Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
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 Betreff des Beitrags: Re: Leviathan
BeitragVerfasst: 12. Jan 2017, 01:26 
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Der Tod des Verschlingers

<Nachtwind bohrt sich durch die Schädeldecke des Verschlingers bis ins hungrige Hirn der Bestie herab und durch es hindurch um es in einer pulsierenden Woge in die Luft zu sprengen! Finnjes Pfeile rauschen einmal mehr in die offenen Wunden des Ungetüms und setzen die unterstützenden Blutbahnen außer Gefecht; aus der Wunde lappt ein schlauchartiges, graues Organ, dass Gift und Galle ins Silithidenblut sprudelt! Und Dzul setzt einmal mehr nach, um den Speer in der gleichen Wunde - in der Lindenblattfläche! - zu versenken! Er sinkt ein, muss tief bohren, - doch als die ganze Fleischfront auflappt, schafft er es im Nachstoßen bis zum zentralen Herzen des großen Verschlingers; zum Herz des Schwarms selbst! Und Hirn und Blut und Herz bersten gleichzeitig an den Waffen des Dämmersturms, sodass alles multiplizierend versagt und Sekret sich staut und alles verrückt spielt - und - bamm-bamm-bamm - die Schalen vom Rücken brechen, Löcher sich auftun und Silithidenfleisch in eigener Magensäure zugrunde geht. Orodaro reißt Nachtwind aus dem Kopf der Bestie, stürzt wellenschlagend ins hochstehende, immer weiter steigende, ersäufende Blut ... erhebt sich dunkelrot gebadet und nimmt die Wellenheimer Lanze mit der gepeinigten Lynn wieder an sich, um schwer durchzuatmen und einen Odem zu entfesseln, wie ihn dies zusammenfallende Nest noch nicht gekannt hat! Die grau einstürzenden Tunnel, die einbrechenden Sandmassen und Blitze - das Erdbeben ... alles dringt nun herein; in das Nichts. Als spräche es: Licht und Erde, Meer und Pflanzen, Mensch, Leben - und alles: Es sei nun, wie es vorher nicht gewesen ist, über Tanaris entstanden und in diesem dämmersturmschen Geburtsschrei entfesselt! Die Elemente - sie leben! Unter den einstürzenden Gewalten befiehlt der Kommandant – während sie sich zurückziehen und der Krach wie eine Hymne lautet – die letzten Thoriumbomben in den Blutfluss und die Gänge zu rammen und alles Zephyrium dabeizugeben und nach dreißig Schritt zu sprengen, zu sprengen und zu sprengen, auf das hoch droben ein Krater nach dem anderen entstehe und der Sand die Schatten zermalmt. Gebadet im Blut der Silithiden und mit aschfahler, verbrannter Haut bedeckt, treten sie – wie erwachsen geboren – aus den Wirrungen des Schwarmbaus ins gleißende Mondlicht und aus ihm hervor, mit Dämmersturm im Rücken und vor und über sich, in den tanarischen Wüstensand und den Blick der jubelnden Rotten!>

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 Betreff des Beitrags: Re: Leviathan
BeitragVerfasst: 25. Jan 2017, 00:34 
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Emotes aus Un'goro und der Begegnung der beiden Teufelssaurier
(Direkt kopiert, daher eventuell Rechtschreibfehler.)

<Plötzlich ist's, als neige sich der Boden unter einem Schlag um dreißig Grad zur Seite; ja als versenke sich der Krater in sich selbst. Rumms! Erdbrocken rauschen von einigen Hängen und lassen ganze Bäume mit sich rutschen. Laub drischt von den Bäumen und schwere, abgestorbene Äste stürzen erschlagend in die Tiefe. Rumms! Rumms! Rumms! Steinchen lösen sich vom Mutterfels und zurückgebliebene, verkohlte Holzhaufen brechen in sich zusammen. Aus dem bebenden Gleichklang des Erbebens... dringen nun viele kleinere stampedierende Erschütterungen; wie ein Trommelfeuer des Urwalds; die Geräuschkulisse des Dschungels. Dann wieder das große Beben - und es geht weiter und endet kaum - und wie sich das Geröll ergießt und gar nicht aufhört... droht es Tross wie Dämmersturm zu erschlagen!>

<Während ein halb abgebautes Zelt hinter dem Schlachtenmosaik von einem riesigen Felsen zertrümmert wird, steht es selbst - geradezu unbekümmert! - am Hang und lässt das Geröll an sich vorbei ins Unterholz stürzen. Unter tiefkehligem Brummen reißt der Kommandant die lichtgeweihte Standarte aus dem verwurzelten Erdreich und stampft durch das Erdbeben.> "Was nicht aufgeladen ist, bleibt. Wir rücken ab!" <grollend> - <Das kann er übrigens ohne schlechtes Gewissen sagen, da tatsächlich das meiste bereits auf den Kamelen und Karren liegt! Doch kaum will er sich an die Spitze der Kolonnen setzen, rauschen rote Blitze durch das Holz. Die Stampede ist hier. Rauschuppige Kreaturen, zweibebeint mit langem Geschweif, rasen brüllend durch Un'goros Unkraut. Es sind Raptoren von großgewachsener Art; mindestens drei Meter hoch, mühelos dazu in der Lage, gestandene Männer zu zerreißen. Ihre Haut, anders als man es zum Beispiel aus Arathi kennt, sieht aus, als habe sie die letzten eintausend Jahre unter vielen, feralen Kämpfen überstanden - überaus alt, aber auch ihre Weise auch höchst majestätisch anzusehen! ... Drei Meter, also. Das ist nicht der Riese, den sie hier bei ihrer Ankunft antrafen - doch über der Stampede trommelt ja immernoch das weitaus heftigere, regelmäßige Erbeben, das vom Näherkommen einer größeren Kreatur kündet.>

