Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
Aktuelle Zeit: 8. Dez 2016, 12:52

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 7 Beiträge ] 
AutorNachricht
 Betreff des Beitrags: Die Doktrin "Sturmerbe"
BeitragVerfasst: 18. Mär 2015, 11:42 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 06.2012
Beiträge: 520
Geschlecht: männlich
( Mehrere Seiten Pergament finden sich dieser Tage bei Julius von Wellenheim ein )

Die Doktrin "Sturmerbe"
von Alexander Veidt

Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Womit man beginnt

Womit man weiter macht

Womit man zum Ziel kommt

Fazit


Vorwort

Es ist nun über zwei Jahre her, dass ich meine Abhandlung über das Söldnertum schrieb, damals noch als Tagelöhner, der gerade erst einen Einsatz im Dienst des Dämmersturms hinter sich hatte. Damals machte ich mir Gedanken zu dem Thema, was ein Söldner eigentlich ist, schrieb über die möglichen Beweggründe, über Vorteile und Nachteile. Ich machte mir damals auch Gedanken zu einem möglichen Ende des Söldnertums. Heute, zwei Jahre später, bin ich mir sicher, dass es immer Arbeit für Unseresgleichen geben wird. Der Söldnerbund Dämmersturm ist heute weit mehr als eine Ansammlung von Söldnern. Der Dämmersturm ist ein privates Sicherheits- und Militärunternehmen mit einer derart besonderen internen Struktur, dass die wichtigsten Aufgaben auch ohne Wissen oder Anwesenheit des Kommandanten selbstständig und effizient erledigt werden und das bestehende Rottenmodell ermöglicht den höchst effizienten Einsatz spezialisierter Truppen in ihrem jeweiligen Aufgabenbereich. Der Dämmersturm ist an einem Punkt angelangt, an dem er gezielt von Einzelpersonen, Unternehmen, Gemeinden, Truppen oder Regierungen benachrichtigt wird und dabei eine Vielzahl von Aufgaben zu erfüllen weiß. Dabei reicht die Bandbreite von Aufgaben, die den unmittelbaren Kampf zumindest nötig machen können (z. B. Personen-, Konvoi- oder Objektsicherung) über die Beratung und Ausbildung von Soldaten ( wie in meinem Fall, in Gorheim ) bis hin zur Übernahme von Aufgaben, die mit dem militärischen Kampf nur mittelbar verbunden sind (beispielsweise Transportdienstleistungen, Verpflegung, aber auch Auklärung). Die Bandbreite der Aufgaben, die der Dämmersturm erledigt, sind vielseitig und eben deshalb muss der Dämmersturm selbst auch weiterhin vielseitig bleiben.

Das Söldnertum ist in mancherlei Hinsicht stärker am Aufblühen als jemals zuvor. Die zahlreichen Konflikte in den letzten Jahren haben der Allianz nicht besonders gut getan. Unzählige Soldaten ließen ihr Leben und die Verschnaufspausen zwischen den Konflikten waren verhältnismäßig kurz. Eben deshalb sind Söldner sehr gefragt, wenn Stadtwachen zu beschäftigt oder Garnisonen zu dünn besetzt sind. Die kürzlich abgeschlossene Mission an der Küste von Westfall ist hier ein passender Beweis, wie nützlich Söldner sind, wenn die Armee schlicht und einfach Hilfe braucht und überfordert ist. Der Vorteil des Dämmersturms ist hierbei sein langes Bestehen, sein guter Ruf, sowie die Anzahl der erfahrenen, eingespielten Mitglieder, die stellenweise bereits Jahre Seite an Seite kämpften. Die Tatsache, dass der Dämmersturm selbst in Rotten aufgeteilt ist, ist ein weiterer Schlüssel zum Erfolg. Ein weiterer Grund, warum der Söldnerbund Dämmersturm flexibel und effizient ist.

Die geschwächten, beschäftigten Truppen der Allianz müssen ihre Prioritäten auf die dringendsten Konflikte einschränken. Die Unterbesetzung an so vielen Orten führt zu zahlreichen Vorfällen von meist geringerer Tragweite, an dem man als Söldner dennoch verdienen kann. Die fehlende Hilfe aufgrund der geringeren Truppenstärke versucht man vielerorts eben durch das Beauftragen von Söldnerunternehmen auszugleichen. Wo Stadtwachen oder Soldaten möglicherweise aufgrund des geringen Stundenlohns weniger Bemühen zeigen könnten, ist man als Söldner mit der festen, in Aussicht stehenden Bezahlung möglicherweise auch viel motivierter und damit auch effektiver im Beseitigen des jeweiligen Problems. Söldner sind ihrem Auftraggeber verpflichtet und somit weniger bestechlich und kaum ethnischen, religiösen oder politischen Gruppen im Einsatzland verbunden, anders als dies bei ortsansässigen Truppen, Soldaten oder Wachmännern der Fall sein könnte.

Söldner stehen immer wieder in der Kritik aufgrund von als mangelhaft und im Vergleich zum Militär geringer angesehener Disziplin, Moral und Fertigkeit. Stellenweise völliger Unsinn, besonders, da zahlreiche Mitglieder des Sturms zuvor bereits dienten und entsprechende Erfahrung gesammelt haben. Es ist auch so, dass der Einsatz militärisch bewaffneter Privatpersonen in hohem Maß dem Gewaltmonopol der Allianztruppen widerspricht, sei es nun bei Stadtwachen der Fall oder wenn man Seite an Seite mit der Armee kämpft, wie es in Nordend der Fall war. So wird der Söldner anfangs verurteilt und verflucht, doch hat man genug Beispiele guter Arbeit gesehen, ändert sich das, wie man an Westfall nach dem Wirken von Rotte Everard und kürzlich Rotte Heldenhammer besonders gut sehen kann.

Auch wirft man Söldnern ein wirtschaftliches Interesse an der Weiterführung des Krieges und ähnlicher Konflikte vor. Die Mitglieder von Söldnereinheiten entsprechen aber eher selten dem klassischen Bild des gierigen, dreckigen Halsabschneiders, noch dem des typischen unbewaffneten Zivilisten, obwohl es durchaus vorkommt, dass auch unerfahrene Personen ihr Glück als Söldner versuchen. Der Inhalt der folgenden Seiten beschäftigt sich damit, diesen unerfahrenen Personen zu helfen, ein Teil des Dämmersturms zu werden. Dieses Schriftstück schildert die Verwandlung von zehn relativ ungeschliffenen Männern in Waffen des Dämmersturms. Mit der Absicht, auch weiterhin flexibel zu agieren und damit die Zukunft als unabhängiges, geschätztes Militärunternehmen zu sichern. Dabei nehme ich mir zahlreiche Beispiele und Inspirationen von den bereits bestehenden Rotten. Taktiken und Aufstellungen, die sich bereits zahlreich bewährt haben, werden dies auch weiterhin tun. Ich beginne die Verwandlung von zehn Bauerntölpeln, von zehn stumpfen Klingen in wahre Söhne und Waffen des Dämmersturms hierbei bei zehn Mitläufern des Dämmersturms aus Gorheim. Wenn ich mit ihnen fertig bin, werden sie in der Lage sein, in einer Vielzahl von Situationen zu bestehen. Dies wird nicht nur von Vorteil für unsere Ländereien im Nordwestgefälle sein, sondern auch bei der Ausbildung oder Weiterbildung zukünftiger Mitglieder des Dämmersturms.

Womit man beginnt

"Ich möchte also, das Ihr mir an den zehn Gorheimern entwickelt, was wir nützen können, um hier im Ernstfall Siege erringen zu können, auch dann, wenn es nicht allein darum geht, Hühnerdiebe oder Wölfe abzuwehren."
- Rottenmeister Julius von Wellenheim

Gorheim war in einem schlechten Zustand, als wir ankamen und das Dorf von der Tyrannei des Wiesels befreiten. Die Männer waren ebenso in einem schlechten Zustand. Undiszipliniert, Unaufmerksam, Unausgebildet, faul und schwach. Noch ehe der Winter kam habe ich bereits begonnen, dies zu ändern. Ein Vorhaben, welches nun aber weitaus umfassender fortgesetzt wird, mit dem Ziel, aus ihnen mehr als nur einfache Wachleute zu machen. Sie müssen fähig und bereit sein, im Ernstfall in einer Vielzahl von Situationen zu bestehen. Das ist es, was der Dämmersturm von seinen Mitgliedern erwartet und als Mitläufer sollten auch sie in der Lage sein, dem Sturm bestmöglich zu dienen. Gleichzeitig aber wird eine intensivere Ausbildung ihnen auch dabei helfen, ihre Heimat und das, was ihnen lieb und teuer ist, zu beschützen. Ich habe mir zehn Lanzenträger aus Gorheim ausgesucht, die ich in eine voll funktionstüchtige, höchst effiziente Einheit des Dämmersturms verwandeln werde. Sie sollen mehr werden als bloße Lanzenträger, sollen mehr können, als sich im Wachdienst die Beine in den Bauch zu stehen. Aktuell sehe ich in ihnen wenig mehr als zehn leere Gefäße, die es zu füllen gilt.

Bild


Diese zehn Lanzenträger, Hendrick Heineken, Peter Appel, Günter Becker, Karl-Heinz Jürgen, Benedikt Becks, Paul Ahner, Konrad Hattenaua, Johann Karohling, Jim Bohne und Bernhard Blocksberg werden zu einer Einheit zusammen geschweißt werden, wie sie des Dämmersturms würdig ist. Sie werden eine Gruppe bilden, den bestehenden Rotten nicht unähnlich. Hierbei ist eine Versorgung mit besserer Ausrüstung allerdings unumgänglich, doch versuche ich, die Kosten hierbei auf das Nötigste zu begrenzen. Teurere Anschaffungen, wie zum Beispiel Repetiergewehre oder bessere Rüstungen können später getätigt werden. Ebenso wird sich auch die Ausbildung dieser zehn Männer zuerst auf das Wichtigste beschränken, später aber ebenso erweitert werden. Viele von uns haben Jahre oder Jahrzehnte des Kämpfens hinter sich. Das ist nichts, was ich diesen zehn Kerlen innerhalb kürzester Zeit eintrichtern kann. Erfahrung werden sie sammeln müssen. Doch ich werde sie vorbereiten. Es folgt eine Angabe der Ausrüstung und des Zwecks dieser zehn Männer, deren Gruppe vorerst Sektion Alpha genannt wird, welche sich im Notfall außerdem in zwei Trupps aufteilen kann.

