Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
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 Betreff des Beitrags: Plot: "Dschungelsturm"
BeitragVerfasst: 27. Nov 2010, 16:19 
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Verlauf:

1. Der Söldnerbund erreicht das nördliche Schlingendorntal vom Dämmerwald heran.

2. Durch eine ereignisreiche Flussüberquerung, vorbei an den feindlichen Stellungen, verlor der Dämmersturm einige der mitgeführten Ressourcen. Es kam bereits zu kleineren Kampfhandlungen mit abseits geratenen Tagelöhnern der Venture Company.

3. Der Dämmersturm hat begonnen "Fort Dämmersturm" nahe des Flusses, auf einer Lichtung zu errichten.

4. Fort Dämmersturm wird von einem Trupp der Venture Company, unter Führung von Vorarbeiter Rashwuzz angegriffen. Der Vorarbeiter stirbt während der Schlacht und sein Gefolge wird zurückgeschlagen.

5. Eine Debatte erhitzt die Gemüter der anwesenden Söldner. Die Diskussion endet mit dem Austritt von Rottenmeister Tredan aus dem Söldnerbund.

6. Unter hohen Verlusten und schlechter Moral gelingt es dem Söldnerbund Blockade Eins und Blockade Zwei zu beseitigen.

7. Blockade Drei wird durch Mörserbeschuss erfolgreich beseitigt.

8. Der Söldnerbund legt ein Minenfeld im Dschungel, zwischen den drei Hügeln. Der Söldnerbund erbeutet außerdem einen Schredder.

9. Admiral Rübenhau gerät unter Beschuss durch Truppen der Venture Company und erleidet Schäden im Kampf mit einem bis zum damaligen Zeitpunkt noch unbekanntem Söldnertrupp.

10. Admiral Rübenhau erreicht Fort Dämmersturm.

11. Die Truppen des Kartells beziehen auf Hügel Drei und Hügel Zwei, sowie im Fort Stellung. Die Verteidigung von Hügel Eins wird vollständig auf den Bemühungen des Dämmersturms beruhen, während Hügel Zwei von den Truppen beider Parteien gehalten wird. Hügel Drei steht vollkommen unter dem Kommando des Kartells.

12. Hügel Drei wird angegriffen. Nach einer heftigen Schlacht, zugunsten der Venture Company, zieht sich diese mitsamt dem Gefangenen Admiral Rübenhau vorerst wieder zurück.

13. Admiral Rübenhau wird im Hauptquartier der Venture Company gefangen gehalten.

14. Der Söldnerbund erfährt von dem Angriff.

15. In einer waghalsigen Befreiungsaktion wird Admiral Rübenhau von den Truppen des Söldnerbunds befreit. Durch eine List gelang es dem Dämmersturm ohne den Gebrauch von Waffen, ins feindliche Lager zu gelangen. Man gab vor, den Kommandanten im Zuge von Meuterei ausliefern zu wollen. Inspiration für dieses Handeln waren vermutlich die Ereignisse der vergangenen Tage. Im Zuge der Befreiungsaktion gelang es außerdem den amtierenden Anführer Venture Company in diesem Sektor zu töten, sowie Kontrollraum samt Plattform zu sprengen. Der Einsatz hinterließ schwere Verluste auf Seiten der Venture Company.

16. Der Dämmersturm führt den Angriff vorran, stößt jedoch überraschend auf den Söldnerbund Plattenbrust. Unerwartet fand man das Lager relativ schnell. Im Versuch den Rückzug anzutreten, wurde nahezu der gesamte Spähtrupp niedergemacht.

17. Ingo Renfray gelingt es, das feindliche Terrain zu infiltrieren und Hauptmann Blutbert im Zuge eines Attentats zu töten.

18. Sheyja stirbt bei der Verfolgung von Ingo Renfray duruch die Hand der Priesterin Miyuu. Der Söldnerbund Plattenbrust wird sich niemals von diesem Schlag erholen, der ihnen ihre Führung raubte.

19. Der Söldnerbund Plattenbrust kapituliert. Ihm wird aufgrund mehrerer Tributzahlungen freies Geleit aus dem Krisengebiet gewährt.

20. Die erste Lieferung erreicht unbeschadet Fort Livingston. Unterwegs kam es zu kleineren Kämpfen mit versprengten Tagelöhnern der Venture Company.

21. Hügel Drei wird vom berüchtigten Vorarbeiter Grimaldi überrannt.

22. Hügel Drei wird von den vereinten Kräften des Söldnerbundes Dämmersturm und der Bande Rübenhaus' zurückerobert.

23. Die Venture Co. scheint zu beginnen, sich langsam wieder zu organisieren.

24. Der Söldnerbund Dämmersturm und die Piratenbande unter Admiral Rübenhau entscheiden sich, die Venture Company mit einer List zu täuschen. Unter dem Vorwand einen Waffenstillstand auszurufen, treffen sie sich zu Verhandlungen, mit zwei Vorarbeitern der Gegenpartei. Die Vorarbeiter wurden während der Besprechung getötet. Die sicherheitshalber ausgerichteten Mörserstellungen, unter der Führung von Ingo Renfray, zerlegen zwei anrückende Abteilungen, welche ebenfalls darauf aus waren, die diplomatischen Verhandlungen zu ihren Gunsten zu nutzen. Im Verlauf der Schlacht erreicht lediglich eine kleine Feindgruppe die ohnehin beendete Versammlung. Der Söldnerbund hat an diesem Tag einen glorreichen Sieg errungen.

25. In einer offenen Schlacht erringt der Söldnerbund Dämmersturm den Sieg über Vorarbeiter Rankenschreck. Seine gesamte Abteilung wird vernichtet.

