nur noch zwei Männer kampffähig, wozu erschwerend hinzukam dass die übrigen der zwölf Bogenschützen, nun da sie Keine Bedrohung mehr über sich sahen, ebenfalls gegen sie wandten.
Auch weiter unten im Tal stand der Kampf schlecht.
Die Sturmwinder befanden sich im geordneten Rückzug Wer nur leicht verwundet war, stützte die die nicht mehr selbst laufen konnten. Die übrigen behaupteten sich weiter gegen die untoten Soldaten, doch würde sich der geordnete Rückzug unter dem stets weiter hämernden Pfeilhagel bald in eine panische Flucht verwandeln, woraufhin sie wohl einfach überrannt werden würden.

Nicoletta kämpfte sich auf die Beine. Einen Augenblick spielte sie mit dem Gedanken einfach die Flucht zu ergreifen und ihr Heil in den Bergen zu suchen. Dann schüttelte sie den Kopf. Es erschien ihr sinnlos, selbst wenn sie sie nicht einfingen, würde sie mit ihren Verletzungen keinen Tag in den Bergen überleben. Außerdem hielt sie der Gedanke Mauritia zurückzulassen von der Flucht ab. Ein Gedanke der ihr ungewohnt erschien und so gar nicht behagen wollte. Und so machte sie sich wieder auf den Weg hangabwärts um wenigstens neben ihrer Freundin zu stehen wenn sie aufgerieben wurden.
Da dröhnte der Klang eines weiteres Horns über die zerklüftete Landschaft. Es klang vollkommen anders als das Signalhorn der Verlassenen. Sein Klang war dumpfer, subtiler und unheilvoller.
Der Schall erfüllte das ganze Tal, gleichmäßig und schwoll immer weiter an, bis Nicoletta glaubte die Steine unter den Vibrationen klappern hören zu können.
Und tatsächlich machte sich allmählich ein Knacken breit. Es wurde immer Lauter bis er das Dröhnen des Horns übertönte.
Dann mit einem wuchtigen Krachen Splitterte der Überhang ab und rutschte unter Tosen in die Tiefe.
Die Bogenschützen der verlassenen stieben auseinander. Einige sprangen die Klippe hinab nur um den Erdrutsch zu entgehen, andere rannten um ihr (beinahe) Leben, doch die meisten wurden unter Tonnen von Fels, Erde und Schutt zermalmt.
Die übrigen nahmen die Beine in die Hand und flohen in Richtung Gebirge wobei nicht wenige von ihnen von den Scharfschützen weiter unten niedergestreckt wurden, sowie sie die Deckung verließen.
Sobald sie die auf dem Hang kein ziel mehr hatten schwenkten sie um und konnten nun effektive Feuerunterstützung für die Fußtruppen geben.
Ohne dem tödlichen Regen im Nacken, kehrte auch wieder der Mut zurück. Unter den Rufen der Kommandanten sammelten sich die Soldaten wieder zu einer effektiven Schlachtlinie um mit einheitlichen Schreien nach Vergeltung gegen die Truppen Unterstadt mit aller Wut vorzurücken.
Beinahe Augenblicklich geriet der Angriff der Untoten ins Stocken sobald die sturmwinder Verbände von Musketenfeuer gedeckt vorrückten.

Nicoletta hinkte den Hang zurück und erreichte mit auf den Arm gepresster Hand bald die Stelle wo Mauritia stand.
Die Kundschafter die den Kampf überstanden hatten kümmerten sich um ihren verwundeten Kameraden denen noch zu helfen war.
Doch Mauritia stand bloß da und blickte den Hang hinauf. Nicoletta, die eigentlich in Stimmung für ein wenig Mitleid war, sah sie verwundert an, dann folgte sie ihrem Blick den Hang hinauf.

Hoch über der Abgesprengten Stelle beschattet von einer Felsnische Stand eine Gruppe Von Reitern. Gehüllt in schwarze Rüstungen und Roben, die Gesichter tief in Kapuzen gehüllt, blickten sie beinahe teilnahmslos auf die Geschehnisse im Tal. Einer von ihnen schien ein großes weißes Horn in Händen zu halten.
Nicoletta erschauerte. Sie konnte das Gesicht des Reiters unter der Robe nicht sehen. Doch schien er sie mit seinem Blick zu durchbohren. Dann mit einem mal, gaben wendeten sie ihre Pferde und ritten wieder zurück in die Felsen.
Sie blickte noch einen Augenblick auf die Stelle wo die Schaurigen gestalten bis eben noch verweilt hatten. Dann schüttelte sie bloß den Kopf und wandte sich ab um sich wieder aktuell wichtigerem zu widmen.

_________________
Mein Name ist Legion, denn wir sind viele.


Nach oben
 Profil Besuche Website  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Fallns Reise
BeitragVerfasst: 21. Jan 2015, 00:58 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 04.2011
Beiträge: 149
Geschlecht: männlich
7
Nachdem die Bogenschützen ausgefallen waren, dauerte es nicht mehr lange, bis die Verlassenen in die Defensive gedrängt wurden.
Eine Abteilung von Veteranen umging ihre Flanke und Rieb einen Untotenverband quasi im Alleingang auf. Als die überlebenden die Beine in die Hand Namen ließen ihre Anführer zum Rückzug blasen und setzten sich in Richtung des Flusses ab.
Die Soldaten der Allianz welche schwere Verluste zu beklagen hatten, verzichteten darauf sie zu verfolgen und Kehrten zum Tross zurück.

Mit den Verwundeten Soldaten war der Rest des Marsches um ein vielfaches schwieriger und so dauerte es beinahe einen weiteren vollen Monat, biss sie endlich das Kleine Lager der Argentumdämmerung erreichten.
Die Heiler der Argentumdämmerung waren zwar überschwänglich hilfsbereit, wirken jedoch ebenso missmutig darüber, dass weitere Kampftruppen der Allianz zum Tauziehen um Andorhall in den Kessel geworfen wurden, anstatt gemeinschaftlich auf den Reinigung des Landes hinzuarbeiten.

Als sie die Brücke zur Stadt überquerten stand ihnen eine weitere Überraschung bevor.
Das Zentrum der Stadt bestand nur aus Ruinen und mit Schutt überhäuften Straßen in denen sich die Angehörigen der Allianz, der Horde und der Geißel nahezu Tag und Nacht aufs Blut bekämpften. Doch der Westliche Bezirk war bereits gesichert und wieder aufgebaut. Wenn man durch die von neu errichteten Gebäuden gesäumten Straßen wandelte konnte man beinahe vergessen dass man eigentlich an einer Frontlinie Lebte.
Auch der Ost Bezirk war bereits Befreit doch hatten dort die Verlassenen ihren Brückenkopf errichtet und die Unheilvollen düsteren Gebäude der warfen Ihren Schatten auf die Schlachtfelder der Stadt.
Die Truppen der Allianz hielten das von ihnen kontrollierte Gebiet fest in ihrer Hand, angeführt von einem hochrangigen der Todesritter. Ein Umstand welcher Missmut unter einigen der Soldaten bereitete. Obwohl es hieß, dass er ein Held aus dem Krieg gegen den Lichkönig sei, dem viele Soldaten der ersten Legion ihr Leben verdankten.

Die nächsten Monate hatten Nicoletta und Mauritia ein gutes Leben. Die Armee stellten sie als freischaffende Kundschafter in Dienst und wohnten einigermaßen komfortabel in einem der neuen Wohngebäude. Die Tatsache dass sie sich das Bett teilen mussten, störte Nicoletta kein bisschen, zumal es seit Monaten das erste Richtige Bett war.