Hendrick Heineken: Gruppenführer. Ausrüstung: Bronzeplatten-Rüstung, Langschwert, Gewehr

Peter Appel: Truppführer, Stellvertreter. Ausrüstung: Bronzeplatten-Rüstung, Langschwert, Gewehr

Günter Becker: Schwertkämpfer. Ausrüstung: Bronzeplatten-Rüstung, Zweihänder

Benedikt Becks: Schwertkämpfer. Ausrüstung: Bronzeplatten-Rüstung Zweihänder

Karl-Heinz Jürgen: Schwertkämpfer. Ausrüstung: Ketten , Anderthalbhänder, Buckler

Konrad Hattenaua: Schwertkämpfer. Ausrüstung: Ketten , Anderthalbhänder, Buckler

Johann Karohling: Schildkämpfer. Ausrüstung: Bronzeplatten-Rüstung, Metallschild, Langschwert

Bernhard Blocksberg: Schildkämpfer. Ausrüstung: Bronzeplatten-Rüstung, Metallschild, Langschwert

Jim Bohne: Späher und Schütze. Ausrüstung: Lederrüstung, Repetierarmbrust, Gewehr, Kurzschwert

Paul Ahner: Späher und Schütze. Ausrüstung: Lederrüstung, Repetierarmbrust, Gewehr, Kurzschwert

Die Verteilung der Ausrüstung ermöglicht der Sektion Alpha den flexiblen Einsatz in unterschiedlichsten Situationen. Zwei Schildkämpfer wurden von mir deswegen ausgewählt, weil Rotte Everard damals mit Von Wellenheim und Schuttenbach durchaus oft brillierte und auch bei Rotte Heldenhammer zwei Schildträger durchaus ihren Nutzen hatten. Gemeinsam mit zwei Schwertkämpfern, die optional einen Buckler nutzen könnten, würde sich hier ein Wall aus vier Personen bilden lassen, der so manchen anstürmenden Gegner bremsen und in Schach halten kann, während die anderen Mitglieder besagten Feind einkreisen und nieder machen. Aus eben diesem Grund habe ich mich auch entschieden, insgesamt vier Gewehre zu verteilen, obwohl es nur zwei Späher gibt. Diese tragen zusätzlich Repetierarmbrüste für den lautlosen Einsatz oder eine notwendige Jagd in der Wildnis. Vier Gewehre können einem anstürmenden Feind großen Schaden anrichten. Gerne hätte ich hier Repetiergewehre gefordert und verteilt, doch sind die Kosten entsprechend hoch. Später kann Sektion Alpha ihre Gewehre noch immer durch bessere ersetzen. Die doppelte Ausführung von Spähern, Schildkämpfern und Schwertkämpfern begründet natürlich auf eine mögliche Teilung der Gruppe, um einen Feind aus zwei Richtungen anzugreifen. Peter Appel ist hier nicht nur der Führer von Trupp Zwei, sondern auch der Stellvertreter von Gruppenführer Heineken, sollte diesem etwas passieren.

Bild


Aktuell trainiert Sektion Alpha selbstständig in der Wildnis östlich von Gorheim. Da sie bisher nur Lanzen geführt haben und eher wenig echte Kampferfahrung haben, gilt es zuerst, sich mit dem Tragen ihrer neuen Ausrüstung und dem Umgang mit eben dieser vertraut zu machen. Übungskämpfe werden ausgetragen, dem folgt bald eine Simulation verschiedenster Kampfsituationen. Damit wird sich das nächste Kapitel befassen, auf das sie für den Ernstfall vorbereitet sind. Jeder muss wissen, was er wann zu tun hat. Es darf kein schwächstes Glied in der Kette geben, alles muss reibungslos funktionieren. Und das wird es. Übung und Taktik soll vorerst genügen, ehe wachsende Erfahrung und bessere Ausrüstung zu wirklicher Perfektion auf dem Schlachtfeld führen. Es folgt eine Auflistung der von mir trainierten Kampfszenarien.


Zuletzt geändert von Veidt am 31. Mai 2015, 10:03, insgesamt 2-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Die Doktrin "Sturmerbe"
BeitragVerfasst: 31. Mär 2015, 14:25 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 06.2012
Beiträge: 520
Geschlecht: männlich
Womit man weiter macht

"Lasst sie die Söhne des Dämmersturms sein. Gute Krieger. Geboren im Krieg. Gehärtet in der Schlacht."
- Rottenmeister Julius von Wellenheim

Die Sektion Alpha ist dazu übergegangen, hauptsächlich in der Wildnis östlich von Gorheim zu trainieren. Auf diese Weise sind sie keinen Ablenkungen ausgesetzt, stören die Dorfbewohner nicht bei ihrer Arbeit und wachsen als Gruppe zusammen. Im tiefsten Winter noch kehrten wir des Nachts meistens zurück ins Dorf, doch nun, da der Frühling nahe ist, sind wir dazu übergegangen, stellenweise tagelang fort zu bleiben. Ich selbst kehre nur nach Gorheim zurück, falls es wichtige Neuigkeiten oder Befehle gibt, mein Training abzubrechen. Die Männer haben einen festen Tagesablauf, können daher auch durchaus alleine trainieren, sollte etwas meine Abreise erforderlich machen. Ich wecke die Männer zu unterschiedlichsten Zeiten. Wenn ich mit ihnen des Nachts trainiere, gönne ich ihnen am Folgetag meistens etwas mehr Schlaf, doch nicht immer. Sie müssen lernen, im Ernstfall auch trotz Schlafmangel weite Strecken zurück zu legen und anständig kämpfen zu müssen. Oftmals wecke ich sie mitten in der Nacht, einfach nur, damit sie lernen, nicht allzu fest zu schlafen und gleichzeitig lernen, schnell wieder einzuschlafen. Fest im Tagesablauf verankert ist jedoch das morgendliche Training, meistens mit Kämpfen Mann gegen Mann. Dabei wechseln die Kontrahenten jedoch reihum, so dass jeder von ihnen gleichzeitig auch lernt, gegen eine Vielzahl von möglichen Feinden zu bestehen. Ich selber schaue zu, gebe Ratschläge und korrigiere Fehler, wenn welche auftreten. Im Gepäck haben wir auch einige Holzwaffen unterschiedlicher Größe. Obwohl wir auch mit scharfen Waffen trainieren, lasse ich sie bei wirklichen Duellen Holzwaffen benutzen, damit sie durchaus aggressiver gegeneinander kämpfen können, ohne sich direkt zu verwunden. Gelegentlich wird auch ohne Rüstung und ohne Waffen gekämpft. So lernen die Männer den Umgang mit ihren Waffen, während die notwendigen Bewegungen, Aktionen und Reaktionen in ihren Köpfen verankert werden. Auch die Späher mit ihren Kurzschwertern nehmen in einem gewissen Maß an diesem Training teil, da sie sich notfalls auch im Nahkampf verteidigen müssen. Das Hauptaugenmerk ihres morgendlichen Trainings aber liegt auf dem Umgang mit ihren Schusswaffen.

Gegen Mittag folgt ein längerer Marsch, stets mit vollem Gespäck. Zu diesem Zweck wird das Lager abgebrochen, selbst wenn es sogar an der selben Stelle wieder aufgebaut wird. Oftmals lasse ich die Männer sogar kurze Strecken laufen. Ausdauer ist äußerst wichtig und selbstverständlich mute ich ihnen nichts zu, was ich nicht selber ebenso mache. Falls ein längerer Marsch ausbleibt, erstelle ich eine Art Parcours. Die Wildnis bietet meistens ausreichende Hindernisse. So oder so werden diese Stunden der körperlichen Fitness gewidmet. Zum Nachmittag hin wird das Lager wieder aufgebaut und es wird auf die Jagd gegangen. Auch hierbei versuche ich, den Teamgeist zu stärken und taktische Vorgänge in die Jagd einzubauen, wenn es denn möglich ist. Beispielsweise das Erlegen eines Bären, bei dem besagtes Tier von den Schildträgern in Schach gehalten wird, während die Schützen es mit Armbrustbolzen spicken. Oder das Aufteilen der Gruppe und Aufscheuchen von Tieren, damit diese in die Falle tappen. Am Abend, nach dem Essen, bin ich manchmal so fies und lasse sie mit vollem Magen Runden um das Lager laufen. Schlichtweg, damit sie lernen, sich nie den Wanst voll zu schlagen. Meistens aber erkläre ich ihnen verschiedene Manöver, bringe sie ihnen theoretisch näher, ehe es an die Praxis geht.

Ausnahmen vom festen Tagesablauf sind exakt diese besagten Manöver, die ich ihnen im Vorfeld erkläre, ehe wir versuchen, eine derartige Situation herbei zu führen. Bereits beim Erklären aber lasse ich den Männern auch die Gelegenheit, Vorschläge einzubringen. Es ist mir sehr wichtig, dass die Männer mit denken. Zwar haben Gruppenführer und Truppführer das Sagen, was die Durchführung angelangt, doch wie auch bei den Rotten des Dämmersturms schadet es nicht, sich Vorschläge anzuhören. Die Vorbesprechung ist auch durchaus wichtig, damit jeder weiß, wo sein Platz ist und was er zu tun hat. Später werde ich ihnen nichts mehr erklären und einfach sehen, wie sie reagieren, wie flexibel sie sein können.

Das Bollwerk


Das Bollwerk ist eine Möglichkeit, einen anstürmenden Gegner zu erwarten und zu besiegen. Inspiration war die Rotte Heldenhammer und die Erinnerung daran, wie sie in Alterac eine Gruppe Oger bezwang, in der Nacht, in der wir bei einem alten Wachturm lagerten. Ich beschloss, weit im Osten einige Oger zu suchen. Tatsächlich marschierten wir auch eine ganze Weile. Beide Späher gingen voraus, mit der Aufgabe, einige Oger zu finden. Natürlich mutet es nicht besonders intelligent an, freiwillig den Kampf mit einer Bande Oger zu suchen, doch erklärte ich auch den Männern, dass es - wie man an Kupferdorf sah - durchaus vorkommen konnte, dass man es auch mit größeren Kreaturen zu tun bekommen konnte. Als wir eine kleine Gruppe Oger fanden, lockte einer der Späher sie zu einer Anhöhe, wo die Gruppe sie bereits erwartete. Die Aufstellung sah vor, dass sich die Schildträger und die Schwertkämpfer mit Bucklern vorne aufstellten, dahinter direkt die anderen beiden Schwertkämpfer. Späher und Gruppen- und Truppführer standen dahinter und eröffneten mit ihren Gewehren das Feuer. Bei ebenem Gelände würden die Schützen ausreichend Distanz suchen, zur Seite hin, um damit ein gefahrloses Feuern auf die anrückende Gefahr zu ermöglichen.

Bild


Der vorderste anstürmende Oger, auf den sich das Gewehrfeuer konzentrierte, erlag seinen Verletzungen. Ein anderer wurde verwundet, eilte jedoch unbeeindruckt weiter. Dann prallten die sechs Oger auf die Reihe der Schildträger. Sofort bildeten die Männer eine Reihe, wobei auch Gruppen- und Truppführer sich dazu gesellten. Beide Schützen wichen seitlich aus, um die Oger möglichst gefahrlos weiter mit Schüssen einzudecken. Die Oger teilten einige Hiebe aus, doch zu meiner Zufriedenheit gelang es den Schildkämpfern durchaus, ab und an zu blocken. Doch die pure Kraft der Oger drohte, die Reihe zu brechen.

Bild


Der bereits verwundete Oger konnte erschlagen werden, die verbliebenen fünf kassierten ebenso einige Treffer. Die Reihe hielt stand, fast überall kämpften nun zwei Männer gegen je einen Oger. Beide Schützen gaben noch je einen Schuss ab, ehe auch sie vorsichtig in den Nahkampf gingen und dabei versuchten, den Ogern in den Rücken zu fallen. Die Oger hatten zwar ihre Körperkraft, doch trafen sie die Männer bisher verhältnismäßig selten. Oft retteten Schild und Buckler den jeweiligen Träger vor einem verheerenden Treffer einer Keule oder einer Ogerfaust. Ein weiterer Oger konnte erschlagen werden und nun machten sich die Männer daran, die restlichen vier einzukreisen um ihnen den Rest zu geben.