<Die Raptoren rauschen durch das Lager; trampeln nieder, was nicht schon aufgeladen wurde und verschwinden dann, nachdem sie den Dämmersturm haben links liegen lassen... wie auch er sich nicht bemerkbar gemacht hat... hell kreischend im Unterholz. Doch kaum da sie verschwunden sind und Orodaro durch die sich schnell formierenden Rotten und schutzsuchenden Söldner stampft, kühlt die Luft ab; ja man will sich fast an die kalten, tanarischen Nächte erinnert fühlen. Die normalerweise schwül stehende Luft, die in Un’goro (anders als in anderen Urwäldern) aber einzigartigerweise belebend daherkommt… weicht einem kaltfeuchten Luftzug. Als habe jemand eine zugige Verliestür geöffnet. Und der grüne Schleier, der hier kraftstrotzenderweise über allem liegt, was da kreucht und fleucht, verschwindet in einer Flut aus schwarzen Schatten, die drohen, all die Farbe – ja das ganze, schöpferische Buntgewitter – aufzusaugen. Noch dreimal kracht die Erde und das Beben ebbt nicht ab, da spreizen sich entwurzelte Bäume auf dem Hang und Erdbrocken fliegen und Steine kreischen splitternd um Erlösung. Ein neuer Fels erscheint; ein graublauschwarzes Wesen. Ein Ding, wie sie es auf den ersten Blick glauben, zu erkennen; wie es auf den zweiten Blick aber noch erschreckender und grauenerregend daherkommt! Dreizehn Meter hoch erstreckt sich ein düsterer Koloss mit gesplitterten, ascheartigen Schuppen und den Kiefern eines Großdrachen. Zwei riesige Läufe, wie steinerne Baumstämme, torpedieren den Boden mit neuen Erdbeben. Zwei kurze Arme tragen messerscharfe Klauen und jeder Zahn ist gewaltig wie ein Pfahl! Doch es ist kein Saurier! Ja, er mag so aussehen; man will geneigt sein, sich diesen Schrecken auf diese Art und Weise verständlich zu machen, ihn so zu nennen und versuchen, mit diesem Wissen zu hantieren. Doch es ist eine Lüge! Eine fürchterliche Lüge, die sich aufdrängt, denn nicht bloß sind die Schuppen dunkel und lichtfressend, wie Nefarians metallbeschlagener Leib… nein, auch oberhalb des Kiefers zeigt sich die verstörende Abartigkeit dieser antischöpferischen Missgeburt. Dort, wo Augen lägen, klaffen tiefe, gleißend rot leuchtende Löcher, aus denen heraus sich Angst und nihilistische Verdammung ins Land entfesseln; gerade so im Zaum gehalten von Un’goros erdrückender Lebensbejahung.>

<Mit der Standarte voran trampelt das Schlachtenmosaik, aus der Lanzenspitze heraus Lichtblitze ins Dunkel feuernd, durch das Gestrüpp und weist die Schredder an, ihr zerstörendes Werk am Urwald zu entfalten, um dem Rückzug eine Gasse zu öffnen. Äste brechen unter dem Gewicht des Kommandanten – doch neben den Ästen brechen ganze Steine an der Kolossalität des Riesen, der sich über der dämmersturmschen Lagerstätte erhebt.>

<Die Schredder dröhnen los und nehmen das Unterholz auseinander, um den angestauten Kamelen, Trossmitgliedern und Rotten den Weg für den Abzug freizumachen. Sollte das riesige Ungetüm tatsächlich dem Dämmersturm nachsetzen, wäre dieser offenkundig viel zu langsam, um noch zu entkommen; aber ein Kampf unter diesen Umständen erweist sich angesichts der Gewaltigkeit dieses Ungetüms als dermaßen lächerlich, dass man es darauf auch nicht ankommen lassen kann. Der riesige Saurier, von Schatten erfüllt, verlangsamt seine Schritte, die er zuvor den eilenden, roten Raptoren hinterhergeschmissen hat und steht nun genau dort – über Trümmern – wo zuvor das Lager des Dämmersturms lag. Seine leeren Augenhöhlen ziehen sich schuppig zusammen und verziehen das gleißende Rot zu unheimlichen Schlitzen. Dann brüllt das Monster – und es ist, als bräche der Wald zusammen. Drei Bäume sterben unter der leidenden Gewalt dieses Aufschreis, stürzen beiseite und verlieren binnen eines Lidschlags alles Laub und alle Äste; ja selbst die Rinde schält sich vor Abscheu vom hölzernen Rumpf! Und auf das Brüllen folgt eine Orkan und ein Zerstören; denn der Schweif rauscht herumgeschleudert durchs Dickicht; über die Köpfe der Dämmersturmsöldner hinweg – doch dabei löst sich eine solche Menge an splitterndem Gehölz, das es manch einem den Schädel einschlagen könnte!>

<Die Schredder arbeiten unter Hochdruck und legen mit ihren riesigen Kreissägen neue Pfade durch das Unterholz frei, denen das Schlachtenmosaik mit der Standarte - die leuchtet wie eine Kerze im Dunkel – beständig folgt; allerdings nicht so schnell, wie’s gesund wäre. Jedenfalls führt er damit den Dämmersturm an, ohne ihn in einer heillosen Flucht durch das Dickicht zu manövrieren.>