Doch tatsächliche Entspannung blieb dennoch aus.
Zu Jeder Tages und Nacht Zeit konnten sie ins Niemandsland auf Aufklährungsund Überfall Missionen geschickt werden.
Die Bezahlung war akzeptabel und zu Beginn waren die Einsätze auch einigermaßen einfach zu bewältigen.
Die Geißel Stand ohne Nachschub auf verlorenen Posten und agierte unkoordiniert.
Doch je weiter die Geißel zurückgedrängt wurde desto häufiger kam es zu Zusammenstößen mit der Geißel.
Anfangs noch hauptsächliches Säbelrasseln doch allmählich kam es auch zu ersten Kämpferischen Auseinandersetzungen.
Und spätestens als der Lich welcher die Geißel Anführte viel und Thassarian auf den Kommandanten der Horde Truppen, ebenfalls ein Todesritter mit Namen Koltira, traf, stand die Eskalation Kurz bevor.
Zwar ordnete Thassarian eine Waffenruhe an, doch sahen die Milizionäre ihre Chance gekommen Andorhall gänzlich für die Menschen in Anspruch zu nehmen und Ignorierten die Order des Todesritters

Schon am nächsten Tag wurden alle verfügbaren Truppen Mobilisiert und selbst die zivilen Siedler wurden zu Waffen gerufen und ins Feld geschickt.
So warf auch die Horde alle ihnen zur Verfügung stehenden Mittel in den Kessel und es .kam zu einer langen und hässlichen Schlacht in den Straßen der Stadt.

Nicoletta überwand erklomm gekonnt das erste Stockwerk eines eingestürzten Gebäudes. Ihre Freundin folgte ihr milde fluchend mit strampelnden Beinen biss Nicoletta ihren Arm packte und sie zu sich hoch zerrte.
In der Ferne war eine Detonation zu hören, gefolgt von dem Ohrenbetäubenden Kreischen einer Val'kyr welches gequält über das nächtliche Schlachtfeld hallte.
„Ich werde allmählich zu alt dafür.“ Seufzte sie anstelle eines Danks während Nicoletta sich bereits die Nächste Mauer hochzog.
Mauritia folgte ihr schnaufend.
Als sie Nicoletta beinahe erreicht hatte legte das Mädchen plötzlich einen Finger an die Lippen und deutete nach unten.
Eine schwer gerüstete Abteilung der Verlassenen Bog aus den Schatten einer Gassen und eilte die Hauptstraße entlang in Richtung des Hauptplatzes.
Mit einem mal hob der Anführer die Faust und die Kampfgruppe kam mit einem mal zum Stillstand.
Suchend und Schnüffelnd blickten sich die lebenden Leichen um als hätten sie etwas gewittert. Nicoletta presste sich, in Befürchtung bemerkt worden zu sein, auf die morschen aufgebrochenen Bodendielen ihres erhöhten Verstecks.
Der Anführer der verlassenen näherte sich ein Paar Schritte ihrer Position und sie hielten den Atem an.
Doch gerade als er den Kopf hob um die Ruinen abzusuchen, wurden laute Geräusche aus einer Gebäuderuine unter ihnen hörbar.
Die Untoten fuhren herum und mit einem Mal warfen sich Milizsoldaten, in leichten Rüstungen und mit Schwertern bewaffnet auf die Soldaten der Horde. Diese reagierten augenblicklich und stellten sich zum Kampf.
Unter dem Klirren der Waffen richtete sich Nicoletta wieder auf und winkte Mauritia weiter. Sie balancierten einen verkohlten Balken und sprangen über eine kleine Lücke zwischen den Gebäuden hinweg wobei Mauritia ein weiteres mal beinahe abgestürzt wäre.
Die Müdigkeit, nach den letzten harten Tagen bei wenig Schlaf mitten im Feld, stand ihr ins Gesicht geschrieben. „Du hast keine Ahnung wie sehr ich mich darauf freue wenn wir endlich wieder in unserem Bett liegen.“ schnaufte sie als sie sich hoch zog. Ist es noch weit Bis zum Treffpunkt?
Nicoletta schüttelte den Kopf und zeigte auf ein halbwegs intaktes Gebäude ein Stück voraus.
Sie rafften sich ein weiteres mal auf und eilten sich ihr ziel zu erreichen.

Durch ein Loch in der einst weiß getünchten Hauswand betraten sie das Gebäude. Ein finsterer Raum voller Schutt und Fäule
„Donner!“ Kam augenblicklich ein Ruf aus dem dunklen in der Gossensprache. „Blitz“ Vervollständigte Nicoletta, die etwas besser mit dem ordinären Dialekt vertraut war, die Parole.
Augenblicklich schälten sich einige mit Vorderladern bewaffnete Soldaten aus der Dunkelheit und bezogen Stellung an den zerbrochenen Fenstern um die Umgebung im Auge zu behalten.
„Bin ich froh, dass ihr Mädels doch noch auftaucht. Ich hätte nicht darauf gewettet, dass ihr es schafft.“ Meldete sich Sebastiane zu Wort als er, Pfeife Schmauchend den Raum durchschritt. Wie die Anderen Männer seiner Einheit trug er einen Dunkelblauen Kapuzenumhang, die Kapuze ins Gesicht gezogen, welche ihnen die unentdeckte Fortbewegung in den nächtlichen Straßen ermöglichen sollte. „Was habt ihr zu berichten?“
Nicoletta nahm Mauritia bei der Hand und führte sie zu einem alten Holzregal und half ihr sich auf den Boden zu setzen um sich dann machte sie sich daran den schmutzigen groben Verband der stümperhaft um Mauritias Arm gewickelt war zu überprüfen.
„Wir waren am östlichen Brennpunkt.“ Begann Mauritia ihren Bericht. „Wir Kontrollieren zwar den Großteil der Stadt, aber die Verlassenen haben bereits zum Gegenangriff ausgeholt. Sie Rücken mit Starken Truppen nach Süden vor und versuchen uns das Wasser abzugraben.“ Sie legte eine Hand auf die von Nicoletta und zog sie zu sich auf den Boden.
Auf dem Rückweg sind wir mit einer Patrouille zusammengestoßen. Zwei haben wir auf die Bretter geschickt bevor wir Fersengeld geben mussten, aber einer von ihnen hat mich am Arm erwischt.“ Sie deutete auf den Verband. „Ist es schlimm?“ Fragte der Zwerg. „Ich werd's schon überleben.
Sebastiane fluchte kurz auf Zwergisch vor sich hin, um dann in der Gemeinsprache fortzufahren.
„Eure Beobachtung deckt sich mit denen der anderen Kundschafter.“ Seufzte er. „Thassarian wusste schon wovon er sprach als er die Waffenruhe Wollte. Wir mögen sie überrascht und den Großteil der Stadt in unsere Gewalt gebracht haben. Aber wie viele Angriffswellen können wir abwehren? Eine? Zwei? Wir werden uns eingestehen Müssen dass die Verlassenen hier das Sagen haben. Sie verfügen über mehr Ressourcen und haben bei Leibe den besseren Nachschub an Truppen. Ach was sage ich diese verfluchten Val'kyr drehen unsere Gefallenen einfach um. Nein Mädchen diese Schlacht können wir nicht gewinnen. Und Wenn die Herren da draußen das nicht bald begreifen, werden auch wir unserem Schicksal hier begegnen.“
Irgendwo, nicht unweit ihrer Position wurde Geschützfeuer laut.
Nicoletta hatte den Kopf auf Mauritias Schulter gelegt und die Augen geschlossen. Sie stopfte sich ein Stück trockenes Brot in den Mund und gab den Rest ihrer Freundin weiter,
„Und was sollen wir jetzt tun?“ Fragte sie kauend.
„Wir?“ Der Zwerg zog an seiner pfeife, schmauchte einen Augenblick nachdenklich und fuhr dann fort. „Wir... werden hier bleiben und unsere Pflicht erfüllen.“ Er zog noch einmal an seiner Pfeife und klopfte sie schließlich an einem verkohlten Türrahmen aus.
„Aber ihr... werdet zusehen, dass ihr aus diesem Hexenkessel verschwindet.“ sprach er mit Bestimmtheit weiter. „Betrachtet das als einen direkten Befehl.“ Er seufzte. „Die anderen mögen es noch nicht sehen. Aber ich mache das bereits lange genug um zu wissen wenn das Schlachtenglück sich wendet. Und ich will nicht, dass ihr für nichts und wieder nichts hier sterbt. Überlasst das mal den echten Soldaten.“ Er lachte Trocken. „Und wer weiß. Wir werden wie immer alles geben. Und mit etwas Tapferkeit und Vertrauen überstehen wir auch diesen Sturm.“ Er seufzte als glaubte er nicht all zu sehr daran„Unten Am Fluss liegt ein Boot. Einer meiner Männer bewacht es. Er wird euch hinüber zum Zugwindlager übersetzen.“
Nicoletta nickte und stand auf. Sie hatte wirklich keine Lust hier zu bleiben wenn die Lage so schlecht stand. Das musste man ihr nicht zwei mal sagen.
Sie weckte Mauritia die eingenickt war auf half ihr beim aufstehen.
Sie führte sie die morsche Treppe hinunter und zu der Eingangstür die Schief in den Angeln hing.
Sebastiane stapfte ihnen hinterher. „Damit ihr nicht denkt ich würde euch vollkommen uneigennützig helfen.“ Er zog einen Brief aus der Tasche und gab ihn an Nicoletta. „Wenn ich es nicht schaffe und euch euer Weg irgendwann nach Eisenschmiede führt. Bringt ihr den meinem Sohn. Peek Sebastianeson.“
Nicoletta packte ihn in ihre Beintasche und nickte. Dann gingen sie hinaus in die Nacht.

