Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
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 Betreff des Beitrags: Re: Plot: "Der rote Kamm"
BeitragVerfasst: 4. Sep 2010, 19:20 
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Aus der Sicht von Andrew Burgo

Die Garde von Seenhain sammelte sich an jenem Tag auf den hölzernen Stegen der Stadt. Die Sonne schien grell, es war keine Wolke am Himmel zu sehen.. und würde man von der Tatsache absehen, dass sich wahrscheinlich fünfhundert Orks einen Steinwurf weit entfernt in den Bergen versteckt hielten, dann hätte man diesen Tag sogar als schön bezeichnen können. Doch, das war er nicht. Wir wussten alle, warum wir hier waren. Magistrat Solomon, der führende Verwalter der Stadt Seenhain, jener, welcher dafür verantwortlich war, unsere Stimmung ins positive zu wenden.. stand vor den formierten Soldaten und hielt eine, versuchsweise aufmunternde Rede. Doch man verlangte Unmögliches von ihm. Jeder war sich bewusst, zu wissen, dass bald der Tag kommen würde, an dem wir alle in einer hoffnungslosen Schlacht gegen einen übermächtigen Feind zu Grunde gerichtet werden würden. Wir waren alle recht jung.. und das letzte, was Seenhain zu bieten hatte. Seit die Ehr uns verlassen hatte, war jegliche Hoffnung auf den Sieg entschwunden. Mit ihnen kam- und ging die Hoffnung. Und abgesehen von den Söldnern des Dämmersturms, in ihren dunklen Gewandungen, war niemand mehr hier, der mit der Absicht handelte uns zu helfen. Die Söldner.. als Hunde des Krieges haben wir sie bezeichnet. Aber letztendlich waren sie es, die den Feind, nämlich die Orks, lange genug aufhielten, um die Reihen zu formen, in denen ich mich in jenem Moment befand. Meist saßen sie am Rand des Steges.. oder vor den Türen der Taverne, als wir uns zu unseren täglichen Übungen aufmachten oder wieder auf ein Neues den wenig anspornenden Worten des Magistraten lauschten. Sie sprachen allesamt nicht viel. Sie waren wie ein stummer Helfer, in Zeiten der Not, auch wenn man nie die Tatsache aus den Augen verlieren durfte, dass sie es nicht aus Mitgefühl taten, sondern des Geldes wegen.

Ich werde niemals die Worte vergessen, die Solomon ein paar Stunden später zu uns sagte...

"Meine Freunde. Meine Nachbarn, Kinder .. und meine Waffenbrüder. Dunkle Zeiten sind angebrochen. Der Krieg droht dieses Königreich zu zerreißen. Weit weg der Heimat sterben die Armeen des Königs. Dämonen, Bestien und Marodeure streifen durch das Land. Und in jenen dunklen Zeiten liegt es an uns.. den einfachen Bürgern seiner Majestät, die ihr Land.. ihre Heimat so sehr lieben, wie ihre eigene Familie.. den Boden zu schützen, den uns das Leben geschenkt hat. In der kommenden Schlacht wird das Licht mit uns sein. Fürchtet den Tod nicht.. denn was ist nicht ehrenvoller, die süße Umarmung des Todes im Wissen zu spüren, für die Freiheit seiner Kinder gestorben zu sein? Wir könnten fliehen. Wir könnten diesen Ort .. kampflos dem Feind überlassen. Aber ich sage euch eins, meine Brüder und Schwestern.. wir würden es bereuen. Denn erst der Tod, wird diesem Leben einen Sinn geben. Und wenn ihr die Glocken des Lichts in eurem Kopf vernehmt, dann ist nichts befriedigender als den letzten Gedanken damit auszuschmücken, für eine Sache gestorben zu sein, für die man auch gelebt hat."

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Dem Sturm entgegen! - Schlachtruf und Grußformel der Söldner des Dämmersturms.


