Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
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 Betreff des Beitrags: Kompendium der Feuerwaffen
BeitragVerfasst: 27. Apr 2014, 18:39 
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*Eine Zusammenfassung der gängigen Feuerwaffentypen mit Tipps zu Bedienung und Instandhaltung.*

Einleitung
: Der Schütze ist der Ritter der Zukunft, ein Krieger, der mit dem Zeitgeist geht. Er nimmt sich die neuesten technologischen Errungenschaften und überschreitet durch eine Kombination von Glück, Intuition und langjähriger Übung die von ihren Schöpfern festgelegten Grenzen. Während manche die Axt oder das Schwert bevorzugen, bevorzugt der Schütze Gewehre und Pistolen; ob nun Flinten, Büchsen, Revolver oder noch exotischere Waffen, er muss sie alle kennen und so viele wie möglich beherrschen. Und es ist auch nicht weiter verwunderlich, warum heutzutage so viele sich dazu entscheiden, diesen Weg zu beschreiten. Ein guter Schütze ist in der Lage, so beeindruckende Kunststücke mit seinen Waffen auszuführen, dass andere nur dumm aus der Wäsche schauen und sich fragen, ob das wohl Magie ist. Er kann aus unfassbarer Reichweite treffen, mit atemberaubender Schnelligkeit feuern und selektiv-tödliche Chirurgie aus der Entfernung durchführen. Wer ihm dumm kommt, fällt tot um ohne zu wissen, was ihn getötet hat. Der Schütze braucht keine göttliche Intervention oder magische Verzauberungen (obwohl die natürlich nie zu verschmähen sind, wenn man die Gelegenheit dazu hat), er braucht nur die richtigen Waffen.
Viele Schützen entwickeln die Angewohnheit, eine tiefe und persönliche Beziehung mit ihren Waffen einzugehen. Manche würden witzeln (oder sich beschweren), dass ein echter Schütze sein Gewehr oder seine Pistole mehr liebt als seine Kinder oder seine Frau und diese Behauptung wäre nicht einmal weit von der Wahrheit entfernt.
Doch bevor es zu dieser innigen Vertrautheit mit einer Waffe kommen kann, muss ein Schütze sie erstmal in- und auswendig kennen. Dieses Kompendium ist in keinster Weise ein Ersatz für ausgiebiges Training und Arbeit an der Waffe, zielt aber darauf ab, einige nützliche Informationen aus der Erfahrung eines bereits erfahrenen Schützen zu liefern. Für den ordnungsgemäßen Umgang mit Patronen und anderen Projektilsorten wird außerdem als weiterführende Lektüre „Patronen und Projektile – Das ABC des modernen Soldaten“ von Ciaphas Cain empfohlen, sowie als unterstützende Lektüre "Der Umgang mit Feuerwaffen" von Iris Theane.

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Grundlagen: Die 3 klassischen zwergischen Feuerwaffen

Da die Zwerge die Erfinder des Schießpulvers sind, dürfte es niemanden wundern, dass sie bis heute zu den größten Enthusiasten gehören, wenn es um die Entwicklung und den Einsatz von damit betriebenen Waffen geht. Die ersten Schießpulverwaffen, die je entwickelt wurden, werden selbst heute noch eingesetzt und weiterentwickelt und es gibt wohl nur wenige zwergische Haushalte, wo nicht eine Flinte über dem Kamin hängt. Generell sind alle Waffen dieser Kategorie einschüssig, das heißt, sie müssen nach jedem Schuss nachgeladen werden.