26. Auf Druck der Auftraggeber hin wird der errungene Sieg durch eine weitere erfolgreiche Eskorte verwirkt.

27. Die Venture Company sammelt ihre verbliebenen Streitrkräfte.

28. Bei voller Sollstärke startet die Venture Company den Angriff auf Hügel Eins und Zwei. Bereits bei der Seeüberquerung werden heftige, jedoch erwartete Verluste hingenommen. Die zahlenmäßig hoffnungslos unterlegenen Streitkräfte Beutebuchts und des Söldnerbundes werden bis auf die Hügelstellungen zurückgetrieben. Hier allerdings nahm die Schlacht eine Wende, wie sie glorreicher nicht hätte sein können. Nahezu ohne Verluste gelingt, den Feind, Mann für Mann, Arbeiter für Arbeiter zu töten. Kein einziger Tagelöhner, kein einziges Mitglieder Venture Company überlebte den entfachten Zorn der Söldner. Der Sieg war errungen. Der Konflikt war entschieden.

29. Der Söldnerbund und das Dampfdruckkartell verkünden ein öffentliches, dauerhaftes Bündnis. Außerdem wird der freigegebene Stützpunkt von Rübenhaus' Piraten geplündert.

30. Die restlichen Lieferungen werden nach Fort Livingston geleitet. Unterwegs treffen die Truppen auf heftigen Widerstand seitens der eingeflogenen Transportmaschinen der Venture Company. Vorarbeiter Hurz wurde vom Zwergenkrieger Rarnulf erschlagen.. und der Söldnerbund kann unbeschadet heimkehren und seine Belohnung empfangen. Fort Dämmersturm wurde vorerst unter die Verwaltung von Admiral Rübenhau gestellt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Plot: "Dschungelsturm"
BeitragVerfasst: 24. Dez 2010, 18:40 
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Ein Sturm zieht auf..

Tiefes Dickicht, unüberschaubar. Grün, hell und dunkel. Bunte Blätter. Vogelgesang, Raubtiergebrüll. Wild, unberührt. Abgeschnitten vom Rest der Welt. Der flüsternde Wind im Geäst. Willkommen im Dickicht. Willkommen im Schlingendorntal.

Es hatte lange Zeit gedauert die Truppen auf das Kommende vorzubereiten. Es war ein Einsatz ohne Gleichen. Eine Mission, von welcher die glorreiche Zukunft des Söldnerbundes abhing. Ebenso riskant, wie verlockend. Dreißigtausend Goldmünzen. Reichtum im Kampf gegen jene zu gewinnen, die ihn bereits gefunden haben. Die Venture Company sollte ein unbarmherziger Feind sein. Ein Feind, in dessen Reihen zu stehen, es bedeutet hätte, einer unter vielen zu sein. Ein Leben. Ein wertloses austauschbares Leben. Ein Tagelöhner.

Der Söldnerbund Dämmersturm hatte die ehrenwerte Aufgabe, die Handelsstraße von Norden heran, bis zur Zerschlagung, im Namen der Allianz und im Namen des Oberkommandos von Sturmwind von den räuberischen Besatzern der Venture Company zu befreien. Drei Blockaden, drei Hügel. Der Kommandant entschied sich, auf Pferde zu verzichten. Tatsächlich eine unnötige Last, wie sich später noch herrausstellte. Man war sich bewusst, dem Feind auf wenige Meter nahe begegnen zu müssen, bevor sich überhaupt die Gelegenheit bot, festen Stand im überwucherten Terrain zu finden. Mittels Booten die Ressourcen zum Errichten einer Sturmbasis, an den feindlichen Stellungen vorbei über den Fluss zu bringen. Soweit der Plan, soweit die Theorie. Die Realität gestaltete sich spätestens dann als problematisch, als man zwei Güterladungen an die Strömung verlor. Rohstoffe, die vieles vereinfacht hätten. Die verlorene Zeit allerdings, sie war das größte Problem. Im Kontakt mit ersten Feinden wurde ein Konflikt entfacht, der erst viel später hätte beginnen dürfen. ...


Die Schlacht bei Fort Dämmersturm

Fast schon etwas unheimlich wirkten die mächtigen, unberührten Bäume des Dschungels bei Nacht. Die Tiere hatten ihre Jagd noch lange nicht unterbrochen.. Doch längst schon war das müde Gebrüll.. leisen, geschickten Bewegungen im Dickicht gewichen. Die Luft schien feucht.. und es kam nicht selten vor, dass abgestandenes Regenwasser, welches zuvor von den Pflanzen aufgefangen wurde, nun auf Umherziehende herabtröpfelte. Aber abgesehen davon..

Man hatte zwei Dutzend Goblins gesichtet. Ein Suchtrupp. Scheinbar willens, die zuvor erlegten Arbeiter zu finden. Vorarbeiter Rashwuzz, ein energischer, wenig taktvoller Edelmann des Südens befand sich an ihrer Spitze. Der Söldnerbund hatte sich darauf vorbereitet, dem Feind mit Gewehrfeuer und einem gezielten Flankenschlag zuzusetzen, doch der Übermacht gelang es die Palisaden zu erstürmen. In Nahkämpfe verwickelt mussten die hinteren Linien heftige Verwundungen hinnehmen während auf offenem Feld eine erbitterte Außeinandersetzung zugunsten des Dämmersturms ausgefochten wurde. Ein Angriff, der abgewehrt werden konnte. Doch nun waren sich die Goblins ihres Feindes bewusst. Kommandant Tim Orodaro fürchtete infolgedessen eine rasche Truppenmobilisierungen auf Seiten des Feindes, sodass er sich noch am selben Abend entschied, dem Konfliktgegner zuvorzukommen. Koste es, was es wolle.