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 Betreff des Beitrags: Re: Plot: "Der rote Kamm"
BeitragVerfasst: 7. Sep 2010, 20:54 
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Aus der Sicht von Erien Windtänzer:

"...für eine Sache gestorben zu sein, für die man auch gelebt hat."
Mit schief geneigtem Kopf, einer erhobenen Braue und verschränkten Armen, hörte Erien der Rede des Menschen zu.
Es war später Abend, die Sonne hatte sich schon längst verabschiedet und Sie stand, sowie jeder andere des Sturm's abseits am Rande des Steges, beobachtete im fahlen Schein einiger Laternen die Gesichter der...Soldaten.
Allein bei diesem Gedanken, das diese Menschen scheinbar der letzte Wall des Dorfes waren, musste Sie unwillkürlich an eine hoffnungslose Niederlage denken...und das nicht für die Angreifer.
Zusammengewürfelte Rüstungen, der Versuch irgendwo eine Einheit einzubringen.
Stumpf glänzende Waffen.
Männer und Frauen in ihren besten, jungen Jahren. Das einzig gefährliche was die jemals gesehen hatten, dürfte wahrscheinlich der Eber im eigenen Blumenbeet gewesen sein.
Und mit einem Eber..konnte man die grünen Bestien sicherlich nicht vergleichen.
Sie waren Monster, nicht mehr und auch nicht weniger.
Ihre Blicke verfolgten, wie die winzige Armee vor dem Magistraten salutierte, in geschlossenen Reihen an ihm vorbei liefen.
Sie sah, wie jener alter Mann sich mit einer Hand über die Stirn rieb, der Blick gen Boden gerichtet.
Irgendwie...konnte Sie nicht anders, sie bewunderte diesen Menschen.
Er besaß das Wissen, das wahrscheinlich nichtmal die Hälfte derer zurückkommen würde, die soeben hingebungsvoll seinen Worten lauschten und trotzdem...war er in der Lage, eben jene zu motivieren und ihnen die Hoffnung an einen Sieg nicht zu rauben.
Ein sachtes Schmunzeln machte sich auf ihren entstellten Gesichtszügen breit, bevor Sie durch einen leichten Händedruck auf ihren Schultern aus ihrer Gedankenwelt gerissen wurde.
"Tehro'Shan...wir sollten uns fertig machen", erklang es leise in ihren Ohren. Ihr Lächeln nicht verlierend, folgte Sie ihrem Bruder durch die Reihen der Menschen, deren Blicke im Rücken spürend.

~Verbände, groß und klein. Fünf Nadeln, fünf Rollen festes Garn. Vier Phiolen, unterschiedlicher Art. Einige Lederfetzen, dazu passende Verbindungsstücke. Zu guter Letzt...drei Wasserschläuche, wie auch drei kleine bis winzige Fläschchen Alokohol.~
In Gedanken ging Erien ihre Taschen durch, die Sie sich neben ihr auf dem Bett befanden. Leise seufzend, erhob Sie sich, ging zu dem kleinen Schrank und fischte ihre Sachen heraus, diese anlegend. Es war keine große oder schwere Rüstung...viel zu gewichtig.
Erien bevorzugte leichtes Leder, gepaart mit dunklen Stoffen.
Zu guter Letzt, griff Sie sich jene Gürteltaschen, allesamt umlegend...einen letzten Blick zur übergroßen Waffe, ein sanftes Lächeln auf den Lippen...und die kleine Elfe verließ, begleitet von dem knirschen des Leders, ihr Zimmer.

Nur wenige Stunden später...
...hockte Sie sich, versteckt zwischen Busch- und Strauchwerk, auf einen kleinen Vorsprung.
Die schimmrigen Augen bewegten sich ruhig hin und her, nahmen in der Dunkelheit jedes Detail wahr.
Langsam erhob Sie ihren Blick gen Himmel, dessen Sterne sanft auf Sie herableuchteten und die kleine Elfe lächelte, bevor Sie sich wieder ihrer Aufgabe widmete.
In der Stille der Nacht, zuckten ihre Ohren sacht vor sich her, hier und da einige Grillen und deren Musik vernehmend...bis aus der Ferne dumpfe Schritte zu hören waren, der Laut von Kriegstrommeln und das Klirren schwerer Waffen.
Die Anspannung hielt in ihren Knochen Einzug, langsam schloss Sie die Augen, noch einige Zeit verharrend und auf das lauschend, was auf Sie zukam.
Nach einem Bruchteil von Sekunden, stand Sie auf und verschwand flinken Schrittes in der Schwärze.

