Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
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 Betreff des Beitrags: Hinter der Linie
BeitragVerfasst: 20. Okt 2012, 02:23 
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Eine Geschichte aus Ian's Sicht. Sie spielt zu einer Zeit als er noch sehr viel jünger und Teil des scharlachroten Kreuzzuges war bei irgendeiner nicht näher beschrieben Schlacht an einem Lager der Untoten in Lordaeron. Wer sich wundert warum Ian manche Eindrücke hat, sollte auch daran denken, dass durch Schattenmagie die Wahrnehmung beeinflusst werden kann ;) Wer mit Gewalt nicht zurechtkommt ist hier ganz entschieden falsch und sollte das NICHT lesen.


Dumpfe Geräusche dringen an mein Ohr.
Langsam komme ich wieder zu Bewusstsein.
Als ich meine Augen öffne, sehe ich nur verschwommen.
Mit meinem rechten Auge kann ich gar nichts mehr sehen.
Dunkel, es ist dunkel.
So grau.
Zwischendurch ein rotes Licht, wie ein Blitz.
Es riecht nach Rauch.
Nach Blut.
Nach Tod.

Meine Sinne kehren auf einen Schlag wieder zurück.
Ich höre sie laut und deutlich, die Schüsse die über das Schlachtfeld hallen. Schreie.
Ich sehe Leichen um mich herum.
Ich liege in Blut.
Nicht nur in meinem Eigenen.
Orientierungslos drehe ich den Kopf.
Mir wird schlecht.
Ich starre in leere Augen.
Tote Augen.
Die toten Augen meines Bruders?

Und nun weiß ich wieder, weshalb ich hier liege.
Verwundet.
Voll mit Erbrochenem, mit Blut, mit Tränen im Gesicht.
Er wurde getroffe.n
Direkt neben mir, als er mir Deckung gab.
Sein Blut klebt an meinem Körper.
Teile seiner Eingeweide sind über das Feld verstreut, über mich verstreut.
Der Anblick wie ihm Chaosblitze direkt durch Kopf und Magen gejagt wurde, er hat mich überwältigt.
Ich habe mich übergeben, wurde getroffen, bin ohnmächtig geworden.

Plötzlich fühle ich mich so leer.
Die Waffe die über meiner Brust liegt ist klebrig vom verseuchten Blut der Untoten, Monstrositäten, Kultisten.
Ich klammere sie an mich.
Tränen rinnen mir übers Gesicht, während ich in das blutverschmierte und fahle Gesicht meines Bruders sehe.
Ich entferne eine Hand von meiner Waffe, lege meine Finger an sein Gesicht, schließe seine Augen.
Ich bin Schuld.
Er hat sich dazwischen geworfen.
Und ich habe nur einen Schramme erlitten, während er nun fort ist.
Fort.
Für immer.

Ich stoße einen lauten Schrei aus, einen wehklagenden Schrei, einen Schrei voller Wut, ein Schrei voller Trauer, ein Schrei voller Angst.
Doch niemand hört ihn.
Er geht in dem Getöse der Schlacht unter.
Ich werde töten.
Ich werde denjenigen töten, der ihn umgebracht hat.
Und wenn ich dabei selbst sterbe, hat er seinen Bruder wieder bei sich.
Und dann werde ich mich entschuldigen.
Und er wird mir verzeihen.

Wie vom Wahnsinn gepackt springe ich auf, ohne weiter nachzudenken.
Ich lade meine Armbrust, lade sie mit meinen Abschiedsgrüßen und schieße.
Schieße, schlage, hacke, bis ich Schreie höre, bis ich den Tod der anderen fühle.
Halte den Feind hinter der Grenze, bis keiner mehr stehen wird.
Und als ein Feind fällt, schreie ich erneut.
Sie werden alle fallen.

Ich ducke mich tiefer hinter den Graben.
Wir halten den Feind zurück.
Wir schießen und schießen, hören nur noch die Kanonenschüsse, die Schreie.
Zitternd lege ich den Finger an den Klinge.
Schweiß rinnt meine Schläfe hinunter.
Ich habe mich falsch entschieden.
Ich hätte nicht zum Kreuzzug gehen dürfen.
Zu töten ist nicht meine Natur.

Dennoch stürze ich mich aus dem Graben, reiße die Klinge herum und schlage zu immer und immer wieder, lasse Blut spritzen, lasse Leben und Unleben vergehen.
Es liegt in meiner Hand.