"Licht. Wir sind Söldner..." - "Wir sind die Kinder des Chaos und die Boten der Zerstörung." - "Wir sind die geißelnde Tide des Krieges. Er ist unsere väterliche Gewalt." <grollend> "Doch wir stehen gemeinsam im heiligen Bund. Der Kontrakt ist unser Blut. Der Befehl ist unser Wille." - "Schenk' uns die Kraft, diesen Bund zu erhalten." - "Auf dass Ordnung ist, wo ... sonst Chaos ... herrscht ..." - "Und Ordnung den Geist erhält, während Chaos die Klinge führt." <trampelnd> "Wir sind der brennende Sturm in der Dämmerung." - "Die Sturheit ist unser Kredo... die Leere ist unser..." <Das Monstrum wütet durch den Tross über die Lichtung, - erdbebenartig stürzen Bäume herab; verfehlen zwar wie durch ein Wunder den Großteil der Hilfskräfte ... richten jedoch ein heilloses Durcheinander. Erdbrocken fliegen umher. Das Land neigt sich unter den Gewalten. Doch plötzlich - gerade als der rotäugige, flügellose Drache über die Lichtung setzt, bricht ein zweites Erzittern den Takt seiner vernichtenden Schritte. Ein zweiter Teufelssaurier, einer in Grau - und hoch gewachsen, mit gesunden, uralten Augen und vernarbtem Schuppengepanzer, stürzt hervor und bricht der schattenverzogenen Missbegburt in die Seite; sodass sie - wenn man es betrachtet – fast wie in Zeitlupe aneinanderkrachen und sich gegenseitig mit solcher Heftigkeit begegnen, dass sich die verbliebenen Gräser unter der stürmischen Luftverdrängung neigen. Was für ein entweltlichter Anblick! Wie klein ist man doch vor dieser Darbietung feraler Göttlichkeit! Götter sind’s, fürwahr, die sich da bekriegen! Und der schwarze Riese stürzt vor dem Grauen und kracht mit blutig aufgefleischter Flanke ins Erdreich, einen schlammigen Krater spuckend, ehe er sich – gerade noch rechtzeitig – wieder hochwuchtet, um seinen Oberkiefer herumschleudernd vor das Gebiss des grauen Teufelssauriers zu trümmern, auf dass er Zähne verliert, die wie Meteore ins Unterholz krachen. Sie geraten auf fünf Meter Abstand – und der Rotäugige setzt ins Dickicht, weg vom Dämmersturm, auf dass ihm der Graue nachsetzt und sie ihr blutiges Scharmützel an anderer Stelle fortsetzen.> „… ist unser Feind.“ – „Leite uns dem Sturm entgegen, der wir selbst sind, um zu schärfen den Geist und zu wecken den Blitz der Existenz.“ – „Wir wissen: Die Lanze schützt.“ – „Auf ewig.“ – „Und Kaderwulst ist eine Lüge.“ <grollend – dann schnauft er windartig durch>

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 Betreff des Beitrags: Re: Leviathan
BeitragVerfasst: 7. Mai 2017, 00:16 
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Aurora - Das Ende Dunkelzahns

<Der Kommandant springt also an der Standarte empor, doch das enorme Gewicht seiner Rüstung zieht ihn nach unten; er kann nicht hoch genug springen, um das bebende Schwert im Scheusal zu versenken! Doch da lautet der Flügelschlag des Engels, hoch droben über der Standarte, schmiegt sich an den Rücken des Kriegers und wirft ihn mit impulsartig auseinanderstrebenden Lichtwogen schließlich doch hoch genug; über das Haupt Dunkelzahns hinweg, auf dass er nun schreiend niederstürzt, den Griff seiner Klinge fest umschlossen haltend, um sie – einschlagend wie ein Meteor – in der dämmersturmwehenden Stirn zu versenken, die sich daraufhin grün färbt – wie Höllenfeuer, das sich nun mit den Lohen von Ians Klinge verbindet und schlagartig durch den Hals und schließlich den ganzen Rumpf des Riesenmonstrums springt. Die riesigen Schattenwogen stoßen Wolken ab – überall hin; wie eine Dampfmaschine kurz vor dem Kollaps.> „Aaaaabsssssuuuuuuurd…“ <... ist das letzte, was von Dunkelzahns verdorbener Essenz durch Un’goros Gefilde lautet, als zuerst sein Rückgrat explodiert – der Rumpf an mehreren Stellen in teufelsmagischen Impulsen aufplatzt, verbrennt und den Himmel ins chaotische Gift der Legion taucht… Es scheint, als würde der schlussendliche Untergang Dunkelzahns, die ganze Lichtung mit sich reißen; ja einen Krater in den Krater reißen! Orodaro starrt mit weit aufgerissenen Augen vom Haupt der vaporisierenden Bestie aus an ihm hoch – da blitzt ein Licht von der Seite und vier Hufe trümmern durch die Lüfte, um den Kommandanten herunterzustoßen. Er kracht scheppernd in den Dreck – kaum da er sich umsehen kann. Das Hirschwesen schnaubt mit Blick auf das Ende der Abscheulichkeit – und lässt, ohne eine Stimme verlauten zu lassen, sein Geweih gen Himmel sich richten; auf dass aus ihm heraus ein aurorafarbener Lichtblitz durch die grünen Wolken zum Himmel strebt; all das Gift beiseitetreibt und die Baumkronen sich neigen lässt! Blassrot und plötzlich – als Geburtsschrei; als hohes Symbol der Existenz – stößt die Morgenröte ihr Antlitz durch die Nebel Un’goros und hüllt den explodierenden Riesen in eine Säule aus Sonnenlicht. Es knallt, es blitzt – und die Ohren werden taub – doch all die Schrecklichkeiten, die im verkommenen Raptoren ruhten, zerschellen an den Wänden, schlagen nicht weiter als bis zum Rand der Säule und nieseln schließlich in Form von Blütenstaub auf die Dschungellichtung. Zuletzt zerfliegt der Kopf – mit Nachtwind in sich thronend – und die Klinge berstet in tausend Scherben; den faulen Zauber wie eine schwere Fliegerbombe von sich blasend… Als sich das Grell der Morgenröte lichtet, ist Dunkelzahn nicht mehr – und Nachtwind nicht – und wo beides stand, hebt der einhörnige Hirsch sein Haupt gen Dämmersturm, flankiert von der Feengestalt… Und schließlich bebt nocheinmal das Erdreich, als Wurzeln sich zurückwagen; als der Wald die silithidischen Invasoren erkennt und bekämpfen kann… Eine Sturmkrähe – die aus des Treants Krone – sinkt wieder aufs Geäst herab und verformt sich binnen dreier Lidschläge in die majestätische Taurengestalt des Druiden. Die Krieger und fleischigen Tunnel werden von Dornenranken erschlagen, durchwuchert und zerpflückt…. Wie die wuchernden Gewalten alles zurückgenommen haben, was das ihre ist, steigt’s himmlische Lichtwesen von der Standarte über das Schlachtfeld und aus der Morgenröte heraus ergießt sich ein Schauer des Lichts über alles, was Dunkelzahns Amoklauf zerwütet hat. Wo Knochen barsten, sind sie nun wieder beisammen; wo Fleisch sich teilte, ist’s nun geheilt – wo Blut geflossen, sinkt’s augenblicklich zurück in den Leib. Ja selbst die Seelen da draußen, die dem – noch warmen Fleisch – zu entschwinden drohten, streben beruhigt zurück dem Körper entgegen. Die Luft ward klar geworden – und jeder Atemzug ein Akt der Genesung; als sei’s Land erwacht und der Bann gebrochen – die Klarheit untergehender Schatten und obwaltender Existenz, wie einst schon in Tanaris, raunt durch Geist und Lunge… und jede Faser des Seins; die Felsen und Feuer und Winde und Wasser frohlocken über diesen Sieg.>

