Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
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 Betreff des Beitrags: Re: Berichte: "Expansions-Ära" (Öffentlich)
BeitragVerfasst: 29. Jun 2015, 18:19 
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<Der folgende Bericht ist nur von vereidigten Söldnern einsehbar.>

Zitat:
Missionsort: Seenhain, Rotkammgebirge

Auftraggeber: Werner Wallyknechton

Missionsziel: Den Sohn, tot oder lebendig, zu seinem Vater bringen.

Teilnehmer:

Alexander Veidt
Rymar Staper
Finnje Freitag
Bronson O'Slatraigh
Buri Frostbart Junior

Missionsergebnis: Fehlschlag

Missionsverlauf:

Treffen zur Mittagsstunde vor den Toren der Stadt. Jeder von uns zu Pferd, mit Ausnahme von Buri Frostbart, dessen geographische Kenntnisse wohl arg beschränkt zu sein scheinen. Schlimmer jedoch ist die Sprachbarriere: Er versteht und spricht nur sehr wenig Gemein. Als ich ihn anwies, zu Finnje Freitag aufs Pferd zu steigen, verstand er nicht und ging zu Fuß los. Mit Gesten gab ich ihm zu verstehen, dass er zurück nach Sturmwind gehen solle. Jemand, der keine Person im Umfeld, ob nun Freund oder Feind oder Befehlshaber, versteht... kann sogar zum Risiko für Gesundheit und Ruf der Teilnehmer werden. Schließlich stieg er zu mir aufs Pferd. Ich gab ihm zu verstehen, dringend an seinen Sprachkenntnissen zu arbeiten. Bin aber nicht einmal sicher, ob er das verstanden hat. In Hinsicht auf die von mir verfasste Doktrin sollte Frostbart auch von Seiten des Sturms eine gewisse Unterstützung und Ermutigung bekommen. Eine reibungslose Kommunikation ist bei einer Mission dringend erforderlich. Besonders, wenn Gesten nicht möglich sind oder nicht ausreichen.

Wir erreichten das Rotkammgebirge ohne Zwischenfälle. Am Grenzposten zwischen Elwynn und Rotkamm erklärten wir unsere Identität und unser Anliegen - ein Auftrag in Seenhain. Mittlerweile war es dunkel und regnete mitunter stark. Wir ritten weiter und in den Hügeln im Wald kurz vor Seenhain hörten wir Geräusche. Flüstern. Der Regen war zu einem Nieseln abgeklungen. Bronson O'Slatraigh, der eine Absicherung in alle Himmelsrichtungen vorgeschlagen hatte und nach hinten hin absicherte verkündete, dass es sich um Gnolle handelte. An der Grenze hatte man uns auch vor der starken Aktivität der Kreaturen gewarnt. Ich befahl den anderen, etwas auszuschwärmen. Von Norden her, auf den Hügeln, der Straße und vom Waldrand - kamen schließlich mehrere Gnolle und bewarfen uns mit Steinen und primitiven Wurfäxten. Ich befahl Bronson O'Slatraigh und Buri Frostbart, die Gnolle am hügeligen Teil des Straßenrands zu erledigen. Dort war ein Niederreiten nicht möglich, dort mussten die Gnolle im Fern- oder Nahkampf erledigt werden. Zu diesem Zweck stieg Buri hinter mir ab, wodurch ich aber auch etwas zurück fiel: Meine Absicht war es, gemeinsam mit Rymar Staper und Finnje Freitag die übrigen Gnolle auf offener Straße nieder zu reiten. Staper und ich sind diesbezüglich ja erfahren genug. Doch die Biester waren flink und wichen aus. Rymar gelang es, gerade einmal einen einzigen Gnoll um zu reiten. Zuerst brachten die Gnolle Finnje's Pferd zu Fall, ehe sie selbst von einem Stein am Kinn und einer Wurfaxt am Ohr getroffen zu Boden ging. Rymar beendete den Ansturm zu Pferd und griff kurzzeitig vom Pferderücken aus mit dem Schwert an. Ich stieg ab, stellte mich schließlich gemeinsam mit Rymar schützend über die Tagelöhnerin und gemeinsam erledigten wir die Gnolle auf unserer Seite. Dabei wurde Rymar mit einer Steinaxt an der rechten Schulter erwischt, stürzte unglücklich und verlor das Bewusstsein. Nur ein Gnoll entkam, huschte in den Wald, in östlicher Richtung.