Meine Kraft geht zu Ende.
Ich lasse mich tief auf den Boden sinken, drehe mich mit dem Rücken an die Wand der Barrikade.
Und dann leuchtet Feuer in meinen Augen, Blut spritzt in alle Richtungen, sie fällt zur Seite, fällt auf mich, röchelt, stirbt.
Entsetzt starre ich auf den leblosen Körper, der über mir liegt, der mich mit Blut benetzt, der von Pfeilen, Bolzen, Klingen, Magie geschunden ist.
Niemand beachtet uns, alle machen weiter.

Sie liegt über mir, eine Freundin, die ich in mein Herz geschlossen habe.
Zitternd streiche ich ihr die Haare aus dem Gesicht, die durch das Blut an ihrem Gesicht kleben.
Ich drehe sie auf den Rücken, aus ihrem unheilig verbrannten, blasigen Hals spritzt noch immer das Blut einer offenen Aterie.

Alles ist zu sehen.
Angewidert stoße ich den leblosen Körper von mir, er rollt von mir herab.
Sofort bereue ich meine Tat.
Ich habe meine Freundin von mir gestoßen, die gestorben ist, während ich neben ihr stand.
Ich habe nichts unternommen.
Und nun stoße ich sie von mir, wie ein totes Stück Fleisch.
Ich kauere mich zusammen, kralle meine Hände in meine Haare und beginne sie auszureißen.
Ich kann nicht von diesem Anblick ablassen.
Es ist widerlich.
Und gleichzeitig ist sie meine Freundin.
Und sie ist tot.
Und ich habe nichts getan.

Ich nehme ihren Gewehr, das sie hat fallen lassen.
Es ist voll mit ihrem Blut.
Es riecht nach ihr.
Wie können Waffen nach Menschen riechen?
Ich lecke über den heißen, blutbefleckten Lauf des Gewehrs, verbrenne mir die Zunge und schreie auf vor Schmerz.
Es schmeckt nach ihr.
Aber sie ist tot.
Und ich lebe.
Und ich habe Schmerzen.

Mein Griff festigt sich um den Gewehr.
Und dann springe ich auf, lade ihre Waffe mit meinen Abschiedsgrüßen und drücke den Abzug.
Drücke den Abzug, drücke den Abzug, schieße, morde.
Einer nach dem anderen fällt.
Ich werde unsere Aufgabe zu Ende bringen.
Ich werde den Feind hinter den Linien halten.
Und werde sie rächen, sie, meine Freundin, die tot in meinen Armen lag. Meine Familie... Freunde die sie ermordet haben. Meinen Bruder den sie zerfetzt haben.

Ich habe gesehen, wer den Zauber auf ihn losgelassen hat, wer ihn umgebracht hat, einfach so.
Der irre Kultist steht offen auf dem Feld.
Er stellt mich unter schwarzmagischen Beschuss.
Ich kenne ihn.
Ich habe vorhin seine untoten Diener niedergestreckt.
Auge um Auge, wie es scheint.
Ich stelle ihn unter Beschuss.
Zahn um Zahn.
Ich schreie auf, als Schattenstoß meine Schulter durchbohrt, mein Schulterblatt zertrümmert, durch mich hindurch fliegt.
Er schreit auf, als meine Kugel seinen Oberarm durchstößt.

Wir schießen.
Wir hacken.
Wir stechen und schlagen.
Wir treffen.
Doch wir hören nicht auf.
Es tut nicht mehr weh.
Es ist alles egal.

Und dann ist die Munition leer, ich will nachladen, aber ich habe keine mehr.
Die Klinge meines Zweihänders ist schartig, gesplittert.
Ich werfe die Waffe beiseite und zücke mein Messer.
Ich werde sie töten.
Ich werde sie töten.

Mit einem wütenden Schrei werfe ich das Gewehr und Zweihänder zu Boden, mit solch einer Wucht, dass er in zwei Teile zerbricht.
Er war schon alt.
Er stürmt auf mich zu, ich renne los.
Mein Messer zückend.
Wir stechen aufeinander ein.
Verletzen uns, verwunden uns, schneiden uns.
Doch ehe ich ihm das Messer in den verdammten Hals rammen kann und ehe er mir das Herz mit der dunkel schimmernden Klinge durchstechen kann, fallen wir zu Boden.