Bild

Bild


Sehr schnell wurde ein weiterer Oger nieder gemacht, die Oger gerieten nun zunehmend in Bedrängnis. Unfähig, ihr Heil in der Flucht zu suchen, drängten sie sich nun aneinander, doch wurden sie dennoch gnadenlos erschlagen. Die Rüstungen und Schilde der Gruppe bewahrten sie vor Knochenbrüchen und Schlimmerem. Die Männer sind sich aber auch der Tatsache bewusst, wie schnell sich das Schlachtenglück wenden kann. Alternativ hätten sie auch zurück weichen können, in der Hoffnung, die Oger mit Gewehrbeschuss weiter zu schwächen und zu verlangsamen. Ich erinnerte die Männer an den Übergriff der Yetis bei Kupferdorf. Dennoch haben sie heute gute Arbeit geleistet. Sobald sie irgendwann Repetiergewehre haben, würden sie noch effektiver kämpfen. Besonders zufrieden bin ich mit den Schildkämpfern. Etwas, was sich auch in Zukunft noch bewähren wird.

Bild


Die Sektion Alpha ist somit in der Lage, einer anstürmenden Gefahr zu begegnen, ihr stand zu halten und sie zu überwinden. Alternativen dieser Taktik, wie das gezielte Lahmlegen des Feindes durch Beschuss der Beine oder das Zurückweichen, um den Kampf hinaus zu zögern und auch hier den Feind weiter durch Beschuss zu schwächen werden noch durchgeführt, hier aber aufgrund der Offensichtlichkeit dieser wenigen Abwandlungen nicht noch einmal im Detail erklärt.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Die Doktrin "Sturmerbe"
BeitragVerfasst: 20. Mai 2015, 16:06 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 06.2012
Beiträge: 520
Geschlecht: männlich
Hinterhalt: V-Formation


An dieser Stelle muss auch der Hinterhalt erwähnt werden, bei der man die Vorteile von Tarnung und Überraschungsmoment nutzt, einen Feind von einer sicheren Position aus anzugreifen, zum Beispiel aus dem Unterholz eines Waldes oder von einer Anhöhe aus. Folgende Szenarien wurden in Ermangelung eines Kontrahenten daher lediglich ausgiebig besprochen, außerdem musste die Sektion Alpha die betreffenden Formationen üben, um im Ernstfall darauf zurück greifen zu können. In den folgenden Schaubildern ist die Prämisse zwar, dass es ausreichend Fernkämpfer gibt, um den Feind unter Beschuss zu nehmen, allerdings ist der Hinterhalt an sich flexibel einzusetzen, umwandelbar, je nachdem was die Situation erfordert. Die V-Formation ist auf zwei Arten anwendbar: Bei der ersten ordnet sich der Angreifer V-förmig an, erwartet den Feind, um ihn dann von zwei Seiten aus anzugreifen.
Bild


Es ist allerdings auch möglich, den Feind selbst in eine annähernd V-förmige Anordnung zu zwingen und ihn anzugreifen. Dies eignet sich auf kurvenreichen Wegen und Straßen, bei denen die Nachhut des Feindes sogar den Sichtkontakt mit den Vordermännern verliert. Eine erhöhte Position, die für den Feind nicht oder nur schwer zugänglich ist, kann in Verbindung mit angreifenden Fernkämpfer fatale Auswirkungen haben, auch auf eine zahlenmäßige Übermacht. Die Schützen des Dämmersturms haben dies unzählige Male bewiesen. Die Schaubilder verdeutlichen, wie viel Schaden Fernkämpfer anrichten können, vor allem natürlich mit Repetierarmbrüsten oder Repetiergewehren. Und obwohl diese Art des Hinterhalts nicht im Ernstfall getestet werden konnte, ist auch die Sektion Alpha in der Lage, einen Hinterhalt zu legen.
Bild


Hinterhalt: L-Formation


Eine Erweiterung der Linearen Formation, bei der die Angreifer eine Linie bilden und den Feind ebenso in einer Linie vor sich haben und unter Beschuss nehmen können. Ebenso geeignet bei kurvenreichen Wegen und Straßen, besonders effektiv mit einer Anhöhe und für Scharfschützen, die dabei das kurze Ende des L's bilden und die feindlichen Truppen der Länge nach unter Beschuss nehmen können, während andere Schützen sie von der Seite her angreifen oder Nahkämpfer sie von hinten angreifen und sich nach vorne kämpfen, bis alle Feinde eliminiert sind. Etwas, was bei folgendem Manöver detaillierter aufgeführt wird.
Bild


Hinterhalt: Zangen-Manöver


Die Sektion Alpha verfügt über vier Gewehre, die einer feindlichen Einheit beträchtlichen Schaden zufügen kann, ehe diese überhaupt nur reagieren kann. Bei einem Hinterhalt ist eine gute Kenntnis der Umgebung von höchster Wichtigkeit. Das folgende Schaubild zeigt, wie die vier Schützen der Sektion Alpha eine feindliche Gruppe vom Wald aus unter Beschuss nimmt. Bei jedem Hinterhalt ist es Priorität, ein Entkommen des Feindes zu verhindern. So würde man bei einer Wagenkolonne beispielsweise zuerst die Spitze und das Ende lahm legen, so dass die anderen Wagen nur schwer vorbei können. Zu Fuß jedoch ist jede Minute der Flucht auch eine Gelegenheit für die Schützen, den Fliehenden in den Rücken zu schießen. Bei vier Schützen, die scheinbar alleine sind, ist jedoch ein Angriff die nahe liegende Lösung. Besonders, wenn kein Hang da ist, der ein Erreichen der Schützen unmöglich macht. Es gibt mehrere Optionen, wie die Sektion Alpha den Hinterhalt beenden kann.

Bild


Es gilt, jeden vorhandenen Vorteil zu nutzen. Wenn eine Steigung oder ein Hang einen möglichst langen Beschuss ermöglicht, wird dafür gesorgt, dass der Feind auch möglichst lange beschossen werden kann. Zu diesem Zweck könnten die restlichen Mitglieder der Gruppe den Feind von beiden Seiten der Straße aus angreifen, sich von außen nach innen vorarbeiten, während die Schützen sich derweil auf eben die Ziele konzentrieren, die in der Mitte der feindlichen Kolonne ist. Der Beschuss wird solange wie möglich aufrecht erhalten, solange keine Kameraden im Weg sind. Ist der Feind ausreichend reduziert oder ein Beschuss aufgrund des Nahkampfgetümmels nicht mehr möglich, begeben sich die Gruppenführer und Truppführer ebenfalls in den Nahkampf, eventuell fliehende Feinde werden ebenfalls ausgeschaltet.
Bild

Bild


Hinterhalt: Vorgetäuschte Flucht


Eine Variante des Hinterhalts ist die vorgetäuschte Flucht, die bei ebenem Gelände äußerst effektiv ist. Tatsächlich wurde dieses Manöver auch unter echten Bedingungen getestet, als die Sektion Alpha den Auftrag bekam, Söldner aus Straßenwald zu jagen, die als Flüchtlinge lange Zeit in Tobiasstadt unterkamen, dort allerdings ihr Leben durch verschiedene Schandtaten verwirkten. Gemäß der Satzung der Tobiasstädtischen Koalition wurde es Pflicht des Dämmersturms, sie ihrer Strafe zuzuführen, als sie nach ihrer Flucht aus Tobiasstadt in das Gebiet des Dämmersturms flohen. Ihr Plan war es, aus dem Nordwestgefälle zu entkommen, in Richtung Osten. Dabei hielten sie sich von der Straße fern, wie zu erwarten war. In einem Engpass östlich von Alterszapfern aber lauerten wir ihnen auf. Gruppenführer, Truppführer und beide Schützen nahmen sie unter Beschuss. Die Söldner, ein Dutzend an der Zahl, reagierten wie erwartet: Sie versuchten, die Schützen anzugreifen, die allerdings zurück wichen und dabei weiterhin auf die feindlichen Söldner feuerten, wenngleich auch deutlich langsamer, was jedoch keine Rolle spielte.

Bild


Die feindlichen Söldner wurden durch den Beschuss zumindest etwas dezimiert und angeschlagen, hielten jedoch nicht inne, da sie die Bedrohung ausschalten wollten. In der zweiten Phase des Manövers scherten beide Schützen zur Seite aus, gingen etwas auf Distanz und drehten sich um, um die sich nähernden Feinde weiter unter Beschuss zu nahmen. Beide Schildkämpfer der Sektion Alpha tauchten aus ihren Verstecken auf und starteten gemeinsam mit Gruppenführer und Truppführer - die nun ihre Gewehre durch ihre Schwerter ersetzten - einen Gegenangriff. Beide Gruppen prallten aufeinander. Zwei feindliche Söldner steuerten auf die Schützen zu. In diesem Moment begann die dritte und letzte Phase des Hinterhalts.

Bild


Die verbliebenen vier Schwertkämpfer kamen aus ihren Verstecken. Zwei von ihnen blockierten den Ansturm auf die Schützen, die ihrerseits ihren Beschuss beendeten. Der Anführer der feindlichen Söldner wurde von zwei Schwertkämpfern zugleich angegriffen. Die feindlichen Söldner wurden erschlagen, einzig der Anführer wurde der Cherusker Fahne übergeben. Die Sektion Alpha überstand das Manöver mit minimalen Verletzungen.

Bild


Der Hinterhalt als solches ist sehr variabel und kann in verschiedenen Größenordnungen statt finden. Der Hinterhalt dient dazu, den Feind zu überraschen. Dies kann im Zuge der Defensive gemeinsam mit einem Gegenangriff erfolgen, im Zuge der Offensive mit einem Flankenangriff oder einem Täuschungsmanöver. Es gilt dabei, stets die Initiative zu behalten, die Aktionen und Reaktionen des Feindes voraus zu sehen und das Gebiet zu kennen. Das Gebiet muss dabei folgende Kriterien erfüllen:

- Deckung bieten, um eine vorzeitige Entdeckung des Feindes zu verhindern
- Dem Angreifer ermöglichen den Feind festzusetzen, einzukreisen oder aufzuteilen
- Die heimliche Bewegung zum und vom Ort des Hinterhalts ermöglichen
- Den Feind einschränken, durch Steilhänge, Engpässe und andere natürliche Hindernisse


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Die Doktrin "Sturmerbe"
BeitragVerfasst: 31. Mai 2015, 13:24 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 06.2012
Beiträge: 520
Geschlecht: männlich
Womit man zum Ziel kommt

"Ich möchte, dass Eure Lehre auch über das Bevorstehende hinaus Bestand haben wird""
- Rottenmeister Julius von Wellenheim

Die Söldner des Dämmersturms sehen sich ständig verschiedenen Kontrahenten in verschiedenen Situationen ausgesetzt. Es gilt, auf diese Situationen bestmöglich vorbereitet zu sein. Zu diesem Zweck ist es jedoch auch notwendig, sich im Vorfeld Gedanken zu dem zu machen, was einen erwartet. Zwar sterben Pläne oft bei Beginn des Feindkontaktes, doch Planung im Vorfeld und spontane Anpassung im Kampf sind gleichermaßen der Schlüssel zum Sieg. Diese Planung ist etwas, die im gesamten Dämmersturm implementiert werden sollte, selbst wenn sie nur geringste Ausmaße im Vorfeld einer Mission annimmt. Der Kommandant plant. Rottenmeister planen. Und auch gewöhnliche Söldner oder Mitläufer sollten sich bei kleineren Missionen ihre Gedanken machen, wie der Erfolg bestmöglich zu gewährleisten ist. Ich beende die simple Erläuterung von Szenarien an dieser Stelle und ersetze sie durch weitaus komplexere Erklärungen, die allesamt die Gemeinsamkeit der Vorausplanung haben. Grund hierfür ist der Mangel an Möglichkeiten, die ich tief im Wald habe, was die Umgebung aber auch den "Feind" angeht. Wilde Tiere oder Wilderer sind schlichtweg unzureichend für erfahrenere Soldaten. Trainings-Missionen, bei denen Trupp Eins gegen Trupp Zwei antritt finden nun statt, können aber auch ohne mein Mitwirken statt finden. In der letzten Phase meiner Ausbildung, in der den Soldaten nur noch Wissen und Erfahrung fehlt, widme ich mich daher Theoretischen Fragen und Planungen. Denn obwohl jede Mission spontanes Reagieren erfordert, entscheidet man Konflikte immer auch im Kopf. Die Sektion Alpha soll wissen, was auf sie zu kommen kann und was für Gedanken sie sich machen sollten, um den Erfolg sicher zu stellen. Folgende grundsätzliche Fragen sind im Vorfeld einer jeden Mission, ungeachtet der Größenordnung zu stellen und zu beantworten:

Zielsetzung: Was wollen wir erreichen und warum?
Ressourcen: Was wird für dieses Ziel benötigt?
Widerstand: Womit ist zu rechnen?
Ausführung: Wie haben wir Erfolg?
Rückzugsstrategie: Was tun, wenn es schief geht?