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Die Steinschlosspistole: Die wahrscheinlich einfachste Kurzwaffe, die es gibt. Sie gehört zu den ersten Feuerwaffen und wurde ursprünglich von Zwergen entwickelt, die sich eine handlichere Version der frühen Handkanonen (die mehr mobile Artillerie als Feuerwaffen waren!) wünschten. Sie wird geladen, indem Pulver in die offene Zündpfanne und den Lauf geschüttet wird. Eine Bleikugel wird mit einem Stock auf dem Pulver festgedrückt, dann ist die Waffe fast feuerbereit. Ein Federmechanismus wird vor dem Schuss gespannt; der Abzug entriegelt den Mechanismus, sodass der Hahn mit dem eingespannten Feuerstein auf eine Metallklappe schlägt. Dadurch wird die Zündpfanne geöffnet und es werden durch Abrieb der Klappe Funken erzeugt, die das in der Pfanne befindliche Pulver entzünden. Das Pulver brennt ab und zündet seinerseits durch das Zündloch die Treibladung hinter der Kugel im Lauf. Wie alle Vorderladerwaffen ohne imprägnierte Patronen ist sie äußerst anfällig für schlechte Witterungsbedindungen und muss unter allen Umständen vor Regen und Schnee geschützt werden. Der Lauf und die Mechanismen müssen regelmäßig auf Rostschäden überprüft und geölt werden. Obwohl sie mit nur einer Hand leicht zu führen ist, bedeuten das geringe Gewicht und der Rückstoß des Schusses, dass sie äußerst ungenau sein kann, wenn man keinen festen Griff hat. Es wird empfohlen, beide Hände zu benutzen, um die Pistole zu stabilisieren, dabei hält die unterstützende Hand den Rahmen, NIEMALS aber den Lauf der Waffe. Die maximale Reichweite beträgt 100 Meter, die effektive Reichweite jedoch nur ca. 50 Meter, da sie traditionell nicht mit Kimme und Korn ausgestattet wird. Ihre Vorteile liegen in der einfachen Handhabung, die mit genug Übung leicht zu meistern ist, dem geringen Gewicht und den geringen Kosten für die Munition. Sie ist vor allem in Nahkampfsituationen und als versteckte Waffe, um den Gegner zu überraschen, zu empfehlen.

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Die Donnerbüchse: Der Nachfolger der Handkanone als Hauptwaffe der zwergischen Gebirgsjäger, jedoch auch sehr beliebt bei Kutschern, denen die breite Mündungsöffnung beim Laden auf dem Kutschbock zugute kommt, und bei Hausbesitzern, die dem berühmten zwergischen Sprichwort „Mein Heim ist meine Festung“ Nachdruck verleihen wollen. Die Donnerbüchse basiert auf dem gleichen Prinzip wie die Steinschlosspistole und wird genauso geladen. Jedoch sind ihr Kaliber und die Treibladung bei weitem größer, was bei einem gut platzierten Schuss eine viel tödlichere Wirkung hat als ein Schuss aus einer Pistole. Eine Donnerbüchse abzufeuern ist weniger wie ein gewöhnlicher Rückstoß und mehr wie der Tritt eines wilden Widders; sie sollte niemals „aus der Hüfte“ oder in der Bewegung abgefeuert werden, sondern nur, wenn der Schütze einen sicheren Stand hat. Sie ist ebenso anfällig für schlechte Witterung wie die Steinschlosspistole, muss daher genauso gründlich gepflegt werden und hat eine ähnliche Reichweite, da die breite Mündung sie zwar leicht zu befüllen macht, aber auch das Geschoss beim Schuss schlingern lässt und so gutes Zielen fast unmöglich macht. Der Vorteil der Donnerbüchse ist, dass sie auf kurze Entfernung sehr leicht tödliche Treffer verteilen kann, aber ihr Rückstoß ist nur schwer zu meistern. Außerdem ist die Munition wie schon bei der Steinschlosspistole recht billig. Sie sollte am besten im Häuserkampf oder auf sehr kurze Entfernung im Ansturm oder wenn der Gegner anstürmt, benutzt werden.

