Söldnerbund Dämmersturm

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 Betreff des Beitrags: Kleine Geschichte des Dämmersturms (Bisher nur Band I-II)
BeitragVerfasst: 11. Aug 2016, 14:28 
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Kleine Geschichte des Dämmersturms

Zusammenfassung der Geschichte des Dämmersturms

Band I, Erste Gründung

von Walter Torfstich


Um mir die Zeit meines kleinen Urlaubs, den ich unter anderem hier im schönen Eisenschmiede zur Sommerzeit genieße, angemessen zu vertreiben, habe ich es mir – als Hüter der Schriften – zur Aufgabe gemacht, die Geschichte des Dämmersturms in einer möglichst kompakten, zugänglichen Form zu sammeln und in die rechte Reihenfolge zu bringen. Mit Entsetzen musste ich feststellen, dass ein derartiges Werk noch nicht existiert und dass es interessierten Lesern bis zu diesem Zeitpunkt unzumutbare Recherchearbeit abverlangte, sich einen zufriedenstellenden Überblick über die Geschichte des Dämmersturms zu verschaffen. Nun also, um dem entgegenzuwirken und jedem Mitglied des Dämmersturms einen leichten Einstieg in das dämmersturmsche Geschichtsstudium zu bieten, habe ich diese kleine Schrift erarbeitet.

Mancherorts, wo ich es für angemessen hielt, bin ich näher ins Detail gegangen; im Allgemeinen jedoch sollen die hier geschilderten Informationen keineswegs erschöpfend sein, sondern bestenfalls Grundwissen vermitteln oder als Einstieg in ein umfangreicheres Studium dienen. Ich erhebe auch keinen Anspruch darauf, jeden erwähnenswerten Themenkomplex aufgeführt zu haben; geschweige denn, dass ich behaupte, den aufgeführten Themen die Aufmerksamkeit geschenkt zu haben, die sie eigentlich verdient hätten. Nur: Irgendwo muss man ja anfangen.

Die Reihenfolge der Themenkomplexe erfolgt erwartungsgemäß chronologisch und folgt zunächst der üblichen Epocheneinteilung. Ich finde allerdings, dass diese Epochen zum Teil sehr irreführend sind und mit Blick auf die post-expansionale Zeit auch nicht ausreichen, um die Geschichte des Dämmersturms vollständig zu erfassen. Aus diesem Grund habe ich die Kapiteleinteilungen wesentlich kleinschrittiger vorgenommen; es mag jedem frei stehen, später zu entscheiden, was nun genau wo hingehört.
Dies ist der erste Band einer längeren Reihe von Geschichtswerken, die ich versuchen werde, Zeit meines Lebens im Dämmersturm fortzusetzen und abzuschließen. In diesem ersten Band beziehe ich mich ausschließlich auf die Epoche der Ersten Gründung.


I. Erste Gründung

Als der Söldnerbund gegründet wurde, hatte er noch einen anderen Namen. Kommandant Orodaro taufte die Scharen, die sich unter seinem Banner sammelten, auf den Namen Söldnerlegion Nachtwind; benannt nach der Klinge, die er auch heute noch in den Kampf führt. Das besagte Banner sah übrigens genauso aus, wie das heutige Wappen des Dämmersturms; bloß war es goldfarben und nicht weiß. Die Bezeichnung Legion war zunächst irreführend, da die junge Organisation kaum größer war, als eine marodierende Straßenbande. Um die Ausrüstung und Kampferfahrung war es ähnlich schlecht bestellt. Zwar konnte Orodaro auf die Unterstützung einiger erfahrener Kriegsveteranen setzen; den Großteil der Truppen machten jedoch undisziplinierte Mittellose und Abenteuerlustige, die ihr Heil im Söldnertum suchten aus. Nachtwind hatte weder einen festen Stützpunkt, noch einen geregelten Nachschub, ein Lagerhaus oder moderne Kriegsausrüstung. Von einer Räuberbande unterschied sie nur die eiserne Führung Orodaros, der sich erfolgreich um eine allianznahe Etablierung als paramilitärische Organisation bemühte.


I.I. Steinwacht

Orodaros Allianzpolitik trug Früchte, als er Nachtwind für einen sehr geringen Preis in den Dienst der Stadt Seenhain stellte, um gegen die im Umland marodierenden Orcbanden vom Schwarzfels vorzugehen. Die Stadt beauftragte die mittlerweile etwas angewachsene Schar mit der Rückeroberung Burg Steinwachts im südlichen Zentrum des Rotkammgebirges. Die Kämpfe waren brutal und äußerst verlustreich, konnten letztendlich aber zugunsten Nachtwinds entschieden werden. Später führte Orodaro seinen Sieg über die Orcs vor allem auf ihre schlechte Organisation und unsichere Befehlsstruktur zurück; weniger auf die Schlagfertigkeit Nachtwinds, der mehr als die Hälfte seiner Männer und Frauen verloren hatte. Der Kampf um Steinwacht glich einer überdimensionierten Straßenschlacht; weniger einer Belagerung – zumal die Grünhäute im Voraus keine Reperaturmaßnahmen an der ruinösen Festung ergriffen hatten. Der Sieg blieb, im Hinblick auf die ungeordnete aber unablässige Präsenz der Grünhäute im Rotkammgebirge, vollkommen ohne langfristige Wirkung. Mittelfristig führte er aber zu einem gewissen Maß an Anerkennung Seenhains gegenüber Nachtwind. Heute ist diese Schlacht um Steinwacht, die sich in eine von vielen einreiht, allerdings in Vergessenheit geraten. Im Dämmersturm steht sie im Schatten des Zweiten Rotkammfeldzuges, der weitaus größere Ausmaße und militärische Bedeutung hatte.