Häuserkampf


Der Häuserkampf ist eine der gefährlichsten Formen der kriegerischen Auseinandersetzung. Auch der Dämmersturm war innerhalb des Nordwestgefälles bereits gezwungen, innerhalb von Straßenzügen gegen den Feind anzutreten. Unerbittlich können Konflikte um und in einer Stadt werden. Der Feind hat sich oftmals verschanzt, kennt die Umgebung wie seine Westentasche. Es ist stets nervenaufreibend, dem Feind die Kontrolle zu entringen. Straße um Straße, Haus um Haus und manchmal auch Zimmer um Zimmer. Auch hier geht es um Teamarbeit. Um erfolgreich zu sein muss sich jeder auf den anderen verlassen können. Es darf keine Fehler geben. Es gilt, in einem sehr unsicheren Umgebung Raum um Raum zu durchkämmen. Auch hier gibt es Punkte, die im Vorfeld geklärt werden müssen, ehe es zur Ausführung kommt:

Zielsetzung: Warum ist der Häuserkampf erforderlich? Gibt es keine Alternativen? Der Dämmersturm ist mit dem Belagern durchaus vertraut, ebenso mit dem Beschuss durch Artillerie. Eine Belagerung jedoch ist langwierig und bedeutet auch langfristiges Leid der Zivilbevölkerung. Ein Artilleriebeschuss kann zu ungewollter Zerstörung führen. Der Häuserkampf ist der schnellere Weg zum Erfolg, wenngleich er auch direkten Feindkontakt nötig macht.

Schnelligkeit: Ungeachtet dessen, ob der Feind uns erwartet oder nicht, muss der Angriff schnell und erbarmungslos vonstatten gehen, um zu verhindern, dass die Verteidiger sich vorbereiten und ihre Kräfte zusammen ziehen können. Der Angriff darf dabei nichts von seiner Wucht verlieren, die Initiative muss behalten werden, damit sich der Feind nicht neu formieren kann. Wird der Dämmersturm erwartet, muss der Angriff umso intensiver erfolgen.

Prioritäten: Konzentriert sich die Anwesenheit des Feindes auf ein bestimmtes Gebiet? Auf ein bestimmtes Gebäude? Kann man den Feind durch die gezielte Eliminierung einer Person zur Aufgabe bewegen?

Sicherheit: Wie wahrscheinlich ist eine Unterstützung des Feindes von Außen? Könnte er Verstärkung bekommen? Wie ist dies zu verhindern?

Rückzugsstrategie: Ist die Gegenwehr zu enorm oder kommt es zu anderen Widrigkeiten, ist es sehr wichtig, die Verluste zu minimieren und eine Möglichkeit zum Rückzug zu haben. Auch dies sollte im Vorfeld geklärt werden und überschneidet sich mit dem Punkt Sicherheit. Man sollte nicht zwischen Verteidiger und möglicher Verstärkung gefangen sein.

Im Nordwestgefälle war der Häuserkampf immer Teil einer größeren Operation. Manchmal ging ein Artilleriebeschuss voraus, um den Kampfeswillen der Feinde zu brechen und die Verteidiger zu dezimieren. In den meisten Fällen jedoch geht es dem Dämmersturm nicht um ganze Dörfer, sondern um einzelne Gebäude. Auch hier ist die richtige Vorgehensweise von großer Wichtigkeit, um das Sichern eines Gebäudes möglichst risikofrei zu gestalten. Ein Gebäude kann mit den richtigen Mitteln in eine kleine Festung verwandelt werden. Fenster können zu Schießscharten werden. Es gilt, sich Zugang zu verschaffen. Der Häuserkampf wurde von der Sektion Alpha trainiert, indem Trupp Eins und Trupp Zwei abwechselnd Angreifer und Verteidiger verkörperten.

Bild


Die Schildträger spielen eine wichtige Rolle im Sichern von Gebäude. Ihr Schild bietet Schutz vor Angreifern. Schwertkämpfer haben in engen Korridoren wenig Raum für Finesse. Der Schildträger ist daher sehr gut in der Lage, Angriffe abzuwehren und seinerseits mit der eigenen Klinge nach vorne zu stoßen. Schützen sind innerhalb eines Gebäudes ebenso von Vorteil. Während der Schildkämpfer zuerst einen Korridor oder einen Raum betritt, bietet der Schütze Feuerschutz. Hinter jeder Ecke kann ein Feind lauern und eine Kugel oder ein Armbrustbolzen ist schneller und effizienter als ein Mann mit einer Hieb- oder Stichwaffe.

Bild


Hinter jeder Ecke, hinter jeder Tür und hinter jedem Möbelstück kann ein Feind lauern. Daher muss jeder Raum genauestens untersucht werden. Zuerst dringt der Schildkämpfer in den Raum, anschließend ein oder zwei weitere Männer, um sich toten Winkeln zu widmen. Alles, was einen Feind verbergen könnte, muss untersucht werden. Betten, Schränke, Kisten. Dabei kann es vorkommen, dass man auch im Feindgebiet auf Zivilisten trifft. Diese gilt es mit Vorsicht zu behandeln und entsprechend zu sichern und im Auge zu behalten. Korridore, Türe oder Treppen können als Engpässe benutzt werden, um Feinde in Schach zu halten.


Zuletzt geändert von Veidt am 31. Mai 2015, 19:29, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Die Doktrin "Sturmerbe"
BeitragVerfasst: 31. Mai 2015, 19:27 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 06.2012
Beiträge: 520
Geschlecht: männlich
Kommando-Missionen


Eine Kommando-Mission ist eine offensive Aktion und wird meist von kleinen bis mittelgroßen Einheiten von besonders ausgebildeten Soldaten ausgeführt. Ziel, Zeitpunkt und Zweck sind genau vorgegeben. Egal ob sich der Überfall gegen menschliche Ziele richtet, zum Beispiel gegen einen Kommandeur oder gegen materielle Ziele: Der Feind wird immer an einem verwundbaren Punkt getroffen. Für erfolgreiche Kommando-Missionen müssen immer die gleichen Voraussetzungen gegeben sein.

Zielsetzung: Bei solchen Missionen ist der Grad zwischen Erfolg und Misserfolg sehr schmal. Das Missionsziel muss klar definiert sein. Ohne klare Zielvorgabe steigt die Gefahr eines Fehlschlags immens.

Angemessene Mittel: Kommando-Missionen erfordern eine individuelle Herangehensweise, unterscheiden sich von normalen Missionen in ihrer Schwierigkeit. Im Vorfeld muss entschieden werden, welche Personen und welche Mittel zum Erreichen des Ziels erforderlich sind.

Aufklärung: Kommando-Missionen finden immer hinter feindlichen Linien statt. Aktuelle Informationen über das Gebiet und den Feind sind unerlässlich

Überraschungseffekt: Die Einheit muss zum Ziel vorgedrungen sein, bevor der Feind sie bemerkt. Dies ist entscheidend für den Erfolg der Mission

Durchführung: Die Mission ist meist kurz, schnell und kompromisslos. Sobald die Einheit am Zielort ist, muss dieses gesichert und verteidigt werden. Es sollte einen Notfallplan geben.

Rückzugsstrategie
: Die Mission darf erst erfolgen, wenn ein Plan zu einem sicheren Rückzug ausgearbeitet ist.

Der Dämmersturm ist besonders im Nordwestgefälle oftmals in derartige Missionen involviert und es ist wichtig, dass jeder genau weiß, was zu tun ist. Dabei gibt es verschiedene Parameter, die erfüllt werden sollten. Leichte Rüstungen sind von Vorteil, da sie ein schnelleres Vorankommen ermöglichen, aber kein Muss. Kleine Gruppen sind schwerer zu entdecken und kommen schneller voran. Oftmals wird das Gepäck auf ein Minimum reduziert und in vielen Fällen finden Kommando-Missionen des Nachts statt, im Schutz der Dunkelheit.

In den Berichten des Dämmersturms finden sich zahlreiche Beispiele für erfolgreiche Kommando-Missionen. Ich entscheide mich an dieser Stelle für das Beispiel der Rotte Heldenhammer bei der Eroberung von Dörflingen.

Bild


Die Rotte Heldenhammer begab sich des Nachts, bei schlechtem Wetter, per Fallschirmsprung ins Feindgebiet, mit der Absicht, den kleinen Ort Dörflingen von feindlichen Truppen zu säubern. Die vorherige Aufklärung ermöglichte ein schnelles Sammeln der Mitglieder nach der Landung. Unplanmäßig war die Verletzung eines Rottenmitglieds, dessen Fallschirm sich zu spät öffnete. Ebenso unplanmäßig war die Sichtung der Rotte, die einem Trupp Wachen jedoch eine Falle stellte und sie eliminierte, ohne das Alarm geschlagen werden konnte. Der Aufenthaltsort der übrigen Feindtruppen im örtlichen Freudenhaus wurde diesem ersten Trupp entlockt. Ohne auf weiteren Widerstand zu stoßen stellte die Rotte die feindlichen Soldaten im Hurenhaus und löschte sie aus. Eventuelle Verstärkung und spätere
Sicherung des Orts bot die Cherusker Fahne. Alles in allem dauerte die Mission nicht besonders lange, war jedoch ein wichtiger Schritt des Dämmersturms im Kampf gegen den Eber.

Frontal-Angriff


Jeder kluge Soldat fürchtet den Befehl, befestigte Linien zu durchbrechen. Er bedeutet, dass man Verteidigungslinien frontal angreifen muss. Hohe Verluste sind normalerweise unvermeidlich. Meiner Meinung nach vermeidet der Dämmersturm Frontalangriffe, aus den offensichtlichen Risiken. Der Dämmersturm ist jedoch in der Lage, die Nachteile eines Frontalangriffs zu negieren, wie das unten aufgeführte Beispiel deutlich zeigt. In jedem Fall gibt es auch beim Frontalangriff Bedingungen, die erfüllt werden müssen.

Zielsetzung: Was soll erreicht werden? Soll ein Gebiet erobert werde? Eine feindliche Streitmacht eingekesselt werden? Oder sollen feindliche Truppen durchbrochen werden, um einer Belagerung zu entkommen?

Kräfteverhältnis: Die Angreifer sollten eine Übermacht an Soldaten und/oder Kampfkraft haben. Auch Faktoren wie Moral, Erfahrung und Ausbildung können entscheidend sein.

Dynamik des Erstschlags: Die Angreifer müssen von Anfang an die Initiative ergreifen und dürfen des Heft nicht mehr aus der Hand geben.

