Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
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 Betreff des Beitrags: Unterschiede
BeitragVerfasst: 10. Aug 2012, 16:30 
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Wieder mal Neues von mir ;) Dieses mal wird es ein wenig länger und daher gibt es mehrere Teile. Wer Fehler findet darf sie behalten ^^

Erster Teil

Ich erinnere mich an Dunkelheit und Regen und einen widerwärtigen Schmerz in meinem Arm.
Irgendwie hab ich das Gefühl das auch mein Nacken wehtut und die vage Ahnung grob über den Boden gezerrt worden zu sein.
Es regnet jetzt nicht mehr. Ich scheine das Bewusstsein verloren zu haben, aber weiß, dass ich jetzt wach bin, denn die Erinnerung an den Schmerz gewinnt mit jedem Atemzug mehr an Realität, bis er keine Erinnerung mehr ist.
Ich zwinge mich die Augen zu öffnen. Sie brauchen einige lange Sekunden um sich an das Halbdunkel zu gewöhnen.
Über mir befindet sich eine Decke.
Nun... das schließt zumindest einige Möglichkeiten aus.
Ich drehe mich etwas zu schnell auf die Seite und der Schmerz explodiert regelrecht mit Sternchen und Feuerwerk, als würde er sich selbst feiern. Ich kommentiere das ganze pflichtbewusst mit einem halb erstickten Aufstöhnen.

Langsam gewinnt die Umgebung wieder an Konturen.
Steinboden, ziemlich kalt und feucht. Vermoderte Wand. Türe, aus Holz - vermutlich abgeschlossen. Licht dahinter. Und gedämpfte Stimmen? Kleines Fenster - zu klein und zu weit oben. Wohl ein Keller. Sollt ein Arm in einem so seltsamen Winkel abstehen? Vermutlich gebrochen. Keine Fesseln. Keine Waffen.
Ich schließe meine mentale Bestandsaufnahme ab.
Durch die Finsternis drängt sich die Erinnerung in den Vordergrund.

Vorsichtig klettere ich aus dem Fenster. Hat sich wirklich rentiert bei dem reichen Speichellecker vorbeizusehen. Selbst schuld wenn er dumm genug ist, sich seinen Geldbeutel - mitsamt Papieren - abnehmen zu lassen weil er voll ist wie ne Trauergemeinde und die leichten Mädchen in der Taverne ansabbert. Der Beutel liegt nun auf einem Tisch nebenan.
Manche würden das hier vielleicht Einbruch nennen, aber in dem Zusammenhang gefällt mir Finderlohn besser. "Nimm nie zu viel. Kein Zeuch was du nich loswirst. Machst dich sonst nur auffällich und dann hat dich die Wache schneller am Arsch als du "Ich wars nich" sagn kannst." Guter Rat vom alten Abbens. Hab mich immer dran gehalten.
Zugegeben, das heißt nun nicht dass ich nie Ärger mit den blauen Jungs hatte - aber wer ist schon perfekt.

Die Hauswand ist glatt verputzt und durch den Regen rutschig aber protzig genug für Zierstatuen und den ein oder anderen Holzbalken. Kein wirkliches Kunststück sich da wieder runterzuhangeln.
Ohne Eile schlendere ich durch die verregnete Nacht über den breiten Weg des Viertels, nehme Abkürzungen und lande nach einer Weile wieder in den engen Gassen der Altstadt.
Hier sind die Häuser nicht protzig. Sogar die Bezeichnung "Häuser" kann in einigen Fällen nur von einem gutmütigen Lügner für die Bruchbuden verwendet werden.