Auf der anderen Seite der Straße erledigten Frostbart und O'Slatraigh die übrigen Gnolle. Die Biester waren nicht wenige. O'Slatraigh erstach dabei den Anführer der Meute, ein durchaus großes Biest. Meine Vermutung ist, dass ähnlich wie in Westfall bei den Murlocs, der Krieg auf Draenor und die damit verbundene lokale Unterbesetzung der Wachen zu einer Ausbreitung von Gnollen führte, die aufgrund spärlicher Patrouillen besonders dreist zu werden scheinen. Der matschige Boden nach dem Regenschauer behinderte uns bei dem Versuch, die Biester rasch und risikolos nieder zu reiten. Als die Gnolle erledigt waren, kümmerte sich O'Slatraigh mit den zahlreichen Verbänden in seinem Rucksack zuerst um Rymar, dessen Schulter er verband und die Blutung stoppte, anschließend um Finnje, deren Ohr schlimm verletzt worden war und die eine Gehirnerschütterung zu haben scheint, da sie sich durchaus einige Male übergab. Noch während O'Slatraigh Erste Hilfe leistete, kamen aus Richtung Seenhain zwei Wachen. Ein Gefreiter und ein Rekrut. An dieser Stelle muss ich - im Gegensatz zu üblichen Berichten - in eine Art Protokoll übergehen und verfasse dabei das Gesagte und Getane, damit der Ablauf der Ereignisse verständlich wird und meine Reaktion hoffentlich verstanden wird. Meine Übung im Dienste des Skriptoriums war mir eine große Hilfe, das Gesagte so gut es ging zu verinnerlichen. Vielleicht nicht wortwörtlich, aber auf definitiv sinngemäß:

Der Gefreite: "Ihr seid wer?" Schnarrender, arroganter, süffisanter Tonfall. Auffällig wurde mir sofort das Ausbleiben eines Hilfsangebotes aufgrund zweier Verwundeter am Boden.

Ich: "Alexander Veidt. Söldnerbund Dämmersturm. Wir wurden von den Biestern hier attackiert. Gibt es eine Belohnung für die Gnolle? Wir haben einen Auftrag in Seenhain, sind auf dem Weg dorthin."

Der Gefreite: "Philly McSackreis. Das hier ist ein Rekrut ohne Eier. Gibt keine Belohnung, dreckiges Söldnerpack. Ein Auftrag, hm? Ich mache euch ein Angebot, was in Anbetracht dessen, das ich Söldner nicht mag mehr als gütig ist: Eure kleinen Helfer machen die Sauerei hier weg und Ihr, Mister Veidt, begleitet uns dann nach Seenhain, für euren 'Auftrag'."

Ich: "Nur ich darf nach Seenhain, versteh ich das richtig?"

Der Gefreite: "Sieh an, Rekrut ohne Eier. Ein Söldner, der ein wenig Grips hat."

Ich: "Fällt aus. Entweder wir alle oder keiner. Dann tut es mir um den entführten Jungen, den wir suchen sollen, leid. Aber Ihr, Sackreis, bedenkt: Wären wir nicht hier, wärt Ihr und Euer Rekrut in diese Bande Gnolle gelaufen und ordentlich zerlegt worden. Gern geschehen."

Der Gefreite: "Dann bleibt hier, bis die Sauerei weg ist. Und ich und mein Rekrut sehen zu, wie wär's? Und erst wenn alle, auch wirklich alle von den Viechern unter der Erde liegen dürft ihr nach Seenhain."

Der Rekrut zuckt teilnahmslos mit den Schultern. Ich verweigerte beide Befehle des Gefreiten, weil eine derartige Befehlsgewalt nur im Gefahrenfall ausgeübt werden darf, wenn es um die Sicherheit von Zivilisten geht. Auch der absurde Befehl, dass nur ich nach Seenhain dürfe, machte die Situation äußerst irritierend.

Ich: "Wir begraben die Viecher nicht. Wir schaffen sie gern von der Straße, dass muss reichen."