Schwungkraft: Die Dynamik des Angriffs darf auf keinen Fall nachlassen, die Vorwärtsbewegung muss aufrecht erhalten werden

Flexibilität:
Die Führung muss anpassungsfähig sein, um unvorhergesehene Probleme zu bewältigen, oder Vorteile nutzen zu können.

Der Dämmersturm schickt seine Truppen nicht leichtfertig in ein riskante Situation. Ein gutes Beispiel liefert die Schlacht von Lordamm, in der der Dämmersturm gemeinsam mit Infanterie aus Markstadt die Stadt zurück eroberte. Dies hätte im reinen Kampf von Infanterie gegen Infanterie geschehen können, doch nutzte der Dämmersturm seine Ressourcen, um sich hier zwei wichtige Vorteile zu verschaffen:

Der Luftangriff des Geschwaders Himmelsschatten schaltete die feindliche Artillerie im Vorfeld des eigentlichen Angriffs aus. Anschließend dezimierte die Rotte Heldenhammer durch Kanonenbeschuss die perplexen Soldaten des Ebers in den Straßen der Stadt. Diese verheerenden Angriffe hatten nicht nur den Zweck, die Verteidigung des Ebers zu schwächen, sondern auch der Moral des Feindes einen schweren Schlag versetzen. Dabei wurde das Feuer von Geschützen und Geschwader gleichermaßen auf militärische Ziele konzentriert, allerdings besteht beispielsweise bei einer feindlichen Siedlung die Option, auch zivile Ziele anzugreifen. Die Idee dahinter ist quasi der Krieg ohne den Verlust von Personen. Der Beschuss aus der Ferne, obgleich nicht immer akribisch und punktgenau, richtet mehr Schaden an als es Soldaten bei einem direkten Sturm auf die Siedlung je schaffen könnten. Die Möglichkeiten zur Kriegsführung sollen dem Feind genommen werden.

Geschwader und Kanonen ebneten den Weg für die Truppen aus Markstadt und später für die Kavallerie der Wellenheimer Lanze. Ich wähle dieses Beispiel auch, weil ich persönlich anwesend war und mich noch daran erinnere, wie die feindlichen Truppen nieder geritten oder erschlagen wurden, wie unaufhaltsam die Lanze den Soldaten in den Rücken fiel.

Bild


Frontalangriffe sind eine Seltenheit. Meistens lassen wir den Feind gegen unsere Reihen prallen, meistens erfolgen unsere Angriffe heimlich. Die eigentliche Moral dieser Geschichte, die sich auch einem Trupp oder einem Individuum erschließen sollte, ist aber folgende: Die grundsätzlichen Fragen der Zielsetzung, der nötigen Ressourcen, des Widerstands, der Ausführung und des Rückzugs stellen sich nach wie vor. Doch die Schlacht von Lordamm bewies, dass es auch möglich ist, der Schlacht die eigenen Spielregeln zu geben und durch Improvisation und Nutzbarmachung aller Ressourcen derartig wirksam anzugreifen, dass der Feind wie paralysiert ist. Die Kombination des Frontallangriffs mit Unterdrückungsfeuer, Bombardement und Kavallerie zeigt, wie wichtig Flexibilität ist. Egal ob es sich um eine Ansammlung von Truppen handelt oder um eine einzelne Rotte. Taktiken sind dazu da, angepasst und kombiniert zu werden.


Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Die Doktrin "Sturmerbe"
BeitragVerfasst: 31. Mai 2015, 20:37 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 06.2012
Beiträge: 520
Geschlecht: männlich
Gegenangriff


Der Gegenangriff ist das Ergreifen der Initiative im Angesicht eines bevorstehenden Feindangriffs. Wenn er richtig ausgeführt wird, kann er den Schlachtverlauf umkehren und die eigenen Truppen vor größerem Schaden und Verlusten bewahren. Ein erfolgreicher Gegenangriff hängt von mehreren Faktoren ab. Der Gegenangriff verlangt in erster Linie Flexibilität und hängt von vier Grundvoraussetzungen ab:

Aufklärung: Der Gegenangriff muss auf genauen und korrekt interpretierten Aufklärungsberichten beruhen. Das Gelände muss ausreichend bekannt sein.

Kräfteverhältnis: Ist der Feind in der Überzahl? Die korrekte Einschätzung der feindlichen Kampfkraft und der eigenen Erfolgsaussicht ist von größter Wichtigkeit

Überraschungsmoment: Die Befehlshaber müssen den richtigen Zeitpunkt für den Gegenschlag wählen und diesen unter Umständen geheim halten.

Vorteil ausnutzen: Beim Vormarsch kann ein Gegner verletzlich sein. Wenn der Verteidiger die defensive Lage und die Schwäche des Gegners nutzt, kann er den Sieg erringen.

Dazu kommt die Frage nach der verfügbaren Zeit, die man hat, um sich auf den feindlichen Angriff vorzubereiten und den Gegenangriff zu planen. Die Psychologie ist ein weiterer Faktor, denn man darf sich nicht in die Irre führen lassen. Trotz aller Pläne und Überlegungen muss man davon ausgehen, dass der Feind die gleichen Überlegungen anstellt. Ablenkungen und Täuschungsmanöver lassen sich nur zu gut mit dem Frontalangriff kombinieren. Darauf muss man als Verteidiger gefasst sein.

Ich wähle als Beispiel einen Angriff durch einen Stamm wilder Krieger im Arathihochland, auf unserem Weg nach Alterac. Erneut ein Beispiel in einer extremen Größenordnung, die jedoch zeigen soll, wie wichtig das korrekte Reagieren in einer Gefahrensituation sein kann. Ein Anführer muss sich jederzeit seiner vorhandenen Ressourcen bewusst sein und dessen, was er mit den vorhandenen Mitteln bewerkstelligen kann.

Bild


Die Aufklärung war verhältnismäßig eindeutig: Feindliche Reiter und gewöhnliche Infanterie näherten sich unserem Wagentross. Die Gegenmaßnahme war das Aufbauen der Geschütze, das Aufstellen zweier Rotten und der Gegenangriff der Wellenheimer Lanze auf die feindlichen Reiter. Zweifellos rechnete der Feind weder mit wirklicher Gegenwehr, noch einer Kampfkraft wie sie der Dämmersturm verkörpert. Die feindlichen Reiter wurden besiegt. Die Lanze hätte theoretisch unter den heran stürmenden Kriegern wüten können, doch wäre dies die falsche Herangehensweise gewesen. Statt dessen wurde die Kavallerie nach Süden geschickt, um vor möglichen weiteren Angreifern gefeit zu sein. Die Kanonen eröffneten den Beschuss und dezimierten die Stammeskrieger, ohne dass auch nur Gefahr für die eigenen Truppen bestand. Als die restlichen Stammeskrieger schließlich zu nah für Kanonenbeschuss war, griffen Rotte Heldenhammer und Rotte Rotglut an. Ein perfektes Beispiel für das Erringen der Initiative und das Ausbremsen des feindlichen Ansturms.

Täuschungsmanöver


Täuschungsmanöver sind ein unerlässlicher Bestandteil jeder Kriegsstrategie. Es gilt, den Feind in die Irre zu führen, ihn mit Aktionen rechnen zu lassen, die nie stattfinden werden oder an anderer Stelle, zu anderer Zeit. Täuschungsmanöver erlauben es dem Anwender, den Krieg zu intellektualisieren. Hier obsiegt am Ende tatsächlich der größere Verstand, nicht zwangsläufig die größere Armee oder die bessere Ausrüstung. Ein Täuschungsmanöver fußt, wie die vorherigen Strategien, auf bestimmten Grundvoraussetzungen:

Zielsetzung: Mit welcher Aktion soll der Feind rechnen? Welche Reaktion soll provoziert werden? Wenn er beispielsweise glaubt, der Angriff erfolgt an einem bestimmten Ort oder zu einer bestimmten Zeit, dann erfolgt der tatsächliche Angriff woanders oder wann anders.

Gegnerische Erwartungshaltung: Es muss heraus gefunden oder korrekt gedeutet werden, womit der Feind rechnet, um die Täuschung daran anzupassen. Ein erfolgreiches Täuschungsmanöver bestätigt den Feind in seinem Denken. Wichtig ist es, den Feind in seinem falschen Glauben zu unterstützen und diesen zu nähren.

Vorgehensweisen: Welche operativen Möglichkeiten, Verfahren und Techniken stehen zur Verfügung? Die Methoden reichen von visuellen Tricks bis hin zu gestreuten Fehlinformationen.

Durchführung: Wie und wann werden die Täuschungsmanöver angewandt?

Strategische Verwertung: Was passiert danach? Wie kann vom Täuschungsmanöver profitiert werden?

Alle Arten von Täuschung ruhen auf zwei Pfeilern. Der erste ist die Psychologie. Man kann auf vielerlei Art und Weise versuchen, den Gegner zu verwirren, um ihn so auf dem falschen Fuß zu erwischen. Ein bewährter Zug ist, den Vorurteilen des Feindes in die Hände zu spielen. Man kann ihnen Informationen zu spielen, die sie zu bestimmten Erwartungen verleiten. Der zweite Pfeiler ist die richtige Dosierung dieser Informationen. Kriegsparteien arbeiten immer mit einem lückenhaften Bild ihres Gegners. Wenn man umfassende Kenntnis über das Vorgehen des Gegners erlangt, sollte man davon ausgehen, dass etwas nicht stimmt. Deshalb sollte Täuschung nicht forciert werden. Man wirft einen Köder aus und wartet, bis der Feind anbeißt. Jedes Täuschungsmanöver bringt die Gefahr der Entdeckung mit sich. Der Feind könnte Lunte riechen und ein eigenes Täuschungsmanöver starten. Daher sollte man versuchen, die Täuschung flexibel zu gestalten und auch hier einen Ausweg parat haben, der Verluste so gering wie möglich hält.

Das Beispiel dieser Taktik ist eine legendäre Schlacht aus den Aufzeichnungen des Scharlachroten Kreuzzugs. Ausgangssituation war ein Angriff der Geißeltruppen aus Richtung Stratholme auf das kleine Dorf Nordtal. Das Dorf war schon vorher Opfer von Geißelangriffen geworden, war oft erobert worden, jedoch aufgrund der umliegenden Felder stets zurück erobert worden, wenngleich nicht immer auf Anhieb. Diesmal jedoch sahen sich die wenigen dort stationierten Soldaten einer riesigen Geißelstreitmacht entgegen. Monstrositäten drückten die Palisaden nieder, Seuchenkatapulte beschossen das Dorf und die umliegenden Felder. Es gab kein Zweifel, dass das Dorf diesmal wohl auf ewig verloren sein würde. Von den vierhundertfünfzig Seelen überlegte keine. Nur der Ausguck auf dem südlich gelegenen Ostwallturm konnte rechtzeitig reagieren und Tyr's Hand warnen.

[img] Platzhalter. Bild suchen!