Es war immer noch dunkel doch war in der ferne bereits ein Anbrechender Morgen zu erahnen.
Mit dem neuen Tag schienen auch die Gefechte in den Straßen wieder zu entflammen.
Mit der aufgehenden Sonne kehrte gleichermaßen Leben und Tod in die Stadt zurück.
Es dauerte nicht lange als die erste Abteilung Schwertkämpfer im Laufschritt, unter anspornenden Rufen des Sergeanten die Straße in Richtung des verfallenen Rathauses hinunter jagte.
Aus der Richtung in welche sie eilten schwoll bereits wieder das monotone Klirren von Waffen, Donnern von Geschützen, Rattern der Fleischwägen und das Klagen der verwundeten zu hören.
Die beiden Frauen bewegten sich mit geschulter Eleganz durch die Ruinen.
Den Westturm immer zu ihrer Rechten versuchten sie möglichst unbemerkt die Stadt zu verlassen.
Geschickt wichen sie den Brennpunkten der Schlacht aus, hielten sich abseits der Hauptwege und nutzten, die Müdigkeit und Erschöpfung unterdrückend, jede Gelegenheit das urbane Terrain zu ihrem Vorteil zu nutzen.
Sie schlängelten sich durch das verkohlte Gerippe eines alten Wohnhauses. Eine halb zerbrochen daliegende Treppe brachte sie ins Obergeschoss. Mit einem Sprung durch ein Loch, welches von einem Geschütz herzurühren schien, überwanden sie eine Gebäudekluft und stiegen über einen schiefen Balken wieder auf die Straße hinab. Als sie über diese übersetzen wollten wurden sie plötzlich von einem Explosivgeschoss von den Beinen Gerissen welches in ein naheliegendes Lagerhaus einschlug. Sie rappelten sich wieder auf, kämpften sich hustend aus dem aufgewirbelten Staub und erklommen die Überreste einer verfallenen Baracke. Sie duckten sich hinter eine zersplitterte Holzwand in Brusthöhe und ließen so eine Einheit der Untoten passieren, die begleitet von Fleischwagen ins Gefecht zogen, erklommen eine halb eingestürzte Fassade und hechteten durch ein Fenster in ein weiteres Gebäudeinnere nur um sich drei feindlichen Kundschaftern gegenüber zu sehen. Ein Mann und eine Frau in violetter Lederkleidung saßen, mit geschulterten Karabiner um eine kleine Feuerstelle während ein weiterer, etwas größerer mit zu stacheln aufgestellten haaren, sein Gewehr in Händen, am anderen ende des Eingestürzten Raumes stand von wo aus er die gegenüber liegende Straße zu observieren Schien.
Mauritia reagierte als erste. Ihr Säbel fuhr aus der scheide noch bevor ihre gegenüber die Bedrohung richtig wahr genommen hatten.
Einer der Untoten die am Feuer gesessen hatten sprang aus sitzender Position auf und ihr entgegen. Der Säbel durchstieß sein Sternum krachen und lies den Leib schlaff in ihre Arme sinken.
Nun musste sie jedoch ihre Klinge erst wieder befreien während die Kameradin des Verlassenen bereits mit gezückter Klinge auf sie zu kam. Auch der Wachposten war nun kampfbereit und legte auf die Angreiferin an.
Nicoletta blickte schnell zwischen den dreien hin und her. Ihr blieb nur ein Augenblick abzuwägen welche Gefahr größer war, dann sprintete sie los. Quer über die fauligen Bodendielen, sprang sie den Schützen mit bloßen Händen an und verriss ihm im letzten Augenblick den Gewehrlauf.
Der Schuss krachte ins lehre, als der Untote hintenüber zusammen mit Nicoletta aus der zerfallenen Etage ins Erdgeschoss stürzten.
Sie krachten auf einen Morschen Holztisch und Nicoletta wurde die Luft aus den Lungen gepresst obwohl ihr Gegner einen teil des Aufpralls unter ihr abfederte.
Er bleckte die Zähne und stieß ihr den stacheligen Kopf vor die Stirn. Als sie auffuhr nutzte er den Platz und schleuderte sie mit einem Tritt vor die Brust durch den Raum. Als sie in einer Wolke aus Staub und Holzsplittern einen Haufen Fauliger Holzmöbel mit ihrem Körper zertrümmerte fragte sie sich einen Augenblick, wann dieses Chaos eigentlich begonnen hatte zur Gewohnheit zu werden und hoffte inständig, dass jemand anders als sie selbst Schuld daran hatte.
Die beiden Kontrahenten kämpften sich wieder auf die Beine und gingen aufeinander los ohne dass sie noch Zeit hatten ihre Klingen zu ziehen.
Der knochige Schütze war zwar stärker als sie jedoch hatte sie mittlerweile gelernt die Schwachpunkte der Untoten zu finden und zu nutzen.
Immer wieder trat und Schlug sie ihm gegen Rippen Schläfen und andere fragile Partien während sie versuchte seinen wuchtigen Hieben zu entgehen indem sie versuchte die ungelenken Bewegungen der Morschen Knochen vorherzusagen und immer wieder einen toten Winkel zu finden.
Es sah aus als würde sie ihn nach Strich und Faden fertig machen und donnerte ihm gerade die behandschuhte Faust gegen eine krachende Rippe, als er plötzlich seinen Arm fallen ließ und den Ihren einklemmte. „Sie fallen immer wieder darauf rein.“ Krächzte er und zog ein mit Leder umwickeltes abgebrochenes Stück Eisen drohend aus seinem Gürtel. Sie konnte gerade noch nach seiner Hand greifen bevor die improvisierte Klinge in ihr Auge Eindrang. Der Stärke ihres Kontrahenten hatte sie jedoch nicht allzu viel entgegenzusetzen und so näherte sich das Scharfe Objekt langsam immer weiter ihrer Pupille.
Plötzlich war ein lautes krachen zu hören und der Körper einer Frau stürzte mit einem Aufschrei in einen Stapel von Kisten mit undefinierbarem verfaultem Inhalt und zog die Aufmerksamkeit des Stachelköpfigen einen Augenblick auf sich.
Nicoletta nutzte die Unaufmerksamkeit, hob einen Stiefel und ließ ihn mit aller Kraft auf den Oberschenkel ihres Kontrahenten prallen.
Es knackte leicht und der Untote sank etwas ein. Der Druck auf die Klinge ließ einen Moment nach sodass Nicoletta ihren Griff verändern konnte, ihm die Hand ausdrehte und mit einem Ruck seine eigene Klinge gegen ihn wandte und ihm durch die Stirnhöhle trieb.