Der Gefreite: "Ihr widersetzt euch dem Befehl einer Wache unseren glorreichen Königreiches? Wie könnt ihr es wagen? Aber... gegen einen kleinen Wegzoll bin ich eventuell bereit, Eure Frechheit zu vergessen, Mister Veidt"

An dieser Stelle begann mein Geduldsfaden langsam zu reißen. Selbstverständlich kenne ich die Statuten des Dämmersturms. Besonders Eintrag 6, den ich an dieser Stelle noch einmal zitiere: "Der Dämmersturm ist indirekter Teil der Allianz, Wachen sind Verbündete, keine Feinde. Jegliche Angriffe gegen offizielle Amtsträger der Allianz werden, wenn sie nicht gut begründet sind, hart bestraft."

Ich hatte hier einen arroganten, völlig verblendeten Wachmann vor mir, der A) Befehle gab, zu denen er weder Grund noch Autorität hatte, B) Trotz zahlenmäßiger Unterzahl der Meinung war, aufs Heftigste provozieren zu müssen und C) Gänzlich undankbar aufgrund unserer indirekten Rettung vor den Gnollen. Ich erachtete es für absolut schwachsinnig, mit zwei Verwundeten per Hand Löcher für fast zwei Dutzend Gnolle zu graben. Von dem Spielchen, nur ich dürfe nach Seenhain, mal ganz zu schweigen. Ich beschloss, es mit ein klein wenig Einschüchterung zu versuchen, immerhin waren wir in der Überzahl. Ich schritt auf ihn zu und sagte Folgendes:

Ich: "Ich denke, ich gehe direkt zu Eurem Vorgesetzten und erzähle ihm, dass Ihr uns um Wegzoll erpressen wolltet und... vielleicht auch, dass Ihr meiner Kameradin das Ohr abgeschnitten habt." Zum Rekruten sagte ich: "Wenn du mir zustimmst, bekommst du sicher bald ne Beförderung, bist den Kerl los und musst dich nie wieder Rekrut ohne Eier nennen lassen."

Der Rekrut schaute zwischen mir und dem Gefreiten unsicher hin- und her.

Der Gefreite: "Was redet Ihr da? Seid Ihr betrunken?" Der Rekrut schaute den Gefreiten ängstlich an.

Ich: "Kein Grund, Angst zu haben. Der hier ist nur ein Wiesel. Und wenn er nicht davon wieselt und uns unsere Arbeit machen lässt, ergeht es ihm schlecht." Ich sah zum Gefreiten. "Such es dir aus, Wiesel. Ich war auch mal Wache. Ich kenn die Spielchen. Das kann n netter Abend werden oder n schlechter. Und letzteres auch nur für dich."

Der Gefreite: "Das reicht, das lasse ich mir nicht bieten." Er zückte sein Schwert. Der Rekrut schaute immer noch ängstlich und unschlüssig hin- und her.

Ich: "Oder wir bringen dich um. Nur dich, du korrupte Sau. Und sagen, die Gnolle waren das. Und den Rekruten haben wir gerettet."

An dieser Stelle attackierte mich der Gefreite unter wildem Geschrei aber eher stümperhaften Hieben. Mein Schwert hatte ich gezogen. Ich wehrte mich jedoch nicht, da ich noch immer versuchte, Eintrag 6 der Statuten nicht zuwider zu handeln. Angesichts der völligen Unvernunft des Gefreiten gegenüber Gutem Willen und Drohungen gleichermaßen keine leichte Aufgabe. Ich versuchte es mit einem anderen Plan, wenn ich den Gefreiten schon nicht zur Vernunft bringen konnte. Ich ließ mich treffen, kassierte einen Hieb in die Schulter und in den Rücken, als ich Anstalten machte, wieder auf mein Pferd zu klettern. Mein Plan war es, nach Seenhain zu reiten und dem Hauptmann dort Meldung über das irrsinnige Verhalten des Wachmannes zu machen. Meine Wunden sollten Zeuge sein. Auch war ich mir bei einem derartigen Verhalten sehr sicher, dass der Gefreite zuvor schon negativ aufgefallen sein musste. Für einen Gefreiten war Philly McSackreis nämlich schon untypisch alt. Was mich persönlich annehmen lässt, dass zahlreiche Vergehen in der Vergangenheit Beförderungen verhinderten oder Degradierungen mit sich brachten. Die anderen ließ ich bei dem Gefreiten, mit dem ausdrücklichen Befehl, ihn nicht anzugreifen. Frostbart und O'Slatraigh hatten sich schützend zwischen dem Gefreiten und den am Boden liegenden Rymar und Finnje gestellt. Der Rekrut war panisch in den Wald gerannt, unwillig, uns zu helfen. Aber gleichzeitig verweigerte er auch den Befehl des Gefreiten, mich anzugreifen. Später sollte ich den Grund erfahren, warum er nicht gen Seenhain rannte.