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Die Langbüchse: Die Königin der Langwaffen, damals wie heute, löste zwar nie die Donnerbüchse als Hauptwaffe der Gebirgsjäger ab, doch durch ihr innovatives Design wurde eine neue Abteilung innerhalb des Korps geschaffen: die Scharfschützen. Die klassische Blunderbuss-Langbüchse ist beinahe so lang wie ein Zwerg groß ist. Ihr Lauf ist, im Gegensatz zu vorherigen Waffen, mit Nuten und Feldern gezogen, sodass der Kugel beim Schuss ein Drall versetzt wird, der sie stabilisiert und viel größere Schussweiten ermöglicht. Mit der Erfindung des gezogenen Laufs ging auch die Erfindung der Patrone einher, und selbst Vorderlader-Langbüchsen werden mit Papierpatronen geladen. Das Hinzufügen von Kimme und Korn oder sogar einem optischen Zielfernrohr erlaubten den Schützen, die die Langbüchse einsetzten, eine nie dagewesene Treffsicherheit. Mit dieser Büchse konnte ein Zwerg einem Orc aus 300 Metern Entfernung einen Apfel vom Kopf schießen – vorausgesetzt, er konnte dem Drang widerstehen, anstelle dessen den Orc zu erschießen! Die Langbüchse gibt es sowohl in Hinter- als auch in Vorderlader-Ausführungen. Bei Vorderladern entspricht der Ladevorgang dem bei der Donnerbüchse und der Pistole, obwohl hier natürlich ein viel längerer Ladestock benötigt wird. Bei Hinterladern mit Perkussionsschloss wird einfach der Verschluss hinten geöffnet, die Patrone nachgeführt, der Verschluss wieder geschlossen und der Hahn gespannt. Es wird wärmstens empfohlen, den Hinterlader hier immer dem Vorderlader vorzuziehen, da er zusätzlich noch den Vorteil hat, dass die Waffe im Liegen nachgeladen werden kann. Auch hier muss sich der Schütze unbedingt mit der Funktion der sich bewegenden Teile vertraut machen, sie mit Öl geschmeidig halten und bei Bedarf ersetzen. Besonderes Augenmerk muss außerdem der Behandlung des Zielfernrohrs gewidmet werden; es sollte so oft wie möglich mit einem sauberen, feuchten Tuch gereinigt und getrocknet werden. Bruchschäden sind unbedingt zu vermeiden, da sonst die Optik zerstört wird. Der Vorteil der Langbüchse liegt in ihrer unglaublichen Reichweite, die das Bekämpfen von Zielen ermöglicht, ohne sich selbst in Gefahr zu begeben. Schüsse bis zu 300 Metern Entfernung sind die Norm, aber selbst die doppelte und dreifache Entfernung sind für einen geübten Schützen nicht unmöglich. Eine liegende oder zumindest kniende Grundhaltung ist für die Stabilisierung der Waffe von größter Bedeutung, ebenso ein ruhiger und gleichmäßiger Atem. Empfehlenswert wären auch verschiedene Arten von Stützgabeln, die Ermüdung vorbeugen; dabei ist zu beachten, dass NIEMALS der Lauf, immer nur der Rahmen auf der Gabel abgelegt werden darf. Bereits kleine Abweichungen im Blickfeld des Zielfernrohrs können über große Entfernungen Fehlschüsse verursachen. Im Nahkampf ist die Langbüchse aufgrund ihrer Größe unhandlich und nur schlecht einzusetzen. Außerdem sind weder die Waffe selbst noch die Munition als billig zu bezeichnen. Daher sollte die Langbüchse am besten in offenem Gelände, bei Hinterhalten im Wald oder in ähnlichen Umgebungen benutzt werden.

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Fortgeschrittenes: Moderne Feuerwaffen
Im Wandel der Geschichte haben sich manche Feuerwaffen weiterentwickelt, neue sind hinzugekommen und wurden ihrerseits weiterentwickelt. Es folgt eine kleine Übersicht über typische neuzeitliche Feuerwaffen.