Sofort wurde auch ein Reiter in Richtung Herdweiler geschickt, auf dass entbehrliche Truppen möglichst rasch zu Hilfe kommen sollten. Die Geißeltruppen indes zogen rasch gen Süden, überrannten die Befestigung am Ostwallturm und nutzten die Umgebung hier zu ihrem Vorteil. Hinter einem ausgetrockneten Flussbett bezogen sie Stellung. Jeder Frontalangriff wäre zum Scheitern verurteilt gewesen. Aus Tyrs Hand wurden Soldaten in Richtung Corins Kreuzung geschickt. Untote brauchten keine Nahrung, keinen Schlaf. Menschen schon. Die Absicht des Kreuzzugs war es, dem Feind glauben zu machen, dass ein direkter Gegenangriff aus dem Süden erfolgen würde. Alle anderen Möglichkeiten waren wenig besser: In der Defensive abzuwarten hätte die Kapelle des Hoffnungslosen Lichts und Tyr's Hand selbst gefährdet. Die Geißel sollte mit einem direkten Angriff rechnen. Der Kreuzzug wartete auf Verstärkung aus Herdweiler und begann, das Täuschungsmanöver weiter auszubauen, während gleichzeitig der eigentliche Angriff vorbereitet wurde.

Bild


Truppen aus Herdweiler fanden sich nahe Corin's Kreuzung ein, wo sie sich mit den Truppen aus Tyr's Hand vereinigten. Gleichzeitig wurden jedoch auch Soldaten und insbesondere Reiter bei Neu Avalon und Havenau zusammen gezogen. Schon seit einiger Zeit plante der Kreuzzug einen Durchbruch in das Giftige Tal, um so weiteres Land vom Makel des Untods befreien zu können. Die Absicht des Täuschungsmanövers war nun wie folgt: Die Geißel sollte glauben, dass der Kreuzzug ihnen bei Corins Kreuzung begegnen würde und sogar das Risiko eines Frontalangriffs wagen würde, jedoch den Kampf innerhalb der Stadt bevorzugen würde. Die Stadt bot zumindest etwas Schutz vor direktem Katapultfeuer. Die zerfurchten, ausgetrockneten Seen erschwerten allerdings einen direkten Angriff und die Geißel sollte glauben, dass Corins Kreuzzung als Schlachtfeld dienen sollte. Der Plan funktionierte, denn die Geißeltruppen setzten mit hölzernen Stegen über den Graben, der ihnen zuvor noch Schutz bot. Sie machten Anstalten, langsam nach Süden zu ziehen und hofften, uns im Falle eines direkten Ansturms auslöschen zu können.
Bild


Der Durchbruch ins giftige Tal war ein Erfolg. Das Tal hatte damals noch keine Geißelpräsenz und so war es für Reiter und Soldaten ein leichtes, dem Feind in Flanke oder sogar Rücken zu fallen. Vorbei an Braumanns' Mühle waren besonders die Reiter sehr schnell inmitten der Untoten. Primärziele waren dabei die Seuchenkatapulte. Der Feind war tatsächlich überrumpelt und in diesem Zuge griffen auch die Truppen aus dem Süden an, um rasch die Distanz zum Feind zu überbrücken. Die Seuchenkatapulte konnten ihren Vorteil nicht nutzen. Durch den Überraschungsangriff wurde eine Schneise in die Geißeltruppen getrieben. Nur wenige Katapulte konnten abgefeuert werden. Der Vorteil der Geißel wurde ihnen genommen.

Bild


Bild


Die Geißeltruppen wurden restlos ausgelöscht. Eine mögliche Blockade der Kapelle und Tyr's Hand konnten verhindert werden. Die Verluste auf Seiten des Kreuzzugs waren akzeptabel. Nordtal wurde nicht zurück erobert. Der Ostwallturm jedoch wurde wieder besetzt, um vor weiteren größeren Streitmächten warnen zu können. Im giftigen Tal jedoch erbauten die Untoten mehrere Zikkurats. Der Durchbruch bescherte dem Kreuzzug nie wieder einen Vorteil, doch die Geißel selbst versuchte nie einen größten Angriff von dieser Seite aus. Die nächste, größere Offensive kam erst mit dem Auftauchen von Archerus. Das Täuschungsmanöver rettete Leben. Ablenkungsmanöver sind schon oft vom Dämmersturm benutzt werden und so sollte es auch weiterhin bleiben, wenn es zum Erfolg führt. In jedem Fall erleichtert ein erfolgreiches Täuschungsmanöver jede militärische Operation.


Zuletzt geändert von Veidt am 24. Feb 2016, 02:07, insgesamt 1-mal geändert.

Nach oben
 Profil  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Die Doktrin "Sturmerbe"
BeitragVerfasst: 6. Jun 2015, 20:34 
Offline
Benutzeravatar

Registriert: 06.2012
Beiträge: 520
Geschlecht: männlich
Luftlandeoperation


Angriffe aus der Luft sind immer verwegen und riskant. Keine andere Strategie ist so abhängig vom richtigen Zeitpunkt und der Abstimmung der Einheiten. Luftlandeoperationen sind die neueste, große Entwicklung in der Kriegsführung und fügen der Schlacht die dritte Dimension hinzu. Sie fanden vor allem in Pandaria verstärkten Einsatz auf Seiten der Allianz, doch auch dem Dämmersturm ist diese Taktik nicht unvertraut. Sie sollte nur eingesetzt werden, wenn sich keinen bessere Alternativen bieten. Damit sie eine Chance auf Erfolg haben müssen bestimmte Bedingungen berücksichtigt werden.

Zielsetzung: Man will eine Stellung hinter den feindlichen Linien einnehmen, die für konventionelle Einheiten nicht zu erreichen sind. Gibt es eine Alternative mit Bodentrupen sollte ein Luftlandemanöver nicht in Betracht gezogen werden.

Aufklärung: Luftlandeeinheiten sind besonders bei der Landung verwundbar. Deshalb sind aktuell Informationen für Stärke und Stellungen des Feindes von großer Wichtigkeit.

Überraschungsmoment: Am Wichtigsten ist ein unvorbereiteter Gegner. Die Stellung muss gesichert sein, bevor der Feind Abwehrmaßnahmen einleiten kann.

Luftlandeeinheiten sollten nur eingesetzt werden, wenn das Ziel auf keinem anderen Wege erreicht werden kann. Diese Einheiten können Gebiete erreichen, die andere nicht erreichen können. Sie führen jedoch meist nur ein Minimum an Ausrüstung mit sich und ihr Rückzug und ihre Versorgung sollte im Vorfeld dringend festgelegt werden. Der Vorteil ist die Schnelligkeit, mit der eine Flugmaschine tief ins Feindgebiet vorstoßen kann, über Befestigungen und Streitkräfte hinweg. Luftlandeoperationen sind meist sehr speziell. Im Zusammenhang mit Kommandomissionen wurden sie bereits erwähnt. Richtig eingesetzt ist eine Luftlandeoperation sehr effektiv, doch falsch eingesetzt kann sie zum Totalverlust der Einheiten führen. Eine taktische Landung aus der Luft hat zwei grundlegende Nachteile:

Landung: Egal ob sie mit Fallschirmen oder Fluggeräten statt findet, während ihr sind die Angreifer ungeschützt und im Falle einer Entdeckung dem Feind ausgeliefert.

Zeitfenster: Weil die Truppen nur die wichtigste Ausrüstung mit sich führen, gibt es ein Zeitfenster, innerhalb dessen sie versorgt oder abgezogen werden müssen. Es ist kurz, in maximal 48 Stunden sollte ihre Mission vorbei sein.

Beispiele an dieser Stelle sind Fallschirmsprünge über Kurlsgart, bei der die abgelegene Zwergenstadt wesentlich schneller erreicht werden konnte als es der Fußweg über und durch den Berg Eisenschmiede erlauben würde. Sie zeigen, dass Luftlandeoperationen auch den Zugang zu schwer zugänglichen Orten ermöglichen kann, wobei im Vorfeld auch stets die Frage nach Versorgung und Abzug der Einheiten geklärt werden muss. Bei der bereits erwähnten Kommandomission nutzte Rotte Heldenhammer den Fallschirmsprung, um einen langen Marsch und eine eventuelle Entdeckung unterwegs zu vermeiden.

Später nutzte der Dämmersturm die Gyrokopter des Geschwaders Himmelsschatten, um im unwegsamen, verschneiten Gelände östlich von Kupferdorf zu landen und Mitglieder der Rotte Heldenhammer aus einem Yetibau zu retten - oder im Schlimmsten Fall zumindest die Überreste zu bergen. Die Gyrokopter ermöglichten hier eine schnelle Landung direkt vor Ort und später auch einen raschen, sicheren Abzug. Flugmaschinen vereinfachten hier etwas, was zu Fuß ein unmögliches oder zumindest schwieriges Unterfangen gewesen wäre.

Das aktuellste Beispiel fand innerhalb des Frühlingskrieges im Nordwestgefälle statt, bei der im Zuge der Operation Schmetterling die Rotte Heldenhammer tief im Feindgebiet absprang, um bei Lichtnah ein Mittelstreckenportal zwischen Gorheim und Lichtnah zu erschaffen. Dieser waghalsige Zug ist zwar riskant für die teilnehmenden Einheiten, der Vorteil aber ist der unkonventionelle Einsatz eines magischen Portals, der nicht nur den Abzug der Rotte ermöglichte, sondern auch das Eröffnen einer zweiten Front inmitten des Territoriums des Wolfs ermöglicht. Sämtliche Missionen, bei der man eine Entdeckung durch den Feind befürchten muss, finden nachts statt, doch auch die Dunkelheit bietet nicht immer ausreichenden Schutz. Luftlandeeinheiten müssen erfahren sein, Widrigkeiten aus dem Weg zu räumen, um die Mission erfolgreich abzuschließen und heil zurück kommen zu können.

Guerillakrieg


Der Guerillakrieg ist eine der ältesten Formen der Kriegsführung. Hier kämpfen die Schwachen gegen die Starken. Er beruht auf dem Hinterhalt und bietet dem Schwachen die Chance auf den Sieg. Es ist eine asymmetrische Kriegsführung mit zwei Parteien, die waffentechnisch, organisatorisch und strategisch stark unterschiedlich ausgerichtet sind. Typischerweise ist eine der beteiligten Kriegsparteien waffentechnisch und zahlenmäßig so überlegen, dass die andere Kriegspartei militärisch in offen geführten Gefechten nicht gewinnen kann. Langfristig können jedoch nadelstichartige Verluste und Zermürbung durch wiederholte kleinere Angriffe zur Schwächung oder sogar zum Rückzug der überlegenen Partei führen, bedingt auch durch die Überdehnung von deren Kräften. In den meisten Fällen agiert dabei die militärisch überlegene Partei auf dem Territorium eines anderen Landes und kämpft gegen eine militante Widerstands- beziehungsweise Untergrundbewegung, die sich aus der lokalen Bevölkerung gebildet hat. Die vermeintlich überlegene Kriegspartei ist daher mit dem Einsatzraum und seiner Bevölkerung nicht vertraut. Sie wird im weiträumigen Einsatzgebiet ihre Kräfte immer nur punktuell ansetzen können. Zudem gerät sie ideologisch oft in eine unterlegene Position und kann auch aus diesem Grund den Kampf nicht gewinnen. Die scheinbar unterlegene Seite hingegen rekrutiert sich zumeist aus der regionalen Bevölkerung immer wieder neu. Beispiele wären der Widerstand gegen die Untoten von Seiten des Scharlachroten Kreuzzugs in Lordaeron und der Befreiungsfront in Gilneas oder der Widerstand wilder Reiterstämme gegen das damalige Königreich Arathor. Rückblickend betrachtet hatten keine Partei je eine reelle Chance auf den Sieg, doch zumindest das Überleben im Angesicht eines mächtigen Feindes wurde gewährleistet. Um gegen einen schier übermächtigen Angreifer oder Invasoren bestehen zu können, müssen verschiedene Grundbedingungen erfüllt werden.

Zielsetzung: Was ist das Ziel, dass durch Guerillakampf erreicht werden soll? Es muss eine klare, eindeutige militärische und politische Zielsetzung haben.