O'Slatraigh hatte mich gewarnt, dass die Wache den eigenen Leuten wohl eher glauben würde. Er hatte im Vorfeld auch vorgeschlagen, die Wappenröcke auszuziehen, besonders im Hinblick auf das Vergehen von Vaeln Reddick. Ich jedoch war der Meinung, dass man etwas für den Ruf des Dämmersturms tun sollte. O'Slatraigh schlug vor, es sofort zu beenden und es nicht komplizierter werden zu lassen. Ich beharrte jedoch felsenfest darauf, dass der Dämmersturm hier oft genug gute Arbeit geleistet hatte und ich keine Wache töten würde, unter keinen Umständen. Außerdem war es mir wichtig, den Auftrag zu erledigen, um des verschwundenen Jungens Willen. Rückblickend wäre es wohl das Beste gewesen, den Gefreiten und Rekruten sofort zu eliminieren, als klar wurde, wie aussichtslos ein schlichtendes Auflösen dieser abstrusen Situation war. Oder die sofortige Rückkehr nach Sturmwind.

In Seenhain angekommen, noch immer mitten in der Nacht, sprach ich mit einem Wachposten an der Brücke. Mein Wortlaut war der Folgende:

"Ehre dem König. Es gab auf der Straße Ärger mit einem Wachmann aus der Stadt. Wer hat hier das Sagen, ich will mich beschweren. Ich wurde von ihm angegriffen."

Der Wachmann verwies mich zum Wachbüro in der Stadt. An dieser Stelle muss ich erwähnen, dass es noch immer dunkel war, mein Wappenrock besudelt mit Gnollblut und der Wachmann an der Brücke hatte lediglich eine kleine Laterne, um nicht gänzlich im Dunkeln zu stehen. In Seenhain war es zu der späten Stunde ruhig und leer. Vor dem Wachbüro stand keine Wache, ich klopfte an der Tür und ein junger Wachmann öffnete. Ihm stellte ich mich vor, erklärte grob unser Anliegen in Seenhain und den Angriff durch die Gnolle und den irrsinnigen Gefreiten. Der Junge brachte mich zum Hauptmann, dem ich das gleiche schilderte:

Ich: "Ehre dem König. Alexander Veidt, Söldnerbund Dämmersturm. Wir sind hier bezüglich eines Auftrags. Allerdings gab es auf der Straße einen Zwischenfall mit einer Wache, Philly McSackreis. Er provozierte und griff mich an."

Der Hauptmann: "Gregor McSackreis der Dritte. Was genau ist passiert?"

An dieser Stelle wurde mir klar, warum der Rekrut lieber in den Wald flüchtete, anstatt nach Seenhain. Und warum der Gefreite derartig arrogant war. Ich hätte sofort wissen müssen, dass auch hier nicht mit Vernunft zu rechnen war. Aber ich war verwundet und das nicht zu knapp. Und ein Teil von mir glaubte noch immer, dass der Hauptmann seinen Verwandten in die Schranken weisen würde. Dämlich, dass ich die Zeichen nicht richtig deutete.

Ich: "Also, wir wurden von einem Haufen Gnolle angegriffen. Nach dem Kampf kamen die Wachen dazu. Anstatt Hilfe anzubieten, da wir zwei Verwundete hatten, befahl uns der Gefreite, die Gnolle zu vergraben. Dazu hat er nicht das Recht. Anschließend wollte er ausschließlich mich nach Seenhain lassen, die anderen nicht. Ebenso völlig unerlaubt. Dann wollte er Wegzoll haben. Als ich mich weigerte, attackierte er mich. Da ich keine Wache des Königreiches angreife, befahl ich meinen Männern, abzuwarten und ritt hierher. Der Rekrut indes wurde vom Gefreiten derartig eingeschüchtert, dass er in den Wald floh. Wir wollen keinen Ärger haben, Sir. Wir haben einen Auftrag hier und wegen des Krieges kann die Wache ab und an mal Hilfe brauchen, kann ich mir denken."

