Söldnerbund Dämmersturm

RP-Gilde - Die Aldor
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 Betreff des Beitrags: Re: Leviathan
BeitragVerfasst: 28. Dez 2017, 01:09 
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Die Rede des Kommandanten

„Es war ein harter Krieg. Es war ein langer Krieg. An seinem Ende stand der Untergang des Leviathans. Der Untergang von Silithus. Der Untergang unserer Freunde. Wir alle haben schlimme Zeiten erlebt. Ich werde es anderen Zungen überlassen, sich den Ruhm anzueignen, sie in Worte zu fassen. Noch sind die letzten Seiten des Berichts nicht geschrieben. Das Skriptorium wird seinen Teil dazu beitragen, diese bitteren Tage in den Annalen des Söldnerbundes festzuhalten. Worte der Trauer sprach ich bereits, bevor wir nach Osten aufbrachen.“ <Pause.> „Und Worte der Lobpreisung, die keiner so recht hören will – am Ende dieser beschwerlichen Reise – hebe ich mir für später auf. Die meisten unter euch haben mehr geleistet, als irgendjemand vor Beginn dieses Feldzugs von euch zu erwarten fähig gewesen wäre. Das wird der Dämmersturm nicht vergessen. Ihr seid die getemperte Elite und allen ein Vorbild, die noch kommen werden. Doch wir sind müde. Unsere gestählten Seelen sind ermattet. Unsere eisenen Herzen sind rau und stumpf geworden. Wir haben unzumutbare Dinge gesehen. Dinge, die wir verstanden haben. Und Dinge, die wir nicht verstanden haben. Solche, die zu verstehen waren – und andere, die durch und durch chaotisch… ja die falscher waren, als irgendetwas sonst.“ <rostig> „Mir ist nicht entgangen – im Kampf und auch später nicht – dass es Charaktere unter euresgleichen gibt, die nicht einverstanden sind – mit den Entscheidungen, die ich getroffen habe und den Konsequenzen, die ich daraus zog. Das Opfer der Natter ist eines davon, gleichfalls wie mein Vertrauen in dieses Ding, das wir die Lanze nennen. Ich sprach darüber bereits, doch will ich es nicht bei Worten belassen. Ich habe… darüber nachgedacht.“ <Sein schmaläugiger Blick wandert streng durch den Haufen.>

„So wie jeder von euch, der in diesem größten und wichtigsten aller dämmersturmschen Feldzüge an meiner Seite kämpfte, die Ehre erhalten soll, den Eid ablegen zu dürfen… so will ich auch jene, die ihn bereits abgelegt haben, vor die Wahl stellen. Ich hege keine Selbstkritik an meinem Vorgehen. Ich war mir, als ich tat, was ich tat, stets über die Konsequenzen im Klaren. Ich sehe, dass die Dinge, wie sie geschahen, notwendig waren um den Leviathan zu vernichten.“ <rostig> „Und für gewöhnlich würde ich an den Eid appellieren – euer Vertrauen in mich – und die Verpflichtung, die ihr nach bestem Wissen und aufgrund eurer eigenen, freien Entscheidung eingegangen seid. Ich würde daran appellieren, um eure Zweifel zu tilgen – die unrechtens und fehlgeleitet sind. Doch ich denke, dass ich der Größe eurer Taten nur den angemessenen Respekt zollen kann, wenn ich mich an dieser Stelle über das dämmersturmsche Recht erhebe. Der Wert des Zeremoniells, unseren Eid betreffend, mag sich auch an der Seltenheit der Ausnahmen messen, die ihm gegenüber zugelassen werden. Ich denke, es ist an der Zeit, eine solche Ausnahme auszusprechen, denn nie wieder soll es dem Dämmersturm oder seinen Freunden aufgebürdet sein, einen Feldzug wie diesen durchstehen zu müssen. Und auch weil ich mich Sorge, das Groll und Feindseligkeiten den Büßerfeldzug überdauern könnten – unter Zwang oder aus Pflichtbewusstsein – spreche ich jene vom Eid frei, die nicht länger diesem Banner folgen möchten. Sei es, weil sie ihre Aufgabe als erfüllt erachten – das will ich bestätigen – oder weil sie ihm in der Zukunft nur mit tiefstem Widerstreben dienen können. Gibt es so jemanden? Er möge beiseite treten und mit allen Ehren unsere Reihen verlassen.“

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Dem Sturm entgegen! - Schlachtruf und Grußformel der Söldner des Dämmersturms.