Ein wenig in Gedanken gehe ich um eine Ecke und renne fast in den Kerl rein der dahinter steht.
Er dreht sich um und muss wohl erstmal den Kopf senken um mich zu sehen. Blöde glotzt er mich aus seinen Schweinsaugen an und ich ahne bereits dass Denken nicht unbedingt die Stärke dieses Typs ist. Aber ein Kreuz breit wie das von einem Ackergaul ist entschädigt ihn dafür.
An seiner massigen Gestalt vorbei sehe ich zwei andere. Einer der beiden erhebt sich gerade von den dritten der am Boden liegt und dreht den Kopf schrecklich langsam in meine Richtung.
"He Kumpel,'s unsere Straße."
Der Liegende wird wohl nie wieder was sagen. Dem ist nicht mehr zu helfen und außerdem gehts mich auch nichts an.
Ich zucke mit den Schultern, trete einen Schritt von dem Hünen zurück und will gehen.
"Bud." zischt der gleiche Typ und der Schweinsaugen-Kerl legt mir seine klobige Hand auf die Schulter und hält mich in seinem Griff wie ein Schraubstock. Verdammt nochmal.
Möglichst unauffällig taste ich nach dem schartigen Dolch am Gürtel als der andere mit dem Messer in der Hand näher kommt. Es ist noch blutig von dem armen Schwein, das reglos weiter hinten liegt während sein Blut durch den Regen in den Rinnstein gespült wird.
"Weiß'e 's dumm sowas zu sehn un noch in unser Gebiet zu kommen. Vielleich haste was Schönes als 'ntschuldigung." meint er mit der typischen Selbstsicherheit der Leute die sich in der Überzahl wissen. Auf die Tour habe ich nun echt keinen Bock. Ich trete 'Bud' mit aller Kraft gegen die Kniescheibe und als er schmerzerfüllt aufgrunzt lockert er den Griff und ich reiße mich los.
Hastig drehe ich mich um und ... sehe den dritten Kerl, der wohl irgendwo vor der Gasse Schmiere gestanden hat.
Verfluchter Mist...
Einen Moment zögere ich ob ich ihm einfach das Messer reinrammen soll, um vorbeizukommen oder es auf Risiko ohne versuche. Einen Moment den ich nicht habe, denn Bud greift nach mir. Er erwischt meinen Beutel, reißt mich zu Boden. Ein gedämpftes Klimpern untermalt den Aufprall, der so hart ist, dass ich glaube meinen Schädelknochen brechen zu hören. "Das wars..." ist der Gedanke der mir in diesem Moment durch den Kopf geht.

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Zuletzt geändert von Alvrim am 17. Okt 2012, 12:11, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Unterschiede
BeitragVerfasst: 15. Aug 2012, 20:16 
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Am Rande bekomme ich mit wie mich jemand mit Stiefeln auf die Seite tritt, mir den Lederbeutel mit der Beute abnimmt und warte auf das Messer. Ein leises Pfeifen durch die Zähne, als Nummer 3 mir mit dem Dolch den Rest geben will lässt ihn innehalten und kurz aufsehen.
"Wart ma Scotts. Bud, halt'n Pisser fest."
Von der Seite werd ich nun auf den Bauch gerollt, beide Arme schmerzhaft auf dem Rücken fixiert. Der Sprecher - scheinbar der Chef dieses Trios - hält mir den Beutel vor die Nase und winkt mit einem goldenen Ring aus meiner Beute.
"Wo hast'n all die schönen Sachn 'er, he?"
"Muss mir wer untergeschobn ham..." bringe ich zwischen zusammengepressten Zähnen hervor und verfluche im selben Augenblick schon meine große Klappe.
"Reg, der lügt doch wenna 's Maul aufmacht - unn er hat Bud getreten, lass uns 'n einfach abstechen un verschwinden." zischt der Typ namens Scotts.
"Halts Maul! Genau weil ihr zwei nich denkn könnt hab ich hier's Sagen." wird er angeblafft bevor Reg mir wieder seine hässliche Visage zuwendet.
"So wie ich 's sehe, haste das Zeuch geklaut. Könntn dich damit direkt vor die Wache schmeißen, was meinste machn die mit so kleinen Pissern wie dir? Könnt'n dich auch einfach hier abstechn... oder du machst jez 's Maul auf."
Gier. Ist ne miese Charaktereigenschaft. Und in dem Falle wohl mein Glück. Andere hätten mich einfach umgelegt und das Zeug mitgenommen.
Die Pause dauert Reg wohl schon zu lange - Geduld ist also auch nicht sein zweiter Vorname.
"Brich Ihm 'n Arm."
Ein scheußliches Knirschen endet in einem Knacken als Bud meinen linken Arm weit über seine normale Stellung verdreht und sein Riesenknie dann mit einem Ruck gegen das Gelenk donnert. Mir ist nach Schreien zumute, als glühend heiße Pein meinen Arm durchzuckt, aber das wäre eine richtig schlechte Idee und so ersticke ich den Schrei zu einem schmerzerfüllten Ächzen. Scheiße, scheiße, Scheiße...
"Also nochma. Woher haste das Zeuch?"
Bud's Gewicht macht mir das Atmen nicht unbedingt leichter. "... nem reichn Sack."keuche ich.
"Is da noch mehr zu holn?"
"Keine Ahnung ..."
Ich bekomme auch gleich Gelegenheit diese unüberlegte Lüge zu bereuen, als Reg Scotts zunickt und mir ein Tritt gegen die Rippen auch noch den letzen Rest Luft aus den Lungen presst und mir langsam schwarz vor Augen wird, während ich noch versuche dagegen anzukämpfen.
"...'n Köter mit... für die Drecksarbeit... Kanal." bekomme ich noch bruchstückhaft mich ein Schlag gegen den Hinterkopf gnädigerweise in die Bewusslosigkeit entlässt.