Mit schmerzenden Gliedern Ging sie auf die Stelle zu wo eben der Körper aufgeschlagen war und hoffte inständig nicht Mauritia vorzufinden, doch noch bevor sie die zertrümmerten Kisten erreichte spürte sie bereits eine Hand auf ihrer Schulter und hörte Mauritia die ihr ins Ohr schnaufte. „Wenn wir hier raus sind, dann gehen wir irgendwo hin wo es Orks gibt. Riesengroße, schlichte dumme, brutale, muskulöse, blutrünstige Orks. Alles besser als das hier.“
Sie Fasste Nicoletta und zog sie mit sich, hinaus aus dem Gebäude.
Der weitere Weg führte sie nun wieder auf Allianz Territorium. Das Bild aus Zerstörung wich dem von Zahlreichen eingerüsteter Baustellen und Zahlreicher bereits fertiggestellter Bauwerke. Die Straßen hier wahren verlassen und so ließen sie ihre Deckung etwas fallen als sie über die neu gepflasterten Straßen schritten.
Nicoletta fiel auf das Mauritia sich die Seite hielt und stark hinkte. Der Kampf schien nicht ganz so glimpflich ausgegangen zu sein wie sie erst gedacht hatten. Mehrere mahle stürzte sie beinahe und Nicoletta musste sie das letzte Stück des Weges Stützen bis sie das kleine Dock erreicht hatten.
Sebastianes Mann half ihnen eilig ins Boot und ruderte auf den Fluss hinaus.

Schlag um Schlag ruderten sie Strom Abwärts.
Nicoletta riss zwei lange Streifen von ihrer Weste ab, was den Ruderer einen Augenblick aus dem Takt brachte, um die Verletzungen ihrer Freundin zu verbinden und wartete ging dann nach vorne zum Bug um das nahende Ufer auf verdächtige Bewegungen abzusuchen.
Sie legten an der Nebligen Uferbank an und erklommen die Böschung.
Ihr Ruderer begleitete sie mit seiner Büchse in Händen bis auf die Hügelkuppe.
Von oben aus hatten sie einen blick über die ausladenden Friedhöfe des Trauerhügels, welche im morgendlichen Dunst dalagen.
„Die Strömung hat uns zu weit Stromabwärts getrieben.“ Meinte ihr Begleiter. „Seht ihr die Straße da die Zwischen den Gräberflächen verläuft? Folgt ihr einfach nach Westen. Da wo die Bäume dichter werden. Dann kommt ihr zum Zugwindlager.“
„Kommt ihr nicht mit Uns?“ Fragte Nicoletta, doch er schüttelte entschlossen den Kopf. „Und den Anderen den ganzen Spaß für sich lassen? Wenn auch nur einer von denen Überlebt kann ich mich auf was gefasst machen.“
Er machte sich wieder an den Abstieg zu seinem Boot. Er schob es zurück ins Wasser und sprang hinein. Dann hob er zu einem Stummen Gruß noch einmal die Hand, griff zu den Rudern und machte sich auf den Rückweg.

Nicoletta und Mauritia schritten durch die Reihen der granitenen Grabsteine unweit der Straße. Obwohl sie kaum damit rechneten auf dieser Straße feindlich gesinnten Kriegern zu begegnen, doch waren sie es zu sehr gewohnte abseits zu laufen.
Die Gräber schienen in endlosen Reihen zu verlaufen welche in unglaubliche Stille gehüllt zu sein Schienen.
„Denkst du dein Vater liegt hier?“ Fragte Mauritia nachdem sie eine gefühlte Ewigkeit damit verbracht hatte auf den Boden zu starren.
Nicoletta schüttelte schweigend den Kopf.
„Ja. Wahrscheinlich war niemand mehr übrig der die Überreste hätte bestatten können... Und selbst wenn wäre es wohl vergebene Liebesmüh hier ein bestimmtes Grab zu finden.“
Nicoletta hob plötzlich die Hand. Im nächsten Augenblick ließen sich beide zwischen den Grabsteinen zu Boden fallen.
„Was ist?“ Hauchte Mauritia zu ihr hinüber.
Nicoletta zeigte geradeaus. „Rüstungen und Waffen Klirren.“

Sie Robbten durch die Gräberreihen voran bis sie an ein kleines Mausoleum kamen von welchem aus sie einen guten Blick die Straße Runter Hatten.
Eine ganze Marschkolonne in violetten Rüstungen Stand dort bereit. Soldaten mit Schwertern und Dolchen, Kavalleristen auf Todesrössern, Monstrosität und Fleischwägen. Ein Ganzes Heer, bereit über die Ostbrücke in die Schlacht zu reiten.
„Das ist Verstärkung aus Tarrens Mühle.“ Raunte Mauritia. Doch Nicoletta Schüttelte den Kopf. „Nicht möglich. Wenn sie aus Tarrens Mühle kamen Hätte der Si7 bescheid gewusst.“
„Egal woher sie Kommen. Wenn sie diese Truppen Über die Brücke Schicken, werden sie Unsere Leute einfach überrennen.“
Nicoletta blickte Nachdenklich zu Boden. Dann sah sie wieder auf.
„Ich werde zurück gehen.“
Mauritia schüttelte entschieden den Kopf. Du willst zurück ins Wasser, kurz bevor sie die Haie hineinwerfen?“
Nicoletta nickte einfach und Mauritia verzichtete auf weitere Gegenargumente.
„Du bist ein braves Mädchen. Weist du das? Gehen wir.“
Doch Nicoletta schüttelte den Kopf. „Du bist zu schwer verletzt. Bleib hier und warte bis sie abgerückt sind. Warte beim Zugwindlager auf mich. Ich komme nach sowie ich Sebastiane gewarnt habe.
Mauritia wollte widersprechen doch wurde sie von ihrer Freundin mit absoluter Bestimmtheit zurückgehalten.
Resignierend, lehnte sie sich an die steinerne Wand des Mausoleum und rutschte langsam an ihr herab.
„Lass mich bloß nicht zu lange Warten.“