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Die Steinschlossmuskete: Die moderne Nachfolgerin der Donnerbüchse zeichnet sich vor allem durch drei Dinge aus: massentaugliches Design, einfache Handhabung und geringe Kosten. Jeder Dahergelaufene kann in ein paar Wochen lernen, mit einer Muskete umzugehen. Nicht zuletzt deswegen ist sie heutzutage noch bei vielen Heeren (unter anderem der königlichen Armee von Sturmwind) eine der Ordonnanzwaffen. Die Muskete teilt sich viele Eigenschaften mit ihrem Vorgänger, unter anderem den Lademechanismus und den glatten, unbearbeiteten Lauf. Durch ihre Länge erhöht sich jedoch die maximale Reichweite der Projektile auf ca. 200 bis 300 Meter, aber unter realistischen Bedingungen lässt ab einer Entfernung von 100 Metern die Trefferquote deutlich nach. Wie bei allen Vorderladerwaffen muss das Pulver unbedingt trocken gehalten. Ebenso wie die Donnerbüchse sollte man die Muskete niemals „aus der Hüfte“ oder ohne sicheren Stand abfeuern, weil dadurch die Trefferwahrscheinlichkeit erheblich gesenkt wird. Im Nahkampf verhält sie sich aufgrund ihrer Länge ähnlich wie die Langbüchse eher schlecht und sollte zugunsten handlicherer Kampfmittel ausgetauscht werden. Insgesamt lässt sich über die Muskete nichts besonders Gutes, aber auch nichts besonders Schlechtes sagen. Sie ist billig und für den geringen Preis darf man keine Wunder erwarten; dennoch erfüllt sie ihren Zweck und ist als Waffe für Anfänger zu empfehlen, die auf dieser Grundlage kompliziertere Waffensysteme beherrschen lernen können. Sie sollte im offenen Kampf im Feld, nicht in engen Räumen eingesetzt werden.

Eine besondere Erwähnung verdienen hierbei außerdem gilnearische Musketen. Diese sind in ihrer Bauweise auf der ganzen Welt einzigartig; durch die Abschottung von der Außenwelt entwickelte sich das Schießwesen in Gilneas nicht in die Richtung des Hinterladers, sondern vielmehr wurden die Musketen mit gezogenen Läufen ausgestattet. Die Fertigungsqualität gilnearischer Musketen reicht an die zwergischer Waffen heran oder übertrifft sie teilweise sogar noch, bei normalerweise geringerem Preis, weshalb man bei einem solchen Angebot getrost zuschlagen kann.


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Der Hinterlader: Wie bereits bei der Langbüchse erwähnt, erlaubten die Erfindung der Patrone und des gezogenen Laufes eine bisher nie dagewesene Treffsicherheit für Feuerwaffen. Die dritte Innovation, die schließlich zur Entwicklung des Hinterladers führte, war die des beweglichen Verschlusses. Frühe Feuerwaffen funktionieren auf der mechanischen Basis eines starren Schlosses. Die Waffe ist für die Munition von vorne offen, hinten befindet sich nur der Zündmechanismus. Bei einem Hinterlader ist der Lauf an beiden Enden, vorne und hinten, offen. Projektil und Treibladung werden durch die hintere Öffnung eingeführt und der Lauf danach durch die Bewegung des Verschlusses abgedichtet, der typischerweise auch den Hahn enthält. Wie genau der Verschluss geformt ist, unterscheidet sich von Hersteller zu Hersteller: mal ist es ein Drehkopf, mal ein Zylinder, mal ein Fallblock. Das grundlegende Prinzip bleibt aber gleich: der Verschluss muss erst manuell geöffnet, die Patrone geladen, der Verschluss wieder geschlossen und dadurch der Schlagbolzen gespannt werden (bei älteren Versionen ist es stattdessen manchmal noch ein Hahn statt eines Schlagbolzens, der separat gespannt werden muss). Diese Form der Bedienung erleichtert das Laden ungemein und führt zu einer weitaus höheren Schussrate als bei Vorderladerwaffen; man sollte hier jedoch Vorsicht walten lassen, nicht zu schnell nachzuladen und zu zielen, denn der Rückstoß hat immer noch Biss. Durch die Standardisierung von Pulvermengen in den Patronen wird auch die Gefahr von Fehlzündungen gesenkt und die ballistischen Eigenschaften werden stabilisiert. In seiner Form ähnelt der typische Hinterlader der Muskete, ist jedoch etwas kürzer. Das moderne Design mit Kimme und Korn erlaubt zielgenaues Schießen auf Entfernungen bis zu 250 Metern, bei einer maximalen Reichweite von 600 Metern. Unnötig zu erwähnen, dass diese hochwertigen ballistischen Eigenschaften den Preis auch hochdrücken – ein gutes Hinterladergewehr samt Munition anzuschaffen kann einen Schützen schonmal einen Batzen Geld kosten! Erfahrungsgemäß ist der Hinterlader ein Mittelding zwischen der Langbüchse und der Muskete. Er vereint die Zuverlässigkeit und einfache Handhabung der einen mit der hohen Qualität und Leistung der anderen Waffe. Sofern man über die Mittel verfügt, sollte man den Hinterlader immer der Muskete vorziehen und auch der Langbüchse, wenn man nicht über die entsprechenden Fähigkeiten im Umgang mit dem Zielfernrohr verfügt. Der Hinterlader lässt sich auch im Nahkampf relativ gut einsetzen, da er handlicher und leichter zu bedienen ist als vergleichbare Langwaffen. Speziell gekürzte Versionen dieses Waffentypus, sogenannte Karabiner, sind auch für Kavalleristen sehr gut geeignet.