Die Bolzen unserer Kameraden haben uns getroffen und wilde Zaubersprüche fliegen mit einem scharfen sirrenden Geräusch durch die Luft, verbrennen und zerschmettern Fleisch und Knochen auf ihrem Weg.
Im Rücken, in den Schultern, in den Knien.
Überall ist Blut.
Sein Blut, mein Blut, unser Blut.
Menschenblut. Geißelblut. Kultistenblut.
Was haben wir getan?
Wir haben unseren Verstand verloren.

Die Schmerzen raffen mich nieder.
Mir wird warm.
So fühlt sich wohl Sterben an.
Ich werde nicht alleine sterben.
Und wenn ich tot bin, werde ich meine Familie und Freunde wieder sehen.
Ich schließe die Augen.
Ich bin bereit zu sterben.

Sterbe ich?
Es fühlt sich nicht so schlimm an, wie ich dachte.
Es ist seltsam, woran man denkt, wenn man stirbt.

Ich denke an das, was unser Kommandant uns am ersten Tag gesagt hat.

Mit Arbeit sollt Ihr den Körper läutern, mit Gebeten läutert die Seele. Eure Feinde läutert mit Feuer: Der Schmerz ist kein Feind, vielmehr ein Verbündeter, den es zu begrüßen gilt, dem man Freund sein, den man Ungläubigen wie auch Gläubigen zuteil werden lassen soll. Sich den Wegen des Lichts zu widersetzen, ist ein Zeichen von Unreinheit - das Fleisch der Gemeinde sollte von ihr befreit werden!

Haltet euch an die Regeln:
Regel Nummer eins: Vernichtung dem Untod, Ehre dem Heiligen Licht.
Regel Nummer zwei: Auch Frauen und Kinder werden nicht verschont.
Regel Nummer drei: Dem Feind niemals den Rücken zukehren.
Regel Nummer vier: Vermeide es Bindungen zu andern aufzubauen und Freunschaften zu schließen. Diene allein dem Licht und der Mission.

Ich lache leise und rau.

Wie schön es doch war, die letzte Regel zu brechen.

Als mein Bewusstsein schwindet glaube ich zu hören wie irgendjemand... aus weiter Ferne meinen Namen ruft.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter der Linie
BeitragVerfasst: 20. Okt 2012, 05:01 
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Awesome! Sehr schön, stimmig und aus Ian's Sicht vor allem realistisch geschrieben!

Da muss ich glatt mal sehen, dass ich da mit genau so viel badassness nach ziehen kann ^^


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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter der Linie
BeitragVerfasst: 20. Okt 2012, 07:54 
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da Krieg ich auch wieder Lust zu schreiben echt klasse.


gibt es weitere Teile?

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter der Linie
BeitragVerfasst: 6. Nov 2012, 12:51 
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Und weiter gehts :) Diese Geschichte spielt einige Zeit nach der ersten Erzählung. Ich werde mich Stück für Stück versuchen dem heutigen Charakter und den veränderten Gedanken dieses Chars zu nähern. Diesmal ist es nicht so brutal :)