Den Weg zur Ostbrücke legte sie beinahe im vollen Lauf zurück. Sie setzte über unzählige Gräberreihen hinweg wobei sie nicht nur einmal beinahe in ein ausgehobenes und nie befülltes Loch gestürzt wäre.
Sie ignorierte das Seitenstechen und konzentrierte sich darauf zwischen den endlosen steinernen Alleen nicht die Orientierung zu verlieren, bis sie endlich ohne zu wissen wie lange sie wohl gelaufen war, die Steinerne Brücke voraus sah. Doch gerade als sie die Brücke betreten Wollte hörte sie lautes Hufgetrappel hinter sich.
Eilig sprang sie in das Nahe Gestrüpp am fuße einer Statue welche wohl früher einmal einen Kriegerdenkmal hatte darstellen sollen.
Aus dem Westen kamen zwei Reiter angetrabt. Einer der Reiter ritt auf einem Skelettross mit Weiß-grauer Pferdedecke sowie passender Rüstung und Helm. Die andere Gestalt saß auf einem schlichten Palomino trug dunkle Kleider und hatte eine Kapuze tief ins Gesicht gezogen gezogen ein dunkles Bündel vor sich über den Sattel geworfen.
Die beiden Reiter kamen eilig den weg herauf und hielten auf die Brücke zu. Doch als sie etwa auf Nicolettas Höhe waren hob der fordere der beiden Reiter plötzlich eine Hand und sie hielten beide ihre Pferde. Der Palomino scheute und tänzelte unruhig wobei die Kapuze seiner Reiterin verrutschte und den Blick auf das blonde strähnige Haar und das geschundene Gesicht von Sugar freigab.
Der fordere Reiter Stieg ab und blickte suchend über das Feld aus Grabsteinen.
„Komm raus, komm raus, wo immer du bist!“ Krächzte die verzerrte, wenngleich unangenehm vertraute stimme unter dem dunklen Visier hervor.
Nicoletta drückte sich tiefer in das wilde trockene Gras und machte sich daran sich rückwärts robbend in Richtung der steinernen Brücke abzusetzen.
Obwohl sie sich nahezu geräuschlos bewegte, fuhr sein Kopf augenblicklich in ihre Richtung und fixierte die Stelle an der sie lag, kam jedoch nicht näher.
„Du kannst jetzt rauskommen! Wir werden dir auch nichts tun!“ Säuselte der verlassene weiter.
Nicoletta bewegte sich Schneller und versuchte Raum gut zu machen bevor ihr Verfolger des Spieles leid wurde und auf sie zu käme.
Sie spannte die Muskeln an und bereitete sich darauf vor, los zu sprinten, den Blick immer noch auf die Stadt geheftet.
„Reicht das nicht? Ich binn's nicht gewohnt mit niederen Kreaturen zu verhandeln. Lass mir etwas Zeit mich ein zu gewöhnen. Wie wäre es damit? Du kommst heraus, dafür werde ich IHR nichts tun!“
Er hob eine Ketten-behandschuhte Hand und gab Sugar hinter siech ein Zeichen. Diese griff nach dem Bündel vor sich, zog einen grauen Jutesack von dem Bündel welches Mauritias rotes Haar enthüllte und warf diese in den Staub der Straße.
Der Verlassene schritt zu der auf dem Pflaster liegenden hinüber und stellte einen Stiefel drohend auf ihren Hals.
Mauritias Gesicht war überseht von blauen Flecken und Schürfwunden. Eingetrocknetes Blut klebte unter ihrer Nase und bedeckte die geschwollene Oberlippe.
„Ich zähle bis Drei!“ Krächzte die Stimme. „Eins, Zwei...“
Nicoletta gab sich geschlagen und erhob sich augenblicklich sichtbar in dem Feld. Obwohl sie den Blick des Untoten nicht sah spürt sie förmlich wie sich ein Lächeln auf seinem Gesicht breit machte.
„Renfield. Welche Freude. Ich hätte wirklich nicht gedacht, dass wir uns wieder sehen würden... Wenngleich ich auch zugeben muss... ich hatte so eine Vermutung als man mir das da brachte.“ Er drückte Mauritia noch einmal mit Nachdruck in den Staub und trat dann von ihr zurück als Nicoletta auf ihre Freundin zu eilte und neben ihr niederkniete.
Mauritia rappelte sich auf und blickte sie mit dem nicht zugeschwollenen Auge an. „Sie ist uns wohl schon seit Durnholde gefolgt.
Sie hat den Verlassenen auch geholfen den Hinterhalt an der Zugwindspitze zu legen. Du warst keine Fünf Minuten fort, da hat sie bereits diesen Kerl und seine Freunde angeschleppt. Das hat man davon wenn man nicht gründlich ist.“
Nicoletta bettete Mauritias Kopf auf ihren Schoß und versuchte ihr das Blut aus dem Gesicht zu wischen.
Der Untote kam mit selbstgefälliger Haltung wieder auf sie zu „Eine Sache die ihr auf jeden Fall aus dieser Geschichte lernen könnt...“ Lachte er und zog den Helm vom Kopf. „...ist dass ihr jemanden immer erst als tot abschreiben solltet, wenn der Kopf daneben liegt.“ Mayer lachte. Sein Gesicht war grau und eingefallen. Die hohlen Wangen und das schüttere strohige Haar hatten jede Farbe verloren und ein Loch klaffte an der Stelle in seinem Hals wo Nicoletta einst die Klinge versenkt hatte. „Ich sollte dir beinahe dankbar sein. Ich dachte wirklich dein mieser Anblick wäre das letzte was ich zu Gesicht bekäme. Doch die Arme der Bansheekönigin reichen weit. Und ich kann mich eigentlich nicht darüber beklagen.“
Nun kamen auch allmählich weitere Verlassene in Sicht. Eine ganze Kompanie von gut 80 Schützen in Kettenrüstungen in der Farbe von Mayers Rüstung, bewaffnet gleichermaßen mit Musketen und Langbögen schälte sich aus dem Diffusen Licht welches über dem Trauerhügel lag und sammelten sich auf der Straße. Einer der höherrangigen Schützen ging auf den Kommandanten zu.
„Wir sind wie Befohlen der Hauptstreitmacht voraus. Kommandant Narcissus folgt mit seinen Truppen und wird den Angriff über die Flanken anführen.“
Mayer nickte bloß und wandte sich dann Sugar zu die immer noch im Sattel saß. Diese starrte wütend auf die beiden auf dem Boden kauernden hinab, die Hand an dem Messer in ihrem Gürtel.
„Geduld meine liebe, Geduld.wir wollen doch nicht überstürzen.“
Sugar schüttelte bloß den Kopf. „Ich habe euch Gesindel nun schon zum zweiten mal geholfen. Und trotzdem leben sie immer noch. Gebt mir was ihr mir schuldet, dann lasst sie mich töten, damit ich endlich von hier verschwinden kann.“ keifte sie.
Der nun untote Mayer verzog eine ungehaltene Miene. „Das ist aber nicht die feine Gilneische Art mit Verbündeten zu sprechen.
Sugar schüttelte nur erneut den Kopf. „Schluss damit. Bezahlt mich aus!“
Der ehemalige Bootsmannsmaat legte die Hände auf den Rücken und schritt hinüber zu ihr und nickte. „Da habt ihr wohl recht. Ich bleibe ungern etwas schuldig.“ mit diesen Worten zog er den schönen wenn auch schlecht gepflegten Rapier und versenkte ihn in Sugars Unterleib. Überrascht fasste sich diese an die Seite wo plötzlich Blut zwischen ihren Fingern hindurch sprudelte. Mayer richtete die Spitze der Waffe auf Nicolettas Gesicht. „Das selbe gilt natürlich auch für dich meine Liebe. Auch dir bin ich immer noch etwas Schuldig.“ Mit diesen Worten schlug er die Flache Seite seiner Klinge gegen das Hinterteil von Sugars Pferd.Dieses bäumte sich auf und rannte Los. Geradewegs über die Brücke in Richtung der Schlacht. Seine sterbende Reiterin mit sich nehmend.