I.II. Lordaeronfeldzug

Einige Monate, nachdem die Organisation Nachtwind ihre Pflicht für Seenhain erfüllt hatte – und sich mit kleineren Einsätzen über Wasser hielt - wurde sie auf den Kreuzzug der Darromer Legion aufmerksam. Dieser hatte die Befreiung strategisch relevanter Positionen im geißel- und verlassenenbesetzten Lordaeron, sowie die Vernichtung namhafter Befehlshaber der Geißel zum Ziel. Es war notwendig, den Söldnern Nachtwinds schnellen Zugriff auf neue Einnahmequellen zu erschließen, denn der geringe Sold für den Sieg bei Steinwacht war schnell aufgebraucht. Bedauerlicherweise hatte die idealistische Führung des Kreuzzuges, Hauptmann Blaros und Kommandant Temper, kein Herz für arbeitssuchende Söldner. Das veranlasste Orodaro dazu, der unter anderem großes persönliches Interesse an diesem Feldzug hatte, sich ohne geregelte Besoldung in den Dienst der Darromer Legion zu stellen. Es muss ihm dann irgendwie gelungen sein, die übrige Söldnerlegion derart vom – durchaus ehrenwerten – Vorhaben zu überzeugen, Lordaeron von der Geißel zu befreien, dass sie ihm trotzdem in den Kampf folgte. Ihre Bezahlung bezog sie dann lediglich aus eher wenig ertragreichen Plünderungen.

Der Kreuzzug war bis zum Nordendfeldzug Kalte Rache die größte Militäroperation an welcher der Dämmersturm – bzw. seine Vorgängerorganisation – teilgenommen hat. Er umfasste die gesamte Darromer Legion - ein Bund aus lordaeronstämmigen Kriegsveteranen und Paladinen -, zahlreiche Freischärler, Beauftragte Kampfkleriker der Kirche, sowie kleinere Verbände aus Sturmwind, Magier des Sanktums und Verbände verschiedener Adliger aus Sturmwind, Arathi und Lordaeron. Später stieß sogar eine größere Streitmacht des Scharlachroten Kreuzzuges hinzu und schloss sich vorübergehend dem Feldzug an. Nachtwind etablierte sich innerhalb dieser Streitmacht besonders als Vorhut und effizienter Aufklärungsverband. Es war außerdem die Zeit, in der sich die verdammte Laurena Rosenblüte, die bis dato einzige Kriegstreiberin unter Orodaro, einen Namen machte. Außerdem ist da Varuce Edder zu erwähnen; einer der wenigen Todesritter, die über die Zeit des Lordaeronfeldzuges dem Banner Orodaros folgten, um bestmöglich gegen die Geißel streiten zu können.

Man kann an dieser Stelle noch eine ganze Reihe von größeren Schlachten hervorheben, die im Zusammenhang mit dem Lordaeronfeldzug stehen; ich will mich dahingehend aber zurückhalten und nur die wichtigsten hervorheben: Die Eroberung von Caer Darrow und die Belagerung der Scholomance, die Schlacht bei Andorhal, die Schlacht am See, und die Schlacht in Stratholme.

An der Eroberung Caer Darrows war die Söldnerlegion nicht unmittelbar beteiligt; vielmehr markiert sie den Zeitpunkt, an dem Nachtwind zum Kreuzzug stieß. Die darauffolgenden, halbherzigen Rückeroberungsversuche der Geißel konnten allesamt zurückgeschlagen werden. Die Führung der Geißel vor Ort war zu diesem Zeitpunkt vermutlich über ganz Lordaeron verstreut, uneinig und unerfahren darin, einen Verteidigungskrieg zu führen. Die Möglichkeit, Caer Darrow zu belagern und den pestwasservergifteten Burggraben gegen die Besatzer zu richten, wie es viele Jahre später im Yorgen-Feldzug geschah, wurde nicht wahrgenommen. Tatsächlich wurde die Scholomance, die dieser Tage nur vergleichsweise wenige Nekromanten beherbergte, gänzlich den Angriffen des Kreuzzugs ausgesetzt. Eine völlige Säuberung der Scholomance hätte jedoch zu viel Zeit in Anspruch genommen und gleichermaßen Ressourcen beansprucht, die später in Andorhal gefehlt hätten, weswegen man das Vorhaben nach einigen eher mäßigen Erfolgen einstellte. Ich gehe davon aus, dass man den Hexereien dieser unterweltähnlichen Verlieskorridore auf Anhieb nichts entgegenzusetzen hatte.

Nachdem Caer Darrow wieder verlassen wurde, begann mit geballter Kraft der Angriff auf das geißelbesetzte Andorhal. Die ersten Stunden der Schlacht verliefen zugunsten der Kreuzzügler und mündeten in die Eroberung des Stadtkerns. Unglücklicherweise hatten die Verlassenen auf diese Marschrichtung spekuliert und eine Gegenstreitmacht mobilisiert, die dem Kreuzzug bei Andorhal in die Flanke fiel. Vermutlich hatte Unterstadt kein Interesse an einer so großen Armee aus dem Süden – so dicht vor der eigenen Grenze. Die Übermacht aus Unterstadt drohte den kampfmüden Kreuzzug zu vernichten; ehe sich plötzlich rote Banner am pestnebelverhüllten Horizont zeigten. Der Scharlachrote Kreuzzug eilte dem Kreuzzug der Darromer Legion zur Hilfe und zwang die Verlassenenstreitmacht zum Rückzug. Der zuständige Kommandant der Scharlachroten erwies sich als vergleichsweise gemäßigt und unterstützte fortan – sicherlich nicht uneigennützig – das weitere Vorhaben der Darromer Legion. Der Sieg bei Andorhal hatte zwar langfristig nicht dessen Befreiung zur Folge, dünnte die Präsenz der Untoten in den umliegenden Ländereien jedoch großzügig aus und steigerte die Moral der Kreuzzügler. Orodaro, selbst gebürtiger Andorhaler, bezeichnete diesen Sieg als einen der wichtigsten des ganzen Unterfangens. Die Beteiligung des Scharlachroten Kreuzzuges erklärt bis heute die relativ tolerante Einstellung des Dämmersturms gegenüber diesen sonst so kontrovers zu betrachtenden Fanatikern. (Wenigstens bis zum Verrat des dreifach verdammten Grimaldus Fäller.)