"Geschätzt? Eine Stunde...wenn überhaupt."
Allgemeines Raunen folgte, aus den Augenwinkeln sah Sie die nervösen Blicke, die sich jene Seenhain-Soldaten zuwarfen.
"Dann sollten wir keine Zeit verlieren", erklang es ruhig von ihrem Kommandanten, der sich umdrehte und zu einem seinesgleichen ging.
Erien schätzte, das jenes Menschenkind wohl die oberste Befehlsgewalt über diese seltsame Armee hatte...und hörte lediglich schweigend zu, ihren Blick schweifen lassend.
Das kleine Lager, welches Sie unweit des Dorfes errichtet hatten, glich mehr einem Platz der Angst.
Sie sah es...Sie sah es in den Augen der Menschen, die der Stille ausharrend um ein Feuer gescharrt saßen, auf das unvermeidliche wartend.
Sie sah es an der Art wie sie sich bewegten, ihr Brot aßen, als wäre es das letzte was sie jemals werden essen können, ihre Henkersmahlzeit.
Sie sah es an den Tränen die sie vergossen hatten, als im Dorf Abschied von Familie nahmen.
Im Schein der lodernden Flammen, hob' einer der Männer seinen Kopf, blickte der beobachtenden Elfe für einen minimalen Zeitraum in die Augen...und Erien schien zu ahnen, das Sie diesen Mann zum ersten und letzten Mal gesehen hatte.
Mit langsamen Schritten, ging Sie auf jene Gruppierung am Lagerfeuer zu und wurde auch zugleich von argwöhnischen Blicken begrüßt.
Ihre Beine übereinander schlagend, ließ Sie sich auf einen Baumstamm fallen, neben jenem Manne, der Sie eben noch angesehen hatte. Mit einem Griff, holte Sie etwas Brot hervor, brach es in mehrer Teile und reichte diese umher.
Schweigend nahmen Sie an...doch die Skepsis schwand.


Das Klischee...
...wurde vollkommen erfüllt, als ein Unwetter über die Truppen der Menschen hereinbrach, die sich in Reih und Glied aufgestellt hatten, mit dem Blick zum Pass, der hoch in das Gebirge führte.
Blitze zuckten grell über den Himmel, durchbohrten die Wolken...der Regen durchnässte jeden bis auf die Knochen und der scharfe Wind hinterließ ein Frösteln.
Die langen weißen Haare peitschten in ihr regennasses Gesicht, der stoffhaltige Teil ihrer Rüstung klebte förmlich an ihrem Körper. Brummend wischte die Elfe sich eine Strähne aus der Stirn, ließ ihren Blick durch die Reihen unter ihr schweifen.
Bei Elune’s heiligem Arsch…mit der Motivation, würden die vielleicht fünf Minuten gegen die Streitmacht der Orcs standhalten…und das auch noch mit Glück.
Sie selbst stand oberhalb des Weges, auf einer Art Berg, hielt zusammen mit einigen anderen verdeckt Position. „“Eine anderen“…das waren die Kampfmagier Seenhain’s, wie auch ihr elfischer Bruder Derlones, der unruhig in die Tiefe starrte.
Ihre Augen schlossen sich und die Zeit schien für einen Augenblick still zu stehen, als die Elfe ein Stoßgebet an den Wächter selbst schickte.
Mit dem Öffnen jener, realisierte Sie nur langsam ihre Umgebung. Die Sicht war durch den starken Regenfall eingeschränkt, doch das was Sie sah…ließ Sie noch mal beten.
Orc’s…soweit ihr Auge sie erblicken konnte, marschierten auf die Winzlingarmee zu. Fackeln, so hell wie die großen Feuer selbst, ließen die schartigen und doch monströsen Waffen erstrahlen.
Mit dem Näherkommen des Feindes, schwoll der Lärm.
Schwere, polternde Schritte.
Lautes Gegröhle, vollkommen siegessicher.
Das Zurren von Pfeilen an gewichtigen Bögen.
Das Geklapper und Gepolter von dicker Eisenrüstung.
Unweit der Menschen entfernt, postierten sich die Ungeheuer, musterten diese voller Häme und Abwertung.
Kurze Zeit später, drückte sich aus deren Reihen ein Ungetüm eines Orc’s hervor.
Breitschultrig, tiefgrün, extrem muskulös…und bewaffnet bis über beide Ohren. Selbst dessen Schulterpanzerung, geziert mit Stahlstacheln aller Art, verhießen Schmerz.
Mit zusammengezogenen Brauen sah Erien zu, wie ihre eigenen Reihen die Bögen spannten, wie die Schildbrecher und Schwertkämpfer ihre Haltung einnahmen. Dasselbe geschah nichtmal im Ansatz beim Feind- was die kleine Elfe irgendwie nervös machte.
Kopfschüttelnd, vertrieb Sie die unangenehmen Gedanken, wendete sich wieder dem Geschehen zu.
Noch…blieben Sie, Derlones und die Magier Seenhains unentdeckt vor aller Augen, aber wenn der Sturm so weiter fegte, konnte Sie nicht sagen, wie lange das lose Buschwerk noch in der Erde verankert bleiben würde.
Aufhorchend blinzelte Sie durch den Regen dieses Monstrum an, welches donnernd anfing zu reden…und damit das Wetter selbst zu übertönen schien.
Angespannt hörte Sie diesem zu, spürte nichtmal wie die Regentropfen von ihren Haaren in den Nacken fielen, die Wirbelsäule entlangliefen.
„Hört gut zu, ihr Menschen des Gebirges. Ihr habt es gewagt, ihr habt es gewagt uns das verwehren, was uns zusteht. Ihr habt es gewagt, uns anzugreifen und viele der meinigen zu töten. Heute Nacht…werdet ihr dafür mit eurem Leben bezahlen und es gibt nichts, was das verhindern könnte. Keine Macht dieser Welt, keine Stärke und kein Glauben…wird eure Seele vor dem Untergang bewahren können.“
Mit einem gewaltigen Donnerknall, endete seine „Rede“ und Erien hoffte inständig, das dieser Donner natürlicher Art war.
Jener Häuptling, ging wenige Schritte rückwärts hinüber zu seinem Volke, welche allesamt zähnebleckend nur auf den Befehl warteten…wie die Gegenseite.