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Die Kipplaufschrotflinte: Dieses wundersame Zerstörungswerkzeug entstand angeblich aus den Gedankengängen von Farmern aus Westfall, die unter Banditen litten und nach einer kostengünstigen und effektiven Lösung suchten. Die Lösung: man schmiedete zwei Musketenläufe aneinander, versah sie mit einem Mechanismus, der das Kippen des Laufs und so schnelles Nachladen ermöglichte und nahm geschrotetes Blei statt massivem Blei als Munition. Die Schrotflinte vereint also verschiedene Designs in sich; der Lauf entspricht leicht gekürzt dem der Muskete, der Kipplaufmechanismus, bei dem einfach nur der Lauf abgeknickt werden muss, um zwei neue Patronen einzuschieben ist eine Weiterentwicklung klassischerer Hinterladersysteme. Der spirituelle Vorgänger der Schrotflinte ist aber die Donnerbüchse, denn beide wurden mit dem Hintergedanken der Selbstverteidigung entwickelt. Der entscheidende Unterschied hierbei liegt nun in der Munition: während bei der Donnerbüchse von jeher bevorzugt massive Bleikugeln verschossen wurden, ist eine Patrone für eine Schrotflinte (je nach Kaliber) mit 6-24 kleinen Bleikügelchen geladen, die als Ladung auf den Gegner abgeschossen werden. Der dadurch entstehende Hagel aus Geschossen ist auf kurze Entfernung tödlich, verliert aber bei weiter entfernten Zielen seine Wucht und Genauigkeit. Ziele können damit zuverlässig bis auf 100 Meter Entfernung bekämpft werden, die wirkliche Stärke der Schrotflinte ist aber der Nahkampf auf Entfernungen bis zu 20 Metern, wo die Schrotladung ihre ganze Wirkung entfalten kann. Besonders wichtig ist bei der Schrotflinte auch, darauf zu achten, ob und wenn ja, mit welcher Art von Würgebohrung sie ausgestattet wurde. Eine Würgebohrung ist eine eingebaute Laufverengung oder -weitung, die das Streuverhalten der Schrotgarbe beeinflusst. Inzwischen gibt es unter Schützen eine Kategorisierung dieser Laufmodifikationen, aber generell gilt: eine weite Streuung ermöglicht es, mehr Ziele im Nahkampf zu treffen, aber weniger gut auf Reichweite, während eine enge Streuung auf Reichweite die Zielgenauigkeit verbessert, im Nahkampf aber keine Vorteile bietet. Als Schütze trage ich im Gefecht nie weniger als zwei Feuerwaffen mit mir, und eine davon ist meistens eine Schrotflinte. Mit dieser Waffe kann man wirklich wenig falsch machen; sie ist generell zuverlässig, in vielen Situationen gut einsetzbar und obwohl ihre Anschaffung und Munitionierung etwas teurer ist als die für Musketen und andere Steinschlosswaffen, lohnt sich der Aufpreis in jeder Hinsicht. Sie kann auch bequem aus der Hüfte oder im Laufen abgefeuert werden, sobald man sich an den Rückstoß gewöhnt hat. Man sollte sich nur klarmachen, dass man mit dieser Waffe nicht die größte Reichweite hat und sie dementsprechend behandeln.