Bei der Schlacht am See – wiederum einige Wochen später – trat dem Kreuzzug eine riesige Geißelstreitmacht entgegen, um den Vormarsch auf Stratholme aufzuhalten. Unter hohen Verlusten konnten Temper und Blaros jedoch einen Sieg erringen und die Untoten zum Rückzug nach Norden bewegen. Gerüchten zufolge wurden Ingo Renfray, der spätere Sturmbote, und Rethorn Lightshadow ebenfalls auf diesem Schlachtfeld gesehen; damals waren sie allerdings noch nicht Teil des Dämmersturms, bzw. Nachtwinds.

Als gegen Ende des Kreuzzuges Stratholme angegriffen wurde, gelang es der Streitmacht fast ohne Widerstand ins Stadtinnere vorzustoßen und Jagd auf die zuvor erwählten Befehlshaber der Geißel zu machen. Kaum da die Truppen in die verschlungenen Gassen der Stadt vorgestoßen waren, fielen jedoch die Heerscharen der Untoten aus allen Löchern über sie her. Die brutalen, verlustreichen Kämpfe zogen sich bis in die Morgenstunden und zersetzten die Darromer Legion und ihre Verbündeten mit jedem Augenblick weiter. Es ist auf unerschütterliche Willenskraft und herausragende Kampffertigkeiten zurückzuführen, dass der Kreuzzug hier nicht scheiterte. Meter um Meter, Häuserzug um Häuserzug wurden erkämpft. Unser Kommandant Orodaro schoss einem Lich die Augen aus dem Schädel. Am Ende rauschte die Meldung vom Untergang der Geißelfürsten durch die zahllosen Viertel der Stadt und es wurde der sofortige Rückzug befohlen. Eine Säuberung Stratholmes erwies sich als unmöglich, war aber auch nie das erklärte Ziel des Unternehmens. Die gelähmten Geißeltruppen konnten die Hals über Kopf flüchtenden Kreuzzügler nicht einholen, weswegen in beachtlich kurzer Zeit der Abzug aus Lordaeron gelang.

Wenngleich eine Rückeroberung Ost-Lordaerons ausblieb, wie man es vorher schon geahnt hatte, war der Kreuzzug angesichts seiner erfüllten Ziele ein voller Erfolg. Die Ausdünnung der Geißeltruppen ermöglichten dem Argentumkreuzzug Monate später, weitere feste Stellungen in den östlichen und westlichen Pestländern zu errichten. Die Söldnerlegion Nachtwind erntete vor allem Lob für ihre ehrenwerte, selbstlose Beteiligung. Orodaro wurde von Kommandant Temper als „Ritter in Söldnerrüstung“ bezeichnet. Diese Empfehlung führte später zu hochbezahlten Aufträgen im Dienste der Allianz und letztendlich zum Steinard-Feldzug.


I.III. Steinard-Feldzug

Aufgrund der ausgezeichneten Referenzen, welche die Söldnerlegion durch den Lordaeronfeldzug erlangt hatte, kam alsbald ein Angebot des Militärs von Sturmwind, dass die Eroberung Steinards forderte. Geheimdienstinformationen nach zufolge war Steinard zu dieser Zeit ohne nennenswerte Garnison. Um eine militärische Eskalation zu vermeiden, gleichzeitig aber einen harten Schlag gegen die Horde zu landen, entsandte man – statt regulärer Truppen – die Söldnerlegion Nachtwind. Orodaro hatte sein Aufgebot in den letzten Monaten wieder weit aufgestockt – hauptsächlich mit vielen Ausländern - weswegen es ihm keineswegs an Truppen fehlte, um diesen Plan in die Tat umzusetzen. Außerdem versprach die Belohnung von über zwanzigtausend Goldstücken eine unmittelbare Aufwertung der Organisation in den Kreisen paramilitärischer Organisationen des Reiches.

Der Feldzug durch den Gebirgspass der Totenwinde traf zunächst auf keinerlei Widerstand. Nach Erreichen der Sümpfe des Elends wichen plänkelnde Spähverbände der Horde schnell vor der Übermacht zurück in die Festung Steinard. Trotz der zahlenmäßigen Überlegenheit – aber mit den hohen Verlusten von Steinwacht vor Augen – entschied das Kommando der Legion, Steinard einzukesseln und zu belagern. Zwei Wochen lang hielt der mächtige Stützpunkt den nadelstichartigen Attacken Nachtwinds stand, dann – wie aus dem Nichts – erreichte eine riesige Orcarmee aus den verwüsteten Landen die Sümpfe, fiel der Legion mit fünffacher Überzahl in die Flanke und durchbrach mühelos die Belagerung. Orodaro sah sich zum Rückzug gezwungen. Die Sümpfe allerdings verhinderten ein rasches Ausweichen. Weite Teile der Truppen lagen nach dem Aufeinandertreffen mit der Orcarmee im Sumpf verstreut. Schlussendlich überlebten kaum mehr als ein Zehntel den Rückzug in den Gebirgspass.

Daraufhin verbrachte Orodaro vier Wochen in stummer Meditation, ehe er die Organisation umstrukturierte, ihr Banner – um der Gefallenen zu gedenken – weiß färbte und den Dämmersturm ausrief.


Schluss

Soviel also in aller Kürze zur sagenumwobenen Epoche der Ersten Gründung. Der zweite Band wird sich der Frühen Dämmersturmepoche widmen, die vornehmlich unter Berücksichtigung der Verstrickungen mit der Baroy-Bande, dem zweiten Feldzug im Rotkammgebirge, dem Tanarisfeldzug und einem zweiten Feldzug in die Sümpfe des Elends untersucht wird.