Der erwartete Befehl…
..Erien wusste schon gar nicht mehr, wann er ertönte. Sie wusste nicht mehr, wann Sie die ersten orcischen Pfeile auf die unteren Reihen der ihren prasseln sah. Aber Sie wusste, das zum einem keine Deckungsmöglichkeit vorhanden war und die wenigen Schilde nicht groß genug waren, als dass Sie alle würden schützen können.
Doch…etwas tun, konnte Sie nicht. Sie und ihre Truppe mussten zusehen, wie unzählige Menschen von Pfeilen getroffen wurden, mehr oder weniger tödlich.
Mit einem Seitenblick auf die Magier und dem ihren, nickte Sie nur, gab nebenher noch ein winziges Handzeichen gegenüber den Zaubernden.
Diese nickten ebenfalls, einer hob den Daumen empor und Erien, mitsamt Derlones ließen mal ihren Fähigkeiten freien Lauf. Beide Elfen stellten sich geduckt vor den Magiebegabten, pressten ihre Hände auf den matschigen und regendurchtränkten Boden.
Für einen Augenblick, hielt Ruhe in Erien’s Körper Einzug. Sachte Schwingungen im Boden, Anzeichen von blühendem Leben. Der Regen fiel auf ihren geduckten Körper, Blitze zuckten über die Himmel…
Vorsichtig, als habe Sie Angst, sie könne jene zerbrechen…griff Sie danach und schlug langsam ihre Augen auf.
Beinahe synchron mit ihrem elfischen Bruder, erhob Sie sich…und mit ihr wuchsen Ranken aus dem Boden, die weit über ihren Köpfen ihr Ende fanden.
Schwere Dornen wuchsen aus diesen und generell sahen sie mehr wie natürliche Folterinstrumente aus.
Langsam, gelassen…als könne Sie nichts auf dieser Welt stören, atmete die Elfe ein und aus, bewegte ihre Hände und Arme.
Neben ihr, ebenfalls die Ruhe in Person, tat Derlones es ihr gleich.
Jene Ranken bewegten sich träge hin und her…und die Magier standen langsam auf, fingen an einen wahren Regen aus Eis auf ihre Feinde niedergehen zu lassen, nutzten dabei das Wetter zu ihren Gunsten. Die von Hass zerfurchten Gesichter, wurden im grellen Aufzucken der Blitze für kurze Sekunden beleuchtet, ihre langen Roben wehten im Sturme um deren Körper.
Brüllend bemerkten die Orcs jenen ziemlich hinterhältigen Angriff, einige fingen an, die Hügelflanke zu erstürmen, brennend darauf, den Angreifern die Eingeweide herauszureißen, ihnen möglichst schmerzvoll das Leben auszuquetschen.
Mit einem tiefen Atemzug, ließen die Druiden ihre Mordinstrumente auf ihren Gegner hinabschmettern, schafften es auch, mehrere entweder an den Dornen aufzuspießen, wo Sie qualvoll gurgelnd an ihrem eigenen Blute verendeten…oder Sie bretterten Sie einfach zurück in die Tiefe.
Nach einigen Minuten des Durchhaltens, stand Erien der Schweiß auf der Stirn…wie lange Sie würde das noch aufrecht erhalten können, wusste Sie nicht…und es wurden immer mehr, die den steilen Pfad zu ihnen und den immer noch zaubernden Magiern erklommen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Plot: "Der rote Kamm"
BeitragVerfasst: 10. Sep 2010, 19:49 
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Aus der Sicht von Andrew Burgo