Es wird immer da sein.
Immer wieder.
Diese lauten Schläge, die mich nicht mehr zusammenzucken ließen.
Jeder sah nach vorne. Keiner wagte es seinen Blick von der gepeinigten Gestalt vor sich zu nehmen.
Es war eine öffentliche Demütigung. Jeder sollte sehen, was mit Verrätern passierte.
Im Takt der Trommel fielen die Peitschenhiebe auf die nackte Haut. Der Rücken des Mannes war aufgeplatzt und das Blut lief in Strömen aus den Wunden.
Ich wusste, dass ich genauso enden würde, wenn ich mich nicht zusammen riss
Doch ich hielt es aus. All dieses Leid zu sehen, all diese Toten Körper.
Aber sie verfolgten mich manchmal immer noch bis in die Nacht. Immer wieder wache ich schweißüberströmt und schreiend auf.
Mitten in der Nacht.
Und manches Mal war mein Gesicht von den Tränen nass. Aber es wurde weniger.
Es war widersprüchlich. Ich hatte sie schließlich umgebracht.
All diese Menschen, die wie ich ein Leben gehabt hatten. Alle andern... zählten ohnehin nicht.
Und doch konnte ich mich nicht zusammenreißen, wenn ich an sie dachte.
Ich hatte es mir nicht ausgesucht. Niemand hatte mich gefragt. Außerdem war ich jung gewesen.
Und doch bin ich freiwillig mitgegangen.
Sie unterbreiteten mir den Vorschlag, sagten ich solle kämpfen.
Mein Vaterland verteidigen. Für Recht und Licht einstehen.
Es war vielleicht bereits beschlossen.
Und doch war ich damals so stolz darauf gewesen.
Ich war noch ein Kind im Kopf. Wusste nicht, was es heißt zu töten und kannte den Krieg nicht.
Und doch bin ich ihr gefolgt. Diesem Klang, der in meinen Ohren schlug.
Immer wieder.
Sie rief nach mir.
Sie rief nach all diesen Unschuldigen, die im Angesicht des Krieges erwachsen werden sollten.
Sie rief nach all diesen Kindern, die nie wieder zurückkehren würden.
Der Klang schallt immer noch in meinen Ohren. Immer wieder hörte ich die Schläge.
Diese Schläge die im Einklang auf Haut trafen.
Auf den menschlichen Rücken des Verräters, und auf die tierische Membran der Trommel.
Sie waren sich doch gar nicht so unterschiedlich.
Beide Substanzen, waren nur unnütze Dinge mit denen man spielte. Dinge, die man ohne zu zögern austauschen würde, würden sie ihrem Dienst nicht mehr nachkommen.
Durch die lauten Schreie, des Mannes vor uns, zusammenzuckend, wurde der Junge neben mir, von unserem Führer angerufen, ebenfalls nach vorne zu treten.
Beinahe mitleidig schaute ich ihn an. Jeder wusste was nun kommen würde.
Der Junge schien neu zu sein. Seine Haut war noch hell und wies nicht die üblichen Kratzer und Verschmutzung auf, die sich nach spätestens vier Wochen einstellen würden.
Es war ein Vergehen, wenn man während einer Strafung eines anderen irgendeine Gefühlsregung zeigte.
Ob es nun Mitleid war oder hämische Belustigung. Es war egal. Während solch einer Prozedur durfte sich niemand rühren.
Wer es doch tat, musste sich wenig später selbst unter der Peitsche finden.
Ich hatte schon an meinenen erstenen Tag bemerkt, dass es nicht war, wie alle behaupteten.
Dass der Glanz und der Ruhm des Kreuzzugs mit dem Tod und größten Schrecken verbunden waren.
Niemand, der es nicht selbst erlebt hatte, konnte fühlen, was man durch machte, wenn man sich selbst einer geladenen Waffe gegenüber sah.
Niemand, der es nicht selbst erlebt hatte, konnte wissen, was es bedeutete auf diesem Schlachtfeld zu stehen.
Niemand konnte wissen, wie man sich fühlte, wenn neben einem die Kameraden zum ewigen Schlummer zusammensackten. Getroffen und durchlöchert zu Boden gingen.
Doch ich habe schon all das erlebt.
Und als ich mich das erste Mal den Feinen gegenübersah, konnte ich nicht anders und folgte den lauten Schlägen in die Schlacht.
Damals war ich besessen von dem Gedanken, zu siegen.
Tötete diese Kreaturen... und auch die Menschen. Und doch kann ich es immer noch nicht verstehen.
Ich kann nicht verstehen, warum ich das tat.
Warum ich all diese Menschen getötet hatte.
Ich wurde nachts nur allzu oft an meine Besessenheit erinnert. Dann sah ich mich selbst, wie ich unter den Rufen der Trommel Männer erschoss, und zerhackte und Frauen ertränkte.
Ich sah die Angst in ihren Augen und die zu einem hämischen Grinsen entstellte Fratze meines eigenen Gesichts.
Dann hatte ich ebenfalls Angst bekommen und wieder über meine Beweggründe nachgedacht. Doch nie kam ich zu einem zufriedenstellenden Ergebnis, außer dem nicht enden wollenden Hass, der wie heißes Feuer in mir lodert.
Ich hatte mir auch schon überlegt zu gehen. Einfach wegzurennen. Das Schlachtfeld zu verlassen und in irgendeinem Dorf neu anzufangen.
Und doch hatte ich es nie getan. Und der Grund war noch nicht einmal nur mein Bruder. Ich wusste tief in mir, dass ich niemals von diesen Lauten wegkommen würde. Niemals würde ich ihrer Versuchung wiederstehen können.
Und ich musste zugeben, dass ich es genoss.
Ich hatte Angst vor mir, und oft fasste mich das Grauen, und doch erwachte jedes Mal das Monster in mir.
Sobald ich sie hörte erwachte es. Und dann tötete es.
Und ich musste zugeben, dass ich es genoss.
Eigentlich wollte ich all das nicht. Und doch kam ich nicht davon.
Würde es den immer da sein? Würde mich dieses Verlangen, denn niemals loslassen?
Ich wusste es nicht.
Hatte ich Angst vor mir und dem was ich tat?
Hatte ich Angst vor den Konsequenzen meiner Gedanken? Wenn jemand erfahren würde, was in mir vorging, mit welchen Gedanken ich spielte, würde ich der nächste unter der Peitsche sein. Wieder.
Denn das Monster steckte in mir. Ich wusste dass ich nicht wegrennen konnte.
Die Schreie und der Schlag der Trommel würden mich niemals loslassen.
Das Monster würde wieder erwachen, wenn es gerufen wurde.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter der Linie
BeitragVerfasst: 7. Nov 2012, 16:21 
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ha wie toll :-) kommen denn noch mehr Geschichten bis jetzt ?