Walter Torfstich
Hüter der Schriften


_________________
Dem Sturm entgegen! - Schlachtruf und Grußformel der Söldner des Dämmersturms.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kleine Geschichte des Dämmersturms (Bisher nur Band I-II)
BeitragVerfasst: 30. Jan 2018, 00:20 
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Kleine Geschichte des Dämmersturms

Zusammenfassung der Geschichte des Dämmersturms

Band II, Der frühe Dämmersturm

von Walter Torfstich


Dies ist der zweite Band einer Reihe von historiographischen Werken zur Geschichte des Dämmersturms. Ich bin Walter Torfstich, der Hüter der Schriften des Dämmersturms, und schreibe diese Zeilen, wie wir uns gerade mit gemischten Gefühlen und großer Bitterkeit auf dem Weg nach Süd-Kalimdor befinden, um den Büßerfeldzug anzutreten.

Wie im vorhergehenden Werk, das sich mit der Epoche der Ersten Gründung auseinandersetzte, habe ich es mir vorbehalten, selbst zu entscheiden, welche Ereignisse es sich hervorzuheben lohnt und welche ich zugunsten eines kompakten Einführungswerkes hinten anstelle. Dennoch war ich darum bemüht, eine möglichst vollständige Übersicht über die bisher nur bescheiden dokumentierte Epoche der frühen Dämmersturmepoche zu liefern.


II. Frühe Dämmersturmepoche

Nach dem Fall der Organisation Nachtwind bei Steinard und der vollständigen Zerschlagung ihrer Truppen, begab sich Kommandant Orodaro in lange Meditation, um die Geschehnisse zu reflektieren und die darauffolgenden Schritte zu planen. Er gab das überhebliche Gold des Wappens auf und färbte es, um der Gefallenen zu gedenken, in ein schlichtes Weiß, während der Rand im schwarzen Hintergrund versank. Die heutige Rottenstruktur wurde konstruiert - eine größere Zahl von Offizieren sollte die koordiniertere Ausführung von Schlachtplänen gewährleisten. Die Zahl an ausländischen, fremdsprachlichen Kräften wurde drastisch reduziert und der Fokus von größeren Militäroperationen auf kleinere Privataufträge gesetzt, um die neuen Strukturen stabil zu etablieren. Um selbige dann auch zu festigen, wurde der Eid des Dämmersturm formuliert, der von allen vollwertigen Mitgliedern des Dämmersturms bis heute abgelegt werden muss.

Als Orodaro sich aus dem Schwarzen Morast zurückzog und er den Gebirgspass der Totenwinde beschritt, heulte ein dunkler Sturm durch die grauen Felsen. Er brummte in den Wind und sah eine fahle Sonne hinter den Gipfeln steigen. Der Nachtwind war gestorben. Was nun folgte war der Dämmersturm.

Zugunsten des Narrativs habe ich die Zeit des frühen Dämmersturms in vier Abschnitte unterteilt. Das ist zum Einen die Baroy-Verwickelung, der Zweite Rotkammfeldzug, der Tanarisfeldzug und abschließend der Zweite Feldzug in die Sümpfe des Elends. Wir können nicht davon sprechen, dass es sich hierbei um einen stringenten Aufstieg des jungen Söldnerbunds handelte. Vielmehr ist seine frühe Epoche durch ein ständiges Auf und Ab gekennzeichnet, das sowohl große Erfolge als auch schreckliche Niederlagen verzeichnen lässt.


II.I. Die Baroy-Verwickelung

Nachdem der Dämmersturm die Rekrutierungen wieder aufnahm, die vornehmlich in Sturmwind stattfanden und erstmals auf der heute vom Rekrutierungsoffizier verwahrten Liste - einem der größten Relikte des Bundes - niedergeschrieben wurden, machte sich der Kommandant auf die Suche nach potenziellen Auftraggebern. Dabei standen ihm seine engsten Vertrauten zur Seite, zu denen auch die Kaldorei Laurena Rosenblüte gehörte, die Steinard knapp überlebt hatte. Selbige in privilegierter Position begünstigte die Notwendigkeit, die übrigen freischärlerischen Verbannten ihres Volkes zu koordinieren - auch wenn Orodaro maßgeblich daran arbeitete, dieses Kontingent so gering wie möglich zu halten, um kulturellen Diskrepanzen vorzubeugen, die schon in der Vergangenheit für Ärger gesorgt hatten.

Durch den Untergang Nachtwinds hatten Orodaros Ambitionen jegliche Reputation im Reich verloren, weswegen der junge Dämmersturm zwangsläufig im Ausland nach Aufträgen suchen musste. In Beutebucht gelangte zu dieser Zeit eine Piratenfamilie namens Baroy zunehmend zu Macht und Ansehen, wobei sie der Vorherrschaft des Dampfdruckkartells immer wieder durch bewaffnete Überfälle, Unterschlagung und Betrug auf den Schlips trat. Dies eskalierte schließlich soweit, dass es zu offenen Straßenkämpfen kam. Der Dämmersturm wurde angeheuert, um im Sinne des Kartells an diesen Kämpfen teilzunehmen. Dies geschah über mehrere Wochen durch den Einsatz der Rotte Rosenblüte, zu der auch eine Nachtelfe namens Erien Windtänzer gehörte und den Einsatz der Rotte Lichtträger.

Als die Straßenkämpfe eskalierten wurden immer mehr Kampftrupps des Dämmersturms nach Beutebucht entsandt, um auf den verschiedenen Ebenen der Stadt gegen die Baroybande vorzugehen. Trotz blutiger Verluste konnten nach und nach immer größere Erfolge erzielt werden, die dazu führten, dass der Dämmersturm auf die Führungsriege der Baroys angesetzt wurde - insbesondere auf Larnak Baroy, den Patriarchen, und Linda Baroy, dessen Tochter. Trotz der günstigen Situation, die sich immer weiter gegen die Baroys entwickelte, scheiterten die Attentate auf Larnak und Linda mehrfach. Linda Baroy entkam sogar einer offenen Straßenschlacht um die alte Hafenbehörde im Nordflügel Beutebuchts. Die Baroys flohen schlussendlich auf ihre Schiffe und setzten die Segel nach Kalimdor.