Es gelang ihm tatsächlich für den Hauch eines Moments unseren Kampfgeist mit einer solchen Inbrunst zu erfüllen, wie ich es mein ganzes Leben lang noch nicht zu empfinden vermochte. Wir fingen an, die Hoffnungslosigkeit der besvorstehenden Schlacht zu vergessen. Wir fingen an, jene Angst, welche unsere Seelen erschüttert hatte, in schallender Euphorie zu ersticken. Wir empfanden einen solch unfassbaren Stolz, im Gedanken daran für unser Vaterland zu sterben, dass es ansatzweise schon an wahnsinnigen Fanatismus glich, der in jenen Momenten durch unsere Gedanken strich. Stundenlang wiederholten sich die Ehrenhymmnen des Reiches in unseren Kehlen. Wir hatten wieder Hoffnung. Nicht die Hoffnung diesen Krieg zu gewinnen. Aber die Hoffnung unsere Leben einer Sache zu widmen, für die es sich wirklich lohnen würde zu sterben. Wir dachten.. wir würden Helden sein.

Doch es kam anders.
Wir schmeckten das Grauen des Krieges in seinen vollen Zügen, als der Angriff begann.

Als die Glocken des Rathauses uns aus den Betten rissen, war ich einer der ersten, der in voller Ausrüstung vor dem Magistraten salutierte um meine Bereitschaft für den Kampf anzumelden. Die Späher hatten aggresive Feindbewegungen, nicht weit von Seenhain entfernt gemeldet. Erste Kampfverbände befanden sich angeblich bereits auf dem offenen Schlachtfeld im Kampf mit den Orks und langsam spürte ich das Unbehagen hervorkriechen, welches nur wenige Stunden zuvor noch bedeckt war, von heiterem Siegesgesang und dem Willen, sowohl mein Leben, als auch meinen Tod mit Ehre zu erfüllen. Doch all das, es sollte uns nur ablenken von der Wahrheit, welche sich uns nun in grauenhafter Geschwindigkeit nährte. Jene Wahrheit, welche wir lange Zeit versucht hatten zu verdrängen.
"Milizionär! Identifiziert euch!" ,schallte es aus den Lippen des führenden Offiziers, welcher selbst nicht viel älter und offenbar ebenso unerfahren war, wie ich.
"Andrew Burgo, viertes Batallion!" ,antwortete ich ihm mit mit stets begleitender Heiserkeit, welche mir der Vorabend geschenkt hatte. "Bewaffnet euch und haltet diese Position mit eurem Leben, Milizonär Burgo!" ,schrie er mich mit militärischem Unterton an, ehe er die nächsten Rekruten zu sich rief und mit ebenso banalen Befehlen versorgte.

Das Gesurren der Pfeile und die Schreie des Krieges, welche der Wirnd zu uns hinübertrug, deuteten an, dass man uns nicht belogen hatte. Der Kampf hatte begonnen und wir mussten damit anfangen, unseren Frieden mit der Tatsache zu machen, dass wir, sobald der erste Sonnenstrahl unsere Haut benetzen sollte, bereits Tod sein würden.
Es waren nicht viele, die zurückblieben. Ebenso war es ein unschöner Gedanke, zu wissen, dass wenn für uns der Kampf beginnen würde, der Tod unserer Kameraden bereits besiegeltes Schicksal war. Ein paar von uns, vorallem die jüngeren Milizionäre des Batallions, waren voll Zorn über jenen Befehl, den die Offiziere uns allen gaben. Das Warten war die Hölle. Doch die meisten, jene, welche nur still an den Häusern saßen, jene, dessen Blicke die reine Ratlosigkeit verbreiteten... jene hatten bereits realisiert, welch Unglück bald über uns hereinbrechen würde.

"Der Krieg. Er schult die Sinne. Er fördert den Verstand.. und er bewegt uns Menchen dazu, Dinge zu tun, die unser gesamtes Verhaltensspektrum bei weitem übertreffen."