Unterstützung der Bevölkerung: Es muss versucht werden, die Unterstützung der Bevölkerung zu gewinnen.

Mobilisierung: Der Konflikt nimmt Gestalt an. Dabei gibt es meist eine politische und eine militärische Mobilisierung.

Zermürbung des Gegners: Der Gegner muss durch anhaltende Aktionen geschwächt werden.

Übergang: Die Guerillataktik wird schließlich zugunsten einer regulären Kriegsführung aufgegeben, wenn dem Feind seine Übermacht genommen wurde.

Übernahme: Die Regierungsmacht muss übernommen werden.

Ziele der Guerillakämpfe sind selten kurzfristiger Natur, sie müssen ein langfristig zu erreichendes politisches Ziel beinhalten. Im Falle von Gilneas und Lordaeron war das Ziel das Überleben, dass Zurückschlagen des Feindes. Das aktuelle Geschehen im Nordwestgefälle und die Beteiligung des Dämmersturms ist ebenso eine Art Guerillakrieg, zumindest im eigentlichen Sinn, obwohl der Dämmersturm bereits größere Operationen vornahm. Das Ziel ist die Sicherung von Land und die Schwächung der vorherrschenden Parteien zugunsten eines Waffenstillstands gleichstarker Mächte. Zuerst wurde die Unterstützung der Bevölkerung gewonnen, zuerst bei Alterszapfen. Schließlich wurden Verbündete gefunden und zwei der kleineren, lokalen Despoten, namentlich Eber und Wiesel, entmachtet. Obwohl stellenweise konventionelle Kriegsführung, bleibt der Kampf gegen den übermächtigen Wolf noch immer ein Guerillakrieg, bei dem der Dämmersturm noch immer unerkannt blieb. Die Mobilisierung in militärischer Hinsicht geschah durch die Zerstörung von Kaderwulst und zahlreiche nadelstichartige Aktionen gegen den Wolf. In politischer Hinsicht wurde die Tobiasstädtische Koalition gefördert und der Wideraufbau der befreiten Dörfer begann, die Unterstützung der Zivilisten blieb gewährleistet, da sich ihre Lebensumstände drastisch verbesserten. Der Wolf soll weiterhin geschwächt werden und so zu einem Waffenstillstand bewegt werden. Der Übergang zur konventionellen Kriegsführung wird wahrscheinlich ausbleiben, da sich der Dämmersturm weiter im Hintergrund hält. Auch eine Übernahme der Regierung wird nicht geschehen, da der Wolf nicht gänzlich entmachtet werden soll. Das der Dämmersturm auch noch Monate nach Beginn seiner Offensive vom Wolf unbemerkt bleibt ist der wohl größte Erfolg des Dämmersturms. Zahlreiche Schlachten verschiedener Größenordnung schwächten oder vernichteten die hiesigen Despoten. Man bewegt sich mit festen Schritten auf das Ende des Konflikts zu, auf einen Waffenstillstand, der den Krieg um das Nordwestgefälle mit drei gleichstarken Parteien enden lassen wird.

Fazit

"Nur braucht Ihr den Marmor, um vorzuweisen, was für ein vortrefflicher Bildhauer Ihr seid."
- Rottenmeister Julius von Wellenheim

Die Ausbildung der Sektion Alpha, die nunmehr fast vier Monate dauerte, findet mit dem Verfassen dieser letzten Zeilen ihr Ende. Die zehn Gorheimer Lanzenträger waren ebenso verwahrlost wie das Land, das wir für uns beanspruchten. Sie waren undiszipliniert, unerfahren und faul und auch nach ihrem Eintritt in den Dämmersturm wenig mehr als eine schön schimmernde Miliz, die angesichts des regelmäßigen Solds und einer guten Versorgung mit Nahrung und Ausrüstung aufgehört hatte, das Land auszurauben, welches sie eigentlich beschützen sollte. Schon vor Beginn der viermonatigen Ausbildung hatte ich begonnen, den Männern in Gorheim Disziplin und den Umgang mit Waffen zu lehren. Schon damals sah ich, wer teamfähig war und bereit war, sich weiter zu entwickeln und wer gänzlich ungeeignet war, mehr zu sein als eine stumpfe Waffe oder Kanonenfutter. In den letzten vier Monaten formte ich aus der Sektion Alpha eine Einheit, die nun das Potential und das Wissen hat, auch anspruchsvolle Aufgaben zu erledigen. Im Zuge dieser Ausbildung konzentrierte ich mich auf folgende Punkte:

  • Aufbau von Ausdauer und Muskelkraft, wie ihn das Leben als Soldat erforderlich macht
  • Grundkenntnisse im Umgang von Waffen aller Art, Spezialisierung im jeweiligen Aufgabenbereich
  • Grundkenntnisse im waffenlosen Nahkampf
  • Unterricht im Lesen und Schreiben, als Grundlage für das Verständnis von freundlichen wie feindlichen Dokumenten
  • Grundkenntnisse im Reiten (Im Sattel halten, Galoppieren, Niederreiten ), aufgrund der Vorteile eben dieser Fortbewegungsmethode
  • Unterricht im Schwimmen, als Sicherheitsmaßnahme im Falle eines Falles und Möglichkeit des Ausdauertrainings
  • Taktiken der Kriegsführung, Ausführliche Besprechung und wenn möglich praktische Ausführung oder Simulation
  • Grundkenntnisse: Benutzung der Artillerie des Dämmersturms: ( Mörser, Kanonen ) Aufbau, Nachladen und Abfeuern
  • Zelten und Überleben in der Wildnis, Aufbau von Fallen, Grundlagen der Jagd und des Fischens
  • Grundkenntnisse der Tarnung, Anlegen von Stellungen und Alarmposten
  • Selbst- und Kameradenhilfe: Grundlagen in der Erstversorgung von Verwundeten
  • Geschichtsunterricht, Allgemeinwissen. Die Geschichte des Dämmersturms ( Überblick )

Vier Monate, die hauptsächlich in der Wildnis verbracht wurden. Die Sektion Alpha ist zu einem eingespielten Team geworden, dem es nur noch an Kampferfahrung mangelt, nicht aber an Wissen, Disziplin, Entschlossenheit und Fertigkeit. Kameradschaft kann man niemandem auf erzwingen, doch förderte das lange Zusammenleben und der feste, gemeinsame Tagesablauf die soziale Interaktion der Gruppe. Die Männer sind nun ausreichend ausgebildet, um sich beweisen zu können und zu bestehen. Sie sind in der Lage, flexibel zu agieren und ich kann mit Stolz sagen, dass sie nun auch im Geiste Mitglieder des Dämmersturms sind. Ihre Ausbildung ist es, die folgende Überlegungen mit sich brachte, welche die Kernaussagen der Doktrin "Sturmerbe" sein sollen:

  • Zielsetzung: Die größtmögliche Effizienz und der Fortbestand des Dämmersturms


Der Dämmersturm hat sich durch gute Arbeit, Expansion und Flexibilität von einer Ansammlung von Söldnern in ein unabhängiges Militärunternehmen verwandelt. Ziel des Dämmersturms muss es sein, den eigenen Fortbestand zu sichern und dazu gehört - innerhalb aber auch abseits der Kampfhandlung - die größtmögliche Effizienz aller Mitglieder, wobei Tagelöhner und Mitläufer ebenso gefördert werden können, vereidigte Söldner jedoch unbedingt einem gewissen Standard entsprechen müssen.

Unerfahrenheit ist kein Verschulden an sich. Aber Mangel an Disziplin und Respekt ist es. Fehler zu machen ist nicht das Schlimmste Verschulden, aber der Unwille, diese Fehler auszubügeln ist es. Wirklich kontraproduktiv innerhalb eines derartig strukturierten Söldnerbunds ist nicht die Unerfahrenheit oder die Disziplinslosigkeit, sondern das pure, ungezügelte Selbstinteresse, welches einige Mitglieder an den Tag legen. Den besten Bemühungen nach Disziplin und Effizienz wirkt hauptsächlich der Drang nach Selbstbereicherung entgegen. Eine Schwäche, die das große Ganze beeinträchtigt. Der Dämmersturm hat eine klare Hierarchie, eine feste Struktur, die ihm seine Stärke verleiht. Es ist die Pflicht eines jeden vereidigten Söldners, dem Dämmersturm zu dienen. Nicht nur im Kampfeinsatz, sondern auch davor und danach. So wie Champion und Rottenmeister eine Erweiterung des Willens des Kommandanten sind, so sollten auch die Söldner eine Entlastung für die Rottenmeister darstellen und sich beste Mühe geben, ihre Vorgesetzen nach Möglichkeit zu unterstützen.

Spätestens mit dem Ablegen des Eids sollte die Loyalität zum Dämmersturm gefestigt sein, Geldgier und Egoismus gänzlich der Hingabe an die gemeinsame Sache gewichen sein. Der Eid bringt die Vorzüge einer großzügigen Besoldung mit sich, der Preis aber ist die immerwährende Hingabe. Der Schlüssel zum Fortbestand des Dämmersturms bleibt die Expansion und die Erhaltung dessen, was ihm zur Verfügung steht. Das Wichtigste und zugleich Anspruchsvollste Ziel aber ist die größtmögliche Effizienz seiner Mitglieder. Kameradschaft kann nicht auferzwungen werden. Vereidigte Söldner aber sollten folgende Pflichten haben:

  • Das Erlernen von Lesen, Schreiben, Reiten und Schwimmen
  • Das Lesen sämtlicher Pflichtlektüre des Dämmersturms
  • Das Lesen sämtlicher öffentlicher Berichte
  • Die Instandhaltung der körperlichen wie geistigen Fitness
  • Den reibungslosen Umgang miteinander, abseits des Privatlebens
  • Konzentration und Engagement, zumindest auf Mission
  • Ein angemessenes Verhalten beim Tragen des Wappenrocks

Der Dämmersturm sollte seinen Söldnern die Möglichkeit bieten, sich weiter zu bilden und zu verbessern. Zwergischen Mitgliedern des Dämmersturms sollten Übersetzungen wichtiger Schriften zur Verfügung stehen. Diese können kostengünstig von Schreibern angefertigt werden. Doch muss auch jeder Söldner willens sein, sich zu verbessern. Im Zuge dessen sollte wiederum der Eid in Zukunft nur noch nach längerer Überlegung, mehrfachen Verdiensten und mit Zustimmung des Rottenmeisters angeboten werden, um zu verhindern, dass egoistische, gierige Taugenichtse ihren Weg in den Kreis der Vereidigten finden und trotz Fähigkeit wenig mehr bleiben als gut bezahlter Ballast oder stupides Kanonenfutter, der gerade so eben seinen Zweck erfüllt, seinen Sold aber eigentlich nicht wert ist. Tagelöhnern und Mitläufern sollte Verbesserung und Ausbildung ebenso ermöglicht werden, wenn sie denn willens und engagiert sind. Beim zweiten Punkt der Doktrin jedoch fallen sie raus.

  • Ressourcen: Der bestmögliche Einsatz der vorhandenen Mittel in jederlei Hinsicht


Der Dämmersturm zeichnet sich durch seine Flexibilität aus, die auch auf der vorhandenen Ausrüstung fußt. Auf dem Schlachtfeld und auch abseits davon muss sich der Dämmersturm immer seiner vorhandenen Ressourcen bewusst sein. Im vorherigen Punkt ging es um die bestmögliche Nutzung der Ressource Söldner an sich, doch ein ebenso wichtiger Punkt ist die Ausrüstung des Söldnerbundes Dämmersturm. Der Dämmersturm verfügt über enorme militärische Mittel, die er effizient einzusetzen weiß. Dazu gehören die Flugmaschinen, die eine schnelle Reise, Luftlandeoperationen oder Luftangriffe ermöglichen, aber auch die Artillerie in Form von Kanonen, die mächtig genug sind, Stadtmauern zu durchlöchern.