Der Dämmersturm und das Dampfdruckkartell konnten unterdessen herausfinden, dass die Flucht von langer Hand geplant war und vermutlich an die Küsten des Brachlands führen sollte, um sich in den dortigen Piratenniederlassungen neu zu formieren. Das Kartell setzte daraufhin ein großzügiges Kopfgeld auf die Baroys aus und der Dämmersturm nahm mithilfe eines Schiffes der Schwarzmeerräuber die Verfolgung auf.

Die Baroys waren unterwegs vom Kurs abgekommen, weswegen der Dämmersturm vor ihnen in Ratschet an Land ging, um die Küste im Auge zu behalten. Einen Tag später wurde unweit der mächtigen Festung Nordwacht eine Piratenflotte am Horizont gesichtet. Aus nicht ganz geklärten Gründen, wusste das dort stationierte 16. Kampfbataillon Sturmwinds - das auch als Fordragons Ehr bekannt ist - um die Vergehen der Piraten und das auf sie ausgesetzte Kopfgeld, weswegen es mit seiner Küstenbatterie das Feuer eröffnete und die gesamte Flotte binnen einer Stunde in Stücke schoss. Die überlebenden Baroys, die es an die Küste schafften, wurden dann von der Rotte Rosenblüte abgefangen und niedergemacht. Darunter auch ihr Anführer Larnak Baroy. Linda Baroy gelang erneut die Flucht, was eine längere Verfolgung nach sich zog. Auf einem Berg in den Steppen des Brachlands konnte sie schließlich gestellt werden, schien jedoch den Verstand verloren zu haben. Nach einem kurzen Kampf, wurde sie durch Rosenblüte und Windtänzer getötet. Sie und ihre Rotte bemerkten eigenartige Zeichnungen auf Linda Baroys Körper. Ein vierzackiger, roter Stern, der sich über ihren Bauchnabel zog. Darüber hinaus schien ihre Klinge verzaubert zu sein. Laurena nahm sie an sich, um sie später zu zerstören. Mutmaßlich geriet sie damit erstmals in Kontakt mit jenen düsteren Mächten, die sie Jahre später zum Verrat am Dämmersturm trieben.

Mit dem Ende der letzten Baroys und dem Einstreichen des stolzen Kopfgeldes, endete die erste größere Auftragsreihe in der Geschichte des neugegründeten Dämmersturms. Die erfolgreiche Intervention hatte dem Dämmersturm beim Dampfdruckkartell zu Ansehen verholfen welches zukünftig - im Dschungelsturm - noch eine Rolle spielen sollte.


II.II. Der Rote Kamm

Der Rote Kamm, wie der Zweite Rotkammfeldzug gemeinhin genannt wird, markiert die eigentliche Feuertaufe des Dämmersturms. Er trug sich einige Zeit nach der Baroy-Verwickelung zu, als aggressive Grünhautgruppierungen der alten Horde die äschernen Regionen des Rotkammgebirges in Richtung Süden verließen, um in das Königreich einzudringen und Seenhain zu überrennen. Seenhain entsandte unterdessen einen Boten nach Sturmwind, um die Hilfe der königlichen Armee zu erbitten, doch selbige ließ lange auf sich warten, da die Truppen des Königs in alle Winde verstreut waren und an anderen Brandherden dienen mussten. Um diese Zeit zu überbrücken und den Fall Seenhains zu verhindern, heuerte die Stadt den Dämmersturm an und animierte die umliegenden Adelshäuser im Gebirge, sich zu ihrem eigenen Wohl am Konflikt zu beteiligen. Es war die Grafschaft Triondras, die sich infolgedessen hervortat und ihrerseits die Bergkämme im Norden befestigte, um keinen weiteren Orcs den Vorstoß über die Grenze zu ermöglichen. Das Schwarze Tor am Schwarzfelspass war unterdessen unbesetzt und fiel kampflos an die einfallenden Grünhäute, die bereits in ganz Seenhain und um den Immerruhsee herum Grafschaften überwältigten und verwüsteten.

Die orcischen Gruppierungen bildeten allerdings keine vereinte Streitmacht, was die Schwierigkeit erhöhte, ihre genauen Beweggründe und Schlachtpläne nachvollziehen zu können. Im Wesentlichen ließen sich die Invasoren in drei Stämme unterteilen. Der Silberflammenklan, der Blitzaxtklan und der Schwarzbrockenklan, wobei der Schwarzbrockenklan mit Abstand den größten Einfluss ausübte und von einem Kriegshäuptling namens Ghraz angeführt wurde. Es war dem Schwarzbrockenklan gelungen, vorbei an den völlig überwältigten Grenztruppen des Rotkammgebirges, Burg Steinwacht einzunehmen, um von dort aus Raubzüge durch das Land zu unternehmen. Während die Grafschaft Triondras vornehmlich einen Guerillakrieg gegen den Silberflammenklan im Schwarzfelspass führte, war der Dämmersturm mit der Rückeroberung Steinwachts betraut. Der Blitzaxtklan im Süden des Landes verwüstete unbehelligt weiter das Land, da keine der involvierten Parteien in der Lage war, dieser dritten Feindkonzentration Herr zu werden.

Als der Dämmersturm mit den Rotten Rosenblüte, Windtänzer und Hammerfaust ausrückte, um auf Steinwacht zu marschieren, wurde er das erste Mal bei Althers Mühle aufgehalten. An der strategischen Engstelle stieß der Dämmersturm auf leicht bewaffnete Orcrotten, die erbitterten Widerstand leisten, ehe sie die Straßen räumten und sich bis zu den vorgelagerten Befestigungen von Steinwacht zurückzogen. Statt den Vormarsch fortzusetzen und gegebenenfalls in eine Falle des Schwarzbrockenklans zu marschieren, der dem Dämmersturm zahlenmäßig weit überlegen war, beschloss Orodaro die günstige Lage von Althers Mühle zu nutzen und sich dort einzugraben. Es war dem Schwarzbrockenklan nicht möglich, ohne die Kontrolle über Althers Mühle auf Seenhain zu marschieren, ohne einen weiten Umweg durch den Süden des Landes zu nehmen.