Der Hauptmann befahl der Wache, die mir die Tür geöffnet hatte, drei Pferde zu satteln und Männern namens Grundy und Kane Bescheid zu geben. Sie sollten antreten, mit drei Fackeln. Zu mir sagte er:

"Ich schaue mir die Sache an. Ihr werdet mit mir kommen. Ich werde die Sache überprüfen und entscheiden, wie gehandelt wird."

Ich fragte ihn, in welchem Verhältnis er zum Gefreiten stünde und er erklärte mir, der Gefreite sei sein Bruder. Auf meine Frage, ob es zuvor schon einmal Ärger gab, antwortete er nicht. Wir ritten zurück, der Hauptmann nahm die Gefreiten Grundy und Kane mit sich. Und die Fackeln. Ich erklärte dem Hauptmann, dass der Gefreite und der Rekrut in die Gnolle gerannt wären, wenn wir diese nicht getötet hätten. Und das ich dies auch dem Gefreiten erklärt hatte, er jedoch nichts desto trotz weiter provozierte. Als wir uns dem Geschehen näherten, zeigte ich in den Wald, in die Richtung, in die der Rekrut sich ins Unterholz geschlagen hatte. Ich stieg vom Pferd, wie auch die Wachen, die sich auf der anderen Seite sammelten und miteinander sprachen. Ich erklärte den anderen leise, dass der Hauptmann der Bruder des Gefreiten war. Schließlich kamen die vier Wachen zu uns und ich fragte den Hauptmann, zu welcher Entscheidung er denn gekommen sei.

Hauptmann: "Im Namen des Königs seid ihr, die hier alle anwesenden Söldner des Dämmersturms verhaftet."

Sie alle zogen ihre Schwerter. Die beiden McSackreis-Brüder blieben vor mir stehen, Grundy und Kane begannen, uns zu umzingeln. Ich erklärte, dass ich die volle Verantwortung übernehmen würde und bat darum, die anderen gehen zu lassen, da sie nur meine Befehle befolgt hatten. Dann fragte ich, was denn unser Vergehen wäre.

Hauptmann: "Ihr, Alexander Veidt, habt zusammen mit euren Verbündeten die hier anwesende Wache, Philly McSackreis attackiert und..."

Mit seinem Schwert schnitt er in die Wange seines Bruders.

Hauptmann: "...verwundet und um sein Leben bedroht. Ihr könnt euch alle kampflos ergeben oder Gegenwehr leisten und sterben."

Ich erklärte noch einmal, dass die Gnolle ohne uns den Gefreiten erledigt hätten und appellierte ein letztes Mal an die Vernunft des Hauptmannes, dass er seinen Bruder nicht ewig beschützen könne, dass dieser irgendwann jemanden umbringen würde und er dann das Blut an seinen Händen hätte. Ich bat ihn darum, das alles zu vergessen und uns gehen zu lassen.

Frostbart hob seine Angst und brummte: "Nicht mein König."

Ich erklärte, dass ich mich ergeben würde und befahl Frostbart, ruhig zu bleiben.

Auch Finnje meinte, wir sollten ruhig bleiben. Der Hauptmann befahl mir, vorzutreten und den Gefreiten sagte er: "Kümmert euch um den Rest." Philly befahl Kane: "Kane, stopf der Hure das Maul, die redet sowieso zu viel." Und Kane und Grundy näherten sich Finnje. Rymar indes kam langsam wieder zu sich. Ich sollte also vortreten. Den Ausdruck in den Gesichtern der Männer hatte ich in meiner Zeit in Beutebucht, ehe ich zum Dämmersturm kam, hunderte Male gesehen. Hätten wir uns ergeben, unsere Waffen abgelegt, hätten sie alles mit uns tun können. Hätten alles mögliche mit Finnje tun können.