Da wär ich also jetzt in diesem Loch. Ein Teil von mir beschäfigt sich immer noch mit der Frage warum ich noch am Leben bin, der andere bemerkt wie verdammt einfach es ist sich zu entspannen, wenn man durchgeprügelt worden ist und einem jeder Knochen im Leib wehtut. Man bleibt einfach ruhig liegen und blutet ein wenig vor sich hin. Die modrige Holztüre geht auf und ich werde um eine weitere Erfahung reicher: Wenn dann jemand kommt und einen schüttelt ist das so als wenn man versucht auszunüchtern nachdem man sich mit Reinigungsmitteln hat voll laufen lassen.
"Boss der is wach." Was er nicht sagt. Ein echter Blitzmerker dieser wiehießerdochnoch, der mich hochzieht. Bud genau.
Er schleift mich aus dem Raum und jeder Muskel protestiert schmerzhaft gegen die Bewegung, mein Arm pocht rythmisch, das Blut rauscht in meinen Ohren. Ich werde auf eine Kiste gedrückt und nach einer kleinen Ewigkeit klart mein Sicht.
Der Anführer dieser Säcke lehnt an einem schmierigen Tisch in diesem niedrigen Raum.
Die schweren Arme auf meinen Schultern lassen vermuten, dass schnelle Bewegungen schmerzhaft enden könnten. Noch schmerzhafter, füge ich in Gedanken hinzu
Also starre ich Reg stumm an. Mit dem Messer in der Hand gestikuliert er, wirft mir einen Blick zu, dann grinst er. Nicht unbedingt das freundliche Grinsen eines Mannes, der einem gute Nachrichten überbringt.
"Köter heute is dein Glückstag." meint er.
Ich schweige.
"Un deshalb mache dir ein Angebot un' solltest dir gut überlegen ob du 's ablehnst."

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 Betreff des Beitrags: Re: Unterschiede
BeitragVerfasst: 23. Nov 2012, 15:25 
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Manche Leute haben einen ziemlich verdrehten Sinn für Humor.
Die drei Tage die ich nun hier schon in diesem Loch festhänge hab ich versucht mich aufs Positive zu konzentrieren. Oder sinds vier? Fünf? Ich bin am Leben, mal wieder und immer noch. Der Arm ist auch noch dran. Habe die wundervolle Erfahrung hinter mir mir den Knochen selbst wieder einzurichten. Könnte ich wirklich jeden Tag tun, wusste gar nicht was ich verpasst habe bisher. Habe ein bequemes Bett aus halbverfaultem Stroh und die Fünf-Sterne-Keller-Unterkunft ist ja zum Glück auch lauschig warm, trocken mit reichlich Tageslicht.
Und Essen ist sowieso nur was für Weicheier und schlecht für die Figur.
Auf so eine Art soll ich fit genug werden um für so einen Mistsack wie Reg und seine Spießgesellen den Idioten für die Drecksarbeit zu spielen. Kann ja einsteigen, wenn ich mich gut genug anstelle und sie einen spontanen Anfall von übermäßiger Großherzigkeit haben. Klar doch. Und ich bin Gevatter Winterhauch.
Drei Leuten durch Raub, Diebstahl und Einbruch ihr nichtsnutziges Leben sponsern und sie fein aus dem Schneider lassen.
Glauben die wirklich auch nur eine Sekunde dran, dass ich zurückkomme sobald ich einen Schritt vor diese verfluchte Tür setze? Ja... sobald ich laufen kann. Oder torkeln. Von mir aus auch kriechen.
Allerdings ist es schon ne Weile her, dass ich sie das letzte Mal draußen rumhauen hab hören. Ne GANZE Weile wenn ich genau drüber nachdenk und nicht zwischendurch wieder mal k.O. war. Was solls? Ich robbe über den feuchten kalten Stein zur modrigen Türe und ziehe mich mehr schlecht als recht am Holz hoch. Na immerhin sieht das Trauerspiel keiner - man hat ja schließlich nen Ruf zu verliern. Und ein Ruf als leicht zu schnappendes Opfer mit der Eleganz und Gewandheit einer arthritischen Schildkröte will man sich in der Altstadt sicher nicht schaffen.
Als das Rauschen des Blutes in den Ohren nachlässt und ich langsam wieder was sehe, nicht dass es hier was zu sehen gäbe, lausche ich angestrengt. Nichts. Nur Regen von draußen und mein eigener Herzschlag der fast hörbar gegen meinen Brustkorb hämmert. Ich verharre an das morsche Holz gepresst und warte eine gefühlte Ewigkeit, die in Wirklichkeit nur ein paar Minuten sind. Immer noch Stille. Manchmal muss man eben Entscheidungen treffen...
Nun gut...

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