Die Schützen Bezogen Stellung an der Brücke, Behielten das andere Ufer im Auge und Warteten ab bis die Haupttruppen des Flankenkomandos sie eingeholt hatte.
Narcissus, der Kommandant der Truppe war ein hoch gewachsener bulliger Untoter der in violetter Plattenrüstung mit den Zeichen der Todeswache.
Sobald er eintraf und an Mayer herantrat, wirkte dieser nervös und setzte eilig seinen Helm wieder auf.
„Ist die Flüchtige Agentin eingefangen worden?“ Grollte er bedrohlich ohne den offensichtlich auf der Straße kauernden Beachtung zu schenken.
„Ja. Ja Sir. Und um die menschliche Verräterin habe ich mich ebenfalls gekümmert.“ Erwiderte der angesprochene Kleinlaut, womit eindeutig war wer hier das Sagen hatte.
„Das ist gut. Wir werden unverzüglich zum Angriff übergehen.“ Mit abfälligem Ton fügte er noch hinzu. „Ihr und euer Haufen sichern die Brücke von dieser Seite. Tötet Jeden feind der diese Brücke überqueren will. Macht eure Sache gut, dann überlege ich mir vielleicht noch einmal mir eine Meinung über euch zu Bilden. Mit einem Stiefel trat er den Peinlich berührten Mayer aus dem weg und Gab seinen Leuten das Zeichen zum Einrücken. „Mit den Gefangenen könnt ihr tun was ihr wollt. Sie sind jetzt Wertlos!“

Es dauerte Stunden, die Nicoletta, Mauritia immer noch in Armen haltend an einem Grabstein abseits der Straße, stets in Mayers Blickweite, lehnte und In der ferne, hilflos, den Verlauf der Schlacht beobachtete. Ihr früherer Vorgesetzter hielt es wohl für eine Lustige Idee, dass sie sich wohl noch den Untergang der Allianz Truppen ansehen solle bevor er sein Versprechen einlöste ihr endlich die Stimmbänder herauszuschneiden.
Auch wenn es nicht viel mehr zu sehen gab als Gelegentliche Explosionen die aus den Trümmern aufstiegen, doch war kein Zweifel mehr daran, dass die Verlassenen das Feld für sich entscheiden würden.
Die Nachmittagssonne senkte sich bereits gegen den Horizont ohne, dass das Merkwürdige Licht der Gegend auch nur einmal einen Richtigen Tag hätte vermuten lassen.
Mayers Schützen hatten zwischen den Grabstätten Stellung bezogen und Behielten das Andere Ende der mit Trümmern bedeckten Brücke in Auge.
Lange zeit war nichts zu sehen, doch irgendwann schließlich rührte sich etwas.
Aus den Trümmern bewegten sich einzelne Gestalten in den Rüstungen der Kämpfer Andorhall.
Viele waren schwer verwundet und wurden Teilweise von ihren Kameraden geschtützt.
An den Flanken angespannt die Umgebung absuchend wurden sie von Schützen flankierten, an der Spitze eine nur zu bekannte Gedrungene Gestalt.
Der Zwerg hinkte und über seinem linken Auge lag eine schmutzige Kompresse.
Nicolettas Herz machte einen Augenblick lang einen freudigen Sprung, doch dann Realisierte sie, dass sie im Begriff waren sich über die gesperrte Brücke abzusetzen.
Die Verlassenen duckten sich in Ihre Deckungen als die Gruppe Flüchtiger einen Fuß auf die Brücke setzten und begannen, sie vorsichtig zu überschreiten.
Pfeile wurden an Sehnen gelegt und Hähne wurden gespannt als die Untoten ihre Waffen leise auf die Brücke anlegten und abwarteten bis Mayer das Signal gab das Feuer zu eröffnen.
Einer der Schützen machte jedoch den Fehler, Einen Grabstein direkt vor Nicoletta z nutzen um sein Gewehr aufzulegen.
Mit aller Kraft trat sie zu, wobei Mauritia unsanft von ihrem Schoß geschleudert wurde und traf den Lauf der Altmodischen Hakenbüchse hart und ein Schuss Löste sich.
Augenblicklich warfen sich die Flüchtigen auf der Brücke hinter jede ihnen zur Verfügung stehende Deckung, was in diesem Fall nicht viel war und legten ihrerseits die wenigen ihnen zur Verfügung stehenden Waffen an.
Der Getretene Arkebusier hob seine Waffe und stieß Nicoletta den Kolben ungehalten gegen die Schläfe woraufhin sie benommen zurück fiel, sich den Kopf an dem Grabstein stieß und liegen blieb.
Im selben Moment gab Meyer den Befehl das Feuer zu eröffnen.
Kugeln Schlugen reihenweise in die Brücke ein und Pfeile spickten die Deckung der Überraschten Soldaten.
Sebastiane ließ sofort das Feuer Erwidern doch konnten sie nicht ansatzweise ihre Feuerkraft ausreichen massieren um den Feind zurück zu schlagen.
Reihenweise Vielen die Männer auf der Brücke, bis sie letzten Endes keine andere Möglichkeit als einen Ausfall zu versuchen.
Während die Schützen weiterhin unentwegt luden und feuerten, Stürmten alle Nahkämpfer voran und gingen trotzt schwerer Verluste durch feindliches Sperrfeuer auf die Untoten los.
Es entbrannten unzählige Einzelkämpfe zwischen den Grabstätten und obwohl die Allianzsoldaten zwar anfangs noch zahlenmäßig überlegen waren waren sie doch zu ausgelaugt oder verwundet um sich behaupten können. Und so viel ein Soldat nach dem anderen. Aufgespießt von den Klingen der Untoten.
Schließlich ging auch den letzten der Schützen die Munition aus und so zog Sebastiane die Axt aus dem Halfter und führte seine Männer ebenfalls noch unter dem Beschuss der weiter hinten stehenden Verlassenen ins letzte Gefecht.