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter der Linie
BeitragVerfasst: 7. Nov 2012, 19:09 
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Also mich würd es stören wenn man in den Geschichten zwischenpost machen würde xD

Und sry das ich das bei Al nu mache x)

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter der Linie
BeitragVerfasst: 7. Nov 2012, 20:35 
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Ach das stört mich net :D Positive Kritik ist immer gut fürs Ego :D (aich sonstige konstuktive Kritikl ist vollkommen in Ordnung ;D)

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter der Linie
BeitragVerfasst: 7. Nov 2012, 21:36 
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Naja wenn dem so ist :) Deine Geschichten scheinen se alle zu lieben ^^

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter der Linie
BeitragVerfasst: 26. Nov 2012, 12:13 
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Und eine Geschichte die noch etwas später spielt als die ersten beiden. Diesmal keine Schlacht, sondern eine Geschichte nach einer ebensolchen. Nichtsdestotrotz ziemlich grausam, vielleicht sogar übler als die anderen zwei und vermutlich nichts für Zartbesaitete.

Tod. Elend. Verderben.
Und zwischen alldem, wie immer: Sie.
Zwei junge Männer, Mitte zwanzig, vielleicht ein wenig älter. Die Hände starrend vor Schmutz, die Rüstungen schon vorher zerbeult und blutbesprenkelt, nun auch mit Schlamm beschmiert und die kurzen, weizenblonden Haaren dreckverklebt.
Langsam schreiten sie über das Feld. Das Schlachtfeld. Sie hatten alle Zeit der Welt und nichts würde sie mehr aufhalten.
Es liegt schon wieder fast ein Tag zwischen jetzt und hier und dem Sterben, welches hier stattgefunden hat. Das Blut war in kleinen Tümpeln zusammengeflossen und geronnen. Die Erde hatte es nicht mehr aufnehmen können. Die vereinzelten, kleinen Brände waren noch nicht erloschen. Der Wind hatte den Geruch nach Schießpulver und dem Geruch der Seuche mit sich genommen und weit hinweg über die Hügel getragen. Der Rauch von unzähligen Feuergeschossen, Zaubern, Katapulten hatte sich noch immer nicht gelegt. Das letzte, erbarmungswürdige Klagen der Sterbenden, war in der Morgenröte endlich verhallt. Am fernen Horizont geht bereits die Sonne auf und wirft ihren durch Rauchschwaden gedämpften Schein auf eine schlammige Ebene voller schwelender Feuer, verkohlter Baumstämme, Reste eines vor langen Jahren blühenden Laubwaldes, einiger verkommener Felder, niedergebrannter Hütten und halbvermoderter Scheunen - und aufgedunsener Leichen. Sie scheinen über all das hinweg zu gleiten. Über die Toten, die Ruinen, das verbrannte Land. Ihre Augen verraten nichts, als sie sich umsehen. Ihre Augen scheinen gleichgültig ob dieser Grausamkeiten. Was man zu oft sieht stumpft irgendwann ab. Etwas was inzwischen wissen.
Wohin sie auch blicken, starrt sie der Tod in all seinen Facetten an - durchbohrte, blutige Körper, kaum mehr noch als die von Menschen zu erkennen, vereinzelt herumliegende Körperteile, zerfetzt von Ghulen, Blut, das die Erde tränkte... Nicht allzu weit entfernt hat sich bereits ein Schwarm zerzauster schwarzer Raben zum Festschmaus eingefunden. Er riecht nach verfaulendem Fleisch, ein Geruch, der sich bald über jedem Schlachtfeld wiederfindet.