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 Betreff des Beitrags: Re: Leviathan
BeitragVerfasst: 28. Dez 2017, 01:11 
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Die Perlkuh

<Kurze Zeit nachdem die Unterzeichnung des zweiten Darlehens abgewickelt wurde und die Soldvergabe, wie auch der abschließende Kommentar des Kommandanten erfolgte, finden sich die reisenden Söldner in den dichtbesuchten Docks von Gadgetzan ein, um bei Kapitän Baha an Bord zu gehen. Der Steuermann, Bugstern, ein untersetzter, ernster Mann, nickt dem Dämmersturm misstrauisch zu – doch da sein Vorgesetzter nunmal die durchaus entgegenkommenden Konditionen ausgehandelt hat und selbiger aufgrund der eingezahlten Boni – die sich vor allem auf Ruhe und einigermaßen annehmbare Kost beziehen – auf den eigentlich geplanten Walfang verzichtet, lässt er die Dinge geschehen, wie sie geschehen. Orodaro hat kein großes Wort mehr an die anderen gerichtet, außer dass es nun losgehe und man sie bereits erwarte. Zwei Stunden, nachdem sie sich an Bord eingefunden haben, wendet sich Kapitän Baha – ein Seebär Mitte Sechzig, mit Holzbein und Augenklappe – vom Hafentreiben der schwarz umwölkten Kartellhauptstadt ab und stellt sich vor. Er schwadroniert eine Weile von irgendeinem dicken Mob – es muss sich wohl um ein Seeungeheuer handeln – ehe er den anderen ihre Quartiere zeigt und sie den Anker lichten und die Leinen lösen, um in die salzige, warme Südsee hinauszuschippern.>

<Sie sind nun seit geraumer Zeit auf See, ohne in ernsthafte Schwierigkeiten geraten zu sein. Die temperamentvolle Südsee hielt den ein oder anderen Sturm für sie bereit, doch war nichts dabei, dem Kapitän Baha, geschweige denn sein mutiger Steuermann Bugstern, nicht gewachsen gewesen wären. Die salzigen Matrosen lungern auf dem Deck herum, schrubben und erkundigen sich immer mal wieder nach den Befindlichkeiten der Söldner, denen gegenüber sie sich auf Order des Kapitäns hin besonders freundlich verhalten sollen. Der Himmel ist von weißen Wolken durchflockt, ansonsten aber blau – die Temperaturen belaufen sich auf frische fünfzehn Grad Celsius. Celsius – der berühmte gnomereganische Naturwissenschaftler – Sohn des Cels. Jedenfalls steht Bugstar just in diesem Augenblick am Steuerrad und trinkt genüsslich eine Tasse Kaffee, während Kapitän Baha, mit Holzbein und mahlendem Kiefer, auf die See hinausstarrt. Für seine eichige Prothese hat man extra ein kleines Loch ins Deck gebohrt, damit er in einer deftigeren Welle nicht das Gleichgewicht verliert. Orodaro steht ebenfalls am Bug – jedoch auf der anderen Seite. Sein Oberkörper ist immer noch nackt. Zwischenzeitlich durchaus gewaschen, aber nach wie vor mit den Narben und verkrusteten Wunden des Feldzuges überzogen – neben all dem gebirgsartigen Gewebe, das vorher schon auf den titanischen Muskeln ruhte. Die Pranken sind auf der Reling abgelegt. Das Schwarzgrau weht knisternd im Wind.>

<Kapitän Bahas weitreichendes Verständnis von den Strömen des großen Meeres, den küstennahen Gewässern einiger Inselgruppen und den Ausläufern des Mahlstroms, der sie zwar nicht berührt, wohl aber das ein oder andere Wetterphänomen über ihre Route hat springen lassen, haben es dem Dämmersturm und der Perlkuh samt Crew ermöglicht, die letzten Wochen auf See in beschaulicher Ruhe und mit beachtlicher Geschwindigkeit zu absolvieren. Wehklagend haben sie Walschulen dahingleiten lassen und mit trübsinnigem Stumpfsinn lungerten die Matrosen des alten Seebären an Deck herum, wenn sie gerade nichts zu tun hatten – was oft der Fall war, so ohne die Aussicht auf das Erfüllen ihrer eigentlichen Profession. Freilich – man bemerkt bis heute eine gewisse Antriebslosigkeit, derer man sich hoffentlich schnell wieder entledigt hat, wenn dieser vermaledeite Dämmersturm abgeladen wurde. Der Umgangston ist nicht rauer geworden, wie man es hätte vermuten können. Stattdessen wurden die anfangs so zuvorkommenden Matrosen ein gehöriges Stück ruhiger und fingen an, den Söldnern aus dem Weg zu gehen, sodass sich nach und nach eine beinahe kontaktlose Parallelgesellschaft etablierte, der auch Orodaro durch seine reflektierend-stumm anmutende Haltung an der Reling nicht sonderlich entgegenwirkte. Sie passieren just zu dieser Stunde eine Nebelfront, die dicht und weiß wie ein Leichentuch den brachliegenden Meeresspiegel umsäumt. Es heißt, dahinter läge der Wolf von Westfall und schließlich also Sturmwind. Ostwärts haben sich vor einigen Stunden lange, klippenverhangene Küstenstreifen angekündigt.>
<Kommandant Orodaro hat Zeit ihrer Reise, wenn er nicht gerade an der Reling stand oder in Gegenwart der Lanze meditierte, an den Stofflagen eines einfachen Hemdes herumgearbeitet, das er sich nun – wie sie auf Sturmwinds Hafen zuhalten – über den knisternd-rauschenden Kopf zieht. Wir müssen bedauerlicherweise feststellen, dass der Fetzen Stoff – wie er ihn bearbeitet hat – etwas zu eng ausfällt und sich knirschend über die Muskelzüge windet. Wahrscheinlich kein Anblick, den das dämmersturmsche Volk und überhaupt alle, die ihm unter die Augen treten, lange erfahren wird – aber möglicherweise eine Maßnahme, um das leichtherzige Weibsvolk der Gassen Sturmwinds vor kollektiven Ohnmachtsanfällen zu bewahren, wenn er sich auf den Weg zur Tiefenbahn macht.>