Es war mir unmöglich, Eintrag 6 der Statuten zu befolgen. "Jegliche Angriffe gegen offizielle Amtsträger der Allianz werden, wenn sie nicht gut begründet sind, hart bestraft." Mein Grund war der völlige Mangel an Vernunft und Verstand von Seiten des Gefreiten McSackreis. Finnje Freitag erklärte mir später, dass sie den Namen kannte, er wäre der Auftraggeber eines ihrer ersten Aufträge für den Dämmersturm gewesen, dem Kopfgeld auf Mandon Trant. Die Motivation des Gefreiten und sein Hass auf Söldner und möglicherweise speziell auf den Dämmersturm bleibt mir ein Rätsel. Ich entschied mich, dass derartig korrupte Individuen der Stadtwache nicht mehr wirklich Diener des Königs waren. Entschied mich, mich nicht zu ergeben und uns diesen vier Männern auszuliefern. Ja, wir hätten vermutlich sofort umkehren sollen, als der Gefreite mit seinen dämlichen Befehlen kam. Oder hätten die beiden töten und verschwinden lassen sollen. Dazu war es zu spät. Um mein Leben und das meiner Kameraden nicht in die Hände dieser korrupten Mistkerle zu legen, zog ich nacheinander meine vier Schrotflinten und feuerte. Grundy und Kane starben sofort, Philly McSackreis verlor ein Ohr, ehe Bronson O'Slatraigh ihn mit seiner Flinte erledigte. Der Hauptmann selbst hielt mehrere Angriffe von Frostbart, mir und Rymar Staper stand, der sich auf die Beine rappelte und mühsam zu uns gesellte. Mit einer geschickten Aktion riss mich der Hauptmann zwischen sich und Frostbart, dessen Axt mein Schwert zerschmetterte und mich am Oberschenkel traf. Ich ging zu Boden. Bronson O'Slatraigh sprang den Hauptmann von hinten an und rammte ihn das Messer mehrere Male in den Leib, tötete ihn.

Mühsam stoppte Finnje die Blutung meiner Wunden. Bronson suchte und eliminierte den Rekruten im Wald, um zumindest dieses lose Ende abzuschneiden. Der Rekrut hatte gewusst, dass dem Gefreiten nichts passieren würde, da dessen Bruder, der Hauptmann ebenso falsch war. Deshalb hatte er solche Angst und floh in den Wald. Um ihn tut es mir leid. Buri Frostbart brachte die Leichen der Wachen und ihre Pferde tief in den Wald, um sie dort zu entsorgen. Wir alle ritten zurück, jedoch nur Rymar Staper ritt am Grenzposten vorbei. Wir anderen ritten gen Süden und folgten dem Fluss in den Elwynnwald, entgingen so den Blicken der Wachen. Wir trennten uns und ich selbst scherte erst bei Goldhain wieder auf die Straße. Rymar erklärte den Wachen am Grenzposten folgendes:

Wir wurden auf der Hauptstraße von einer Übermacht Gnolle angegriffen. Im Zuge dessen ritt "einer von uns" nach Seenhain, um Hilfe zu holen, kam jedoch nie zurück. Der Rest von uns sei von den Gnollen überrannt worden und nur Rymar entkam und zog es vor, gen Süden zu fliehen und zurück zu reiten, da der Wald zwischen Grenze und Seenhain vor Gnollen nur so wimmelte. Für die Wachen an der Grenze überlebte nur einer von fünf Söldnern, Rymar. Für die zwei Personen in Seenhain, die mich sahen, kann im Wald alles mögliche passiert sein. Ich schrieb bezüglich der Ereignisse die Wahrheit, besonders für den Fall, dass dem Bund Fragen gestellt werden. Ich selbst rasierte mich und schnitt mir die Haare. Der Mann, der in Seenhain einritt, starb im Wald, gemeinsam mit den vier Wachen, durch eine Überzahl von Gnollen.

Die Mission war ein Fehlschlag. Wir - als Ganzes - erreichten nicht einmal Seenhain, wurden alleine im Vorfeld durch die Gnolle schon zu sehr geschwächt, als dass ein Erfolg noch möglich gewesen wäre. Nichts desto trotz sollte Bronson O'Slatraigh ein Scharmützeltaler verliehen werden, da er stets diszipliniert und kompetent handelte und damit sehr positiv auffiel. Verwundet wurden Rymar Staper - er an der rechten Schulter, Finnje Freitag - am Kinn und am Ohr und ich, an Schulter, Rücken und Oberschenkel. Bei Staper und mir sind die Wunden nicht besonders tief, werden keine bleibenden Schäden hinterlassen, auch wenn ich den Verlust meines Schwertes zu beklagen habe. Wie es mit Finnje Freitags Ohr und ihrer Diensttauglichkeit in nächster Zeit aussieht, vermag ich an dieser Stelle noch nicht zu sagen.