Diese technologische Vorherrschaft - zumindest im Vergleich zu den meisten Gegnern, denen wir begegnen - ist das Ergebnis jahrelangen Sparens, Arbeitens und Verbesserns. Jedes Mitglied des Dämmersturms sollte sich der Notwendigkeit einer richtigen, effizienten Ausrüstung bewusst werden. In den meisten Fällen sind die Mitglieder des Dämmersturms auf jeweils eine Waffe spezialisiert. Bogen, Gewehr, Wurfmesser, Zweihänder. Die Auswahl ist so mannigfaltig wie die Anzahl der Mitglieder selbst. Selten macht man sich wohl über seine Ausrüstung Gedanken. Man trägt eine Rüstung einfach. Man benutzt seine Waffe einfach. Spätestens mit dem Ablegen des Eids und dem Erhalten einer besseren Besoldung muss jeder Söldner beginnen, seine Ausrüstung zu optimieren um sie bestmöglich nutzen zu können. Söldner sind die Ressourcen des Bunds. Seine Ausrüstung ist die Ressource des Söldners. Zur bestmöglichen Effizienz gehört auch die bestmögliche Ausrüstung. Tagelöhner und Mitläufer mögen oftmals nicht die finanziellen Mittel haben, sich gute Ausrüstung zu kaufen. Da sie jedoch noch nicht an den Dämmersturm gebunden sind, lohnt sich eine finanzielle Unterstützung schlichtweg nicht. Es wäre bei Fahnenflucht verschwendetes Geld. Vereidigte Söldner jedoch sollten folgende Pflichten haben:

  • Das regelmäßige Pflegen der eigenen Ausrüstung
  • Das Anschaffen von Alternativen (siehe unten)
  • Der Besitz gewisser Alltagsgegenstände: Kompass, Zündholzer, etc.

Der Dämmersturm sollte seinen Söldnern die Möglichkeit bieten, sich die bestmögliche Ausrüstung zu kaufen und zur Not sogar finanzielle Hilfe anzubieten, wobei die nötige Summe später vom Sold abgezogen oder anderweitig zurück gezahlt werden muss. Ich spreche beispielsweise von Revolvern oder Repetiergewehre, die simple Vorderlader ersetzen können und wesentlich effektiver sind. Die Herstellungs- und Anschaffungskosten sind hoch, doch die Effizienz ist unbestreitbar. Wenn möglich sollte der Dämmersturm gar ein Lager mit Leihwaffen anlegen, die von Söldnern für spezielle Einsätze geliehen werden könnten. Erst vor kurzem, in Westfall erbeutete Rotte Heldenhammer einige Pferde und Revolver, die sich nun im Besitz des Dämmersturms befinden. Die Pferde finden regelmäßigen Einsatz auf Missionen. Die Revolver jedoch sollten ebenso wenig ungenutzt bleiben. Dies führt mich zum Vorschlag, Alternativen parat zu haben. Was, wenn dem Bogenschützen die Sehne reißt? Das Repetiergewehr eine Ladehemmung hat? Der Feind einem den Zweihänder aus den Händen drehen kann? Zweitwaffen zu besitzen sollte Pflicht sein. Natürlich sollte es den Söldner nicht einschränken. Aber jeder Söldner sollte sich fragen, wie er seine Leistung auch unabhängig von der körperlichen Form und der Weiterbildung verbessern kann. Ein Revolver ist eine leichte, effektive Alternative zu einer sperrigen, großen Schusswaffe. Ein Jagdmesser immer noch besser, als im Fall einer Entwaffnung mit bloßen Fäusten auf den Feind einzuschlagen. Bisher war es so, das Waffen vom Feind oftmals nach der Schlacht eingesammelt und privat verkauft wurden. Der teilnehmende Gruppenführer oder Rottenmeister sollte jedoch entscheiden, ob gewisse Waffen nicht viel besser im Lager des Bunds landen sollten, wo sie allen Mitgliedern des Bunds leihweise zur Verfügung gestellt werden könnten. Auch Mitläufer und Tagelöhner könnten sich Waffen außerhalb ihrer Soldklasse leihen oder dem Bund abkaufen, sollten sie das Geld zur Verfügung haben. Priorität sollten jedoch immer die vereidigten Söldner sein. Gewisse Gebrauchsgegenstände sollten immer mitgeführt werden. Die Liste ist lang. Taschenmesser, Streichhölzer, Kompass. Ebenfalls sinnvolle Gegenstände sind Nähzeug mit Sicherheitsnadeln und Faden, Angelzubehör, Verbände.

  • Mentalität: Was der Sturm braucht und was nicht


Seine Mitglieder sind die wichtigste Ressource des Dämmersturms, der Schlüssel zu dessen Fortbestand als Militärunternehmen. Die Zukunft könnte weitere Expansionen mit sich bringen, doch der Schlüssel zum Fortbestand bleibt immer die Mitglieder des Dämmersturms selbst. Ich sprach in den letzten Punkten davon, dass sie bestens ausgebildet und ausgerüstet werden sollten. Dies liegt innerhalb der Möglichkeiten des Dämmersturms. Der letzte Punkt der Doktrin "Sturmerbe" aber bezieht sich auf nichts, was befohlen oder erzwungen werden kann. Ich rede von der Mentalität des Söldnerbunds und seiner Mitglieder. In meiner Abhandlung zum Söldnertum schrieb ich über die zahlreichen Gründe, die jemanden Söldner werden lassen können. Diese Gründe werden auch weiterhin Leute zu uns führen. Doch eine andere Sache ist es, ob sie sich dauerhaft eignen oder nicht.

Das Söldnertum ist eines der ältesten Gewerbe der Welt. Der Dämmersturm begann zweifellos als Ansammlung von Individuen, die für Geld wohl schlichtweg alles tun. Heute ist der Söldnerbund Dämmersturm stark militärisch inspiriert und strukturiert. Doch selbst innerhalb des Dämmersturms mit seiner festen Struktur gibt es ausreichend Freiheiten für seine Mitglieder. Die Missionen, die am Aushang angeboten sind optional. Rottenmissionen oder längere Konflikte wie die Reise nach Alterac sind eigentlich eine Seltenheit. Bei kleineren Missionen hat jedes Mitglied daher selbst die Wahl, ob es sich einträgt oder nicht, ob es den Sold verdienen will oder nicht. Rottenmissionen oder andere, längere Konflikte bringen wesentlich mehr Geld ein. Besonders die vereidigten Mitglieder verdienen also nicht schlecht. Doch ich muss, wie zuvor, an dieser Stelle noch einmal daran appellieren, dass der Eid nicht leichtfertig angeboten werden sollte. Viele schließen sich dem Bund an, weil sie ausschließlich auf der Suche nach schnellem, einfachen Gold sind und dem Operieren innerhalb einer Gruppe und der damit verbundenen Sicherheit dem riskanten Alleingang vorziehen. Das geschah schon oft und ich selbst kam damals aus dem selben Grund zum Dämmersturm. So also die Theorie: Mit möglichst wenig Einsatz möglichst sicher viel Geld verdienen. In der Praxis sollte - nein, MUSS - dieses Denken unterbunden werden.

Dazu sollte der Eid niemals leichtfertig angeboten werden, das Angebot wohl überlegt sein und nur nach ausreichender Leistung und immer mit Zustimmung der zuständigen Rottenmeister statt finden. Ja, der Kommandant steht über Allem. Doch sieht er eher selten, wie sich manche Mitglieder tatsächlich benehmen, ob nun auf Mission oder Außerhalb. Der Eid sollte ein Privileg sein, ein sicheres Zeichen für Engagement, Loyalität und Können. Der Eid sollte sich nicht erschlichen werden können, nicht durch bloße Anwesenheit verdient werden. Wer faul, egoistisch und unfähig zur Zusammenarbeit ist, sollte nie über den Rang eines Mitläufers hinaus kommen. Denn jede Goldmünze, die ein fälschlich vereidigter Söldner verdient, ist eine Münze, die den redlich arbeitenden Mitgliedern gestohlen wird. Umgekehrt aber sollte hier auch erwähnt werden, dass engagierte Tagelöhner und Mitläufer - obgleich durch die Statuten in ihrem Sold beschränkt - durch hervorstechenden Einsatz nichts desto trotz belobigt werden können. Rottenmeister können sogar Ausnahmen von der standardisierten Soldverteilung beantragen.

Man kann keine Disziplin oder Teamfähigkeit erzwingen. Es darf auch nicht vergessen werden, dass wir - obgleich vom Militär inspiriert - immer noch Söldner sind. Fakt ist jedoch, dass ein Mindestmaß an Disziplin schlichtweg eine Notwendigkeit ist und besonders im Umgang mit höherrangigen Mitgliedern sollte Respekt gezeigt werden. Wer sich einer Gruppierung wie dem Dämmersturm anschließt, sollte auch fähig sein, mit anderen zusammen zu arbeiten. Das es Reibereien und Meinungsverschiedenheiten geben kann, ist normal. Doch zumindest auf Mission ist kein Platz für persönliche Abneigungen und Streit. Jeder Tagelöhner und Mitläufer kann ein unglaublicher Gewinn für den Bund sein, durch Können und Eifer glänzen und sollte belohnt werden, selbst wenn der Eid nicht geleistet wird. Doch spätestens jeder vereidigte Söldner sollte Können, Eifer und Teamfähigkeit mit sich bringen. Der Eid sollte nicht leichtfertig angeboten werden. Eine Beurteilung durch die Führungsriege, eine Beförderung im großen Kreis - eventuell sogar mit Möglichkeit des Einspruchs durch andere Söldner - könnte sogar den Zusammenhalt fördern und das Vereidigen zu einem Ritual machen, dessen Bedeutung endlich dem nötigen Ernst beigemessen wird. Der Dämmersturm muss weiterhin durch Effizienz, Flexibilität und Können seine Stärke beweisen. Diese Doktrin zeigt, wie unerfahrene Männer zu brauchbaren Soldaten werden können. Die Zukunft des Dämmersturms liegt in der Verantwortung jedes seiner Mitglieder. Jeder muss sich Gedanken machen, warum er beim Dämmersturm ist, was seine Ziele sind und wie weit er den gemeinsamen Weg gehen will. Und spätestens mit dem Eid muss das gemeinsame Ziel die bestmögliche Arbeit mit bestmöglichen Ergebnissen sein. Dieser Einsatz ist es, den der Dämmersturm benötigt, um bestehen zu können. Der Dämmersturm ist in der Lage, die Voraussetzungen zu bieten. Jedes Mitglied muss entscheiden, ob es ein simpler Söldner sein will oder ein wahrer Erbe des Dämmersturms. Und jedes Mitglied sollte im richtigen Handeln, Entscheiden und Lernen unterstützt und belohnt werden.

"Die Saat der Effizienz wurde bereits gesät. Nun gilt es, langsam auf die Ernte hin zu arbeiten."
- Alexander Veidt

Dem Sturm entgegen


Nach oben
 Profil  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 7 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 1 Gast


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  
cron
© phpBB® Forum Software | phpBB3 Forum von phpBB8.de
» Kontakt & Rechtliches Support / Hilfe Forum Gooof Webdesign Kostenloses Forum Dein Forumo Forum web tracker