Damit begann ein wochenlanger Stellungskrieg, in dem die Orcs immer wieder versuchten, Althers Mühle zurückzuerobern und der Dämmersturm gelegentliche Vorstöße auf die Befestigungen vor Burg Steinwacht unternahm. Beide Seiten erlitten jedes Mal schreckliche Verluste im Pfeilhagel des Gegners und durch den Beschuss leichter Feldgeschütze. Krankheiten demoralisierten die Truppen und die Verluste stiegen von Tag zu Tag weiter an, ohne das sich eine Seite durchsetzen konnte. Unterdessen erreichte das 16. Kampfbataillon, das der Dämmersturm schon aus dem Brachland kannte, Seenhain und übernahm die Führung der Militäroperation. Keinen Augenblick zu früh, denn der Blitzaxtklan hatte durch seine erfolgreichen Plünderungen im Süden die Ambition entwickelt, Seenhain direkt anzugreifen. Wenige Tage später traf Fordragons Ehr südlich von Seenhain - beim später so benannten Siegeshügel - auf die volle Schlagkraft des Blitzaxtklans. Die eisernen Schildreihen der königlichen Soldaten hatten das Schlachtfeld klug gewählt, weswegen sie ihre zahlenmäßige Unterlegenheit lange Zeit erfolgreich kompensierten. Reihe um Reihe der orkoiden Brut rannte gegen das Sechzehnte an, wurde niedergemacht und zog sich wieder zurück. Dennoch stiegen die Verluste des Bataillons mit jeder hereindonnernden Welle neu an und schließlich drohte die Linie zu brechen. Als bereits alles verloren schien, donnerte eine Kavalleriekompanie der Grafschaft Triondras von Norden her aufs Schlachtfeld und zermürbte den Blitzaxtklan derart, dass er sich geschlagen geben musste. Im Folgenden trieben die vereinten Truppen von Triondras und Ehr den Klan vor sich her, der immer weiter nach Osten floh und sich nach und nach im Gebirge zersetzte.

Aufgrund der Verluste, die sie in der Schlacht am Siegeshügel erlitten hatten und weil die Ressourcen der Grafschaft erschöpft waren, zog sie sich nach dem Sieg über den Blitzaxtklan aus dem Konflikt zurück, was gleichzeitig dazu führte, dass sie dem Silberflammenklan den Norden überließ. Der zermürbte Dämmersturm und das angeschlagene Sechzehnte bereiteten daraufhin einen raschen Angriff auf Burg Steinwacht vor, um den Schwarzbrockenklan rasch zu vernichten und sich danach voll und ganz auf den Norden konzentrieren zu können. In einer Zweifrontenschlacht gelang es zunächst Rottenmeister Dozla Hammerfaust, die Front der Orcs vor Althers Mühle zu durchbrechen und der Rotte Rosenblüte den Weg zu bahnen, um die vorgelagerten Turmfbefestigungen in schnellen Sturmangriffen zu überrennen. Nur eine kleine Garnison zurücklassend ließ Orodaro daraufhin den gesamten Dämmersturm auf Burg Steinwacht marschieren. Der brachiale Vorstoß der Rotte Hammerfaust brachte Dozla den Titel Leutnant Vormarsch ein und wurde selbst unter den Orcs repetiert und gefürchtet. Fordragons Ehr gelang es unterdessen widerstandslos von Süden her auf Burg Steinwacht zu marschieren. Als sich beide Streitmächte in Position befanden, leuchteten die Signale beidseitig des Immeruhs und Fanfarren ertönten, dass der Sturm nun beginnen möge. Eine längere Belagerung war aufgrund des Silberflammenklans im Norden nicht möglich. Er hätte alsbald Entsatz geschickt - soviel stand fest.

In einem blutigen Gemetzel gelang es Dämmersturm und Fordragons Ehr die Verteidigung des Schwarzbrockenklans zu durchbrechen und die Festungsanlagen von Steinwacht zurückzuerobern. Als sie jedoch versuchten, im letzten Streich den Burgfried zu nehmen, überkam sie die heftige Gegenwehr des Kriegshäuptlings. Ghraz stürmte mit seinen Elitetruppen aus der Pforte und fiel über die erschöpften Truppen von Dämmersturm und Ehr her. Beide wurden vom plötzlichen Ausfall völlig überrascht und von der beeindruckenden Stärke der attackierenden Grünhäute überwältigt. Sowohl Dämmersturm als auch Fordragons Ehr mussten sich weit bis nach Seenhain zurückziehen. Dort gab das Sechzehnte bekannt, dass es aufgrund der schrecklichen Verluste nicht länger am Konflikt teilnehmen könne und deshalb durch das achtzehnte Kampfbataillon ersetzt werden würde. Wann dieses eintreffen sollte, stand jedoch in den Sternen.

Im Dämmersturm machte sich Unmut darüber breit, wie lange man diesen Feldzug noch fortsetzen könne. Eigentlich war der Söldnerbund militärisch längst geschlagen und jeder Tag war eine unzumutbare Qual für die wegsterbenden Verwundeten und die wenigen, die noch kämpfen konnten. Dennoch hielt Orodaro eisern daran fest, den Krieg bis zum bitteren Ende zu führen. Andernfalls hätte dies zu einem großen Reputationsverlust geführt und den Orcs, die nun auf zwei Fronten gegen den Dämmersturm standen, den ungeschorenen Marsch auf Seenhain ermöglicht.