Er hielt nicht inne um das Schlachtfeld zu überblicken und hatte dennoch augenblicklich das vielversprechendste Ziel ausgemacht.
Mit einem Grimmigen Ruf holte er mit der Axt aus und Stürmte durch die reihen aus Grabsteinen und seinen Kameraden, welche der reihe nach abgeschlachtet wurden und hielt auf die Behelmte Gestalt von Mayer zu der ruhig auf ihn wartete und ließ sich auch nicht aufhalten als eine Gewehrkugel seinen linken Oberarm zerschmetterte.
Der Kampf dauerte nicht lang.
Früher als Mayer noch menschlich gewesen war, mochte der Zwerg ihm überlegen gewesen sein. Doch nun, müde und verwundet, hatte er dem Untoten nicht viel entgegen zu setzen.
Beinahe spöttisch wich er den behäbigen Axthieben aus, welche mit jedem Fehlschlag die umliegenden Grabsteine zertrümmerte.
Er wartete einfach ab und im richtigen Moment ließ er den Zwerg mit einem besonders wütendem Angriff ins leere fahren, zog seinen Rapier und stach ihm diesen durch die Schulter.
Doch anstatt aufzugeben wirbelte der Zwerg herum und Schlug mit der Axt nach dem Schädel des Untoten.
Mayer konnte gerade noch den Schädel einziehen, was ihn dennoch nicht davor bewahrte, dass der wuchtige Hieb ihm den Schädel vom Kopf riss.
„DU!“ brüllte der Zwerg voller Zorn als er das Gesicht des ehemaligen Seemanns erblickte.
Mit erneuter Anstrengung hieb er immer wieder wütend auf den Mann ein, konnte ihm jedoch keinen nennenswerten Schaden zufügen.
Mit letzter Anstrengung legte Sebastiane all seine verbleibende kraft in einen Hieb.
Wie erwartet ging der Schlag ins lehre und das Axt Blatt vergrub sich tief in die Erde.
Nun war Mayer am Zug. Mit einem Tritt brachte er den Zwerg aus dem Gleichgewicht. Er verlor den Halt an seiner Axt, stürzte rückwärts und stieß sich den Kopf an einem Grabstein.
Drohend kam der Untote auf den stöhnenden Zwerg zu und setzte ihm die Klinge seiner Waffe an die Brust.
Doch Nicoletta kam ihm zuvor.
Von hinten Sprang sie den Verräter an und krallte sich an ihm fest. Doch war es ihr nicht möglich ihn aus dem Gleichgewicht zu bringen. Mit einer Hand griff er nach hinten riss sie von sich los und schleuderte sie quer über die Straße gegen das eiserne Tor eines alten Mausoleums. Augenblicklich wandte er sich wieder um, marschierte ohne zu zögern auf den am Boden liegenden Zwerg zu und stieß ihm den Degen durchs Herz.
Dann wandte er sich wieder Nicoletta zu, sein Blick verengte sich und schritt über das Pflaster der Straße auf sie zu.
Er steckte den blutigen Rapier ein ohne ihn abzuwischen, packte Nicoletta mit der linken am Hals, hob sie hoch und presste sie gegen das gusseisernen Tor während er mit der freien Hand ein gezahntes Messer zog.
„Das war jetzt lange genug, meine liebe.“ Keifte er sie an, während er die rostige klinge an ihren Hals führte. „Wir sollten das hier nicht weiter hinauszögern.“ Sie umfasste seinen Arm mit beiden Händen doch war er einfach zu stark als, dass sie etwas gegen ihn hätte ausrichten können. Doch noch ehe er beginnen konnte ihr die Kehle aufzuschlitzen wurde er abermals unterbrochen.
Diesmal war es Mauritia, die einen dicken Holzprügel schwingend über die Straße gehinkt kam und ihm diesen gegen den Schädel schlug. Erneut lies er Nicoletta fallen.
Gerade als Mauritia ein weiteres mal zuschlagen wollte, hob er seine Hand, fing den Prügel mit dieser ab und versenkte die Gezahnte Klinge im Bauch der Frau.
Nicoletta schrie auf und kroch auf die Stelle zu an der ihre Freundin zu Boden viel.
Blut rann ihr als dünnes Rinnsal aus dem Mund als sie Nicoletta, die ihren Oberkörper umfasste ungläubig anstarrte.
Meyer blickte selbstgefällig auf sein Messer.
Um sie herum waren die Kämpfe abgebt. Die verlassenen hatten die wenigen Überlebenden zusammengetrieben und blickten nun von den im Schmutz knienden Männern abwartend zu ihrem Anführer.
Dieser strich, den Blick auf Nicoletta geheftet, mit dem Daumen über die Schneide seiner Klinge und sagte nur „Exekutieren!“ Sprach er tonlos ohne den Verurteilten auch nur einen Blick zu gönnen.

Doch gerade als er wieder auf die, ihre Freundin mit Tränen in den Augen umklammernde Nicoletta zuschritt, war von der anderen Seite des Flusses ein dumpfes Horn hören.
Das Selbe Horn welches sie bereits in den Bergen vernommen hatte drang nun aus den Trümmern der Stadt und eine Gruppe von Reitern kam aus dem Staub der Schlacht zum Vorschein.
Gestalten in schwarze Roben gehüllt, über welche sie ebenso dunklen Rüstungen angelegt hatten, ritten auf ebenso schwarzen gehörnten Rössern.
Im Schritt hielten sie auf die Brücke zu. Jeder der dunklen Ritter seine Runen-klinge drohend in Händen. Nicoletta hatte zwar den Eindruck dass ihre Zahl seit sie ihnen das letzte mal begegnet war, auch wenn sie sie stets nur aus der Ferne gesehen hatte zwar geschrumpft war. Doch wirkten sie in jeder Beziehung Kampfbereit, obwohl sie gerade aus dem Zentrum der Schlacht zu kommen schienen.
Vor der Brücke hielten sie in ordentlicher Formation an blickten hinüber und warteten ab.

„Worauf wartet ihr noch. Das sind Thassarians Männer. Alle Mann in Stellung!“ bellte Mayer seinen Männern zu. „Niemand kommt hier durch!“
Es schien als würden die Todesritter am anderen Flussufer tatsächlich abwarten und ihrem Gegner Zeit geben.
Die verlassenen stürmten augenblicklich zurück zur Brücke, lediglich zwei Männer mit Gewehren blieben bei den Gefangenen zurück. Alle anderen Luden ihre Waffen und richteten sie auf die Brücke.
Erst als die Schützen Stellung bezogen hatten rührte sich bei den Reitern wieder etwas.
Ein Ritter, mit tief ins Gesicht gezogener Kaputze Streckte eine fahl schimmernde, sensen artige Runenklinge in die Luft. Die Reiterin neben ihm, deren spitze Elfen Ohren aus der Robe ragten, führte daraufhin das dumpfe Horn an die Lippen und blies, woraufhin sich die Reitergruppe in Bewegung setzte.
Sie trabten langsam an, nahmen immer mehr Geschwindigkeit auf. Lanzen, Schwerter, Speere und Äxte wurden ausgerichtet. Dann donnerte die erste Salve der Schützen in ihre Reihen. Einige der Ritter wurden offensichtlich getroffen, doch entweder verhinderten ihre Rüstungen dass sie ernsthaft verwundet wurden, oder sie ignorierten die Schäden einfach und ritten weiter.
Selbst die zweite Salve brachte nur zwei der Reiter zu Fall. Die anderen stießen im vollen Galopp auf den Gegner vor.

Der Sensen schwingende Todesritter hieb mühelos einen der Verlassenen im vorbeireiten in zwei Hälften. Die Elfe an seiner Seite, stieß eine Glefe durch das Gesicht eines weiteren Schützen.
Auch die anderen Todesritter überrollten die erste Reihe ihrer Gegner einfach.
Obwohl die verlassenen Vier zu eins in der Überzahl waren, behaupteten sich die Todesritter mühelos,
Sie stieben auseinander und verhinderten so von ihren Gegnern eingekreist zu werden.
Immer wieder Krachten einzelne Schüsse, doch die Todesritter schüttelten einfach alle angriffe ab.

Nicoletta umfasste Mauritia unter den Schultern und versuchte sie weg zu Zerren. Diese legte jedoch bloß eine Hand auf die ihre und schüttelte den Kopf.
Im selben Moment ritt ein Todesritter an ihnen vorbei und trampelte die Bewacher der Gefangenen in den Boden.
Der Kampf hatte nun auch sie erreicht. Überall um sie herum wehrten sich die Untoten gegen anstürmende Reiter.
Gerade Feuerte ein Schütze der sich rückwärts abzusetzen versuchte einen Glücklichen Treffer auf die Elfin welche ihn mit ihrer Glefe gerade ins Visier genommen hatte. Die Reiterin und ihr Pferd stürzten wobei sie einen der Grabsteine aus seiner Verankerung rissen.
Im selben Moment ritt ein weiterer Reiter heran und schlug dem Schützen mit einer breiten zweihändigen Klinge den Kopf ab.

Einige der dunklen Ritter waren nun auch von ihren Pferden abgestiegen und gingen zum Nahkampf über und drängten ihre Gegner Stück für Stück über den Friedhof. Ihre Kontrahenten stellten sich ihnen Tapfer entgegen, doch bemerkten sie zu spät dass sie nun von weiteren Reitern in der Flanke attackiert wurden.
Nach und nach verließ die Verlassenen der Kampfeswille und einer nach dem anderen begann sein heil in der Flucht zu suchen.