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Exotische und seltene Feuerwaffen

Die Waffen dieser Kategorie sind entweder experimentell oder gerade erst dabei, sich durchzusetzen. Sich trotzdem jetzt schon mit ihnen vertraut zu machen ist ein guter Schritt auf dem Weg in die Zukunft. Generell sind sie alle mehrschüssig, es können also mehrere Schüsse abgefeuert werden, bevor nachgeladen werden muss. Für Anfänger sind sie eher ungeeignet, da unerfahrene Schützen dazu tendieren, den Abzug und Lademechanismus zu schnell hintereinander zu betätigen, ohne auf ihre Zielsicherheit zu achten - obwohl massiver, ungezielter Beschuss den Gegner durchaus einschüchtern kann, ist es doch in 90% der Fälle einfach besser, ihn wirklich zu treffen anstatt wild draufloszuschießen.


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Revolver: So wie sich die größeren Feuerwaffen entwickelten, war es schließlich nur eine Frage der Zeit, bis sich auch die bescheidene Steinschlosspistole weiterentwickelte; das einstweilige Endergebnis dieser Entwicklung ist der Revolver. Beim Revolver handelt es sich um eine der ersten sogenannten „Magazinwaffen“, also eine Waffe, die Gebrauch von einem neuartigen Munitionszuführungssystem macht: er ist eine mehrschüssige Faustfeuerwaffe, bei der die Munition in einzelnen Kammern in einem als drehbare Trommel ausgelegten Patronenlagerblock kreisförmig angeordnet ist. Diese ebenso einfache wie geniale Anordnung ermöglicht eine dramatisch erhöhte Feuergeschwindigkeit im Vergleich zur Steinschlosspistole, ebenso, wie bei allen Hinterladerwaffen, ein sehr viel einfacheres Nachladen. Die Waffe ist deswegen auch weniger anfällig für Ladehemmungen und munitionsbedingte Fehlfunktionen, WENN sie jedoch eine schwere Fehlfunktion hat, braucht man schon gute technische Kenntnisse der Büchsenmacherei, um sie reparieren zu können. Abgesehen davon ist die Anwendungsweise aber generell ähnlich: der Revolver ist eine Waffe für kurze Distanzen und Nahkampfsituationen mit einer leicht erhöhten effektiven Reichweite, die auf das standardisierte Design mit Kimme und Korn sowie einen gezogenen Lauf zurückzuführen ist. Es ist wie bei der Steinschlosspistole zu empfehlen, den Revolver mit beiden Händen einzusetzen, wobei eine Hand den Rahmen stabilisiert; auch wenn es viele Schützen gibt, die auf den Kampf mit einem Revolver in jeder Hand schwören, darf man den Rückstoß dieser Waffe vor allem bei schnellen Schüssen hintereinander nicht unterschätzen.
Revolver werden normalerweise in einer von zwei Konfigurationen hergestellt: Hahnspanner oder Abzugsspanner. Hahnspanner funktionieren folgendermaßen: um einen Schuss abzugeben, muss der Hahn von Hand gespannt werden. Zieht man diesen zurück, so greift eine darauf angebrachte Klinke in einen an der Hinterseite der Trommel angebrachten Zahnkranz und dreht dabei die Trommel, bis diese durch einen geeigneten Mechanismus in Schussposition blockiert wird. Danach ist die Waffe schussbereit.
Beim Abzugsspanner ist dieser Prozess bereits in das Drücken des Abzugs integriert. Der Vorteil dabei ist, dass man dadurch auch mit einer nicht vorgespannten Waffe einen schnellen Schuss abgeben kann. Der Nachteil ist, dass der Abzugsweg sich verlängert und auch die Kraft, die aufgebracht werden muss um den Abzug zu drücken, größer ist. Unabhängig von der Konfiguration sind Revolver generell teure Waffen, da nicht viele Waffenschmiede mit den Mechanismen und dem generellen Aufbau der Waffe vertraut sind und sich der Markt für diese neuartigen Waffen noch nicht entfaltet hat. Für den Preis eines gut gefertigten Revolvers kann man sich durchaus ein Pferd, eine leichte Rüstung oder einen wochenlangen Aufenthalt in einem respektablen Gasthaus leisten, also sollte man sich schon wirklich sicher sein, ob man in diese Waffe investieren will, bevor man sie kauft. Die erhöhte Feuergeschwindigkeit ist in den meisten Fällen jedoch durchaus den Preis wert.