Verrat, Deserteure.. und andere Sorgen

Zwar gestaltete sich der allgemeine Konfliktverlauf in den ersten Tagen relativ ausgeglichen, jedoch hatte man in Sachen Moral schleichende Schäden hingenommen, wie es sich wenige Monde nach der Schlacht bei Fort Dämmersturm herrausstellen sollte. Ein Zögern, im Angesicht des eben errungenen Sieges, stand für den Kommandanten nicht zur Debatte. Es brauchte für die kommende Schlacht lediglich einen passenden Mann, welcher die Truppen ins Gefecht führen sollte, denn Orodaro selbst hatte im Zuge einer Tigerjagd heftige Verwundungen hinnehmen müssen. Die Ehre fiel auf einen talentierten Söldner namens Faylon Crookston. Er sollte gemeinsam mit der regulären Obrigkeit des Söldnerbundes, darunter Tredan Servertis, den Angriff auf die Blockaden anführen. Rottenmeister Servertis hatte jedoch andere Pläne, als er von Faylon's Beförderung erfuhr. Es stellte sich ohne Frage schnell heraus, dass der eben ernannte Rottenmeister nicht in der Gunst Servertis' stand. Eine verbale Außeinandersetzung zwischen Tredan und dem Kommandanten brach aus. Zu allem Überfluss der misslichen Lage, nahm der Einfluss Tredan's im Verlauf der Debatte ungeahnte Züge an. Es endete darin, dass ein Großteil der Söldner, welche unter Tredan's Kommando standen, sich frei gegen die Führung Orodaro's bekannten .. und später, wenige Stunden nach der blutigen, verlustreichen Schlacht bei Hügel Eins, den sofortigen Rückzug gen Heimat antraten. Es war ein Verrat, dem der Söldnerbund noch lange nachzutrauern hatte. Doch vorerst, mitten im unbarmherzigen Dickicht, war keine Zeit dafür. Der Kampf musste weitergehen.

- Die Schlacht bei Hügel Eins

Man hatte die Blockaden des Feindes im Blick, welche Stunde um Stunde eine Bedrohung, gegenüber Fort Dämmersturm darstellten. Hügel Eins und Hügel Zwei waren jene Stellungen, die es galt zu überwinden, diese Gefahr zu neutralisieren. Die Munition war knapp, doch man entschloss sich, den Mörserbeschuss auf Hügel Zwei zu konzentrieren, um wenigstens dort einen verlustarmen Kampf herbeizuführen. Tatsächlich auch endete die Schlacht bei Hügel Zwei nach wenigen Minuten, zwischen den Trümmern der einst befestigten Straße, zu Gunsten des Söldnerbundes. Doch der frisch ernannte Rottenmeister Faylon Crookston, welcher mit der Eroberung von Hügel Eins betraut war hatte weniger Glück. Seine Unerfahrenheit wurde spätestens dann zum Problem, als er sich der Übermacht im offenen Kampf entgegenwarf. Zwar war er, aufgrund des Terrains in der Lage, die Brücke, welche den Weg gen Feindesstellung einleitete, über einen langen Zeitraum zu halten, jedoch bot sich kaum eine Chance, einen Zermürbungskampf dieser Art mit einem Triumph zu beenden. Als die Verstärkung von Hügel Zwei eintraf, gab es bereits heftige Verwundungen, welche, wie sich noch zeigen sollte, gravierende Auswirkungen auf den weiteren Verlauf des Konflikts hatten. Als sich nach vielen Stunden die Reihen des Feindes lichteten, erschien Tredan ein letztes Mal auf dem Schlachtfeld, den Scheinsieg einzuleiten, den der Söldnerbund an jenem Tag errungen hatte. ... Vom Kampf demoralisiert, unzufrieden mit der Lage.. und im Glauben, Tredan's Rückzug von der Front wäre der richtige Weg gewesen, koppelte sich nahezu ein Drittel des Söldnerbundes vom Dämmersturm ab, verließ das Schlachtfeld.. und machte sich bereit, die Heimreise anzutreten.


Vorbereitungen

Man war sich über die missliche Lage im Klaren. Die Mission drohte zu scheitern. Doch in der Hoffnung, Reserve und Verstärkung würden rechtzeitig eintreffen, fasste der Kommandant den Entschluss, die Stellung für einige weitere Nächte zu halten. Nicht wenige weckte das Donnern der erneut feuernden Mörser, welche, ein Gefecht vermeidend, die dritte und letzte Blockade pulverisierten. Es war die wenige Munition, die der Söldnerbund noch hatte und alsbald würde man mit Gegenschlägen des Feindes rechnen müssen. Die Planungen, sie waren längst zu wertlosen Pergamentfetzen geworden. In diesem Dickicht galt es, zu improvisieren. Im Verlauf der wenigen Erholungszeit, die jenes Bombardement ihnen gewährte, wurden Nahrungsvorräte aufgestockt, Sprengfallen verlegt und sichtlich mit abfallender Moral gekämpft. Doch man blieb. Man wollte nicht nachgeben. Nicht in dieser Situation. Keine Schwäche zeigen, im Angesicht der Deserteure.


Rübenhau's Ankunft

Die Ankunft des Admirals erwies sich im Rückenwind der Erwartung, als Überraschung. Tatsächlich war man bereits soweit gewesen, anzunehmen, er und sein Gefolge sei in feindliche Hinterhälte geraten, bevor sie Fort Dämmersturm hätten erreichen können. Den Berichten nach, war ähnliches der Fall gewesen. Venture Company und bis dato unbekannte Söldnerrotten hielten die südlichen Straßen unangefochten. Musketenschüsse, Säbelrasseln und Dynamitdetonationen erfüllten das Geäst, dessen Sieger des Nachts klein, grün und mit dem Wappen Beutebuchts bestückt den Weg gen Dämmersturm einschlug. Die Männer waren verwundet, doch ihr kerniges, wettergegerbtes Antliz vermochte, dies uneingeschränkt zu vertuschen. Die Vorräte des Bundes erwartend, war ihre Freude groß, endlich auf Verbündete getroffen zu sein. Und dem war beiderseits der Fall. Nicht länger wurde das Banner still gehisst. Es herrschte nun lautstarkes Treiben, beflügelt von der Hoffnung, doch noch einen Sieg erringen zu können.