Dem Sturm entgegen
Alexander Veidt

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 Betreff des Beitrags: Re: Berichte: "Expansionsära" (Öffentlich)
BeitragVerfasst: 21. Apr 2016, 15:23 
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<Tintenflecke haben diesen Bericht teilweise unkenntlich gemacht.>

Zitat:

Bericht: Besuch in Westberg

... ist der Schnee weitestgehend geschmolzen. Ich machte den anderen Mut, immerhin war dies nicht unser erster Absprung. Ich war auf Westberg und seine Bewohner gespannt. Es galt, da rein zu kommen und heraus zu finden, wie die Zwerge zum Konflikt im Gefälle standen, und wie ihre Einstellung zu Kobra und Wolf war. Ich betete darum, dass die Fallschirme besser funktionierten als beim letzten Mal. Zu gut erinnere ich mich noch daran, wie Miss Sinclair gegen die Felsen krachte. Ich beschloss, dass wir uns anfangs als Söldner ausgaben, die aus Höhlingen vertrieben wurden. Die Wappenröcke würden wir also in der Maschine lassen. Ich ermahnte alle, besonders Krudnir, besonders höflich zu sein. ...

... landeten auf einem zugefrorenen See in der Nähe des Bergs. Das Wetter verschlechterte sich, obwohl es noch früher Abend war, wurde es nun ziemlich dunkel. Wäre hier nicht noch etwas Schnee gewesen, wäre es schwierig geworden, überhaupt noch etwas zu sehen. So peilten wir den umgangssprachlich als Brocken bezeichneten Westberg an und kämpften uns einen dünnen Pfad hinauf. Vorbei an zahlreichen Standarten, die Greifenflügel und ein Schwert zeigten, quälten wir uns nach oben. Walter meinte, das alles würde noch unheimlicher aussehen, als bei seinem letzten Besuch vor einem halben Jahr...

... "Der Brocken sei kein Gasthaus, und wenn wir nichts zum Tauschen anzubieten hätten, sollten wir verschwinden" ...

... "Sie würden Honig kaufen und Met verkaufen..."

... Auf Krudnir's Vorschlag, ihnen Gold anzubieten, bedeuteten uns die Wachposten - allesamt in schwerer Rüstung und mit dunklen Kutten - ihnen in die Eisfestung zu folgen. Die meterhohen, gefrorenen Mauern zeigten eingehackte, schwer lesbare Runen. Gänge führte durch das Eis, tiefer ins Innere des Berges. Zelte standen flatternd auf einem verschneiten Hof...

... verlangten doch tatsächlich zehn Goldstücke für ein Fass Met. Unverschämtheit...

... ich beharrte darauf, dass sie einfach nur einschätzen wollte, besonders in Hinblick auf zwei Armeen, die auf dem Vormarsch waren. Ich meinte, in solchen Zeiten lohnte es sich, neugierig zu sein. Und vorsichtig. Sie beharrten darauf, Neutralität um jeden Preis wahren zu wollen...

... schafften es schließlich, sie dazu zu überzeugen, uns die Nacht in einem der Zelte verbringen zu lassen. Walter erzählte, dass er ganz schnell wieder ging, da er sich stets beobachtet gefühlt hatte, obwohl ihn keiner direkt angesehen hatte. Er meinte, er habe ein ungutes Gefühl bei der Sache. Ich war auch der Meinung, dass wir uns hier die Zähne ausbeißen würden. Diese Zwerge waren sehr verschlossen und würden nicht für etwas Honig ihre Neutralität riskieren. Aber ich wollte abwarten...