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Repetierer: Eine der modernsten Feuerwaffen bis dato, die irgendwann (wahrscheinlich sobald sie preiswerter geworden ist!) Muskete und Hinterlader als Standardwaffen in vielen Armeen ablösen wird. Eine Repetierwaffe ist eine Langwaffe, bei der die Munition über einen von Hand zu betätigenden Mechanismus aus einem Magazin in das Patronenlager nachgeladen wird. Es handelt sich also auch hier, wie beim Revolver, um eine Magazinwaffe jedoch benutzen die meisten Gewehre dieser Gattung nicht den Revolvermechanismus, da dieser je größer Patrone, Kaliber und damit Treibladung werden immer unzuverlässiger und anfälliger für munitionsbedingte Fehlfunktionen wird. Stattdessen existieren für diese Waffen mehrere verschiedene Verschlussysteme, denen aber allen das gleiche, oben genannte, mechanische Prinzip zugrunde liegt. Das Magazin kann dabei vollständig in die Waffe integriert sein, vollständig abnehmbar oder austauschbar. Durch Betätigung eines Hebels werden Federmechanismen in Gang gesetzt, die die verbrauchte Patrone nach einem Schuss auswerfen und eine neue Patrone ins Lager laden. Im Endeffekt bedeutet das wie beim Revolver schon eine Multiplikation der Feuergeschwindigkeit, aber nicht unbedingt der Treffsicherheit. Es ist äußerst leicht, der Versuchung zu verfallen, den Mechanismus möglichst schnell hintereinander zu betätigen, um eine möglichst hohe Schussrate zu erhalten, aber ohne ein rigoroses Training kann bei einer solchen Benutzung nur das Glück dafür sorgen, dass man überhaupt etwas trifft. Repetierwaffen sind meist von der Länge mit gängigen gezogenen Hinterladern vergleichbar und haben auch vergleichbare effektive und maximale Reichweiten; es gibt jedoch Varianten mit längerem Lauf für einen Einsatz vergleichbar mit der Langbüchse, in diesem Falle spricht man von einer Repetierbüchse, oder solche mit verkürztem Lauf zum Einsatz im Nahkampf, in diesem Falle spricht man von einem Karabiner. Also: Augen auf beim Waffenkauf! Abhängig von der Konfiguration ist der Repetierer in der Lage, jede Rolle auf dem Schlachtfeld auszufüllen: ob als Unterstützung im Nahkampf, bei Einzelschüssen auf große Entfernungen oder mit Salven im Feuergefecht auf mittlere Reichweite. Die Stärke dieser Waffe liegt also in ihrer Vielseitigkeit und genau deswegen ist sie für erfahrene Schützen besonders wertvoll. Wertvoll ist sie auch wegen ihrer Rarität und ihres komplizierten Aufbaus; nur die erfahrensten Büchsenmacher können einen Repetierer bauen und reparieren. Die enormen Kosten können einen durchschnittlichen Söldner durchaus in den Ruin treiben! Daher ist diese Waffe nur für die wahren Schützen geeignet, die über Jahre hinweg an ihren Talenten gefeilt haben… oder für Leute mit zu viel Gold in den Taschen.


Schlusswort: Die Waffen, die heute vielleicht noch ein Hirngespinst sind, könnten morgen vielleicht schon Schlachten entscheiden. Man kann versuchen, vorherzusehen, in welche Richtung die Entwicklung der Feuerwaffen sich bewegt, aber letzten Endes bleibt einem nichts Anderes übrig, als stets mit dem Zeitgeist zu gehen und sich an Änderungen anzupassen. Daher stelle ich es meinen Kollegen jederzeit frei, dieses kleine Kompendium zu erweitern und zu verbessern. Wer kann schon wissen, welche Waffen uns in der Zukunft erwarten?


Niedergeschrieben von der Hand Ingo Renfrays, des Sturmboten, in der Expansions-Ära, drei Monate nach dem ersten Feldzug im Nordwestgefälle von Alterac.

Auf dass wir niemals unsere Wurzeln und unsere Stärke vergessen.
In Eidtreue zum Dämmersturm und seinem Kommandanten.
Immer dem Sturm entgegen - und heil daraus hervor.

_________________
Wenn ich nicht so viel Scheisse bauen würde, käme ich mir dämlich vor.


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