Söldnerbund Dämmersturm

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 Betreff des Beitrags: Die Wellenheimer Lanze - Julius von Wellenheim (Öffentlich)
BeitragVerfasst: 8. Sep 2013, 07:34 
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Die Wellenheimer Lanze


Julius von Wellenheim
Hüter der Schriften des Dämmersturms


Einleitung

In der Militärgeschichte waren es nicht wenige Schlachten, die durch den konzentrierten Einsatz der Kavallerie, im rechten Moment, zur rechten Stelle, entschieden wurden. Oftmals waren es stolze Reiter, die auf dem Blut der Infanteristen, welches für sie - und nur für sie und das Heimatland - geopfert wurde, den Reihen des Feindes mit fürchterlicher Effizienz entgegen stürmten. Der Sieger des Tages war dann entschieden, als sich die eisernen Ritter Sturmwinds zur dröhnenden Stampede an den Feind heranwagten - es ihnen auch gelang - und Ritterslanze Fleisch durchstieß, dass es feierlich war und kein Feind lange zu stehen vermochte. Doch ein jeder Feldherr sieht sich der quälenden Frage ausgeliefert, wie er denn dem Feind mit seinen fraglos stolzen Reitern zu begegnen hat. Denn für gewöhnlich ist kein Heer, als ein solches wahrlich, wenn nicht bei hohem Zolle von Blut und Schmerz, der Sturm der Lanzen durch treues Fußvolk erkauft werden kann. Ich habe mich, in der Hoffnung es zum Brauch zu machen, mit der Frage auseinandergesetzt, wie dies Opfer zu minimalisieren - oder gar zu umgehen ist. Nicht zuletzt auch im Wissen, dass der Söldnerbund Dämmersturm, dem ich mit Leib und Seele diene, kein stehendes Heer unterhält, welches auf dem Felde opfernswert wäre - da doch ein jeder in Gold und Anstand, Loyalität und Können, den einfachen Soldaten der Armee bei weitem und um Welten überwiegt - auf der Waage fähiger Kriegskunst. Ich beriet mich also - auch mit mir im Geiste - und mit führenden Männern von Wissen und Tugend, wie ich also vorzugehen habe, so ohne den Recken am Boden, zu Fuß, mit Schild und Schwert.

Die Niederlage der Kavallerie liegt in ihrer einzigen Schwäche - und jene ist es, vom Feind ausmänövriert zu werden und im nahen Kampfe - oder aber unter Beschuss - zu fallen, dass Ehre und Erfolg unerfahren bleiben. Wer hirnlosen Ritt und romantisierten Sturm, frontal und ohne schweifenden Gedanken ankündigt und ausführt, der lässt seine Lanzen verstumpfen und ist keineswegs ein großer Feldherr. So starben Ritter meist, wenn sie den Feind nicht töteten, als sie es hätten tun sollen, nämlich beim ersten Angriff - im ersten Moment, bei welchem der Unhold zurückwich - vor stählernen Hufen und wieherndem Tosen.

Wie also eine Vorbereitung schaffen, die nicht das Leben und die Kraft eines Fußsoldaten kostet - gleichsam aber die sichere Attacke – das Ankommen und rasche Vernichten des Feindes – und den Erfolg der Kavallerie gewährleistet? Des Rätsels hohe Lösung ist in eben jener – der Kavallerie selbst – zu finden.

Es sollte fortan also nicht länger notwendig sein, der Kavallerie die hingebungsvolle Infanterie zu schenken – denn sie selbst wird nicht etwa dessen Aufgabe übernehmen, aber etwas tun, was letztendlich einen noch effizienteren Erfolg verspricht. In der Wellenheimer Lanze sucht der Reiter nicht etwa den Feind an seiner blanken Naivität – seiner Schwachstelle – und nicht etwa an einer Stelle, an der er keine Gefahr zu erwarten hat. Vielmehr aber schafft er sich selbst die Schwachstelle, die er zu erstürmen sucht und selbst die Sicherheit, die er braucht, um den Gegner zu erreichen und wieder zu verlassen. Es ist die Lanze selbst, die gehärtete Formation, mit Hilfe von Magie, Schützenkraft und leichtem Säbel, die all dies zu erreichen vermag.


Die Wellenheimer Lanze und ihre drei Pflichten

In der Wellenheimer Lanze reitet eine Speerspitze aus beliebig vielen Lanzenreitern – je mehr, desto verheerender der Stoß - und mit Plattenrüstung und furchtlosem Ross gesegnet. Diese Lanzenreiter werden versetzt flankierend, so wie es uns der Keil lehrt, von leichter Kavallerie geschützt, die das Pferd zweiteilig bemannt. Erstens mit einem kühnen Reiter, der weiß sein Pferd zu führen und zweitens mit einem Magier, der sich nicht zu schade ist, seine mystischen Künste vom Sattel aus zu wirken und in den Feind zu schleudern. Mobil, wie eine fliegende Plattform regnender Geschosse. Zum Dritten, wieder auf einem anderen Pferde, reitet leichte Infanterie, mit ebenso kühnem Reiter und – wenn möglich – einem fähigen Schützen von irrelevanter Waffenart. Sie bilden das Schlusslicht des Keils.

Wir haben also Lanzenreiter, Reiter mit Magier und Reiter mit Schützen.

Die Lanzenreiter sind die gepanzerte Spitze der Formation und die zu schützende Einheit in der gesamten Schlacht. Daher tragen sie auch ausschließlich schweres Rüstzeug. Ihr Schutz hat nicht nur zum Grund, den Feind sicher zu erreichen, sondern die Dynamik im offensiven Sinne zu betreiben und anzufeuern, auf das der Feind besiegt wird, ob die Lanze nun zusticht, oder nicht. Als Lanzenreiter führt man die Formation zum Feind und ist verantwortlich für einen guten Blick und die sichere Entfaltung des Keils. Beim Erreichen des Feindes ist stets dessen Zentrum anzustreben, dass bereits von der übrigen Lanze zermürbt, zerschossen und mit Magie beharkt aufgesprengt wurde, wie die fleischige Brust eines Orcs, dessen Herz noch schlägt – und das man nun zu durchstoßen hat. Man zerstört das Zentrum in einem einzigen, finalen Sturme und bricht aus den hinteren Reihen des gespaltenen Feindes heraus, um die anderen Reiter zum neuen Schlage zu formieren.

Die – mit Magie ausgestatteten – leichten Reiter haben beim Nähern zum Feinde hin die Rolle, alles Schwache zu beseitigen, was die Lanzenreiter beseitigen könnte, das Gebiet zu beherrschen und alles einzuleiten, um das Durchstoßen des Feindes durch die Keilspitze zu gewährleisten. Sie fokussieren – so früh es eben möglich ist – ihre ganzen Bemühungen auf das Zentrum des Feindes, um es aufzubrechen und es soweit zu lockern, dass es dünnem Gewebe gleicht und durch die Lanzenreiter leicht durchstoßen werden kann. Reihe um Reihe soll es treffen, schneller als sie reagieren können- Und sind sie erst ein Mal gebrochen, wird die Flucht und das heillose Rennen – die totale Niederlage – ihr Gedanke sein. Sind die Lanzenreiter im Herzen des Feindes und im Begriff, es zu durchstoßen, reitet dieser Teil am Getümmel vorbei und bombardiert die Flanken des Feindes mit unaufhaltsamem Zorne, damit es keinen Ausweg für ihn gibt – und er die Lanze nicht stoppen kann. Tosendes Blech im Herzen und Flammenfrost auf der Haut soll ihn fällen. Den Lanzenreitern nach dem Durchbrechen folgend, hat sich der Reiter dann wieder zu formieren. Ebenso soll er pausenlos schützen, was sich Lanzenreiter nennt – ob mit Magie oder dem Beseitigen von Feinden.

Als letzter, leichter Reiter mit Schütze, ist es Pflicht, sich so zu verhalten wie der Magier, ihn gleichsam aber zu schützen – und auch den Lanzenreiter zu schützen – wie er nur eben jenen schützt. Als letzter Teil des Keils ist es auch erlaubt, die Formation zu lockern – ein Stück vorweg zu reiten und das Sichtfeld auf den Magier, zur rechten oder zur linken, aufopferungsvoll zu blockieren. Daher ist es ratsam, diesen Reiter zumindest in Kette oder hartes Leder zu hüllen, damit er es übersteht, vom Pferd zu stürzen, sollte es die Schlacht von ihm verlangen.


Die Lanze in der Zusammenfassung

Es ist also folgendes zusammengefasst, wie ich bereits erwähnen durfte:

Der Keil formiert sich um die Lanzenreiter, die von leichter, magischer Kavallerie und leichter Schützenkavallerie behütet werden – wobei letztere wiederrum die zweitgenannte behütet. Leichte, magische Kavallerie und Schützenkavallerie beschießen den Feind auf dem Ritt zu ihm, nehmen alles vom Schlachtfeld, was Gefahr bedeuten kann und konzentrieren – sobald es das Risiko (welches gering zu sein hat) erlaubt, das Feuer auf das Zentrum des Feindes zu konzentrieren. Die feindliche Formation wird brechen, Reihe um Reihe, sodass sie schließlich vom Lanzenreiter durchstoßen werden kann, damit dieser auf der anderen Seite wieder hervortritt und alles neu formiert. Zeitgleich reiten magische Kavallerie und Schützenkavallerie am Feind vorbei, um ihn zu flankieren und ihre Pflichten nicht zu vergessen. Sie bombardieren den Feind von beiden Seiten, auf das er abgelenkt ist, bedroht und eingeschüchtert – und alsbald zur Flucht gezwungen. Dann schließt man sich dem Lanzenführer wieder an. Es ist diese dritte Phase, in der kein großer Wert auf Einhalten des genauen Keils gelegt werden muss – und manchmal auch nicht sollte.

Hier ist es umrissen:

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Die Schwächen der Lanze

Zum letzten sei gesagt, wann auch die Lanze scheitert, denn gefährlich ist es besonders, wenn das Durchbrechen scheitert und der Feind besonders tiefe Reihen wählt. Der Lanzenreiter darf nicht hängen bleiben, ansonsten hängt die Lanze – wie der kühne Dieb am Galgen oder der Hase in der Falle des Jägers. Um den Lanzenreiter zu erretten, müsste also weiter Feuer auf die hinteren Reihen konzentriert werden, damit es doch noch einen Durchbruch geben wird.

Außerdem geht Gefahr vom Moment, nach Durchbrechen des Feindes aus, wenn dieser fest und stark genug ist, sich rasch zu sammeln und in die hintere Flanke der Lanze zu schießen – sollte er mit Distanzwaffen gerüstet sein. Dann sei geraten, für den Formationsführer und die Lanzenreiter, den Feind nach Durchbrechen, seitlich zu verlassen – denn dann kann der Feind nur Bruchteile seiner Feuerkraft aufwenden – anders würde er sich doch selbst treffen. Ist auch dies zu risikoreich, so soll es der einzige Moment sein, indem die Lanze verweilen darf – da ein Feind mit Schusswaffen – im nahen Kampfe eine zu bewältigende Bedrohung ist – wenn die Reiter zahlreich genug sind.

Es sei hier gesagt, dass trotz allem ein Kampf mit Schützenformationen vermieden werden muss – wie der kluge Feldherr, jeden Kampf bis zum finalen Schlage, der den Feind dann sicher tötet, zu vermeiden hat.

Das Schlachtfeld ist gut zu wählen, denn auf schwierigem Gelände ist der Keil nicht zu entfalten – auch wenn er sich, bei Gefahr ausmanövriert zu werden – durch seine eigene Schuss- und Feuerkraft wieder befreien kann.


Abschließende Worte

Dies sei nun also gesagt, um eine Alternative zu nennen – die sich wahrlich nicht immer eignet – doch am ehesten den Feind in die Knie zwingt, wenn er groß und kräftig, lang und eindrucksvoll steht – am besten auf offenem Felde und mit Nahkampfwaffen gerüstet. Dies hier sei auch als Ratgeber zu verstehen, denn die Schlachtfelder der Welt sind so individuell, wie die Gesichter, die von ihnen beschritten werden und die dort ihr Leben verlieren. Die Wellenheimer-Lanze hat das Potenzial, häufig zu funktionieren, doch ist es hierbei von oberster Relevanz, sie im nötigsten Falle auch anzupassen – vielleicht vom Zentrum des Feindes als Ziel abzusehen, oder den Feind einfach zu umreiten, zu beschießen – und zu warten, bis ein Lanzenstoß angebracht wäre – das ist nämlich keineswegs immer gleich zu Beginn der Fall. Dies alles macht das Geschick des Rottenmeisters – des Feldherren oder des Lanzenführers aus. Zu erkennen, wann dem Feind die Stirn zu bieten ist und wann die Lanze ihr fürchterliches Potenzial entfalten kann.

Ich schrieb diese Zeilen in der Expansions-Ära, in Abwesenheit unseres Kommandanten Tim Orodaro – kurz nach Ende der Eskalation von Rabenflucht, wo wir Gretchen schlugen, vernichteten und Grimaldus Fäller uns den Sieg brachte.

Ich schließe dieses Schreiben mit ehrwürdiger Formel:
Sieg dem Dämmersturm,
alles Heil und alles Gute unserem Kommandanten seinen Vertretern und den Champions,
Glück auf dem Schlachtfeld,
dem Sturm entgegen.

_________________
Dem Sturm entgegen! - Schlachtruf und Grußformel der Söldner des Dämmersturms.


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