Der Silberflammenklan und der Schwarzbrockenklan vereinten sich daraufhin zur Rotfaustlegion und marschierten auf Seenhain, wo die Stadtgarde und der Dämmersturm verzweifelt die Verteidigung organisierten. Kurz bevor die Schlacht begann, erreichte jedoch - früher als erwartet - das achtzehnte Kampfbataillon unter Ergraff Axtbart die Krisenregion, attackierte das Heer der Rotfaustlegion und zerschmetterte es in alle Winde. Maßgeblich dafür verantwortlich war die Tatsache, dass auch die Orks im Verlauf des Konflikts massive Verluste hatten hinnehmen müssen und einem schwergerüsteten, erholten Kampfbataillon der Allianz nicht gewachsen waren.

Im Windschatten des Achtzehnten machte der Dämmersturm daraufhin Jagd auf die versprengten Feindverbände, bis erst der Schwarzfelspass und schließlich auch der Rest der Region zurück unter die Kontrolle der Allianz fiel. Der Häuptling des Silberflammenklans, ein Schamane namens Roark'Sla, floh derweil in die Brennende Steppe. Ghraz und seine letzten Truppen hatten sich wieder nach Burg Steinwacht zurückgezogen, welche nun durch das Achtzehnte und den Dämmersturm belagert wurde. In der zweiten Schlacht um Steinwacht gelang es den Truppen, die Orcs rasch zu überwältigen. Doch als es wieder auf eine Konfrontation im Bergfried hinauslief, erschlug Kriegshäuptling Ghraz den Truppenführer des Achtzehnten, Ergraff Axtbart. Trotz dieses tragischen Verlustes auf Seiten der Allianz starb der kolossalen Grünhaut ihre verbliebene Horde unter dem Hintern weg, sodass sie sich schließlich geschlagen gab und von der Leibgarde Axtbarts in Ketten gelegt werden konnte. Die versprengten Orctruppen, die danach noch übrig waren, flohen entweder in die Berge, wo sie sich auflösten, oder ergaben sich der Allianz. Damit war der Rote Kamm beendet.

Kriegshäuptling Ghraz, den eine Zelle im Verlies von Sturmwind erwartet hätte, konnte fliehen, als man ihn nach Elwynn eskortieren wollte. Der Dämmersturm wurde mit dem Roten Tuch Seenhains ausgezeichnet, erhielt eine Bezahlung von mehreren tausend Dukaten und verschwand daraufhin für längere Zeit im Untergrund, um seine Wunden zu lecken und die dramatischen Verluste, die er jüngst erlitten hatte, wieder auszugleichen. Abgesehen von der Auszeichnung Seenhains hielt sich die Anerkennung seitens der Allianz allerdings in Grenzen. Die Erfolge des Konfliktes wurden überwiegend dem Sechzehnten, seiner Schlacht am Siegeshügel und dem errettenden achzehnten Kampfbataillon zugeschrieben, während die Rolle der eisern ausharrenden Söldner bei Althers Mühle kaum Resonanz fand.

Der Rote Kamm ist ein besonders blutiges und wenig dynamisches Kapitel in der Geschichte des jungen Dämmersturms. Es erzählt von einem tagtäglichen Abschlachten, das nur durch die eiserne Herrschaft des Kommandanten aufrechterhalten werden und schließlich durch den sturköpfigen Vormarsch Dozla Hammerfausts beendet werden konnte. Es ist keine Geschichte taktischer oder strategischer Raffinesse, sondern die moralische Geburt jener adamantenen Entschlossenheit, die der Dämmersturm zu seinem Kredo machte. Die Disposition des Dämmersturms in der Allianz hatte sich nach dem Roten Kamm kaum verändert, die Bezahlung war unverhältnismäßig schlecht - doch die bleibenden Narben dieses schrecklichen Konflikts blieben auf alle Zeit ein lehrreiches Denkmal für all jene, die dabei waren und die später danach fragen würden.



II.III. Der Tanarisfeldzug

Der Tanarisfeldzug ist lediglich als solcher zu bezeichnen, da er persönlich vom Kommandanten angeführt wurde und beinahe den gesamten Dämmersturm beanspruchte. In Wirklichkeit war der Söldnerbund auf dem Weg nach Gadgetzan, um an einem großen Turnier in der dortigen Arena teilzunehmen. Diese Absicht wurde jedoch durch eine schreckliche Mordserie in den Schatten gestellt, bei der vornehmlich junge Frauen grotesk entstellt in der Wüste zwischen Gadgetzan und Dampfdruck aufgefunden wurden. Der Söldnerbund nahm sich der Sache an und begann auf Wunsch mehrerer Privatpersonen und der zuständigen Behörden des Kartells hin mit den Ermittlungen.

Es wurde deutlich, dass es sich bei sämtlichen verstümmelten Mädchen um Jungfrauen handelte, die nackt - teilweise enthauptet - in der Wüste verschart wurden. Ihre Körper zeigten die Spuren von schwerer Folter, vor allem aber einen runenartig eingebrannten vierzackigen Stern. Die Rottenmeister Rosenblüte und Windtänzer erkannten das Zeichen - sie hatten es bei Linda Baroy zuerst gesehen. Doch sie konnten sich keinen Reim darauf machen. Während die Ermittlungen andauerten kam es unter den Einsatzkräften vermehrt zu fürchterlichen Visionen und einem unheimlich-flächendeckendem Fall von Schlafwandelei. Windtänzer vermutete, es handle sich um Nachrichten aus dem Reich der Toten, weshalb sie ein kompliziertes Ritual in die Wege leitete, dass es ihr ermöglichte, Kontakt zu den Seelen der verstorbenen Jungfrauen aufzunehmen. Tatsächlich führten die darauffolgenden Visionen Windtänzers den Dämmersturms hinaus in die Wüste, wo er eine ganze Weile umherirrte, ehe er an der Küste auf die Mast- und Schotbucht stieß. Die dort hausierenden Piraten wollten dem Dämmersturm keine Auskunft geben, bis nach einem blutigen Geplänkel einer der Wortführer von einem merkwürdigen Eremiten erzählte, der in der Wüste sein Unwesen treibt. Er wies dem Dämmersturm den Weg unter der Bedingung, dass dieser die Bucht rasch verlassen möge.

Der Wortführer hatte nicht gelogen, denn schließlich stieß der Dämmersturm tatsächlich auf ein weitläufiges Höhlensystem, das vor offenkundig schwarzer Magie nur so triefte! Vermummte Kreaturen fielen über die einfallenden Rotten her, wurden jedoch erfolgreich niedergemacht. Sie trugen allesamt den vierzackigen Stern auf ihrem nackten Fleisch. Schließlich erreichte der Trupp unter Orodaros persönlicher Führung den Hauptraum, wo sich ein großes Gewölbe auftat unter dessen Decke ein merwürdiger, hausgroßer Behälter flackerte. In ihm wölbten sich kreischende Schemen.

Ein Hexenmeister, der sich selbst als Der Seelenernter vorstellte, schrie durch das Gewölbe und eröffnete mit Höllenfeuer den Kampf. Doch er unterlag, als es den vereinten Dämmersturmrotten gelang, das Behältnis an der Decke zu zerstören, woraufhin die ganze Höhle in sich zusammenfiel und die hervorsausenden Schemen sich zur ewiglichen Freiheit hin auflösten. Dem Seelenernter gelang rechtzeitig die Flucht, doch seine Pläne schienen vereitelt.

Tage später, als der Dämmersturm bereits seine Entlohnung in Gadgetzan entgegenommen hatte und die Vorbereitungen auf das Turnier fast abgeschlossen waren, überfiel plötzlich eine stinkende Herde aus grotesken Dämonenhunden die Mauern der Stadt. Da die Haudraufs des Kartells nicht auf solch einen Angriff vorbereitet waren, gelang es den Netherentitäten in die Stadt einzufallen, wo sie dann aber an den formierten Kommandos des Kartells, den Truppen des Dämmersturms und hunderten Halsabschneidern fielen, die es sich nicht nehmen ließen, ihre Perle an der Südsee zu verteidigen. Aufgrund der Schäden an der Stadt und des allgemeinen Notstandes wurde das Turnier abgesagt und der Dämmersturm kehrte zurück ins Königreich.

Die Ereignisse in Tanaris um den Seelenernter gelten als Initialzündung der ganzen Seelenernter-Thematik und trugen maßgeblich zu den Begebenheiten der späteren Kriegstreiber-Epoche bei, in der der Dämmersturm über mehrere Jahre hinweg mit diesem Hexenmeister zu tun hatte. Durch die erfolgreiche Vereitlung seiner Pläne in Tanaris konnte der Dämmersturm seinen Ruf beim Dampfdruckkartell noch einmal verbessern, auch wenn die Besoldung die Kosten der Reise nur geringfügig überstieg.


II.IV. Der Zweite Feldzug in die Sümpfe des Elends

Nachdem der Dämmersturm einige Zeit mit kleineren Aufträgen in und um Sturmwind beschäftigt war, richteten sich Befehlshaber des achtzehnten Kampfbataillons von Sturmwind an den Kommandanten. Vor Dunkelhain war es vermehrt zu Überfällen der Horde gekommen. Als Antwort darauf sollte der Dämmersturm die Splitterspeerkreuzung attackieren und die dort befindlichen Befestigungsanlagen der Horde zerstören. Orodaro sah hierin eine Gelegenheit, die Schmach der Niederlage bei Steinard zu begleichen.

Nachdem er den Auftrag angenommen hatte, marschierte er mit zwei Rotten auf die Splitterspeerkreuzung. Unter den Truppen befand sich neben Rottenmeister Hammerfaust auch Ingo Renfray, der spätere Sturmbote. Zu diesem Zeitpunkt hatte er den Eid vermutlich noch nicht abgelegt.

Es gelang dem einfallenden Dämmersturm zunächst, die Kreuzung zu überrennen, doch noch ehe er die Befestigungen zerstören konnte, stürmte leichte Infanterie der Horde aus dem unübersichtlichen Dickicht und beharkte die Rotten von allen Seiten. Der Feind hatte sich längst auf einen Gegenangriff eingestellt und nur darauf gewartet, dass Allianztruppen in seine Falle marschieren. Orodaro selbst wurde in der darauffolgenden Schlacht schwer verwundet und verlor seine verzauberte Klinge - die er Nachtwind nannte - im Urgestrüpp des Schwarzen Morastes, während ihm seine Getreuen vom Schlachtfeld halfen. Er befahl rasch zum Rückzug, um kein zweites Steinard zu erleben, weswegen die Verluste überschaubar blieben. Dennoch war es das zweite Unterfangen des Dämmersturms in den Sümpfen des Elends, das schnell und kläglich scheitern musste. Orodaro vermied es für lange Zeit, neue Operationen in dieser Region durchzuführen.

Später stellte sich heraus, dass die Allianz den Dämmersturm eingesetzt hatte, um den zu erwartenden Hinterhalt aufzuscheuchen, ehe schließlich besser gerüstete Truppen von Dunkelhain aus losmarschierten, um die Splitterspeerkreuzung anzugreifen.



Schluss

Dies war die Zusammenfassung der frühen Dämmersturmepoche. Auf sie folgen im dritten Band die Ereignisse aus der Zeit des großen Weltenbebens und der Rolle des Dämmersturms darin, die nicht zuletzt durch heftige Kämpfe in den Straßen der Hauptstädte Sturmwind und Eisenschmiede gekennzeichnet war - später aber auch durch heftige Auseinandersetzungen in den Gebirgen Khaz Modans und weitere Konfrontationen mit der Horde südlich von Sturmwind.


Dem Sturm entgegen!
Walter Torfstich
Hüter der Schriften


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Dem Sturm entgegen! - Schlachtruf und Grußformel der Söldner des Dämmersturms.


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