Nicoletta indessen mühte sich trotz Wiederspruches immer noch ab Mauritia durchs Gras in Richtung einer mit Sträuchern übersäten Böschung zu zerren um sie aus dem Kampfgebiet zu schaffen. Da fühlte sie eine Kalte Hand an ihrem Knöchel.
Mayer war wieder hinter ihr her. Das gezahnte Messer noch immer in Händen.
„Es ist mir egal ob sie jeden von uns einzeln in Stücke hauen. Eines werde ich jetzt zu Ende bringen. Und dann soll kommen was wolle!“
Wütend arbeitete er sich zu ihr hoch, legte sich mit voller Kraft auf ihre Brust und hob das Messer an ihren Hals.

In selben Moment ritt der Sensen Schwingende Reiter heran. Mit einer gekonnten Bewegung teilte er einen Schützen der Länge nach entzwei, brachte sein Pferd ohne merklicher mühe zum Stillstand.
Noch in der selben Bewegung saß er ab, parierte das Schwert eines Angreifers der sich auf ihn Werfen wollte mit einem gepanzerten Handschuh um seinen Schädel dann mit bloßer Faust zu umfassen und zu zerquetschen.
Der Tote Krieger fiel schlaff neben ihm zu Boden und der Ritter schritt weiter auf die Stelle zu an welcher Nicoletta und der Anführer der Verlassenen lagen, Die schwarze Kapuze tief ins Gesicht gezogen.
Er richtete wortlos seine Sense auf den verblüfft aufblickenden Mayer, rammte ihm die Sense unters Kinn und stieß ihn so von der am Boden liegenden weg, wie ein Bauer der mit einer Gabel eine Ladung Mist auf den Haufen warf.
Bedrohlich nähert er sich nun dem langsam rückwärts kriechenden Schritt für schritt.
Einen Augenblick zuckte der Blick des verlassenen beiseite. Doch der Ritter reagierte sofort mühelos.
Und griff sich mit seiner freien Hand den Untoten der ihn gerade von der Seite ansprang um seinem Kommandanten zu Hilfe zu kommen.
Den zappelnden Verlassenen immer an der Gurgel über den Boden haltend ragte er nun über den auf dem Boden liegenden und blickte ihm hinab.
„Sylvanas hat einen schweren Fehler begangen.“ Grollte er mit hohler Grabesstimme. Ohne ein weiteres Wort hob er einen schweren gepanzerten Stiefel und senkte ihn auf den mit Gewalt auf Mayers Kopf nieder, der nicht einmal mehr Zeit hatte ein Wort des Einspruchs über die Lippen zu bringen bevor sein Schädel mit einem trockenen Geräusch zerbarst.
Der Todesritter drehte nun langsam den Kopf in Richtung des in seiner Hand zappelnden Schützen der sich eilig mühte ein Gesicht aufzusetzen welches wohl tiefste Reumut ausdrücken sollte.
Der Todesritter blickte ihm tief in die Augen, was wohl tiefstes Unbehagen in dem ohnehin schon gequälten Mann auszulösen schien und lies ihn dann unsanft zu Boden fallen.
„Sag deiner Königin sie hätte sich nicht in Unsere Angelegenheiten Einmischen dürfen.“ Grollte er den Verlassenen an während dieser langsam rückwärts davonschlich. „Und sag ihr, Auf eure Gattung wird jetzt Jagt gemacht!“
Mit diesen Worten sprang der gequälte, eilig auf und stürmte dankbar in Richtung des nächsten Buschwerks um so schnell wie möglich aus dem Sichtfeld der unheilvollen Ritter zu verschwinden.

Die Elfe welche Nicoletta eben hatte fallen sehen kam langsam auf ihn zu. Sie führte ihr Pferd an der Hand und bewegte sich etwas schief, doch lies sie sich sonst nichts von ihrem Sturz anmerken.
„Verluste?“ Fragte der man tonlos, ohne sie anzusehen.
„Miles hat es nicht geschafft und Karbala wird einige zeit brauchen bis er vollständig regeneriert ist.“
Ohne ein weiteres Wort abzuwarten wandte sich der Ritter um und schritt auf sein Ross zu.

Das Schlachtfeld hatte sich Gelehrt. Nur noch die unzähligen Leichen waren zurück geblieben. Jeder der noch konnte war geflohen, selbst die Überlebenden Allianz Soldaten hatten die Gelegenheit zur Flucht ergriffen. Zwischen den Gräbern Standen nur noch die Todesritter mit ihren Pferde.
Bloß Nicoletta saß immer noch im Gras. Die Sterbende Mauritia auf ihren Schoß gebettet. Tränen überströmt strich sie über ihre Wangen und sah zu wie die sie anstarrenden Augen allmählich trübe wurden, bis ihr flacher Atem zum Stillstand kam.
Nicoletta beugte sich zu ihr runter, küsste sie auf den Mund und schloss die tote so fest in ihre Arme wie sie konnte.

„Hier lebt noch jemand.“ Rief die Elfe ihrem Kameraden hinterher. Es klang viel mehr wie eine Randbemerkung.
Der Todesritter hielt einen Augenblick inne. Langsam drehte er seinen Kopf in ihre Richtung und fixierte sie.
Sie konnte sein Gesicht nicht richtig ausmachen, bloß die leuchtenden Augen welche knapp unter dem Rand der Kapuze hervor starrten.
Doch fiel ihr Blick auf ein Medaillon welches unter seinem Hals an einer Silbernen Kette Hing.
In einen filigran gearbeiteten Rahmen, war eine kleine Zeichnung eingefasst. Die Zeichnung eines kleinen Mädchens. Ausgeschnitten aus eben dem Bild welches immer noch wohl verwahrt in Nicolettas Buch an ihrer Brust lag.
Der Ritter schien sie mit seinem stechenden Blick zu durchdringen und ihr Stockte der Atem.
„Was sollen wir mit ihr machen Renfield?“
Nicoletta zuckte zusammen als sie den Namen hörte, der Ritter allerdings löste seinen Blick einfach wieder von ihr als gäbe es nichts was seiner Aufmerksamkeit wert wäre und schritt einfach weiter auf sein Ross zu.
Doch bevor er es erreichte hielt er noch einmal inne.
Nach einem kurzen Augenblick ließ er die Schultern ein Stück sinken was im Hinblick auf seine bisherige Teilnahmslosigkeit einem ziemlich emotionalen Ausbruch gleichzukommen schien.
„Denkst du deine Mutter Hätte diesen Weg für dich gut geheißen?“ drang die dumpfe Stimme in ihre Richtung als käme sie aus weiter Ferne. „Oder meinst du vielleicht dein Vater wäre stolz auf dich?!“ Setzte er mit nun schärfer klingender Stimme nach.
Langsam wandte er den Kopf wieder in ihre Richtung wobei er mit einer Hand die Kapuze zurückstreifte.
Schwarzes Haar, an den Schläfen geschoren bedeckte ein Fahles Haupt. Ein spitzer Bart zierte das Kinn ebenso wie sie es in Erinnerung hatte. „Ich...“ Fügte er mit etwas sanfterer Stimme hinzu. „Ich bin es Jedenfalls.“
Mit diesen Worten, warf er sich erneut die Kapuze über, griff nach den Zügeln seines Pferdes und schwang sich in den Sattel.
Die Anderen Todesritter saßen auf und begannen sich um ihn zu Sammeln.
Einmal blickte er noch zu ihr und rief ihr zu. „Egal auf Welchen Weg dich dein Leben schickt. Versuche ihn einfach nach Bestem Wissen und Gewissen zu ende zu gehen.“
Mit diesen Worten setzten sich die Todesritter wieder in Bewegung. Querfeldein Richtung Osten.
Nicoletta saß noch eine gute Stunde an der selben Stelle, die Tote in ihren Armen und Blickte in die Richtung in welcher der man der einmal ihr Vater gewesen war verschwand.
Bild

_________________
Mein Name ist Legion, denn wir sind viele.


Nach oben
 Profil Besuche Website  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 8 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker