Söldnerbund Dämmersturm

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 Betreff des Beitrags: Kodex Dämmersturm (Noch nicht öffentlich)
BeitragVerfasst: 26. Mai 2017, 12:39 
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Kodex Dämmersturm

Tim Orodaro
Kommandant des Dämmersturms



Der Dämmersturm ist in der Vergangenheit den Prinzipien meines Gutdünkens gefolgt, wann immer mein weisendes Wort seine Reihen erreicht hat. Langfristig liefen diese Prinzipien einem höheren Ziel entgegen, das nach einer Reihe von Meditationen den Kurs unserer Organisation bestimmt hat. Die Statuten bieten uns ein praktisches Leitwerk, die in den Meditationen gefassten Erkenntnisse, zum Wohle unserer Sache auf unser tägliches Handeln anzuwenden. Doch um die Endlichkeit des kriegerischen Schaffens wissend, sehe ich mich dazu verpflichtet, sie den nachfolgenden Generationen, wie auch jedem gegenwärtigen Streiter unserer Sache, als erleuchtendes - möglicherweise sogar ermutigendes - Traktat nahezulegen. Dieses Werk entstand in den Tagen des Büßerfeldzuges, auf der langen Reise nach und durch Silithus, zur Zeit des großen Dämoneneinfalls der brennenden Legion. Ich bin Tim Orodaro, Erster Kommandant des Dämmersturms, sein Gründer und Wegbereiter; Schlächter meiner Feinde und der Hammer auf dem Amboss des Krieges: Meine Worte sind der Kodex Dämmersturm.

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Dem Sturm entgegen! - Schlachtruf und Grußformel der Söldner des Dämmersturms.


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 Betreff des Beitrags: Re: Kodex Dämmersturm
BeitragVerfasst: 26. Mai 2017, 12:40 
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1. Meditation: Über Söldner und Bünde


Der Dämmersturm ist ein Söldnerbund. Dieses Wort besteht aus den Elementen Söldner und Bund. Ein Söldner ist im gewöhnlichen Sprachgebrauch jemand, der für finanzielle Entlohnung physische Gewalt ausübt. Mit physischer Gewalt ist auch potenzielle Gewalt gemeint; also solche, die durch ihre bloße Androhung stellvertretend die Rolle tatsächlich ausgeführter Gewalt einnehmen kann. Dabei denke ich an Wachdienst, Schutzleistungen, Erpressung oder rein repräsentative, bewaffnete Eskorten. Der Begriff 'physische Gewalt' soll nicht als Abgrenzung zu 'psychischer Gewalt', sondern zu politischen Gewalten dienen. Der Söldner ist nämlich natürlicherweise unpolitisch, wobei sein Tun fraglos einem politischen Zweck dienen kann. Wäre er politisch, wäre er ein Soldat. Ein Soldat stellt seine physische Gewaltausübung in den Dienst seiner Nation; er ist also markiert und kommt ausschließlich auf diese Weise – eben die politische – zum Einsatz. (Man kommt hier nicht umhin, einzugestehen, dass es auch unter den Soldaten Individuen gibt, die eigentlich Söldner sind, aber es wäre müßig, dies an dieser Stelle zu vertiefen.)

Damit ist die Berufsbezeichnung des Söldners in kurzen Zügen abgedeckt. Diese Schrift wird tiefer greifen. Ein Söldner ist vornehmlich ein Egoist. Seine abstrahierte Hauptmotivation ist nicht das Geld, sondern der Nutzen. Er ist ein Egoist, weil er nicht den Nutzen für andere (zum Beispiel seine Nation), sondern vornehmlich für sich selbst sucht. Dieser Nutzen kann unter anderem bloße Selbsterhaltung, finanzieller Vorteil, die Befriedigung von Wanderlust oder die Verfolgung irgendeines auferlegten Ideals sein. Der Söldner ist insofern ein besonderer Egoist, weil er für das Erlangen seines persönlichen Nutzens nicht davor zurückschreckt, an Gewalt teilzuhaben. Diese Teilhabe an Gewalt dient dabei selten als Selbstzweck, sondern dazu, einen anderen Nutzen zu erlangen. Es ist nicht auszuschließen, dass jemand aus Blutlust zum Söldner wird. Doch um diese Blutlust auszuleben, ist das Söldnertum ein nützlicher Lebenswandel, da er Versorgung und finanzielle Sicherheit verspricht.

Man könnte vor dieser Beschreibung auch behaupten, jedes sterbliche Individuum sei auf irgendeine Weise ein Egoist. Diese Diskussion würde hier aber zu nichts führen. Wer sich diesem Gedankengang verpflichtet fühlt, darf die Textstellen, in denen von Egoisten die Rede ist, auch durch „sterbliche Wesen“ ersetzen.

Nun ist der Söldner also ein Egoist, der vor vergüteter Gewalt nicht zurückschreckt. Wem diese Gewalt gilt, spielt keine Rolle, solange es dem Egoismus des Söldners dienlich ist. Der Söldner ist also selbst dem Söldner ein Wolf! Und kurzum will das heißen, dass er – der unpolitisch und dadurch heimatlos ist – sich der ständigen Gefahr aussetzt, mit seinem Söldnertum rechtslos in die Fänge einer fremden Ordnung oder einem anderen Söldner zum Opfer zu fallen.
Der Ausweg aus dieser Misere ist der Kontrakt.

Womit ich zum zweiten Teil des Wortes überleiten kann. Der Bund bezeichnet irgendeine Form von Vereinigung. Ein Bund beruft sich in jedem Fall auf einen Kontrakt; wobei irrelevant ist, ob dieser tatsächlich ausformuliert und physisch greifbar ist oder nicht. Ein Teil des dämmersturmschen Kontraktes bilden die ausformulierten Statuten. Ferner besteht ein Bund aus mehreren Individuen, die sich verpflichtet haben, ihre individuellen Interessen einer gemeinsamen Sache aufzuopfern, die in der Regel auf irgendeine Weise den Angehörigen des Bundes dienlich ist. Die Familie ist ein Beispiel – und vermutlich das älteste – für die Struktur eines Bundes; in der durch gemeinsamen Beistand der Erhalt des Bundes (eben der Familie) gewährleistet wird, was gleichermaßen den Erhalt des Einzelnen zur Konsequenz hat.

Jedem Kontrakt wohnt eine Beschneidung der individuellen Freiheit bei; im Gegenzug dafür erhält das Individuum mindestens Sicherheit vor all jenen, die auch Teil des Kontraktes sind. Dies ist das Wesen aller echten Bünde dieser Welt.

Eine besondere Veredelung erfährt jeder Kontrakt, wenn er nicht nur die Sicherheit des Individuums vor anderen Individuen gewährleistet, die dem Kontrakt angehören, sondern obendrein in anderen erdenklichen Weisen die Interessen des Individuums unterstützt. In erster Linie durch Solidarität, die sich in gegenseitigem Beistand, in Verpflegung oder schlichtweg einem Dach über dem Kopf manifestieren kann. Solidarität ist der Verbundstoff eines Bundes. Wenn der Kontrakt mit einer Reihe von Ziegelsteinen beschrieben wird, dann ist die Solidarität ihr Zement. Man will sie, abstrahiert, in etwa so beschreiben: Solidarität sei all das genannt, was das Individuum an Taten leistet, die ihm selbst nicht (oder nur zweitrangig) dienlich sind, anderen, die Teil des Bundes (oder Kontraktes) sind dagegen schon. Durch die Stärkung oder Verbesserung anderer Individuen, die Glieder des Bundes sind, wird der Bund an sich gestärkt. Insofern unterscheidet sich Solidarität also von bloßem Altruismus, der sich auch an Wesen richten kann, die außerhalb des Bundes existieren.

Warum stärkt Solidarität dadurch, dass sie den Einzelnen stärkt, gleichermaßen den ganzen Bund? Ich will dazu sagen, dass der Untergang des Einzelnen dem Bund schadet, denn wenn alle Einzelnen untergehen, gibt es keinen Bund mehr. Zwar hat er, Zeit seiner Existenz, die Sicherheit des Egoisten vor den anderen Egoisten gewährleistet, doch damit nur einem einzigen, vergänglichen Zweck gedient. Er hat sein Potenzial nicht ausgeschöpft, das darin besteht, die Konditionen aller Beteiligten zu verbessern. Darüber hinaus ist der Wert eines Bundes auch an seiner nutzbringenden Beständigkeit vor der Ewigkeit zu beurteilen: Ein Bund, der sich seines tausendjährigen Bestehens rühmen kann und als solcher nicht an Zeitmäßigkeit verloren hat, ist von größerem Wert als ein brüchiger Waffenstillstand. Der ewige Bund spendet zahllosen Generationen seinen Nutzen und all seine Vorzüge – der Waffenstillstand überdauert kaum die nächste Erschütterung. Und es gilt: Dinge und Leistungen, die der ewigen Beständigkeit zuträglich sind, verhelfen auch in ihrer jeweils gegenwärtigen Situation zu einer Verbesserung. Verflucht seien jene, die sich in widerstandsloser Genügsamkeit dem Stillstand überantworten – denn aus ihnen heraus kann nur Verfall über den Kontrakt siechen.

Folglich ist der Söldnerbund ein kontraktualistisches Gebilde aus physisch gewaltausübenden Egoisten. Hauptbestandteil seines Kontraktes ist es, sich nicht gegenseitig zu schaden, damit aus dem unablässigen Kriegszustand, der unter Söldnern herrscht, zunächst einmal ein Waffenstillstand wird. Die Konsequenz daraus ist, dass der Einzelne in Gegenwart anderer Söldner des Bundes nicht um sein Leben fürchten muss und weiter seinen Interessen folgen kann, solange er die Regeln des Kontraktes befolgt. Über einen bloßen Waffenstillstand hinaus, ist die Qualität des Söldnerbundes daran zu bewerten, inwiefern sie dem Einzelnen anbei dieser Sicherheit dienlich ist. Ein Söldnerbund ist edel, wenn er außerdem Solidarität bietet. Von erster Güte ist ein Bund, wenn er sich – zusätzlich zu diesen Dingen - strebsam vor der Ewigkeit bewährt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Kodex Dämmersturm
BeitragVerfasst: 26. Mai 2017, 13:29 
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2. Meditation: Der Kommandant

Der Kontrakt eines Bundes von erster Güte muss seine Gewalt in einer effizienten Wesenheit bündeln. Dies ist der Kommandant. Der Kommandant muss nicht aus einer einzigen Entität bestehen; jedoch muss er schnell und einig über einen Sachverhalt urteilen und die ihm zugesprochenen Gewalten mobilisieren können.

Jeder Söldner, der sich dem Kontrakt gegenüber verpflichtet, sei es nun vorübergehend oder - wie es der Ewigkeit zuträglich ist - auf Lebenszeit, spendet dem Bund seine persönliche Freiheit und darf nur noch solche erfahren, die der Kommandant ihm gestattet. Ein Kommandant, der sich den Idealen eines Bundes von erster Güte verpflichtet fühlt, beansprucht nur solche Freiheiten, die dem Bund dienlich sind. Er ist hierbei jedoch nicht dem Nutzen des Einzelnen verpflichtet, der aus Sicht des Kommandanten kein Einzelner ist, sondern lediglich ein Element jener Gewaltensumme, die seinem Verfügen unterliegt und zu der er selbst gehört. So wie der Verstand den menschlichen Leib nicht in seine beisammenstrebenden Einzelorganismen untergliedert und ihnen zuträglich handelt, sondern ihr gemeinsames Werk als Ganzes fördert.

Die nunmehr gebündelte Macht des Bundes im Kommandanten gewährleistet den Erhalt des Bundes und damit auch den Erhalt des Einzelnen. Wer sich dem Kommandanten gegenüber verweigert, verweigert sich dem Erhalt des Bundes - und folglich auch seinem eigenen Erhalt.

Fordert der Kommandant die Opferung des Einzelnen, zugunsten des Bundes, folgt er weiterhin diesem Prinzip; allerdings in negativer Form. Er minimiert auf diese Weise einen Schaden, der dem Bund situativ abverlangt wird. So er durch das Opfern Einzelner den Erhalt des Bundes und den Erhalt vieler anderer Einzelner gewährleisten kann - insbesondere in einer Bedrohungssituation beider - ist dies ein legitimes Vorgehen. Dessen Gegensatz, den Tod vieler hinzunehmen, wenn nur wenige hätten geopfert werden müssen, ist wiederum unverantwortlich.

Respekt vor dem Kommandanten (und all seinen Vertretern) ist vor diesen Ausführungen der Respekt vor dem Bund selbst. Wird dieser Respekt nicht erbracht oder verletzt, wird der Bund selbst missachtet und verletzt. Wer den Kommandanten (oder seine Vertreter) verschmäht, verschmäht die Gewalt des Bundes, die in ihm zusammenkommt.

Folglich ist der Kommandant die Summe aller zusammengeführten Freiheiten und Gewalten des Bundes, die er in seinem (dem des Bundes) Sinne formieren, ordnen und koordinieren kann und muss.


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