...erschien ein gewaltiger Zwerg, der alle anderen in den Schatten stellte. Sein goldener Bart reichte bis auf den Boden hinab, die kleinen Geschöpfe hielten ihn, damit er nicht über den Boden schabte oder er darüber stolpern konnte. Seine gewaltige Rüstung war so schwer, dass das Eis auf dem Boden kleine Risse bekam. Sein Blick war stechend, seine Nase vernarbt. Er erwiderte meinen Gruß nicht, hielt sich wortkarg und ich erklärte ihm, dass wir weder zu Stahlkamm noch zu Markstadt gehörten, dass wir ebenso neutral seien wie der Westberg und ich bat um Gastfreundschaft für eine Nacht. Er meinte, wir dürften in einem der Zelte nächtigen, sollten aber im Morgengrauen aufbrechen...

...erklärte ihm, dass wir von der Tobiasstädtischen Koalition waren und unsere Absicht es war, den Krieg zu beenden und das wir uns über Handelspartner freuen würden. Er meinte, er habe daran kein Interesse, der Brocken stünde für sich allein. Er meinte noch, dass ich wohl ein gutes Herz hätte, und dass ich es mir gut bewahren sollte.

... und das mich als Zwerg auch ihr aller Wohlergehen interessierte, ob er es mir glaubte, oder nicht. Ich bedankte mich für die Gastfreundschaft und versprach, im Morgengrauen aufzubrechen. Ich erklärte ihm, dass er Nachricht schicken könnte, sollte er seine Meinung ändern.

Im Zelt unterhielten wir uns über das beobachtete. Walter meinte, dass die wohl erst nach einem Tiefenbahnwagon voller Kartoffelschnaps langsam auftauen würden. Krudnir hatte sich mit einem jungen Zwergen unterhalten, der die Festung verlassen wolle und uns wohl so einiges erzählen könne. Um Mitternacht wollte er sich mit uns treffen. Ich witterte eine Falle und fragte Krudnir, ob der Jungzwerg Gründe geäußert hätte, Westberg verlassen zu wollen. Er wolle die Welt sehen und mit uns kommen, meinte Krudnir. Krudnir meinte, dass ihm das auch nicht gefiel. Er habe den Jungen gefragt, ob er den Than gefragt hat. Hat er allerdings nicht.

Iris merkte an, dass es respektlos wäre, dass so etwas ein Bündnis zerstören und den Unmut der Zwerge erregen könnte. Ich meinte, dass ich es dem Than sagen wollte, denn vielleicht war es ein Test. Und wenn nicht - und der Bartling trotzdem ging - dann waren am Ende wir Schuld. Ich wollte, dass der Than Bescheid weiß. Erhoffte mir dabei auch, dass diese Geste als Zeichen des guten Willens erkannt werden würde.

Ich wollte es dem Than persönlich sagen, doch die Wache ließ mich nicht zu ihm. Also sagte ich dem Wachmann alles. Das ein junger Zwerg den Brocken verlassen wollte und mit uns kommen wollte, dass ich aber wollte, dass der Than mir vertraut und nicht Schuld sein wollte, wenn der Zwerg seine Sippe verließ. Ich bot am, dem Jungen um Mitternacht am Lagerfeuer die Flausen auszureden. Ich meinte, ich hätte genug von der hässlichen, weiten Welt gesehen, um sie dem Jungen madig zu machen. Und einem Fremden würde er vielleicht sogar glauben. Der Wachmann aber meinte, sie würden sich selbst darum kümmern. Er würde es dem Than sagen und ich sollte wieder zurück zum Zelt...

... Um Mitternacht aber war nichts zu sehen. Vielleicht war es also doch nur ein Test. Oder man hatte sich bereits selbst um den jungen Zwergen gekümmert. Zumindest konnte man uns so keine Schuld gehen, immerhin hatte ich es mit Ehrlichkeit versucht...

...Walter meinte noch, wenn er es nicht besser wüsste, würde er sagen, dieser Ort wäre ein Gefängnis. Und ich meinte auch, dass es vielleicht ein schmutziges Geheimnis gab, denn solch abweisende Zwerge hatte ich noch nie erlebt. Sicher wäre es interessant, zu erfahren, wie lange die eigentlich schon dort siedelten. Walter war bei seinem ersten Besuch nur eine Stunde da, ehe er wieder gehen musste.

...brachen im Morgengrauen auf. Man verabschiedete uns nicht einmal. Aber im Grunde... hatte man uns auch nicht einmal begrüßt.

Soldverteilung:


...


Dem Sturm entgegen

Freyri ...hammer



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