Niemand hatte überlebt. Niemand durfte sie hiermit in Verbindung bringen. Die Allianz selbst hätte ein derartiges Vorgehen gegen Zivile niemals hingenommen. Was wussten sie schon wie tief die Fäulnis ging. Es gab nur sie und ihr Ziel. All die Gefallenen hier waren nur traurige Mittel zum Zweck. Vielleicht waren tatsächlich Kultisten unter der kläglichen Miliz gewesen, die das Flüchtlingsdorf gestellt hatte, als der Angriff erfolgte. Vielleicht waren tatsächlich einige hier infiziert gewesen. Vielleicht waren Verräter unter ihnen gewesen. Vielleicht auch nicht. Wer wusste das schon. Als sie auffällig wurden, ketzerisch sah sie einer der Späher gezwungen dem inzwischen einigen verhassten Kreuzzg einen Tipp zu geben. Ein Untotennest was zur Säuberung auf dem Plan stand war ohnehin in der Nähe. Niemand würde es für mehr als bedauerliche aber notwendige Opfer halten. Anständige Köder aus Fleisch und Blut würden vielleicht manche böse Zungen sagen. Und dennoch lägen sie falsch. Verrat wird mit dem Tod bestraft, das hatten diese Menschen als einmalige Lektion gelernt. Schnell und sauber. Ohne Beweise. Auch das konnte der Kreuzzug gut.

Ein bitterer Schatten der Erinnerung scheint sich ob dieser Gedanken über die Gesichter zu legen, die in diesem Moment wie die Mosaike uralter, gebrochener Menschen wirken.

Nicht weit entfernt beginnt etwas zu rascheln. Vielleicht hat doch irgendwo ein Hund oder so was das Ganze überlebt.
Plötzlich sehen sie eine Hand. Klar und deutlich im Schutt zu erkennen, auch wenn ihr zwei Finger fehlen.
Dort kämpfte sich, schwer verletzt, einer der Dorfbewohner aus einem eingefallenen Schuppen. Sie treten auf ihn zu. Bebend unter Schmerzen richtet er seinen blutgetrübten Blick zu ihnen empor und starrt sie mit zitternden Lippen an. Die Augen ungläubig geweitet.
„Ihr!!“ trotz der Verletzungen lässt der Schock seine Stimme kräftig ertönen. Unglauben und Unverstehen liegen in jeder einzelnen Silbe als der Bauer mühsam versucht sich gänzlich aufzurichten. Fassungslos darüber, dass scheinbar Menschen ... Menschen aus seiner Heimat ihnen das angetan hatten. In der Nacht sind alle Katzen grau.

„Warum?! Warum zum Nether habt Ihr das getan?? Wer zum Teufel...“
Die beiden wechseln einen stummen Blick und einer greift rüde nach seinem Kopf und reißt ihn ruckartig nach hinten, wobei das laute Knacken eines Genicks zu hören ist. Leblos sinkt der, ohnehin von unzähligen Wunden gezeichnete, Körper in sich zusammen und ist nun nur noch eine weitere Leiche von vielen.
Sie sehen scheinbar emotionslos auf ihn herab. Stumm. Dann ein leises Flüstern. Nicht mehr als ein gesprochener Gedanke.