Stellungen werden bezogen

Gewehrklicken. Das Schrubben von verdreckter Ausrüstung. Stetig missmutige Gespräche. Hitze. Der Wald verschlang Nervengut. Im Kommandozelt beschlossen Admiral Rübenhau und Kommandant Tim Orodaro über weitere Schritte. Die ehemaligen Blockaden, im Folgenden nurnoch als Hügel bezeichnet, sollten den allierten Kräften als Frontlinie dienen. Hügel Eins, so entschied man, geriet in die dezimierte Obhut des Dämmersturms. Hügel Drei oblag den Augen des Kartells. Hügel Zwei galt als gemeinsamer Knotenpunkt, sofern man das Fort verlieren sollte, welches von beiden Fraktionen verteidigt wurde. In den Reihen des Söldnerbundes musste man radikale Maßnahmen ergreifen, um das in Kraft treten, weiterer Einsätze zu gewährleisten. Hügel Eins hielt ein einzelner Mann. Sein Name war Todrian Grauschmied.


Hügel Drei. Unter Beschuss.

Kaum eine Nacht im Dickicht, mit Blick auf die Dschungelsektoren, auf unendliches Geäst, erfüllt von bunter Farbenpracht.. kaum eine Nacht verging auf Hügel Drei. Und das Feuer wurde eröffnet. Aufzeichnungen nach war man sich nichtmal sicher, wieviele es waren, doch sie schritten plötzlich, unbarmherzig durchs Geäst. Ein Leben war ihnen nicht viel Wert und so richtete die gefürchtete Elite Beutebuchts, unter Führung Admiral Rübenhaus', über alle jene, welche die Torheit besaßen, sich der Stellung zu nähern. Doch stetiger Musketenschuss, aus zahllosen, alten, verrotteten Waffen, übertrumpfte das Können der Haudrauf-Goblins im Weinen der Sonne. Monströs und unbarmherzig schnitt sich ein Schredder voran, erbarmunglos den Widerstand brechend.. und die Verteidiger auf nichts als einen verzweifelten Ring tapferer Recken beschränkend. Man fand ihre Leichen am nächsten Tag in eben jener Formation. Dutzende Tagelöhner, welche an ihren Klingen fielen, verdarben im Staub. Sie hatten bis zum letzten Mann gekämpft. Doch Admiral Rübenhau, er war verschwunden. Getrocknetes Blut, wies von junger Pracht, den Weg ins kreischende Dickicht.


Das Herz des Feindes

Binnen weniger Stunden formierten sich mehr als acht Zehntel der verfügbaren Truppen des Dämmersturms. Es waren nicht viele, doch man war sich der Tatsache bewusst, dass von der Rettung des Admirals, jeglicher Fortschritt abhing, den sie in diesem Dschungel noch machen konnten. Und in Anbetracht der Tatsache, hohe Verluste eingesteckt zu haben, würde aus dem Verlust Rübenhaus' das Ende der Mission und gegebenenfalls sogar die Vernichtung des gesamten Söldnerbundes resultieren. Die Tiefen des Waldes waren kaum ersichtlich. Man wusste nicht, wohin er gebracht wurde, geschweige denn, was die Venture Company mit ihm vorhatte oder ob er überhaupt noch unter den Lebenden weilte. In dieser Hinsicht nutzte der Dämmersturm einen hybriden Vorteil, der bereits mehrfach zu Erleichterung der Einsatzumstände geführt hatte. Worgen. In ihrer wilden, unbarmherzigen Gestalt waren sie fähig, die Fährte des verschollenen, alliierten Kommandanten aufzunehmen. Und aller Vermutung nach, sie führte ins Herz des Feindes. Zur Plattform 36, dem Stützpunkt der am Kampfeinsatz beteiligten Einheiten der Venture Company. Ein gewaltiges Terrain, abgefackelter Trauerlandschaften offenbarte sich den Truppen des Dämmersturms nach ihrem Eintreffen. Der Gestank von Öl und Rauch lag in der Luft. Hälse eines jeden zogen Kratzen mit sich. Ungesundes Klima, mit Aussicht auf Bleihagel, denn der Feind verfügte an dieser Stellung über mehr als zweihundert Tagelöhner, welche allesamt bereit waren, für warmes Essen und einen verdreckten Schluck Wasser, in die tödlichen Söldnerklingen zu springen. Solange, bis das schwarze Banner des Dämmersturms fallen würde. Doch Tim Orodaro hatte andere Pläne. Sich in dieser Situation einem offenen Kampf zu beugen, hätte den Untergang jeglicher Existenz der Männer und Frauen unter seinem Kommando bedeutet. Es mag schon verwunderlich sein, aus welchen Begebenheiten man in solch Situation Inspiration bezieht. Sich selbst, als gefallenen Söldnerhauptmann tarnend, umringt von den scheinbar trügerischen Verrätern, jedoch letztlich aufs Blut loyalen Mitgliedern des Sturms, unterwarf er sich dem drohenden Urteil der Venture Company. Der Eindruck einer Schein-Kapitulation erzeugte derartige Verwunderung, dass es dem Trupp tatsächlich gelang, ohne Waffengewalt, auf die Plattform, ins Hauptquartier.. vor den lokalen Großknecht zu treten. Doch kaum mehr einen Lidschlag später erfüllte die gleißende Abendsonne blanken Stahl. Die Söldner zogen ihre Waffen.. und aus dem Ring, schwarzer, wehender Wappenröcke, trat der Kommandant, das Bajonett im Hals des Großknechtes versenkend. Eine unerbittliche Salve Gewehrfeuer, vom kommenden Sturm berichtend, zerfetzte die heranahenden Truppen. Ingo Renfray lieferte aus sicherer Entfernung Unterstützungfeuer, sodass es nach langen, blutigen Minuten gelang, den Admiral aus der Kommandozentrale zu befreien. Dynamit und Granaten heulten, bis der Tag zu Weinen begann.. und der übrige Dämmersturm war verschwunden. Entflohen durch die strömenden Gewässer. Der Tod des Großknechtes, welcher unter dem Namen "Zwillingshub" bekannt war, dominierte die nächsten Monde mit Chaos und Unsicherheit in den Reihen des räuberischen Unternehmens. Der Dämmersturm hatte endlich Zeit, Luft zu holen.


Ein neuer Feind

Es war ein Fehler, den der Dämmersturm nicht begehen wollte, dem Feind Ruhe zu gönnen. Geschweige denn, die Waffen für längere Zeit pausieren zu lassen. Einen Stoßtrupp bildend, formierte Orodaro zwei Rotten, um den Goblins der Venture Company in ihrer nunmehr chaotischen Situation weitere Schläge zu versetzen. Die ausrückenden Truppen, welche verteilt im Dschungel agierten, konnten mehrere Abteilungen des Feindes aufspüren und vernichten. Jedoch kam es noch während des Vorrückens zu einem fatalen Vorfall, welcher den Söldnerbund und seine Bündnispartner um mehrere Tage zurückwarf. Unter Führung des Kommandanten selbst, in den ruhigeren Stunden des Dschungels, gerieten die Kampfverbände unter hinterhältigen Beschuss einer fremdartigen, feindlich orientierten Organisation, welche sich später als Söldnerbund Plattenbrust entpuppte. Zwar kam es zunächst kaum zu ernstzunehmenden Schäden, jedoch entwickelte sich das Übergelegenheitsgefühl, welches der Söldnerbund für mehrere Stunden inne hielt rasch in Unsicherheit. Als ein Spähtrupp kurz darauf, mehr durch Zufall, als durch gezieltes Vorgehen den vermeintlichen Stützpunkt der Plattenbrust erreichte und beinahe vollständig ausradiert wurde, war man sich der Tatsache bewusst, einem neuen, bedrohlichen Feind gegenüber zu stehen. Und der Dämmersturm hatte nicht die verfügbaren Mittel, sich einem weiteren Feind auf offenem Felde stellen zu müssen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Plot: "Dschungelsturm"
BeitragVerfasst: 6. Jan 2011, 04:21 
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Aus der Sicht von Ingo Renfray

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Ein Schuss. Nur einer. Der Goblin hatte nicht einmal Zeit zum Schreien. Grün verwandelte sich in rot und die kleine Gestalt des Tagelöhners brach zusammen, tot, erlegt durch einen einzigen Schuss. Ein irres, mörderisches Grinsen huschte über sein Gesicht, als er sich hinter die Deckung des Baumes zurückzog und das Gewehr nachlud. "Noch einer für mich, Jungspund. So muss ein Schuss aus der Deckung aussehen!" Ein mürrisches Schnauben war alles, was er als Antwort erwarten konnte. Abgeschnitten vom Nachschub und den Kameraden, sein Gewehr und ein paar Leute bei sich - einer unbekannten Anzahl von Feinden gegenüberstehend. In diesem Moment, an diesem Ort fühlte sich Ingo Renfray sehr lebendig, lebendiger als an vielen Tagen zuvor. Wenn die Gefahr spürbar war, der Tod an jeder Ecke lauerte, dann lebte er wirklich. Aller Zweifel, alle Lethargie waren vergessen. Enthusiasmus und Konzentration waren an ihre Stellen getreten. Die Zeit schien ihren Fluss geändert zu haben - als hätte sie eine Kuppel um die kleine Gruppe von Söldnern gezogen, die aus dem Dickicht heraus die wenigen Goblins, die dumm genug waren heranzukommen, erledigte. Er existierte nur noch in den Momenten des Abdrückens, Nachladens und Anlegens. Sekunden schienen nur zu vergehen - während am anderen Ufer und auf dem Fluss die Kameraden mit der Ladung ihrer Boote kämpften, vergingen tatsächlich Stunden. Und so kam es, dass Ingo Renfray sogar dann noch frisch und munter war, als schließlich der letzte Goblin fiel und die letzten Vorräte am Ufer angekommen waren. Nun änderte sich wieder der Zeitverlauf und das Schleppen begann von Neuem...


Ein alter Freund

Es war einfacher als Tontaubenschießen. Kein Schätzen der Abweichung, keine Corioliskraft, kein Scherwind. Jeder Schuss schien sein Ziel zu treffen. Jeder Handgriff saß. Was bedeutete diesen Goblins wohl ein Leben, dass sie ihre Leute so offensichtlich und einfallslos dem Beschuss preisgaben? Ein Schuss für ein Leben...
Ein plötzlicher Ruck riss ihn aus seiner Trance. Blinzeln. Eine Sekunde später setzte der Schmerz ein. Er kannte diesen Schmerz gut - sie waren praktisch alte Freunde, er und der Schmerz. Er war getroffen worden, kein Zweifel, wahrscheinlich ein Blutgefäß, also blieben ihm noch einige Minuten durch das Adrenalin und wenn er seine Willenskraft anstrengte noch ein paar mehr, bevor er ohnmächtig werden würde. Ein elender Glückstreffer von diesen Anfängern... aber das durfte die anderen nicht demoralisieren. Mit lauter, donnernder Stimme rief er sie an:"HÖRT AUF MICH ANZUGLOTZEN UND MACHT DIE MISTKERLE FERTIG!" Der Schmerz überflutete ihn und schwemmte seine Wahrnehmung für einen Moment davon, bevor das Adrenalin langsam anfing zu wirken. Konzentrieren. Einen Handgriff nach dem anderen. Routine. Trotz aller Willensanstrengung fingen die Eindrücke an, auf Ingo einzustürzen wie die Kaskaden eines Wasserfalls: rennende Tagelöhner und Grobiane, Emmi die zu Boden ging, Schreie, Klirren, das widerlich saugende Geräusch, wenn ein Speer mit breitem Stichblatt in einen Körper gestoßen und wieder herausgezogen wird...
Er sank gegen die hölzerne Palisade und kämpfte um sein Bewusstsein. Aus weiter Ferne schien Erien nach ihm zu rufen... er musste dem Ruf folgen, musste aufstehen, wachbleiben, nicht einschlafen! Seine Füße schienen einen anderen zu tragen. Sein Sichtfeld wurde langsam enger... alles schien zu verschwimmen... Gesten und Worte kamen und gingen, verschwanden in den Abgründen, die das Leben vom Tod trennen. Er wollte aufschreien, sich selbst ohrfeigen, aber es kam nur ein dumpfes Geräusch, kaum hörbar, über seine Lippen und seine Arme waren wie Bleigewichte. Die stille Trägheit übermannte seine Willenskraft und er versank in der Bewusstlosigkeit...


Uneinigkeit und Tapferkeit

Bereitschaft... Konzentration... Erwartung... und der Schmerz, der ihm von seiner Wunde bereitet wurde... all das trat in den Hintergrund. Er konnte nur fassungslos zuschauen, wie Tredan den Wappenrock über den Kopf stülpte und dem Kommandanten reichte. Bei all den Dingen, die er bedacht hatte, bevor er auf diesen Einsatz gegangen war - das hätte er niemals erwartet. Er senkte den Kopf und stützte sich mit dem unverletzten Arm auf sein schweres Revolvergewehr, das er liebevoll "schwarzer Wind" nannte. Die Fassungslosigkeit lähmte ihn: er konnte kein Wort herausbringen, keinen Widerspruch anbringen, keine Überzeugungsarbeit leisten. Er konnte nur zusehen, wie sich Tredan von den Anderen verabschiedete und ihm schließlich, als er seine Stimme wiederfand, hinterherrufen:"Tredan! Vergiss nicht... du schuldest mir noch ein Bier."
Das waren nicht die Worte, die man bei so einer Gelegenheit von sich gibt... es waren auch nicht die Worte gewesen, die er hätte sagen wollen, hätte er die Chance gehabt... es war das Erste gewesen, was ihm in den Sinn kam in seiner Fassungslosigkeit. Diese war auch dann noch nicht ganz gewichen, als der Kommandant ihn ansprach und fragte, ob er den Angriff auf Hügel Zwei leiten wolle. Sein Verstand fing langsam wieder an normal zu arbeiten. Es gab eine Aufgabe zu erledigen. Irgendjemand musste es tun. Und er entschied sich für das Kommando. Mit Handbewegungen und Worten, die er für lange vergessen glaubte, dirigierte er Aiyala, Sheireen, Erien, Miyuu und Turold zu sich und in Position. Er fokussierte seinen Verstand, drängte jeden Gedanken hinfort bis auf die vor ihm liegende Aufgabe. Vorbereitendes Artilleriefeuer, dann Sturmangriff. Die Goblins auf dem zweiten Hügel würden von den Mörsern völlig unvorbereitet getroffen werden - aber was war mit dem ersten Hügel? Den Schmerz unterdrücken... Er konnte nur hoffen, dass das Bombardement so vernichtend wie möglich sein würde und dass sie ihre Kameraden schnell genug unterstützen können würden. Er ging hinter einem hohen Farn in Deckung und wartete, bis die anderen in Stellung waren. Hinter seinem Trupp waren die Kameraden, die Faylon unterstellt worden waren: Nubilus, Maringal, Syranel, Renigalt. Es konnte losgehen. Die erste und einzige Salve der Mörser war noch nicht ganz verklungen, als er aufsprang und seine Leute anrief:"MIR NACH! ZUM ANGRIFF!"

Schwarzer Wind fegte durch das Trümmerfeld der zerstörten Stellung auf dem zweiten Hügel, als Ingo das Feuer eröffnete. Drei gewaltige Schüsse fegten einen Vorarbeiter der Venture Co von den Füßen und verwundeten einen ihrer Grobiane. Der Kampf dauerte nicht lange - Erien, die sich in die Gestalt des Säblers begeben hatte, zerfetzte den Verwundeten, Turold schoss einen zweiten Grobian sauber nieder. Ein schnelles, routiniertes Wechseln der Waffe und ein Schuss aus der Hüfte später war auch der dritte Grobian, den Aiyala und Sheireen schon schwer bedrängt hatten, niedergestreckt. Das Bombardement WAR vernichtend gewesen - überall lagen tote Goblins oder Teile toter Goblins herum und drei gewaltige Krater klafften auf der Straße, wo vorher die befestigte Stellung der Straßenblockade gewesen war. Hier gab es nichts mehr zu tun. Der Kampflärm vom ersten Hügel her jedoch ebbte nicht ab. Mit lauter Stimme sammelte er seine Truppe und führte sie zur alten Trollbrücke, die zum Hügel führte.
Durch das Zielfernrohr hindurch konnte er den Kampf sehen. Faylon und Renigalt kämpften am anderen Ende der Brücke wie Berserker, um die Goblins von Maringal abzulenken, die den Anführer der Grünlinge mit Geschossen aus magischem Eis malträtierte. Nubilus, der gilnearische Jägersmann, stand an ihrem Brückenende und feuerte in die Masse der Goblins hinein. Auf dem gegenüberliegenden Felsvorsprung machte sich gerade eine Gruppe aus Grobianen mit ihren kruden Vorderladern bereit, die tollkühnen Dämmersturmler mit Blei einzudecken. Ingo gab seine Befehle schnell und knapp: Erien, Aiyala und Sheireen stürmten nach vorne, Faylons Trupp unter die Arme zu greifen, während er, Miyuu und Turold die feindlichen Schützen unter Feuer nahmen. Kugeln und Lichtblitze zischten zwischen den Hügelkämmen hin und her, das Klirren der Schwerter, das Kreischen der Goblins und die Schmerzensschreie der verwundeten Söldner erzeugten eine Kakophonie des Chaos, die über den Hügel hinwegbrandete. Auf dem Felsvorsprung, ohne Deckung, standen neben ihm Miyuu und Turold und trotzten dem Kugelhagel. Erst nach mehreren Stunden harten Gefechts gewannen die Söldner schließlich die Oberhand, ob nun durch schiere Sturheit, Glück oder Kampfkraft.
Doch es waren die nächsten Stunden, die für ihn wirklich zu einem Spießrutenlauf durch albtraumhafte Eindrücke wurden: Miyuu verwundet, zwei Schüsse. Maringal halb tot, aufgerissene Körperseite. Faylon niedergestreckt, beide Beine gebrochen. Er selbst hatte einen Treffer abbekommen, aber die Kugel war an seiner Rippe hängen geblieben. Nur die Erfahrung und eiserne Willenskraft ließen ihn weitermachen, ohne zusammenzubrechen: er hatte derartiges schon einmal erlebt, jetzt zählte jede helfende Hand. Ingo war schon weit jenseits der Grenzen seiner normalen Belastbarkeit, als er schließlich, nachdem er Miyuu notdürftig verarztet hatte und die Kugel aus seiner Brust geholt worden war in einen traumlosen Schlaf fiel.


Warten

Schmerz. Er war der stetige Begleiter des Kriegers. Schmerz durch Anstrengung, Schmerz durch Wunden... und der Schmerz, den man empfindet, wenn man die Kameraden am Boden sieht. Ingo kannte all diese Schmerzen nur zu gut. Und sie verebbten nur sehr langsam, während er im Lager saß, das Gewehr reinigte und die Mechanismen richtete, den Blick über die müden Gestalten der Anderen schweifen ließ. Er blieb stets in der Nähe der verwundeten Miyuu, verließ sie höchstens mal für eine Weile, um ein kurzes Gespräch zu führen. Die Zeit floß dahin wie zähflüssiger Sirup, die Sonne knallte ungehindert auf die Lichtung des Forts nieder und der Strom rauschte so wild wie eh und je. Warten, hieß es. Ausruhen. Der Dämmersturm hatte die Initiative verloren. Ingo war kein Meistertaktiker, aber er konnte es schon daran erkennen, wie die anderen Söldner aussahen. Müde. Zerschlagen. Die meisten verwundet, einige sehr schwer, selbst mit magischer Unterstützung würde die Heilung dauern. Eine lange Schlacht auf unbekanntem Boden zu schlagen hatte ihnen einen harten Preis abverlangt. Aber es war auch vor Allem das Warten, das die Söldner fertig machte. Daran konnten auch die gelegentlichen Jagden im Dschungel nach essbaren Tieren und Trophäen nichts ändern, denn mit der unermüdlichen Geduld eines äonenalten Gottes kehrte das Warten in der brütenden Hitze immer und immer wieder zurück. Wann würden die Ventures zurückschlagen? Wie nah waren sie? Wie viele von ihnen gab es noch? Zu viele Fragen kreisten in Ingos Kopf herum. Die Befestigung des Forts war nun endlich abgeschlossen, nachdem die Palisaden wirklich fertig waren und die Sprengfallen in Stellung lagen. Die letzte Munition für die Mörser war jedoch weg - verschossen bei der Zerstörung der Blockade auf dem dritten Hügel. Nun war der Gegner am Zug. Seine Vorposten waren weggefegt worden, aber der Dämmersturm hatte dabei herbe Verluste erlitten. Und immer noch... warten... immerzu warten...

Die Stille und die brütende Hitze waren für kurze Zeit vergessen, als die Goblins aus Beutebucht mit ihrem Admiral im Lager eintrafen. Jetzt waren endlich genug Männer (und Frauen) da, um die feindlichen Stellungen neu zu besetzen und die Chance, einen Gegenangriff abzuwehren, zu erhöhen. Aber wie immer hielt die Hektik, die das Eintreffen der Freibeuter ausgelöst hatte, nicht lange. Das Warten kehrte zurück, und im Lager wurden die Gewehre gereinigt, bis sie glänzten, Stiefel geputzt, Klingen geschärft, Verwundete versorgt und alles und jeder in der Sonne gebraten...


Langschuss

Aufregung im Lager. Fassungslosigkeit - zum Glück von einer anderen Art als der, die herrschte, als die Deserteure davonzogen. Hügel Drei verloren - der Admiral gefangen genommen! Die Söldner, grimmig und von neuem Tatendrang erfüllt, versammelte der Kommandant, um einen wahnwitzigen Plan in die Tat umzusetzen. Mit Hilfe von Syranels Fähigkeiten als Worgin spürten die Söldner die Plattform und das Sägewerk auf, die den Hauptstützpunkt der Ventures bildeten. Hier wollten sie eine List anwenden: eine Meuterei vortäuschen, den Kommandanten "ausliefern", um so ins Herz der feindlichen Stellung und damit zum gefangenen Rübenhau kommen zu können. Ingo, noch nicht wieder vollständig genesen, nahm seinen Platz als Scharfschütze im Dickicht oberhalb des feindlichen Lagers ein. An seiner Seite stand Boktarus, einer der Neuen, stark, aber nicht die hellste Birne in der Fassung. Er würde für ihn das Nachladen übernehmen. Der Zwerg fluchte ausgiebig vor sich hin, während er die Bewegung der anderen Sturmler unten in der Senke beobachtete. Ohne Windfahne und einen Sichter, die ihm die Windrichtung genau sagen konnten, und wegen dieser widerlichen Hitze würde es ihm schwer fallen, auf diese Entfernung treffen zu können. Er beruhigte langsam seinen Atem, brachte die vollste Konzentration auf, die ihm möglich war, achtete auf jeden Herzschlag. Eine Gruppe von Tagelöhnern brachte die anderen Söldner tatsächlich zur Plattform! Ingo grinste breit - so weit, so gut.
Über der Plattform, die das Zentrum des Lagers bildete und in den Nazferitisee hineinreichte, flimmerte die Luft. Ingo zielte nach Gefühl - hier etwas weiter nach links... nein, der Wind schlug um und blies deutlich von links. Wieder die andere Seite... etwas höher... der Wind flaute ab, aber sobald sich der Zwerg weniger stark konzentrierte, um ihn besser wahrnehmen zu können, achtete er nicht genug auf seinen Atem. Es war zum Verrücktwerden.
Eine Gestalt verließ den Schuppen auf der obersten Ebene der Plattform, als die "Meuterer" herankamen. Ein hässlicher, fetter Goblin mit einer dicken Reihe von Goldzähnen, die selbst in dieser Entfernung noch gut sichtbar waren. Er schien zu gestikulieren und HALT! Kondenswasser sammelte sich auf den Linsen des Zielfernrohres und Ingo wischte es energisch weg. Als er wieder richtig zielen konnte, merkte er, dass der Zeitpunkt für den Schuss gekommen war. Der Zeitablauf verlangsamte sich wieder. Der Kommandant erhob sich uuuunglaublich langsam, hob das Gewehr, feuerte auf den fetten Goblin, trieb ihn in den Schuppen. Genau im gleichen Moment atmete Ingo aus und drückte ab, den Schuss zwischen zwei Herzschläge setzend, hoffend, dass das Hitzeflimmern ihn nicht täuschen würde und er den Wind richtig eingeschätzt hatte. Zwei Sekunden später und ein paar hundert Meter weit weg riss die Kugel ein riesiges Loch in die Brust eines Goblins und beförderte ihn von der Plattform.

Es wurde hektisch. Schuss musste auf Schuss folgen. Darunter litt die Zielgenauigkeit beträchtlich: bei diesen schlechten Bedingungen ging fast ein Drittel aller Schüsse daneben. Ingo fluchte herzhaft auf Zwergisch vor sich hin, beruhigte sich dann sofort wieder. Gleichmütig bleiben. Ruhig. Konzentriert. Schuss auf Schuss. Goblins schrien und starben, sei es durch den unsichtbaren Schützen aus der Ferne oder die Klingen, Klauen und Knarren der anderen Söldner in der Nähe. Doch es kamen immer noch mehr. Schließlich packten die Söldner ein paar Treibstofffässer der Plattform und rollten sie in die Goblins, warfen Granaten hinterher. Die folgende Explosion donnerte bis zu dem Schützen und seinem Lader herüber und ihnen wurde klar, dass der Kampf vorbei war. Der Dämmersturm flüchtete sich ins gemächlich fließende Wasser, als Boktarus und Ingo schon ihre Stellung geräumt hatten und auf das jenseitige Ufer des Sees zuhielten. Dort halfen sie den anderen aus den Fluten und hielten nach feindlichen Verfolgern Ausschau, aber die Explosion hatte wohl genug Schaden und Chaos angerichtet, dass die Ventures erstmal mit sich selbst beschäftigt waren. Der verrückte, tollkühne Plan des Kommandanten war gegen alle Wahrscheinlichkeit gelungen. Ingo, obgleich müde und geschlaucht wegen seiner immer noch nicht verheilten Wunde, wusste: sie hatten die Initiative zurück.

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Wenn ich nicht so viel Scheisse bauen würde, käme ich mir dämlich vor.


Zuletzt geändert von Ingo am 22. Apr 2011, 15:54, insgesamt 3-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Plot: "Dschungelsturm"
BeitragVerfasst: 6. Jan 2011, 12:30 
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Ein stürmischer Tag.

Ein Tag im Dschungel und schon die ersten Probleme. Das Beladen der Boote dauerte lange. Zu lange. Man hatte uns entdeckt. Nur Faylon saß auf der falschen Seite. Nur schwach konnte er den Kampf am anderen Ufer erkennen. Schüsse erklangen und Ingo so schien es ihm machte gute Arbeit. Aber als Schütze war er ohnehin unübertrefflich. Dennoch quälten ihn seine Sorgen.
Die vorallem Miyuu galten. Es machte ihn wütend nichts tun zu können. So wütend das er seine Wut, auf den Befehl Orodaros hin, an einem Holzwagen ausließ welchen er zu Bruchstücken verarbeitete. Zusätzlich gingen zu allem übel zwei Boote verloren. Womöglich hatte man sie schier überladen. Doch es half alles nichts. Man musste nach vorne sehen. Schließlich schaffte es Ingo mit anderen die Stellung zu halten und der Rest wurde hinüber geschifft. Das Lager wurde errichtet.


Erstaunt war Faylon wie leicht seine Schwerter durch Goblinfleisch schnitten. Die Goblins gurgelten im Chor so schien es ihm. Jedes mal wenn er seine Schwerter tänzeln ließ brach eine ganze Reihe Goblins zusammen. Er wusste er war ein guter Schwertkämpfer dennoch war er immer wieder erstaunt. Jeglichen Hieben wich er aus. Es war fast als würde das Licht ihn schützen oder war er einfach nur so gut? Der Angriff wurde abgewehrt den die Goblins auf das Lager geführt haben. Durch seine Hilfe.

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Nur die Toten haben das Ende des Krieges gesehen.


Plato


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