<Der Troll macht einige Klicklaute und schlurft davon, wobei er sich die wüsten, rotgetränkten Haare richtet. Dem tiefen Blau seiner Haut nach zu urteilen, stammt er aus dem Schlingendorntal oder einer der vielen Trollinseln in der südlichen Hemisphäre. Wenngleich er für einen Zandalari zu klein daherkommt; bloß knapp zwei Meter misst sein schlanker Leib an dem der ein oder andere okkulte Gegenstand über das Matrosenhemd schlackert. Wuuuuusch! Zisch! Ein Raunen und der salzige Wasserschaum spritzt im seichten Wellengang frohlockend. Sie alle sind geblendet. Eine drastische Lichtfront, als sei die Lanze einmal mehr erwacht, huscht über die Planken und allen Matrosen und Söldnern ins Gesicht. Bloß wer sich fernab jedem Ausguck unter Deck befindet, mag sich davor schützen können! Es ist das Aufblitzen des Leuchtturms von Sturmwind. Bugstern gibt auf Bahas Geheiß hart Steuerbord und das Schiff gerät in Schieflage - für die erfahreren Matrosen und beim seichten Wellengang aber ganz unbedenklich. Die Bucht von Sturmwind empfängt sie felsflankiert mit tausend Lichtern. Die Königsstadt mutet vom Wasser aus wie ein Berg an, über den hundertfach die Arbeiter wuseln; Marinedocks alte und neue Kriegsschiffe beherbergen und Bataillone nebst zivilen Kräften die breiten, holzumtäfelten Straßen säumen. Schiffsglocken schellen lautstark und Baha lässt sich an einen der Anleger dirigieren. Die Segel, schon halb eingeholt, werden nun ganz zusammengezogen und die Perlkuh schippert durch den Hafenkanal. Schließlich macht die Mannschaft routiniert die Leinen fest.>

<Kapitän Baha und Orodaro wechseln letzte Worte und reichen sich die Hand, wie dann auch Bugstern und der ein oder andere höherrangige Matrose. Zuletzt nimmt sich der dämmersturmsche Kommandant Zeit, den Harpunieren für ihre Geduld zu danken, ehe er schließlich seinen Rucksack hebt, die Standarte packt wie einen Wanderstecken – der übrigens in Verpackungspapier eingewickelt wurde, um keine überschwängliche Aufmerksamkeit zu erregen – und sich an der Planke platziert, die zu den Docks herabführt. Mit seiner kolossalen, überwuchert-bewachsenen Statur und dem ominösen Objekt, das ihm da irgendwie als nicht-wirklich-notwendige Gehhilfe zu dienen scheint, kommt Orodaro tatsächlich daher wie ein wandernder Prophet. Ja man will fast meinen, er rücke baldigst mit der nächsten Hiobsbotschaft – oder eben der Orodarobotschaft – vor König Anduin Wrynn, um vom Schatten im Westen zu berichten und dass doch dringender Handlungsbedarf besteht. Doch freilich – wie sich das mit fremden Propheten so verhält – würde man ihn schon vor den Toren abweisen.> „Da sind wir.“ <bemerkt der Kommandant kurz> „Ich werde umgehend nach Eisenschmiede aufbrechen. Ob ihr mir direkt folgt oder noch etwas Zeit in Sturmwind verbringen möchtet, sei ganz euch überlassen. Wir werden unseren gewohnten Betrieb bald wieder aufnehmen. Dem Sturm entgegen. Die Lanze schützt – und Kaderwulst ist eine Lüge.“ <Er nickt ihnen noch einmal bartknirschend zu, - dann tritt er auf den Steg, der wiederum knirscht und macht sich gigantierend auf den Weg ins Zwergenviertel.>


Fin

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