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 Betreff des Beitrags: Re: Leviathan
BeitragVerfasst: 11. Mai 2017, 21:15 
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Orodaro teilt das Wasser

Der Kommandant nickt dem Krieger dankend zu, ehe er sein Augenmerk wieder aufs Wasser richtet. Er tritt drei Schritte vor – also ein gutes Stück, angesichts seiner Ausmaße. Die Pranke öffnet sich dem Wasser, als offenbare er einem imaginären Gesprächspartner des Pudels Kern – doch als nichts geschieht, fügt er die zweite Hand hinzu; ähnlich der Geste, die er bei der Ehrerbietung von Lanze und Waldgeschöpf‘ nach Dunkelzahns Untergang zum Besten gab. Ein tiefkehliges Brummen setzt sich aus seiner rauen Kehle ab – fast so, als folge es einer inneren Logik – ja, wenn man es nicht besser wüsste: Einer Melodie. Was mag geschehen! Ist’s die Serenade der Fluten?! Wird’s Schlachtenmosaik die Wasser teilen – für sein lichtstehendes Volk – auf dass er sie ins gelobte Land führt, dass da wartet auf der anderen Seite des Flusses…? Ja wird’s geschehen – auf dass alle Elemente seinem Wort sich neigen? Rottenmeister Torfstich runzelt die Stirn und atmet leise hinter der Maske aus, als scheinbar nichts passiert.

(...)

Und die Hände heben sich also weiter - diese gesegneten Pranken vor den unseligen Fluten verwirrter Elemente! Ach weh – was hat sich Un’goro gedacht, dem heil’gen Standartenschein die Weiterreise zu verwehren. Wie schlecht ist’s doch um das dämmersturmsche Schicksal bestellt, hier nun vor solch‘ reißerische Aufgabe gezwungen zu sein. Magie – pfah, - welche Scholle wär‘ schon dick genug, das Gewicht der ganzen Kriegerschaft zu tragen! Die Gefahr! Sie brummt und dröhnt wie die Kehle des Kommandanten! Ihr Götter! Du Licht – fühl‘ dich angesprochen, von diesem Kriegsfürsten, der da steht und um Weiterreise bittet! Gepriesenes! Geheiligtes! Schick doch ein Zeichen deiner Gunst – und ihr Geister der Natur – zeigt Erbarmen vor der bußfertigen, dämmersturmschen Sache! Ja wie er euch doch anspricht, mit seinen erhobenen Armen und der wortlos-kratzigen Litanei… und den Fingern, die zweimal fünf ergeben – also Zehn! Zehn! Welch‘ edle Zahl! Weit erhoben durch den grünen Dunst! Und die sich nun ebenfalls demütig vor euren Mächten beugen! Zeige- und Ringfinger und Daumen und kleiner Finger – ja alle beugen sie sich! Acht von der edlen Zehn – auf dass nur noch zwei da stehen, hochgestreckt und himmelwärts – und rückwärtsgewandt zu den Reihen des Dämmersturms, ehe sein Brummen schlagartig endet und Tim Orodaro sich herabbeugt, um ein vermoostes Seil aus der Erde zu ziehen, hochzupflügen und über das Wasser hinweg an einen Strauch zu binden.

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 Betreff des Beitrags: Re: Leviathan
BeitragVerfasst: 8. Jul 2017, 00:09 
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<Pfffffszzzzzzzzssshhhhhhhh.... KRAWUMMSTATA! Die Thoriumbobe explodiert und reißt den ganzen Hügel in einer monströsen Druckwelle auseinander; - Dreck spritzt, Erde fällt ein Stockwerk in die Tiefe; herab in die ausgehöhlten Tunnel und darüber hinaus noch ein ganzes Stück in die Einöde hinein. Wo in den Stadtmauern ein Loch klafft, gibt die Erde nach, Treibsand fällt in sich zusammen und der Blick nach draußen öffnet sich; öffnet sich grauenhaft, denn was da mit dem Wind kam, war eine fürchterliche Vorahnung. Der Blick verschwimmt, wird eigenartig migräniert – zehntausende Kehlen speien das Gekreisch der geistlosen Leere – der Termitenstaat ist aufmarschiert. Schatten wühlen sich, drei Meilen entfernt durch das Erdreich, Wespen sägen darüber hinweg die Lüfte ab, Erde wühlt sich für die Tunnler und riesige Brecher stürmen trampelnd voran, während dahinter knöcherne Schlünde giftgrün spritzende Granaten in den Himmel absetzen, die im hohen Bogen in Richtung Ruinenstadt regnen. Unüberschaubar, überall – verstörend: Kein Entkommen. Eine riesige Silithidenarmee nähert sich den Stellungen des Dämmersturms; ihr Tippeln ist unendlich, ihr Klackern ein hunderttausendfaches Kriegstrommeln. Die Erde bebt – und der Spuk der verdammten Stadt verstummt aus stillchweigendem Entsetzen. Es ist ein Brand. Ein Brand aus schwarzem Chitin, aus Gekreisch und Sekret, Sensenklauen und Wahnsinn. Ein Brand, tief hinein ins Seelenheil – eine Erschütterung der Geisterwelt, ein einziger Schatten, eine waberndwandelnde Kluft in der Realität, alles verzehrend, alles verschlingend; als wären ganze Völker in einem Augenblick zunichte gemacht und nichts an ihre Stelle gerückt, außer dies – dies Abscheuliche… dieses Grauen, das da naht…>

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 Betreff des Beitrags: Re: Leviathan
BeitragVerfasst: 8. Aug 2017, 00:09 
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In der Heimat feierten sie Sonnenwend

<Der Klang spreizenden Glases platzt durch die Atmosphäre. Die Standarte flattert – fest verkeilt zwischen zwei dicken Ziegelsteinen. Das Bild ist eingefroren. Der linke Stiefel des Kommandanten hat sich in die Kluft des schwarzmonarchischen Torsos gefressen, die er eben mit der Klinge aufgebrochen hatte. Der rechte Stiefel – mit Asche und Silithidenfleisch an der Sohle – thront auf der Schulter des Schwarmherrschers, während die ganze, kolossale Gestalt sich über seinen Kopf beugt und die wuchtigen, weltentragenden Arme in einen Schwertgriff münden, der bis zum Anschlag im Kopf des Silithiden steckt. Der rote Glanz des Unlichts flackert müde – dann gibt er nach. Die Kiefer gurgeln.> „Eine… Faarrrrce.“ <Dann spricht der Kraterrubin und der Leib des schwarzen Lords zerfällt zu auseinanderblätternder Asche. Und wie die Asche blättert, blättert auch der Dunst auf dem Verstand unserer Helden – das kopfschmerzbereitende Gewitter der Schatten und die Last der Schwarmintelligenz geben nach. Windböen spülen den Staub vom Stoff der Standarte und die Lanze erstrahlt im Licht des ersten Tages. Der Kommandant sinkt auf die Trümmer der zwanzigtausendjährigen Stadt, die nun nichts weiter ist, als Schutt und Sand – vergangen und den Äonen preisgegeben. Die Mauern brachen, ehe der Dämmersturm es tat. Und vom Himmel fallen die Wespen in dutzenden Centurieren – runter in die immer noch wütenden Flammen, panisch und gelähmt vom psionischen Impuls und der Last der nunmehr aufgedrängten Individualität. Es knistert. Es lodert – und das gewaltige Silithidenheer bricht zusammen. Fronten, die noch vor der Stadt lauerten, geraten in Unordnung. Kriegern platzt der Kopf und Jäger fressen sich gegenseitig auf. Wühler tauchen deplatziert mitten im Inferno auf und andere Abscheulichkeiten fallen der Fresssucht der kleineren Kreaturen zum Opfer. Doch nicht restlos erstirbt der Schwarm. Am Horizont organisiert sich ein Rückzug. Zwei Riesenskarabäen formieren unter ihrem düsteren Leuchtfeuer die Reste des Schwarms. Sie flüchten in die Wüste. Nicht dorthin, woher sie kamen – sondern nach Südwesten, in den endlosen Staub von Silithus. Ihnen hinterher schwelt die drohende Asche – der Prophet des Söldnerbundes, das Himmelszeichen des Dämmersturms. Orodaro starrt mit wehender Standarte über die Scherben dieser geschundenen Welt, während die überlebenden Hilfskräfte aus dem Tross die Verletzten und Toten bergen. Viele Vorräte sind verbrannt – es wird kaum für die Weiterreise, geschweige denn für den Rückweg reichen. Hier und dort lassen die Brände nach. Lidschlag. Im Süden, wo mitten in der Schlacht der grelle Lichtblitz einer jungen Sonne die ganze Waagerechte erfüllte, strebt ein aufragendes Geschmetter aus karmesinroter, gezackter Panzerung durch die Einöde. Alvrim Everard kehrt zurück – und mit sich führt er einen Todesritter, Yamir West und den geschundenen Rest seiner tollkühnen Expedition zum Herz des Schwarms und leuchtend aus ihm hervor. Rottenmeister Torfstich tritt unter blutenden Augen und mit aufgeplatzten Adern am ganzen Kopf neben seinen Kommandanten.>

„Wisst ihr, Torfstich – in der Heimat… feiern sie gerade Sonnenwend.“

<Walter antwortet nicht – er starrt nur auf das verzehrende Flammenmeer. Er blinzelt nicht, doch was da vor sich geht ist höchst eigenartig. Der Sand neigt sich in unmöglichen Formationen aus dem Erdreich, spielt mit sich selbst und wirft sich auf die brennenden Öllachen, die nun nach und nach alle zugrunde gehen und lediglich kohlend-schwelende Rauchsinnsale hinterlassen, die aus den Trümmern – der Asche hinterher – gen Himmel steigen. Die bleichen, schemenhaften Fratzen kaldoreiischer Krieger und Bürger, Schönheiten und Arbeiter – eines ganzen Volkes eröffnen ihren Anblick vor den Augen des siegreich-geschundenen Söldnerbundes. Schaurig und kühl – mit weißem Haar – strebt bei wehendem, weiten Kleid eine Priesterin auf den Kommandanten zu. Der hält das Kinn erhaben – von wo aus der majestätische Bart aschfarben und staubdurchknistet herunterwuchert. Seine schmalen Augen starren die Priesterin an. Er hebt Deloras Schwert, packt es mit der Pranke und hält die Klinge nach unten. Der Kopf schrägt sich – und die Nachtelfe sinkt herab. Und wie sie das Eisen küsst, erfährt das Schwert einen silbrigen Glanz – jenen ein Leuchtfeuer seiend, die dem Dämmersturm zur Seite stehen, wenn er sie zur letzten Schlacht fordert.>

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 Betreff des Beitrags: Re: Leviathan
BeitragVerfasst: 25. Aug 2017, 01:57 
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Eine neue Bedrohung?

"So erhebt euch, Walter Torfstich - den ich nun Sturmwächter nenne. Ihr bereinigt das Andenken an diesen Titel und räumt auf mit der Schmach, die der dreifach Verdammte ihm beigefügt hat. Und weil ihr ein Vorbild seid, sollt ihr auch seine Klinge führen und Silberschwung zum Schwert der Hoffnung veredeln – entgegen aller Vergangenheit, die wir ihm anlasten. Eure Macht ist stark genug, dies zu leisten. Und so erhebt euch, Alvrim Everard, der nun die Sturmklinge ist, mein tödlicher Gruß, mein Todesbote und der Schatten im Rücken aller Feinde des Dämmersturms. Ihr seid nun Champions des Dämmersturms. Dem Sturm entgegen.“ <Die Stimme lautet mit solcher Kraft, dass sie noch eine Unzahl von Augenblicken in den Trümmern verhallt, von den Steinen bricht und sich in den graustaubigen Himmel katapuliert. Doch der Himmel antwortet. Ein grässlicher Klang erwacht in den leeren Weiten der finsteren Wüste. Ein Reißen im Himmelszelt, ein Glühen der Atmosphäre, ein Brand in der Realität. Druckwellen jagen Wolken beiseite und eröffnen den Blick auf das Schwarz der Nacht, das in giftgrünen Feuersbrünsten erstrahlt, die sich ausdehnen und den dünnen Sauerstoff entzünden, der die Lungen von Silithus mit halbem Leben erweckt. Organe dehnen sich aus, spreizen sich in Krafterfüllung und schmerzen dann mit solcher Inbrunst, dass es Tränen in die Augen schießen und Haare auf den Boden regnen lässt. Polternde Explosionen vernebeln die Sicht, blenden und Funken sprühen wie Lauffeuer durch den Wüstensand, um glaswerdende Sandkörner zu erhitzen. Es ist laut und gewaltig, als hebe sich die Gottesfaust zum Ragnarök. Oh welch Hölle hat er da entfesselt! Doch auch der Kommandant, kaum da er die Worte sprach, wirbelt herum, mit der Hand am Schwert und starrt ins gleißendgrüne Licht – in eine Farbe, die Falschheit und Vernichtung spuckt und von der aus wogende Magielanzen ins Erdreich schießen, um es zu pulverisieren. Erdbrocken stürzen kometenhaft in Obsidianformationen, die zersplittern und schrapnellend durchs Lichtgewitter in die Trümmerberge und den Mahlstrom des Schwarmbaus rauschend. Die Luft flackert und zittert und ergießt sich flammend vor Magie. Walter schreit auf, sackt zusammen und krallt sich mit brechenden Fingernägeln in die Ziegel. Ein unverständliches, kratzendsprachliches Stimmengewirr bombardiert die Hirne der Söldner und Trossmitglieder – ein ganzer Zug muss sich übergeben. Übelkeit steigt auf und der bestialischste Schwefelgestank, der je über die Oberfläche von Silithus gedrungen ist, erfüllt die Luft so kehlenabschnürend, dass man sich nur mit dicken Stofflagen aushelfen kann. Gewitterartiges Gepolter dröhnt durch das Licht, ohne das es Wolken gäbe, die es sammeln.> „Dem Sturm entgegen…“ <krächzt Walter, um den Eid zu beenden, während der Kommandant unterdessen die Wellenheimer Lanze ergriffen hat, um sich gegen das Unheil zu stemmen. Die Entladungen ziehen sich zusammen, wie nach dem ersten Blitz einer Manabombe und am Himmel zeigt sich, von Sonnenstürmen aus Teufelsfeuer umrahmt und erfüllt, durchdrungen und durch und durch krebsgeschwollen, ein Himmelskörper, größer als der Vollmond über Hyjal. Das bebendzitternde Antlitz der Dämonenwelt aus deren klaffender Fratze der Nether spuckt. Argus ist da.>

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BeitragVerfasst: 26. Aug 2017, 22:38 
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Das gefallene Königreich

<Sie ziehen weiter. Die Zeit ihrer Wanderschaft ist unbestimmt. Manch einer würde sie im Nachhinein auf fünf Tage und fünf Nächte schätzen – ein anderer auf einen vollen Monat oder gar eineinhalb. Die Zeit ist verdreht und leer, vollkommen unerheblich und von den titanischen Gesetzen losgesprochen. Silithus, Tanaris und überhaupt ganz Südkalimdor hatten schon immer ein eigenartiges Verhältnis zum Vergehen der Tage, Wochen und Jahreszeiten, die dieserorts praktisch nicht vorhanden sind, sondern einerlei-keinerlei so vor sich hinwehen, wie der tote Staubwind auf ihrem rostschepperndem Marsch, immerzu der lichtschimmernden Standarte hinterher und dem dritten Mond am Himmel entgegen. Ganz so, als ersuchten sie den dunklen Messias, der unter den grünen Höllenfeuern in Ahn’Qiraj geboren wurde. Von der teufelsmagischen Druckwelle, die krankmachend und berauschend gleichermaßen durch die Lande fuhr, als der groteske Himmelskörper erschien, ist allerdings kaum noch etwas zu spüren. Die Obsidiankristalle, allgegenwärtig, sind ein stabiler Schild gegen die Auswirkungen des Nethers. Nicht einmal der Sturmwächter kann nennenswerte Verunreinigungen dieser Art feststellen, geschweige denn eine Route erkennen, die etwaige Dämonen eingeschlagen haben könnten. Rumms-Rumms-Rumms. Immer weiter, immer vorwärts. Gestern oder vorgestern oder letzte Woche brach eines der Trossmitglieder vor Erschöpfung zusammen. Umgefallen und einfach tot. Es gibt sicherlich schlimmere Arten zu sterben, doch kaum einen schlimmeren Ort dafür. Plötzlich dann, irgendwann ganz unverhofft – man hat längst aufgehört danach zu fragen – krönt die horizontvernebelnden Obsidianpylonen ein neuerliches Bild im Wüstendunst. Kantiges Gestein, nicht natürlich, das wie in gewaltigen, hochgeklappten Pagoden – ja als wäre es ein gebändigtes Gebirge! – den Himmel für sich erobert. Es erwächst aus dem Boden und steigt makropolenartig empor, in merkwürdigen Formen und Kanten, mit Zeichen, wie sie vor dem Auge schmerzen, doch mehr noch in der Seele, ohne wirklich zu wissen, was sie eigentlich bedeuten. Es ist dieses groteske Gefühl, das man sich nicht erklären kann. Wie ein trypophobisches Muster, das erschaudern lässt, lassen diese dunkle Runen den Atem gefrieren und das Gemüt auf Talfahrt gehen, ja überhaupt rauben sie jede Lust, die letzte Schlacht zu schlagen und weiterzugehen. Sie haben etwas Einschüchterndes und etwas Warnendes. Sie wirken in ihrer Art und Weise so archaisch, dass selbst die hochwürdgen Überreste titanischer Bauten daran verglichen modern und jung wirken. Und es schweben Dinge – da schweben Steine in der Höhe, wie in die Luft gesetzt, bevor entschieden war, dass Dinge herniederfallen, wenn man sie hochwirft. Sie stehen da, wie in alle Zeitalter gekettet, unverrückbar und schwarz. Skarabäusstatuen und Schakalfratzen aus geschliffenem Obsidian. Und wir wissen, dass das silithidische Obsidian kaum zu formen ist – nie hat der Dämmersturm selbst Hand an dieses Material legen können – als wäre es den hochwaltenden, untergründigen Mächten vorbehalten. Rauchlohen steigen empor und verschleiern die Sicht auf den Fuß der Makropole – rot unterleuchtet, als erbräche sich burggrabenartig ein Vulkan. Da stöhnt der Geist – warum noch weitergehen! Ob nun hier gefällt oder dort drüben, was soll das noch für eine Rolle spielen. Der Sinn, wo ist er hin! Sicherlich, sicherlich – des Lebens wegen will man nicht sterben, doch warum überhaupt des Lebens wegen leben, wenn es einem diesen trübsalgepeitschten Albtraum auferlegt, wenn es einen mit den Traumata dieser Reise flutet und Silithus sich an die Seele heftet wie ein Krebsgeschwür. Was will man da noch! Und überhaupt ist es doch alles ein zielloses Wollen, ein hin und her und auf und nieder – leidend, leidend, leidend, um dann ein Quantum Glück zu erfahren, dass’s nächste Erwachen wieder erstickt, denn der Sorge Untertan ist das Menschen- und auch Zwergengeschlecht. Die Angst vor dem Nichts, das ist es, was die Völker aller Erden regt und bewegt – auf dass sie einander belügen mit Worten und behaupten, es habe schon irgendwie seine Richtigkeit. Lidschlag. Herzschmerz, Lungenkasper. Ein lidloses, riesiges, gelbes Auge. Ein millionenjähriger Blick. Durchdringend und überlegen. So es Dinge dieser Größe gibt, was ist man selbst, wenn nicht die Ameise vor dem eigenen Stiefel oder das Fleisch im Maule. Sklaven! Sklaven sind wir sowieso. Ein Reiter fällt aus dem Sattel seines Kamels, krümmt sich und verstummt. Er stirbt nicht – doch lebtags wird er auch nicht mehr sprechen oder etwas hören. Er starrt nur noch, bis ihm die Augen vertrocknen. Lidschlag. Der Kommandant rammt die Standarte ins Erdreich, wie sie noch auf mehreren Meilen Abstand zu den babelschen Riesenbauten sind. Kettenrasseln dringt durch die Finsternis, denn das Sonnenlicht erreicht die Ebene nicht. Stimmenfluten fahren mit dem Wind durch das Flattern der glimmenden Standarte.> „Hier ist es. Der Feind hat sich versammelt, wie auch wir uns versammelt haben. Schlagt in der Senke das Feldlager auf. Bald beginnt es.“

<Der Sturmwächter atmet gepresst aus, hält sich an einem Karren fest und schiebt sich dann mit in die Senke, wo er sich niederlässt, um entgegen der verwüstenden Eindrücke zu meditieren. Harad im Schredder hält zur Abwechslung mal die Klappe, doch nach einer halben Stunde niedergeschlagenen Starrens auf die Lagerarbeiten fängt er plötzlich heiser an zu singen.>

"Wänna'wass djast'a liddel gör'
ei'ask'ma masa...
waaaat'will'a biii....
will'a biii'pritti...
will'a biiii riiitsch...
dät's wat shi'ansass tomi:
KAAAAY'SEEERAAAA ... SERAAAAA!
... WAAAAT'EWA WILLBIII WILLBIII...
DÄÄÄ FJUTSCHA 'SNOT AUAS'TO'SSIE...
KAY'SERA... SERA..." <schallend>

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Dem Sturm entgegen! - Schlachtruf und Grußformel der Söldner des Dämmersturms.


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 Betreff des Beitrags: Re: Leviathan
BeitragVerfasst: 10. Sep 2017, 22:06 
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Die Aszendentin

<Er streckt zitternd den bemuskelten Arm aus, japst irgendetwas Unverständliches – so alt und röchelnd, als entziehe sich seinem ganzen Körper mit einem Mal jede Feuchtigkeit. Dann bricht er auf die Knie, stößt einen heiseren Schrei aus und zerplatzt in einer Woge aus Blut und Gedärmen. Seinem Schrei folgend zerplatzen auch die beiden verbliebenen Sklaven und die brodelnde Wüstenluft kühlt noch dramatischer ab als unter einem von Sergeis vernichtenden Angriffszaubern. Die Gespenster fauchen und weichen zurück – manche verfliegen gänzlich in einem brandartigen Hergang, der sie von Weiß nach Schwarz kehrt – als drehe man ein Bettlaken auf die falsche Seite. Das Erdreich krümmt sich vor Schmerz und das Licht der Lanze wird auf wenige Meter zusammengekauert. Kssssssch. Lidschlag. Die Obsidiangemäuer von Ahn’Qiraj mit ihren riesigen Terrassen klappen merkwürdig nach oben, krümmen sich und wachsen staubspuckend an. Immer weiter, bis sich ihr Schatten soweit in die Einöde streckt, dass der eigene Leib vor Augen in Schwärze versinkt. Sie sind klein. Klein vor dieser Macht und mickrig im Angesicht der Äonen – Äonen, die selbst das Antlitz der Schöpfung verblassen lassen, wie es kam, bevor etwas war – und aus dieser Zeit, in der nichts war und selbst die Zeit einem unerfahrenen Kind im verdrehten Geschehen dessen glich, was weder denkbar noch logisch sich fügte und nicht fügte… ja, aus dieser Zeit ist dieser Ort erwachsen und als solcher präsentiert er sich hier, auf einem Brocken, der mit abertausenden Meilen in der Stunde durch den Kosmos fegt, der wiederum vor Schöpfung und Unschöpfung trieft und sich milliardenfach ergeht. In einem Gesamtgefüge, dass Teil eines weiteren Gesamtgefüges ist und derer sich keines wirklich als das Gesamte krönen könnte, da doch immer wieder eines auf das andere folgt und in jeder dreckigen Existenz der sinnlose Zyklus der Gesamtheit sich seiner selbst beansprucht und dreht und in aller unfragwürdigen Verkommenheit vor sich hintrottet. Welche Amöbe hätte die Moral erfunden – welcher Mensch ein Wort mit Sinn vor dieser Gewaltigkeit. Bwumm. Das lidlose Auge senkt seinen Blick auf dich, der du alleine bist im Kosmos, mit dem nichts kommt und geht – der selbst gar nichts ist, außer der morallosen Amöben Summe. Klammer dich – ja, klammer dich an deinen Glauben, an deine Überzeugung – lebe deine Lüge, du Wurm im Echo der Nichtigkeit, die schlug und sich seither spöttelnd in alle Winde regt und streckt, um sich aufzublähen zum größten Witz, der außerzeitlich war und immer alles sein wird. Ksssshhh. Das Auge. Es starrt. Etwas steigt aus der Grube. Ein Schatten wie aus schwarzweißem Glas. Das Land selbst: Schwarzweiß. Und sie alle sind nun farbenblind, wie sie sehen, was sie sehen. Zarte, blasse Füße – von schwarzem Feuer umlodert, das an ihnen hochleckt wie die Tentakel einer Tiefseegestalt. Zischende Winde, die sich sandiggrau verformen, als bissen sie nach schutzlosen Opfern. Sie schneiden auf der Haut – doch diese Füße sind ganz unbefleckt. Sie gehen über in lange Beine, die mal schneeweiß und mal pechschwarz erleuchten, wobei jeder Blick annehmen lässt, sie wären schon immer so gewesen, wie sie zu sehen sind. Schlanke Schenkel, glattglänzend – heiß und offen. Und kalt und geschlossen. Ihre Form ist perfektiös – ist dem höchsten Himmel entrissen und der tiefsten Hölle entstiegen; ist die Idee der Schönheit, fürchterlich und grausig zugleich, atemberaubend und seelenzerfetzend – denn welch‘ Leben ist noch lebenswert, wie’s Schönste einmal gesehen ist und die Verdammung schreit, dass alles was nun folgen mag, alt und hässlich ist. Der Anblick brennt auf der Seele und er brennt auf den Augen – die Erblindung ist der letzte Seelenpate! Das Licht der Lanze wirft sich gleißend hell zu ihrem Schutze dazwischen, sodass sie schon instinktiv die Fratzen abwenden von dem, was sie da sehen – was sie da sehen – was sie da sehen – was sie da sehen – im gleißend Glanze dieser Finsternis, das wölbend‘ Fleisch, die hohen, prallen – Blendung! Blendung! – und die schimmernd-lechzende…> „Sie ist hier!“ <Der Kriegsfürst des Dämmersturms brüllt auf.> „Wendet euren Blick ab! Ummauert euren Geist im Gebet der Lanze! Schützt euch! Seht nicht hin! Seht nicht hin, - marschiert vorwärts! Doch seht nicht hin! Folgt meinem Schatten, die Lanze wirft ihn voraus! Seht nicht hin, ihr Narren! Seht nicht hin!“ <Erdbebenartige Schritte krachen über die kreischende Erde als das Schlachtenmosaik schwerfällig trampelnd auf den Steinbruch zuhält.>

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Dem Sturm entgegen! - Schlachtruf und Grußformel der Söldner des Dämmersturms.


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