Sagten wir es uns. Doch wir merkten schnell, dass es nur ein weiterer peinlicher Versuch unsererseits war, über jenes Grauen hinwegzutäuschen, welchem wir uns bald würden stellen müssen. Nur.. ein weiterer Versuch diesem lächerlichen Himmelfahrtskommando etwas Gutes abzugewinnen. Krieg würde sich niemals verändern. Krieg bleibt immer gleich.

Die Klingen gewetzt. Das Schild im Griff. Ein Aufdonnern. Und dann fing es an.

Wir rissen die Köpfe nach oben. Der Rauch stieg bei all seinem stechenden Gestank in unsere Nasen. Der Glockenturm des Rathauses. Einzig von der Röte der knisternden Flammen erleuchtet. Er brannte. "Sie kommen!! Sie kommen! Scheiße, sie sind da!! Es geht los!!" ,dröhnte das Geschrei durch unsere Köpfe. Uns überkam die Angst. Binnen weniger Momente füllte Panik die Stege der Stadt. Die Formationen brachen...

Gröhlender als jeder Bär. Lauter als jeder Musketenschuss und wie eine unendlich wirkende verdorbene Flut grünen Gewirrs baute sich jener gefürchteter Feind in mörderischem Sturme vor uns auf. Kameraden schrien um ihr Leben, gefällt von wirbelnden Äxten und himmelverdunkelnden Pfeilen krochen sie aus dem Gefecht an dessen Ende das Leben ihre Körper verließ. In diesem grauenvollen Moment glich es an ein Wunder, welches mich vor dem sofortigen, vorher noch erhofften, Heldentod bewahrte. Perplex, wie festgefroren, wie bereits gnadenlos niedergerrungen stand ich zwischen den brennenden Häusern Seenhains. Nichts gab es mehr, was mich antrieb, nichts schenkte mir mehr Hoffnung. Es war einfach nurnoch Panik. Panik in ihrer reinsten und ungezügelsten Form. Schriller als jeder Gesang hallte sie durch mein Haupt, bis ich realisierte, dass mein Gehör ausgesetzt hatte, als der Felsbrocken der entfernten Katapulte neben mir einschlug.

Es war mir damals nicht bewusst, wieviele Minuten ich, benommen, erfüllt vom Lärm der Schlacht, liegend auf dem Boden verbrachte. Der Schwertgriff rutschte ununterbrochen zwischen meinen Fingern umher. Der Angstschweiß drang aus meiner Haut, wie Wasser aus Gießkannen. Es durchzuckte meinen Körper, wie ein Blitz die Wolken. Eine nasse, blutüberströmte Hand riss mich aus meiner Starre empor, zurück ins Getümmel. Nun sollte der Kampf beginnen.

Die Wahrheit realisierend, wir würden diesen Tag nicht überleben, sollten wir unser Heil in der Flucht suchen, stürzten wir uns in gebrochener, fünf Mann starker Keilformation den unüberschaubaren Orkhorden entgegen.

Von Schmerz durchzuckt, riss mein Schwertarm die Klinge durchs Fleisch des Feindes. Verfehlt von jeglichem Gegenschlag, enwich ich auf ein neues dem Tod. Blanker Stahl glitzerte im Lodern der Flammen auf, ehe Orkblut ihn besprenkelte. Samt durchtrennter Kehle sackte der Unhold leblos zu Boden. Ich führte die Pavese reflexartig einem weiteren Axthieb entgegen. Das Metall weinte Funken. Und durch meinen Schritt vorrangetrieben, richtete das Mordinstrument in meiner Hand über eine weitere Grünhaut. Dann. Ein Aufschrei. Er kristallisierte sich durch mein Ohr. Hell. Rasch den Lippen entwichen. Von Panik erfüllt. Es war Jeysson Johanson. Leiter des vierten Bataillons. Mein direkter Vorgesetzter. Ein Mann, der damit beauftragt war, uns bis zum Ende dieses verdammten Krieges als Vorbild zu dienen. Überbringer von Hoffnung, eine Leitperson. Man hatte ihm eine Last auerlegt, die er noch nicht zu tragen vermochte. Er floh mit aufgerissener, heftig blutender Wunde aus dem Getümmel. Das letzte Wort, welches ich vernahm, entwich seinen Lippen in erbärmlich kreischender Melodie. Er schrie Rückzug. Dann verschwand er ungelenken Schrittes in einer Gasse zwischen Wohnbezirk und Taverne. Wir sahen ihn nie wieder.

<Wird noch weiter editiert.>

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