„Genau der, du armer Bastard. Genau der sind wir.“

Es ist nun wieder still auf dem Feld, sieht man vom gelegentlichen Krächzen der Vögel und dem leisen Knistern der Feuer ab. Die Sonne steigtg höher, wandert weiter über den blauen Himmel. Der Rauchschleier werden dünner und verziehen sich schließlich gänzlich, und bald spüren die junge Männer die ersten, wärmenden Sonnenstrahlen auf ihren Gesichtern. Sie bleiben stehen und legten den Kopf in den Nacken, spüren das helle Licht, das sich auf geschlossenen Augenlider legt.
Dann wenden sie sich mit festen Schritten ab um diesen grausigen Ort zu verlassen. Sie werden langsamer, die Schritte müde, erschöpft, als ein weiterer der unzähligen Kämpfe letztlich seinen körperlichen Tribut fordert. Als sie sich weiter in den blutroten Rüstungen über das Feld schleppen, sich stützen, die Schwerter hinter sich schleifen, scheint es als täten sie es ohne Richtung, ohne Ziel, außer dem einen: Der Hölle zu entrinnen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Hinter der Linie
BeitragVerfasst: 11. Mär 2013, 09:03 
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Ein kleiner Einblick in die Gedankenwelt von Ian. Vielleicht ist der Gute echt jenseits von Gut und Böse "übergeschnappt". Igendwie widerstrebt es mir das ganze näher zu erläutern was hier vor sich geht. Kam mir bei dem netten Cameo der beiden Brüder in Beutebucht.

Rotes Glas. In eine starre Form gepresste Sandkörner.

Erhitzt, geschmolzen, gefärbt, verformt und abgekühlt. Die einst windverliebten, freiheitsgierigen Körner in einem optischen Instrument gefangen. Einmal zum Sehen erdacht, schnell zum Präzisionsinstrument des Krieges degradiert. Für manche zynischerweise gar nur noch ein modisches Accessoire oder Spielzeug. Eine Metapher um das Unsichtbare zu entlarven, mein Sinnbild zur Enttarnung aller erdachter Scheinheiligkeiten.

Das Wissen um das Unausgesprochene der Leute, die mich umgeben, gibt mir kurzweilige Macht über sie, an der ich mich berausche. Ich versinke in orgastischem Vergnügen, anstatt dem Drang nachzugeben, ihnen sofort die verlogenen Zungen aus ihren stinkenden Mündern zu reißen. Und doch paralysiert das Nichtgenannte mit seinen unzähligen Stimmen gleichzeitig meinen eigenen Verstand.

Selten ist etwas wirklich lohnendes unter all den weinerlichen Gefühlsduseleien, die dieser winselnde Abschaum zustande bringt. Hier und da ein paar Sahnehäubchen auf Kuhfladen, die mir einigen Spaß versprechen. Der Rest sind geistige Totgeburten, die sich aus den drogenverseuchten Köpfen dieser wandelnden Toten herauswinden wie Maden aus ihren gedankengewordenen verwesenden Kadavern.

Enzephalitische Hirne, die ich am liebsten samt ihren verweichlichten Schädelhüllen mit bloßen Händen wie überreife Tomaten zerquetschen würde, damit sie aufhören, ihre eitrigen Gedanken in meine Nervenbahnen zu spülen.

Zwei Barrieren, diesen Irrsinn auszuhalten.

Dunkles ledernes Gewebe, eine visuelle Schranke, die meine Gedankenwelt in einen textilen Schleier einhüllt und Fremden den Blick verwehrt.

Die andere ist nun gefallen.

Ich gehe in die Knie. Das erste Mal in meinem Leben? Das zweite Mal.

Meine Finger nähern sich der zerschmetterten Brille, schweben einen Moment regungslos über dem verbogenen Metall. Das schwarze Skelett ist noch einigermaßen heil - anders die Gläser. Haltlos, wie von den Knochen geschältes Muskelfleisch, liegt die in ein Vielfaches zertrümmerte ehemalige Einheit mit der spiegelnden Membran auf dem schmutzverkrusteten Pflaster.

Nutzlos. Unbrauchbar. Frei.

Ich nehme eine der vielen kleinen Scherben und halte sie gegen das gleißende Licht der vom Himmel herab brennenden Sonne.

Scharfe Kanten, anstelle sich nahtlos in ein erstklassig geformtes Gebilde schmiegende Konturen. Die einst so perfekt geschliffene Oberfläche ist übersät mit unzähligen Kratzern. Spinnennetzgleich ziehen sich die haarfeinen Ritze in ihrem blutroten Gittermuster über das Glas und brechen das Licht darin.

Das Fragment fällt zu Boden, wo es sich zu seinen geborstenen Schicksalsgefährten gesellt.

Rote Scherben. Die Sandkörner aus ihrer starren Form befreit.

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